Hallo meine Lieben!

Es tut mir wirklich Leid, dass Ihr so lange warten musstet. Aber ich habe viel zutun. :-) Aber ich gelobe Besserung. Vielleicht werde ich bei meinen anderen Stories auch bald wieder updaten. Ich hoffe es jedenfalls.

Also dann, viel Spaß mit diesem Kapitel. Nur zur Info, es sind noch 4 Kapitel übrig.

Liebe Grüße & Bussi

Tanja



Kapitel 36- Zweifel

Die Siegesfeier hielt solange an, bis Professor McGonagall auftauchte und allem ein Ende setzte.

Nur langsam löste sich die Veranstaltung auf.

„Ein Vögelchen hat mir heute gezwitschert, dass du eifersüchtig warst.", frohlockte James.

„Ich? Nein.", stritt Lily ab. „Ich war lediglich darüber erzürnt als dir dieses, ähm,"

„Biest!", warf Sirius im vorbeigehen ein.

Lily schickte ihm einen bösen Blick nach.

„Als dir dieses Mädchen ihre Haare ins Gesicht warf.", beendete sie.

„Aha.", sagte er ironisch. „Aber das war ja noch gar nichts. Das ganze Spiel über hat sie versucht sich mit mir zu unterhalten."

„Worauf ich natürlich nicht reagiert habe.", legte er gleich nach, als seine Freundin ihn anfunkelte.

„Lily, kommst du endlich?" rief Lorrain die Treppen hinunter.

„Gute Nacht, James."

„Ja, dir auch.", und sie küssten sich ein letztes Mal.

James öffnete die Türe zu seinem Schlafsaal.

„Und? Was hat sie gesagt?", erkundigte sich Sirius.

„Oh, natürlich hat sie alles abgestritten.", feixte er.

„Hast du dir eigentlich schon etwas für ihren Geburtstag überlegt?", fragte Remus gespannt.

„Beim Merlin. Sie hat diesen Monat Geburtstag.", stellte James geschockt fest.

„Wann hat sie denn?", wollte Peter wissen.

„Am 21. Mai.", James Stirn war in Falten. „Das hätte ich fast vergessen."

„Nur gut das ich dich erinnert habe.", grinste Moony.

„Woher weißt du das eigentlich?", fragte Sirius.

„Lorrain hat es erwähnt. Ellen, Alex und Lorrain wollen vielleicht eine kleine Überraschungsparty für Lily machen."

„Ich möchte nicht wissen wie die endet.", grübelte Prongs und dachte an die Flasche Kribbelsekt.

Er saß auf seinem Bett und überlegte. Sirius setzte sich neben ihn.

„James.", sagte Padfoot ernst.

„Ja?"

„Du liebst sie sehr, richtig?"

„Ja.", antwortete sein Freund wahrheitsgetreu.

„Vielleicht solltest du ihr das zeigen."

„Das zeige ich ihr, jeden Tag."

Sirius grinste. „Vielleicht gibt es einen Weg, ihr das anderweitig zuzeigen. Frag sie, ob sie später mit dir zusammen zieht."

James sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an.

„Wie stellst du dir das vor? ‚Hallo Liebling, willst du nach der Schule mit mir zusammen ziehen?'"

Sirius grübelte. „Mh, du hast recht. Das hört sich echt blöd an. Vergiss es."

Aber James vergaß es in dieser Nacht nicht.

In zwei Wochen war der nächste Termin für ein Hogsmeade Wochenende und James wusste genau was er an diesem freien Tag machen wollte.

Er plante alles genau. Lily würde bestimmt misstrauisch werden, aber hinterher konnte er alles erklären und sie würde ihm sicher nicht böse sein.

„Sirius, ich habe eine Idee, wegen Lilys Geburtstag.", verkündete James am nächsten Tag.

„Glückwunsch!"

„Danke, aber das wird nicht ohne Schwierigkeiten abgehen."

„Weniger gut."

„Ich weiß, aber das ist es mir wert."

„Wenn du meinst."

„Ja, ich meine und du musst mit mir kommen und keiner darf es erfahren."

„Was hast du vor?"

„Ich muss nach London."

Sirius schaute Prongs erstaunt an.

„Wie willst du nach London kommen und wann?"

„Bald ist das nächste Hogsmeade Wochenende und in den Drei Besen ist ein öffentlicher Floh-Netzwerk- Anschluss.", erklärte James.

„Aber Alex will mit mir nach Hogsmeade!", grübelte Padfoot. „Das sagt sie schon seit Wochen."

„Denk dir was aus.", animierte ihn sein bester Freund.

„Ich kann Alex nicht anlügen!"

James war überrascht.

„Du sollst sie nicht anlügen. Nur die Wahrheit ausschmücken, so dass sie uns nützt."

Sirius zog eine Augenbraue hoch.

„Und was soll ich sagen?"

„Du musst Familienangelegenheiten regeln.", schlug Prongs vor.

„Es ist allgemein bekannt, dass ich mit meiner Familie gebrochen habe!", Padfoots Worte trieften vor Sarkasmus.

„Dann musst du eben zu einem Vorstellungsgespräch!", offerierte James erneut.

„Das könnte gehen. Und was ist mit dir?"

„Ich sage, ich muss was erledigen."

„Lily wird das gar nicht gefallen.", bemerkte Sirius. „Du weißt, auf was du dich da einlässt?"

„Ja, sie wird mir nicht böse sein."

„Wenn du es sagst."

Die Wochen vergingen wie im Flug. Die Schüler erwarteten sehnsüchtig das freie Wochenende. Pläne wurden geschmiedet. Da wollten welche zu Zonko's, andere in den Honigtopf, denn im Sommer bot der Laden auch eine gigantische Palette an Eiscreme. Von den normalen Sorten Apfel, Vanille oder Erdbeere bis hin zu Chili-Schoko oder Käsecrem-Trüffel- Lauch-Eis. Ohrenschmalz und Popelgeschmack waren aus dem Sortiment genommen worden. Da war der Anklang nicht sehr hoch gewesen.

Lily verschwendete eigentlich keinen Gedanken daran, dass James nicht mit ihr nach Hogsmeade kommen würde und so war sie sehr überrascht, als er ihr an dem besagten Samstag morgen erklärte, er hätte etwas zu erledigen und könnte nicht mit ihr kommen. Überhaupt war er in letzter Zeit etwas zurückhaltend gewesen. Zwar überschüttete er sie noch immer mit Küssen und Umarmungen, doch etwas war anders. Als versuchte James etwas vor ihr zu verbergen.

Erstaunt blickte sie ihn an.

„Warum?", fragte sie enttäuscht.

„Sag ich dir später.", sagte James bestimmend, gab ihr einen lieblosen Kuss und verschwand.

Geknickt stand sie unter dem Portal der Eingangshalle.

Was ist nur los mit ihm? Er benimmt sich schon seit zwei Wochen so., dachte sie.

Lily überlegte kurz. Vielleicht war noch jemand im Gemeinschaftsraum., und entschlossen stieg sie die Stufen hinauf.

Gähnende leere wartete dort auf sie. Seufzend ging sie in ihren Schlafsaal. Dort angekommen stand Alex vor einem Spiegel. Ihr Gesicht zeigte den Hauch von Wut.

„Warum bist du noch hier?", platzte ihre Freundin heraus. „Ich dachte, du wolltest mit Sirius nach Hogsmeade."

„Das dachte ich auch.", schnaubte Alex, sichtlich um Beherrschung ringend.

„Was ist passiert?", erkundigte sich Lily.

„Er sagte mir heute Morgen, er hätte eine dringende Eule bekommen und müsste weg. Familienangelegenheiten.", sagte sie sarkastisch. „Wer es glaubt."

„Dann sind wir schon zu zweit.", gesellte sich Lils zu ihr. „James hat etwas Ähnliches zu mir gesagt."

Die beiden sahen sich an.

„Da stimmt was nicht.", legte Alex fest.

„Ja, aber das finden wir raus. Die können keine Geheimnisse vor uns haben!"

„Genau!", und sie eilten aus dem Raum, die Stufen hinunter, hinaus ins freie.

Von fern sahen sie Schüler durch die Tore von Hogwarts gehen.

Die Sonne brannte und sie entledigten sich ihrer Umhänge.

„Was können sie nur vorhaben?", fauchte Alex aufbrausend. Lily sah sie entgeistert an. Wann war eine Alexandra Shea einmal wütend? Das konnte man über die Jahre an einer Hand abzählen.

„Ich habe keine Ahnung.", antwortete Lily wahrheitsgetreu und sie passierten die geflügelten Eber.

Sie fand, dass sie unheimlich aussahen und wunderte sich warum sie dort überhaupt standen.

Die Straßen von Hogsmeade waren überfüllt mit lachenden Schülern, die aus den Geschäften strömten, wie ein Bienenschwarm auf Wanderschaft und andere Läden wie ein Heuschreckenschwarm befielen. Zuweilen konnten sie Schüler mit gefährlich aufgetürmten Eisbechern erblicken, die damit drohten zur Seite zu fallen, wie der schiefe Turm von Pisa.

Sie hofften auf Lorrain und Ellen zutreffen, doch beide waren nirgends zusehen und so entschlossen sie sich in die Drei Besen zu gehen und ein kühles Butterbier zu trinken.

Lily brachte zwei große Gläser mit dem eisgekühlten Getränk an ihren Tisch.

„Ich schöre, ich bezahle Filch dafür Sirius zu foltern!", schlug Alex mit der Hand auf den Tisch und etwas Schaum schwappte auf den Tisch. „Wenn ich raus bekomme, dass er sich mit jemandem trifft, wird er sich wünschen nie geboren worden zu sein!"

„Alex, Sirius würde dich nie hintergehen.", versicherte Lily ihr.

„Das weiß ich eigentlich, aber er hat mich noch nie angelogen und es macht mich wahnsinnig nicht zu wissen warum er mich anlügt. Macht das eigentlich Sinn?"

„Nein, Alex!", sagte Lily. „Aber was soll ich da sagen. James benimmt sich seit dem letzten Quidditch Spiel so komisch. Er ist zwar lieb und nett, aber ich habe immer das Gefühl er will mir etwas sagen, traut sich aber nicht."

Rose schlenderte an ihren Tisch.

„Wo habt ihr denn eure Freunde an einem so schönen Tag hin geschickt?", fragte sie schelmisch.

„Oh, sie sagten uns sie wollten etwas in Hogsmeade für uns besorgen.", schaltete Alex schnell.

„Wirklich?", fragte ihr Gegenüber erstaunt. „Dann müssen sie aber nicht das richtige gefunden haben, denn sie sind vorhin weg geflooht."

„Echt?", wollte nun Lily erstaunt wissen. „War noch jemand bei ihnen?"

„Ob jemand bei ihnen war weiß ich nicht genau, aber als sie den Kamin benutzen wollten, kam diese Slytherin auf James zu und hat ihn angesprochen. Kurz nach Sirius und James ist sie dann auch weg geflooht.", erzählte Rose unschuldig.

„Aha, danke Rose.", ertönte Lilys Stimme unglaublich süß.

Was soll das, dachte Lily.

„Keine Ursache.", antwortete diese und ging zurück zu Fiona und William.

Was hat das zu bedeuten?

Lily und Alex sahen sich vielsagend an.

„Der kann was erleben!", grummelte sie.

Aber an diesem Tag sollten sie nicht mehr die Gelegenheit dazu bekommen. Denn beim Abendessen war noch immer keine Spur von den beiden Lügnern.

„Das ist sehr gemein von ihnen. So etwas Hinterhältiges.", schnaufte Lorrain zwischen einem Schluck Kürbissaft und einem bissen Hühnchen.

Remus und Peter saßen unbeteiligt neben den vier Mädchen.

„Ihr wisst es, oder?", fuhr Ellen die beiden an.

„Nein!", stritt Moony wahrheitsgetreu ab. „Wir haben keine Ahnung. Heute früh sind sie wie von einem Billywig gestochen aus dem Schlafsaal gestürmt."

„Warum macht er so was nur?", seufzte Lily. Schon den ganzen Tag hatte sie sich Gedanken gemacht, warum James sie in letzter Zeit mied und dann war es wie ein Schlag in ihre Gedanken gekommen. Dieses Mädchen von Slytherin.

Schon während des Spieles hatten die beiden unter ihrer Nase angefangen zu flirten. Anders konnte es nicht sein.

Sie hatte James am Kamin angesprochen und war dann nach ihm weg geflooht. Wahrscheinlich an einen geheimen Ort, wo er sich mit ihr traf und Sirius sollte ihm Deckung geben. Alles verheimlichen.

Ihr war ganz elend zumute.

„Ich geh ins Bett.", sagte Lily plötzlich und stand auf.

„Es ist halb sieben, Lils. Und es ist Samstag!", wies sie Ellen drauf hin.

„Ich weiß, aber ich will ins Bett.", und sie schlurfte davon.

„Wie kann er so was nur mit ihr machen!", zischte Alex. „Und morgen hat sie auch noch Geburtstag. Ein tolles Geschenk macht er ihr!"

Peter und Remus fühlten sich in dieser männerfeindlichen Runde sehr fehl am Platz und machten, dass sie aus der Großen Halle kamen.

„Meinst du, er will sie loswerden?", fragte Wormtail auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum.

Moony zuckte mit den Schultern.

„Ich weiß es nicht. Aber ich hoffe für James, dass er einen guten Grund für sein Verhalten hat. Sonst wird er sich vor mir dafür verantworten müssen."

Lily war wirklich in ihren Schlafsaal gegangen, stellten Remus und Peter erstaunt fest, als sie durch das Portraitloch gekrabbelt waren. Nirgends konnten sie eine feuerrote Mähne sehen.

/o/

Lily lag auf ihrem Bett. Die Vorhänge waren zugezogen.

Er findet nichts mehr an mir., dachte sie und eine Träne stahl sich aus ihrem Augenwinkel. Konnte es wirklich vorbei sein? Anders konnte sie sich sein Verhalten nicht erklären. Morgen würde sie ihn zur Rede stellen. So konnte sie das nicht lassen.

Weitere kleine salzige Tropfen suchten sich einen Weg über ihre Wange und geleiteten sie in einen unruhigen Schlaf.

Alles war verloren. Lily stand ganz alleine. Alles um sie herum war dunkel. Höhnisches Gelächter prasselte auf sie nieder. ‚Er hat dich nur benutzt' erklang eine gehässige Stimme. Sie konnte nicht sehen wer da sprach. Die Dunkelheit gab niemanden preis. Ihr war kalt. Alles war plötzlich mit einer Raureifschicht überzogen. Sie zitterte. Niemand tröstete sie. Niemand wollte sie vor dem Schmerz bewahren.

Lily schreckte hoch. Sie zitterte am ganzen Körper. Es war nur ein Traum.

Jemand hatte das Fenster geöffnet und kühle Nachtluft strömte herein. Es war Ende Mai und die lauen Sommernächte ließen noch auf sich warten. Schweigend kletterte Lily unter ihre Bettdecke und zog sie bis zur Nasenspitze. Morgen würde sie sich Gewissheit verschaffen.

/o/

James und Sirius kamen spät abends in den Drei Besen an.

„Noch so spät auf den Beinen?", fragte die Wirtin freundlich.

Sirius lächelte charmant.

„Ein gutes Geschenk für die Freundin zu finden nimmt viel Zeit in Anspruch."

„Dafür sollte man sich alle Zeit der Welt nehmen.", lachte Madame Rosmerta.

Wie Recht sie doch hat., grummelte Sirius. James hatte ihn in zig Geschäfte gezerrt, bis sie dann doch wieder in den aller ersten Laden gestürmt waren um dort das Geschenk zu kaufen.

„Du schuldest mir was.", brachte Padfoot unter größter Mühe hervor, als sie sich den Weg hoch zum Schloss schleppten. „Ich weiß.", grinste sein Freund.

Im Schloss holte James die Karte heraus. Filch war in seinem Büro und Mrs. Norris im Kerker. Schnell erklommen sie die Stufen zum Gryffindor Turm.

/o/

Lily hatte schon viele Glückwünsche erhalten, aber glücklich war sie bei weitem nicht. Wie betäubt setzte sie sich zu ihren Freundinnen an den Haustisch. Alex, Ellen und Lorrain stürmten auf sie ein und überschütteten sie mit Wünschen. Lily wusste, dass ihre Freunde alles ernst meinten, aber richtig wahr nahm sie, sie nicht.

Alles rauschte an ihr vorbei.

„Danke.", konnte sie nur murmeln und zwang sich zu einem halbherzigen Lächeln.

„Lily, kann ich mit dir reden.", ertönte es plötzlich hinter ihr.

James trafen giftige Blicke von Alex, Lorrain und Ellen.

„Ja, klar.", antwortete sie monoton.

„Würdest du bitte mit mir raus kommen?"

„Ja, klar.", und sie erhob sich.

James bemerkte, dass mit Lily etwas nicht stimmte, aber er ignorierte dieses Gefühl und ging mit ihr aus der Großen Halle.

Sirius setzte sich auf den Platz, den Lily gerade noch eingenommen hatte. Zornige Blicke trafen ihn.

„Was ist denn?", wollte er überrascht wissen.

„Jetzt tu nicht so, als wüsstest du nichts."

„Was denn?"

„James will Lily abservieren, stimmt's!", fauchte Alex. „Und du hast ihm gestern geholfen, sich mit seiner Neuen zu treffen."

Padfoot fiel alles aus dem Gesicht.

„HA!", triumphierte seine Freundin. „Ihr wurdet gestern gesehen, wie ihr weg geflooht seid und kurz danach ist diese Sucherin von Slytherin euch gefolgt."

„Seid ihr paranoid?", brachte Padfoot gerade so heraus. „James hat ihr wieder eine Abfuhr gegeben. Wir haben uns nicht mit ihr getroffen."

Die drei Damen beäugten ihn kritisch.

„Ich schwöre es!", setzte er nach. „Ich trinke auch Veritaserum, wenn es sein muss."

„Wo seid ihr dann hin?", harkte Lorrain nach.

„Wir haben ein Geschenk besorgt."

„Für Lily?"

„Wen sonst?"

„Warum habt ihr das nicht gesagt?"

„Von Überraschungen spricht man gewöhnlich nicht."

„War euch klar, dass sie sich Gedanken macht, wenn ihr so Geheimniskrämer seid?"

„Nein!"

„Sie denkt, James will sie verlassen!", platze Alex heraus.

„Oh Merlin.", entfuhr es Sirius.

Lily ging mechanisch neben James. Er führte sie auf die Schlossgründe. Es war warm, aber dunkle Wolken waren aufgezogen. Es sah nach einem Frühlingsgewitter aus.

Am See setzten sie sich ins Grass. Eine ängstliche Erwartung erfüllte Lily. Die Furcht vor dem, was gleich kommen würde. Man wollte immer alleine sein, wenn man mit jemandem Schluss machte. Der Ton in James Stimme hatte irgendwie aufgeregt geklungen. War man aufgeregt, wenn man mit jemandem Schluss machte? Wenn man dem anderen, der einen noch immer liebte gleich das Herz brach.

Lily kämpfte mit ihren Tränen, doch sie hatte sich noch gut unter Kontrolle.

James räusperte sich.

„Ich weiß nicht so richtig, wie ich beginnen soll, Lily.", seine Stimme schien zu zittern.

Gleich, gleich würde er sagen, dass es vorbei war. Gleich würde er sagen, dass er eine andere liebte.

„Du hast bestimmt bemerkt, dass ich in letzter Zeit etwas anders war.", er hielt inne.

Jetzt war es so weit. Lily blickte ihn an.

„Es hatte einen Grund. Ich wollte dir die ganze Zeit schon etwas sehr wichtig sagen."

Nun würde es kommen.

„Aber ich wollte noch etwas warten. Die Zeit war einfach nicht richtig."

Es wurde unerträglich.

„Jetzt sag doch endlich, dass du Schluss machen willst.", rief sie halb erstickt.

Völlig aus dem Konzept gebracht schaute er sie an.

Eine Träne lief ihre Wange hinunter.

„Wie bitte?", fragte er und blinzelte sie verstört an.

„Nein, ist schon gut.", sagte sie schluchzend. „Ich habe es irgendwie schon seit gestern gewusst."

„Lily, ich will doch gar nicht Schluss machen!", unterbrach er sie aufgebracht.

Perplex blickte sie ihn an.

„Willst du nicht?"

„Nein!"

„Aber warum hast du dich in letzter Zeit so komisch benommen?"

„Das wollte ich dir eben erklären!"

Er wischte ihr eine Träne aus dem Gesicht und nahm ihre Hand.

„Lily, ich wollte nicht, dass du denkst, ich würde dich verlassen.", und er sah ihr tief in die Augen.

Sie schluchzte kurz.

„Ich war gestern nicht mit dir in Hogsmeade, weil ich ein Geschenk für dich besorgt habe."

„Für mich?"

„Natürlich für dich, du hast schließlich heute Geburtstag. Heute ist doch der 21 Mai? Oder?"

„Ja.", bestätigte sie.

„Na also. Ich wollte, dass es eine Überraschung wird.", sanft drückte er ihre Hand.

Lily schloss ihre Augen und atmete tief durch. Ich bin so paranoid, dachte sie und hätte sich am liebsten selber geohrfeigt.

James drückte ihr etwas in die Hand. Sie öffnete ihre Augen wieder und sah ihn an.

„Lily, möchtest du mich heiraten?", fragte er sanft, noch immer ihre Hand haltend, in der sich jetzt eine kleine Schatulle befand.

Es dauerte ein paar Sekunden, bis Lily die Worte verarbeitete hatte, die James gerade gesagt hatte.

„Alles Gute zum Geburtstag, Liebling.", setzte er noch nach.

Alle ihre Ängste und Befürchtungen waren mit einem Mal verschwunden.

Lily schaute ihn an. „Ja.", brachte sie gerade so hervor.

„Du willst mich heiraten?", fragte James noch einmal mit freudig erregter Stimme, so als hätte er ihre Antwort nicht richtig verstanden.

„Ja.", sagte sie erneut und diesmal lauter.

Prongs drückte Lily an sich. „Ich wollte dich schon die ganze Zeit fragen, aber ich wollte bis zu deinem Geburtstag warten."

Lily küsste ihn stürmisch und sie landeten im Gras. Kurz darauf streifte James den silbernen Reif über ihren linken Ringfinger.