Das ZAG Jahr beginnt:

„Juli! Jetzt komm endlich, der Zug geht in wenigen Minuten!"

„Ja Mum, ich komme ja schon!" Juli stürmte die Treppe hinunter.
"Bitte Kleines, mach keinen Blödsinn und behandle die Lehrer gut!" Mrs. Hawks gab ihrer Tochter einen Kuss auf die Wange.
"Ja Mum, der Zug!" Juli riss sich los, sie hatte noch 10 Minuten um zum Bahnhof Kings Cross zu kommen, aber das war kein Problem, er lag ja gleich gegenüber.

„Ja, und grüß Professor Kesselbrand von mir!" Mrs. Hawks hustete schrecklich.
"Bis dann Mum!" Juli raste los, mit dem riesen Koffer im Schlepptau ging es über die Straße, durch die Eingangshalle und ab zu den Bahnsteigen.
Wie ein geölter Blitz schoss sie auf die Absperrung zwischen Gleis neun und zehn zu, nicht darauf achtend das sie verschiedene Leute anstieß, so eilig hatte sie es zum Bahnsteig zu kommen.

Als sie auf der anderen Seite der Absperrung angekommen war musste sie scharf bremsen, beinahe hätte sie Harry Potter und einen rothaarigen Mann, der zweifellos Mr. Weasley war, überfahren.
Nach unzähligen Entschuldigungen lief sie zu dem roten Zug und stieg ein.
Es waren schon fast alle Abteile besetzt, nur im letzten Wagon waren noch ein paar frei.
Als sie an einem scheinbar leeren Abteil vorbei ging spürte sie plötzlich eine art Bedrohung.
Instinktiv wich sie aus und nahm das Abteil was am weitesten entfernt lag.

Nach wenigen Minuten fuhr der Zug an.
Juli hatte keine oder nur sehr flüchtige, Freunde in Hogwarts, das lag nicht daran das sie zu schüchtern wäre oder eingebildet, nein, sie wollte niemanden in Schwierigkeiten bringen, denn sie war anderes als alle anderen in Hogwarts.
Sie war ein Werwolf! Dumbledore hatte ihr trotz der Gefahr der Verwandlungen einen Brief geschickt, er hatte gesagt dass er schon einmal einem Werwolf den Gang zur Schule gewährt hatte und das er sie gerne in Hogwarts begrüßen würde, wenn sie sich an bestimmte Regeln hielt.
Diese regeln waren leicht zu befolgen, die meisten jedenfalls.
Sie durfte niemanden über ihren zustand erzählen, das hatte sie so wie so nicht vor.
Sie musste einen Trunk einnehmen damit sie bei Vollmond nicht gefährlich wurde, dieser Trunk wurde von Severus Snape gebraut, nicht angenehm aber akzeptabel.
Aber ihr war in den Vollmondnächten Freigang erstattet worden, sie hatte einen gesonderten Raum zum Schlafen bekommen von dem aus ein neuer Geheimgang zu den Ländereien führte.

Juli vertrödelte die zeit mit lesen, sie las viel, am liebsten über magische Geschöpfe, diese fand sie schon immer faszinierend und schon Ende der ersten Klasse hatte sie das Wissen einer dritten Klasse angesammelt.
Professor McGanegall hatte ihr Talent schnell erkannt und sie zu Professor Kesselbrand geschickt, von da an half sie ihm immer beim Unterricht und wurde selber privat unterrichtet.

Der Höhepunkt ihrer jetzigen Schulkarriere war bis jetzt ein Vortrag vor der Siebten Klasse bei den UTZ Prüfungen über Zentauren.

Das quietschen der Bremsen riss Juli aus ihren Tagträumen, sie konnten unmöglich schon da sein!
Neugierig steckte sie den Kopf aus dem Abteil. Andere Schüler taten es ihr gleich, aber der Grund für die Bremsung konnte niemand erkennen.
Also setzte Juli sich wieder in ihr Abteil und las weiter.
Mit der zeit wurde es immer kälter und kälter, plötzlich gefror der Regen auf den Fensterscheiben und ein ungutes Gefühl machte sich in ihr breit.
Gerade als sie wieder auf den gang spähen wollte glitt die Abteiltür auf und eine abscheuliche Gestalt glitt hinein.
Juli konnte einen Aufschrei gerade noch unterdrücken, es war ein Dementor.
Mittlerweile war sie an den Anblick dieser Kreaturen gewöhnt, ihr Vater saß in Askabahn, er war ein Todesser.

„Verschwinde, ich kenne Black nicht mal!" schnauzte sie den Dementor an. Einen Moment lang bewegte er sich nicht, dann drehte er um und verschwand aus ihrem Abteil.
Mit immer noch mulmigen Gefühl im Magen setzte sie sich wieder und las weiter.
Plötzlich hörte sie eine Stimme an ihrer Abteiltür und abermals überkam sie dieses bedrohliche Gefühl, sie öffnete die Abteiltür ein wenig um sehen zu können von wem es kam:

„...für ein Wesen?" hörte sie Harry Potters stimme aus dem anderen Abteil.
"Ein Dementor", das war eine Männerstimme eindeutig. „ Einer der Dementoren von Askaban." Dann was es eine Weile still, keiner sagte ein Wort.
"Iss, das hilft. Entschuldigt mich, ich muss mit dem Zugführer sprechen."
Der Fremde kam aus dem Abteil und ging Richtung Log.
Juli setzte sich wieder.
Wer war dieser Mann? So wie der aussah gehörte er jedenfalls nicht zum Ministerium, das war klar, vielleicht war es ein Leibwächter für Potter? Black hatte es doch auf ihn abgesehen...
Juli trat gegen einen der Sitze, sie wurde immer wütend wenn sie an Black oder das Ministerium dachte.
Black war unschuldig und der Minister unfähig!
Juli wusste das von ihrem Vater, er hatte es ihr in einem Brief geschrieben der sich hinterher selber zerstört hat, er hatte geschrieben das Black unschuldig war, aber trotz dem die Gerechte Strafe erhalten habe, wofür hatte er nicht geschrieben.

Juli hasste die Ungerechtigkeit, und so sehr sie ihren Vater früher geliebt hatte, desto mehr hasste sie ihn jetzt.

Endlich kamen sie im Bahnhof von Hogsmeade an. Wie immer rief Hagrid nach den Neuen und wie immer setzte sich Juli in die Kutschen die von den Thestralen gezogen wurde.
Juli konnte die Thestrale nicht sehen, aber Professor Kesselbrand hat ihr alles über sie erzählt.

Müde vom vielen lesen stieg Juli in die nächste leere Kutsche und wartete darauf das sie endlich schlafen konnte, wenn sie dürfte würde sie sogar das Festessen ausfallen lassen, aber das war ihr nicht gestattet. Vielleicht würde Dumbledore eine Ausnahme machen wenn sie ihm sagte das bald Vollmond war und das sie zu müde sei um noch länger auf zu bleiben, aber an Dumbledore kam sie jetzt so wie so nicht ran.

Aufeinmahl öffnete sich die Tür neben ihr und dieser Bodyguard oder was er war setzte sich zu ihr, ohne Potter.

"Hallo, mein Name ist Remus Lupin, ich bin der neue Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste." Der „Neue" also, anstandshalber reichte Juli ihm ihre Hand und starrte wieder aus dem Fenster.
"Sie sehen aber gar nicht gut aus." Bemerkte er.
"Danke, gleichfalls." Meinte Juli nur.
"Ich weis, ich bin etwas erkältet..." er versuchte das Thema um zu lenken. „Diese Dementoren jagen einen Angst ein, stimmts?"
Juli sah ihn eine Weile lang an. Eigentlich wollte sie sagen ´Sie aber auch beließ es dann aber bei einem: „Ja..."
Plötzlich raschelte es neben ihr, Lupin hatte eine Eule aus der Tasche gezogen und kritzelte etwas mit einem leeren Füller auf ein Blatt.
"Hier..." Juli konnte das Kr4atzen nicht mehr hören, deshalb reichte sie ihm einen Bleistift.
" Danke sehr. Wissen Sie, ein Junge aus meinem Abteil hatte einen Schwächeanfall, Madam Pomfrey sollte sich ihn mal ansehen." Er schickte die Eule los.
"Hm..." machte Juli nur.
"Sie sind aber nicht sehr gesprächig."
"Stimmt, ich bin ai8ch sehr müde, hatte in letzter Zeit viel Stress und ich werde auch wieder welchen bekommen, bin also voll ausgelastet."
"Ach so, Entschuldigung."

Endlich war die fahrt zuende und Juli war diesen Typen und dieses Gefühl der Bedrohung los.
Als sie an dem Tisch der Gryffindors saß und ihre Hände schon ganz taub vom klatschen waren begann Dumbledore mit seiner Rede.
Er redete von der Zugdurchsuchung und von neuen Lehrern, anscheinend war Professor Kesselbrand in den Ruhestand gegangen und nun war Hagrid Lehrer für die Pflege magischer Geschöpfe.
Keine gute Nachricht für Juli, nicht das sie Hagrid nicht mochte, aber er war einfach nicht zum Lehrer geboren...
Das große Stöhnen der menge als sie erfuhren das Hogwarts von den Dementoren bewacht wurde überging sie einfach und starrte auf ihren leeren Teller.

Dann kam endlich das Essen, Juli langte nicht besonders zu, sie musste gleich mir Percy Weasley die Neuen zum Gryffindor Turm führen.
Juli wusste nicht warum, aber Dumbledore hielt es doch tatsächlich für angebracht sie zu einer Vertrauensschülerin zu machen.
Gleich würde sie erst mal ärger bekommen weil sie das Treffen im Zug verpennt hatte, aber das war ihr egal.

"Hawks!" man konnte Percy schon von weitem hören.
"Ja Weasley?" sagte Juli matt.
"Warum warst du nicht bei der Besprechung?"
"Vergessen..."
"Wie kann man das nur vergessen?" rief Percy empört.
"Hey Percy, lass sie doch!" Fred und Georg kamen rüber.
"Haltet ihr euch da raus... Ich weis gar nicht wieso Dumbledore DICH zu einer VERTRAUENSCHÜLERIN machen konnte!" maulte Percy weiter.
"Tja, ich auch nicht... Sagst du mir jetzt das Passwort für den Turm?"
"Fortuna Major, mein Gott..." Er wuselte davon.
"Mach dir keinen Kopf Juli." Sagte Fred.
"Keine angst, ich habe schon einen..." sie stand auf und rief nach den Erstklässlern.

Fred und Georg waren in ihrem Jahrgang, sie hatten sie schon oft gedrängt in die Quidditsch Mannschaft ein zu steigen, aber sie hatte immer abgelehnt.

Als sie dann endlich alle „Ersties" im Turm verstaut hatte, schleppte sie ich zu ihrem persönlichem Turmzimmer ganz oben im Turm.
"lass mich rein..." das war ihr Passwort, sie war in solchen hinsichten nicht so kreativ wie Dumbledore.
Juli erfuhr jedes Jahr das neue Passwort von Dumbledores Büro um bei einem Notfall schnell bei ihm sein zu können.

Erschöpft fiel sie in ihr Bett, in ein paar tagen war Vollmond, dann konnte sie wieder zu ihren einzigen Freunden, den Zentauren im Westen.
Nicht mal Dumbledore kannte sie, sie hielten es für besser unentdeckt zu bleiben, Juli durfte sie besuchen, aber wenn sie es jemanden verraten sollte, würde sie „eine schlimme Strafe der Zentauren ereilen", wie sie es ihr gesagt hatten.
Na ja sie hatte so wie so nicht vor Dumbledore unter die Nase zu binden das sie einmal im Monat einen Abstecher in den verbotenen Wald machte, zumal er ja verboten war.

Nach wenigen Minuten schlief Juli ein, ihr Schlaf war leicht und unruhig und sie träumte von einem anderen Werwolf der sich in einen Dementor verwandelte und sie nach ihrem Vater fragte. Juli wachte früh auf, die restlichen Stunden lag sie wach und lauschte in die Dämmerung hinein...

Anna