A/N: Es tut uns sehr leid, dass wir so lange gebraucht haben ein neues Kapitel zu veröffentlichen. Wir versuchen uns zu bessern - großes Ehrenwort - wir hoffen, ihr könnt uns verzeihen und bleibt uns trotzdem treu :)

Übrigens ist es auch sehr interessant zu sehen, auf welchen Favoriten-Listen diese Geschichte steht, ohne dass wir mal ein Review von den Profilinhabern bekommen haben - Wir würden uns sehr dafür interessieren, was diese Schreiberlinge bzw. Leser zu unserer Geschichte sagen

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Kapitel 37: Auch du sollst Vergebung finden ...

"... zudem wird Hauptmann Thinroval mit weiteren Elben Cilliens zur Unterstützung des Vorhabens eintreffen", schloss Caladúneth mit fester Stimme und ließ ihren Blick prüfend über die im Ratsraum anwesenden Elben gleiten, bevor sie sich mit einem unbewegten Gesichtsausdruck, doch innerlich zufrieden, auf ihren Stuhl setzte.
Die blonde Elbenmaid war die Letzte gewesen, die gesprochen hatte und so warteten die Elben nun auf den unmittelbaren Abschluss der Beratungen.

Schweigend hatte Elrond den Worten der Elbenmaid gelauscht und ein kurzer Blick auf den Stand der Sonne zeigte ihm, wie er weiter zu entscheiden hatte.
"Ihr bringt uns wahrlich beruhigende Neuigkeiten. Doch nun, lasst uns erst einmal etwas zu uns nehmen, wir sitzen schon viele Stunden zusammen", sprach er, erhob sich anmutig und verließ den Raum, dich gefolgt von Elladan und Elrohir.

Währenddessen hatte Erestor sich erhoben und suchte den Blickkontakt mit Glorfindel. Unsicherheit stand in seinen Augen geschrieben, erst recht, seit er Haldir betrachtet hatte, der mehr wie ein Schatten seiner selbst wirkte, als wie der stolze Galadhrimhauptmann, der er sonst war.

Glorfindel erwiderte den suchenden Blick Erestors, denn auch er hatte Haldirs Zustand bemerkt. Nun war er mehr als beunruhigt und ein fragender Blick stand in seine Augen geschrieben, als er sich dem dunkelhaarigen Elben näherte.

Vorsichtig ergriff Erestor die Hände seines Geliebten, nicht auf den seltsamen Blick achtend, den Thranduil ihm zuwarf.
"Bald werde ich noch einmal mit Haldir sprechen müssen, doch habe ich ihn seinen Brüdern überantwortet, sie werden bestimmt in diesem Augenblick wieder zu ihm gestoßen sein und ihn so weit sie können ablenken. Wenn ich doch nur wüsste, wie ich ihm und Legolas helfen könnte." Seine blauschwarzen Augen richteten sich auf Thranduil, während er sanft Glorfindels Hände drückte, doch dieser nickte ihm nur verstehend zu und verließ ebenfalls schweigend den Raum. Es gab soviel, was endlich offen ausgesprochen werden musste, ehe noch mehr daran zerbrachen. Es hatte schon das Glück so vieler gekostet.

"Ich fürchte, dass der einzige, der Haldir nun wirklich helfen kann, Legolas ist", erwiderte Glorfindel und ein leises Seufzen schlich sich über seine Lippen. "Aber dazu muss Legolas selbst sich mit seinen Gefühlen auseinander setzen und auch muss er den Anfang machen und das Gespräch suchen", fuhr der blonde Elb dann fort, während er Erestor fest ansah. "Ich glaube, du weißt noch mehr als ich..."

"Natürlich, es ist doch meine Pflicht, alles zu wissen", äußerte Erestor sich und lächelte Glorfindel schelmisch an. "Aber es ist nicht an mir, etwas darüber zu berichten, nicht jetzt, verzeih, Geliebter. Wenn dies alles geklärt ist, werde ich dir die Wahrheit erzählen. Wie du weißt, muss ich noch einiges klären, doch werde ich dich sobald aufsuchen, wie es mir möglich ist."

Glorfindel nickte nur. "Tue das, was du für richtig hältst, ich werde mich jetzt ebenfalls zurückziehen." Der Elb lächelte, nur um Erestor im nächsten Moment an sich zu ziehen und ihm einen kurzen, aber sanften Kuss zu geben. Dann drückte Glorfindel Erestors Hand ein letztes Mal, bevor auch er den Raum verließ.

Nur kurz hatte er die warmen Lippen auf seinen gespürt, doch erfüllte ihn dies mit Freude und Kraft. Es war, als wäre ein Teil von Glorfindels Stärke auch die seine. Lächelnd wandte er sich um und erkannte, dass Caladúneth noch immer anwesend war und ihn eindringlich musterte.

Als die blonde Elbenmaid den Blick des Dunkelhaarigen bemerkte, errötete sie leicht. Sie hatte ihn weder stören noch wirklich beobachten wollen, doch waren ihr viele Gedanken durch den Kopf gegangen, in denen auch der Berater Elronds eine Rolle gespielt hatte. Nun fragte sie sich, warum der Elb weiterhin im Raum weilte.
"Wollt Ihr vielleicht mit mir sprechen?", fragte sie deshalb und sah Erestor nun ohne zu erröten unverwandt an.

"Ja, das hatte ich vor gehabt", bemerkte er lächelnd. "Ihr hattet nun Zeit, über meine Worte nachzudenken und ich frage Euch, soll ich dafür sorgen, dass Ihr mit Legolas sprechen könnt? Ungestört? So, wie Thranduil es mir nahe trug, sehnt auch sein Sohn sich danach, mit Euch zu sprechen."

"Ich wüsste nicht, warum ich einem Gespräch aus dem Weg gehen sollte", erwiderte Caladúneth und ihre Mundwinkel zuckten leicht. "Ja, ich denke, es ist an der Zeit, dass wir miteinander reden", fügte die Blonde dann noch hinzu, bevor sie noch einmal nickte und schließlich verstummte.

Ein väterliches Lächeln legte sich auf die Züge des Schwarzhaarigen und er neigte leicht sein Haupt.
"Dann geht jetzt in die Laube im Rosengarten, er erwartet Euch dort, denn um ehrlich zu sein, ich sprach schon vor wenigen Stunden mit ihm", erläuterte der Elb und verließ den Raum, um sich auf dem schnellsten Wege zu Glorfindel zu begeben.

Eine Weile sah die Elbenmaid noch dorthin, wo der Elb gestanden hatte, bevor er verschwunden war. Erst dann straffte sie sich und unterdrückte alle Unsicherheit, die in ihr aufkeimen wollte, bevor sie sich auf den Weg zu dem angegebenen Punkt machte.
Es war nicht schwer für Caladúneth, den Rosengarten zu finden, auch wenn sie erst seit dem gestrigen Tage in Imladris verweilte. Bereits von weitem sah sie die Laube, von der Erestor gesprochen hatte. Die Elbenmaid wusste nicht, was sie von dem bevorstehenden Gespräch erwarten sollte und so trat sie unmerklich zögernd in die Laube hinein.

Nach den Beratungen war Legolas sofort zu der von Erestor genannten Stelle geeilt und hoffte, dass Caladúneth auf Erestors Bitte eingehen würde. Sein Blick hatte sich in die Ferne gerichtet, über die schneebedeckten Gärten, während er wartete. Seine Gedanken weilten noch einmal bei den schrecklichen Ereignissen von vor über zweitausend Jahren, doch in diesem Moment erschien ihm alles fern und fremd. So bemerkte er nicht, wie die Elbenmaid die kleine Laube betrat.

Verwundert sah Caladúneth zu dem Elben, dessen Blick abwesend in die Ferne gerichtet war. Gleichzeitig merkte sie, wie sich nun doch ein wenig Unsicherheit in ihr ausbreiten wollte.
"Erestor sagte, Ihr wolltet mit mir sprechen", sprach sie schließlich nicht laut, jedoch deutlich, nachdem sie eine Weile verharrt hatte.

Wie vom Schlag getroffen, zuckte Legolas bei ihren Worten zusammen und seine blauen Augen richteten sich auf sie, nahmen wieder einmal ihre Ähnlichkeit mit Gwiwileth war.
"Ja, ich wollte dich sprechen, auch wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll", gestand er ihr und blickte sie hoffnungsvoll an. Wie stand sie zu ihm? Hasste sie ihn?

"Ich muss zugeben, auch ich weiß es nicht", erwiderte Caladúneth, während sie langsam näher trat. "Aber ich sagte bereits zu Erestor, dass nach vielen Jahren einmal der Zeitpunkt gekommen sein muss, an dem man nun miteinander spricht. Es wäre doch seltsam, dies nach solch einer langen Zeit nicht einmal zu versuchen." Die Elbenmaid hatte ihre Worte gesprochen ohne den Blick von dem Elben, der vor ihr stand, abzuwenden.

Noch immer wusste er nicht, was er tun sollte, wie er sich verhalten sollte, doch ihre Worte gaben ihm den Mut zu sprechen.
"Ja, dass sollte man. Auch wenn es an Jahren lange her ist, sind die Erinnerungen noch immer in meine Seele gebrannt und machen mir dies nun nicht leicht. Doch will ich absolut ehrlich mit dir sein, dir keine Frage unbeantwortet lassen, die du sicherlich haben wirst", verdeutlichte er ihr und sah sie an, verbarg nicht die Unsicherheit, die in ihm war.

"Doch habe ich das Gefühl, dass Ihr bereits jetzt mehr Fragen an mich habt, als ich an Euch", entgegnete Caladúneth, die im Gegensatz zu dem blonden Elben ihre Unsicherheit zu unterdrücken versuchte und immer noch aufrecht vor ihm stand. Allerdings gelang es der Elbenmaid nicht mehr ganz. "Und wenn ich Recht habe... dann fragt Ihr zuerst." Langsam senkte sie den Blick und wartete auf die Reaktion Legolas'.

Dieser ließ seinen Blick wieder in die Ferne gleiten, nicht fähig ihren Anblick länger zu ertragen.
"Wer weiß... Doch am meisten frage ich mich, wie es dir in Cillien ergangen ist... ein Land, welches ich nie betreten habe."

"Es ist mir gut ergangen", antwortete Caladúneth. Nun konnte auch die Elbenmaid ein leichtes Zittern ihrer sanften Stimme nicht mehr verhindern. "Nie hat es mir an etwas gemangelt und mein Pate Anordil und seine Familie. Sie waren immer für mich da."

"Das... das freut mich...", erwiderte Legolas unsicher. Wie sollte er dieses Gespräch nur führen? Die nächsten Worte sprudelten aus ihm heraus, eher er sie zurückhalten konnte. "Ich hoffe, du wirst mir je verzeihen können..."

"Verzeihen, aber warum sollte ich Euch überhaupt verzeihen müssen? Es gibt doch... keinen Grund...", leicht verwirrt brach Caladúneth ab und sah ebenfalls in die Ferne. "Ich weiß nicht... ob ich Euch verstehe."

Überrascht betrachtete Legolas die Elbenmaid vor ihm, traute seinen Ohren kaum. "Nicht zu...? Aber... ich... bin Schuld an..." Er brachte es einfach nicht fertig, die Worte zu sagen, konnte nicht weiter sprechen, zu sehr wühlte es ihn auf.

"Woran solltet Ihr Schuld sein?" Nun war es an Caladúneth, den Elben erstaunt anzublicken. Die Elbenmaid erkannte die Verwirrtheit, die in seinem Gesicht geschrieben stand, und in seinen Augen konnte sie beinahe erkennen, wie sein Inneres in Aufruhr geriet. Es berührte sie auf seltsame Weise und zögernd streckte sie die Hand aus, um sie schließlich sanft auf Legolas' Arm zu legen.
"Sagt mir, woran Ihr Schuld sein sollt?", bat sie erneut.

Heftig zuckte er unter der plötzlichen Berührung zusammen und zitterte ob der emotionalen Spannung in seinem Inneren.
"Ich habe dir versprochen ehrlich zu sein... Setz dich", forderte Legolas sie auf und wartete, bis sie sich neben ihm nieder gelassen hatte. "Seit ihrem Tod... ich fühle mich daran schuldig und auch an der Schande deiner Abstammung, es ist wie eine schwarze Wolke in meinen Gedanken und Gefühlen, die neue Nahrung bekam, als ich dich sah, erkannte, wer du bist." Jetzt schien er völlig ruhig, völlig gefasst und der Welt entrückt.

"Aber Ihr seid daran nicht Schuld", erklärte Caladúneth mit Nachdruck. "An dem Tage, an dem ich fünfzig wurde, erzählte mir Anordi, was er über mich und meine Abstammung wusste. Ihr könnt nicht Schuld sein und Ihr braucht Euch auch nicht für etwas zu entschuldigen, wofür man sich nicht entschuldigen muss."

Aus großen Augen blickte Legolas seine Tochter an, konnte nicht fassen, was sie sagte. Es war, als würde ein Licht in ihm erstrahlen, wieder aufflammen, seit es mit Gwiwileths Tod verloschen war. Das Blau seiner Pupillen schien zu leuchten, als er ihre schmalen Hände ergriff, sie feste drückte.
"Ich danke dir, von ganzem Herzen, doch nun stell du deine Fragen, denn ich wusste von dir viel, da Anordil regelmäßig Briefe an meinen Vater schrieb."

Caladúneth lächelte.
"Anordil konnte mir nicht viel von Euch..." Die Elbenmaid brach ab. Plötzlich schien es ihr unsinnig, immer noch die Distanz des Ihrs zu wählen, nun, da sie sich so nahe schienen. "... dir erzählen, da er dich nie kennen lernte, aber alleine daraus, was er über deine Tat sagte, dass du mich ihm mitgabst, sagte mir schon viel. Mehr habe ich mich nie gefragt und dennoch... es ist ein Zufall, dass wir hier aufeinander treffen. Warum wolltest du mich nie vorher kennen lernen?"

"Ich hatte Angst...", lautete seine ehrliche Antwort. "Angst vor deiner Reaktion... ich war mehr als nur unsicher, wie du ja weißt. Die erste Zeit nach ihrem Tod hätte ich nicht die Kraft gehabt, und später brachte ich den Mut nicht auf. Es ist nicht leicht, sich der Vergangenheit zu stellen. Du siehst ihr so ähnlich, so sehr." Seine Stimme brach bei den letzten Worten und wieder rannen Tränen seine Wangen hinab, als er daran erinnert wurde, wie Gwiwileth in seinen Armen starb.

Hiflos sah Caladúneth zu, wie die Tränen von der Trauer zeugten, die immer noch in Legolas wütete.
"Es tut mir leid, wenn ich dich an sie erinnere... Ich kann mir nicht vorstellen, wie schwer es für dich... für dich gewesen sein muss und ich hätte sie auch so gerne gekannt", sprach sie leise und auch der Elbenmaid wurde das Herz schwer.

"Ja, aber es war ihre Entscheidung..." Er schloss die Augen, verbarg den Schmerz darin. "Wir waren beide sehr jung, hatten nicht das Alter und die Weisheit mit der Wahrheit umzugehen und selbst jetzt ist es noch schwer für mich. Wie gelingt dir dies?"

"Manchmal weiß ich es auch nicht", erwiderte Caladúneth und zuckte verzweifelt mit den Schultern. Legolas' Schmerz zu fühlen löste eine Traurigkeit in ihr aus, die sie bis jetzt nur selten gefühlt hatte. "Ich glaube, es half mir sehr, dass ich in Cillien aufwuchs."

"Fort von einem Volk, das glaubt, du hättest die Geburt nicht überlebt", seufzte Legolas und sah sie wieder an. "Wir mussten sie alle anlügen... alle... Selbst meine Schwester kennt nicht das ganze Geheimnis. Nur meine Mutter, mein Vater, Anordil und sein Vater, Erestor, Elrond und wir beide. Doch, wenn ich dich so sehe, bin ich froh, dass du in Cillien aufwachsen konntest, genauso, wie ich nun froh bin, dass du hier bist, dass ich dich endlich kennen lernen darf."

"Ich auch... ich bin auch froh", erwiderte Caladúneth mit leiser Stimme und nun konnte auch die Elbenmaid nicht verhindern, dass ihr Tränen in die Augen traten. Die ganze Zeit über hatte sie versucht etwas von ihrer aufrechten und stolzen Haltung zu bewahren, doch war dies während dem Gespräch mit Legolas in sich zusammengebrochen. Nun wusste Caladúneth nicht mehr, was sie noch sagen, geschweige denn tun sollte.

Fassungslos sah der blonde Sohn Thranduils die Tränen auf ihren Wangen und er konnte nicht anders, als sie in eine Umarmung zu ziehen.
"Weine nicht...", bat er sie und hielt sie einfach nur fest, während er selbst schluchzte.

"Du tust es doch genauso...", flüsterte die Elbenmaid zurück. Wärme durchströmte ihren Körper, als Legolas sie in die Arme nahm und trotzdem begann Caladúneth zu zittern. Sie war in einem liebevollem Umfeld aufgewachsen, doch immer hatte sie es vermisst einen Vater und eine Mutter zu haben, zu denen sie gehen konnte, wenn sie etwas bedrückte. Es erschien ihr in diesem Moment nahezu unwirklich wenigstens ihren Vater gefunden zu haben und so konnte sie die Tränen, die über ihre Wangen liefen, auch nicht zurückhalten.

Als sie seine Umarmung erwiderte, war es ihm, als würde der dunkle Schatten weichen, als würde er endlich akzeptieren können, das Gwiwileth den Weg des Todes gewählt hatte. Er war wieder frei und ein leises Lachen drang aus seiner Kehle.
"Eigentlich sollten wir uns freuen, uns endlich gefunden zu haben, anstatt zu heulen wie ein eingesperrter Hund."

"Nun, da hast du wahrscheinlich recht", antwortete Caladúneth und löste sich von ihrem Vater. Sich die Tränen aus den Augenwinkeln wischend, lächelte sie Legolas an. "Ich... ich freue mich jedenfalls...", fügte sie dann noch hinzu, bevor ebenfalls ein Lachen über ihre Lippen kam.

Auch Legolas lachte und sah nur kurz von dem Gesicht seiner Tochter auf. Strahlend blaue Augen trafen aus schwarzblaue und er nickte dem dunkelhaarigen Beratet dankbar zu, der in einiger Entfernung stand und sich nun leicht in seine Richtung hin verbeugte. Es war der erste Moment, in dem Legolas auch die dunkle Wut auf Erestor nicht mehr in sich spürte. Dieser hatte so viel wie möglich daran gesetzt seine Tochter und ihn zu einer Aussprache zu bewegen. Mit einem glücklichen Lächeln blickte er wieder auf Caladúneth.
"Komm, lass uns etwas essen gehen, ich habe seit Stunden nichts mehr zu mir nehmen können."

Von weitem beobachtete Erestor, wie Legolas seine Tochter umarmte und ein kleines Lächeln schlich sich auf die Lippen des Noldo. Instinktiv lehnte er sich an die alte Eiche, welche hinter ihm stand.

"Endlich - der erste Schritt ist getan", seufze Erestor und in diesem Moment blickte er in Legolas Augen und Erestor verbeugte sich knapp.

Haldir, der neben Erestor im Schatten stand, sah Legolas' Blick, doch seine Züge blieben regungslos. Trotzdem war zu erkennen, dass in seinem Inneren die Emotionen keineswegs ruhten.
"Der erste Schritt - so?", fragte er schließlich ohne Erestor. "Nun, dann weiß ich nun wenigstens, woran ich bin."
Ein bitterer Ton lag in der Stimme des blonden Elben.

"Nein, Haldir, du weißt gar nichts", antwortete der Schwarzhaarige Berater mit leichterem Herzen, wirbelte an dem strengen Galadhrim vorbei und schritt fort von den beiden Elben in der Laube. Es faszinierte ihn, dass Legolas Haldir nicht wahrgenommen hatte.
"Urteile erst, wenn du das gesamte Bild kennst."

"Soll mir dieses Bild nicht genug gesagt haben?" Haldir schüttelte den Kopf. "Und dazu Legolas' Reaktion, als er sie sah? Seine Reaktion, wie er mich zurückstieß? Ich denke, ich sehe genug, um urteilen zu können." Nur langsam folgte der Blonde dem dunkelhaarigen Berater Elronds.

Haldirs Worte versetzten Erestors Herzen einen Stich - er wollte nicht, dass sein Freund so litt, doch er konnte auch Legolas' Geheimnis nicht verraten. Dies musste der junge Elb selbst tun - er würde sicherlich eine Überraschung dabei erleben.
"Nein, du hast nicht genug gesehen, es liegt viel in Legolas' Vergangenheit, was er jetzt bewältigen muss. Caladúneth wird ihm dabei helfen, aber nicht so, wie du ihm dabei helfen könntest." Die sturmgrauen Augen des Beraters richteten sich eisern auf Haldir.

Doch auch das, was Erestor sagte, konnte Haldir nicht helfen, dem der Anblick Legolas' und Caladúneths noch mehr Schmerz verursacht hatte, als er bereits ertragen konnte.
"Du scheinst zu wissen, was vorgefallen ist", erwiderte Haldir langsam und sein Blick streifte Erestor. "Warum sagst du es mir nicht? Warum lässt du nur Bemerkungen fallen, die du mir nicht erklärst, wo du mir damit doch vieles erleichtern könntest?" In Haldirs Augen lag ein nahezu flehendes Funkeln. "Oder ist das, was du weißt, gar nichts, was mir helfen würde?"

Fast war Erestor versucht dem Drängen und der Bitte Haldirs nach zu geben, doch wusste er, schweren Herzens, dass er nicht das Recht dazu hatte.
"Verzeih, mein Freund - es stimmt, ich könnte all dies aufklären, doch ist es nicht an mir, dir die Wahrheit zu offenbaren." Seine Seele krümmte sich bei diesen Worten - er wollte Haldir nicht abweisen.

Traurig sah der blonde Elb gen Boden.
"Ich kann verstehen, dass du es nicht sagen willst, doch gleichzeitig kann ich es nicht." Haldir stockte und wandte sich ab. "Aber ich werde es akzeptieren müssen. Anscheinend gibt es niemanden, der etwas weiß, und auch Willens ist mir mehr anzuvertrauen. Sei es eine gute oder schlechte Nachricht, es hätte mir doch den Schmerz der Unwissenheit erleichtert."

"Ich wünschte, ich könnte dir helfen, doch mir sind die Hände gebunden." Sanft nahm Erestor Haldirs Hände in die seinen. "Deine Brüder warten schon auf dich."

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Galu: Danke für das liebe Review – tja, Haldir versteht immer alles falsch, aber sonst wäre es auch zu einfach… Wie er reagieren würde, wenn er das mit Gwiwi verfährt… ich glaube, ich habe da so eine Idee .

Mondliesel: auch dir vielen Dank. Zu der Sache mit der Zwillingsliebe: sie ist wichtig und musste sein… glaub mir, das hat alles so seine Gründe . Ob sich alles zum Guten wendet – wir werden sehen – aber es kommen ja noch einige Kapitel

Tura: Vielen Dank . Ich glaube auch, dass es etwas undurchsichtig ist, wenn man Fallende Engel nicht kennt .

Enessa: Dankeeee . Die anderen Zwillinge gibt es natürlich auch wieder… es ist muss nur erstmal dieser Handlungsstrang untergebracht werden . Tja, ob Legolas das sagt – wer weiß. Und zum Thema Mathestudium: wie man sieht, kann es auch die Updates einmal herauszögern – und ich habe jetzt auch noch nen Nebenjob, also wirklich viel zu tun .

Narwain: Danke du . Inzest – das wäre jetzt ne längere Erklärung… kann dir aber gerne einmal eine geben, wenn du magst. Sag bescheid, dann schick ich dir über FF.de eine Mail . Bin mal gespannt, ob du es schaffst pünktlich zu reviewen .

Autaria: Ja, die Geschichte geht noch weiter – wir haben ja noch einige Kapitel geschrieben. Aber ich weiß nicht, ob ich über dein Review so glücklich sein soll. Ich finde es traurig, dass Leser erst reagieren und sich einmal melden, wenn man eine Weile nicht geupdatet hat. Dennoch danke für die Meldung.