A/N: Achtung, dieses Kap ist R geratet ;)

Kapitel 13: Kerzenlicht

Draußen war die Sonne fast bereits vollständig unter gegangen, als Aníril in ihrem Zimmer stand und sich auf das bevorstehende Essen vorbereitete. Noch einmal kämmte sie ihr langes, dunkel glänzendes Haar und strich ihr Gewand glatt. Das Kleid war aus einem leichten grünen Stoff, der, leichter als die Luft, sich bei jeder Bewegung sanft an ihren zarten Körper schmiegte. Eine dezent silbrig glänzende Borte und die weit geschnittenen, weißen Ärmel, welche ihre Haut durchschimmern ließen, vervollständigten das Bild.

Ein wenig unsicher sah die Elbenmaid ihr Spiegelbild an. Sie war nervös, sie konnte es nicht leugnen. Zwar war es nur eine kleine Feier, zu der Elrohir sie eingeladen hatte, doch ihr Herz schlug rasch, so als würde sie mehr erwarten. Aníril schalt sich selbst deswegen, sie wusste, sie waren gute Freunde und so würde es immer sein. Seufzend atmete sie noch einmal tief ein, bevor sie ihr Zimmer in Richtung Elrohirs Gemach verließ.

Elrohir hatte gebadet und lief nun fertig bekleidet aufgeregt in seinem Schlafzimmer auf und ab. Noch einmal warf er einen kurzen Blick in den Spiegel, und überzeugte sich, dass die silbrige Tunika und die schwarze Hose ihm auch wirklich standen. Die Haare trug er zum ersten Mal seit langem wieder offen, und er hoffte, es würde Aníril gefallen, wie sie seidig über seinen Rücken hingen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, als er in das Zimmer ging, dass das Erste bildete, und wartete bis es klopfte. Ein kurzer Blick noch vom Wohnzimmer aus zeigte ihm, wie der Tisch auf dem Balkon im Kerzenschein glänzte, und das Essen, bereits auf einem Wagen, daneben stand.

Er betrat nun endlich das Arbeitszimmer, als es schon klopfte. Seine Stimme zitterte leicht als er den Gast herein bat, aber er hoffte, das würde sie durch die Tür nicht wahrnehmen können. 

Aníril war erstaunt über Elrohirs Stimme, die seltsam leise klang, doch wahrscheinlich, so sagte sie sich, kam dies durch die schwere Tür zustande, welche den Eingang zu seinem Gemach bildete. Zögernd trat sie hinein und blieb in der Türöffnung stehen. Mitten im Zimmer erblickte sie Elrohir, der sie erwartungsvoll anlächelte. Am liebsten wäre die Elbenmaid wieder umgekehrt, doch wäre dies mehr als unhöflich gewesen, und so ging sie ein paar weitere Schritte auf den Elben zu. Sie spürte, wie ihre Beine leicht zitterten, ignorierte die Tatsache aber.

„Einen guten Abend", sagte Aníril und verfluchte sich selbst dafür, wie leise ihre Stimme auf einmal war.

Elrohir stockte der Atem, als er sie sah. In seinen Augen war sie das schönste Geschöpf, das unter den Sternen wandelte. Er wünschte sich sie berühren zu können, und schon setzte sich seine Hand in Bewegung, doch schnell ließ er sie wieder sinken.

„Dir auch einen schönen Abend, du siehst einfach atemberaubend aus, doch komm herein, das Essen wartet bereits auf uns", sprach er und bot ihr seinen Arm an, während er glaubte, sie müsse seinen lauten Puls sogar bis zu sich hören. 

Aníril ergriff den ihr dargebotenen Arm mit einer gewaltigen Unsicherheit und einem mulmigen Gefühl, welches sich von ihrem Magen aus ausbreitete. Sie hatte nichts gesagt, doch sein Kompliment hatte sie leicht erröten lassen. Nun hoffte sie, dass er es in der Dunkelheit, die bereits herrschte, nicht gesehen hatte.

„Was wird es zu Essen geben?", fragte sie um ihre verwirrten Gedanken auf andere Dinge zu lenken.

Elrohir sah ihr Erröten, und fühlte, wie es in seinem Bauch prickelte, er wünschte so sehr sie jetzt an sich zu ziehen, doch zwang er seine Gedanken in andere Bahnen.

„Komm, lass dich überraschen", sprach er und führte sie auf den Balkon, aus dem Augenwinkel gespannt beobachtend, wie sie reagieren würde, erst recht, was sie zu der Rose sagen würde, die auf ihrem Teller auf sie wartete.

Als Aníril den schön gedeckten Tisch und die in der lauen Wärme der Nacht sanft flackernden Kerzen erblickte, begannen ihre Beine noch mehr zu zittern, und als sie dann auch noch die Rose auf ihrem Teller sah, errötete sie bis unter die Haarwurzeln.

„Das wäre doch nicht nötig gewesen, Elrohir", murmelte sie leise und überging das Zittern ihrer Beine, indem sie dem Platz zustrebte, welcher ihr gedacht war.

„Wieso sollte dies nicht nötig sein? Doch ich hoffe es freut dich, hier unser erster Gang," sprach der Sohn Elronds, und errötete selbst ein wenig, als er ihr erst den Stuhl zurechtrückte, den leichten, fruchtigen Weißwein einschenkte, und ihr dann einen Teller mit buntem Salat gab, und dazu ein Stück noch warmes Brot.

„Ich hoffe, ich habe deinen Geschmack getroffen", erklärte er, nahm sich nun selbst, und setze sich auf seinen Platz, von dem aus er, genau wie sie, über Bruchtal blicken konnte, aber auch sie nicht aus den Augen verlor. Wieder flatterten Schmetterlinge in seinem Bauch, und wieder wünschte er sich sie zu berühren, und wieder zuckte sein Arm in ihre Richtung.

Aníril bemerkte nichts von Elrohirs Bewegung, da sie viel zu sehr damit beschäftigt war ihren Teller anzustarren - nicht unbedingt des Essens wegen, eher weil sie es nicht fertig brachte dem dunkelhaarigen Elben in die Augen zu sehen.

„Es... es sieht vorzüglich aus", stotterte die Elbenmaid und versuchte tief durchzuatmen, doch ihr Herz hörte nicht auf rasend zu schlagen. Sie spürte Elrohirs Blicke und errötete noch mehr, ihr Magen machte sich weiterhin bemerkbar und mittlerweile war Aníril wirklich froh zu sitzen, ihre Beine hätten sie sonst nicht mehr tragen können.

Leicht hob Aníril den Kopf.

„Dann... ähm... lass uns anfangen", sagte sie, da ihr nichts Besseres einfiel.

Elrohir lächelte ihr zu, hob das Glas und signalisierte ihr, dass er anstoßen wolle.

„Wie wäre es mit ‚Auf einen wundervollen Abend'?", fragte er sie, und betete darum, dass er ihre Nervosität richtig deutete, eine Nervosität, die auch er verspürte und hoffentlich auch aus den gleichen Gründen.

Aníril nickte nur, da ihr ohnehin nichts Weiteres einfiel, was sie hätte sagen können.

Die Elbenmaid hob ihr Glas und stieß mit Elrohir an, dabei berührten sich fast unbeabsichtigt ihre Finger, was Anírils Puls noch mehr zum Rasen brachte. Sie fragte sich, wie sie diesen Abend überstehen sollte, wenn es bereits jetzt schon so anfing.

Kurz nippte Aníril an dem Wein und lächelte Elrohir nahezu schüchtern an.

„Er schmeckt vorzüglich", sagte sie leise und die Flammen der Kerzen spiegelten sich glitzernd in ihren Augen.

„Ich freue mich, dass er dir schmeckt, doch nun lass uns die Freuden des Mahles genießen", antwortete der Halbelb mit leuchtenden Augen, und konzentrierte sich völlig auf den Salat, um seine eigene Unsicherheit zu verbergen.

„Sag, wie hast du den Kleinen eigentlich getauft?", fragte er noch, nachdem er bereits seinen halben Salat gegessen hatte.

Aníril hustete kurz, da ihr ein Salatblatt fast im Hals stecken geblieben wäre. Nun sah sie Elrohir ein wenig ungläubig an und runzelte die Stirn.

„Ich dachte, Elladan würde dir erzählen, dass wir ihn Gil-naur nennen wollten", sagte sie verwundert und hustete ein zweites Mal.

Elrohir klopfte ihr auf den Rücken um ihr zu helfen, während er antwortete.

„In den letzen Tagen hat er nichts darüber verlauten lassen, und heute habe ich ihn nicht gesehen, er war, wie sich dein Vater ausgedrückt hat, in dringenden Besprechungen, in denen größte Zungenfertigkeit gefordert wurde", erzählte er spottend.

„Oh, ich dachte, du wüsstest es bereits", erklärte Aníril verlegen und senkte wiederum den Blick. Sie wusste einfach keine sinnvolle Unterhaltung mit ihm anzufangen. Ihrem Gegenüber schien es jedoch nicht so zu gehen, oder täuschte sie sich da?

Wenn er ehrlich war, musste er zugeben, dass es ihn schon leicht frustrierte, dass sie nicht mit ihm sprechen wollte, außerdem verunsicherte es ihn bis ins Mark.

„Sag, Aníril, ist dir meine Gesellschaft so unangenehm? Ich habe den Eindruck, du möchtest nicht mit mir sprechen", fragte er sie direkt, auch wenn sein Herz sich schmerzhaft zusammenzog, so musste er dies nun wissen. Während er die Frage gestellt hatte, hatte er auch den Hauptgang, das gebratene Geflügel, mit Beilagen aufgetragen, und stand nun neben ihr, und wartete angespannt.

Erschrocken sah Aníril zu ihm auf.

„Nein, Elrohir. Das stimmt nicht. Deine Gesellschaft ist mir nicht unangenehm", sagte die Elbenmaid und legte dem Elben kurz ihre Hand auf den Arm. „Es ist nur so, dass ich nicht ..." Sie brach ab, suchte nach Worten und sah ihn beinahe hilflos an. „Ich weiß einfach nicht worüber ich noch reden soll", fuhr sie dann leise fort.

Es verwirrte ihn und so ging er neben ihr in die Hocke, blickte sie an, strich ihr zärtlich eine Strähne aus dem Gesicht, und ließ seine Hand auf ihrer Wange verweilen.

„Aber warum? Was ist plötzlich anders? Warum können wir nicht wie sonst mit einander scherzen? Du bist heute ganz anders, belastet dich der Streit mit deinem Vater so sehr? Kann ich dir irgendwie helfen?", sprudelten die Fragen aus ihm hervor und er blickte ihr tief in die dunklen Augen.

Aníril wandte sich ab. Sie konnte diesen Blick aus seinen Augen nicht mehr ertragen. Wie sehr wünschte sie sich, er würde sie einfach in den Arm nehmen und halten, aber sie wusste, sie hoffte vergeblich.

„Ja... nein... auch", stammelte sie. „Ach Elrohir, ich kann es nicht ausdrücken... es ist nur...", wiederum brach sie hilflos ab.

Elrohir blickte sie lange an, schweigend, hörte ihre Worte und er spürte, wie sein Herz zu rasen begann. Ganz langsam begann er an das zu glauben, was Erestor ihm gesagt hatte. Er brauchte aber unbedingt eine Bestätigung, eine Sicherheit, und so setzte er alles auf eine Karte, alle seine Bedenken in den Wind schlagend ergriff er ihre Hände, blickte ihr tief in die Augen.

„Willst du wissen, warum ich dich heute Abend eingeladen habe?", fragte er sie, und sein Herz schien zerspringen zu wollen angesichts dessen, was er zu tun gedachte, aber zur Not würde er einfach behaupten, es sei ein Scherz gewesen. Geschwind beugte er sich nach vorne und küsste sie, auf ihre weichen, warmen Lippen.

Aníril ließ vor Schreck die Gabel fallen, die sie noch in der Hand gehalten hatte. Klirrend landete sie auf dem Boden, doch nahm die Elbenmaid das Geräusch gar nicht mehr wahr. Sie spürte nur noch eins - Elrohirs Lippen auf den ihren. Einen Moment wurde ihr heiß und kalt, aber dann löste sich Aníril erschrocken von dem Elben und fuhr zurück.

„Bitte, Elrohir... oh verzeih", stammelte sie, nicht fähig etwas anderes zu sagen, nicht wissend, was sie denken sollte. 

Schmerz stand in seinen Augen geschrieben, als sie sich zurückzog.

„Es gibt nichts zu verzeihen, ich hätte nicht…", begann er und brach dann wieder ab, zitterte nun sichtlich am ganzen Körper. „Ich habe es mir nur so sehr gewünscht", hauchte er noch, kaum wahrnehmbar.

Aníril erstarrte, als sie sein Zittern sah, seine Worte hörte. Es war, als würde ihr jemand die Augen öffnen, doch wie sollte sie sich jetzt verhalten? Sie hatte ihn vor den Kopf gestoßen und ihn verletzt, konnte sie es zurücknehmen? Unsicher senkte die Elbenmaid den Blick. 

„Doch, Elrohir, verzeih mir", erwiderte sie ebenso leise und dann fügte sie noch hinzu: „Ich hätte es mir auch gewünscht." Ihre Worte waren fast tonlos, noch leiser als das Säuseln des sanften Windes, der durch die Blätter der Bäume fuhr.

Elrohir traute seinen Ohren kaum, und alles in ihm schien zu kribbeln. Er konnte sie eine Weile nur anstarren, nicht fähig etwas zu sagen. Doch als die Stille unangenehm wurde, entschloss er sich etwas zu tun. Wieder näherte er sich ihr, legte seine zitternden Hände auf ihre Schultern und blickte sie lange an.

„Wenn wir beide es uns doch wünschen, was denkst du darüber, es einfach noch einmal zu versuchen? Diesmal ohne zurückschrecken?", fragte er sie, nur wenige Zentimeter von ihren Lippen entfernt.

Aníril wollte etwas sagen, doch kein Wort kam über ihre Lippen und so blieb sie stumm. Sie sah nur in die Augen des Elben ganz nah vor ihr und ein warmer Schauer lief ihr über den Rücken. Unfähig etwas anderes zu tun nickte sie leicht.

Mehr als dies brauchte er nicht, um erneut mit seinen Lippen die ihren zu berühren. Kühl und nicht unwillig waren sie, und zärtlich öffnete er seinen Mund und schob seine Zunge vor, bat um Einlass, welchen sie ihm gewährte.

Ihre Zungen umspielten einander, während sein Körper sich wie von selbst näher zu ihr schob, sie von ihrem Stuhl zog, und mit sich auf den Terrassenboden. Dort hielt er sie zärtlich umfangen, fuhr mit seinen Händen durch ihr seidiges Haar, und genoss ihre Zunge, die auch seinen Mund erforschte. Es schien ihm eine Ewigkeit zu vergehen, bis sie sich wieder trennten. Ihr einen sanften Kuss auf die Nasenspitze gebend, streichelte er über ihre Wangen.

„Wir haben noch einen Nachtisch zu essen, wenn du möchtest."

Ein schelmisches Grinsen schob sich auf Anírils Züge und endlich fand die Elbenmaid ihre Stimme wieder.

„Ich denke der Nachtisch könnte noch ein wenig warten", sagte sie fast spitzbübisch, wurde aber im gleichen Augenblick wieder ernst.

„Sag, Elrohir... wie lange eigentlich... wie lange wünschst du dir das schon?", fragte Aníril und sah ihn mit ihren rehbraunen Augen an.

Elrohir schloss die Augen, ein schmerzlicher Gesichtsausdruck erschien kurz auf seinen Zügen, verschwand aber wieder sehr schnell.

„Seit jenem Abend, als du mich in den Gärten getröstet hast. Damals hat sich etwas verändert in mir, und seither wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dich bei mir zu wissen, halten zu dürfen, küssen zu dürfen", erzählte er und küsste sie gleich wieder, während er mit den Fingern über ihre empfindliche Ohrspitze fuhr. Es störte ihn auch nicht im Geringsten, dass er in diesem Moment auf seiner Terrasse auf dem Rücken lag, und diese wunderschöne Elbenmaid auf ihm.

„Und wie sieht es auf deiner Seite aus?", hauchte er ihr ins Ohr und fuhr mit der Zunge daran entlang.

Aníril versuchte das Prickeln, was seine Berührung hervor rief, zu ignorieren, doch schaffte sie es nicht ganz und fühlte zudem, wie sie erzitterte.

„Seit genau dem gleichen Tag und dem gleichen Moment wie du", flüsterte Aníril. „Seitdem wünschte ich mir nichts mehr als bei dir zu sein und von dir gehalten zu werden, aber ich dachte, du fühltest nicht so und um nichts in der Welt wollte ich unsere Freundschaft aufs Spiel setzen", fuhr sie leise fort. Ihre Augen glänzten ein wenig traurig.

Er glaubte kaum, was er hörte. Dies war einfach zu surreal, und er brach in lautes Gelächter aus, Aníril fest an sich gedrückt.

„Das kann nicht dein ernst sein. Genau das gleiche dachte ich auch immer und habe deswegen nichts gesagt. Das ist einfach zu komisch", lachte er völlig unkontrolliert, fing sich jedoch schnell wieder, küsste sie erneut, und rollte sich dann über sie, sie immer noch innig küssend, voller Leidenschaft und erfüllt von Glück. 

Die Elbenmaid hatte ebenfalls lachen müssen. Er hatte doch recht, so recht. So viele Jahre empfanden sie nun schon das gleiche und beide handelten jedoch nicht, auch aus den gleichen Gründen. Als Elrohir sich kurz von ihr löste strich ein glückliches Lächeln über ihre Lippen und zärtlich fuhr sie mit ihren Fingern seine Gesichtszüge nach.

„Nun Elrohir", sagte sie fast scherzend. „Ich würde ja gerne weiter hier mit dir liegen, aber", die Elbenmaid machte eine Pause und lächelte den Elben schief an. „... aber eigentlich finde ich es langsam ein wenig unbequem."

Dieser runzelte daraufhin ein wenig die Stirn und spitze die Lippen, leicht schmollend.

„Erst mich platt liegen, und dann, wenn ich das Spielchen rumdrehe, dich beschweren, so geht das aber nicht", erklärte er küsste sie noch einmal stürmisch, erhob sich aber auch wieder ganz brav, und bot ihr die Hand um ihr aufzuhelfen.

„Auf, die Beeren warten auf uns."

Aníril ergriff die ihr dargebotene Hand und rappelte sich auf.

„Verzeih, Elrohir, aber mein Rücken tat schon ganz weh, der Boden ist mir dann doch ein wenig zu hart", erklärte sie mit einem leichten Grinsen, während sie sich das Kleid glatt strich. Dann ging sie hinüber zu ihrem Stuhl, auf dem sie gegessen hatte, und blickte zu dem Elben, der ihr immer noch wie gebannt nachsah.

„Und die Beeren", fügte sie dann hinzu und in ihren Augen erkannte man den Schalk. „Nun, wie magst du sie am liebsten?"

Elrohir hatte nun Feuer gefangen und lächelte sie spielerisch an.

„Ich würde sie am liebsten aus deinem Mund fischen", erklärte er ihr, stellte sich hinter sie und biss ihr spielerisch in die Ohrspitze.

Die Elbenmaid quietschte einmal kurz auf.

„Elrohir, nicht", lachte sie und lugte vorsichtig hinter sich. Elrohirs Augen funkelten ihr entgegen und sie musste erneut lachen.

„Dann mach es doch einfach", flüsterte Aníril dann und wusste selbst nicht, woher sie den Mut nahm, der sie in diesem Moment beherrschte.

Lächelnd trat er von ihr fort, an den kleinen Wagen, auf dem die Beeren standen, nahm sich eine Schale und ging auf seinen Platz. Er fühlte sich wie im Traum, so euphorisch war er.

„Komm her zu mir", sprach er und deutete auf seinen Schoß.

Aníril sah ihn zuerst ein wenig unsicher an, ging dann aber langsam auf ihn zu und setzte sich zu ihm. Die Arme schlang sie um seinen Hals und den Kopf lehnte sie an seine Schulter. Sie wusste nicht, was sie noch sagen sollte, denn in diesem Moment erfüllte sie ein Glücksgefühl, dass sie noch am Morgen nicht für möglich gehalten hätte.

„Du riechst gut", flüsterte er in ihr Ohr, während er intensiv ihren frischen Duft nach Seife und Sonne wahrnahm. „Aber ich wollte ja einige Beeren", setze er hinzu und schob ein paar in ihren Mund, nur um einige gleich wieder mit seiner Zunge hinauszufischen.                                                                    

Aníril kicherte leise und murmelte: „Lass mir doch auch ein wenig von den Beeren", während sie ihn liebevoll anlächelte. Sie wusste nicht warum, aber der Blick seiner Augen ließ ihr in diesem Moment fast den Atem still stehen.

„Wie du wünschst", flüsterte er heiser, und schob ihr noch ein paar Beeren in den Mund, während er seinen Kopf an ihrer Schulter vergrub und einfach nur ihren Duft einatmete.

„Es ist, als würde ein Traum wahr werden, als würde die Welt stehen bleiben. Wahrscheinlich habe ich später Angst mich schlafen zu legen, um ja nicht aufzuwachen und festzustellen, das nichts hiervon real war."

„Ich auch nicht, Elrohir, ich möchte es auch nicht. Ich wünschte mir, ich könnte diesen Moment festhalten", seufzte Aníril fast tonlos. Die Elbenmaid strich Elrohir mit ihrer freien Hand durch die langen Haare, nur um sich im nächsten Moment wieder an ihn zu lehnen.

„Dann bleiben wir halt hier sitzen, bis wir voller Spinnweben sind, und mit dem Stuhl verwachsen", scherzte er und drückte sie fest an sich. Spielerisch fuhr er mit seiner Zunge über ihren Hals, biss zärtlich in den Nacken und strich ihr über den Rücken, nur um ihr kurz darauf wieder ein paar Beeren in den Mund zu schieben.

Aníril lachte ihn an, während sie genüsslich die Beeren zerkaute und ihn sanft über den Nacken strich.

„Bis die Spinnenweben kommen können wir noch lange hier sitzen bleiben", flüsterte sie ihm dann ins Ohr und legte ihre Wange an die seine. Überall dort, wo der Elb sie berührte, jagten gewaltige Schauer über ihren Rücken. Trotzdem schmiegte sie sich noch näher an Elrohir an.

Elrohir klammerte sich fast wie ein Ertrinkender an sie. Er spürte wie sein Körper zu reagieren begann, auf ihre Nähe, ihren Duft, ihre Küsse, einfach alles, was er jetzt wahrnahm, und er wunderte sich ein wenig darüber, dass dies erst jetzt passierte. Und so wie sie saß musste sie es bemerken.

„Aníril, ich hätte noch eine andere Idee", raunte er ihr zu und zog sie wieder in einen Kuss, während seine Hände über ihren Nacken strichen, über ihre Ohren fuhren und dann zu ihrer Taille glitten.

„Und die wäre?", hauchte Aníril zurück, als sie sich kurz aus dem Kuss löste und tief in seine Augen blickte. Ihre Stimme zitterte leicht überrascht. Ihr war, als würde ein Blitz durch ihre Körpermitte jagen, als sie die Hitze und Härte spürte, die sich zwischen Elrohirs Beinen entwickelte.

Elrohir musste sich zusammenreißen, Aníril nicht direkt jetzt und hier zu zeigen, was er meinte, aber er wusste ja nicht, was sie darüber dachte.

„Weißt du, wir beide wollen nicht einschlafen, aber hier draußen wird es langsam kühl, und ich wüsste einen Ort, der wesentlich wärmer ist. Und ich wollte dich fragen, ob du nicht dort die Nacht verbringen möchtest, dann wüsstest du morgen früh, dass ich noch da bin, und ich kann an deiner Seite aufwachen", flüsterte er in ihr Ohr und ließ seine Hände über ihr Schlüsselbein gleiten, und legte sie dann auf ihren Schultern ab, sie erwatungsvoll anblickend.

Aníril brachte keinen weiteren Ton hinaus, doch sie sah in seine blitzenden Augen, fühlte die Berührung auf ihren Schultern und noch immer die Wärme dort überall, wo er sie bereits berührt hatte, und sie wollte noch mehr spüren. So nickte die Elbenmaid und hauchte dem Elben einen weiteren zarten Kuss auf die Lippen, wie als eine zweite Bestätigung.

Dies war die Bestätigung, die er gebraucht hatte. Mit einer schwungvollen Bewegung hielt er Aníril fest, stand auf und hob sie gleichzeitig auf seinen Arm. Er ließ sie auch nicht mehr runter als er sie ins Schlafzimmer trug, erst als er sie auf das Bett legte, um die Kerzen anzuzünden. Er hoffte, ihr gefiel sein Zimmer, das hell eingerichtet war und nun im weichen Licht der Flammen gemütlich und einladend wirkte. Das Bett hätte auch für vier Personen gereicht und war mit seidenen Laken bedeckt. 

Aníril lag auf dem weichen Bett und verfolgte jede der Bewegungen Elrohirs. Sie zitterte immer noch leicht, als Elrohir sich schließlich ihr zuwandte und langsam begann seine Tunika aufzuknöpfen. Wie sehr wünschte sich die Elbenmaid in diesem Moment einmal selbst über die makellose Haut unterhalb seines Schlüsselbeins zu fahren.

Langsam ließ er die Tunika von seinen Schultern gleiten und legte sich dann zu Aníril, die er mit sich weiter hinter auf das Bett zog, sodass sie der Länge nach nebeneinander lagen. Langsam ließ er seine Hände wandern, küsste sie immer wieder, bis er vorsichtig begann ihre Robe zu öffnen, sie von ihren Schultern zu streifen. Er spürte, wie sie zitterte, und küsste sie wieder.

„Es ist anders, wenn man jemanden wirklich liebt", flüsterte er zärtlich und küsste die nun freigelegte Schulter.

„Ja, das ist es", konnte Aníril nur noch heiser erwidern. „... denn ich liebe dich, Elrohir", flüsterte sie dann.

„So wie ich dich", kam die geflüsterte Erwiderung, und nicht lange Zeit später befanden sich viele Kleidungstücke auf dem Boden. Elrohir betrachtete ihren Körper und er konnte nicht anders als zu versuchen jeden Millimeter ihrer Perfektion zu küssen, angefangen bei den Ohrpitzen, über Hals und Schultern zu ihren Brüsten hin, woraufhin sie eine Gänsehaut bekam. Längst hatten beide vergessen wie man sprach und so konnte Aníril nur aufkeuchen, als sie eine Zunge wenig später an ihrem Bauchnabel spürte, und er noch tiefer glitt.

Sie schmeckte so herrlich, und er musste sich sehr zusammenreißen, mit dem fortzufahren, was er tat, als er spürte, wie sie erbebte, und leise seinen Namen keuchte. Seine Zunge erforschte sie, versuchte jedes einzelne Nervenbündel zu finden, was sie dazu veranlasste sich ihm entgegen zu drängen. Gerade hatte er ein solches gefunden, als er ihre Hände in seinem Haar spürte, und wie sie ihn wieder zu sich zog, ihn leidenschaftlich küsste, mit ihrer Zunge seinen Mund erforschte. Es jagte ganze Schauer durch seinen Körper, als sie ihn in die Laken drückte, sich über ihn rollte und nun ihrerseits dieses Spiel mit der Zunge spielte. Doch nicht lange und sie küsste ihn wieder auf seinen Mund.

„Auch wenn ihr Männer es liebt die Zunge einer Frau an euren intimsten Stellen zu spüren, möchte ich doch jetzt dich spüren", raunte sie ihm heiser zu, und er kam nur zu bereitwillig dieser Aufforderung nach, oder besser gesagt, sie nahm sich was sie wollte. Dann hörte man lange Zeit nur noch geräuschvolles Atmen, Keuchen, und den geflüsterten Namen des jeweiligen anderen.   

Narwain:

Danke für dein Review aufs nächste Kap, diesmal warst du die einzige die gereviewt hat… Val und ich haben uns total gefreut… und wir hoffen, dass dir auch dieses Kap gefallen hat… vielleicht sollten wir uns das mit den Flugblättern noch einmal überlegen…

Alle Stillen Mitleser:

Bitte reviewt, wir wissen im Moment nicht ob euch die Entwicklung der Geschichte gefällt, und nur so können wir auch ein wenig auf eure wünsche eingehen. Oder wenn ihr Vorschläge oder Ideen habt… oder einfach nur ein kurzes Feedback… es würde uns sehr, sehr glücklich machen. Und wenn wir nicht wissen ob euch die Geschichte gefällt wissen wir auch nicht, ob wir sie weiter posten sollen.