Kapitel 19: Frühstück und Versprechen

Die Sonne stand bereits hoch am Himmel und sendete ihre warmen Strahlen gen Boden, als Aníril erwachte. Die Luft war frisch und kühl, die Wolken hatten sich fast vollständig verzogen, nichts erinnerte an das gewaltige Gewitter der vorangegangenen Nacht. Draußen zwitscherten die Vögel fröhliche Lieder und die Elbenmaid schloss die Augen, als die schönen Melodien ihren Ohren schmeichelten.

Tief sog sie die Luft in ihre Lungen ein, froh darüber, dass sie hier lag, unendlich froh, dass sie gerettet worden war.

Sie wollte sich ein wenig strecken, als ihr gewahr wurde, dass sich zwei Arme um ihren Körper geschlungen hatten und sie an dieser Bewegung hinderten. Ein wenig erstaunt drehte Aníril sich um und erkannte den noch mit friedlichem Gesichtsausdruck schlafenden Elrohir. Es war der Elbenmaid als würde ihr ein großer Stein vom Herzen fallen, als sie den Elben erblickte und seine Umarmung spürte. Hieß das, dass er ihr nicht böse war? Zaghaft kuschelte sie sich näher an ihn.

Etwas schmiegte sich an ihn und riss ihn aus dem Halbschlaf in dem er sich befand. Sein Blick irrte umher und schließlich sah Elrohir auf Aníril, die sich an ihn kuschelte. Sanft küsste er sie auf ihr Haupt und zog sie näher zu sich.

„Guten Morgen, ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist", flüsterte er in ihr Ohr und küsste sie erneut auf den dunklen Haarschopf.

Ein wenig unsicher sah Aníril in Elrohirs Augen.

„Verzeih mir bitte", flüsterte sie leise. „Ich war gestern nicht mehr bei mir, ich habe überreagiert." Ein wenig beschämt schloss die Elbenmaid die Augen und schmiegte sich noch näher an den geliebten Elben, wie um ihre Entschuldigung noch mehr zu bekräftigen.

Leise lachte er auf bei ihren Worten, hob ihr Kinn an und küsste sie zärtlich auf die Lippen.

„Dir ist nicht viel passiert, das ist die Hauptsache. Und ich kenne dich schon lange genug, um zu wissen, wie es um dein Temperament bestellt ist", erklärte er lächelnd und küsste sie wieder, als sich sein Magen lautstark zu Wort meldete.

„Ich glaube, wir sollten etwas zu uns nehmen, so laut wie dein Magen knurrt", erwiderte Aníril lächelnd, wurde dann jedoch wieder ernst. „Ich meinte mit entschuldigen nicht nur, dass ich überreagiert habe. Nein, auch, dass ich euch zuvor belauschte...", sie sah ihn teils niedergeschlagen, teils glücklich an.

Seufzend zog er sie noch näher an sich und knabberte zärtlich an ihrem Hals, während seine Hände über ihren Rücken wanderten.

„Wir haben das Frühstück sowieso schon verpasst und ich wüsste etwas viel besseres zum Vernaschen. Und mach dir keine Gedanken darüber uns belauscht zu haben, wenigstens muss ich dir davon nicht mehr erzählen", erklärte er lächelnd und begann dann sich einen Weg von ihrer Ohrspitze zu ihrem Schlüsselbein zu küssen, während seine Hände sanft an ihren Seiten auf und ab fuhren.

Aníril konnte an ihrem Oberschenkel deutlich spüren, was der Elb mit frühstücken eigentlich meinte, doch stieß sie ihn nun spielerisch in die Seite.

„Mein Magen knurrt aber auch", antwortete sie und küsste ihn sanft auf die Wange.

Ein freches Grinsen erschien auf seinem Gesicht, als er sich über sie rollte und mit bestimmten Küssen zum Schweigen brachte.

„Bist du dir ganz sicher, dass dein Magen nicht auch noch ein halbes Stündchen länger aushält?", fragte er spielerisch und begann an ihrem Ohr zu knabbern. Seine Hände glitten unter ihr Hemd, ihre Seiten und den Bauch streichelnd.

Die Elbenmaid sog überrascht die Luft ein, als sie Elrohirs Berührungen an ihrem Ohr und dem Bauch verspürte. Trotzdem konnte sie nicht verhindern, dass ein Schaudern sie durchlief wie ein Blitz.

„Nun, wenn ich es mir recht überlege...", sagte sie und ein leichtes Grinsen zog über ihre Züge. „... wenn ich es mir recht überlege, dann kann es noch warten", fuhr sie dann fort und hauchte Elrohir einen Kuss auf die Lippen.

Die nächste halbe Stunde waren geflüsterte Worte zu vernehmen, gefolgt von Stöhnen und Keuchen.

„Weißt du eigentlich, dass ich dich Liebe, Aní", flüsterte er seiner dunkelhaarigen Schönheit zu, als er sich wusch und sie beobachtete, wie sie sich nackt auf dem Bett räkelte.

„Ich wäre dumm, wenn ich dies nicht wissen würde, so oft wie du es bereits sagtest", erwiderte Aníril lächelnd, während sie sich auf den Bauch rollte und Elrohir betrachtete. „Und du weißt, dass ich dich genauso liebe", fügte sie noch leise hinzu. Ihre Augen glänzten.

Lächelnd kniete er neben dem Bett nieder und betrachtete sie.

„Und am liebsten würde ich es dir jetzt noch einmal beweisen, aber wir beide sollten etwas essen, komm her, ich sorge dafür, dass du annehmlich aussiehst", lachte er ihr zu, und warf den kalten Lappen auf ihren bloßen Rücken.

Aníril quietschte leise auf und schüttelte sich wie ein junger Hund.

„Elrohir, habe ich dir schon einmal gesagt, dass du ziemlich unfair sein kannst?", fragte sie gespielt empört, während sie mit der linken Hand Elrohirs Arm griff, gleichzeitig mit der rechten nach dem Lappen langte, sich auf die Seite rollte und den nassen Lappen spielerisch nach ihm warf.

Dieser fing ihn geschickt auf, tauchte ihn in die Schüssel mit warmem Wasser, setzte sich neben Aníril und begann sie zärtlich zu schrubben, erst ihre Nase, dann das Gesicht und dann langsam den Rest ihres Körpers. Bestimmten Stellen zwischen ihren Beinen widmete er besonderes Aufmerksamkeit, und lächelte, als er ihr Aufkeuchen wahrnahm, nur um dann mit ihren Oberschenkeln fortzufahren.

„Wie geht es deinem Knie, soll ich den Stützverband erneuern?", fragte er sie und platzierte einen zärtlichen Kuss auf ihre Nasenspitze.

„Das wäre ratsam", erwiderte Aníril und stockte kurz. Sie hatte es fast verdrängt, dass ihr Knie immer noch leicht schmerzte, doch Elrohirs Berührungen hatten sie es wirklich vergessen lassen. Und sie konnte schließlich kaum leugnen, dass ihr das nicht angenehm war.

„Es ist noch immer unangenehm?", stellte er mehr fest, als dass er fragte, ging zu Anírils Kommode, von der er wusste, dass sie ihre Utensilien enthielt. Dort entnahm Elrohir einen neuen Verband und beeilte sich dann mit dem Wechseln.

„So, das dürfte halten. Am besten ziehst du heute ein einfaches Kleid über, das dich nicht behindert, denn Hosen könnten etwas unangenehm drücken. Und dann lass uns schauen, was wir in der Küche noch Essbares finden", plauderte er drauf los, und warf ihr aus ihrem Schrank ein einfaches dunkelblaues Wollkleid zu, das er an ihr liebte. Er selbst nahm sich eine seiner Roben, die vor wenigen Wochen einen Weg in ihren Kleiderschrank gefunden hatten.

Aníril streifte sich das Kleid, was Elrohir ihr gegeben hatte, schnell über und schwang ihre Beine von der Bettkante hinunter. Vorsichtig versuchte sie aufzustehen. Ihr linkes Bein wollte das Gewicht der Elbenmaid noch nicht ganz tragen und so verzog Aníril kurz das Gesicht und verlagerte ihr Gewicht auf das andere Bein.

„Ich fürchte, du musst mir helfen", erklärte sie dann in Elrohirs Richtung und sah missmutig an sich herunter.

Dieser war bereits in die dunklen Roben geschlüpft und stellte sich nun neben sie um ihr zu helfen. Langsam machten sie sich auf den Weg in die Küche, wo sie eine große Überraschung erleben sollten.

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Es war schon spät am Morgen gewesen, als Erestor erwacht war, sein erster Gedanke galt seiner Tochter, doch Elrond hatte gesagt, ihr ginge es gut, und so beschloss er zuerst etwas essen zu gehen. Schnell schlüpfte er in seine Roben, kämmte sein Haar und machte sich auf den Weg zur Küche, auf dem ihm Glorfindel und Elladan begegneten.

„Guten Morgen, ihr beiden, ich wollte mich noch einmal für eure Hilfe gestern bedanken", lächelte er ihnen entgegen.

„Oh, du brauchst dich nicht bedanken", erwiderte der blonde der Elben leichthin und lächelte zurück. „Es war unsere Pflicht dir zu helfen und zudem wissen wir, wie besorgt du um deine Tochter warst. Ihr hätte durchaus mehr passieren können."

Der Blick des blonden Elben wurde Ernst, als er neben der Tür zur Küche zu stehen kam, die Hand auf den Knauf legte und sich anschickte die Tür zu öffnen.

Erestor lächelte bei diesen Worten und neigte leicht den Kopf, um anzuzeigen, dass er es akzeptierte. Als Glorfindel die Tür öffnete, staunte er ein wenig, Elrond, Legolas, seine Schwester, Haldir und dessen Brüder noch in der Küche sitzen zu sehen.

„Guten Morgen, wie es scheint, haben wir wohl alle länger geschlafen nach dieser anstrengenden Nacht", erklärte er und ließ sich neben Elrond auf die Bank nieder.

Elladan begrüßte seinen Vater und alle Anwesenden, als sein Blick auf der fremden Frau hängen blieb. Sie sah Legolas sehr ähnlich, langes blondes Haar wallte über ihre Schultern, stechend grüne Augen blickten direkt in seine, zeigten keine Scheu, wie es die Elbenmaiden sonst immer taten, wenn sie ihm begegneten. Er war vom ersten Blick an begeistert von ihr.

„Seid gegrüßt, Legolas, es ist lange her, dass wir einander gesehen haben, aber es freut mich, dass ihr wieder hier verweilt", begrüßte er den Sohn des Düsterwaldes und warf wieder einen Blick auf die junge Elbenmaid. „Und wer seid Ihr?", fragte er sie mit einer höflichen Verbeugung, nicht fähig die Augen abzuwenden.

Dadurch bemerkte er nicht die Blicke, die sich Haldir, Elrond, Erestor und Glorfindel zuwarfen.

Glorfindel lachte beim Anblick des Bruders Elrohirs in sich hinein und hielt sich gesittet die Hand vor den Mund, doch verrieten die Lachfältchen um seine Augen, was in ihm vorging. Elrond warf dem blonden Elben nur einen ein wenig erstaunten und teilweise tadelnden Blick zu. Glorfindel nahm daraufhin sofort die Hand runter, räusperte sich und wurde wieder ernst.

Und während die anderen Elben sich so alle belustigt über Elladans Miene gegenüber Melelhídhril zuwarfen, dachte der blonde Elb mit Bedauern daran, wie distanziert Erestor wiederum schien. Leise seufzte er.

Die Elben in der Küche wurden jedoch alsbald unterbrochen, als sich die Tür ein weiteres Mal öffnete und Aníril, gestützt von Elrohir, die Küche betrat. Ein wenig erstaunt blickte die Elbenmaid fragend auf die versammelte Gruppe.

„ANÍ!!!", rief ihr Vater und fiel ihr fast um den Hals. „Ich bin ja so erleichtert, dich auf den Beinen zu sehen. Wäre ich ein Mensch, hätte ich nun ein Dutzend graue Haare mehr", erklärte er und drückte seine Tochter zärtlich an sich.

Legolas beobachtete das ganze lächelnd, und wandte sich der Elbenmaid zu, in der Hoffnung, Haldir ignorieren zu können.

„Seid mir gegrüßt, Aníril, ich freue mich Euch auf den Beinen zu sehen. Da wir uns noch nicht vorgestellt wurden, mein Name ist Legolas Thranduilion, und dies ist meine Schwester Melelhídhril", auch ihm entging nicht das Aufleuchten in Elladans Augen, als er endlich den Namen seiner Schwester erfuhr, die sich nun auch Aníril zugewandt hatte.

Aníril schob ihren Vater sanft von sich.

„Ada, bitte erdrück mich nicht oder du wirst nicht mehr lange etwas davon haben, dass ich einigermaßen laufen kann", sagte sie dazu leise, aber bestimmt und nickte den anwesenden Elben freundlich zu, um sich dann an Legolas und seine Schwester zu wenden.

„Bei euch muss ich mich noch bedanken, da ich gestern nicht dazu kam", fuhr sie fort und lächelte die beiden Elben an.

Erestor ließ sie grummelnd los und setze sich wieder zurück auf seinen Platz neben Elrond.

„Aber ich freue mich einfach, dass es dir gut geht, ich habe mir wahnsinnig Sorgen gemacht um dich", erklärte er und schob schmollend die Unterlippe vor, was die Elben zum Lachen brachte, und Erestor, als es ihm bewusst wurde, zum Erröten. So frei er sich auch in der Anwesenheit seiner Familie, wozu er die Peredhel und Glorfindel zählte, fühlte, so sehr machte es ihn befangen zu wissen, dass auch Haldirs Brüder und die beiden jüngsten Kinder Thranduils zugegen waren.

Der Sohn Thranduils lächelte sie freundlich an und nickte, als Zeichen den Dank anzunehmen, dann rückte er ein Stück auf der Bank zu Seite, um Elrohir und Aníril Platz zu machen. Elladan und Glorfindel hatten es sich schon neben Haldir gemütlich gemacht, und nun begannen alle gemütlich zu essen.

„Dein Pferd befindet sich im übrigen im Stall", meinte Haldir zwischendurch.

„Na, dann ist wenigstens ihm nichts passiert", seufze Aníril mit einem gewissen sarkastischen Unterton, doch durchaus ehrlich. „Ich wollte durch mein unbedachtes Handeln nicht noch mehr, und sei es auch ein Tier, mit ins Unglück reißen."

Dann glitt der Blick der Elbenmaid jedoch zu Elladan hinüber, der mit seinen Gedanken nicht wirklich anwesend schien. Ein schelmisches Funkeln trat in Anírils Augen.

Auch Elrohir hatte Elladans merkwürdiges Verhalten bemerkt, und lächelte innerlich bei dessen glasigem Blick, doch erst einmal hatte er etwas anderes vor. Leicht lehnte er sich zu Aníril hinüber und begann in ihr Ohr zu flüstern.

„Erinnerst du dich noch, was ich über das Beweisen meiner Liebe gesagt habe? Jetzt wo wir gestärkt sind, wie wäre es, wenn wir zu meinen Räumen gehen?", hauchte er in ihr Ohr und leckte leicht daran, was Erestor, der dies beobachtet hatte, dazu veranlasste, sich an seiner Milch mit Honig zu verschlucken.

Heftig hustete er, und Glorfindel klopfte ihm bedächtig auf den Rücken.

Aníril kicherte bei Elrohirs Berührung unterdrückt auf, erst Recht, als sie sah, wie ihr Vater sich fast verschluckte.

„Nun wenn du meinst", flüsterte sie zurück und gab ihm einen zarten Kuss auf die Lippen, den Blick Erestors ignorierend.

Elladan, der endlich aus seiner Trance erwacht schien, sah kurz zu Anírils Vater hinüber und ein Grinsen huschte über sein Gesicht.

„Na, Erestor, wer wird denn da so prüde sein?", lachte er leise und sah schelmisch in die Runde.

Sein Vater warf ihm einen strafenden Blick zu, während Glorfindel und die Galadhrimzwillinge kicherten. Die beiden Kinder Thranduils sahen sich nur verwirrt an und Erestor errötete bis zu den Ohrspitzen. Haldir ließ das Ganze völlig kalt, zumindest konnten nur seine Brüder das spöttische Funkeln in seinen Augen erkennen.

Diesen Moment nutzte Elrohir aus, um Aníril mit sich zu ziehen, aber in der Tür drehte er sich noch einmal um und sah auf Elladan.

„Nur, weil du so etwas wie Zurückhaltung nicht kennst, und jede Nacht eine andere Elbenmaid in deinem Bett hast, heißt das noch lange nicht, dass du mit deiner Äußerung auch nur im geringsten im Recht bist", meinte er und hörte freudig, wie nun auch die restlichen Elben in Gelächter ausbrachen, während es an Elladan war in Gegenwart der blonden Schönheit zu erröten.

Lächelnd stützte Elrohir Aníril, als sie zu seinen Gemächern eilten.

Erestor hatte sich wieder beruhigt und sah nun kopfschüttelnd Elrond an.

„Diese Jugend, man könnte fast neidisch werden", erklärte er seufzend, woraufhin ihm die drei ältesten Elben zustimmten

„Aber du hast ja jemanden, Erestor", erklärte Elrond und blickte vielsagend in Haldirs Richtung, der daraufhin nur lachen konnte, genauso wie Glorfindel nur die Augen gen Kopf rollte. Es schien so, als würde Elrond wieder als letzter erfahren, was Wirklichkeit war.

Keine der vier hatte bemerkt, wie Legolas bei den Worten leicht erbleicht war, und nun schweigend sein Frühstück verzehrte.

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Elrohir führte Aníril in seine Gemächer und setze sie auf das Bett.

„Warte, ich bin gleich wieder da", versprach er und verschwand in sein Wohnzimmer.

Aníril streckte sich wohlig aus und blickte hinter dem Elben her, der durch die Türe verschwunden war. Sie fragte sich, was er vorhatte, seine Stimme hatte so anders geklungen. Sie lehnte sich ein wenig zur Seite um durch die geöffnete Türe blicken zu können, doch erblickte sie den Sohn Elronds nicht dabei. Seufzend setzte sie sich wieder aufrecht hin und wartete.

Verzweifelt suchte er das Kästchen, das er vor wenigen Tagen bestellt hatte. Er wusste, sie würde sich nicht über ein Schmuckstück freuen, sie war zu sehr eine Heilerin, aber er hatte es sich dennoch nicht nehmen lassen, einen Anhänger mit dem Zeichen Estes machen zu lassen. Endlich hatte er es gefunden und blickte hinab auf den kleine Stab aus Mithril, um den sich zwei Schlangen ringelten, deren Augen mit Tansaniten besetzt waren. Verträumt hielt er den Anhänger mit passender Kette in der Hand, nur um ihn direkt wieder in das Kästchen zu legen.

Lächelnd, und die Hände hinter seinem Rücken betrat er wieder das Schlafzimmer, um vor Aníril nieder zu knien. Zärtlich küsste er sie auf die Lippen.

„Du weißt, dass dir mein Herz gehört. Und nach meiner Angst gestern um dich, bin ich von dem, was ich jetzt tue, überzeugt", begann er und küsste sie erneut voller Zärtlichkeit.

Die Elbenmaid blickte ihn ein wenig verwirrt an und fragte sich erneut, was er nun mit seinem Verhalten bezweckte.

„Bitte, Elrohir, ja, ich weiß es, aber was... was willst du mir jetzt damit sagen?", fragte sie mit leicht gerunzelter Stirn und verunsichertem Gesichtsausdruck.

Wieder lächelte der jüngere Sohn Elronds, und küsste sie wieder voller Liebe, während er ihr das Kästchen in die Hand legte.

„Weißt du noch, über was Elladan und ich gestern gesprochen haben?", fragte er sie nervös

Aníril überlegte kurz. „Ich weiß nicht mehr", sagte sie nun vollends verwirrt und blickte auf das Kästchen in ihrer Hand. „Was ist das?", fragte die Elbenmaid überrascht.

Ein kurzes Lächeln überzog Elrohirs Gesicht.

„Es ist ein Geschenk, an die Frau, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen möchte, mit der ich…" Er stoppte und blickte ihr tief in die Augen, wollte sich darin verlieren. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, doch er würde die nächsten Worte sprechen. „… mit der ich den Bund eingehen möchte."

Aníril war es als würde ihr Herz stehen bleiben.

„Du willst mit mir den Bund eingehen?", fragte sie fast tonlos und erinnerte sich nun wirklich an das Gespräch, welches sie mit angehört hatte. Die Elbenmaid war sprachlos und wusste nicht, was sie noch erwidern sollte. Statt einer Antwort beugte sie sich vor und küsste ihn nun ebenfalls zärtlich.

„Aní…", war alles was er heraus brachte, und er blickte wieder in ihre Augen, seine Hände griffen nach den ihren, völlig das Kästchen vergessend, bis er dagegen stieß.

„Sie es dir an", flüsterte er und schluckte angespannt.

Mit zittrigen Händen öffnete Aníril das kleine Kästchen und sah den darin liegenden Anhänger. Vorsichtig nahm sie ihn heraus.

„Es ist wunderschön", hauchte sie mit großen Augen, um im nächsten Augenblick wieder Elrohir anzusehen.

„Lass mich sie dir umhängen. Ich wollte keinen normalen Anhänger, oder gar einen der Ringe, aber ich dachte, dieser passt perfekt zu dir", erklärte er und nahm den Anhänger sanft aus ihren Händen, glitt hinter sie und schloss die Kette.

„Du siehst damit einfach bezaubernd aus", flüsterte er und zog sie in seine Arme.

Aníril ließ es zu und schmiegte sich noch näher an den warmen Körper Elrohirs, den Kopf legte sie vertrauensvoll auf seine Schulter. Leicht zitterte sie, war sie in diesem Moment doch beinahe unfähig etwas zu sagen.

„Mein Herz rast immer noch, es fällt mir sehr schwer, so etwas zu fragen", erklärte Elrohir etwas lahm, er musste einfach etwas sagen, doch wusste er nicht was.

„Denkst du das meinige rast nicht?", fragte Aníril heiser und ergriff seine Hand, sanft strichen ihre Finger über die seinen, mit ihren Augen suchte sie seinen Blick.

Offen und voller Liebe blickte er zurück und kicherte etwas albern, als ihre Finger eine Stelle an seinem Arm berührten, an der er kitzelig war.

„Es kommt mir alles so surreal vor, aber…", sprach er und küsste sie zärtlich auf die Nasenspitze, nur um sich wieder an sie zu kuscheln.

„Ist es denn so surreal, dass du hier mit mir sitzt?", fragte Aníril zurück und musste leise lachen. Es drängte sie, sich einfach nur an ihn zu schmiegen und an nichts mehr sonst zu denken, nur noch seine Nähe zu fühlen.

Beide Elben blieben noch lange so sitzen, sich einfach im Arm haltend, bis sie einander lang und leidenschaftlich küssten, und danach wie zwei Kinder einfach im Bett lagen, sich immer wieder küssend und festhaltend.

Draußen vor der Tür standen zwei dunkelhaarige Elben, die einander wissend ansahen. Sie wussten beide, dass es sich für Väter nicht schickte, zu lauschen, aber sie hatten nicht widerstehen können.

„Jetzt gehören wir wohl wirklich zu einer Familie, nicht wahr, Erestor?", fragte ihn der Herr des Letzten Heimeligen Hauses.

„Es scheint so, doch nun lass uns mit den Boten sprechen, es gilt wichtiges zu besprechen", antwortete sein dunkelhaariger Berater, und kurze Zeit später eilten zwei albern kichernde Elbenfürsten durch die Gänge Imladris'.

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Morgan: Danke für dein Review, fühl dich umgeknuffelt ;). Und, ist die Legolas jetzt etwas sympathischer geworden, nachdem wir Gwiwi… öhm beseitigt haben? Ich hoffe du gewöhnst dich an das Pairing… vielleicht wollen wir es genau dann ja wieder auseinander reißen… sofern sie sich überhaupt bekommen HARHAR. Ich hab Fins Geduld auch bewundert… und noch mehr wundere ich mich darüber, das Erestor so blind ist… aber gut, einen Fehler brauch dieser Elb nun mal ;).

Galu: Auch die vielen, vielen Dank fürs Rev, fühl dich plattgeknuffelt… waren wir so vorrausehbar, was Mel betrifft??? Das ist einfach deprimierend… aber wer sagt, dass Ella es einfach haben wird… HARHAR… bin grade etwas sadistisch, weil ich mich innerlich für das 30. Kap vorbereite… achja, hören wir von dir noch was, was das Ende von Fallende Engel betrifft??? Nachdem wir deinem Drängelmodus so schnell wie möglich nachgegeben haben ;). Ich hoffe, dir hat diese, doch sehr luftige Kapitel gefallen… hach, ich liebe Erestor einfach ;).

Narwain: Danke für das Review ;), du bist hiermit auf offiziell weggeknuddelt. Naja, die Hochzeit soll zur Wintersonnenwende stattfinden… und es ist grade mal Anfang Winter… hat ja noch nicht mal geschneit… Ich hoffe, Elrohir hat jetzt für deinen Geschmack den Mund weit genug aufbekommen ;).

Ele: Danke für die beiden Review ;). Fühl dich in den Boden geknutscht. Ich glaube auch, das Aní es jetzt endlich gelernt hat… Und Legolas Botschaft… tjaaa, da wirst du noch das nächste Kapitel abwarten müssen… weil das ja eigentlich unsere Haupthandlung sein sollte… hmmm irgendwie… wurde es doch mehr ;).

Gwilith: Danke für dein Review, freut uns sehr, dass es dir bis hierhin gefallen hat. Ob wir Legolas und Haldir wirklich verkuppeln… dazu werde ich schweigen wie ein Grab ;). Weil, wer weiß, ob Legolas überhaupt den Mut aufbringen kann, noch einmal zu lieben… HARHAR ;).

Stern: Auch dir vielen, lieben dank für dein Review, fühl dich mitgeknuddelt ;). So langsam müsstest du wissen, dass auch wenn es so aussieht, noch nichts geklärt ist ;). Und ja, Aní gehört zu denen, die nur mit dem Schrecken und einer leichten Knieverletzung davon kommen ;).