Kapitel 38:Irren ist männlich

Wärme breitete sich in Erestor aus, als die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne ihn weckten. Mit einem verschlafenen Lächeln drehte er sich zum Fenster, sodass Glorfindel nun in seinem Rücken lag. Seufzend rückte er ein wenig näher an seinen Geliebten, genoss einfach die Nähe, die er nun schon fast ohne Schwierigkeiten meisterte.

Die Sonne tauchte den Schnee in flammendes Orange und Erestor hoffte, dass dieser Tag genauso schön werden würde, wie er anfing. Er wünschte es Lindir und Laereth einfach, dass ihr Bündnis wunderschön wurde. So hing er seinen Gedanken nach und bemerkte nicht, wie auch Glorfindel erwachte.

Noch bevor der blonde Elb die Augen öffnete, spürte er, wie sich Erestor näher an ihn schmiegte. Überrascht und dennoch glücklich genoss er das Gefühl des warmen Körpers an seinem und endlich hob er seine Lider und sah einen dunklen Haarschopf genau vor seinem Gesicht. Ein Lächeln erschien auf Glorfindels Lippen, als er sanft über den Arm Erestors streichelte und mit einem leisen „Guten Morgen" einen Kuss auf das Haupt des Elben hauchte.

Fast schnurrend lächelte Erestor verschlafen und rutschte noch ein Stück näher an den vertrauten, warmen Körper seines Freundes.

„Ja, es ist ein guter Morgen", antwortete er ebenso leise und drehte sich nun zu Glorfindel hinüber, um auch ihm einen sanften Kuss auf die Lippen zu hauchen. „Doch das Schönste hast du schon verpasst, mein geliebter Langschläfer."

„Und das wäre?", fragte Glorfindel lachend, während er einen Arm um die Seite des Dunkelhaarigen legte, um diesen näher zu sich zu ziehen. Dass das Schönste für ihn war, Erestor in diesem Moment bei sich zu wissen und im Arm halten zu können, sprach der Blonde jedoch nicht aus.

Die Umarmung seitens Glorfindels genoss Erestor wirklich, und so schlang auch er einen Arm um den Balrogtöter, während er ihn zärtlich küsste.

„Die goldene Stunde… wenn die Sonne den Schnee in goldenes Licht taucht und die einzelnen Strahlen im diffusen Dunst zu erkennen sind", flüsterte der Schwarzhaarige und schaute verträumt in die blauen Augen Glorfindels.

Im Gegensatz zu Erestor genoss der blonde Elb die Berührung nicht nur, er spürte wie kleine Schauer durch seinen Körper liefen und der Blick des Dunkelhaarigen tat sein übriges. Wusste Erestor denn nicht, welchen Wunsch, welche Wünsche dies alles in ihm auslöste? Seufzend schloss Glorfindel die Augen und lehnte seinen Kopf an den seines Geliebten.

„Ich liebe dich, mein stolzer Krieger", flüsterte Erestor gegen die Lippen des blonden Elben, nur um diese wieder mit den seinen zu versiegeln, einfach die Wärme zu genießen. „Heute Abend, wenn die Sonne dieses Tal erneut in Flammen taucht, komm mit mir mit in die Gärten, es ist fast so schön, wie damals in Gondolin."

Glorfindel seufzte erneut, verzweifelt versuchend das Gefühl zu ignorieren, welches Erestors Atem auf seinen Lippen hervorrief.

„Gondolin", murmelte der Blonde nach einer Weile ohne die Lider zu öffnen. „Ich erinnere mich noch gut daran, es war so wunderschön... Ich vermisse es."

Ein melancholisches Lächeln schlich sich auf Erestors Züge, doch verbannte er es schnell wieder, indem er erneut einige Küsse auf den Hals seines Geliebten hauchte.

„Ja, das war es, doch war sein Turm nichts im Vergleich zu Telperion und den beiden Bäumen. Doch nur sehr selten sehne ich mich nach dieser Zeit zurück… auch wenn ich viele derjenigen vermisse, die ich in Valinor und später beim Untergang Gondolins zurück ließ. Manchmal frage ich mich, wie mein Bruder über mich denkt. Doch nun genug davon, selbst du bist jung im Vergleich zu mir und ich möchte jetzt nicht daran erinnert werden, wie steinalt ich doch bin", beendete er seinen Monolog, während seine Hände begannen, vorsichtig über die seidige Haut an Glorfindels Rücken zu fahren.

Wieder entfuhr dem Blonden ein Seufzer, doch dieses Mal genießerisch, und endlich öffnete er wieder die Augen und sah Erestor an, küsste ihn sanft und begann ebenfalls forscher zu werden, ließ seine Hände über Erestors Arme und Seite wandern.

„Sag, wie wird es weitergehen?", fragte Erestor leise und schloss die Augen aufgrund der zärtlichen Brührungen. Sein Körper entspannte sich noch mehr und er vergrub sein Gesicht an der warmen Schulter seines Geliebten, während seine Hand über den bloßen Rücken hinab zum Bund von Glorfindels Leinenhose glitt, die dieser immer zum Schlafen trug.

Scharf sog der Blonde die Luft ein, als er spürte, wohin die Hand seines Geliebten gewandert war und erneut fragte Glorfindel sich, ob Erestor wirklich nicht bewusst war, was er damit in ihm auslöste. Erregung ergriff von seinem Körper Besitz und der blonde Elb schob seine Hand selbst tiefer, während er sich näher an den Dunkelhaarigen drängte.

Kurz flackerte eine lange vermisste Hitze durch Erestor, als er die warme Hand des Balrogtöters fühlte, wie sie sanft Richtung seines Gesäßes glitt, doch dann spürte er dessen Erregung an seinem Schenkel. Panik wallte in ihm auf, und er sprang regelrecht aus dem Bett, seinen Geliebten aus großen Augen anblickend. Wieder rasten Erinnerungen durch seinen Geist, an einen Menschen, wieder spürte er dessen grobe Gewalt und der schwarzhaarige Elb begann am ganzen Körper zu zittern.

„Verzeih…"

Erestors Reaktion wirkte wie eine Ohrfeige auf Glorfindel und mit einem Schlag wich die Erregung des Elben. Ein wenig entgeistert starrte der Blonde den Dunkelhaarigen an, der zitternd neben dem Bett stand. Nur langsam wurde ihm klar, was geschehen war, was in Erestor vorgehen musste.

„Nein, nein... du musst mir verzeihen", erwiderte er deshalb leise, während er aus dem Bett stieg und zögernd auf den Dunkelhaarigen zutrat, nicht wissend, ob er ihn jetzt in den Arm nehmen konnte oder ob dies die gleiche Reaktion hervorrufen würde.

Aus schreckensgeweiteten Augen blickte Erestor zu dem blonden Elben und versuchte sich selbst in den Griff zu bekommen. Nur allmählich ließ das Zittern nach und er ließ sich seufzend auf das Bett nieder. Fast verzweifelt vergrub er sein Gesicht in den Händen.

„So kann es einfach nicht weitergehen… was… Fin… ich wünschte, ich könnte anders reagieren."

Fast zaghaft streckte Glorfindel den Arm aus und strich Erestor sanft über die Schulter.

„Das wünschte ich auch, denn mein Herz schmerzt genauso, wenn ich daran denke, was dir passiert ist. Aber ich weiß nicht... wie soll ich dir helfen?" Der blonde Elb wusste nicht wirklich was er noch sagen wollte, er wusste nur, dass Erestor Recht hatte. So konnte es nicht auf ewig weiter gehen.

Ein schmales Lächeln huschte über die angespannten Züge des uralten Elben, als er die unsichere Berührung spürte.

„Sieh uns beide an, wir kennen einander schon Jahrtausende und sind noch älter, aber nicht in der Lage, mit einem solchen Problem fertig zu werden. Was sind wir nur töricht…" Seine blauschwarzen Augen richteten sich auf den blonden Elben und sein Gesicht wurde sanfter. „Doch werde ich eine Möglichkeit finden, denn auch für dich wird es immer schwerer."

Glorfindel lächelte. „Ich glaube, dass du einen Weg finden wirst", sagte er leise und beugte sich dann rasch vor um dem Dunkelhaarigen einen Kuss auf die Wange zu hauchen. Freudig bemerkte er, dass Erestor nicht erneut zurückwich.

x.x.x.x.x.x.x.x

Gerade hatte Arwen die Tür zu den Räumen ihres Vaters geschlossen, als sie beinahe mit Erestor zusammen gestoßen wäre, doch wich ihr der Elb noch rechtzeitig aus.

„Arwen, Guten Morgen", grüßte er sie und trat bereits durch die Tür. Etwas verwirrt blickte die Elbenmaid ihm nach, ehe sie selbst sich auf den Weg zu den Gästeräumen Caladúneths machte. Sie sollte ihr helfen sich auf die Feierlichkeiten vorzubereiten und ihren Vater etwas entlasten, was seine Pflichten als Gastgeber anging. Arwen konnte nicht leugnen, dass sie neugierig auf die hübsche Elbenmaid war, die sie bisher nur von weitem gesehen hatte.

Etwas verblüfft sah Caladúneth auf, als plötzlich eine dunkelhaarige Elbenfrau in ihrem Zimmer stand. Die Goldblonde hatte in einem Sessel gesessen und gedankenverloren aus dem Fenster geblickt, worüber sie gar nicht bemerkt hatte, dass jemand die Tür geöffnet hatte.

„Seid gegrüßt", sprach sie dann nach dem ersten Moment der Überraschung und musterte die Elbenmaid, die eine Schönheit besaß, wie Caladúneth sie selten gesehen hatte. „Ihr seid Arwen, nicht wahr?"

Zur Bestätigung neigte Arwen leicht das Haupt und lächelte die jüngere Elbenmaid an.

„Ja, mein Vater schickt mich, Euch Gesellschaft zu leisten, da heute die Feierlichkeiten zu der Bundschließung Laereths und Lindirs stattfinden und alle anderen geschäftig durch das Haus eilen", erwiderte die Dunkelhaarige und ihr Blick ruhte auf den ebenmäßigen Zügen der anderen Frau. Sie schien ihr sehr vertraut, so als hätte sie sie schon früher gekannt, doch konnte sie diesen Eindruck nicht näher einordnen.

„Dann setzt Euch oder wollt Ihr noch länger dort stehen bleiben?", erwiderte Caladúneth lachend und wies auf den Sessel, welcher dem ihren gegenüber stand. Die Elbenmaid spürte wie die Dunkelhaarige sie ansah, doch sie ließ sich nichts anmerken.

„Ich hoffe nur ich falle Euch nicht zur Last und die Aufgabe, Euch um mich zu kümmern, stört Euch nicht bei etwas wichtigem."

„Nein, nein, so kann ich wenigstens dem gröbsten Trubel entkommen", wehrte Arwen lachend ab und ließ sich graziös auf dem ihr gewiesenen Sessel nieder. „Ich soll Euch außerdem aushelfen, solltet Ihr keine entsprechende Kleidung dabei haben. Was für ein Glück, dass Ihr nur wenig kleiner zu sein scheint, als ich es bin."

„Angemessene Kleidung hab ich tatsächlich nicht, ich konnte ja nicht ahnen, dass, sobald ich ankomme eine Bundschließung gefeiert wird", erwiderte Caladúneth schmunzelnd. „Ich wäre dankbar wenn Ihr etwas Passendes für mich hättet."

Nachdenklich betrachtete Arwen die jüngere Elbenmaid und ging in ihren Gedanken ihre Garderobe durch.

„Ich denke, ich habe etwas Passendes für Euch. Doch noch haben wir viel Zeit. Erzählt mir etwas über Eure Heimat, lange war ich nicht mehr dort", forderte sie Caladúneth auf und griff dann nach dem Tee, der auf einem Tisch neben den Sesseln stand.

Doch die Blonde lachte nur ein weiteres Mal.

„Wisst Ihr wie viel ich bereits über Cillien erzählen musste?", wehrte sie mit funkelnden Augen ab. „Cillien hat sich kaum verändert, glaubt mir. Und ich würde viel lieber etwas über Lórien hören. Ihr wart doch vor nicht all zu langer Zeit dort, erzählt mir davon."

Ein leicht schwärmerischer Glanz trat in die Augen des Abendsterns, als sie an ihre zweite Heimat dachte.

„Lothlórien… Es ist wie ein Traum, wenn man durch den goldenen Wald wandelt, dem leisen Spiel der Vögel lauscht oder auf dem Cerin Amroth steht, im Licht des vollen Mondes und der Sterne, während man über die weichen Lichter der Elbenstadt blickt. Es ist, als würde nur ein Teil der Seele teilhaben an der Wirklichkeit und der andere Teil ruht friedliche in Irmos Armen. Sehr vermisse ich die Wälder, doch fühle ich mich nur hier völlig frei und ungebunden, in der Nähe meines Vaters und meiner Brüder."

„Ich verstehe Euch nur zu gut", antwortete Caladúneth leise und ihr Blick schweifte kurz aus dem Fenster. „Ich habe Lórien bereits kennen gelernt und auch wenn die Zeit dort schön war und der Anblick der Wälder nie aus meinem Geist schwinden mag, so war ich doch froh wieder in meine Heimat Cillien zurückkehren zu können."

Caladúneth lächelte bei dem Gedanken.

„Die Heimat berührt einen doch am meisten", erklärte Arwen schlicht und stellte die Tasse neben sich. „Doch nun, begleitet mich, es könnte etwas dauern, bis wir das Gewand gefunden haben, welches Euch am besten kleidet."

Die goldblonde Elbenmaid nickte nur freudig und stand auf um Arwen über die Gänge Imladris' zu folgen. So kurz war sie erst hier, dass sie sich alleine kaum zu Recht gefunden hätte und auch auf ihrem Weg betrachtete sie immer noch aufmerksam die Schönheit der Umgebung, wie sie durch die großen Fenster zu sehen war.

Erwartungsvoll führte Arwen die Jüngere in ihre Garderobenräume. In dem größeren blieb sie stehen und gebot der Elbenmaid sich auf den freien Sessel zu setzen, während sie selbst in den hinteren, verdunkelten Raum trat.

„Wartet hier kurz, ich habe schon eine Idee, und werde Euch das Kleid gleich herausbringen."

Die blonde Elbenmaid sah nur noch wie die Dunkelhaarige verschwand und sah sich dann in dem Raum um, in dem sie sich befand. Erst dann setzte sich Caladúneth, um erwartungsvoll auf Arwens Rückkehr zu warten, doch innerlich war sie überzeugt davon, dass die Tochter Elronds das Richtige auswählen würde.

Etwas verwirrt bemerkte Arwen, dass das Kleid, welches sie ausgewählt hatte, wohl noch in Lothlórien war und so musste sie ein anderes heraussuchen.

„Eigentlich wollte ich Euch eines aus dunkelblauem Samt geben, aber es scheint nicht da zu sein. Jetzt könnte es schwierig werden", rief sie Caladúneth zu und begann ihre Gewänder durchzusehen. „Muss es unbedingt ein Kleid sein, das direkt für den Winter gemacht wurde… oder…? Hah… dieses hier…!" Mit strahlenden Augen ergriff sie ein Gewand aus Samt und Seide, dass je nach Licht entweder blau oder Grün schimmerte. „Ich habe genau das richtige gefunden!"

Staunend sah Caladúneth auf das Kleid, das Arwen in den Händen hielt, als sie wieder in den Raum trat.

„Ich... mir fehlen die Worte, das ist... wunderschön", hauchte die Blonde und stand auf um einen genaueren Blick auf den Stoff zu werfen, sah das samtene Mieder, bewunderte den Rock und die Ärmel aus feiner Seide und den viereckigen Ausschnitt. „Ihr hättet kein besseres finden können. Habt Dank", fuhr sie dann fort, während sie ihren Blick hob und Arwen mit strahlenden Augen ansah. Nicht sehr häufig tat die Elbenmaid so offen ihre Begeisterung kund.

„Es freut mich, dass es Euch gefällt, es harmoniert vorzüglich mit Euren Augen", erwiderte die Dunkelhaarige und begann nun selbst noch einmal den Kleiderschrank zu durchforsten. „Doch könntet Ihr auch mir helfen, noch weiß ich nichts anzuziehen."

„Ich könnte mir nichts vorstellen, was Euch nicht stehen würde", erwiderte Caladúneth verwundert. „Denn egal was Ihr anziehen solltet, jedes Kleidungsstück verblasst neben dem, was Ihr ausstrahlt."

Strahlende, graue Augen richteten sich auf die Botschafterin, als sich der Abendstern kerzengerade hinstellte und hinaus aus dem Fenster blickte.

„Manchmal ist dies aber auch eher ein Fluch, als ein Geschenk, glaubt mir. Doch sagt, welche Farbe soll ich wählen? Dunkelblau oder eher grau?"

„Ein Dunkelblau würde zu Eurer Erscheinung genauso gut passen wie das Grau zu Euren Augen", entgegnete Caladúneth. „Jedoch würde ich dunkelblau bevorzugen", fuhr sie dann fort, doch war es nicht mehr als ein Bauchgefühl, von dem die Elbenmaid nicht wusste, worauf sie es begründen sollte.

„Wahrscheinlich habt Ihr Recht", murmelte die Tochter Elronds und verschwand erneut in dem Nebenzimmer, um kurze Zeit später mit einem weiteren Bündel Stoff zu erscheinen. Lächelnd hielt sie der anderen Elbenmaid das Gewand entgegen. Es war aus dunkelblauem Samt gefertigt und wies an Armen und dem Rock kleine Schlitze auf, aus denen silbrige Seide heraus quoll, während der fast schulterfreie Ausschnitt mit Stickereien des gleichen Grautones besetzt war.

„Wie findest Ihr es?"

„Wenn ich Euch dies sagen würde, dann müsste ich mich wiederholen", lachte Caladúneth fröhlich und ihre Augen blitzten. „Ich denke Ihr wisst, was ich damit sagen will."

„Danke", war Arwens schlichte Antwort.

x.x.x.x.x.x.x.x

Nur noch wenige Augenblicke und Thranduil würde seiner Tochter auf der Feier gegenüber stehen. Nachdem sie sich die letzten Wochen völlig von ihm abgekapselt hatte, hoffte er nun endlich eine Gelegenheit zu finden, mit ihr sprechen zu können.

„Legolas, siehst du eine Möglichkeit für mich, mit Melelhídhril auf der Feier zu sprechen? Oder wird sie mich wieder abweisen?", fragte er seinen Sohn hoffnungsvoll und musterte sich selbst kritisch im Spiegel.

„Das kommt darauf an, wie du ihr gegenüber auftrittst, Ada", entgegnete Legolas und beobachtete seinen Vater, der immer noch in den Spiegel zu starren schien, kritisch. „Du weißt, dass sie genauso stur sein kann, wie du. Wenn du deinen Fehler ihr gegenüber nicht endlich offen zugibst, wird sie auch dieses Mal kein Wort zu dir sprechen."

„Das habe ich nicht anders erwartet", gab der Elbenkönig fast kleinlaut zu und ließ den Kopf hängen. Manchmal waren Kinder einfach anstrengend, erst recht, wenn man sich um sie sorgte. Nur selten wussten sie es wirklich zu würdigen. „So lange ich es aber nicht vor ganz Bruchtal verkünden muss, werde ich es wohl schaffen. Dennoch graut mir ein wenig vor der Vorstellung und dies wird sich so rasch nicht legen."

„Ich sagte ja, sie ist dir in manchen Eigenschaften gewiss sehr ähnlich", entgegnete Legolas nur und ein Schmunzeln spielte um seine Züge. „Und ich denke nicht, dass du deine Entschuldigung der ganzen Gesellschaft vortragen musst, aber zumindest ihr, sowie auch Elladan und Elrohir, denn es betrifft sie alle und Melelhídhril wird sich sonst nicht mit dir versöhnen."

„Ich weiß, ich weiß…" Thranduil blickte sich selbst mehr als nur wehleidig an und zeigte seinem Sohn sehr deutlich, wie wenig er mit dieser Situation zufrieden war. „Doch, glaube ich, bin ich nicht der einzige, der sich entschuldigen muss, und einiges klar stellen sollte, oder, mein Sohn?"

„Wer sollte dies deiner Meinung nach denn noch, Ada?", fragte Legolas mit blitzenden Augen. Es war selten, dass er seinen Vater so niedergeschlagen und reumütig erlebte, doch hatte auch noch nie solange Schweigen zwischen ihm und seiner Tochter geherrscht.

Ein verschmitztes Lächeln erschien auf den Zügen des Elbenherrn.

„Nun, es gibt da einen recht jungen Elben, der schon einiges erlebt hat, und jetzt, wo er die Chance hat, sein Glück zu finden, nicht in der Lage ist, dieses auch fest zu halten. Rede mit ihm, erkläre es ihm, er wird dich verstehen. Dessen bin ich mir mehr als nur sicher."

Legolas seufzte. „Ja Ada... ich weiß was du damit sagen willst und glaube mir, ich hatte nie etwas anderes vor. Ich habe ihn vor den Kopf gestoßen, aber nun habe ich mit Caladúneth gesprochen. Mein Denken ist wieder frei und ich werde mich mit Haldir aussöhnen."

Väterlich umarmte Thranduil seinen Sohn.

„Wir stehen dieses Fest gemeinsam durch. Du gibst mir Rückendeckung und ich dir, einverstanden?", fragte er grinsend und seltsamerweise erheiterte ihn die Idee eines Schlachtplanes für diesen Abend.

„Einverstanden", erwiderte Legolas und erwiderte die Umarmung. Zwar wurde ihm mulmig bei dem Gedanken an das Fest, und nun, da es so nah war, hatte er trotz allem Angst, dass Haldir ihm nicht verzeihen würde, doch der Elb vertraute darauf, dass er sich in dessen Liebe nicht getäuscht hatte.

„Dann sollten wir uns auf den Weg machen", entschied der ältere Sinda und warf noch einen letzten kritischen Blick in den Spiegel, eher er sich, in Begleitung seines Sohnes, auf den Weg zur Halle des Feuers machte, in der der Bund geschlossen werden würde.

x.x.x.x.x.x.x.x

Galu: Der Wink mit dem Zaunpfahl war überflüssig-grins-. Haldir und Legolas werden auch noch miteinander sprechen, aber ich verrate jetzt nicht wie es ausgeht, das wirst du bald selbst herausfinden ;). Natürlich nur wenn es bis zum nächsten Kap nicht zu lange dauert. Fühle dich geknuddelt. Fiz und ich (Valinja schreibt gerade) fanden es schön dich kennenzulernen :)

Enessa: Hier ist das Kap. War es zu deiner Zufriedenheit? -gg- Mehr Haldir / Legolas kommt später. Siehe Anmerkung zu Galu ;)

Mondliesel: Du hast Recht. Die FF lebt von den ständigen Komplikationen ... Fizban und ich quälen wohl zu gerne - fies grins- -gg-. Ich hoffe mal du bleibst weiterhin dran, auch wenn es mit den Kaps dauert.