A/N: Wir sind schon sehr auf eure Reaktionen zu diesem Kapitel gespannt, besonders zu dem Anfang. Viel Spaß damit!
Kapitel 23: Horriphobus Schreckenspein
Panik erfasste Glorfindel, er wusste, er musste so schnell wie möglich den anderen Bescheid geben. Ohne zu zögern schnappte er sich Legolas, klemmte ihn sich unter den Arm und rannte in Richtung des Letzen Heimeligen Hauses.
Der Elb, welcher wie eine Aktentasche unter dem Arm des anderen klemmte, strampelte bei dieser groben Behandlung empört und äußerst heftig mit den Beinen, sodass er Glorfindel fast aus dem Gleichgewicht brachte. Eine Träne trat in Legolas Augen, bevor er anfing, laut und quäkend zu weinen. Wo war bloß sein Schnuller hin?
Stolpernd fing der Balrogtöter sich wieder und rannte weiter in Richtung Bruchtal, den sich windenden Elben unter dem Arm… Wie sollte er ihn nur ruhig stellen? Mit der anderen Hand kramte er in seinem Handtäschchen, bis er endlich fand, was er suchte. Mit breitem Grinsen zog er IHN heraus und stopfte ihn Legolas in den Mund, einen kleinen in vielen bunten Farben blinkenden Schnuller.
Legolas' Tränenfluss stoppte augenblicklich, als er das vertraute Etwas spürte. Mit feuchten Augen, begann er zufrieden an dem Schnuller zu nuckeln. Doch dann bemerkte er plötzlich, dass er immer noch unsanft getragen wurde. Empört öffnete er den Mund, der Schnuller fiel hinaus und Legolas begann wieder lauthals zu brüllen.
Verzweifelt hielt Glorfindel inne und blickte auf das schreiende Etwas unter seinem Arm. Was fehlte ihm bloß? Doch da sah er es hinter sich blitzen, schnell drehte er sich um und übersah dabei den Baumstumpf, der unsanft Bekanntschaft mit Legolas' Beinen machte, während der Balrogtöter sich bückte, den Schnuller aufhob, abwischte und ihn dem fast dreitausend Jahre alten Sohn Thranduils in den Mund steckte.
„So, mein Kleiner, sei brav, wir müssen die anderen warnen."
Legolas weinte und jammerte empört, eine solche Behandlung war er einfach nicht gewohnt, warum ging es nicht sanfter? Seine Beine taten noch weh, trotzdem begann er umso heftiger zu strampeln. Schließlich hatte sich auch noch ein gewisses Hungergefühl eingestellt... und etwas in seinem Mund tat fürchterlich weh.
Er musste den sich windenden Elben einfach festhalten, sie mussten die anderen warnen.
Ohne weiter auf Legolas zu achten preschte Glorfindel durch das Gebüsch, den jüngeren niemals loslassend, als er endlich die Häuser erblickte.
Elrond rannte ihm bereits entgegen.
„Glorfindel, da bist du ja endlich, und du hast ihn bei dir, was für ein Glück."
Verwirrt sah Glorfindel seinen Herrn an.
„Nein, wir müssen Erestor retten", rief er und wollte schon zu den Ställen eilen, um sein Pferd zu satteln, doch Elrond hielt ihn zurück.
„Nein, du musst dich ausruhen, die Geburt war zu anstrengend für dich."
Das war zuviel für Legolas. Nun hielt Glorfindel, aber ihm war immer noch keine Beachtung zuteil geworden. Weinerlich begann er mit seinen Armen um sich zu schlagen und nach allem zu grapschen und zu ziehen, was ihm in die Finger kam. Und weil dies kaum zu helfen schien, begann er noch heftiger zu strampeln als zuvor.
Völlig verwirrt blickte Glorfindel auf das sich windende Geschöpf unter seinem Arm.
„Geburt???", fragte er fast tonlos und versuchte den blonden Elben zu wiegen.
„Ja natürlich, sag bloß, du hast das vergessen, was soll denn sein Vater sagen, wenn er dies erfährt?", erklang Elronds Stimme. „Und jetzt hast du den armen Kleinen auch noch erschreckt, los, bring ihn in die Wiege, Erestor hat sie extra für ihn gebaut."
Fassungslos folgte Glorfindel dem Elbenherrn und erschrak sichtlich, als er kurze Zeit später in seinem Gemach eine Wiege fand, in die er den strampelnden Elben hineinlegte.
Legolas beruhigte sich jedoch nicht, sondern begann noch lauter zu weinen und wiederum traten Tränen in seine Augen. Er hatte Hunger? Warum bekam er keine Milch? Und warum tat ihm im Mund alles so weh? Ein lautes ‚WÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH' tönte durch das Zimmer.
Was sollte er nun tun? Glorfindel fühlte sich überfordert und sah hilflos zu dem Elbenherrn auf, dieser sah ihn jedoch etwas mürrisch an.
„Warum kümmerst du dich nicht um deinen Sohn? Er hat wahrscheinlich Hunger, und dem Geruch nach zu urteilen musst du seine Windeln auch wieder wechseln. Enttäusche Erestor doch nicht", herrschte Elrond ihn an.
„Aber… aber Erestor ist doch gefangen genommen worden…"
„Quatsch, Glorfindel was träumst du dir denn zusammen? Hast du durch die Geburt noch Halluzinationen??? Ich weiß, dass sie für dich sehr schmerzhaft war, natürlich, ohne Gleitgel und richtige Vorbereitung ist das immer schwierig, aber dass es solche Auswirkungen hat, hätte ich nicht erwartet, und nun still den Kleinen endlich",
Ohne darüber nachzudenken befolgte er den Befehl, nahm den Kleinen hoch und setze ihn an seine Brust.
Ein wenig beruhigt, vertrockneten Legolas' Tränen und mit freudig strahlenden Augen begann er zufrieden zu nuckeln.
Elrond sah Glorfindel kopfschüttelnd an.
„Du solltest dich wirklich besser um deinen Sohn kümmern", erklärte der Elbenherr mit einem missbilligendem Gesichtsausdruck. „Ich denke der Kleine bekommt bald seinen ersten Zahn, also solltest du nun besonders aufpassen."
Mit einem letzten Blick auf den stillenden Glorfindel verließ Elrond das Zimmer.
Ein erleichtertes Seufzen entfuhr Glorfindel, als Elrond den Raum verlassen hatte, jetzt konnte er sich heimlich zum Stall flüchten und Erestor retten.
Er wollte schon aufstehen und Legolas zurück in die Wiege legen, als er sehr deutlich vor Augen geführt bekam, was es bedeutet, wenn ein Elb zahnt.
„Au!!!", fluchte er und hielt den jüngeren Elben von sich weg, sah ihn ein wenig erschrocken an. Doch konnte er ihm nicht lange böse sein, zu goldig wirkten die Pausbacken und die Milch, die noch auf seinen Lippen haftete. Er wusste, irgendetwas war noch zu tun, doch er wusste nicht genau was. Es hatte etwas mit dem Füttern eines Kindes zu tun, da war er sich ganz sicher. Angestrengt versuchte er sich daran zu erinnern, was Celebrían mit den Zwillingen und Arwen gemacht hatte, als sie noch so klein gewesen waren, wie Legolas jetzt. Er wunderte sich zwar immer noch, dass die Wiege, die Erestor gebaut hatte, zu klein für den Elben war, aber Erestor würde schon gewusst haben was er tat.
Plötzlich viel es Glorfindel ein, Celebrían hatte die Kinder über ihre Schulter gehängt, und ihnen solange auf den Rücken geklopft, bis sie ein etwas merkwürdiges Geräusch von sich gaben, und auch Erestor hatte dies mit Aníril gemacht. Fest entschlossen der Sache auf den Grund zu gehen, nahm er den jungen Elben auf den Arm und klopfte ihm mehrfach zwischen die Schultern, bis dieses merkwürdige Geräusch ertönte, dann sah er Legolas wieder an.
Glücklich strahlten Legolas' Augen, erfreut brabbelte er etwas, als er in Glorfindels Gesicht sah. „Mami?", kam ein Laut über seine Lippen und die Augen lachten fröhlich.
„Oh, er hat sein erstes Wort gesprochen, ist er nicht niedlich, Glorfindel, ich danke dir so sehr, dass du damals zugestimmt hast", ertönte plötzlich Erestors Stimme neben ihm, und erschrocken blickte der blonde Balrogtöter auf. Er verstand nun gar nichts mehr, und Panik bemächtigte sich seiner.
„Was… was… aber wieso…", stammelte er und blickte immer wieder zwischen Legolas und Erestor hin und her. Bis plötzlich seine Aufmerksamkeit wieder auf den Sohn Thranduils gezogen wurde.
Legolas sah in mit großen Augen an und sein Körper krampfte sich in den Händen des Elben seltsam zusammen. Und dann öffnete Legolas den Mund, gab seltsame würgende Geräusche von sich, bis er sich schließlich genau in Glorfindels Gesicht hinein übergab.
X.X.X.X.X
Vor Schreck setze Glorfindel sich auf und sah aus großen Augen auf den über ihm stehenden Sohn Thranduils, der noch einen Eimer Wasser in den Händen hielt.
„Es war nur ein Traum…", beruhigte er sich, bis ihm auffiel, das doch etwas nicht stimmte. „Erestor… Schnell wir müssen nach Bruchtal."
Legolas sah den Elben vor ihm ein wenig verwirrt an.
„Ihr seid bewusstlos geworden. Seid Ihr sicher, dass Ihr Euch wieder auf einem Pferd halten könnt?", fragte er unsicher.
Unwirsch wischte Glorfindel diese Frage beiseite.
„Natürlich kann ich das, ich bin nur erschrocken ob Eurer Worte. Auf dem Weg könnt ihr mir dann erklären was vorgefallen ist", entgegnete er und schwang sich auf sein Tier, das seine Soldaten bereits gesattelt hatten.
Legolas lief ebenfalls zu seinem Reittier, welches verschwitzt an der Stelle stand, an dem der Elb von ihm geglitten war, und nun unruhig herum tänzelte. Mit einem Schwung, saß Legolas wieder auf seinem Tier und trieb es direkt neben Glorfindels Ross.
„Wie weit ist es bis Imladris?", fragte er.
„Bei diesem Tempo haben wir die Häuser in einer Stunde erreicht", erklärte Glorfindel knapp, und trieb sein Tier weiter an.
Legolas tat es ihm gleich und trieb sein Pferd zu immer größerer Eile. Er hörte das laute Schnaufen des Tieres, doch es folgte willig den Befehlen seines Herren. Und so jagten die beiden Rösser Seite an Seite durch die pechschwarze Nacht.
Glorfindels Herz pochte ihm bis zum Hals, er hatte Legolas aufmerksam zugehört und nun war seine Sorge um den geliebten Elben ins unermessliche gestiegen. Er hoffte, sie würden ihn retten können, er betete darum.
Es schien ihm, als kämen sie nicht voran, als würden sie den Häusern nicht näher kommen und er wurde immer ungeduldiger. Angst hatte ihn erfasst.
Als endlich die weißen Mauern Imladris' vor seinen Augen erschienen, seufzte er erleichtert auf. Vor der Tür sprang er ab und rannte die Korridore entlang zu Elronds Gemächern.
„Legolas, hol Haldir, er wird wissen was zu tun ist", rief er noch über seine Schulter und klopfte dann wie ein Besessener an Elronds Tür.
Der andere Elb eilte ebenfalls die Flure hinunter und suchte nach Haldir. Legolas wusste, dass dieser in Erestors Gemächern nächtigte, war sich aber nicht sicher, wo sich diese befanden. In seiner Eile stürmte er einfach durch die nächst beste Tür, hinter welcher er Erestors Räume vermutete. Der blonde Elb vergaß dabei sogar anzuklopfen und so sah er sich unvermutet in einer Situation wieder, die er sich lieber nicht hätte vorstellen wollen. Legolas war geradewegs in das Zimmer Orophins und Rúmils gelaufen, Haldirs Brüder.
Rúmil kuschelte sich eng an seinen Zwilling und genoss einfach seine Umarmung.
„Was denkst du, ich habe Haldir noch nie so erlebt, wie in den letzen beiden Tagen", meinte er gedankenverloren, während Orophin ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht strich.
„Damit hast du recht, doch ich wüsste nicht, wie wir ihm helfen können", kam die zärtliche Antwort und Rúmil blickte in die strahlend blauen Augen seines Bruders.
„Was schade ist, ich freue mich so für ihn, dass er endlich wieder verliebt ist. Seit ihrem Tod hat er nicht mehr so empfunden."
„Ja, und deswegen sollten wir uns etwas einfallen lassen. Doch jetzt wüsste ich eine bessere Beschäftigung", kicherte Orophin und beugte sich zu seinem Bruder.
In diesem Moment wurde die Tür aufgerissen, und die beiden Zwillinge schreckten auseinander und rissen die Decke hoch, um ihre unbekleideten Körper zu verdecken.
Sprachlos starrten sie auf Legolas.
Dieser sah sie ebenfalls äußerst erschrocken an.
„Ver... verzeiht", stammelte er dann, nicht wissend, was er nun sagen sollte zu seiner Entschuldigung.
„Ich suche... Haldir", brachte er dann doch schließlich hervor. „Es ist wichtig."
Erst jetzt kam den Zwillingen zu Bewusstsein, dass Legolas ja eigentlich abgereist war. Dir zogen sich rasend schnell an, wie es nur Elben konnten an und eilten zu Erestors Räumen und stürmten ohne anzuklopfen hinein.
Haldir war gerade eingeschlafen, das Gesicht des Düsterwaldelben vor Augen, als die Tür aufgerissen wurde. Erschrocken setze er sich auf und blickte auf drei atemlose Elben.
„Was ist passiert?", erscholl seine Stimme.
„Haldir!", rief Legolas. „Erestor und ich, wir wurden angegriffen - von Menschen. Es waren viele..." Der Elb brach ab und holte tief Luft bevor er weitersprach. „Ich schaffte es zu fliehen, doch Erestor... sein Pferd war zusammen gebrochen, er konnte nicht fort..."
Diesmal verstummte Legolas ganz.
Haldir fackelte nicht lange, mit einem Satz war er aus dem Bett gesprungen, nicht darauf achtend, dass Legolas nun seinen nackten Körper sehen konnte. Schneller noch als seine Brüder zuvor war er angezogen und rannte bereits los.
„Rumil, Orophin, holt Degil und mindestens zwei seiner Krieger", befahl er seinen Brüdern. „Legolas, Ihr kommt mit, Eure Schwester, die Zwillinge und Aníril wecken."
Haldirs Brüder waren bereits auf dem Weg, nachdem der Elb die Worte ausgesprochen hatte, Legolas folgte Haldir, welcher die Gänge des Hauses hinabeilte, in Richtung der Gemächer von Elronds Söhnen. Vor der Tür verweilten sie kurz und Legolas klopfte diesmal an, bevor sie eintraten.
Haldir eilte sofort auf die Zimmer Elrohirs zu und sah aus den Augenwinkeln noch, wie Legolas zu den anderen Gemächern ging. Er klopfte nicht, sondern riss die Tür auf. Er wollte nicht länger warten, wenn sein engster Freund in Lebendgefahr schwebte. Aníril würde das sicherlich verstehen.
Eng an Elrohir gekuschelt, hatte Aníril diese Nacht geschlafen, entspannt und zufrieden. Doch wurde sie von plötzlichen, lauten Geräuschen geweckt. Sie bekam gerade noch mit, wie die Tür zu dem Zimmer aufgerissen wurde. Kurze Zeit später saß die Elbenmaid mit erschrockenem Gesichtsausdruck kerzengrade im Bett und starrte Haldir entgeistert an.
„Einer von Euch beiden muss mich begleiten, Erestor schwebt in Lebensgefahr, wenn wir ihn überhaupt noch retten können", eröffnete Haldir das Gespräch und sah den beiden kühl entgegen, er musste seine Ruhe bewahren, nur so konnte er sie leiten.
Elrohir starrte den Galadhrim nur an, zu etwas anderem war er nicht fähig.
Bei Haldirs Worten war Aníril erschrocken zusammen gezuckt. Mit einem Satz sprang sie aus dem Bett und eilte auf Haldir zu. „Haldir, was ist mit meinem Vater?", rief sie und man hörte deutlich das Zittern in ihrer Stimme.
„Legolas und er sind angegriffen worden, Legolas konnte fliehen, Erestor nicht. Ich möchte einen Heiler in unserem Suchttrupp haben, also Aní, willst du mit?", fragte er kühl und sah zu Elrohir, der sich auch aus dem Bett erhob.
„Einer von euch muss hier bleiben, wir werden kämpfen müssen, und falls wir Erestor nicht finden, möchte ich einen Heiler hier wissen", erklärte er knapp und wartete auf eine Antwort.
„Ich werde mitkommen", erwidere Aníril nur und sah zu Elrohir hinüber, der immer noch neben dem Bett stand. „Immerhin geht es um meinen Vater."
Diese Worte richtete sie mehr an Elrohir als an Haldir, ihr Blick sagte zur Genüge, wie sie sich fühlte.
„Ihr werdet ihn finden, wir sehen uns bald wieder, Geliebte", flüsterte Elrohir ihr zu und er verbarg nicht die Sorge, die er empfand.
Haldir hingegen nickte nur knapp und drehte sich um.
„Ich habe nichts anderes erwartet, wir wollten los, Glorfindel trifft uns bei den Ställen."
Schnell hatte er das Zimmer verlassen und traf auf Legolas, der von Melelhídhril und Elladan begleitet wurde, auch auf ihren Gesichtern zeichnete sich Sorge ab.
Aníril gab Elrohir einen sanften Kuss, bevor sie sich schnell zu dem Schrank begab um sich geeignete Kleidung anzuziehen. Sie war froh darüber, dass Elrohir sie mitgehen ließ, zwar mit Sorge, aber ohne zu versuchen, sie davon abzuhalten.
In den gemeinsamen Räumen von Elladan und Elrohir waren so nun bereits alle fertig angezogen versammelt. Elladans Haare wirkten ein wenig zerzaust, in seinem und Melelhídhrils Gesichtern stand die Sorge geschrieben. Aníril war zudem noch reichlich blass um die Nasenspitze, als sie einen Moment später, ebenfalls den Raum betrat.
„Elladan, ich möchte, dass du uns begleitest, du bist einer der besten Kämpfer, und ich weiß nicht, gegen wie viele wir kämpfen werden müssen", sprach Haldir und verbeugte sich leicht vor der Tochter Thranduils. „Werdet Ihr uns auch begleiten?"
Der älteste Sohn Elronds nickte knapp um zu zeigen, dass er verstanden hatte, während die Frau an seiner Seite den Kopf schüttelte.
„Ich denke nicht, dass es sinnvoll wäre, würde ich Euch begleiten. Mir ist der Gebrauch des Schwertes zwar nicht fremd, aber ich möchte kein Klotz am Bein sein", erwiderte sie ernsthaft.
Legolas sah sie an und musste trotz der ernsten Situation lachen.
„Glaube mir, Schwester, ich weiß, wie du mit dem Schwerte umgehst, und ein Klotz am Bein wärest du keineswegs. Aber ich denke, die Gruppe wird bereits groß genug werden."
Er schaute in die kleine Runde, die sich versammelt hatte. Aníril war immer noch sehr blass, trug aber wie alle anderen eine entschlossene Gesichtsmiene zur Schau.
Entschlossenen Schrittes machten sie sich auf den Weg zu den Ställen, dort trafen sie auf Glorfindel, an dessen Seite Elrond stand, auch die Zwillinge waren schon da, genauso wie Degil, Hauptmann der Grenzwachen, und zwei seiner Soldaten.
Melelhídhril hatte sie begleitet und wandte sich nun Elladan zu.
„Komm zu mir zurück, wir haben noch etwas fortzusetzen", flüsterte sie ihm zu, und beide küssten sich kurz.
Haldir begrüßte Glorfindel mit einem Nicken und dieser trat auf ihn zu.
„Danke, dass du alle hast holen lassen, ich wusste, du würdest die am besten organisieren", sprach der Balrogtöter und lächelte Haldir strahlend an.
„Nichts zu danken, du weißt auch, dass ich für Erestor fast alles tun würde. Mein Herr, wir werden unser bestes geben Euren ersten Ratgeber zurück zu bringen", antwortete er und verbeugte sich kurz vor dem Herrn von Bruchtal, nur um kurze Zeit später aufzusitzen.
Glorfindel tat es ihm gleich.
Elrond lächelte erleichtert auf, auch wenn er wusste, dass nur sehr wenig Hoffnung für seinen ersten Berater bestand, so wusste er, dass diese Gruppe es schaffen würde, wenn es zu schaffen wäre.
Sein Lächeln erblasste jedoch wieder, als er auf Aníril blickte, die verkniffen auf ihrer Emlin saß und versuchte die Tränen zurückzuhalten. Er erinnerte sich an den Blick seiner Söhne, als sie von dem Überfall auf Celebríans Tross erfuhren, es war die gleiche Mischung aus Angst, Sorge aber auch alles überwindender Entschlossenheit gewesen, die nun auch aus Anírils Augen leuchtete.
Elrond wusste kaum, wie richtig er mit seiner Vermutung lag. Zwar wurde der Elbenmaid in diesem Moment wieder bewusst, dass ihr Knie noch immer nicht ganz belastbar war, doch da sie ritt, war dies kaum von Bedeutung. Im ersten Moment des Schocks hatte sie es sogar beinahe vergessen, aber wollte sie nun nichts mehr sagen, da sie fürchtete, Elrohir würde sie in letzter Sekunde von der Teilnahme am Suchtrupp abhalten wollen. Energisch schüttelte Aníril den Kopf um diesen Gedanken zu vertreiben und lauschte beklommen den letzten Worten.
„Ich bitte Euch, innerhalb von drei Tagen zurück zu kehren, wenn Ihr bis dahin nicht zurück seid, werde ich alles Nötige in die Wege leiten. Passt auf euch auf", sprach der Herr des Letzten Heimeligen Hauses und neigte sein Haupt. In diesem Moment zuckte ein Bild durch seinen Geist, von zwei dunkelhaarigen Elben, einer weiblich, einer männlich, die einander festhielten, während der männliche schwer verletzt schien. Ein Lächeln schlich sich erneut auf seine Züge und so galten seine letzen Worte Aníril.
„Wenn jemand es schaffen kann deinen Vater zu finden, dann bist du es. Ich wünsche dir alles Glück dieser Welt."
Mit diesen Worten wandte er sich ab und schritt zurück, dicht gefolgt von Melelhídhril und Elrohir.
Aníril sah dem Elbenherren leicht zweifelnd nach, jedoch wusste die Elbenmaid, dass wenn Elrond etwas sagte, sie auf die Richtigkeit seiner Worte vertrauen konnte. Trotzdem war sie sich unsicher, aber ihrerseits wollte sie nicht davon sprechen. Als die anderen Elben ihre Pferde wendeten und anritten, gab auch Aníril Emlin die Hilfen zum Antreten. Ein ungutes Gefühl in ihrem Magen blieb jedoch.
Haldir drückte einmal kurz Anírils Hand und schon schossen alle Tiere hinter Legolas her, der sie dorthin führte, wo der Angriff statt gefunden hatte.
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A/N: Der Horriphobus Schreckenspein ist ein Zauber aus dem DSA - Regelwerk, der den, auf den der Spruch gewirkt wird mit seinem schlimmsten Alptraum konfrontiert… also irgendwie passend oder?
Shiva: Hi, Danke für dein liebes Review. Noch werden weder Val noch ich verraten, was mit Erestor passiert, sonst wäre doch alle Spannung weg, oder?
Galu: Danke Süße, für das Rev. Fühl dich einmal ganz dolle durchgeknuffelt. Ist dir Fin weit genug abgedreht? Ich hoffe, wir waren dir nicht zu albern… eigentlich ist das ganze aus einem Missverständnis entstanden, aber es hat Spaß gemacht zu schreiben. Wer die Menschen sind, wird noch andeutungsweise erklärt ;).
Turquenione: Danke für dein Review ;). Ich hoffe, dir haben die letzten beiden Teile auch gefallen ;).
Narwain: Danke für dein Rev, Süße. Fühl dich umgeknuffelt. Nur ein Cliffhanger??? Nun gut ;). Und nein, die Story hat kein Ende… das, was jetzt Kap 36 war, sollte eigentlich schon in Kap 30 rein…. Sagt das genug??? Irgendwie… wird es immer länger ;). VIEL Länger ;). Ich hoffe, wir werden unser Niveau wahren können und die Spannung nicht verlieren ;).
Morgan: Danke für dein Review ;). Fühl dich umgeknuschelt. Oki, hast Recht, wir haben das arme Findelchen sehr dolle gequält… ich hoffe, du wirst mir je verzeihen… Da fällt mir auf, hast du Lust mal wieder ein RP zum betaen zu übernehmen? Diesmal ganz sicher ohne Legolas / Haldir ;). Du weißt doch, es ist schon viel mehr geschrieben als veröffentlicht. Nicht jeder betaleser ist so rasend schnell wie du ;). Ich hoffe, du wirst dich irgendwann mit Legolas / Haldir anfreunden können ;).
Lord elo: Danke für dein Review. Leider kann ich nicht versprechen, dass es in der nächsten Zeit viele Kapitel zu Nur die Wahrheit verletzt gibt, weil ich wenig Zeit habe, und dieses Projekt einfach wichtiger ist… Zu Thrandi und Elrond: Sie haben beide eine Frau, die sie über alles lieben!
Stern: Danke für sein liebes Rev, fühl dich umgewuschelt. Naja, was mit Erestor passiert, dazu werde ich noch nichts sagen. Aber: Mein Erestor ist auf jeden Fall etwas zierlicher als so manch anderer Elb. Aber durchaus nicht unfähig sich zu wehren ;). Außerdem hatte ich mir den Menschen sehr groß vorgestellt… und gegen eine solche Übermacht hat leider auch ein Erestor keine Chance…
Mondliesel: Hi, freut mich, jetzt auch so von dir zu hören ;). Fühl dich mit den anderen umgeknuddelt. Ich mag Mel auch sehr gerne, sie musste einfach rein ;). Wir mussten Legolas einfach mit Erestor wegschicken… war für den Plot das Beste… auch wenn das leider darin resultiert, dass diese FF wohl über 50 Kaps haben wird, wenn sie fertig gestellt ist… Ich hoffe, dir hat dieses kranke Kap auch gefallen ;)
Danke an Alle, die ein Review geschrieben haben. Wir haben uns sehr, sehr gefreut.
