Kapitel 32: Die Schwierigkeiten des Coming Out
Hektisch eilte er durch die Gänge auf der Suche nach seinem Sohn. Immer wieder tauchten die Worte Legolas' in seinem Geist auf, als dieser gestern mit ihm gesprochen hatte. Doch noch mehr sah er immer wieder Erestor vor sich, wie er Glorfindel leidenschaftlich küsste. War es richtig seinem Sohn davon zu erzählen? Nicht noch einmal wollte Thranduil den Fehler begehen und Legolas im unklaren lassen. Seufzend blieb er vor der Tür zu den Gästeräumen stehen und dachte noch einmal an die Unterhaltung gestern:
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Erschöpft hatte Thranduil sich in seinem Sessel zurückgelehnt und dachte wieder einmal melancholisch daran, dass Melelhídhril sich weigerte mit ihm zu sprechen. Aber er wusste nicht, wie er sich entschuldigen sollte. Auch wenn Erestor wohl Recht hatte, und er schon mehrfach sehen konnte, dass dem ältesten Sohn Elronds wirklich etwas an seiner Tochter lag, so war er immer noch misstrauisch und auch sein Stolz ließ es nicht so leicht zu. Zudem liefen die Beratungen schlecht und er wollte nichts sehnlicher als in den Düsterwald zurückkehren, zu seinem Volk, denn dort hatte er wenigstens seine Ruhe.
So musste er aber noch warten, bis sie sich endlich einig wurden. Seufzend stand er auf und schürte das Feuer im Kamin, als es klopfte.
„Herein."
Legolas hatte draußen auf dem Flur gestanden und eine Weile dort verharrt. Er war unsicher gewesen, wusste nicht, ob er sich seinem Vater anvertrauen sollte, aber schließlich war der Drang mit jemandem darüber zu reden stärker geworden. Und so hatte er entschlossen geklopft und war in das Zimmer getreten.
„Guten Tag Adar", grüßte er seinen Vater, der vor dem prasselnden Kaminfeuer kniete.
Es versetze Thranduil in Erstaunen, dass sein Jüngster ihn so zurückhaltend grüßte und so blickte er überrascht über die Schulter zu Legolas.
„Schön dich zu sehen, mein Sohn. Komm, setz dich zu mir", offerierte er und setzte sich selbst in einen der beiden Sessel am Kamin. Seine leuchtend grünen Augen musterten seinen Sohn neugierig.
Legolas spürte die Unsicherheit, die langsam in ihm aufsteigen wollte, doch er war nicht gewillt ihr nachzugeben. Schnell setzte er sich in den Sessel gegenüber seinem Vater und musterte ihn seinerseits. Der König des Düsterwalds schien seltsam nachdenklich zu sein, wie Legolas seinen Vater schon lange nicht mehr erlebt hatte. So vergaß der Elb für einen Moment den Grund, warum er zu Thranduil gekommen war.
„Was ist mit dir, Adar? Du wirkst so nachdenklich", erklärte er leise.
Diese Frage verwirrte den blonden König noch mehr und er sah seinen Sohn aus großen Augen an.
„Ich und nachdenklich? Nun, eher würde ich sagen, ich bin kurz davor alle, die an den Beratungen teilnehmen, zu erdolchen. Insbesondere Elrond, aber wir wussten ja von Anfang an, dass es nicht leicht werden würde für ihn und mich, uns zu einigen", antwortete er seinem Sohn leicht gequält. „Doch was mich viel mehr verwundert bist du. Etwas scheint dich zu bedrücken, sonst wärest du nicht so zurückhaltend."
Nur ein leichtes Lächeln huschte über Legolas' Züge.
„Du hast Recht und täuschst dich nicht. Aber ich weiß nicht, wie ich es in Worte fassen kann...", erwiderte Legolas und versuchte gleichzeitig die Nervosität, die ihn erfasste, zu bekämpfen.
Thranduil spürte den inneren Kampf seines Sohnes und fragte sich, was diesen so sehr bedrückte. Und vor allem, was es war, dass sich dieser nicht traute es auszusprechen. Ging es um Melelhídhril und Elladan? Schnell verwarf er diesen Gedanken wieder, da er wusste, dass Legolas jegliche Bedenken dieser Art frei geäußert hätte. Doch was war es dann, was seinen Jüngsten beschäftigte?
„Sag, wieso fällt es dir so schwer, darüber zu sprechen, so kenne ich dich gar nicht?"
Legolas seufzte nur und schwieg einen Moment. Warum war es nur so schwierig sich seinem Vater anzuvertrauen? Doch er wusste nicht, wie sein Vater die Tatsache aufnehmen würde, dass er... Legolas konnte den Gedanken nicht einmal zu Ende denken. Es war schon so lange her, aber der Schmerz war lange Zeit so real gewesen, dass der Sohn des Düsterwaldkönigs nie in der Lage gewesen war, ihn zu verdrängen, doch nun...
„Adar, ich habe mich noch einmal verliebt..."
Die grünen Augen Thranduils weiteten sich überrascht. Er hätte mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Sein Herz setzte einen kurzen Schlag aus, als ihm ein unglücklicher Verdacht in den Sinn kam.
„... Aber nicht in Arwen, oder?", fragte er ängstlich und sah seinen Sohn erwartungsvoll an, als ihm einfiel, dass dies vielleicht nicht die besten Worte gewesen waren. „Was ich sagen wollte... ich freue mich für dich, dass ist großartig... Verzeih, dass ich so unglücklich reagiert habe." Mit einer fließenden Bewegung ergriff er die Hände seines Sohnes und lächelte ihn strahlend an. Er hatte so gehofft, dass Legolas eines Tages wieder sein Herz öffnen würde.
Verdutzt sah Legolas seinen Vater an.
„Wie kommst du darauf, dass... Arwen?", fragte er nun lachend. Solch eine erste Frage hatte er nicht erwartet, trotzdem war er glücklich über die ehrlich gemeinten Worte Thranduils. Dennoch war Legolas bewusst, dass er seinem Vater noch immer nicht gestanden hatte, in wen er sich verliebt hatte und genau das war der Grund, warum er nun so unsicher war.
„Nein, nicht Arwen", wiederholte er ein weiteres Mal. „Nur wohl auch niemand... den du gutheißen würdest."
Erst einmal erleichtert lehnte sich der blonde Herr des Düsterwaldes zurück und blickte nun wieder neugierig auf seinen Sohn. Jemand, den er nicht gutheißen würde? Es wunderte ihn sehr, denn außer der Familie Elronds gab es niemanden, den er aus Prinzip ablehnen würde. War diejenige also schon vergeben? Doch bevor er fragte, bot er seinem Sohn noch einen Weinkelch an.
„Dann etwa jemand, der schon vergeben ist?"
Legolas sah die Erleichterung auf Thranduils Gesicht und musste unwillkürlich schmunzeln, wusste er doch um das problematische Verhältnis seines Vaters zu Elrond und dessen Kindern. Bei den letzten Worten seines Vaters war er jedoch aufgeschreckt. Hatte Thranduil einen Verdacht, wer es sein könnte? Mit zitternden Händen ergriff er den Kelch.
„Ja", erwiderte er nur schlicht, weil ihm nichts Weiteres einfiel, was er noch hätte sagen können.
In Thranduils Gehirn arbeitete es und er ging im Geiste alle Elbenmaiden durch, die er kannte.
„Doch nicht etwa Aníril, oder?"
Legolas. der gerade von seinem Wein getrunken hatte, verschluckte sich bei der Frage seines Vaters beinahe und begann hilflos zu husten. Erst nach einer Weile hatte er sich so weit erholt, seinen Vater entgeistert anzuschauen und zu antworten.
„Aníril?", fragte er ungläubig. „Adar, wie kommst du darauf? Aníril ist mit Elrohir verlobt... nein, ich habe mich nicht in SIE verliebt."
Legolas schüttelte immer noch den Kopf und fragte sich, wie sein Vater darauf kam, dies zu fragen.
„Sie ist nun mal vergeben, und hat außerdem die Schönheit ihres Vaters geerbt", antwortete Thranduil kleinlaut und nahm nun seinerseits einen Schluck Wein, um seine Verlegenheit zu verbergen. „Wer ist es aber dann? Ist es jemand, der älter oder jünger ist? Lass dir doch nicht immer alles aus der Nase ziehen."
„Jemand, der älter ist, als ich", entgegnete Legolas und schaffte es endlich ohne Störung von seinem Wein zu trinken. „Jemand, der viel älter ist."
Nun war Thranduil fast überfordert, denn er wusste nicht wirklich, mit welchen Elbenmaiden sein Sohn verkehrte, die soviel älter, als er selbst und bereits vergeben waren. Wieder marterte er sein Gehirn und es verwirrte ihn, dass nun die einzige in Frage kommende Maid eine war, die er selbst nicht sonderlich gut kannte.
„So langsam weiß ich nicht mehr weiter... die einzige Frau, die mir jetzt noch in den Sinn kommt, ist Laereth...?"
Legolas schüttelte den Kopf.
„Adar, ich weiß nicht, wie du solch abwegige Fragen stellen kannst. Nein, es ist auch nicht Laereth... ich habe niemals gesagt, dass es überhaupt eine Frau ist."
Die letzten Worte waren Legolas mehr als schwer gefallen. Nervös atmete er tief ein und beobachte seinen Vater genau, um nur die geringste Regung in seinen Zügen wahrzunehmen.
„Ein Mann also..." Thranduil staunte nicht schlecht, als er dieses Geständnis hörte und fragte sich, wieso es seinem Sohn so schwer gefallen war dies zuzugeben. Auch wenn er selbst im zweiten Zeitalter festgestellt hatte, dass es eher uninteressant für ihn war, so stand er dem doch nicht so ablehnend gegenüber. Heimlich hoffte er ja immer noch, dass Erestor eines Tages erkannte, wie Glorfindel zu ihm stand.
„Sag, mein Sohn, wer ist denn der Glückliche? Und warum schienst du zu glauben, ich hätte etwas dagegen? Auch wenn meine Erfahrungen mit Elros viele Jahrhunderte zurück liegen, so..." Er stockte und beschloss lieber nicht weiter zu sprechen, sondern sich seinem Wein zu widmen.
Legolas sah seinen Vater ob seines Geständnisses ein wenig ungläubig an und schüttelte erneut den Kopf, während er gleichzeitig versuchte hilflos mit den Schultern zu zucken.
„Ich weiß nicht, Adar, ich hatte das Gefühl, du würdest es nicht gutheißen wollen." Legolas brach ab und suchte nach den richtigen Worten. So viel schoss ihm durch den Kopf und mit jedem Augenblick wurde er unsicherer.
„Ich habe mich in... Haldir verliebt", brachte er schließlich hervor.
Die erste Reaktion Thranduils war, sich zu fragen, was daran das Problem war. Bisher hatte er noch nicht gehört, dass der Hauptmann der nördlichen Grenzwachen vergeben war. Gut, es hieß, er sei unnahbar und dies sagte er seinem Sohn auch.
„Legolas, bisher hörte ich nie, dass Haldir sein Herz verschenkt habe, nur, dass er, seit seine Geliebte gestorben ist, sich nie mehr binden wollte."
„Adar, davon weiß ich nichts... aber ich habe es gesehen... und Elrond hat es bestätigt. Haldir und Erestor sind durch tieferes verbunden, als bloße Freundschaft."
Leise kamen diese Worte über Legolas' Lippen und erst als er sie ausgesprochen hatte, kam die Traurigkeit wieder, die er schon so oft verspürt hatte, wenn er daran gedacht hatte.
Bei den Worten seines Sohnes musste Thranduil tief Luft holen. Zwar hatte er gewusst, dass Erestor blind sein konnte, aber SO blind hatte er nicht gedacht. In diesem Moment tat ihm Glorfindel einfach nur leid, genauso wie sein Kind.
„Dies verwundert mich sehr", begann der König und überlegte, wie er seinem Sohn alles erklären konnte. „Soweit ich weiß, gibt es jemanden, der Erestor über alles liebt. Ich muss dringend mit ihm reden."
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Lange hatte er nach Erestor gesucht, und als er ihn schließlich gefunden hatte, hatte er seinen Augen nicht getraut. Der dunkelhaarige Noldo hatte mitten im Schneefall gestanden und Glorfindel voller Leidenschaft geküsst. Die Worte, die sie danach gewechselt hatten, waren sehr deutlich gewesen und Thranduil überlegte fieberhaft, wie er dies seinem Sohn beibringen sollte.
Noch immer stand er vor der Tür zu den Gemächern und musste allen Mut zusammen nehmen, um zu klopfen.
Nachdenklich stand Legolas mitten in seinem Gemach und starrte geistesabwesend aus dem Fenster, sah die Landschaft ohne sie wirklich wahrzunehmen. Er dachte an so vieles, seine Schwester, seinen Vater, das Gespräch, was sie geführt hatten.
Und aus diesen Gedanken wurde Legolas unsanft herausgerissen, als es plötzlich an der Tür klopfte. Erschrocken schreckte der blonde Elb zusammen und rief: "Herein."
Noch einmal tief durchatmend, betrat Thranduil das Gemacht seines Sohnes. Er war immer noch nervös, doch auch verwirrt.
„Ich muss mit dir reden, mein Sohn", grüßte er Legolas und setzte sich auf einen der Sessel, während er hinaus in das Schneetreiben blickte.
"Schon wieder?", versuchte Legolas zu scherzen, aber der Anblick seines Vaters verdarb es ihm. Stirnrunzelnd sah er zu Thranduil.
"Ada, was ist? Warum blickst du so ernst?"
„Ich habe gerade etwas sehr interessantes erfahren…", begann Thranduil und brach kurz darauf wieder ab. Er war sich einfach nicht sicher, wie er seinem Sohn erklären sollte, dass seine Informationen nicht der Wahrheit entsprechen konnten.
"Und was ist so interessant, dass du wiederum ein solches Gesicht machst?", erkundigte sich Legolas und setzte sich gegenüber seinem Vater in den anderen Sessel. Sein verwirrter Blick ruhte auf Thranduil, während der Elb auf eine Antwort wartete.
Der König des Düsterwaldes musste mehrfach ansetzen, bis er endlich die richtigen Worte finden konnte.
„Sag, Legolas, bist du dir wirklich sicher, was Erestor und Haldir betrifft?"
Überrascht sah Legolas seinen Vater an. Er hatte mit einigem gerechnet, aber nicht mit einer solchen Frage.
"Ja, Adar, das bin ich... Aber warum fragst du mich noch?"
„Weil ich es doch bezweifle." Thranduil wusste einfach nicht, was er sagen geschweige denn, was er denken sollte. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Erestor jemanden betrügen würde."
Entgeistert sah Legolas seinen Vater an, versuchte zu verarbeiten, was sein Vater so eben gesagt hatte.
"Adar, aber... Wieso sollte Erestor Haldir denn betrügen?"
„Ich bezweifle, dass er Haldir betrügt, ich bezweifle, dass sie einander überhaupt lieben. Es passt einfach nicht zu Erestor, nicht zu dem Berater, den ich kenne." Thranduil wählte seine Worte mit bedacht. Er wollte nicht, dass sein Sohn… Was wollte er nicht? Noch immer kreisten seine Gedanken, um den Anblick Erestors und Glorfindels und er hatte große Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Aber Elrond hatte es bestätigt, also, was war passiert?
"Und warum sollte Erestor Haldir nicht lieben?", fragte Legolas zurück und ein hohles Lachen entwich über seine Lippen. "Nein, Adar... Ich weiß, was ich gesehen und gehört habe - und was ich glaube."
Noch immer dachte Thranduil an die beiden Elben, die er vor wenigen Minuten gesehen hatte und so überhörte er fast die Worte seines Sohnes, antwortete mehr aus Reflex, als sich wirklich darüber Gedanken zu machen.
„Weil er vor wenigen Minuten einem anderen seine Liebe gestanden hat."
"Was sagst du? Adar, soll das wahr sein oder erlaubst du dir einen Scherz mit mir?"
Erschrocken und gleichzeitig erstaunt war Legolas aus seinem Sessel hochgefahren und starrte nun Thranduil an. Der Sohn des Düsterwaldkönigs bemerkte gar nicht, wie seine Beine leicht zitterten, viel zu sehr war er auf eine Antwort seines Vaters konzentriert.
Verwirrt blickte Thranduil auf, die laute Stimme seines Sohnes hatte ihn aus den Gedanken gerissen.
„Ein gute Frage, mein Sohn, was sagte ich gerade?", fragte er mit einem leichten Glühen auf den Wangen. Selten verfiel er so tief in seine Grübeleien.
"Du sagtest, dass Erestor jemand anderem seine Liebe gestanden hat", erwiderte Legolas unwillkürlich. Seine Stimme hatte jedoch jeglichen Tonfall verloren, sein Gesicht wirkte blass. "Und ich fragte dich, ob du dir einen Scherz mit mir erlaubst."
„Oh…", war Thranduils erste Reaktion und er schallt sich innerlich einen Narren. Er sollte besser aufpassen, was er sagte. Nicht auszudenken, wie er dastehen würde, wenn ihm so etwas in Elronds Gegenwart passieren würde…
„Und nun zu deiner Frage: Nein, ich treibe keinen Scherz mit dir. Ich hörte es sehr deutlich, wie er diese Worte sprach."
"Und wem soll er dies gesagt haben?", fragte Legolas erneut, seinen Blick weiterhin auf seinen Vater gehaftet. Die Gedanken wirbelten nur so durch seinen Kopf, dass der Elb kaum eine Chance hatte, sie zu ordnen.
Innerlich fluchte Thranduil, als er die Unsicherheit seines Jüngsten bemerkte. Er hatte dieses Gespräch wirklich nicht sinnvoll geführt. Seufzend lehnte er sich zurück und sah seinen Sohn aus funkelnden grünen Augen an.
„Er hat es dem gestanden, der ihn schon seit Jahrtausenden liebt. Die beiden haben sich wirklich Zeit gelassen."
"Und wer ist derjenige?" Legolas wurde immer wütender und so hob sich auch die Lautstärke seiner Stimme beträchtlich. "Du hast mir gesagt, ich lasse mir jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen, aber ist es bei dir anders? Wie lang willst du die Antwort noch hinauszögern? Warum sagst du nicht kurz und knapp, was passiert ist, damit wäre uns beiden geholfen!"
Der blonde Elb stoppte, nach Luft schnappend, abrupt in seiner Rede.
Verwundert blickte der blonde König Legolas an.
„Sag bloß, du weißt das nicht? Ich hatte immer den Eindruck, dass jeder Elb in Mittelerde, außer Erestor natürlich, weiß, dass Glorfindel in Erestor verliebt ist und zwar bereits seit sie sich in Gondolin kennen lernten. Irgendwie freue ich mich für die beiden."
"Adar, manchmal brauchst du zwar lange, um offensichtliche Dinge zu verstehen, aber genauso bist du manchmal der Einzige, der manche Tatsachen erkennt. Nein, ich wusste es nicht... und warum sollte Erestor ausgerechnet jetzt... Warum bist du dir so sicher... Und was ist dann mit Haldir?"
Anfangs hatte Legolas noch sicher und mit einem leicht spöttischen Ton gesprochen, doch seinen letzten Worten war deutlich anzuhören, wie unsicher der blonde Elb wurde, der nun nicht mehr wusste, was er für wahr halten konnte.
Nachdenklich lehnte Thranduil sich zurück und starrte in die Flammen.
„Fassen wir noch einmal zusammen: Erestor liebt Glorfindel, dies war offensichtlich. Es gibt die Vermutung, dass er aber mit Haldir auch das Lager teilte. Gut, soweit ich weiß, würde Haldir nicht zulassen, dass so etwas bekannt würde, wenn nicht etwas Wahres daran wäre. Es verwirrt mich ehrlich gesagt ein wenig, mein Sohn", sprach der blonde Sinda und sah Legolas fragend an.
"Das wären jedoch Tatsachen, die sich widersprechen", erwiderte Legolas nun stirnrunzelnd. "Es sei denn, Erestor würde Haldir betrügen, aber das hast du selbst ausgeschlossen... Nur, was ist jetzt die Wahrheit?"
Legolas' Gesicht nahm nun selbst einen fragenden und verwirrten Ausdruck an.
„Wenn ich dies nur wüsste, mein Sohn. Mir scheint, als würde uns ein Teil des Bildes fehlen", seufzte der König und stützte das Kinn auf seine Hände. „Weswegen könnte Haldir seinen Ruf so missachten? Weswegen würde Erestor jemanden so offensichtlich betrügen? Welche Information fehlt? Oder schätze ich meinen Lehrer so falsch ein?"
Legolas ließ sich wortlos in seinen Sessel zurücksinken und starrte eine ganze Weile vor sich hin. Vielerlei Gedanken jeglicher Art gingen ihm durch den Kopf, doch die meisten verwarf er. Es gab nur eine Lösung...
"Wenn dies so ist, dass du die Wahrheit nicht kennst, so werden wir sie auch nicht gemeinsam herausfinden. Ich werde Haldir fragen", erklärte der Elb schließlich mit fester Stimme.
Thranduils Kopf ruckte bei diesen Worten hoch und er sah seinen Sohn überrascht an.
„Und was gedenkst du ihm zu sagen, mein Sohn? Etwa, dass sein Geliebter ihm untreu war? Pass auf, welche Worte du wählst, es könnte den stolzen Galadhrim verletzen. Und ein innerer Instinkt verrät mir, dass du dies auf keinen Fall wünschst."
"Wüsstest du eine andere Lösung?", fragte Legolas mit hochgezogenen Augenbrauen zurück. "Und nein... kennst du mich so wenig, dass du denkst, ich würde dies Haldir direkt erzählen?"
Der blonde Elb schüttelte stumm den Kopf, bevor er sich erhob. "Nein... selbst ich weiß, dass dies nicht geschickt wäre. Ich rede mit Haldir... aber das werde ich ihn auf diese Weise sicherlich nicht fragen", fügte der Sohn Thranduils dann noch hinzu, bevor er sich zur Tür wandte.
„Ich wünsche dir viel Glück, mein Sohn", sprach der ältere Sinda und verließ nun auch seinerseits das Gemach, um zu seinen Räumen zurück zu kehren. Innerlich fragte er sich, welche Antwort Legolas wohl erhalten würde.
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Huch, nur drei Revs, die ich beantworten muss? Was ist los Leute? Hat es so zu lange gedauert mit dem letzten Kap, das ihr nicht mehr weiter lesen wollt? Tut mir echt leid… aber ich bin daran wirklich unschuldig… oder war die Sache mit der Maus zu abstrus?
Stern: Danke für dein Review. Fühl dich umgeknuffelt ;). Wie versprochen, es gibt jetzt ein wenig was zu Legolas ;). Das Baby hat ja ein Jahr Zeit, bis es geboren werden will ;). Und danke für das Kompliment mit der Maus, mir hat das tierischen Spaß gemacht ;).
Galu: Danke für das Review, fühl dich kräftig durchgewuschelt und geknuffelt. Ja, ich habe die Prüfungen bestanden, also erstmal zwei Monate Zeit ;). Wie lange es dauert, bis aus den Küssen mehr wird… tja, erstmal müssen wir uns Legolas widmen, das geht ja nicht mehr so weiter ;). Für mich ist Erestor übrigens schon zierlich, was aber nicht heißt, das er kräftig und gewand mit dem Schwert ist ;). Ich hoffe, dieses Kap entspricht in etwa deinen Erwartungen… aber ich glaube, das nächste wird interessanter, oder?
Narwain: Danke für das Review, fühl dich ganz lieb geknuffelt ;). Freut mich, dass dir das mit der Maus gefallen hat ;). War das schnell genug mehr? Zum Titel des letzten Kapitels: Unten in den Anmerkungen habe ich geschrieben, warum es so heißt ;).
