Es tut mir wirklich Leid, dass es so lange gedauert hat, bis das neue Kapitel kam, aber ich bin umgezogen und habe derzeit sehr viel für die Uni zu tun. Deswegen kann ich nicht versprechen, dass es das nächste Mal schneller geht - aber wenigstena haben Valinja und ich vorgestern Kapitel 41 fertiggestellt.

Kapitel 35: in tausend Scherben

Geschockt starrte Erestor auf die Stelle, an der eben noch der Sohn Thranduils gestanden hatte. Wie hatte dieser seine Worte nur gemeint? Gab er ihm, Erestor, wirklich die Schuld am Tode seiner Gemahlin Gwiwileth? Es dauerte einige Sekunden, ehe Erestor in die Realität zurückfand und sich Caladúneth zuwandte.
„Natürlich werden wir Euch alles erklären, doch wartet kurz." Seine schwarzblauen Augen richteten sich auf Thranduil und dieser nickte ihm bestätigend zu, während auch er sich aufmachte, den Raum zu verlassen. „Finde ihn und rede mit ihm. Er sollte jetzt besser nicht alleine sein", riet Erestor dem König, welcher noch einmal nickte und dann durch die Tür verschwand.

Caladúneth sah, wie der blonde König den Raum verließ und wandte sich Erestor und Elrond zu. Doch bevor sie etwas sagen konnte, erwachte Haldir aus seiner Starre.
"Und vielleicht könntet ihr beide es mir ebenso erklären. Bis wir diesen Raum betraten, hatte ich den Eindruck, dass er heute überaus gut gelaunt wäre."
Abwartend sah der Silberblonde die beiden Dunkelhaarigen an.

Nun war es an Elrond zu antworten:
„Haldir, ich glaube, das sollte er dir selbst beantworten. Wir beide sind nicht in der Befugnis darüber zu sprechen", erklärte er mit belegter Stimme, so, dass Erestor klar wurde, dass sein Herr gehofft hatte, dieses Treffen würde anders verlaufen. „Bitte, Haldir, lasst uns einen Augenblick alleine."

Haldir sah Elrond nur kurz erstaunt an.
"Wie Ihr meint", entgegnete er dann und verließ den Raum mit einem letzten verwirrten Blick auf die Anwesenden.
Caladúneth schien dies noch mehr zu verwirren.
"Was ist?", fragte sie mit fester Stimme und gerunzelter Stirn.

Seufzend stand Erestor auf und wies der jungen Frau, sich zu setzen. In seinem Herzen sorgte er sich weiter um Legolas und auch um Haldir. Wie würde es nur weitergehen?
„Ihr kanntet den Elben nicht, der gerade hier war? Nun vielleicht sollte ich besser von erkennen sprechen", sprach er leise und wartete auf ihre Antwort.

Obwohl ihr zwar das Antlitz des Elben nicht unbekannt vorgekommen war, so wusste Caladúneth trotzdem nicht, wer es hätte sein können.
"Nein, ich kenne diesen Elben nicht, woher auch? Ich bin ihm nie zuvor begegnet", antwortete sie kopfschüttelnd, nachdem sie sich gesetzt hatte und grübelnd vor sich hinstarrte.

„Doch, dass seid Ihr, aber das ist schon sehr viele Jahre her", antwortete Erestor sanft und sah die junge Elbenmaid durchdringend an. Auch er fragte sich, wie viel sie wirklich wusste und er hoffte, sie würde mit der Situation umgehen können. „Er erkannte Euch sofort, etwas, was mir nicht glückte, obwohl jetzt, wo ich es weiß, die Ähnlichkeit unverkennbar ist. Der junge Elb, der eben so stürmisch den Raum verlassen hat, ist der jüngste Sohn Thranduils. Er wird Legolas genannt."

Caladúneth hob den Kopf und erwiderte atemlos Erestors Blick.
"Jetzt... dann verstehe ich", erwiderte sie leise und konnte nicht verhindern, dass ihre Stimme nun anfing zu zittern und sie ihre aufrechte Haltung nicht mehr wahren konnte. "Aber... Wie soll ich mich an jemanden erinnern... an etwas, was noch passierte, als ich ein kleiner Säugling war?"

Leise war Elrond aufgestanden und legte nun der blonden Elbenmaid seine Hand auf die Schulter.
„Niemand erwartet dies von Euch, doch ist die Familienähnlichkeit nicht zu leugnen. Seid unbesorgt, außer Erestor, mir und Thranduils Familie weiß niemand, etwas darüber. Macht Euch keine Gedanken, nutzt die Gelegenheit Legolas und seine Verwandten, die derzeit hier verweilen, kennen zu lernen", riet er ihr freundlich, während Erestor ihre Hände ergriffen hatte und nun ermutigend drückte. Beide Elben wussten selbst nicht wirklich, wie sie mit der Situation umgehen sollten.

Caladúneth schloss die Augen und atmete tief durch. Sie konnte sich der vielen Gedanken nicht verschließen, die nun durch ihren Kopf gingen. Die Elbenmaid hatte nicht erwartet in Imladris auf IHN zu treffen, hätte sie es gewusst... Caladúneth war sich nicht sicher, ob sie dann hätte nach Imladris reisen wollen. Ganz im Gegensatz zu ihrer sonstigen Haltung war sie nun verunsichert.
"Ich danke Euch für den Rat", erwiderte sie schließlich und schlug die Augen wieder auf. "Aber bitte sagt mir... warum gab er Euch die Schuld daran?"
Die Stimme der Elbenmaid war leiser als zuvor, als sie die Worte an den Berater Elronds richtete.

Der Angesprochene schloss fast gequält die Augen und lehnte sich an den Schreibtisch seines Herrn, während er die Ereignisse von damals noch einmal durchdachte.
„Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht, ich kann es nur vermuten. Legolas wusste, dass ich eine dunkle Ahnung hatte. Damals wusste ich aber noch nicht, was es war, das an meinem Gedächtnis zerrte. Hinzu kam, dass, als Gwiwileth es erfuhr, ich sie fand und in meine Räume brachte. Nicht viel später erklärte ich ihm, wo er sie finden könne, und als er zu ihr ging, hatte sie sich verändert. Ich kann nur Mutmaßungen anstellen, aber ich glaube, dass es eher sein Unterbewusstsein ist, das mich mit der Tragödie in Verbindung bringt." In seinem Inneren fragte Erestor sich, ob dies stimmte, ob er nicht etwas vergessen hatte, doch wusste er es einfach nicht mehr.

Caladúneth nickte nur.
"Ich.. ich weiß nicht, was damals passiert ist. Zu meiner Volljährigkeit eröffnete mir Anordil meine wahre Herkunft, aber viel sagte er nicht über die Ereignisse damals. Vielleicht weiß er selbst nicht viel darüber", sprach sie dann nach einer Weile, wagte es jedoch nicht den dunkelhaarigen Berater Elronds direkt anzusehen.

Obwohl er ihr am liebsten geholfen hätte, konnte Erestor nichts tun und fühlte sich doch sehr hilflos. Auch wenn er zu den ältesten Elben zählte, die noch durch Mittelerde wandelten, hatte er einer solchen Situation nicht oft gegenüber gestanden und er fühlte sich zusätzlich befangen.
„Als Anordil Euch zu sich nahm, weilte ich schon nicht mehr im damaligen Grünwald, daher kann ich nicht sagen, wie viel er weiß. Ich würde Euch empfehlen, sollte es Euch interessieren, fragt einfach Thranduil oder Legolas. Sie wissen es beide am besten."

Caladúneth ließ ein spöttisches Lachen hören.
"Oh, soll ich ihnen am besten jetzt hinterher laufen und sie gleich um eine Erklärung bitten? Ich glaube, Ihr stellt Euch das ein wenig zu einfach vor", sprach sie dann und straffte sich wieder, bemüht darum, ihre Fassung wiederzuerlangen.

Auf diesen Spott hin, hob Erestor nur arrogant eine Augenbraue.
„Wie Ihr meint", war seine einzige Antwort, ehe er sich umwandte, vor Elrond verbeugte und sich auf den Weg zur Tür machte. „Ich werde kurz mit Rúmil und Orophin sprechen müssen."

Auf diese Reaktion war Caladúneth wiederum nicht vorbereitet und so sah sie nur erstaunt und ohne sich zu rühren dem Dunkelhaarigen hinterher, bevor sie wiederum Elrond ansah.
"Verzeiht, habe ich ihn jetzt beleidigt?", fragte die Elbenmaid mit verwirrtem Blick.

Dieser schüttelte kurz den Kopf.
„Nein, das glaube ich nicht. Es ist viel mehr so, dass er tiefer sieht als die meisten, und ich würde behaupten, er sorgt sich um seinen Freund", erklärte Elrond freundlich und war sich selbst nicht sicher, wie er mit der jungen Frau umgehen sollte. Gab es eine Möglichkeit, dass sie mit Legolas über die vergangenen Ereignisse sprechen konnte? Ihn auch besser kennen lernen konnte?

"Nun ja, es hätte ja sein können, dass er mein Verhalten so auffasste, aber bitte versteht mich nicht falsch..." Caladúneth sah kurz aus dem Fenster, bevor sie sich Elrond wieder zu wandte. "Auch für mich ist es nicht einfach, hierher zu kommen und ohne Vorbereitung auf Personen zu treffen, deren Namen ich zwar kannte, aber denen ich bisher nie begegnet bin."

Verständnisvoll neigte Elrond sein Haupt.
„Ich weiß, was Ihr meint, auch mich kommt es seltsam vor zu wissen, dass ich, wenn ich eines Tages gen Valinor segele meinem Vater gegenüber stehen werde. Doch nun, lasst uns überlegen, wie wir diese Situation am besten bewältigen."

X.X.X.X.X

Er wusste nicht, wie lange er gebraucht hatte, um endlich in seinen Räumen anzugelangen, doch nun war er da, saß auf einem Stuhl und starrte stumm vor sich hin, unruhig auf und ab wippend. Er verstand es immer noch nicht, seine Gedanken konnten gar nicht richtig fassen, was soeben geschehen war. Warum musste es passieren und dazu gerade noch in diesem Moment? Warum musste ihn der vergangen geglaubte Schmerz nun ereilen?
Legolas war so tief in seine Gedanken versunken, dass er nicht einmal bemerkte, wie es an der Tür klopfte.

Aufgewühlt war Thranduil seinem Sohn gefolgt, hatte ihn jedoch aus den Augen verloren und hoffte nun, dass er an dessem Zimmer richtig war. Doch auf sein Klopfen reagierte niemand und so öffnete er leise die Tür. Im Gemach bot sich ihm ein erschreckendes Bild: Sein Sohn saß auf einem der Stühle, völlig apathisch. Besorgt schritt er zu ihm, berührte vorsichtig dessen Schulter.
„Legolas…?"

Als er eine Hand auf seiner Schulter spürte, schrak Legolas hoch.
"Was?" Hektisch sah er sich um, bis er seinen Vater erkannte. "Ada, verzeih, aber..." Der blonde Elb brach ab. Er konnte keinen klaren Gedanken fassen und es war ihm unmöglich sein Innerstes in diesem Augenblick auch nur annähernd zu beschreiben.

Wortlos schloss der Waldelbenkönig seinen Sohn in die Arme und drückte ihn eng an sich. Wie sollte er ihm nur helfen? Wie konnte er ihm den Schmerz nehmen, der jetzt wieder aufgebrochen war? Dies war einer der Momente, in denen Thranduil Laurelin mehr als nur vermisste. Sie hätte gewiss gewusst, was zu tun sei.
„Ich wünschte, deine Mutter wäre hier."

"Und manchmal wünschte ich, dass die Zeit nie vergangen wäre", entgegnete Legolas leise. Er konnte nicht verhindern, dass ihm Tränen die Wange hinunter perlten, wenn er an die Vergangenheit dachte. Der Schmerz war einfach zu groß, als dass er ihn hätte unterdrücken können und Legolas wusste, dass zumindest sein Vater dies verstehen würde.

Noch fester zog der ältere Elb seinen Sohn an sich und nun liefen auch Tränen über seine Wangen.
„Ich weiß, Legolas, ich weiß… Ich vermisse sie so sehr… jeden Tag wünschte ich, sie wäre noch bei mir." Fest vergrub er sein Gesicht in den blonden Haaren seines Sohnes und ließ nun auch seinen Tränen freien Lauf.

Und so lagen sich Vater und Sohn eine ganze Weile in den Armen, ohne etwas zu sagen. Zusammen weinten sie, bevor Legolas wieder etwas sprach.
"Vielleicht... vielleicht war es ein Fehler, sie damals wegzugeben...", sagte der blonde Sohn Thranduils leise, bevor seine Stimme wieder brüchig wurde und verstummte

„Mach dir darüber keine Gedanken, es war richtig. Es gab keine andere Lösung", beruhigte Thranduil Legolas und konnte nicht verhindern, dass auch seine Stimme nicht mehr fest klang. All der Schmerz dieser Zeit, und der, als seine geliebte Gemahlin gen Westen gesegelt war, war nun wieder an der Oberfläche.

"Und wie können wir wissen, ob es keine andere Lösung gab?", fragte Legolas nun wieder, bemüht darum, die Erinnerung zu verdrängen und eine feste Stimme wieder zu erlangen. "Wir wissen nicht, was passiert wäre, hätte ich es nicht getan."

Sanft zerzauste der ältere Sinda seinem Sohn die Haare.
„Grübele nicht darüber. Es war deine Entscheidung, und in dieser Situation war sie richtig. Anordil hat Gwiwi auch sehr gerne gehabt und sich sicherlich gut um Caladúneth gekümmert", sprach er eindringlich und sah Legolas tief in die Augen.

"Ich habe nicht gesagt, dass ich dies bezweifle", entgegnete Legolas und erwiderte den Blick traurig. "Aber jetzt sehe ich sie zum ersten Mal seit damals... vollkommen unvorbereitet... Vielleicht wäre der Schmerz nicht so tief, hätte ich zuvor bereits Kontakt zu ihr gehabt... wie es eigentlich hätte sein sollen."

„Nein, hätte es nicht. Erst jetzt hast du die Stärke damit umzugehen, vorher hätte es dich innerlich zerrissen. Doch nun, nun bist du stark genug sie willkommen zu heißen, sie kennen zu lernen", widersprach Thranduil sanft und strich durch die Haare des jüngeren.

"Aber es zerreißt mich auch jetzt, sie überhaupt nur anzusehen... wie soll ich es dann ertragen mich ihr anzunähern?", fragte Legolas erneut. "Ich würde es nicht einmal schaffen auf sie zu zugehen und um ein Gespräch zu bitten..."

„In dem du dich wie der Elb benimmst, den Laurelin und ich großzogen, und nicht wie ein verwundetes Tier, das sich in seine Höhle zurückzieht und seine Wunden leckt, auf dass sie sich entzünden", antwortete Thranduil bestimmt und zwang seinen Sohn dazu, ihm in die Augen zu blicken. „Vergiss nicht, wer du bist."

Legolas schwieg einen Moment, bevor er antwortete.
"Ich weiß, Ada, ich weiß... und dennoch bin ich mir nicht sicher, ob ich stark genug dazu bin. Aber ich sollte es sein... und vielleicht sollte ich es einfach tun... nur ich glaube nicht, dass ich es alleine schaffen werde. Und was soll ich Haldir sagen?"

Der blonde Elb wandte den Kopf ab und sah aus dem Fenster.
„Dies, mein Sohn, ist alleine deine Entscheidung. Ich kann es dir nicht sagen, was das richtige ist. Du weißt, wie die Gesetze der Elben sind", antwortete sein Vater überlegt, dennoch kam ihm eine Idee. „Doch vielleicht wird Erestor in der Lage sein, dir einen vernünftigen Rat zu geben. Er und Haldir sind immerhin sehr gut miteinander befreundet."

"Ich soll Erestor fragen?"
Legolas sah seinen Vater ungläubig an, doch wenn er genauer darüber nachdachte, dann hatte sein Vater auch hier Recht. Er sollte es endlich schaffen, über seinen Schatten zu springen und mit Erestor über das Vergangene zu reden. Ohnehin war seine Wut auf den Elben mittlerweile wieder verraucht. Legolas nickte. "Ich werde es tun... und ich werde mit ihr sprechen."

X.X.X.X.X

Verwirrt und aufgewühlt wanderte Haldir durch die Gärten. Leise knirschte der Schnee unter jedem seiner Schritte, beruhigte damit seine wirbelnden Gedanken. Was war nur passiert? Weswegen hatte Legolas so reagiert? Wer war diese Elbenmaid? Sie stammte doch aus Cillien… Er wusste einfach keine Antwort auf diese Fragen und wanderte nun bereits zum dritten Male den gleichen Weg. Doch sein Inneres kam nicht zur Ruhe und so beschloss er mit dem Elben zu sprechen, in den er sich verliebt hatte, mit dem er die vergangene Nacht verbracht hatte.
Schnellen Schrittes näherte er sich den Gemächern und klopfte einmal kräftig an, hoffend, dass Legolas da wäre und ihn hören würde.

Der blonde Elb im Inneren des Zimmers hatte sich gerade erhoben, entschlossen nicht weiter zu zögern, und war nun zur Tür getreten, das laute Klopfen ließ ihn jedoch kurz zurückschrecken. Zögernd sah Legolas sich nach seinem Vater um, als dieser allerdings nur die Schultern zuckte, sah der jüngere Elb wieder nach vorne. Sollte er sich fürchten vor demjenigen, der vor der Tür stand? War es möglich, dass sie nun dort stand? Legolas versuchte all diese Gedanken fortzuwischen, bevor er die Tür öffnete und überrascht in das Antlitz Haldirs blickte.

Leicht verbeugte sich Haldir vor dem Waldelbenkönig und wandte sich dann seinem Geliebten zu. Keine Regung war auf seinen Zügen zu lesen, da er sich etwas unwohl in der Gegenwart Thranduils fühlte. Wie viel wusste der Vater Legolas'?
„Legolas, kann ich mit dir sprechen?", fragte der Galadhrim leise und war überrascht, wie sicher seine Stimme klang.

Einen Moment blieb Legolas starr stehen, ohne wirklich zu registrieren, was Haldir soeben gesagt hatte. Der blonde Elb hatte nicht mit dem Galadhrim gerechnet und nun wusste er nicht, wie er reagieren sollte, was er sagen konnte. Wieder blickte er rasch zurück zu seinem Vater, doch dieser sah ihn einfach nur an und nickte kurz.
Unsicher wandte sich Legolas zu Haldir.
"Ja...", erwiderte er dann leise. „Aber lass uns... lass uns hinaus gehen."

Ein seltenes Lächeln erschien auf den Zügen des Hauptmannes und er wartete, dass Legolas den Raum verlassen hatte, ehe er ihm folgte. Auch wenn er nicht leugnen konnte, dass er nervös und unsicher war, so ließ er es sich nicht anmerken, zeigte keine weitere Reaktion außer diesem kurzen Lächeln. Es überraschte ihn wenig, als er bemerkte, wie der Jüngere auf den Teil der Gärten zuschritt, der voller Bäume war.

Unter dem freien Himmel, hier in den Gärten Imladris', konnte Legolas ein wenig aufatmen. Die Ruhe schien in seinen Körper einzukehren und seine Gedanken ordneten sich wieder. Insgeheim fragte er sich, was Haldir mit ihm besprechen wollte. Der blonde Elb hatte zwar einen Verdacht, doch war er sich unsicher darüber.
"Du wolltest mit mir reden?", sprach er also und blickte Haldir an, so aufrecht und fest wie möglich, um über seine Unsicherheit hinwegzutäuschen.

Wieder zeigte sich dieses kleine Lächeln auf den Zügen des Galadhrims, als dieser auf Legolas zutrat und ihn einfach umarmte. Er sehnte sich nach der Wärme des anderen.
„Du hast mich vorhin erschreckt", sprach er einfach und legte seine Stirn an Legolas Schulter.

Diese kleine Berührung war zuviel für Legolas. Er spürte wie die Emotionen wieder in ihm hochstiegen, die Erinnerung und so schob er Haldir beinahe panisch von sich weg.
"Haldir...bitte", erwiderte er und sein Blick glitt zu Boden. Wie sollte er dem Galadhrim bloß erklären, was ihn bewegte?

Die Reaktion überraschte den Silberblonden und er sah Legolas erschrocken, ja fast unsicher an.
„Verzeih…", stammelte Haldir, nicht sicher, was er sagen sollte. Was hatte er getan, dass Legolas so reagierte? Zum ersten Mal seit Jahrtausenden bereute er, dass er sich so lange nicht auf Gefühle eingelassen hatte, was es ihm jetzt erschwerte.

"Nein... es tut mir leid... Verzeih, Haldir, aber... es geht nicht", entgegnete Legolas stockend, als er den Schmerz in Haldirs Augen wahrnahm. Doch genauso brannte der Schmerz in ihm, der Grund, warum er diese Berührung nicht zulassen konnte und wollte.

Tränen sammelten sich und liefen langsam Haldirs Wangen hinab. Er glaubte, sein Herz würde brechen. Nicht, weil Leoglas ihm die Wahrheit nicht sagen wollte. Dies konnte er akzeptieren, auch er hatte Geheimnisse, die der Jüngere nicht erfahren brauchte. Doch, dass er ihn so komplett abwies, verletzte ihn, traf sein Innerstes.
„Wie Ihr wünscht…", flüsterte er, verneigte sich und ging zurück zum Letzten Heimeligen Haus.

Verwirrt starrte Legolas Haldir nach, konnte kaum begreifen, was soeben geschehen war.
"Haldir!", löste sich noch ein letzter leiser Ruf von seinen Lippen, doch der blonde Elb wusste, dass es zu spät war. In seinem Schmerz hatte er die Person zurückgewiesen, die er liebte. Wie gerne hätte er es rückgängig gemacht, wie gerne wäre er Haldir jetzt hinterhergelaufen und hätte ihn in den Arm genommen, ihn geküsst. Und dennoch wusste Legolas, dass er es auch jetzt nicht ertragen würde, sein Innerstes wehrte sich dagegen und so blieb der Blonde nur unbeweglich und starr auf einem Fleck stehen, unfähig sich zu rühren.

Er konnte nicht verhindern, dass sich auch seine Augen wieder mit Tränen füllten.

X.X.X.X.X

Die Antworten sind heute Ausnahmsweise von Valinja geschrieben ;-)

Narwain: -knuff- Kommt dir der Name bekannt vor? Woher wohl -fg-
Tja, bei uns ist es wohl müßig zu denken, dass alles in Butter ist, langsam solltest du uns kennen, oder? auf Kapitel deut Sagt das alles:D

Enessa: Tröste dich, mein PC nervt mich auch ständig...
Und die Lektüre von Fallende Engel könnte wirklich eine Hilfe sein ;) Schön wenn dir das Kap gefallen hat :)

Mondliesel: Für dich gilt ja fast das gleiche lach.
Um Legs zu verstehen, musst du FaEn schon gelesen haben -zwinker-, aber vielleicht ist auch so einiges verständlich ;)

Turamarth: Oh, danke dir -knuff-
Cliffhanger gemein? Oh ja... hüstel Na in gemein sein sind Fiz und ich ja erfahren -gg-
Ich hoffe du bleibst auch so dran ;-)