Kapitel 33- Digitales purpurea

Lily schaute ihre Lehrer ungläubig an.

„Was? Wie ... wie kommen Sie darauf?"

Dumbledore warf Madame Pomfrey einen Blick zu.

„Es gibt Anzeichen dafür in seinem Blut."

Lily blickte alle verwirrt an.

„Nicht nur Muggel-Heiler überprüfen das Blut.", informierte sie der Direktor.

„Das kann nicht sein. Das darf nicht sein.", sagte sie verzweifelt.

Die Heiler legten James derweil auf eine Trage. Seine Augen waren geschlossen und seine Haut hatte eine Farbe von Elfenbein. Seine Lippen waren blutleer und aufgesprungen.

Tränen traten in Lilys Augen, als die Männer ihn an ihr vorbei trugen.

„Warten sie.", krächzte sie halb erstickt und zog etwas unter ihrem Umhang hervor. Es war die Kette mit dem Medaillon, die James ihr geschenkt hatte. Behutsam legte sie, sie um seinen Hals.

„Die darf nicht abgenommen werden!", befahl Lily den Heilern. Diese sahen sich erstaunt an, nickten aber.

Vorsichtig strich sie über seine kalte Wange. Lily beugte sich hinab und küsste ihn auf die Stirn.

Der Direktor nickte den Männern zu und sie gingen mit James davon.

Die Tränen nahmen Lily die Sicht, jedoch reichte ihr jemand ein Taschentuch. Eine Hand lag auf ihrer Schulter. Professor McGonagall sah sie ergriffen an.

„Er wird schon wieder auf die Beine kommen.", beruhigte sie. Doch Lily hatte das Gefühl, dass es nur leere Worte waren. Keiner von ihnen wusste, ob er wirklich wieder gesund werden würde.

„Soll Miss Evans besser hier bleiben?", fragte Madame Pomfrey.

„Wenn Sie es wünscht.", sagte Dumbledore sanft.

„Ähm, nein danke. Ich würde gerne in meinen Schlafsaal gehen. Wenn Sie erlauben.", brachte sie mühevoll hervor.

„Ich bring sie, Albus.", die Professorin nahm Lilys Hand und führt sie bis zum Gryffindor Turm.

Der Gemeinschaftsraum war verlassen. Alle Schüler waren im Unterricht. Unmöglich konnte sie in ihren Schlafsaal gehen und plötzlich fand sie sich vor James' Bett wieder. Verzweifelt ließ sie sich nieder und drückte ihr Gesicht in das Kissen. Es roch nach ihm. Es war dieser sanfte, betörende Geruch. Wie die Luft nach einem Sommergewitter. Lily krallte sich in die Laken.

„Bitte lass ihn nicht sterben. Bitte, bitte, bitte.", flehte sie zu jemandem, der nicht da war.

Lily lag noch immer da, als Sirius in das Zimmer kam.

Völlig erstaunt hastete er auf sie zu.

„Wo warst? Wir haben sich gesucht!", er blickte in stark gerötete Augen. „Was ist? Geht es ihm schlechter?", Padfoot setzte sich zu ihr und wartete auf ihre Antwort.

Es macht ihr große Mühe das auszusprechen, was sie wusste.

„Er...", sie schluckte. „Wurde ins St. Mungos gebracht."

„Das muss ja eine Hammergrippe sein!"

„Er hat keine Grippe! Er wurde vergiftet!", weinte sie heraus.

Sirius sah sie geschockt an.

„Was sagst du?"

„Jemand hat ihn vergiftet! Jemand wollte ihn töten!", Lily warf sich an Sirius' Brust und weinte bitterlich.

Padfoot konnte es nicht glauben. Wer vergiftet einen Schüler? Wem konnte daran gelegen sein, wenn James starb.

Ihm fielen da nur Rabastan Lestrange und Severus Snape ein. Aber würden sie so weit gehen? Snape war sehr gut in Zaubertränke, das war allgemein bekannt und Lestrange hatte bis jetzt immer nur große Reden geschwungen, aber nie Taten folgen lassen.

„Er wird wieder gesund werden. Alles wird wieder gut.", beruhigte er mehr sich selber, als Lily.

„Du hättest ihn sehen müssen. Er war so blass und kalt. Er sah nicht mehr lebendig aus.", schluchzte Lily.

„Mach dir keine Sorgen, im St. Mungos arbeiten die besten Heiler ganz Großbritanniens."

Etwas tippte an die Fensterscheibe. Sirius erblickte eine kleine Eule, nicht größer als seine Hand. Einen Umschlag im Schnabel, saß sie auf dem Fenstersims.

Eilig ließ er sie herein.

Sirius Black

Lily Evans

Stand auf dem Umschlag. Schnell riss er ihn auf.

Sind im Mungos angekommen.

Halten euch auf dem Laufenden. Macht euch keine Sorgen.

Thaddäus & Ophelia.

Sirius gab ihr den kurzen Brief.

„Wenn sie bei ihm sind wird alles wieder gut!", strahlte Padfoot plötzlich.

Lily schnäuzte in ein Taschentuch.

„Ich hoffe es so sehr."

„Aber klar, Lils. Wir werden noch zusammen auf eurer Hochzeit tanzen."

„Du und James?"

„Wenn nötig, ich und James.", grinste er und auch Lily lächelte.

Es beruhigte sie sehr, zu wissen, dass James' Eltern bei ihm waren.

„Wer kann das gewesen sein und vor allem, wo ist es passiert?", krächzte Lily.

„Aus dem Bauch raus würde ich auf Lestrange oder Snape tippen.", grübelte Sirius.

„Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Einen Schüler umzubringen, wegen Reiberein in der Schule, ist Schwachsinn."

„Die sind aus Slytherin, da weiß man nie.", sagte Padfoot ernst.

„Trotzdem, das glaube ich nicht.", beharrte Lily. „Und wo kann es passiert sein?"

„Vor dem Mittag ging es ihm noch gut.", überlegte er. „Vielleicht haben sie ihm was ins Essen gemischt?"

„Wie hätten sie das tun sollen? Die wussten gar nicht wo er sich hin setzt und was er isst. Da hätten sie noch mehr Schüler vergiften müssen.", schlussfolgerte sie.

„Mh, du hast Recht. Dann bleibt nur noch Zaubertränke."

Beide saßen in Gedanken versunken auf James' Bett.

„Sie können es ihm unmöglich in den Trank gemischt haben. Snape und Lestrange haben sich nicht von ihren Tischen bewegt.", sagte Lily plötzlich.

„Was ist mit Randall?", Sirius sprang auf.

„Ich bitte dich! Er ist Lehrer. Warum sollte er das tun?", fragte sie entnervt.

„Ich weiß nicht, es war nur ein Gedanke."

„Du hast nur daran gedacht, weil du ihn nicht leiden kannst.", tadelte Lily ihn.

„Ja und? Er kann mich auch nicht leiden und hat mich jedes Mal verdächtigt, wenn Snapes Kessel explodiert ist und dabei war es James.", verteidigte sich Padfoot.

„Also haben wir keine Ahnung wer es sein könnte.", stellte sie letztendlich fest.

„Das siehst du richtig."

Lily hatte sich allmählich beruhigt. Eine Aufgabe zu haben lenkte sie von ihrem Kummer ab.

„Und was kann ihn vergiftet haben?", überlegten beide.

„Ich kenne mich zwar halbwegs in Zaubertränke aus, aber mit Pflanzen habe ich nichts am Hut.", gab Padfoot zu.

„Ich auch nicht, aber Alex vielleicht. Sie hat mir gesagt, sie will Kräuterhexe werden.", schlug Lily vor. „Wie spät ist es eigentlich?"

„Mittag ist fast vorbei. Du hast Arith- dings da verpasst und Verteidigung.", berichtete Sirius.

Sie standen auf und verließen den Schlafsaal.

„Sehe ich schlimm aus?", fragte sie ihn unverwandt.

Sirius war überrascht über diese Frage.

„Na ja, du hast rote Augen. Sonst nichts."

„Sicher?"

„Ja!"

Der Gemeinschaftsraum hatte sich mit einigen Schülern gefüllt, die mit dem Essen fertig waren. Als Sirius und Lily die Treppen hinunter kamen wurden sie von einigen neugierig angesehen.

„Was gibt es da zu schauen?", fauchte Padfoot und ging mit Lily aus dem Gemeinschaftsraum. Blicke folgten ihnen und Getuschel entbrannte als sie außer Hörweite waren.

„Da haben wir wieder etwas für die Gerüchteküche getan.", stellte Sirius weiter fest. „Dein Freund ist nirgends zusehen und schon kommst du mit Sirius Black die Treppen herunter!"

„Ja, ich kann das Gerede kaum erwarten.", bemerkte sie trocken und schnäuzte sich erneut die Nase.

Die anderen saßen noch immer in der Großen Halle beim Mittag.

„Was ist? Wo warst du?", stürmten sie auf Lily ein.

„Du siehst ja furchtbar aus!", bemerkte Alex und Lily warf Sirius einen vielsagenden Blick zu.

„Bitte erzähl du es!", bat sie Padfoot und er kam ihrer Bitte nach.

Die Münder standen reih um offen. Keiner wagte etwas zu sagen. Ellen hatte die Hände vor dem Mund. In ihren Augen spiegelte sich blanker Horror wider.

„Wer kann das gewesen sein?", grübelten nun auch Lorrain und Remus.

„Wir haben keine Ahnung.", zuckte Lily mit den Schultern. „Ophelia und Thaddäus sind im St. Mungos angekommen, sie wollen uns auf dem Laufenden halten."

Ellen war noch immer still.

„Ich habe mal eine Frage an euch.", wandte sich Lily an Alex und Lorrain. „Welches Gift verursacht Übelkeit, Schwindelanfälle, Erbrechen und Kopfschmerzen?"

Die Beiden überlegten eine Weile.

„Da gibt es viele Sachen. Kirschlorbeer, Krokus, Holunder oder roter Fingerhut.", zählte Alex auf.

„Und was gibt es hier in der Umgebung?", hakte Sirius nach.

„Krokus und roter Fingerhut.", sagte Lorrain bestimmend.

„Wir haben ende April. Da blüht kein Krokus mehr!", informierte Remus.

„Man benutzt ja auch die Knollen!", erklärte Alex. „Aber ich glaube keiner würde sich die Mühe machen nach Knollen zu graben."

„Dann bleibt nur der Fingerhut!", schlussfolgerte Lily. „Was nimmt man da?"

„Die Blätter.", grübelte Alex weiter. „Sie haben aber einen bitteren Nebengeschmack, dass hätte man merken müssen."

„Aber nicht, wenn das was man trinkt ebenfalls bitter ist.", flüsterte Ellen. Alle blickten sie an.

„Der Gegentrank gestern war bitter."

„Meiner nicht.", sagten Lily und Sirius gleichzeitig.

Stille breitete sich aus. Ellen schaute noch ängstlicher.

„Du kannst nicht vergiftet worden sein!", platzte Lorrain heraus. „Sonst würdest du nicht mehr hier sitzen!"

„Da hat sie Recht.", pflichtete Peter ihr nach langem Schweigen bei.

„Das macht trotzdem alles keinen Sinn! Wer sollte James töten wollen?", fragte Lily erneut.

„Was ist, wenn man nicht James vergiften wollte?", wisperte Ellen plötzlich.

Man konnte sehen wie es hinter allen Gesichtern arbeitete.

„Du meinst dich?", fragte Peter.

Sie nickte kaum merklich.

„Aber warum sollte man...," Alex brach ab. Allen kam in den Sinn, dass nicht nur Zauberer umgebracht wurden die sich gegen Voldemort gestellt hatten, sondern auch deren Angehörige.

„Du glaubst...?", Lorrain sah sie ängstlich an.

Ellen nickte erneut. „Das galt mir!"

„Aber du bist doch nicht wichtig für Vol..., ähm, du weißt schon wen.", flüsterte Lily schnell.

„Da macht er keinen Unterschied.", sagte Remus trocken. „Das ist sein Begriff von Macht."

Erneutes Schweigen trat ein.

Schüler erhoben sich ringsum. Mittag war vorbei.

„Ich geh zu Dumbledore.", Ellen stand auf. Die anderen sahen ihr nach.

„Für mich bleibt nur Randall übrig.", flüsterte Sirius Lily ins Ohr.

„Er ist Lehrer, er würde so etwas nie tun!", wisperte sie zurück.

„Bist du dir da so sicher!"

/o/

An diesem Tag hatten sie keine Zaubertränke. Ellen kehrte nicht in den Unterricht zurück und Professor McGonagall war erstaunt Lily in ihrem Unterricht zu sehen.

„Fühlen Sie sich besser?", fragte die Professorin.

„Das war ein großer Schock für mich, heute Morgen.", entschuldigte sie sich für ihr Benehmen. „Aber es geht mir wieder besser."

Die Lehrerin sah sie anerkennend an.

„So ist es richtig. Er wird schon wieder! Er ist ein zäher Bursche.", ihre Stimme vermittelte Wärme und Mitgefühl. Lily konnte sich nicht erinnern, sie je so gesehen zu haben.

Professor Dumbledore hatte noch am gleichen Tag eine Lehrerkonferenz einberufen, um alle Professoren von dem Vorfall zu informieren. Alle Lehrer wurden dazu angehalten, nur den kleinsten Hinweisen nachzugehen.

Die Tage verstrichen und es gab keine Anzeichen dafür, dass Randall erstaunt gewesen schien, Ellen in seinem Unterricht wieder zusehen. Das allerdings sehr zum Missfallen von Sirius, da er den Zaubertranklehrer genauestens beobachtete und auf einen Hinweis hoffte, der seine Vermutungen bestätigte. Doch jede Zaubertrankstunde, die verstrich, wurde er mehr und mehr enttäuscht.

Padfoot und Lily wussten das es außer Frage stand James in St. Mungos zu besuchen.

Aber Ophelia und Thaddäus schickten regelmäßig Eulen um sie über James' Zustand zu informieren. Alex und Lorrains Aussage bestätigte sich. Heiler fanden einen Wirkstoff des roten Fingerhutes in seinem Blut.

Was Ellen mit Professor Dumbledore besprochen hatte erfuhren sie nicht und es stellte keiner ihrer Freunde Fragen. Aber es machte den Anschein, als ob Ellen ihre Angst abgelegt hätte. Was hatte der Direktor ihr gesagt?

Lily vermisste James wahnsinnig. Er war jetzt schon seit 1 ½ Wochen im Krankenhaus, zwar schrieb Ophelia täglich, aber es war nicht das Gleiche. Lily würde es schon genügen nur seine Handschrift auf einem Pergament zusehen.

Viel Zeit zum nachdenken hatte sie jedoch nicht. Die Lehrer hielten sie auf Trab und selbst am Wochenende belagerten die Siebtklässler die Tische im Gemeinschaftsraum. So war es sehr ungewöhnlich als ein Mädchen an Lilys Ärmel zupfte.

„Ja?"

„Professor McGonagall schickt mich. Du sollst mit ihm zu ihr kommen.", das Mädchen deutete auf Sirius. Dieser flirtete gerade mit Alex als Lily ihm sagte, McGonagall wollte sie beide in ihrem Büro sehen.

Schweren Herzens löste sich Padfoot von seiner Freundin.

„Hast du was angestellt?", fragte Lily auf dem Weg zu dem Büro der Professorin.

„Nein, nicht das ich wüsste.", grübelte er. „Vielleicht hat sie was von meinen früheren Vergehen erfahren."

Sie klopften an und es ertönte in bekannter Stimme „Herein!"

Zwei Personen saßen mit dem Rücken gewandt zu ihnen. Als sie sich herum drehten war es Ophelia und Thaddäus!

„Mrs Potter, Mr. Potter!", rief Lily erstaunt und sah von ihr zu ihm.

„Ophelia, Thaddäus!", Sirius war ebenfalls perplex.

James' Eltern lächelten, obwohl Ophelia aussah, als hätte sie eine schwere Zeit hinter sich.

„Wir dachten, wir holen euch ab.", sagte Mr. Potter.

„Wir dürfen ihn sehen?", Lilys Augen leuchteten vor Freude.

„Ja, für heute Nachmittag haben sie die Erlaubnis Hogwarts zu verlassen.", unterbrach Professor McGonagall. „Mr. und Mrs Potter werden sie später wieder zurück bringen."

„Ihr solltet eure Umhänge holen.", bemerkte Ophelia sanft. Das ließen sich Sirius und Lily nicht zweimal sagen und rannten wie von der Tarantel gestochen zurück um ihre Umhänge zu holen.

Die drei Erwachsenen schauten ihnen verwirrt nach.

„Ich glaube, Miss Evans ist sehr viel an ihrem Sohn gelegen.", stellte Professor McGonagall fest. „Ja.", schmunzelte Thaddäus. „Umgedreht ist es genauso."

Kurze Zeit später erschienen Lily und Sirius, außer Puste, wieder im Büro der Hauslehrerin.

„Wie kommen wir nach London?", erkundigte sich Sirius.

„Flohpulver.", erklärte Mrs Potter. „Professor McGonagall war so freundlich uns Ihren Kamin zur Verfügung zustellen."

/o/

Lily und Sirius purzelten nach James Eltern aus dem Kamin.

Die Empfangshalle hatte sich seit dem letzten Mal sehr verändert. Keinerlei Dekoration war zu sehen. Nur die üblichen Patienten, wie Padfoot ihr erklärte.

„Warst du schön öfters hier?", erkundigte sich Lily bei Sirius.

„Oh, klar. Als ich noch ein kleiner Junge war habe ich alles Mögliche angestellt und da sind wir öfter her gekommen.", er grinste.

„Als du noch ein kleiner Junge warst?", fragte Lily sarkastisch.

Er grinste sie weiter an. „Ja."

Ophelia war zu der Empfangshexe getreten und begrüßte sie herzlich.

„Hallo Milli! Wie geht es heute?"

„Oh, danke, gut. Und dir Ophelia?"

„Mir auch. Aber sag, wo ist James hin verlegt worden."

Die Brünette schaute in ihren Unterlagen nach.

„Zweiter Stock. Zimmer 4."

„Ich danke dir!", verabschiedete sich Mrs Potter und kam zu den anderen herüber.

„Kommt, mir nach!"

Lily hatte ein Kribbeln im Bauch. Sie war noch nie so lange von James getrennt gewesen und sie freute sich schrecklich ihn wieder zusehen.

Das Zimmer war mit zwei Personen belegt, jedoch lag nur James in seinem Bett. Das andere war verlassen. Nur zerknüllte Laken zeugten von seinem Bewohner.

„James!", sagte Mrs Potter freudestrahlend.

„Hi Mom! Hallo Dad!"

"Wir haben dir was mitgebracht.", sagte sein Vater freundlich.

Prongs sah sie erwartungsvoll an. „Schokofrösche?"

Thaddäus lachte. „Viel besser!", und er winkte Sirius und Lily herein.

James' Augen begannen zu leuchten, als er seine Freundin und seinen besten Freund sah.

„Hey!", grüßte Padfoot überschwänglich. „Du machst Sachen! Man kann dich nicht ein Mal alleine lassen!", er lachte.

Lily beugte sich zu James hinab und küsste ihn sanft.

Man sah wie glücklich beide waren sich endlich wieder zusehen.

„Sirius, komm mit uns in die Cafeteria!", sagte Thaddäus schmunzelnd. „Die haben wunderbaren Tee hier."

„Hä?", stutzte Padfoot erst. „Oh, ja! Und die haben tolle Kuchen!", fügte er rasch hinzu.

„Sollen wir euch etwas mitbringen?", fragte Mrs Potter an James und Lily gewandt.

„Ein Tee wäre nicht schlecht, danke.", sagte Lily, James hingegen schüttelte den Kopf.

„Bis gleich!", verabschiedeten sich die Drei.

Kaum war die Tür geschlossen, lag Lily in James' Armen.

Sie küssten sich stürmisch. Dieses vertraute Gefühl voll Wärme kehrte zurück und alle Last der letzten Wochen fiel von ihnen ab.

„Du hast mir so gefehlt!", hauchte James in ihr Ohr.

„Du mir auch!", und sie schmiegte sich an ihn.

Behutsam streichelte er ihr Haar. James genoss ihre Nähe, den Duft ihrer Haare und die süße ihrer Lippen.

„Lass mich nie wieder alleine!", sagte sie nach einer Weile des Schweigens.

„Wenn du mich nie wieder alleine lässt!", antwortete er grinsend und nahm die Kette von seinem Hals, die sie ihm umgelegt hatte.

„Ich habe geträumt, dass du bei mir warst und mir deine Kette umgelegt hast. Als ich das erste Mal aufgewacht bin und sie wirklich da war, wusste ich, dass alles wieder gut wird. Denn du hast mich nicht wirklich alleine gelassen, du warst immer bei mir.", gestand er Lily.

„Ich war so voller Sorge! Als ich dich im Krankenflügel gesehen habe, dachte ich du wärst tot. Du warst so blass und kalt. Ich hatte Angst um dich.", ihre Augen wurden glasig.

„Es ist alles noch mal gut gegangen. Die Heiler haben mir gesagt, dass die Dosis zu gering war um mich zu töten. Einen weniger kräftigen Menschen hätte sie getötet.", versuchte James sie zu beruhigen.

„Wie Ellen zum Beispiel?", fragte Lily perplex.

Prongs überlegte eine Weile.

„Ja, das wäre möglich. Warum?"

Und Lily erzählte ihm alles was sie sich überlegt hatten.

„Ellen denkt das Gift war für sie? Wir haben einen Todesser in Hogwarts?"

„Ja, das Gift wurde vertauscht und es hat dich erwischt.", sie streichelte liebevoll über seine Wange.

„Mh, das ist interessant."

„Ich weiß, aber wir können nichts beweißen. Das sind alles nur Vermutungen."

Ihr Gespräch wurde unterbrochen, als Ophelia, Thaddäus und Sirius zurückkamen.

„Nimm mir den Tee ab, der ist total heiß!", drängte Sirius und übergab Lily das dampfende Getränk.

Sie blieben für fast drei Stunden bei James, der es sichtlich genoss so viel Besuch zuhaben.

„Heiler Hollis hat mir gesagt, dass du in 3 Tagen entlassen wirst!", verkündete Mrs Potter froh.

„Ja, da kannst du endlich wieder in die Schule kommen und mich unterstützen.", sagte Sirius ernst.

„Bei was soll er dich unterstützen?", erkundigte sich Mr. Potter misstrauisch.

„Bei meinem täglich Kampf ums Überleben.", grinste Padfoot.

Der Abschied fiel Lily schwer.

„Ich liebe dich.", flüsterte sie ihm ins Ohr.

„Ich liebe dich auch!", und sie küssten sich.

Als sie in Hogwarts zurück waren verabschiedeten sich Lily und Sirius von Mr. und Mrs Potter.

„Auf Wiedersehen, Mrs Potter.", wünschte Lily.

„Sag doch endlich Ophelia!", forderte James' Mutter sie auf und drückte Padfoot.

„Ja, und zu mir Thaddäus!", stimmte James' Vater mit ein.

„Danke!", strahlte Lily und umarmte beide.

„Wir sehen uns!", grüßten sie zum Abschied und verschwanden im Kamin.

„Jetzt gehörst du vollständig zu Familie.", bemerkte Sirius und sie gingen zum Gryffindor Gemeinschaftsraum.