A/N: Lothion ist ein Charakter aus Heitzis Tag und Nacht, Vielen Dank an sie, dass wir ihn uns leihen durften!
Kapitel 25: Schwerttänzer
„Sag, Elrohir, du bist so schweigsam. Ich glaube ganz fest daran, dass sie ihn finden werden", sprach Melelhídhril zu dem jüngeren Zwilling, der zusammen mit ihr in den Gärten saß, leicht blass und nervös. Sie sorgten sich beide sehr um die anderen.
Elrohir sah bei Melelhídhrils Worten auf, ein seltsames Funkeln lag in seinen Augen verborgen. „Ich glaube auch daran, doch frage ich mich, in welchem Zustand sie Erestor finden werden. Die Beziehung Anírils zu ihrem Vater ist sehr stark, ich weiß nicht , wie sie es ertragen könnte, wenn Erestor mehr zugestoßen sein sollte."
Mit einem schmerzvollen Ausdruck ließ Elrohir seinen Blick durch die Nacht gleiten. Alles wirkte so friedlich, ganz anders als in seinem Innersten, in dem ein Kampf tobte.
Tröstend streichelte Melelhídhril Elrohir über die Wange, sie wollte ihm Hoffnung geben, auch wenn sie selbst sehr unsicher war.
„Sie wird es durchstehen, du wirst ihr die Kraft geben können", sprach sie ruhig und lächelte ihn aufmunternd an.
Elrohir seufzte und erwiderte das Lächeln schwach.
„Oh, ich wünsche, dass ich das vermag, aber dennoch bin ich mir unsicher, wie in so vielen Dingen noch vor kurzer Zeit", sprach Elrohir und seufzte abermals, ergriff sanft Melelhídhrils Hand und drückte sie kurz zum Dank für die freundlichen Worte.
Nachdenklich blickte sie den jüngeren Bruder ihres Geliebten an.
„Du liebst sie schon so lange, und dies wird sich nicht ändern, also fürchte dich nicht vor deiner Zukunft, fürchte dich nicht. Du wirst ihr Anker sein, ihr Licht in der Dunkelheit, da du soviel für sie empfindest, und sie für dich", sprach sie leise und dachte selbst an Elladan. Tief in ihrem Herz war der Wunsch gewachsen, dass auch sie beide eines Tages ein solches Band verbinden würde.
Um Elrohirs Mundwinkel spiegelte sich ein leichtes Schmunzeln wieder.
„Ich danke dir für deine tröstenden Worte, aber sage mir, ich sehe, dass du selbst bedrückt bist." Der Elb brach kurz ab und musterte die Elbenmaid. In ihren Augen lag ein sanftes Schimmern, das Elrohir verriet, um wen sich ihre Gedanken wohl drehen mussten.
„Du denkst an meinen Bruder?", sagte er dann leise. Eigentlich war es keine Frage, mehr eine Feststellung.
Thranduils Tochter lächelte traurig und nickte kurz.
„Mein Herz scheint verloren, was als Spiel begann wurde ernst, doch weiß ich nicht, wie er dies empfindet", erzählte sie und blickte zu den Sternen über ihr. „Earendil wacht über ihn, er wird bald wieder hier sein. Doch wie soll ich ihm sagen, was mein Herz betrifft. Sein Lager zu teilen ist wunderschön, aber ich wünsche mir soviel mehr."
Elrohir sah Melelhídhril ernst an.
„Dann sag ihm, was du empfindest. Glaub mir, ich kenne Elladan, meinen Bruder. Ich habe ihn schon mit anderen Elbenmaiden zusammen gesehen, aber die Gefühle, die er dann zeigte, sie waren nicht so, wie die, die er dir gegenüber zeigt. Spreche mit ihm, wenn er zurückkehrt. Er wird dir die Wahrheit sagen."
„Natürlich werde ich dies tun. Elrohir, es wäre nicht meine Art, so etwas zu verbergen, ich könnte es nicht ewig in mir vergraben", antwortete die Elbenmaid lächelnd und ließ sich nach hinten in das Gras fallen. „Es ist kühl in dieser Nacht, aber die Sterne scheinen heller zu strahlen."
„Möglicherweise gibt es ihnen Hoffnung", erwiderte Elrohir nur und sah ebenfalls zum Himmel auf. „Vielleicht ist es aber auch bloß die unsere", fügte er dann leise und wieder nachdenklich hinzu.
„Sie werden ihnen den Weg weisen, daran glaube ich." Langsam strich sie sich eine Strähne ihres blonden Haares aus der Stirn und stand auf. „Begleite mich, ich brauche ein wenig Zerstreuung. Wärest du so freundlich mit mir die Klingen zu kreuzen?"
„Oh, dies werde ich gerne tun, auch ich brauche ein wenig Ablenkung", entgegnete Elrohir leise lachend. „Aber ich hoffe du weißt, worauf du dich einlässt. Mein Bruder ist trotz allem ein geschickterer Schwerkämpfer als ich", fügte der Elb dann noch hinzu während er sich langsam erhob.
„Dein Bruder konnte mich leicht schlagen, er scheint ein wahrlich begnadeter Kämpfer zu sein." Langsam schritten sie auf den Sandplatz, an dessen Rand einige Übungsschwerter befestigt waren. Melelhídhril suchte sich eines heraus, wog es prüfend in der Hand. „Dies sollte genügen. Auf einen fairen Kampf", lachte sie und tänzelte in die Mitte des Platzes, Elrohir gelassen erwartend. Das Licht der Sterne war für die Augen der Elben ausreichend.
Über Elrohirs Gesicht huschte ein sanftes Grinsen. Mit einer Hand griff er das Schwert, was er auch sonst zu Übungskämpfen trug, und hielt es bereit.
„Auf einen fairen Kampf", wiederholte er und verbeugte sich knapp. In seinen Augen funkelte es. Sein Ehrgeiz schien geweckt, er würde es der Elbenmaid nicht leicht machen, auch wenn er daran glaubte, dass sie gewandter mit dem Schwert war, als Aníril.
Langsam umkreiste sie den Elben und lächelte. Sie wusste, dies würde nicht leicht werden, aber sie hatte doch eine gute Chance, oft genug hatte sie mit Lothion trainiert. Ihre Muskeln erwärmten sich und sie startete ihren ersten Ausfall. Blitzschnell schlug sie zu.
Trotz der Übung, die Elrohir hatte, kam der erste Angriff für ihn nahezu überraschend. Er hatte es nur seinen reflexartigen Bewegungen zu verdanken, dass er das Schwert noch rechtzeitig hob um den Schlag zu parieren. Der Elb spürte die Kraft, welche in diesem Hieb gesteckt hatte, und es wurde ihm bewusst, dass die Elbenmaid ein nicht zu unterschätzender Gegner war. Doch Elrohir war nicht dazu geneigt, Melelhídhril die Führung des Kampfes zu überlassen. Und so griff er seinerseits an, nur einen Sekundenbruchteil, nachdem er ihren Schlag parierte. Fast nur einem Schatten gleich wirbelte das Schwert des Halbelben durch die Luft.
Adrenalin strömte durch ihre Adern, sie genoss diesen Kampf. Der zweite Sohn Elronds war gut, sehr gut sogar, und sie lächelte erneut. Schnell hatte sie ihr Tempo ihm angeglichen, tanzte einen inneren Tanz und versuchte ihn aus seinem Rhythmus zu bringen. Schwerter klirrten, helles und dunkles Haar glänzte im Mondlicht, als die beiden Elben einander austesteten.
Elrohir bemerkte mit Anerkennung, dass die Elbenmaid eine wirklich gute Ausbildung genossen hatte und kaum Anzeichen von Ermüdung zeigte. Er war es genauso wenig. Der metallische Klang, als die Schwerter ein weiteres Mal aufeinander trafen, hallte weit über den Platz, die Angriffe erfolgten immer häufiger und schneller, bis man die wirbelnden Körper kaum noch klar sehen konnte.
Melelhídhril wusste, sie würde noch ewig so weiterkämpfen, doch dann fiel ihre eine Finte ein, die Lothion ihr einmal zeigte. Sie täuschte vor zu stolpern.
Es war wie ein Rhythmus, wie ein langer, gleichmäßiger Fluss in dem die beiden Elben kämpften, und so stutzte Elrohir, als die Elbenmaid vor ihm mit dem Schwert zu fallen drohte. Einen Moment hielt er inne.
Dieses Zögern nutze die junge Elbemaid aus, wirbelte herum und ehe Elrohir sich versah lag sein Schwert wenige Meter entfernt im Sand. Triumphierend hielt Melelhídril ihre eigene Klinge an seine Kehle.
„Stell dein Licht nicht in den Schatten, auch wenn du nicht so gut sein magst wie dein Bruder, so kämpfst du doch auch hervorragend."
„Und du besiegst mich mit einer hinterlistigen Finte", erwiderte Elrohir leicht schmunzelnd. „Ich hätte es mir denken können. Nun aber nimm bitte das Schwert von meinem Hals oder es könnte unangenehm für dich werden, wenn Aníril zurückkehrt."
Lachend senkte Melelhídril die Klinge und grinste breit.
„Natürlich, diese Finte lehrte mich einer unserer Schwertmeister. Doch auch Erestor brachte mir vor vielen Jahrhunderten einige interessante Kombinationen bei."
„Oh ja, ich erinnere mich, dass er vor ungefähr zweieinhalb Jahrtausenden längere Zeit im Düsterwald weilte", entgegnete Elrohir, froh darüber, keine Klinge mehr an seinem Hals zu verspüren. „Allerdings sprach er nie viel über diesen Aufenthalt. Hast du ihn so mit deinen Kampfmethoden verschreckt?", fügte der Elb dann noch halb im Scherz hinzu.
Ein Schatten huschte über Melelhídrils Gesicht, als sie an jene Zeit erinnert wurde. Kurz schüttelte sie den Kopf und seufzte tief.
„Es hat schon seine Gründe, dass Erestor nicht darüber spricht. Und ich hatte leider selten die Ehre mit ihm die Klingen zu kreuzen. Doch wenn ich seine Übungskämpfe mit Lothion beobachtete, war ich oft gebannt, auch wenn euer Berater eher selten den Sieg davon trug, so schaffte er es doch, unseren Schwertmeister in Bedrängnis zu bringen", erzählte sie lächelnd und streckte sich kurz. „Meine Muskeln sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Ich denke, ich sollte so bald wie möglich ein heißes Bad nehmen, damit ich morgen keinen Muskelkater bekomme."
„Dies hätte ich dir auch geraten", erwiderte Elrohir schmunzelnd und ohne sich Gedanken über ihr Verhalten gegenüber Erestors Gründen, nicht über den Aufenthalt zu sprechen, zu machen. „Wenn du es nicht gewöhnt bist, dann kann selbst ein solcher Kampf einen heftigen Muskelkater hervorrufen. Doch willst du nicht erst warten, ob der Suchtrupp zurückkehrt?"
„Natürlich werde ich warten, und so schlimm ist es nicht. Ich kam nur die letzen Tage selten dazu, ein Schwert zu führen", antwortete die Tochter Thranduils leise und brachte die beiden Übungsschwerter wieder zurück zu ihrer Halterung. „Sag, wie ist es, ein Zwilling zu sein? Es scheint mir, als würdest du deinem Bruder sehr nahe stehen und er auch dir. Es ist nicht so, als wäre es mit Legolas und mir anders, aber ich bin doch neugierig, ob es einen Unterschied zwischen Zwilling und Schwester gibt."
„Ich wüsste nicht, dass es dort sehr große Unterschiede gibt", bemerkte Elrohir. „Nun, als Zwillinge kennen wir uns seit der Geburt. Wir stehen uns sehr nahe, wissen, dass wir einander vertrauen können... oft verstehen wir uns ohne Worte. Diese geschwisterliche Bindung ist oft sehr intensiv, wir spüren instinktiv, wie der andere sich fühlt. Bei einfachen Geschwistern mag dies anders sein."
Nachdenklich nickte die blonde Elbenmaid und schritt einige Male rastlos vor dem Zwilling auf und ab.
„Können wir vielleicht ein wenig durch die Gärten schlendern? Ich bin sehr unruhig und brauche Ablenkung", erklärte sie und setzte sich in Bewegung.
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Nur wenig Lichter brannten in Imladris, als sich der kleine Trupp dem Letzen Heimeligen Haus näherte. Thranduil ließ prüfend seinen Blick über die Anlage schweifen, sog das Bild der hellen, kunstvoll gefertigten Häuser in sich auf. Ein Teil von ihm beneidete Elrond um dieses Tal, das von Bergen und Flüssen geschützt war, sodass keine Feste nötig war, so wie in seiner Heimat. Sein Leibwächter lenkte sein Tier neben ihn, schien sehr angespannt.
„Wenn ich mich nicht irrte, hörte ich soeben das Klirren von Schwerten", erklärte er knapp und strich sich eine Strähne des langen, flammendroten Haares über die Schulter. Thranduil runzelte kurz die Stirn, er hatte nichts vernommen, doch verließ er sich auf die ausgezeichneten Sinne Lothions.
„Da wir nicht erwartet werden, schlage ich vor, wir gehen diesem Geräusch einmal nach."
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Elrohir nickte lächelnd zu Melelhídhril.
„Nicht nur du verspürst diese Unruhe", entgegnete er. Der Elb spürte deutlich, wie er immer rastloser wurde. „Womöglich macht es uns nervös, dass sie noch immer nicht zurückkehrten, ich glaube jedoch nicht, dass wir so schnell darauf hoffen können."
Er machte eine Pause und runzelte nachdenklich die Stirn, bevor er leise seufzte.
„Wenn du wünschst, können wir gerne in die Gärten gehen", fügte er dann hinzu und bot ihr den Arm an.
Erfreut hängte sie sich bei ihm unter und schritt an seiner Seite in Richtung der Gärten. Schweigend lauschten sie dem Wind und den Geräuschen der Nacht, als sich Elrohir neben ihr versteifte.
„Was ist?"
„Dort vorne läuft jemand, doch sollten wir unsere Pferde hier lassen. Vielleicht kann derjenige uns weiterhelfen", erklang Lothions kühle Stimme an Thranduils Ohr und dieser nickte, glitt vom Pferd und eilte an der Seite seiner Wache in die Richtung, in die der Rothaarige gedeutet hatte.
Elrohir schüttelte kurz den Kopf.
„Ich bin mir nicht sicher, aber mir war es, als hätte ich Geräusche vernommen. Pferdehufe und Stimmen, jedoch kann ich ausschließen, dass der Suchtrupp zurück gekehrt ist."
Der dunkelhaarige Elb drehte sich um und sah in die Dunkelheit, die sich um sie herum erstreckte.
Verwirrt folgte Melelhídhril seinem Blick, sie spürte eine vertraute Anwesenheit, doch konnte sie nicht genau sagen, was es war. Sie rückte etwas näher zu Elrohir und klammerte sich an seinem Arm fest, woraufhin er beruhigend über ihr Haar strich. In diesem Moment erklang eine Stimme aus dem Unterholz.
„WIE KÖNNT IHR ES WAGEN?"
Elrohir zuckte ob der lauten Stimme heftig zusammen. Sein Blick fokussierte sich, doch war er nicht in der Lage den Sprecher zu erkennen, Bäume verbargen ihn.
„Wer seid Ihr?", rief er deshalb laut und drückte Melelhídhril kurz die Hand.
Die blonde Elbenmaid erbleichte, als sie die Stimme erkannte und nun auch wusste, wessen Anwesenheit sie gespürt hatte.
„Lothion, komm heraus", befahl sie etwas harsch, auch wenn sie wusste, dass dieser ihre Befehle nur annehmen würde, wenn ihr Vater damit einverstanden wäre. Kurz darauf trat Thranduil in Begleitung seines Leibwächters aus den Büschen und blieb wütend vor dem jungen Halbelben stehen.
„Wir könnt Ihr es wagen?", fragte er und seine Stimme klang gefährlich leise, verstärkt noch durch die Gegenwart des rothaarigen Kriegers.
„Vielleicht sagt Ihr mir erst einmal, worüber Ihr Euch aufregt?", fragte Elrohir zurück, völlig gelassen und ruhig erscheinend, doch in seinem Innersten tobte eine Wut über diesen recht unverschämten Auftritt.
Melelhídhril erbleichte noch ein Stück mehr, als sie die Wut ihres Vaters spürte.
„Adar, es ist nicht das, was…" Weiter kam sie nicht, denn ihr Vater hatte bereits wieder das Wort ergriffen.
„Mel, halte dich gefälligst raus. Und Ihr, junger Elb, erklärt mir bitte, was Ihr um diese Stunde alleine mit meiner Tochter hier tut", knirschte er hervor und funkelte den jüngeren Zwilling an. Der kurze Blickkontakt zwischen Lothion und Melelhídhril entging ihm.
Elrohir wurde noch ein wenig wütender, ließ sich jedoch nichts anmerken.
„Ich wüsste nicht, dass ich Euch eine Erklärung schuldete", entgegnete er mit betont ruhiger Stimme, doch in seinen Augen funkelte es. „Dennoch... Wir warten hier gemeinsam auf die Rückkehr einiger Elben", fuhr Elrohir dann trotzdem fort. Er verspürte in diesem Augenblick keine Lust dem Vater Legolas' und Melelhídhrils genaueres über die Umstände zu erläutern. Vermutlich wären sie Thranduil so oder so egal gewesen.
„Und das soll ich Euch glauben? Mir wurde zu Ohren getragen wie Ihr wartet. Mel, ich hätte mehr von dir erwartet, als dass du dich diesem Welpen an den Hals wirfst", schnappte der blonde König.
Seine Tochter traute ihren Ohren nicht, langsam sickerte das Verständnis in ihr Gehirn und sie begann schallend zu lachen. Es konnte doch nicht wahr sein, dass ihr Vater Elrohir für seinen Bruder hielt. Ihr war in diesem Moment nicht bewusst, wie sehr sie sich an die Zwillinge gewöhnt hatte und auch an deren Unterschiede, sie vergaß, wie leicht sie verwechselt werden konnten.
Elrohir schien in diesem Moment auch langsam zu begreifen, worauf sich der Zorn des Waldelbenkönigs bezog.
„Nun, ich denke, Ihr verwechselt mich", erwiderte er und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die laut lachende Melelhídhril gab ihm den Rest und er begann ebenfalls zu lachen. Das fassungslose Gesicht Thranduils bemerkte er gar nicht mehr.
Wut schäumte in ihm empor und er wollte schon etwas sagen, als die leise Stimme seines Leibwächters an seinem Ohr erklang.
„Er hat Recht, dies ist Elrohir und nicht sein älterer Zwilling. Er hätte keinen Grund etwas anderes zu behaupten." Diese Worte kühlten Thranduils Wut etwas ab, doch würde er nicht locker lassen.
„Wo ist dann dein Tunichtgut von einem Bruder? Ist er etwa zu feige sich mir zu stellen?"
Sie traute ihren Ohren nicht. Bisher hatte Melelhídhril noch nie erlebt, dass ihr Vater so irrational wurde. Ein kurzer Blick zu dem Rothaarigen sagte ihr, dass auch er sehr überrascht schien.
Elrohir versteifte sich bei den Worten Thranduils.
„Ich wüsste nicht, was Euch dazu berechtigt, so über meinen Bruder zu sprechen", sagte er mit fester Stimme und presste die Lippen wütend zusammen. „Was führt Euch überhaupt nach Imladris?"
Thranduil schnaufte vor Wut, wollte schon eine unhöfliche Antwort geben, doch seine Tochter schritt dazwischen.
„Ich bin der Grund, weswegen er hier ist", erklärte sie und wartete auf eine Reaktion Elrohirs. Ihr Vater wurde aufmerksam.
Elrohir war nun vollends verwirrt.
„Aber warum?", wandte er sich an Melelhídhril. Sein Lachen war verstummt und seine Stirn in Falten gezogen.
Eine leichte Röte legte sich über die Wangen der jungen Frau und sie sah ihren Vater eindringlich an, sah die Wut in seinem Gesicht und dahinter verborgen die Sorge, die ihn aus seinem Palast getrieben hatte. Doch ihre Stimme klang fest, als sie Elrohir antwortete.
„Ich bin ohne das Wissen meines Vaters hier, er verbot mir Legolas zu begleiten."
Nun war es an Elrohir leicht erschrocken zu schauen. Ungläubig blickt er Melelhídhril an, sah jedoch nur einen festen und entschlossenen Blick.
„Nun, dann verstehe ich zwar Eure Empörung", wandte der dunkelhaarige Elb sich dann an Thranduil. „Aber die Wut auf meinen Bruder ist mir dennoch unverständlich."
Thranduil war jenseits jeder Vernunft, der Zorn hatte seine Sinne getrübt und seine Tochter fühlte dies. Eine feine Röter überzog ihre Wangen und sie blickte ihrem Vater trotzig entgegen.
„Ich weiß, was du sagen möchtest, aber ich liebe ihn", erklärte sie fest und funkelte Thranduil herausfordernd an. Deutlich war zu spüren, dass der blonde König dieses Argument nicht hören wollte.
„Du liebst ihn? Weißt du überhaupt, was das heißt, Kind?", herrschte er sie an und bevor sie antworten konnte fuhr er bereits fort, er hatte sich in Rage geredet. „Er ist es nicht wert, er wird dich nur verletzen, so wie es alle Peredhil tun. Außerdem, warum sollte er ausgerechnet für dich etwas empfinden? Er, dem der Ruf vorauseilt jede Elbenmaid mit in sein Bett zu nehmen, die willig ist."
Elrohir spürte, wie er langsam ebenfalls zornig wurde.
„Ich weiß nicht, was Ihr gehört habt", entgegnete er kalt „Aber egal, ob mein Bruder viele Elbenmaiden zu sich genommen hat oder nicht, er ist dennoch in der Lage wahre Gefühle zu empfinden. Wie kommt Ihr dazu, so über ihn zu reden? Wisst Ihr nicht, wo Ihr Euch befindet?"
In den Augen des Elben funkelte der Groll und sein Blick blieb auf Thranduil fixiert. „Ich würde aufpassen, bevor ich die Elben, welche hier leben, noch mehr beleidigen würde", fügte Elrohir dann noch hinzu. In seiner Stimme schwang etwas mit, was nahezu an Verachtung grenzte.
Es war, als würde etwas in Thranduil zuschnappen, überschäumen.
„Was bildet Ihr Euch eigentlich ein? Mir zu drohen, was soll diese Unverschämtheit." Weder Melelhídhril noch Lothion konnten rechtzeitig reagieren, schon stand der König des Düsterwaldes vor Elrohir und hielt ihm ein Schwert an die Kehle. Tödliche Stille senkte sich über die vier Elben, keiner wagte es auch nur ein Wort zu sagen.
„HALT!!!"
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Stern: Danke für dein Review, Süße. Fühl dich geknuddelt. Du hasst Cliffys? Upsi… dieser auch so schlimm? Erestor kommt erst wieder im nächsten Kapitel…
Narwain: Danke für dein Review, fühl dich umgeknuffelt ;). Öhm… keine Zeit… das kenn ich nur viel zu gut… mein Studium stresst mich total ;). Erestor ist halt ein bissel durchgedreht… total meschugge ;).
Elo: Danke für dein Review ;). Öhm… war hier in dem Kap genug Thranduil? Warte einfach mal ab, wie Elrond und Thranduil miteinander auskommen.
Turquenione: Danke für dein Review ;). Seine Kinder? Jop, zumindest die kleine Ausreißerin ;).
Paule: Danke für dein Review, fühl dich umgeknutschelt ;). Jaja, immer diese faulen Reviewer… siehst du, bei mir weißt du wenigstens, dass ich keine Zeit habe bei Licht und Schatten weiter zu lesen (ich war seit einer Woche nicht mehr abends daheim… und so geht das bei mir im mom ständig). War das genug Thrandi? Zu Erestor und Menschen: nächstes Kap, versprochen ;).
Seni: Danke für dein Review, fühl dich in den Boden gekuschelt (so langsam wird es schwer, für jeden so was zu überlegen, dass man nicht immer knuddeln sagt ;)). Leider hat Thranduil die anderen verpasst… aber es wäre auch zu einfach gewesen, oder? Irgendwie hab ich fast Mitleid mit Elrohir… und ja, Thrandi handelt erstmal… wie man sieht ;). Aber hey, wer würde sich keine Sorgen um seine Kinder machen, erst Recht, bei der Hintergrundgeschichte (Fallende Engel). Erestor und Fin: Ja, sie sind auch mein Lieblingspairing, deswegen mache ich es ihnen auch immer so schwer ;). Aber glaub mir, das Bandeln hofieren und so weiter geht noch ein Weilchen weiter… wir haben noch ein paar Pairings auf Lager, und noch genug Probleme ;). Versprochen!!!!! (Was denkst du, soll ich Heitzis Lothion noch einbauen… ich hab ne Idee… VAAAAAAAAAALINJAAAAAAAA….. ich sollte mal am Plot arbeiten… hach wird das lustig ;)).
Galu: Das beste zum Schluss! Danke für dein Review, fühl dich ganz heftig dolle durchgewuschelt! Der Kerl? Ein haradrimischer Sklavenhändler… Ich mag ihn auch nicht… leider aber nimmt 2940 DZ der Schatten Saurons schon zu… Ein wütender Thranduil? War er dir wütend genug? Jaja, ich glaube, du hast mit deiner Vermutung über das Temperament wirklich recht ;). Ich hoffe, Vilyana beeilt sich mit dem beta für das nächste Kap, da kommt dann auch wieder was zu Erestor… und wer weiß, vielleicht auch Glorfindels Reaktion auf den Menschen ;).
