A/N: Entschuldigt, dass es so lange gedauert hat, aber mein Studium war sehr stressig, und unsere beta hatte eine Weile einen defekten Rechner…

Dieses Kapitel ist Pauleschwein gewidmet, sie brachte uns mit einer kleinen Bemerkung im Die, die wir lieben – Thread in der Welt der Träume auf die Idee – haben wir hiermit den Gegenbeweis vollendet?

Kapitel 31: Glorfindel, erledige sie!

Verärgert strich sich Erestor die dunklen Strähnen aus den Augen. Er hasste es, wenn sie ihm ins Gesicht fielen. Schon seit Stunden saß er an einer Korrespondenz mit Cillien und wusste nicht so recht, wie er sich ausdrücken sollte. Aber er hatte Elrond versprochen den Brief an Estel zu entwerfen. Mit schmerzendem Kreuz lehnte er sich in dem Stuhl zurück und ließ seinen Blick über die Landschaft vor dem Fenster schweifen. Es schneite schon sehr lange und langsam aber sicher bildete sich eine gut einen Meter hohe Schneedecke.

Wie schon so oft in den letzten Wochen dachte er über sein Verhältnis zu Glorfindel nach. Auch wenn er den Blonden, wie er nun zugeben konnte, aus ganzem Herzen liebte, so waren sie doch kaum einen Schritt weiter gekommen. Auch wenn er es in der Zwischenzeit genießen konnte, Glorfindels Hände in den seinen zu fühlen, so zuckte er doch noch jedes Mal zusammen, wenn dieser ihn in die Arme schloss. Seine Verletzungen waren längst verheilt, zumindest die körperlichen, wenn auch langsamer als gewöhnlich, seine Seele schien mehr Schaden davon getragen zu hab als er sich selbst eingestand. Seufzend vergrub er seinen Kopf in den Händen und versuchte seine Gedanken weg von dem blonden Balrogtöter zu bewegen. Schon wollte er sich zurück an die Arbeit machen, als er neben sich ein leises Piepsen vernahm.

Verwundert blickte er auf und seine Augen wurden immer größer, als er die kleine Besucherin sah, die auf seinem Schreibtisch saß und ihn neugierig musterte.

„Na, Kleine, was tust du denn hier?", fragte er das kleine graue Wesen, das nun auf ihn zutippelte und ein jämmerliches Piepsen von sich gab. „Was, dir fehlt etwas zu essen und deine Familie hungert? Wir sollten dringend etwas dagegen tun."

Lächelnd nahm er die graue Pelzkugel auf die Hand und setzte sie auf seine Schulter, während er aufstand.

„Halt dich gut fest", warnte er sie und begab sich auf den Weg in die Küche, ihren Erzählungen von ihren Kindern und dem Winter lauschend.

Nur unweit entfernt eilte ein genervter Glorfindel über die Gänge. Die Besprechung mit Elrond und einigen anderen Elben hatte länger gedauert, als erwartet und der Blonde war mit seiner Geduld am Ende. Seine Augen funkelten, als er mit schnellen Schritten durch Bruchtal lief, bis er schließlich kurz vor der Tür zu Erestors Arbeitszimmer abrupt zum Stehen kam. Mittlerweile war der blonde Elb in die Räume des Dunkelhaarigen gezogen und Glorfindel konnte nicht verleugnen, dass er froh darüber war, wie Erestor nun auf ihn reagierte, dass dieser sich nun wenigstens von ihm berühren ließ.

In diesem Moment zog Glorfindel jedoch überrascht die Augenbrauen hoch, als er sah, wie Erestor aus dem Gemach trat. Der blonde Elb musste mehrfach hinsehen, da er zuerst dachte, er würde halluzinieren, aber selbst ein zweiter Blick brachte keine neue Erkenntnis. Auf Erestors Schulter saß eine kleine Maus, zu welcher der dunkelhaarige Berater Elronds freundlich und angeregt sprach.

Entgeistert schüttelte Glorfindel den Kopf. Erestor konnte ihn doch immer wieder überraschen.

Hinter sich vernahm er Schritte, und so trete Erestor sich lächelnd um.

„Glorfindel, schön dich zu sehen, begleitest du mich, und die junge Dame?", fragte er lächelnd und streckte dem blonden Elben seine Hand entgegen. Es freute ihn, seinen Geliebten zu sehen und so bedachte er der kleinen Begleiterin kurz in ihrem Redefluss inne zu halten. „Wir wollten in die Küche, und uns etwas zu Essen stibitzen. Ich habe es wieder einmal geschafft vor lauter Arbeit zu vergessen, dass ich doch etwas zu mir nehmen sollte."

Mit gerunzelter Stirn, aber dennoch lächelnd ergriff Glorfindel Erestors Hand.

"Mir scheint es, als wolltest du nicht nur dir etwas zu essen holen", schmunzelte er und deutete mit der freien Hand auf die Maus. "Aber sag, wie kommst du dazu, gerade eine Maus als deine neue Weggefährtin auszuwählen?", fuhr der Elb dann lachend fort.

Ein leichtes Lächeln lag auf Erestors Lippen und wieder lauschte er dem, was die Maus ihm erzählte. Glorfindels Hand lag wunderbar warm in der seinen und er freute sich, dass dieses Mal keine Angst in ihm aufstieg.

„Wenn ich ehrlich bin, sie saß auf dem Schreibtisch und erzählte mir davon, dass ihre Familie nicht über den Winter kommt. Da beschloss ich, ihr etwas zu Essen zu besorgen", erklärte er kichernd und drückte die Hand seines Geliebten einmal fest.

"Dann kann sie froh sein, dass du so ein Herz für..." Glorfindel warf einen weiteren Blick auf das kleine Lebewesen, bevor er weiter sprach. "…für hungrige Mäuse hast."

Die Mundwinkel des Elben zuckten immer noch. Gleichzeitig war er erfüllt von einem Glücksgefühl, das ihn immer dann durchströmte, wenn er Erestor in seiner Nähe wusste, und welches in diesem Moment besonders stark war.

Kurz hörte er der kleinen Maus zu und blieb dann vor der Tür zur Küche stehen.

„Nun, so wie es aussieht bin ich unter den Mäusen eine Legende, weil ich ihnen in den letzten Jahrhunderten ab und an etwas gab. Deswegen hat sie mich auch aufgesucht. Bei anderen hätte sie Angst gehabt, dass sie versuchen würden sie zu erschlagen, oder gar zu erdolchen", erzählte Erestor fröhlich und betrat dann die Küche, den Koch freundlich begrüßend.

„Seid gegrüßt. Habt ihr eine Kleinigkeit für mich und meine Begleiterin zu essen?"

Glorfindel, der ihm mit erheitertem Gesicht gefolgt war und nun direkt hinter Erestor stand, verfolgte mit einem Grinsen auf seinen Zügen, wie sich bei dem Koch nahezu die gleiche Reaktion auf die Maus wie bei ihm zeigte.

Nach dem kurzen Augenblick der Verwirrung, fasste sich der Koch jedoch und schmunzelte nun ebenfalls.

"Nun, dann sagt mir, was ihr als Wegzehrung für Euch und Eure Begleiterin vorschlagen würdet", fragte der Elb und betrachtete die Maus auf Erestors Schultern aufmerksam.

„Ich würde für ein Käsebrot und zwei Äpfel stimmen. Für meine Freundin hier bitte das gleiche nur ihrer Körpergröße angepasst", antwortete der Berater Elronds höflich und grinste, als die Maus sich unter seinen Haaren versteckte. „Du brauchst keine Angst haben, der Küchenchef wird dir nichts tun."

"Ich habe noch nie einem Tier etwas zu leide getan", fügte der Elbenkoch nur lächelnd hinzu, bevor er sich umdrehte und im hinteren Teil der Küche verschwand, um die gewünschten Dinge zu besorgen.

Nur kurze Zeit später kam er zurück, reichte Erestor seine gewünschten Speisen und zusätzlich zwei dünne Apfelscheiben für die Maus.

Dankbar nahm der Berater alles entgegen und verließ mit einem Schmunzeln die Küche. Man brauchte seine kleine Begleiterin nicht darauf aufmerksam zu machen, dass der Koch bereits viele Tiere gebraten, gekocht und gedünstet hatte.

„So, jetzt bringe ich dich zu deiner Höhle zurück. Aber verrate dem Koch nicht, dass ich ihm noch einen Brotkrummen geklaut habe", sprach er leise und griff wieder nach Glorfindels Hand, während er selbst herzhaft in das Brot hinein biss.

"Du scheinst die kleine Dame gut zu kennen", bemerkte Glorfindel nur neckend und sah den geliebten Elben aus den Augenwinkeln mit einem verschmitzten Blick an. "Aber, sage mir... legst du es darauf an, mich eifersüchtig zu machen?"

„Nicht mehr…", lachte Erestor und trat hinaus in den Schneefall, rannte fröhlich durch die fallenden Flocken auf den Baum zu, zu dessen Wurzelwerk die kleine Höhle war. „Doch sollte man doch eine so hübsche Gefährtin sicher nach Hause begleiten, oder Fin?"

"Sicherlich, man kann schließlich nie wissen, welche Gefahren sie erwarten, sollte man sie einsam und alleine gehen lassen", erwiderte Glorfindel trocken und lief dem dunkelhaarigen Elben mit leichtfüßigen Schritten nach. Wie sehr wünschte er sich in diesem Moment Erestor endlich einmal in den Arm nehmen zu können. Doch der Blonde wusste um die Reaktion, die dann folgen würde, und er war nicht gewillt, dass Vertrauen, das Erestor in ihn hatte, zu zerstören.

Noch immer fröhlich setzte der dunkle Elb seine kleine Besucherin vor dem Loch ab und legte ihr die beiden Apfelscheiben und die Brotkrumme hin.

„Sollte es wieder einmal knapp werden, so wende dich vertrauensvoll an mich", offerierte er dem kleinen Wesen und wartete, bis sie, fröhlich schwatzend, in dem Loch verschwunden war. Schon wollte er aufstehen, als der derzeitige Gefährte der Maus hinaustrat, auf ihn zutippelte und Erestor kräftig in den Finger biss.

„AU!", schrie er auf, sprang auf die Füße und sah entsetzt auf das Blut, das aus seinem Finger hervorquoll. „Wie es scheint, habe ich doch noch jemanden eifersüchtig gemacht."

"Musst du auch immer mit dem Feuer spielen und einer Dame den Hof machen, von der du nicht weißt, ob sie bereits vergeben ist", entgegnete Glorfindel jedoch vergnügt und bevor der Dunkelhaarige reagieren konnte, ergriff er auch schon flink den verletzten Finger. Mit einem schelmischen Funkeln in den Augen sah er den Elben an, während er gleichzeitig seine Zunge über den Finger gleiten ließ und das Blut ableckte.

Die warme Zunge an seinem Finger ließ ihn erzittern und erstaunt sah Erestor auf den blonden Elben vor ihm. So gelöst wie selten betrachtete er den lächelnden Elben und wusste, er konnte die Situation nicht länger ertragen, musste all seinen Mut zusammennehmen, um etwas zu ändern. Fast schon schüchtern trat er einen Schritt auf den Elbenkrieger zu, legte seine andere Hand in dessen Nacken.

„Fin…"

Erstaunt hörte Glorfindel die Stimme Erestors, die leicht zu zittern schien und es brachte das Herz des Elben dazu, heftig in der Brust zu schlagen.

"Ja?", erwiderte er leise, kaum fähig sich zu rühren.

Auch die verletzte Hand wanderte nun in den Nacken seines Geliebten.

„Schließ deine Augen", forderte Erestor sanft.

Glorfindel schluckte und sah den Dunkelhaarigen noch kurz an, bevor er tat wie ihm geheißen wurde und langsam die Augen schloss, so ruhig atmend, wie es ihm in diesem Moment möglich war.

All seinen Mut zusammennehmend überbrückte Erestor die letzte Entfernung zwischen Glorfindel und sich, brachte ihre beiden Lippen in Kontakt. Nur kurz flackerte die Angst in ihm auf, doch bezwang er sie und fuhr mit seiner Zunge langsam über den Mund seines Partners, erbat einlass und genoss das Gefühl der kühlen Lippen auf den seinen.

Obwohl Glorfindel dies erwartet hatte, hatte er bis zuletzt doch nicht wirklich gewusst, ob er daran glauben sollte. Nun lief ein Schaudern durch seinen Körper, als er Erestors Lippen spürte. Unwillkürlich öffnete er den Mund leicht, gewährte dem Dunkelhaarigen, worum er bat und legte gleichzeitig seine Hände vorsichtig auf den Rücken des Elben.

Der sanfte Druck in seinem Rücken ließ ihn näher an Glorfindel herantreten, während er begann mit der Zunge des Blonden zu spielen. Es war ein wundervolles Gefühl: die Kühle der Luft gegen den warmen Körper des Balrogtöters. Der nasskalte Schnee gegen die feuchtwarme Mundhöhle. Sein gesamter Körper begann sich zu entspannen, das Gefühl der Nähe zu dem Elben zu genießen.

Freudig spürte Glorfindel, wie sich Erestor in seinen Armen zum ersten Mal nicht verspannte. Und so zog er den Dunkelhaarigen näher zu sich, spürte seine Wärme, was ihn noch mehr erschaudern ließ und erwiderte gleichzeitig den Kuss, das Zungenspiel Erestors, während er um sich herum alles vergaß.

Doch irgendwann musste sich Erestor wieder von Glorfindel lösen. Entspannt ließ er seine Hände nun auf die Hüfte seines Gegenübers wandern, schmiegte sich an den Elben.

„Fin… ich liebe dich", flüsterte er und küsste ihn zärtlich auf die Wange.

"Ich dich doch auch, ich dich doch auch", murmelte Glorfindel nur und strich mit einer freien Hand sanft über die Gesichtszüge Erestors. Ein nie gekanntes Glücksgefühl strömte durch den Elben, gerne hätte er diesen Moment festgehalten, wollte ihn immer wieder durchleben können.

Es war so leicht, so befreiend gewesen und Erestor vergrub lächelnd den Kopf an Glorfindels Schulter, umarmte den Blonden enger.

"Ich weiß, Fin…", wisperte er und genoss einfach die unschuldige Nähe, die nun zwischen ihnen herrschte. „Doch… nicht mehr…"

"Nein... nicht, wenn du nicht willst", erwiderte Glorfindel flüsternd. Der Elb wollte den Augenblick nicht zerstören, nicht die Stimmung unterbrechen, die zwischen ihnen herrschte, zu kostbar und zu selten erschien sie ihm. Deshalb hielt er Erestor einfach nur fest, schloss die Augen und sagte nichts mehr, genoss nur so lange, bis sich der Dunkelhaarige freiwillig von ihm lösen würde.

„Danke… doch es hat nichts mit wollen zu tun, und das weißt du, Fin", antwortete Erestor ruhig. Langsam befreite er sich aus der Umarmung, doch lag noch immer ein Arm um die Taille Glorfindels und er verschränkte die andere Hand mit der seines Geliebten. „Komm, lass uns hineingehen, mir würde ein Bad gut tun, und dir auch. Wir beide hatten viel zu tun, und ich vermute, die Beratungen heute sind an dir nicht spurlos vorüber gegangen."

"Nein, das sind sie nicht", antwortete Glorfindel mit einem Seufzen, einerseits über die angesprochenen Beratungen, die ihm wirklich fast den letzten Nerv geraubt hatten, andererseits über die viel zu schnelle Trennung von Erestor. Sanft drückte er dann jedoch dessen Hand und machte sich auf den Weg zurück in die Häuser.

Doch der dunkelhaarige Berater ließ seine Hand nicht los, hielt sie fest umschlossen. Er wollte den Kontakt nicht unterbrechen. Vor seiner Zimmertür blieb er stehen.

„Begleitest du mich in die Badehäuser? Ich würde mich über deine Gesellschaft freuen, und könnte dann erfahren, was sie heute wieder ausgeheckt haben."

"Du hast Recht, Erestor, auch ich sehne mich nach etwas Entspannung nach der Besprechung", erklärte Glorfindel lächelnd und fasste nun auch die andere Hand des Dunkelhaarigen. "Und sicherlich erfreust du mich wieder, mit deinen Kommentaren, ich kenne dich schließlich", fügte der Blonde dann noch neckend hinzu.

„Natürlich, mit wachsender Begeisterung", antwortete Erestor trocken und eilte, nachdem er sich frische Kleidung herausgesucht hatte, in die Richtung der Badestätten.

Glorfindel schüttelte nur kurz den Kopf über den Berater Elronds, bevor er ebenfalls über die Gänge schritt, um nur kurz nach Erestor die Badehäuser zu erreichen.

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Das warme Wasser entspannte seine Schultern und er lehnte sich genüsslich zurück, als er leise Schritte vernahm.

„Setzt dich zu mir Fin. Es ist einfach herrlich", forderte er den blonden Elben auf, während er die Augen schloss und sich räkelte wie eine zufriedene Katze.

Nichts tat der Blonde lieber als sich ins Wasser zu seinem Geliebten zu gesellen und so schloss sich das warme Nass schon wenig später um den Körper des Elben, der zunächst einfach nur ruhig da saß und nachdenklich Erestor musterte.

„Sag, haben sich Thranduil und Elrond heute aufgespießt, oder musstest du in der Hitze des Gefechtes wieder einmal Lothion herausfordern?", spottete der Dunkelhaarige liebevoll, während er anfing zu schnurren. Das Wasser tat einfach zu gut.

Glorfindel lächelte.

"Weder noch. Thranduil und Elrond waren sich selten einmal so einig wie heute. So freundlich habe ich sie auch lange nicht mehr erlebt und Lothion hat mit der ganzen Sache auch nichts zu tun. Nein, es stört mich nur, dass sie die Beratung so lange hinzogen, obwohl die Lösung bereits auf der Hand lag."

Der blonde Elb seufzte, schloss die Augen und tauchte mit dem ganzen Körper einmal unter Wasser, um im nächsten Moment prustend wieder aufzutauchen.

Fragend öffnete Erestor ein Auge, beobachtete Glorfindels Verhalten und grinste nur in sich hinein. Es war einfach zu entzückend, wie der Blonde nun dort saß und ihm die nassen Strähnen ins Gesicht hingen.

„Du kennst das doch. Erinnere dich an Turgon und Ecthelion, wie lange sie beide darüber beraten haben, wie wir die Heere von Feanors Söhnen unterstützen können. Dabei stand der Plan eigentlich schon von Anfang an fest. Auch sonst ist es eigentlich immer so – jetzt weißt du wenigstens, warum ich nur Berater wurde… Man wird SEHR geduldig mit den Jahren."

"Ich glaube es dir", murmelte Glorfindel nur mit einem genervten Schnauben. Seine Augen begannen bei dem Gedanken an die Beratungen wieder gefährlich zu funkeln und bevor der Elb etwas Wütendes sagen konnte, wiederholte er die Prozedur und tauchte abermals unter Wasser.

Amüsiert hob Erestor beide Augenbrauen und grinste seinen Liebhaber frech an.

„Vielleicht solltest du es mit dem kalten Wasser versuchen", schlug er vor und schon hatte er den Eimer kalten Wassers, der neben dem Becken stand, über Glorfindels Kopf ausgeschüttet.

Mit einem leisen Aufschrei sprang Glorfindel auf. Zwar fror er nicht wirklich, doch die Kälte hatte ihn erschreckt. Wütend funkelte er Erestor an, sprach jedoch nichts und ließ sich wieder in das warme Wasser gleiten. Er war gereizt und wollte in diesem Zustand nichts sagen, was er später bereuen könnte, nicht jetzt, nachdem endlich eine weitere Annäherung zwischen ihnen zu Stande gekommen war.

„Och Fin… nicht schmollen", witzelte der Berater Elronds und begann nun warmes Wasser hinterher zu spritzen. „Seit wann bist du so ein Griesgram?" Seine gute Laune ließ ihn wagemutig werden, und so beugte er sich schließlich vor und küsste den blonden Elben erneut auf die Lippen, doch versuchte er jeden Körperkontakt zu vermeiden.

Überrascht spürte Glorfindel den erneuten Lippenkontakt seitens Erestors und auf einmal schien jeglicher Ärger wieder wie weggewischt. Sanft erwiderte er den Kuss ohne seinen Geliebten zu bedrängen, genoss einfach nur und freute sich, dass die Initiative eindeutig von Erestor ausging.

Die kühlen Lippen des blonden Noldo fühlten sich einfach wunderbar an und Erestor intensivierte ein wenig den Kuss, schmeckte Glorfindel. Leichte Schauer jagten durch seinen Körper und ein Teil seines Herzens begann Vertrauen zu fassen, da er nicht bedrängt wurde.

„Fin…", flüsterte er, als er sich wieder von diesen weichen, nun erwärmte Lippen löste.

"Ja, Erestor?", fragte Glorfindel und lächelte sanft. Die Situation kam ihm nur zu bekannt vor, genauso wie der Tonfall mit dem der dunkelhaarige Elb seinen Namen sagte. Alleine dies jagte einen warmen Schauer durch seinen Körper.

„Nichts…ich fühle mich einfach wohl." Erestors Stimme hatte nun einen leicht schüchternen Klang bekommen, und er nahm eine von Glorfindels Händen in die seine, führte sie an seine Wange und lehnte sich dagegen. „Bald werden wir zum Essen erwartet, und dürfen uns dieses Schauspiel erneut ansehen. Weißt du, viel lieber würde ich hier mit dir bleiben."

"Das glaube ich dir", erwiderte Glorfindel leise, ließ sanft seine Finger über Erestors Wange streichen. "Aber trotzdem müssen wir hingehen."

Sanft entzog der Elb Erestor seine Hand, stand auf und stieg aus dem Wasser. Eins der an der Wand hängenden Handtücher diente zum Abtrocknen. Lächelnd sah Glorfindel zurück.

"Willst du nicht ebenfalls herauskommen?"

Lachend schüttelte Erestor den Kopf.

„Nur gegen noch einen Kuss", erklärte er, stand auf und streckte die Arme nach Glorfindel aus.

Dieser näherte sich vorsichtig dem Wasserbecken, beugte sich vor und hauchte dem Dunkelhaarigen einen Kuss auf die Lippen, bevor er schnell wieder zurücktrat.

"Mehr nur, wenn du herauskommst", erklärte Glorfindel dann lachend und sah belustigt auf Erestor.

Grummelnd stieg Erestor aus der Wanne und trocknete sich mürrisch ab.

„Fin, du bist einfach unmöglich." Noch immer vor sich hin brummelnd schmiss er sein Handtuch an den Haken, um sich anzuziehen.

"Das weiß ich", erwiderte Glorfindel jedoch nur fröhlich, ohne das Grummeln seines Geliebten zu beachten und begab sich selbst daran, seine Kleider wieder anzulegen. Aus den Augenwinkeln warf er einige verstohlene Blicke zu Erestor. Ein Schmunzeln konnte er sich dabei nicht verkneifen.

Missmutig bemerkte Erestor die Musterung, seitens seines blonden Noldo, und so schmiss er ihm sein Hemd an den Kopf.

„Benimm dich, Fin. Sonst schlafe ich heute Nacht in meinem Zimmer." Mit dieser Drohung drehte er sich rum und ging hinaus in den Schneefall, noch immer oben herum unbekleidet.

Immer noch lächelnd beugte sich Glorfindel herab, um das Hemd aufzuheben, bevor er Erestor hinterher eilte.

"Bist du so schnell beleidigt?", fragte er schmunzelnd, als auch er wieder unter freiem Himmel stand und die weißen Flocken wie kleine Punkte vor seinen Augen auf und ab tanzten.

„Nein", lachte der Dunkelhaarige und wirbelte zu Glorfindel herum, um ihm einen leichten Kuss auf die Wange zu geben. „Mir ist kalt, wärme mich." Schnell hatte er sich in Glorfindels Arme geschmiegt und sich an dem Blonden festgehalten, damit dieser ihn so in das Letzte Heimelige Haus begleitete.

Glorfindel sah nur ein wenig überrascht auf den dunklen Haarschopf. Vorsichtig legte er auch den zweiten Arm um Erestor und drückte den Elben nah an sich, so dass die Wärme seines Körpers auf den seines Geliebten überging. Erst dann drehte er sich gemeinsam mit Erestor um und schritt zurück ins Haus, auf den Weg zu den Essräumen. Doch seine Gedanken waren die ganze Zeit glückserfüllt bei dem Elben an seiner Seite.

X.X.X.X

Zum Titel: auch das bezieht sich auf Pauleschweins Äußerung in besagtem Thread… ich zitiere ihn hier:

„Naja, war ja klar, dass auch in dieser Story Erestor der verhuschte, kleine Bücherwurm ist. (Eine Maus! Eine Maus! Glorfindel, erlege sie!) Gut, ich einer muss halt dran glauben.

Das ist aber eigentlich schon das Einzige, was mich daran stört. Ich habe von Erestor nämlich eine andere Vorstellung. (2 Meter groß, muskulös, ohne bepackt zu sein, lange, schwarze, bis zur Hüfte reichende Haare...

..
Gib ihn doch bitte ein wenig männliche Würde zurück."

Galu: Danke für dein Review, fühl dich ganz lieb in den Boden gekuschelt. Sorry, dass es so lange gedauert hat… Jetzt mit Erestor wieder besser? Das war's dann auch erstmal mit den Beiden… die nächsten Kapitel gehören wieder eher den Düsterwaldelben ;).

Stern: Danke auch dir für das Review, fühl die geknuffelt. Also, ab nächstem Kap geht es auf jeden Fall wieder um die Düsterwaldelben, aber wir wollten Erestor nicht so lange in der Schwebe hängen lassen… Unsere beta hatte leider zwei Wochen lang einen defekten Rechner, und ich hatte sehr viel für die Uni zu tun, daher schleppt es sich im mom ein wenig… aber wir werden sicherlich diese FF beenden ;).

Sarah: Auch dir vielen Danke, fühl dich geknuddelt. Also, ging es dir schnell genug mit Erestors Erholung? Zumindest mit dem ersten Schritt?

Narwain: Danke! Fühl die umgewuschelt. Jop, du hättest es dir denken müssen, das unsere Chars leiden… ;). Aber ich halte es bei Erestor nie lange durch – ich häng einfach zu sehr an ihm ;).

Enessa: Auch dir vielen Dank ;). Ja, Charakter Quälen macht sehr viel Spaß… in Traum vom Tod ist es im mom aber am extremsten, wenn ich mich nicht irre… Denn hier ist die Lage ja schon wieder leicht entspannt ;).