Pairing: Harry/Draco Rating: PG13
Category:Romance
Disclaimer: Keiner der Charaktere gehört mir. Ich verdiene kein Geld mit der Geschichte.
Ich danke für sämtliche Reviews. Wenn ihr Lust habt, lest auch meine Geschichte „Nächtliche Erscheinungen" (HP/SS). Von der sind bereits zwei Kapitel erschienen und auch das nächste Kapitel, das ich schreiben werde, wird erst mal dazu sein. Aber nun viel Spaß bei diesem Kapitel.
/ bedeutet Rückblick
Kapitel 2Draco hasste es bei Zeiten aufzustehen. Am liebsten blieb er den halben Vormittag im Bett liegen. Einfach noch ein wenig vor sich hin duseln. In Hogwarts war es ihm zuwider immer früh aufstehen zu müssen nur um pünktlich zum Frühstück zu erscheinen und dann zur ersten Unterrichtsstunde zu gehen.
Aber jetzt wo die Sommerferien begonnen hatten, brauchte er sich darüber nicht zu ärgern. Er konnte solange schlafen wie er wollte und das würde er auch reichlich ausnutzen. Noch einmal auf die andere Seite drehen. Es war auch noch viel zu dunkel um auch nur die große Zehe aus dem Bett zu strecken, geschweige denn den ganzen Körper.
Doch so recht einschlafen konnte er auch nicht und so verbrachte er die Zeit in einem leichten Halbschlaf. Viele Gedanken schwirrten ihm im Kopf herum. Es war auch einiges in den letzten Tagen geschehen. Dinge, die er immer noch nicht so voll und ganz begreifen konnte. Vor zwei Tagen beim Zaubertrankunterricht, da hatte es begonnen. Nein eigentlich schon viel früher, aber wann genau konnte Draco nicht mehr sagen.
/Seit einiger Zeit genoss er jede Stunde in der Snape ihn und Harry zusammen arbeiten ließ. Doch es war nicht die Möglichkeit dem Gryffindor eins auszuwischen, auf die er sich freute, sondern einfach nur die Gelegenheit, den Jungen der lebt zu beobachten. Draco mochte die Art wie Harry versuchte eine seiner schwarzen, widerspenstigen Strähnen zurückzustreichen und das ohne Erfolg, wie er sich leicht auf die Unterlippe biss, wenn er nervös war. Und das war er immer, wenn sie gemeinsam einen Trank brauen sollten. Es war fast so als würde er spüren, dass er beobachtet wurde./
/Genau so war es auch vor zwei Tagen gewesen. Draco musste arg aufpassen, dass der Gryffindor vor lauter Nervosität, nicht die falschen Zutaten dazu gab und ihren gesamten Kessel in die Luft jagte, sich selbst vielleicht gleich noch mit. So hatte der Slytherin kaum Gelegenheit den Anblick des schwarzhaarigen Jungen zu genießen. Doch dann als Harry seinen Zauberstab von seinem Platz holen wollte, konnte Draco nicht umhin der schlanken Gestalt seines Hausrivalen hinterher zu sehen. In Gedanken versunken bemerkte er erst zu spät, dass mit ihrem Trank etwas nicht stimmte./
Draco grummelte im Schlaf.
/Dann war ihnen die gesamte Brühe um die Ohren geflogen. Snape hatte mal wieder nur Potter bestraft, obwohl Draco genau wusste, dass der Junge der lebt es unmöglich gewesen sein konnte. Schließlich hatte er ihn ja die ganze Zeit beobachtet und nicht einen Augenblick aus den Augen gelassen. Aber vor den Slytherins wollte er das nicht zugeben. So war er in gespielter Heiterkeit mit seinen Freunden aus dem Raum gezogen./
/Madam Pomfrey hatte ihn einigen Tests unterzogen, konnte aber nichts feststellen. Erleichtert war er zum Abendessen in die Große Halle gegangen um dann festzustellen, dass Harry an diesem Tag nicht mehr erschien. Dabei hätte er ihn gern noch einmal gesehen vor den langen Ferien. Nun würde er Harry für geraume Zeit nicht zu Gesicht bekommen./
/Er war zu Bett gegangen und in einen unruhigen Schlaf gefallen. Draco konnte sich nicht mehr erinnern wovon er eigentlich geträumt hatte, nur hatte er beim Aufwachen kurzzeitig das Gefühl, dass sein Bettzeug in den Farben rot Gold gehalten war und nicht in seinem Slytherin-Grün. Sofort war er hell wach gewesen, doch zu seiner Verwunderung saß er neben seinem Bett auf dem Bettvorleger und Goyle stand vor ihm, ungläubig auf ihn hinabsehend./
Noch einmal kurz blinzeln. Nein, es war immer noch dunkel. Er brauchte noch lange nicht aufstehen. Da konnte er sich weiter seinen Gedanken hingeben.
/Als der Hogwarts Express sich ruckend in Bewegung setzte, verließ er das Abteil seiner Freunde unter einem Vorwand und begab sich auf die Suche nach Harry. Es war nicht schwer gewesen den Waggon der Gryffindors zu finden. Man musste nur dem lauten Gelächter nachgehen. Draco blieb am Enden des Ganges stehen und sah wie aus einem Abteil einige Schüler herausgeströmt kamen. Er vernahm Wortfetzen wie „Ich wusste doch gleich, dass Ron wieder gewinnt", „hatte keine Chance" und „zwischenzeitlich sah es gar nicht schlecht aus für Harry"./
/Einen Augenblick lang fragte sich Draco was er eigentlich hier verloren hatte, doch dann trat der Junge der lebt aus dem Abteil in den Gang und stellte sich ans offene Fenster. Der Slytherin konnte nicht anders als einfach nur dazustehen und zuzusehen wie der Fahrtwind, der durch das offene Fenster blies, mit den schwarzen Strähnen spielte. Ein leichtes Lächeln zeigte sich auf Harrys Gesicht und Draco musste zugeben, dass er noch nie etwas Schöneres gesehen hatte. Er war unfähig sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Das einzige, das er tun konnte, war den anderen Jungen anzustarren ohne ein Gefühl von Raum und Zeit./
/Doch dann bemerkte Harry ihn und der Moment war verflogen./
/ „Draco... ich meine Malfoy!" der Slytherin blinzelte kurz. Hatte sein Gegenüber ihn wirklich gerade beim Vornamen genannt oder hatte er sich das nur eingebildet? Aber er konnte keinen weiteren Gedanken daran verschwenden. Schon schlich sich das fiese Grinsen auf sein Gesicht, als hätte es sich dort für alle Zeiten festgesetzt. Genau der Gesichtsausdruck, der von einem Slytherin erwartet wurde. Der von einem Malfoy erwartet wurde. Auch das folgende Wortgefecht war gewohnt und wurde regelrecht erwartet./
/Nur zog sich Harry, für Dracos Geschmack, viel zu früh aus ihrem kleinen „Kampf" zurück. Nein, er wollte es nicht schon vorbei sein lassen. Der blonde Junge griff nach dem Arm des anderen und plötzlich sah er sich selbst, als würde er in einen Spiegel schauen. Dann sprach sein Spiegelbild auch noch ohne dass er selbst den Mund bewegte „Was zur ..?" Es war seine Stimme und dann auch wieder nicht. Was war hier los? Das Öffnen der Abteiltür ließ ihn Zusammenfahren. Er bemerkte, dass er immer noch Harry mit seiner Hand festhielt. Als hätte Draco sich an etwas verbrannt, ließ er los. ‚Nichts wie weg' dachte der Slytherin und rannte davon./
/Ein Untergebener seines Vaters hatte ihn vom Bahnhof abgeholt. Lucius selbst hatte keine Zeit gehabt und auch Dracos Mutter ging lieber zu einer Freundin zu Tee als ihren Sohn zu begrüßen. So stand der blonde Slytherin schon bald in den Mauern des Malfoy Anwesens, das still und verlassen war./
‚Wie immer' dachte Draco, aber das machte ihm nichts aus. So konnte er wenigstens machen was er wollte. Wenn erst mal sein Vater wieder zu Hause war... Der Junge zitterte leicht bei dem Gedanken. Auch dieses Jahr hatte er es nicht geschafft die Granger bezüglich des Notendurchschnitts zu überholen. „Wie auch, da müsste man ein Übermensch sein." Lucius würde wieder wahnsinnig wütend werden.
Der Slytherin zog sich seine Decke über den Kopf. Wenn sein Vater sich schon immer so über seine Noten aufregte, wie würde er erst reagieren, wenn er von seiner Schwärmerei für Harry Potter erfuhr? Daran wollte er gar nicht erst denken. Lucius Malfoy würde ausflippen, wenn er je Wind davon bekäme. Er würde Draco verstoßen, wenn nicht noch schlimmer.
Der Junge fror. Die Decke, die ihn bedeckte war verrutscht und sein linkes Bein schaute heraus. Mit beiden Füßen versuchte er nach dem Eckzipfel der Decke zu angeln.
„Au!" ein stechender Schmerz durchfuhr seinen kleinen Zeh. Er war mit seinem Fuß gegen die untere Bettkante gestoßen. Aber wie konnte das sein? Sein Bett war viermal größer als das in Hogwarts. War er in der Nacht soweit herumgerollt. Außerdem hatte er schon seit einigen Minuten das Gefühl, das eine Feder ihn unangenehm in die Seite stach. Doch er besaß doch seidenes Bettzeug, dass noch so mit einem Zauber belegt war, dass keine der Daunenfedern herausrutschen konnten. Nein, wie Seide fühlte sich diese Decke auch nicht an. Eher wie gewöhnliche Baumwolle.
‚Aber es riecht gut.' Dachte Draco. Der Geruch kam ihm bekannt vor, aber woher?
„Harry" ja der Junge der lebt hatte den selben angenehmen Geruch. Immer wenn er neben dem schwarzhaarigen Gryffindor in Zaubertränke gesessen hatte, konnte Draco es riechen. Es roch nach den vielen Stunden die Harry im Freien verbrachte. Nach Wiesen und Sonne. Draco verkroch sich noch ein wenig mehr in der Decke.
Plötzlich durchdrang ein markerschütternder Schrei die Stille. Es war die Stimme einer Frau, doch in einer Tonlage, die Draco für unmöglich gehalten hatte. Er riss die Augen auf und blickte in die Finsternis. Was war das gewesen? Dann folgte ein weiterer Schrei gepaart mit dem kräftigen Hämmern gegen die Zimmertür.
„HARRY! STEH AUF, HARRY! Mach gefälligst das Frühstück!"
Draco war jetzt hellwach. Hatte die Frau gerade Harry gerufen?
„Verschwinde!" rief Draco durch die geschlossene Tür. Er hatte keine Lust jetzt schon aufzustehen und wer immer da vor seiner Tür herumkrakeelte, sollte auf der Stelle machen das er davon kam. Doch kaum war das Wort über seine Lippen gekommen, schlug er sich die Hände vor den Mund. Das war nicht seine Stimme gewesen. Das war die Stimme seines Erzrivalen, Harry Potters.
Die Frau vor der Tür begann in einer noch höheren Tonlage zu keifen: „Was fällt dir ein so mit mir zu reden, du undankbarer, nichtsnutziger Bengel! Vernon!" er hörte wie sie sich von der Tür entfernte und dabei nach jemandem namens Vernon schrie.
Mit einem Satz war Draco aus seinem Bett. Er blickte sich in dem Raum um. Nein, das war garantiert nicht sein Zimmer. Im Vergleich zu seinem Zimmer im Malfoy Anwesen war dieser Raum gerade zu winzig. Es war dunkel und staubig. Überall lagen kaputte Gegenstände herum, wobei Draco nicht einmal von der Hälfte der Sachen sagen konnte, um was es sich handelte.
„Wahrscheinlich Muggelkram."
Doch dann fiel sein Blick auf einen Koffer, der geöffnet etwa einen Meter vom Bett entfernt auf dem Boden stand. In ihm stapelten sich Bücher und Umhänge mit dem Hogwarts Zeichen darauf. Ein Besen lehnte neben dem Koffer an der Wand und der blonde Junge konnte nicht anders als nach diesem zu greifen.
‚Ein Feuerblitz' sanft strich er mit seinen Fingern über den Schriftzug. Draco kannte nur einen in Hogwarts, der so einen Besen besaß. „Harry" flüsterte er. Plötzlich raschelte es über ihm und eine Schneeeule kam zum offenen Fenster herein geflogen. Sie drehte eine Runde im Zimmer und ließ sich dann auf dem Käfig in der gegenüber liegenden Zimmerecke nieder.
Nun war es Draco entgültig klar. Er brauchte keine weiteren Beweise mehr. Das war das Zimmer von Harry Potter. Doch wie kam er hier her und wo war Harry. Er durchquerte den Raum um den weißen Vogel ein wenig näher zu betrachten, als sein Blick an einem zerbrochenen Spiegel an der Wand hängen blieb. Zwei smaragd-grüne Augen sahen ihm durch eine runde Brille entgegen. Sein Gesicht wurde umrahmt von wilden, schwarzen Haaren. Er griff nach einer Strähne und sie waren dunkel wie die Nacht. Der Slytherin wich von seinem Spiegelbild zurück und ließ sich auf das Bett sinken.
Er versuchte zu begreifen was eigentlich geschehen war und wie er in diese Situation geraten konnte. Doch es blieb ihm keine Zeit. Die Tür wurde aufgerissen und schlug krachend gegen die Wand. Die Katzenklappe schwang quietschend hin und her. Den gesamten Türrahmen nahm ein sehr fetter Mann ein, dessen Gesicht unnatürlich rot war. Seine Augen waren zu Schlitzen verengt und seine Hände an beiden Seiten zu Fäusten geballt.
„Bursche!" schnaubte der dicke Mann „Wie kannst du es wagen so mit deiner Tante zu sprechen." Draco sah jetzt, dass hinter dem Mann noch eine Frau stand, die ein Gesicht machte als hätte sie gerade in eine Zitrone gebissen. Das waren also die Muggelverwandten, bei denen Harry lebte. Er wusste nicht viel. Nur einige Male hatte er belauscht wie Harry sie gegenüber dem Wiesel und der Granger erwähnt hatte.
Der Slytherin verschränkte die Arme vor der Brust. Es war ihm völlig zuwider sich mit irgendwelchen Muggeln auseinander setzen zu müssen. „Ich spreche mit ihr wie ich will" sagte er herablassend.
Es herrschte Ruhe im Raum, doch Draco spürte wie sich eine unheimliche Spannung aufbaute, die jeden Moment zu entladen drohte. Instinktiv griff er neben das Kissen und berührte dabei etwas längliches. ‚Auch Harry lagert seinen Zauberstab direkt neben dem Kissen' dachte er. Seine Hand schloss sich fest um das Holz.
„Dir ist es auf dieser Bekloppten Schule wohl zu gut gegangen!" schrie der dicke Mann und kam ins Zimmer gestampft. „Aber die Flausen werden wir dir schon wieder austreiben! Mal sehen wie dir der Aufenthalt in diesem Zimmer für den Rest des Sommers schmeckt."
Blitzschnell erhob Draco den Zauberstab und deutete auf das runde, rote Gesicht vor ihm. „Komm mir nicht zu nahe, Muggel!" zischte er.
„Das darfst du nicht!" kreischte die Frau. Sie stand noch immer zwischen Tür und Angeln. Neben ihr war die runde Fratze eines blonden, dicken Jungen erschienen „ja, dann werfen sie dich von dieser Schuler voller Irrer!" quiekte er.
Dracos Gesicht verzog sich zu seinem typischen Grinsen. „Ich bin volljährig und damit darf ich Zaubern wann ich will!" und mit Genugtuung sah er, wie aus allen Gesichtern die Farbe wich. „Macht das ihr raus kommt!" rief er zu ihnen und als sie voller Panik hinaus gestürmt waren, schloss er die Tür hinter ihnen und versiegelte sie mit einem Zauber.
Diese Verwandten von Harry wussten nicht einmal wann ihr Neffe Geburtstag hatte. Harry war noch nicht volljährig, aber er, Draco, war bereits 17 und zählte nun nicht mehr als Minderjähriger.
Doch eines war Draco fürs erste klar geworden. Er musste von hier verschwinden. In diesen Haus wollte er keine Minute länger bleiben. Abgesehen davon, dass es Muggel waren, fand er diese Familie einfach nur furchtbar. Wie hatte es Harry nur so lange ausgehalten, ohne denen einen der unverzeihlichen Flüche auf den Hals zu hetzen.
Schnell nahm er einen der Umhänge aus dem Koffer und zog ihn sich an. Dann winkte er Hedwig zu „Willst du mit mir kommen, deinen Herren suchen?" Die Schneeeule klackerte mit dem Schnabel und kam zu ihm herüber geflogen. Sie ließ sich auf seiner Schulter nieder und nachdem der Junge einmal sanft über ihren Kopf gestrichen hatte, schmiegte sie sich behaglich an ihn.
Nachdem er den Feuerblitz an sich genommen hatte, öffnete er die Tür mit einer Bewegung des Zauberstabs. Der Gang lag völlig verlassen vor ihm. Er stieg die Treppe hinunter und verließ das Haus durch den Vordereingang. Den Zauberstab steckte Draco in eine der Taschen des Umhangs. Es war immer noch sehr früh und niemand war auf der Straße zu sehen. So konnte er ohne Bedenken den Besen besteigen und schon bald erhob er sich in die Lüfte.
Sein Ziel war Draco inzwischen klar geworden. Wenn er hier im Körper von Harry Potter steckte, dann musste dieser in seinem Körper im Malfoy Anwesen sein. Er sollte sich beeilen bevor sein Vater dahinter kam und den Jungen der (noch) lebt direkt zu Voldemort verfrachtete.
Mit diesem Gedanken ließ der blonde Junge den Lingusterweg hinter sich. Kühler Wind blies ihm ins Gesicht als er davon sauste.
Tbc
Im nächsten Kapitel erwacht Harry im Malfoy Anwesen und macht eine erstaunliche Entdeckung. Lucius und Severus im Doppelpack. Wird einem von beiden der Unterschied auffallen? Und wenn ja, was passiert dann mit Harry? Im nächsten Kapitel geht es weiter.
