„Warum ‚Oh Merlin'?", wollte Alex wissen.
„Lily wird ihr blaues Wunder erleben.", lachte Sirius.
„Was gibt es da zu lachen? Was ist das für ein Geschenk?", bohrte Ellen.
„Das kann ich nicht sagen.", wehrte sich Padfoot.
„Oh doch, das kannst du.", bedrängte ihn Alex.
„Nein, das kann ich nicht.", sagte er endgültig. „Das ist allein die Sache von Lily und James."
Die Mädchen funkelten ihn weiterhin böse an.
„Ich sage es euch nicht. Das ist mein letztes Wort."
Lily besah sich ihren Ring. Er war aus Silber und in der Mitte war ein Feuerroter Stein eingelassen. Er glühte ihr entgegen. Hätte man ihn berührt, wäre man verwundert gewesen, das man sich nicht verbrannt hätte.
„Er ist wunderschön.", sie lächelte.
„Ich wusste erst nicht was dir gefallen würde.", gestand ihr James. „Ich habe Sirius in jeden Juwelierladen gezerrt. Das er mich hinterher nicht umgebracht hat war alles. Ich wollte einen Ring der dich verkörpert.", er grinste.
„Und ich dachte du hintergehst mich mit der Sucherin von Slytherin.", Lily schüttelte resignierend ihren Kopf.
„Du benimmst dich wie ein kleines Mädchen.", tadelte er sie gespielt.
„Ich weiß," gab sie zu. „Diesmal war ich der Idiot."
„Nein, du bist kein Idiot.", rief James. „Du bist jetzt endgültig meine Lily Evans."
„Potter.", sagte sie.
„Oh, stimmt. Meine Lily Potter."
„Das hört sich so komisch an.", bemerkte Lily.
„Noch bist du Lily Evans, aber in ein paar Monaten musst du dich an diesen Namen gewöhnen."
„Vor ein paar Jahren hätte ich denjenigen auf den Mond gehext, der zu mir Lily Potter gesagt hätte."
„Da wusstest du auch noch nicht was gut für dich ist."
Sie knuffte ihn in die Schulter.
Plötzlich fing sie an mit Lachen.
„Erinnerst du dich noch daran, als ich dir in der Fünften mal eine Ohrfeige gehauen habe, weil du versucht hast mich zu küssen?"
„Wie könnte ich den Tag vergessen. Der kommt gleich hinter dem mit den Hörnern."
„Oh nein! Denk ja nicht, dass du mir so davon kommst!", fauchte sie.
„Was willst du?", fragte er kühl.
„Ich habe es genau gesehen!"
„Was sollst du denn gesehen haben."
„Ich habe genau gesehen wie du deinen Zauberstab auf ihn gerichtet hast!"
„Du hast gar nichts gesehen."
„Ich habe sehr gute Augen! Ich trage hier nicht die Brille von uns beiden!", konterte sie.
Lily lief neben James her. Ihre Umhänge bauschten sich auf, da sie so schnell die Gänge entlang eilten.
„Das war Sirius, nicht ich."
„Potter, du standest dort alleine. Keiner deiner Schoßhündchen war dabei."
„Es gibt vielleicht jemanden der mir ähnlich sieht."
„Du bist ein Gryffindor und das gehört sich einfach nicht für einen Gryffindor!", ihre Stimme hatte eine aufmerksamkeitshaschende Lautstärke erreicht.
Einige Schüler blickten zu ihnen.
„Du kannst mich nicht auf dem Gang für etwas verantwortlichen machen.", platzte er heraus. Was würden die Schüler von ihm denken. „Los, rein da." Und er zerrte sie zur nächsten Tür.
Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss.
„Du kannst mich nicht vor anderen Schülern so anmotzen. Ich bin ziemlich bekannt, was sollen die von mir denken?"
„Genau das richtige!"
„Also nur Gutes."
Lily schnaubte verächtlich.
„Gnade dem, der Gutes von dir denkt."
„Das kann man für dich auch nur hoffen."
„Lenk nicht ab. Ich habe gesehen wie du deinen Zauberstab auf ihn gerichtet hast. Solche Fledermausohren kannst nur du."
„Danke!"
„Das war kein Lob!"
„Klang aber so."
„War es aber nicht."
„Na und wenn ich ihn verhext habe? Was willst du machen?"
„Dich melden."
„Das würdest du nicht wagen."
„Klar, das würde nur jedermanns Meinung bestätigen."
„Welche Meinungen?"
Sie zog eine Augenbraue nach oben.
„Mr. Potter fragt plötzlich nach der Meinung anderer!"
„Sag nicht Mr. Potter, Miss Evans."
"Seit wann schert es dich, wie ich dich anrede?"
„Ich bin zwar älter und ein besserer Zauberer, aber für dich darf es auch James sein."
„Eher würde ich Snape küssen und ein besserer Zauberer bist du nicht. Eher ein Aufschneider."
„Was für eine abfällige Bemerkung über einen geliebten Mitschüler."
„Du oder Snape?"
„Mich natürlich."
„Als ob du ein geliebter Mitschüler wärst."
„Das kann man von dir auch nicht gerade behaupten."
„Ich bin eine geliebte Mitschülerin."
„Von wem denn? Filch und Mrs. Norris."
"Die sind keine Schüler, du solltest dir unbedingt was bei Madame Pomfrey für dein Gedächtnis holen. Oder dir mal die Ohren sauber machen."
„Ich wollte nur sehen wie du reagierst."
„Aber klar doch. Potter, gib endlich mal was zu."
„Ich kann nicht zugeben, was ich nicht getan habe."
„Lügner."
„Ich lüge nicht."
„Doch."
„Nein."
„Jetzt gerade wieder."
„Ach, sei still."
„Ha, gewonnen!", rief Lily aus und riss die Arme in die Luft.
James sah sie mit hoch gezogener Augenbraue an.
„Was war denn das?", fragte er sarkastisch, aber auch wieder amüsiert.
„Nichts.", schnell ließ sie die Arme wieder sinken. Eine leichte Röte stieg in ihre Wangen.
„War das ein Wettstreit für dich? Wer sagt am Ende dem anderen das er still sein soll?", James war empört.
„Ja und wieder nein."
„Was soll das jetzt wieder bedeuten?"
„Es ist eine Genugtuung für mich, dich zum Schweigen zu bringen!", wobei sie das Wort Genugtuung sehr langsam und deutlich aussprach.
„Ich bin kein Legastheniker. Du kannst n-o-r-m-a-l mit mir reden."
„W-i-r-k-l-i-c-h-? D-a-s h-ä-t-t-e i-c-h d-i-r n-i-e z-u-g-e-t-r-a-u-t!"
"Argh! Lass das!", fauchte er sie an.
„Ha! Schon wieder gewonnen!", und diesmal wackelte Lily mit den Hüften und drehte sich im Kreis.
„Was wird das? Ein Kriegstanz?"
„Wenn du so weiter machst, dann schon."
„Eher wende ich einen Schockzauber bei dir an."
„Das würdest du dir nicht wagen!"
„Klar."
„Und wie willst du das begründen?"
„Ich sage einfach du hast mich angefallen."
„Potter, jeder in ganz Hogwarts und Hogsmeade weiß, dass ich dich nie anfassen würde."
„Vielleicht verstellst du dich nur. Eigentlich möchtest du ständig in meiner Nähe sein."
„Falsch gedacht. Ich würde lieber in eine andere Schule gehen, damit ich dich nicht sehen müsste."
„Da hast du aber leider Pech gehabt."
„Es kann nicht alles im Leben glatt gehen und so einen Wichtigtuer wie dich gibt es überall."
„Ich bin kein Wichtigtuer."
„Und was war das dann letzte Woche?"
„Was soll da gewesen sein?"
„Du willst es wissen?"
„Ja!"
„Na gut. Ich zitiere dich: 'Quidditch ist doch der einzig wahre Sport. Wenn ich kein Jäger wäre, was wäre der Zaubererwelt nur verloren gegangen. 200 Punkte in einem Spiel, dass muss erst mal ein anderer Jäger schaffen.' Zitat Ende."
„So habe ich das nie gesagt."
„So vielleicht nicht. Aber es waren diese Worte, da bin ich mir sicher."
„Du bist auch nicht viel besser."
„Ach, und was soll ich mal gesagt haben, was so wichtigtuerisch war?"
„Du willst es wissen?", fragte er jetzt mit derselben herausfordernden Stimme.
„Ja."
„Na gut, dann hör mal zu. ‚Ich verstehe nicht warum die anderen Schüler den Schwebezauber nicht beherrschen. Der ist doch so was von einfach. Die Handbewegungen der anderen sind einfach ganz falsch!' Zitat auch Ende.'
„Potter.", Lily seufzte. "Das war in der ersten Klasse in Zauberkunst."
„Aber du hast es mal gesagt."
„Damals habe ich viel gesagt. Da war ich auch noch nicht so klug mich von dir weg zusetzen."
„Aber du hast es mal gesagt!", bestand er darauf.
„Na gut, wenn es dich glücklich macht mir etwas unter die Nase zu reiben, was schon vier Jahre her ist. Dann bitte! Wenn dir nichts Besseres einfällt."
„Mir fällt auch noch was Besseres ein."
„Ich höre!"
„Letzte Woche hast du gesagt..."
„Ja?"
„Da hast du gesagt...", setzte James von neuem an.
„Da habe ich gesagt?", Lily hatte einen fragenden Gesichtsaudruck.
„Da hast du gesagt, dass du viel besser zaubern kannst als ich. Wenn das nicht wichtigtuerisch ist."
Lily rieb sich mir ihrer Hand über ihre Stirn.
„Potter, wir wissen beide, dass das jetzt gelogen war."
„War es nicht."
„War es doch!"
„Nein!"
„Doch!"
„NEIN!"
„DOCH!"
„Jetzt las mich doch auch mal gewinnen.", fauchte er sie an.
„HA! Das ist jetzt schon das dritte Mal!", und Lily tanzte erneut ihren Freudentanz.
„Ist wohl heute nicht dein Tag, oder?", fragte sie mitleidig.
„Scheint so, jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen."
„Sicher?"
„Absolut sicher."
„Meinst du?"
„Klar."
Mit einem Mal kam er auf sie zu. Immer näher und näher.
Lily starrte ihn perplex an, holte dann aber instinktiv aus und ihre Hand kollidierte mit seiner Wange. Sie hatte mit solcher Wucht zugeschlagen, dass sein Kopf noch immer zur Seite geneigt war, als sie mit bekam was sie gerade getan hatte.
„Ja, heute ist wirklich nicht mein Tag.", antwortete er und eilte auf die Türe zu.
Schnellen Schrittes stürmte er auf die schwere Eichentür zu und drückte den Griff nach unten. So schnell wie möglich wollte er aus diesem Raum der Schande entfliehen. Jedoch hatte die Sache einen winzigen kleinen Haken. Die Tür ging nicht auf und James prallte mit voller Wucht gegen das feste Holz. Er hörte nur noch einen dumpfen Schlag und dann war alles schwarz.
Lily würde diesen Moment nie vergessen, wie James gegen die Tür rammelte, sich den Kopf anschlug und nach hinten kippte.
„Potter?", versuchte sie ihn zu wecken. Er hatte schon jetzt eine ziemlich kräftige Beule. Das rot vertrug sich gut mit dem seiner rechten Wange.
Sie brauchte Hilfe. Sie versuchte die Türe zu öffnen. Sie ging nicht auf. Selbst ein „Alohomora" half nicht.
„Potter.", sie kniete sich neben ihn. Keine Reaktion. Aber er atmete noch.
Behutsam fühlte sie über die Beule. Sie konnte nicht viel machen, nur warten bis er wieder aufwachen würde.
„Tja, gegen alte englische Eiche sollte man nie rennen. Da kann nichts Gutes bei rauskommen."
„Woher willst du das wissen?", sagte eine zaghafte Stimme neben ihr.
„Oh, du bist wieder wach. Ich habe da so meine Erfahrungen."
„Selber schon getestet?"
„Nicht ganz."
James versuchte sich aufzusetzen.
„Warte, nicht so schnell.", bremste Lily ihn.
Kleine Punkte bewegten sich vor James Augen.
„Ich muss in den Krankenflügel."
„Da kannst du dir gleich was für dein Gedächtnis geben lassen."
„Das ist nicht witzig, Evans."
„Für mich schon. Es sah klasse aus wie du dir den Kopf gestoßen hast."
„Hauptsache du hast Spaß.", knurrte er.
„Na dann komm. Wir müssen raus hier."
„Aber wie?"
„Fenster."
„Bist du wahnsinnig?"
„Wir sind nur im ersten Stock. Außerdem bist du nun ein Zauberer oder nicht?"
„Klar bin ich einer."
„Also komm jetzt!", und sie half ihm hoch.
Vorsichtig hangelten sie sich an dem heraufbeschworenen Seil hinunter. James hatte große Schwierigkeiten heil auf den Boden zukommen. Ihm brummte zu sehr der Kopf. Lily brachte ihn noch bis vor die Türe des Krankenflügels.
„Also dann.", sie grinste ihn an. „Ich geh dich jetzt dem Schulleiter melden."
„Das würdest du nicht machen!", fragte er geschockt, alarmiert und schwach zugleich.
„Ha, ich habe nur Spaß gemacht.", lachte Lily. Zwinkerte ihm zu und ging den Gang entlang.
„Das war damals so peinlich. Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht. Solche Momente verdränge ich aus meinem Leben.", erinnerte sich James.
Etwas Nasses tropfte auf ihre Nasenspitzen. Und noch ein Tropfen. Und noch einer.
„Ich glaube es regnet.", bemerkte James.
„Lass es doch regnen."
„Aber wir werden nass."
„Dann lass uns doch nass werden."
„Aber wir werden uns erkälten."
„Dann erkälten wir uns eben."
Mittlerweile kamen ganze Bäche vom Himmel.
„Lily, wir sind nass bis auf die Haut. Wir sollten wieder rein gehen."
Lily hatte die Augen geschlossen und ihr Gesicht gen Himmel gerichtet. Die vielen kleinen Tropfen prasselten auf ihre Haut. Sie genoss die kleinen erfrischenden Berührungen, die ihr Freude und Erleichterung zurück brachten.
James betrachtete sich seine Freundin. Er hatte regelrecht Angst gehabt sie zu fragen, ob sie ihn heiraten möchte. Total nervös und aufgeregt war er gewesen. Am liebsten hätte er sich Frühs vor Aufregung fast übergeben. Aber jetzt lag das alles hinter ihm und es erschien ihm so töricht, dass er so gedacht, sich so gefühlt hatte.
Langsam schlenderten sie zurück zum Schloss. Bedächtig gingen sie die alten Steintreppen zur Eingangshalle empor. Kleine Wassertropfen schlichen sich aus Lilys Haaren und huschten über ihr Gesicht. In der Eingangshalle wurden sie plötzlich gestoppt.
„Halt! Wo wollt ihr hin!", rief Alex. Zusammen mit Ellen und Lorrain stand sie unter dem Portal zur Großen Halle.
„Was hat er mit dir gemacht?", stürmten sie auf Lily ein. „Du weinst ja."
„Was hast du mit ihr gemacht!", fauchten sie James an.
Sirius stand hinter ihnen und lachte lautlos.
„Er hat nichts gemacht. Ich weine nicht, draußen regnet es.", Lily deutet auf die Schlossgründe.
Erst jetzt bemerkten die Freundinnen, dass beide durchnässt waren.
„Was hat er dir geschenkt?" Es schien, als platzten ihre Freundinnen vor Neugierde.
Fragend schaute seine Freundin James an. Sollten sie es wissen?
Dieser zuckte mit den Schultern.
Lily atmete tief durch und hob ihre linke Hand. Der nasse Ärmel ihres Umhangs verdeckte ihren Ringfinger.
„Was?", fragte Alex.
„Oh!", und Lily zog den Ärmel nach hinten.
„BEIM MERLIN!", schrieen die drei Freundinnen.
Sirius platzte bald das Trommelfell und James schien verwirrt.
„Beim Merlin! Lily!", Alex umarmte sie stürmisch und Lorrain und Ellen taten es ihr gleich.
Sirius kam auf James zugeschlendert.
„Also ist es jetzt soweit. Jetzt sucht sie die Farbe deiner Umhänge aus.", und erinnerte James damit an ihr Gespräch, in der ersten Nacht, als sie nach Hogwarts zurückgekehrt waren.
Sein Freund lachte. „Sieht so aus."
„Ich wünsch euch alles Gute.", sagte Padfoot aufrichtig und beide umarmten sich brüderlich.
„Oh, das ist einfach zu süß!", schwärmten Lilys Freundinnen. „Was ist das für ein Stein?", wollte Ellen wissen.
Lils blickte James fragend an. Danach hatte sie gar nicht gefragt. Sie war einfach zu überwältigt gewesen.
„Turmalin.", antwortete Sirius stattdessen.
„Na wenigstens weißt du es.", bemerkte Lorrain spitz, lächelte aber.
„Du erlaubst doch, wenn wir dir deine Verlobte jetzt entführen, oder?", fragte Alex schelmisch und trieb Lily bereits vor sich her.
„Nein, eigentlich nicht.", gab James zurück.
„Macht nichts, wir nehmen sie trotzdem mit.", lachte Lorrain. „Wir müssen jetzt ihren Geburtstag feiern. Ihr habt später noch Zeit zu anderen Dingen.", sie grinste vielsagend.
„Lorrain!", meldete sich Lily etwas schockiert zu Wort.
„Du bist jetzt mal still.", dirigierte Alex weiter und schob sie auf die Treppe zu.
Hilfe suchend blickte sich Lily nach ihrem Freund um. Er stand in einer Wasserlache, Sirius neben ihm. Seine Haare waren durch den Regen an seinen Kopf gedrückt, seine Kleidung hing nass an ihm und sein Gesicht zeigte einen Ausdruck von Machtlosigkeit.
„Ich liebe dich!", rief er ihr noch nach.
Lily blickte ihn liebevoll an und schickte ihm noch einen Luftkuss, bevor sie vollends von den anderen verschleppt wurde.
„So hast du dir den Tag bestimmt nicht vorgestellt.", sprach Sirius das aus, was er dachte.
„Du sagst es."
„Wie wäre es dann mit einem guten Frühstück, du frisch gebackener Verlobter?"
„Ein kleiner Trost, aber ich sage ‚Ja'.", antwortete James, zog seinen Zauberstab und sprach einen Zauber, der innerhalb von Sekunden seine Kleidung trocknete.
Kaum saßen sie an ihrem Haustisch, gesellten sich Remus und Peter zu ihnen.
„Was ist mit den Mädchen los?", fragte er perplex und nippte an seinem Kaffee. „Sie haben Lily durch den Gemeinschaftsraum getrieben und hemmungslos gelacht. Gestern sah das noch ganz anders aus. Da haben sich riesige Gewitterwolken über ihren Köpfen befunden."
„Ja, Frauen sind sehr wankelmütig.", gab Sirius zum Besten.
„Wisst ihr warum die so drauf sind?", Peter schien interessiert. Er ahnte, dass entweder Sirius oder James der Auslöser für diese Stimmungsschwankung waren.
„Ja, das wissen wir.", spannte Padfoot seine Freunde weiter auf die Folter.
„Ja und?"
James und Sirius sahen sich an und letzterer begann zu sprechen. „James hat um Lilys Hand angehalten.", sagte er altmodisch.
Moony spuckte seinen Kaffee über den Tisch. Glücklicherweise saß ihm niemand gegenüber.
„Angehalten?", grübelte Wormtail.
Remus hatte sich wieder gefangen.
„Prongs, wow.", brachte er hervor, gab ihm die Hand und klopfte ihm anerkennend auf die Schulter. „Glückwunsch!"
„Er hat sie gefragt, ob sie ihn heiraten möchte.", erklärte Padfoot Peter.
„Und was hat sie gesagt?"
Seine drei Freunde atmeten durch.
„Natürlich hat sie „Ja" gesagt.", erklärte Moony nun. „Sonst wäre er bestimmt nicht so gut drauf."
„Na wenn es so ist, dann herzlichen Glückwunsch.", wünschte jetzt auch Peter.
„Manchmal glaub ich, er ist nicht ganz richtig im Kopf.", flüsterte Padfoot Remus zu, der zustimmend nickte.
„Oh, Lily. Das ist einfach wunderbar.", schwärmte Alex, als sie, sie die Treppen hinauf trieb.
„Da hast du dir umsonst Sorgen gemacht.", lachte Lorrain.
„Und der Ring ist einfach Wahnsinn!", bemerkte Ellen.
Im Gemeinschaftsraum begegnete ihnen Remus und Peter. Sie lachten noch um einiges mehr und verschwanden die Stufen hinauf, zu ihrem Schlafsaal.
Als sie die Türe öffneten war das ganze Zimmer dekoriert.
Ein riesiges Banner hing zwischen zwei Bettpfosten, auf dem „Happy Birthday, Lily" stand. Auf ihrem Bett saßen zwei Eulen die sich gegenseitig hackten, weil sie ihren Brief als erstes loswerden wollten. Der eine war von ihren Eltern und der zweite von (zu Lilys großer Überraschung) Thaddäus und Ophelia.
„Wann habt ihr das gemacht?", fragte sie perplex.
„Bedank dich bei den Hauselfen. Als wir sie fragten, ob sie dekorieren könnten, waren sie hellauf begeistert."
„Danke, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.", stammelte Lily und umarmte ihre Freundinnen zum Dank.
„Warte mit dem Danke sagen, bis du unsere Geschenke bekommen hast.", wehrte Ellen ab und überreichte ihr ein Päckchen. Alex und Lorrain taten es ihr gleich, wobei Alex Geschenk komische Geräusche machte.
Kurze Zeit später war Lily die neue Besitzerin eines Buches über Zauberstablose Magie, eines Feindglases und einer kleinen Katze. Sie war getigert und hatte weise Pfoten.
„Sieht aus als würde sie Stiefel tragen.", lachte Lorrain.
„Er.", bemerkte Alex. „Es ist ein er."
„Hat er schon einen Namen?", erkundigte sich Lily.
„Nein, das wollte ich dir überlassen."
„Er sieht aus wie der gestiefelte Kater. Hatte der einen Namen?", grübelte Ellen.
„Nicht das ich wüsste.", überlegte Lils.
„Wie wäre es mit Fred? Ich mochte den Namen schon immer.", schlug Lorrain vor.
„Und was wäre mit Dick, oder Don, oder Jack?", fragte Alex.
Der kleine Kater fauchte vielsagend.
„Scheint er nicht zu mögen.", und Lily kraulte ihn hinter den Ohren. „Möchtest du Silvester, oder Nero heißen.", fragte sie das kleine Fellknäul.
„Als ob dir der Kater antworten würde.", feixte Lorrain, doch plötzlich maunzte er zweimal.
„Ich denke, er hat geantwortet.", stellte Alex fest. „Nero, also."
Als auch diese schwierigen Fragen geklärt waren gingen sie zum feiern über und es schien, als hätten Lorrain und Ellen an dem Tag in Hogsmeade einige Sachen eingekauft. Lily hatte den Eindruck, als hätte der Wirt des Eberkopfes gestern das Geschäft seines Lebens gemacht.
