Kapitel 33: Eisblumen im Wasser

Wohlig ließ er sich in das heiße Wasser gleiten und lauschte dem leisen Rauschen des Bruinen. Einst hatte Erestor ihm diesen Platz gezeigt, und nun nutzte er die Ruhe dieser abgelegen liegenden Quelle, um sich zu entspannen und seine Gedanken zu ordnen. Im Stillen freute er sich über das heiße Wasser und die eisige Luft. Dampfschwaden stiegen auf und wurden erst dort schwächer, wo die Quelle sich mit dem Bruinen vereinte. Doch von seinem Sitzplatz aus war diese Stelle nicht zu sehen.
Seine Muskeln entspannten sich langsam und er ließ seine Gedanken zu dem schwarzhaarigen Berater wandern. Haldir sorgte sich um seinen Freund, der immer noch unter den Ereignissen litt und es nicht schaffte, sie zu verarbeiten. Wie hatte es nur so weit kommen können? Sie hätten einfach schneller sein müssen! Doch es brachte nichts, sich deswegen schuldig zu fühlen und so sann der blonde Hauptmann darüber nach, wie er Erestor nur helfen könnte. Gab es eine Möglichkeit, seinem Freund das Vertrauen zu geben, dass die körperliche Liebe mit einem Mann etwas Schönes war?
Warum tauchte ausgerechnet jetzt in seinen Gedanken das Bild des blonden Königssohnes auf? Warum musste er ausgerechnet jetzt an ihn denken, wenn es um den Akt der Liebe ging? Sein Körper reagierte wie von selbst und Haldir war erleichtert, dass er sich außerhalb der gewöhnlichen Badestätten befand, und somit niemand sehen konnte, wie sein Körper ihn betrog. Genauso, wie sein Herz ihn betrogen hatte. Seufzend lehnte der Galadhrim den Kopf zurück, beobachtete die Schneeflocken, die durch die heiße Luft schmolzen und dachte wieder einmal daran, dass er sich nicht in Leoglas hatte verlieben wollen. Wie war es nur geschehen?
„Haldir, höre auf dich selbst zu martern", entschied er resolut und versuchte verzweifelt seine Gedanken auf etwas anderes zu lenken, was ihm missglückte.

Kurz grüßte Legolas einen Elben, der ihm auf seinem Weg durch die Gärten entgegen kam. Nach außen hin war das Gesicht des Waldelben einer steinernen Maske gleich. Ernst und ein wenig gleichgültig wirkte es, doch hinter dieser Fassade brodelten noch immer die Emotionen und die Unsicherheit des Sohnes Thranduils.
Legolas hatte eine ganze Weile in den Häusern Bruchtals nach Haldir gesucht, bevor er einen Bediensteten nach selbigem gefragt hatte. Glücklicherweise hatte dieser den Hauptmann gesehen, konnte jedoch nicht benennen, wohin er gegangen war. Nur dass der Galadhrim sich in Richtung der Gärten Imladris' gewandt hatte, hatte der Bedienstete vage andeuten können. Legolas war daraufhin sofort in die Richtung geeilt, jedoch verursachte die Nervosität in ihm, dass sich seine Schritte verlangsamten, nur um sich dann wieder zu beschleunigen. Immer noch grübelte der blonde Elb darüber nach, wie er Haldir danach fragen sollte, wie sein Verhältnis zu Erestor stand.
Seufzend senkte Legolas den Kopf und starrte auf seine Füße, während er weiter voran schritt, kaum merkend, dass sein Weg ihn mittlerweile durch die Gärten hindurch in die Nähe des Bruinen führte.

Frustriert schüttelte Haldir sein Haupt, noch immer bekam er das faszinierende Lächeln des blonden Königssohns nicht aus seinem Bewusstsein verbannt und auch sein Körper verlangte nach Aufmerksamkeit.
„VERDAMMT", fluchte er ungehalten und überlegte, ob er nicht besser aus dem warmen Wasser steigen sollte, um sich stattdessen in den Schnee zu werfen. Wenigsten würde die Kälte seinen Körper unter Kontrolle bringen.

Legolas erstarrte inmitten seiner Bewegung, stand nun regungslos nahe dem Bruinen und lauschte. Soeben hatte er einen lauten Fluch gehört, der zwar aus einiger Entfernung gekommen war, doch der Waldelb konnte beinahe schwören, dass es Haldirs Stimme gewesen war. Noch eine Weile verharrte Legolas auf seinem Fleck, bevor er zunächst zögerlich in die Richtung ging, aus welcher er die Stimme vernommen hatte.

Schritte, in der Nähe knirschte der Schnee. Wachsam setzte Haldir sich auf und zischte leise vor Wut, als er daran dachte, dass er sein Schwert vergessen hatte. Angespannt lauschte er in die Stille hinein, bis ihm klar wurde, dass, wer auch immer dort draußen herumschlich, sehr genau wusste, dass er hier war. Sein Fluch war nicht zu überhören gewesen.
„Wer ist da?", rief er leise in den Abend hinaus und war erleichtert, dass der Schreck wenigstens seinen Körper abgekühlt hatte.

Er war nahe genug an der Stelle, wo er den Sprecher vermutete, als er erneut dessen Stimme vernahm und Legolas wusste nun, dass es zweifelsohne Haldir war. Tief atmete er durch und trat dann hinter dem Baumstamm hervor, hinter dem er gestanden hatte.
"Verzeiht, ich wusste nicht, dass Ihr hier wart, aber ich hörte Eure Stimme und fragte mich, ob etwas nicht in Ordnung sei", erklärte er dann mit fester Stimme und versuchte sich seine Überraschung nicht anmerken zu lassen, dass er den Galadhrim gerade bei einem Bad in einer heißen Quelle angetroffen hatte.

Nur kurz zeigte sich der Erstaunen auf den Zügen des Hauptmannes, als er das Objekt seiner Fantasien sah.
„Seid gegrüßt, Sohn des Thranduil. Wollt Ihr mir ein wenig Gesellschaft leisten?" Die Worte hatten seinen Mund verlassen, bevor ihm bewusst war, was er sagen würde. So blickte er kühl und abschätzend auf den blonden Elben, in der Hoffnung, nicht zu zeigen, wie sehr sein Herz in diesem Augenblick raste.

Legolas fühlte sich alles andere als Wohl unter den kalten Augen des Galadhrim, die keinerlei Gefühlsregung zeigen wollten.
"Ich bin nicht in Hoffnung auf ein Bad durch die Gärten gestreift", erwiderte er dann ausweichend und versuchte gleichzeitig krampfhaft den Blick von dem anderen zu wenden.

Ein leicht erheitertes Lächeln zeigte sich auf den Zügen Haldirs, als dieser die Unsicherheit und das Unwohlsein des jüngeren Elben wahrnahm.
„In welcher Hoffnung seid Ihr dann durch die Gärten geeilt?", fragte er freundlich, doch zeigte sein Gesicht wieder nur den kühlen Hauptmann. Er hatte Angst, sich vor dem Jüngeren zu verraten.

Es entging Legolas nicht, dass seine Unsicherheit von Haldir bemerkt wurde und auch das amüsierte Lächeln sah er.
"Ich suchte nach Erestor", erwiderte er deshalb nur knapp und spürte im selben Moment wie ein wenig Wut über Haldirs Reaktion in ihm aufwallen wollte. So dachte der Elb auch nicht einmal darüber nach, dass er den Galadhrim so eben bewusst angelogen hatte.

„Legolas, ich denke, ich bin ein wenig zu alt, um mich von Euch an der Nase herum führen zu lassen", entgegnete der Silberblonde gelassen und zog nur ein wenig eine Augenbraue in die Höhe. „Wie ich Erestor kenne, wird er in seinem Zimmer sitzen, hoffen, dass er von allen Streitigkeiten verschont bleibt und versuchen die Arbeit, die sich durch die Verhandlungen stapelt, zu beseitigen."

"Ich führe Euch an der Nase herum?", fragte Legolas mit fester Stimme, nicht willens zuzugeben, dass der Galadhrim Recht hatte. "Nun, Ihr mögt denken, was Ihr wollt, aber Ihr habt nach einer Antwort verlangt und ich habe Euch diese gegeben."
Der blonde Elb konnte seine Gefühle, die Wut, die Unsicherheit und Nervosität kaum mehr unterdrücken und so wandte er erneut rasch den Blick ab und ließ ihn scheinbar desinteressiert über den nahen Bruinen schweifen.

Seufzend schüttelte Haldir den Kopf und stand auf, einige Schritte durch das heiße Wasser watend. Kurz vor Legolas blieb er stehen und sah zu dem blonden Elben auf, der noch am Rand des Beckens verweilte. Das Gespräch verlief nicht, wie er es erhofft hatte, so wusste er noch nicht, wie er mit dem Jüngeren umgehen sollte.
„Verzeiht meine rüden Worte, verehrter Legolas", sprach er leise und senkte ein wenig das Haupt. „Nichts lag mir ferner, als Euch der Lüge zu bezichtigen. Doch schien es mir einfach sehr merkwürdig, hier nach meinem Freund zu suchen."

"Warum merkwürdig? Mir wurde der Weg in die Gärten gewiesen und als ich sie durchstreifte und an den Bruinen gelangte, hörte ich Eure Stimme. Nur deshalb kam ich hierher", entgegnete Legolas, den Blick immer noch über Haldir hinweg gerichtet. Der etwas freundlichere Ton in der Stimme des Galadhrim ließ ihn ungewollt erzittern sodass er spürte, wie sich trotz der Kälte der Luft Wärme in seinem Körper ausbreitete.

Das leichte Beben, welches durch den Körper des Düsterwaldelben ging, faszinierte Haldir, doch wagte er es nicht einzuordnen.
„Wegen meiner Stimme eiltet Ihr hierher? Und weswegen kamt Ihr zu dem Schluss, Erestor hier finden zu können? Es erscheint mir durchaus seltsam, dass einer der Diener Euch die Gärten nannte. Wenn ich mich recht entsinne, sagte mir Glorfindel vor wenigen Stunden, er wollte Erestor aufsuchen, und somit gehe ich nicht davon aus, dass sie in den Gärten sind." Haldir konnte nicht verhindern, dass ein trauriger Ausdruck über seine Züge flackerte, als er an den Schmerz seiner beiden Freunde dachte, an die Ironie ihres Schicksals. Wieder einmal wünschte er sich nichts sehnlicher, als beiden helfen zu können.

"Würdet Ihr nicht dorthin eilen, von wo ihr eine Stimme vernehmt, noch dazu wenn ihr vermutet, dass der Elb, dem die Stimme gehört, wissen könnte, wo der ist, den Ihr sucht?", fragte Legolas nur zurück und starrte Haldir an. Er wusste nicht was er sonst noch sagen sollte, doch verwirrte ihn auch noch der traurige Ausdruck in den Augen des Galadhrim. Legolas wusste dies nicht zu deuten.

Beinahe hätte Haldir die Worte seines Gegenübers überhört, da er in Gedanken immer noch bei seinen beiden Freunden weilte.
„Wie schon zuvor gesagt, Glorfindel wollte ihn aufsuchen. Wo sich beide aufhalten, nun, da bin ich überfragt. Obwohl ich ausschließen würde, dass sie eine Partie Schach spielen." Das Herz wurde ihm immer schwerer. Zu gerne hätte er das Thema auf etwas anderes gelenkt, doch konnte er innerlich nicht den Mut aufbringen, hatte Angst noch einmal so verletzt zu werden. Tief atmete er ein, sammelte allen Mut. „Doch sagt, weswegen sucht Ihr ihn überhaupt?"

"Ich hatte eine Frage, die wohl nur von Erestor beantwortet werden kann."
Legolas schluckte merklich, fühlte sich immer mehr in die Ecke gedrängt, aber ihm fiel nichts anderes ein um Haldir unverfänglich auf das Thema anzusprechen, weswegen er ihn eigentlich aufgesucht hatte.

Verwundert überlegte Haldir, was dies für eine Frage sein sollte. Etwas über Gondolin? Nein, das hätte auch Glorfindel gewusst. Gab es überhaupt etwas, das man nicht auch Glorfindel hätte fragen können?
„Werter Legolas, ich muss gestehen, Ihr verwirrt mich. Eine Frage, die nur unser hochgeschätzter Berater beantworten kann? Ich würde, um ehrlich zu sein, vermuten, dass zumindest Glorfindel über etwa gleichviel Wissen verfügt." Erst jetzt stieg ihm langsam zu Bewusstsein, dass er die ganze Zeit völlig unbekleidet vor dem Jüngeren gestanden hatte. Er hoffte, er gab keine zu große Witzfigur ab.

"Die Erestor beantworten kann, ja... oder auch Ihr", fuhr Legolas fort. Es wurde ihm mehr und mehr unangenehm vor dem Galadhrim zu stehen, der immer noch völlig nackt war und den dies nicht einmal zu stören schien. Im Gegensatz zu Haldir machte es Legolas jedoch nur noch unsicherer.

Diese Eröffnung weckte Haldirs Neugier und er lächelte den Düsterwaldelben aufmunternd an.
„Ich bin gerne bereit, Euch jede Frage zu beantworten, doch setzt Euch doch zu mir, es ist anstrengend immer nach oben schauen zu müssen. Und keine Angst, Ihr wäret nicht der erste Elb, den ich unbekleidet zu Gesicht bekomme", spottete er leicht und doch freundschaftlich. Er hoffte, den Jüngeren mit seinen leichten Worten nicht verärgert zu haben, doch entsprachen seine Worte der Wahrheit. Auch wenn er den Zusatz, dass dieser Elb der Erste seiner Art war, der sein Herz derart aufwühlte, wohlweißlich verschwieg.

Ohne, dass sich Legolas darüber bewusst war, begann der blonde Elb auch schon, die Einladung des Galadhrim anzunehmen. Rasch entledigte er sich seiner Kleider und ließ sich eilig in das Wasser gleiten, welches heiß auf seiner Haut zu brennen schien.
"Ihr braucht nicht zu spotten oder meint Ihr, ich hätte noch nie einen unbekleideten Elben gesehen?"

Bei diesem Anblick glaubte Haldir fast schwach zu werden. Die langen schlanken Beine, der kräftige, und doch feingliedrige Körper. Schnell wandte er seine Aufmerksamkeit wieder auf die strahlend blauen Augen des Königsohns, um nicht wieder in Verlegenheit zu geraten.
„Verzeiht, ich bin es einfach zu gewohnt", erklärte er leise und musterte Legolas auffordernd.

"Gewohnt anderen zu spotten?", erwiderte Legolas, der nun zusehend forscher wurde und leise begann zu lachen. "Nun, ich habe viel von Euch gedacht, aber nicht, dass DIES zu Eurer Lieblingsbeschäftigung gehört."

Leise lachte Haldir auf, es gefiel ihm, dass der Jüngere unbeschwerter wurde.
„Wenn ich ehrlich bin, so meinte ich es nicht so… ach, vergesst es einfach. Doch nun, sagt, was ihr fragen wolltet."

Schlagartig wurde Legolas wieder ernst. Er wusste nicht, wie er dies nun in Worte fassen sollte, dennoch begriff er genauso, dass er es endlich tun musste.
"Ich war verwirrt ob einiger Dinge, die mir mein Vater erzählte, welche Erestor betrafen. Um genauer zu sein, betrafen sie Erestor und Glorfindel. Doch was mein Vater sagte, deckte sich nicht mit dem, wie Erestor und Ihr euch verhieltet, als ich hier eintraf. Sagt, wie steht Ihr wirklich zu ihm?"

Etwas verwirrt blickte Haldir wieder in die blauen Augen Legolas'. Wieso fragte der junge Elb dies? Ein seltsames Gefühl beschlich ihn, doch konnte er es nicht genau definieren.
„Erestor und ich waren schon immer sehr vertraut miteinander, doch was erzählte Euer Vater Euch, was Euch so verwirrte?"

"Nach dem, was Ihr vorgebt, seid Ihr und Erestor mehr als nur vertraute Freunde, doch mein Vater erzählte mir davon, dass..." Legolas holte tief Luft bevor er weitersprach, er war sich immer noch nicht sicher, ob er das nun sagen sollte, dennoch wusste er, dass es kein zurück mehr gab. "... dass Erestor und Glorfindel jedoch mehr für einander empfinden. Nun fragte ich mich, wie Ihr jetzt wirklich zu dem Ganzen steht, oder ist das nur ein Spiel?"

Fasziniert beobachtete der Hauptmann der Lórischen Grenzwachen das Mienenspiel Legolas' und begann langsam zu verstehen, was diesen so verunsicherte. Ein Lächeln schlich sich auf seine Züge.
„Wollt Ihr die offizielle Version, oder die Wahrheit wissen? Vielleicht sollte ich Euch das erzählen, was der Realität entspricht. Erestor und ich sind Freunde, nicht mehr und nicht weniger", begann er und sah mit Freude die Erleichterung, die sich auf den Zügen des Düsterwaldelben abzeichnete. „Glorfindel liebt Erestor schon seit Jahrtausenden, und ich würde nie wagen dort zu interferieren. Zumindest nicht als potentieller Partner. Vor wenigen Mondläufen in Lothlórien ersann Erestor einen Plan, mit dem er sich für eine Kränkung Glorfindels revanchieren wollte. Ich half ihm dabei, indem ich so tat, als wäre ich sein Liebhaber." Kühl zuckte Haldir mit den Schultern, doch sein Blick bekam etwas Lauerndes. „Ich hoffte, dass dadurch die beiden zueinander finden würden, was auch mehr oder weniger funktioniert hat. Wie schon erwähnt, Erestor war immer ein Freund, und wird nie etwas anderes für mich sein. Obwohl es schon einen Elben gibt, der mein Herz erwärmt."

"Also das ist das Geheimnis hinter diesem Spiel?", fragte Legolas. "Nun, dann verstehe ich."
Der blonde Elb lehnte sich langsam zurück und schloss die Augen. Die Eröffnung des Galadhrim ließ ihn wirklich verstehen, doch wusste er nun gleichzeitig nicht, was er als nächstes tun sollte. Nun kannte er die Wahrheit, Haldir und Erestor waren kein Paar, sein Vater hatte Recht... dennoch war sich Legolas nicht sicher, wie er nun den entscheidenden Schritt auf den Elben, in den er sich verliebt hatte, zu machen sollte.

Eindringlich beobachtete Haldir jede Gefühlsregung, jedes noch so kleine Lebenszeichen Legolas' und beschloss nun endlich sein Glück zu versuchen. Lächelnd lehnte er sich zu ihm hinüber und berührte ihn sanft am Kinn, was den Jüngeren dazu veranlasste, ihn aus großen, blauen Augen anzusehen.
„Wollt Ihr nicht wissen, wer der Elb ist, der es schafft, mein Herz zu erreichen?", fragte er leise.

"Wenn Ihr es mir sagen wollt", erwiderte Legolas ebenso leise und konnte nicht verhindern, dass bei der Berührung, aber auch den Worten des Galadhrim Schauer über seine Haut rannen und sein Körper leicht zitterte.

„Viel mehr möchte ich es Euch zeigen", flüsterte Haldir und berührte sanft Legolas Lippen mit den seinen, nahm deren exquisite Zartheit war und auch das leichte Beben, das durch den Körper neben ihm ging.

Legolas war im nächsten Moment überrascht, doch weniger von Haldirs Berührung, als von der Tatsache, dass es trotz allem so schien, dass seine Gefühle erwidert wurden. Freudige Erregung schoss durch den Körper des Blonden. So lange hatte er dies nicht mehr gefühlt. Und der Waldelb dachte nicht länger nach, sondern erwiderte den Kuss des Galadhrim, zunächst noch zurückhaltend.

Ermutigt durch die zurückhaltende Erwiderung umarmte Haldir den anderen und zog ihn zu sich auf den Schoß. Nur kurz löste er den Kuss.
„Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt", wisperte er und eroberte erneut die weichen, warmen Lippen des Jüngeren.

"Mehr als das", erwiderte Legolas, als er sich kurz von dem Silberblonden löste, nur um im nächsten Moment wieder dessen Lippen zu suchen. "Und wisst Ihr, dass Ihr genauso mein Herz erwärmtet, vom ersten Augenblick an, da ich Euch sah?"

„Entweder… küssen… oder… reden…", keuchte Haldir, der versuchte einen zusammenhängenden Satz zu sagen, doch der Düsterwaldelb weckte in ihm lang vergessene Sehnsüchte, lang vergessene Gefühle und so schob er alle Gedanken beiseite, wollte nur noch fühlen. Sanft fuhren seine Hände über den schmalen Rücken hinab zum Gesäß und wieder hinauf. Seine Zunge erforschte den Mund Legolas' und seine Körpermitte begann sich deutlich fühlbar zu regen.

"Wenn ich diese Wahl habe...", flüsterte Legolas mit einem Lächeln auf den Lippen, als er den Kuss kurz unterbrach, "... dann... ersteres", fuhr er fort und küsste Haldir erneut, strich mit seiner Zunge sanft über die Lippen des Galadhrim, während seine Hände nun auch den Körper des anderen zu erforschen begannen.

Hitze stieg in Haldir auf, und seine Haut schien an den Stellen zu brennen, die Legolas streichelte. Er wollte mehr, mehr von diesem süßen Mund und den aufreizenden Berührungen und so bog er sich den geschickten Händen entgegen, während er mit seiner Zunge zwischen die Lippen des Blonden glitt und dessen Zunge zu einem Tanz aufforderte.

Ihr Kuss entlocke Legolas einen leisen Seufzer. Es war nicht zu leugnen, die Nähe des Galadhrim gefiel ihm und sein Körper begann darauf zu reagieren. Genauso spürte die Hitze in Haldirs Körper unter seinen Fingern, mit denen er immer wieder über dessen nasse und warme Haut strich.

Haldir wollte mehr, wollte seiner Liebe Ausdruck verleihen und so hob er den jüngeren Elben einfach hoch, setzte ihn auf die Bank und begann sich seinen Weg hinab zu küssen, so tief, dass seine Nase das Wasser berührte. Ein Funkeln lag in seinen Augen, als seine feuchten Lippen wieder nach oben wanderten, während seine Hände nun begannen über die Schenkel des blonden Düsterwaldelben zu streichen.

Legolas schloss die Augen und keuchte auf, als er die Berührung an seinen Beinen verspürte. Er fühlte wie auch sein Körper sich immer mehr erhitzte, mehr wollte, mehr von Haldirs Haut auf seiner, genauso wie es ihn danach verlangte, Haldirs Körper weiter zu erforschen. Zu lang war es her, zu lang, dass er das letzte Mal wirklich geliebt hatte.

„Legolas…", hauchte er an dem Hals des Anderen und biss spielerisch in die weiche, feuchte Haut. Wie sehr ihn dieses Keuchen und Wimmern, welches der Jüngere von sich gab, doch erregte. Lange würde er sich nicht mehr beherrschen können. „Ich… lange nicht mehr…"

"... auch nicht mehr...", presste Legolas nur heiser hervor, denn zu mehr Worten war der blonde Elb nicht mehr fähig. Immer mehr Hitze wallte in ihm auf. Haldirs Berührungen ließen ihn immer mehr erbeben, nahmen ihm fast den Verstand und ließen ihn nach mehr hungern.

Ein schelmisches Lächeln zog über die Züge des Galadhrim, doch verbarg er es vor seinem Geliebten, indem er wieder an dessen Hals zu knabbern begann. Doch nicht lange und er löste sich wieder von dieser Schönheit, blickte über dessen Körper, nahm alles wahr. Mit einem weiteren Lächeln erkannte er, dass sein blonder Sinda mehr als nur bereit war, für das, was Haldir jetzt tat. Erneut fing er die Lippen Legolas' wieder in einem Kuss, während er sich an diesen drückte, auf dessen Schoß kletterte und sich ganz langsam auf dessen Erregung niederließ, ihn in sich aufnahm.

Eine enge Hitze schloss sich um ihn und Legolas öffnete verwirrt die Augen, sah direkt in die des geliebten Galadhrim, unfähig sich zu bewegen, zu überrascht davon, dass Haldir etwas getan hatte, womit er nicht gerechnet hatte.

Seine dunkelblauen Augen trafen auf die helleren Legolas' und Haldirs Blut kochte, als er die Überraschung darin wahrnahm.
„Du bist der erste, dem ich dies gewähre", flüsterte er in das Ohr des blonden Sinda, während er selbst begann sich langsam zu bewegen. Das Gefühl der Nähe wurde immer überwältigender, doch wollte er auch weiter spüren, hören, riechen wie viel es auch Legolas bedeutete.

Legolas spürte wie sein Herz wild und heftig in seiner Brust klopfte, beinahe so laut, dass Haldir es hören müsste. So nah wie er den Galadhrim nun spürte, konnte er sich kaum mehr beherrschen und nachdem die erste Überraschung abgeklungen war, begann er sich langsam in dem Elben zu bewegen.

Mit jedem Stoß fühlte Haldir, wie kleine Blitze von seiner Körpermitte bis in die Fingerspitzen schossen, seine Atmung beschleunigte sich. Voller Genuss schloss er die Augen, legte den Kopf in den Nacken und bewegte sich in einem gemeinsamen Rhythmus mit dem Jüngeren, der ihn immer weiter in den Wahnsinn trieb.
„Schneller…", keuchte er und war selbst überrascht von sich, wie weit er die Kontrolle abgab.

Legolas war nicht mehr fähig zu überlegen, noch weiter zu denken. Jegliche Beherrschung war von ihm abgefallen und so folgte er der Bitte Haldirs, beschleunigte seinen Rhythmus, stieß immer schneller und härter zu, bis sein Verstand sich abzuschalten drohte.

Alles an ihm kribbelte, spannte sich an, genoss, während Haldir nur noch fühlte, sich völlig fallen ließ. Schneller, härte, inniger, bis sein Körper die Lust und Leidenschaft nicht mehr ertrug, sich fast schmerzhaft anspannte.
Sein Aufschrei hallte von den Wänden wieder, als sein Körper sich in das heiße Wasser ergoss. Dann wurde alles schwarz.

In dem Moment, als Legolas seinen Höhepunkt überschritt und sich in den Körper des Galadhrim ergoss, entfuhr ihm ein lautes Stöhnen. Eine Weile dauerte es, bevor sich die Nebel seines Verstandes lüfteten. Matt und erschöpft fühlte sich der blonde Elb, doch gleichzeitig auch glücklich, wie er Haldir in den Armen hielt, ihn immer noch spürte.
Der Galadhrim war schwer. Erst nach einem Moment bemerkte Legolas, dass er sich nicht bewegte.
"Haldir?", flüsterte Legolas in sein Ohr und strich ihm sanft über den Arm, doch keine Reaktion folgte.
"Haldir?", wiederholte Legolas, diesmal lauter. Die Hitze, die das Liebesspiel verursacht hatte, wich langsam aus ihm und nun war er verwirrt, wusste nicht, was mit dem geliebten Elben war.
"Haldir?", versuchte er es ein letztes Mal, beinahe panisch, doch als erneut keine Reaktion kam, wusste er sich nicht mehr anders zu helfen, als sich von dem reglosen Körper zu lösen und Haldir bei den Schultern zu packen. Dann zog Legolas den schweren Körper des Galadhrim aus dem heißen Wasser hinaus in den kalten Schnee.

Schock war das erste, was er fühlte, als er durch die plötzliche Kälte wieder zu Bewusstsein kam. Doch dann blickte er in das besorgte Gesicht Legolas' und Glück breitete sich in ihm aus.
„Ich war wohl zu lange im heißen Wasser…", erklärte er lächelnd und zog den blonden Elben an sich, um ihn innig zu küssen.

"Dem war wohl so", erwiderte Legolas atemlos, glücklich darüber, dass dem Elben nichts passiert war. "Nur hatte ich Angst", fuhr er fort, als er sich kurz von Haldir löste und ihm lange in die Augen blickte.

Sanft strich er über die feuchten Haare des Jüngeren, doch dann erhob sich Haldir vorsichtig.
„Du hattest Angst? Auch du hast einmal jemanden verloren, den du geliebt hast, nicht wahr?", fragte er zärtlich und küsste den Blonden noch einmal, ehe er begann sich anzukleiden. „Du brauchst nichts antworten, ich erkenne die Antwort in deinen Augen. Glaub mir, ich habe nicht vor, dich zu verlieren, doch wäre es jetzt in den Häusern gemütlicher. Lass uns reingehen."

Viel später blickte Legolas müde auf den Galadhrim, der entspannt neben ihm im Bett lag. Ein Lächeln schlich sich auf die Züge des Düsterwaldelben, wenn er daran dachte, dass sie sich noch mehrmals geliebt hatten, nun genügte es ihm jedoch den Geliebten einfach nur zu betrachten. Langsam glitt sein Blick über den Körper Haldirs und blieb bei den silberblonden Haaren hängen.
Sie erinnerten ihn an jemanden und ein schmerzlicher Stich fuhr durch Legolas' Brust. Es war schon so lange her... aber Haldir hatte Recht. Er hatte geliebt - und er hatte diese Liebe verloren. Dies war der Moment, in dem er endgültig von Gwiwileth Abschied nahm, der Moment, in dem er hoffte, seinen Partner nicht noch einmal zu verlieren.

X.X.X.X

Narwain: Keine Meldung von dir? Im Urlaub gewesen? Oder krank? Oder kein Interesse mehr?

Galu: Danke für dein Review, fühl dich gaaaaanz lieb durgewuschelt ;). Sorry, dass sie nicht im Bett gelandet sind, oder besser gesagt erst später, ich hoffe, es hat dir aber auch so gefallen ;). Aber ganz ehrlich, wie sollten die beiden auf die Idee kommen Aní zu fragen? Thrandi kennt zwar Erestor sehr gut, aber dessen Tochter kaum… auch wenn… hey, Thrandi ist nicht immer der schnellste, wenn es um so was geht. Ich erinnere dich nur daran, wie lange er gebraucht hat, als ihm seine Frau damals gesagt hat, das er Opa wird, bis er das verstanden hatte… und Legolas… ich glaube, der konnte eh nicht klar denken… Was sagst du dazu, dass wir Haldir haben umkippen lassen? Irgendwie hat das Spaß gemacht – ist ja langweilig, wenn immer alles reibungslos abläuft, oder?

Mondliesel: Danke für deinen Kommi, fühl dich ganz lieb geknuffelt ;). War dir das Update schnell genug? Das nächste werde ich auch bald fertig machen ;). Im Internat? Wie ist das so? man kann aber auch nen Kommi dann schreiben, wenn man wieder daheim ist… mach ich auch manchmal… aber ich drucke nur selten aus… fühle mich richtig geehrt, dass jemand auf Vals und meine Geschichte Tinte verbraucht ;).

Stern: DANKE! Fühl dich geknuddelt ;). Jaja, der liebe Thranduil hat es auch faustdick hinter den Löffeln ;). Ich glaube, es hat Legolas ein wenig geschockt, dass über seinen Vater zu erfahren. Wie hat dir das Kapitel gefallen? Ich hoffe, die Szene war, wie du sie dir erhofft hast ;).