DC: Mir gehört nichts!
Ein normaler Tag eines Arztes
Remus sortierte ein paar Akten in den Trolli. Marge, die andere Sprechstundehilfe war heute nicht da, sie war im Urlaub. Seufzend lehnte er sich zurück. Stress. Sicher er war froh endlich arbeiten zu können. Aber die Anmeldung allein zu schmeißen war mehr als anstrengend. Allie, eine weiter Sprechstundenhilfe, kümmerte sich um die Räume der Ärzte und Kleinigkeiten wie Impfungen und Salbenverbände.
„Brauchst du auch eine kleine Pause?" fragte John, nachdem er einen Patienten verabschiedet hatte und legte dessen Karteikarten auf den Tresen. „In einer halben Stunde ist, endlich, Mittagspause." munterte er ihn auf.
„Und dann hoffentlich nicht mehr ganz so viel zutun…" murmelte der Blondschopf. Er schnappte sich die Karten und gab dem Arzt neue.
„Macht ihr ein kleines Pläuschchen!" beschwerte sich Jason und nahm sich ein Bonbon aus der Schale auf dem Tresen.
„Muss doch auch mal sein." grinsend nahm John eine neue Patientenkarten. „Wir sind doch keine Sklaventreiber!" Dann verschwand er und nahm seinen neue Patientin mit.
„Ist Mrs. Miller schon da?" fragte Jason und warf einen Blick in ihre Karte.
„Ja, sie müsste gleich wieder da sein." und formte mit seinen Lippen das Wort ‚Toilette'. Der Arzt lachte.
„Na dann… Ach ja, schickst du Allie gleich zu mir! Mrs. Miller muss mal wieder etwas Blut lassen." Dann verwand er. Remus sah sich um und vergewisserte sich, das niemand zusah. Dann zuckte er den Zauberstab und ließ die Karten sich selbst ordnen. Manchmal konnte Magie einem wirklich gut tun!
Die Praxis leerte sich nach und nach. Als kein Patient mehr dort war ging er in die Küche. Lily saß schon am Tisch und wartete darauf das John ihr ein Glas gab. „Joana hat mal wieder nach dir gefragt. Sie will unbedingt das du mit zum Hochzeitstag unser Eltern kommst!" Lily lachte.
„Heute kann ich leider nicht. Sonst gern. Wie geht's den Neffen und Nichten?" Lily zog ihren Kittel aus und hängte ihn an die Garderobe.
„Mhm, das riecht lecker!" begrüßte Nick die anderen und kam stürmisch ins Zimmer. „Rem, das mit heute Abend steht, oder?"
„Sicher, Sirius hat seine Hauself… seine Haushälterin extra beauftragt gründlich aufzuräumen." Lily stellte inzwischen einen großen Pott Nudeln auf den Tisch.
„Lilikins, du kommst auch mit! Du hast keine andere Wahl!" flehte Nick sie an. John und Jason wechselten vielsagende Blicke.
„O'Conner, sie kann zu einem meiner Familienessen nicht! Natürlich kommt sie dann bei dir mit! Wenn sie schon ihrem Lieblingskollegen einen Korb gibt…" mischte sich John ein. Remus beobachtete Lily während die anderen darüber diskutierten was wichtiger sei.
Nick schloss seinen Wagen ab. Lily stand neben ihm und hielt den Regenschirm. Sie hatte sich für den Abend eigentlich nicht besonders herausputzen wollen, aber als Nick sie in ihrer Jeans sah hatte er sie zurück in ihr Zimmer geschickt und ihr etwas anderes zum Anziehen verordnet. Nun fror sie in dem knielangen beigen Rock.
„Wir können noch umdrehen! Nickilein, ich habe keine Lust!" nölte sie. Einen ganzen Abend sollte sie mit ihren Schulfreunden verbringen. Wie sollte sie das überstehen! Aber Nick kannte kein erbarmen. Er harkte sich bei Lily unter und ging mit ihr schnellen Schrittes zur Tür und klingelte.
„Benimm dich! Das wird ein toller Abend!" Als Sirius die Tür öffnete und sie mit einem Redeschwall überfiel krallte sich Lily weiter an ihrem Freund fest. Neben ihnen tauchte die Hauselfe auf und wollte ihnen Schirm und Jacken abnehmen. Nick schien davon nicht begeistert zu sein. Mit ängstlichem Blick sah er sich diese Kreatur mit den großen Ohren und Augen an.
„Lils, w…was ist das?" flüsterte er leise und übergab der Hauselfe widerwillig seine Klamotten.
„Das ist nur eine Hauselfe. Keine Angst. Die stellt nichts an und tut nichts böses! Sie ist eine Art Hausdame, damit Sirius nicht den Haushalt schmeißen muss." lachte sie und ging hinter Remus in Wohnzimmer. „Ich würde bezweifeln das er auch nur einen Tag ohne sie überleben würde. Es sei denn er hat sich in den letzten Jahre drastisch verändert…"
„Peter kann leider nicht dabei sein. Aber James ist schon da." verkündete der Hausherr und zeigte seinen Gästen das Haus. Nick war begeistert. Mit dem was er sah hatte er nicht gerechnet. Bilder die sich bewegten und mit ihm sogar redeten, ein Raum der sich ständig veränderte und in dem einem Feuer tauchte ein Kopf auf und fing an mit Sirius zu reden.
„H… hi Lily, hi Nick!" begrüßte sie der wuschelige Schwarzhaarige. Nick machte einen Schritt auf ihn zu und schüttelte ihm die Hand. Lily hingegen nickte ihm lediglich zu. "Lily, wie geht es dir? Läuft die Praxis gut?" fragte er nach, in der Hoffnung, dass sie endlich Nicks Arm los lies und sich zu ihm setzte. Aber falsch gedacht: sie klammerte sich noch mehr an ihn.
„Gut, danke."
„Süße, willst du meinen Arm haben, oder lässt du ihn mir noch eine Weile?" stichelte Nick. Lily lockerte den Griff und ließ ihn schließlich los.
„Was hast du so in den letzten Jahren so gemacht?" bemühte sich James weiter und beobachtete jede von ihren Bewegungen genaustens.
„Fällt dir nichts besseres ein? Was willst du hören? Das es mir besser geht als je zuvor? Das ich meine eigene Praxis auf gemacht habe? Aber das weißt du ja schon! Außerdem habe ich neue Freunde!" fauchte sie ihn an und nahm sich ein Glas vom Tisch.
„Man wird doch mal fragen dürfen! Wir waren immerhin auf einer Schule!" verteidigte sich James.
„Warum dieser Smalltalk? Früher hat dich doch auch nicht interessiert was ich mache!" Remus seufzte. Er hatte gehofft, dass die beiden sich vielleicht endlich verstehen würden. Immer hin waren sie jetzt ein paar Jahre älter und erwachsener. Aber er hatte vergessen, das es Lily und James waren von denen er da redete.
Nick legte seine Hand auf Lily Knie und flüsterte „Lils, relax! Warum so giftig? Wird sind hier um spaß zu haben! Du hast deine Freunde schon so lange nicht gesehen, freu dich doch al wieder einen Abend mit ihnen zu verbringen." Remus wunderte sich wie beruhigend Nick auf Lily einwirken konnte. Sofort entspannte sie sich sichtlich und lächelte. Zwar ignorierte sie James vollkommen aber es war zumindest ein Anfang.
„Willst du ein paar Bilder von Hogwards sehen? Padfoot hat ein Schachtel voll mit alten Fotos." schlug James vor und verschwand um die Kiste zu holen. Kurz darauf kam er wieder und reichte Nick die Kiste. Die anderen setzten sich dazu und erzählten die Geschichten.
„Das war damals in Ersten. Transfiguration. Lustig! James und ich haben ein paar Becher in Mäuse verwandelt und die ganzen Mädels sind schreiend auf die Tische gehüpft. Das war ein Spaß!" lachte Sirius bei der Erinnerung daran.
„Hey Lils, du bist da ja auch!" bemerkte Nick und fing auch an zu lachen „Du warst ja sogar mal richtig niedlich!" Scherzhaft boxte sie ihn in die Seite.
„Was soll denn das heißen!" beschwerte sie sich noch.
„Der Schein trügt. Sie war damals schon mindestens genauso giftig wie heute!"
„Hey!" Lily wollte sich ernsthaft beschweren, entschied sich dann jedoch dafür mit den anderen zu lachen.
„Und hier! Ein anderer Streich! Das Essen der Slytherins ist explodiert. Und die sind …"
Sirius legte sich auf das Sofa und genehmigte sich noch ein Glas Wein. „War doch ein netter Abend, oder?" Sein bester Freund murrte nur. „Warum kannst du dich mit Lily eigentlich nicht verstehen? Hogwards ist doch schon so lange her…"
„Ich bemühe mich doch!"
„Tu' doch wenigstens so, als ob du dich freuen würdest das sie einen netten Freund hat. Sie hat es wirklich verdient. Ihr Leben war noch nie leicht. Ist doch super wenn sie jetzt eine so nette Unterstützung hat."
„Wie kommst du darauf, dass ich das nicht bin!"
„Streite es ab soviel du willst. Aber ich weiß das du sie immer noch magst! Du warst nur zu dumm sie zu halten, geschweige denn zu bekommen," fügte er noch leise hinzu. James seufzte einmal und stand dann auf um sich wie die anderen auch zu verabschieden.
Lily und Nick waren währenddessen immer noch mit dem Auto unterwegs. Nick hatte den Abend genossen. Er war regelrecht gefesselt von dieser neuen und aufregenden Welt die sich ihm nun eröffnet hatte. Es sprudelte regelrecht aus ihm heraus.
„… und auch Sirius und James sind wirklich nett. Ich glaub's gar nicht, was die Vier angestellt haben. Ich hoffe wir können öfter was zusammen machen…" Lily war bisher eher ruhiger gewesen, nun sah sie ihren Fahrer neben sich an.
„Tja, dafür hast du ja gesorgt." bemerkte sie ironisch. „Wäre trotzdem nett gewesen, wenn du mich vorher gefragt hättest, ob ich gegen das Abendessen Ende der Woche etwas habe…" murrte sie dann und sah wieder auf die Straße.
„Ach komm! Sie sind wirklich nett! Außerdem wollen sie doch einmal eine Muddel-Wohnung sehen!"
„Muggel heißt das! Frag mich das nächst mal vorher. Erinnerst du dich noch an das, was ich dir von früher erzählt habe? Die Zeit in der Schule war nicht immer so lustig. Vielleicht für die Marauder, aber nicht für mich!" Nick seufzte. Eigentlich hatte er damit rechnen müssen.
„Spielst du auf das an, was James gemacht hat? Ich habe da eine Theorie entwickelt… Interessiert sie zu hören?"
„Willst du meine ehrliche Meinung hören? Nein. James Potter und was du über in denkst ist mir egal!"
„Er scheint wirklich ok zu sein. Er ist sogar wirklich nett! Hast du nicht gemerkt, wie er versucht hat sich mit dir zu unterhalten?"
„Er ist so lange nett zu mir bis er es sich wieder anders überlegt hat?" faucht Lily und drehte das Radio lauter. Sie hatte genug von der Unterhaltung. Nick war da anderer Meinung er stellte das Radio wieder aus.
„Menschen ändern sich. Und nachdem was Remus mir erzählt hat, mochte James dich damals wohl mehr als er zu geben wollte. Und wenn du mich fragst bereut er das was er damals gemacht hat…" Als Lily nicht reagierte seufzte er „Ich weiß das es nicht einfach ist ihm zu verzeihen. Aber meinst du nicht, du könntest über deinen Schatten springen?"
„Er hat sich nicht wirklich dafür entschuldigt! Vermutlich hat er nicht einmal gemerkt was er gemacht hat. Warum sollte ich dann über meinen Schatten springen?" Als sie kurz darauf bei ihrer Wohnung angekommen waren, stieg Lily sofort aus und verzog sich in ihr Zimmer. Es war schwer einfach so zu tun als ob nie etwas passiert wäre. Und woher sollte sie wissen, das Potter sich wirklich verändert hatte? Noch einmal wollte sie die Enttäuschung nicht aushalten.
Abendessen
Aufgeregt lief Lily hin und her. Nick lachte bei dem Anblick. Die beiden hatten die Marauder zu sich eingeladen. Schnell lief er hinter ihr her. Sie drückte ihm die Teller und das Besteck in die Hand.
„Kannst du das nicht drauf zaubern? Wozu hast du sonst die Kräfte?" nölte er. Lily schüttelte den Kopf.
„Ganz sicher nicht damit du dir einen faulen Lenz machen kannst!" fauchte sie. Sie stand mal wieder unter stress. Nick wagte es nicht etwas entgegen zusetzten. Kaum stand alles auf dem Tisch, da klingelte es. Nick öffnete die Tür und sah die Vier vor der Tür stehen.
„Kommt rein! Hallo, du musst Peter sein. Ich bin Nick!" begrüßte er den unbekannten. Der schüttelte ihm die Hand und trat nach den anderen ein. Sirius und er sahen sich mit großen Augen um.
„Sie haben wirklich noch nie eine Muggelwohnung gesehen." flüsterte Remus ihm zu. „Wo ist denn der Rotschopf?" Nick deutete auf die Küche.
Sirius blickte Lily verwirrt nach. Sie hatte sich geweigert Magie zum abwaschen und abräumen zu benutzen. Warum lehnte sie das Zaubern total ab? Jetzt war sie mit Remus in der Küche und summte ein Lied.
„Zeig uns mal eure Wohnung." forderte er Nick auf. Der ließ sich das nicht zweimal sagen. Als er zu den Schlafräumen kam wunderte sich Sirius und James.
„Warum habt ihr zwei? Ich meine, warum teilt ihr euch nicht eins und benutzt das andere zum Arbeiten?" fragte Sirius. Als Nick anfing zu lachen warfen sich die beiden Freunde verwunderte Blicke zu.
„Warum sollten wir uns ein Zimmer teilen, wenn wir den Platz haben? Und ich bezweifele das Lily davon begeistert wäre mit mir ein Zimmer zuteilen." er brachte sie zurück ins Wohnzimmer.
„Sie war schon immer ein wenig prüde. Das weißt du doch am besten James." Nick sah Peter verwundert an. Remus hatte erzählt, dass er sich verändert hatte und das man ihn manchmal nicht verstehen konnte.
Auch James und Sirius bekamen große Augen.
„Das hat nichts mit prüde sein zu tun, Peter. Man kann nicht von Lily verlangen mit einem guten Freund das Zimmer zuteilen, wenn sie die hälfte der Miete zahlt. Wenn wir eine Beziehung hätten wäre das was anderes, aber selbst dann wäre sie nicht prüde."
„Ihr seid nicht zusammen?" James sah Nick verwundert an. Die beiden waren nicht zusammen?
„Da sind Lils und ich uns einig. Das würde nicht gut gehen." Die Erleichterung auf James Gesicht konnte man deutlich sehen.
James setzte sich neben Lily auf das Sofa und legte seinen Arm um sie.
„Du siehst gut aus, Lily." flüsterte er ihr ins Ohr. Die anderen waren gerade in der Küche und ließen sich die Muggelküche mit ihren Tücken erklären. „Remus hat recht. Er meinte du siehst glücklich aus. Weißt du ich denke…"
„Weißt du was dein Problem ist James? Du denkst zuviel. Und du denkst dabei immer nur an dich. Andere sind dir dabei vollkommen egal. Kannst du mir sagen warum du so zufällig in unsere Praxis gekommen bist? Mit einem verstauchten Knöchel? Ich bitte dich. Habt ihr in eurer Mannschaft keinen Healer der das auf der Stelle hätte heilen können?" Lily rückte ein Stück von ihm weg und nahm seinen Arm von ihrer Schulter. „Und keine Angst. Ich will dir deine Freunde nicht wegnehmen, geschweige denn eure Freundschaft zerstören. Ich will nur Remus helfen."
„Ich wollt mich bei dir entschuldigen. Was damals tut mir leid…" versuchte James zu erklären. Aber Lily schüttelte den Kopf.
„Das sollte es verdammt noch mal." zischte sie.
„Ich war damals total verwirrt. Du warst so nett zu mir. Auf einmal. Weißt du noch, nach dem Quidditch… Ich habe die ganz Nacht wach gelegen und mich gefragt, warum du anders als sonst warst. Du warst so hübsch, so anziehen und ich konnte meine Gedanken nicht von dir wegbekommen." James strich vorsichtig über ihren Arm. Er merkte das sie zitterte. „Und das bist du noch immer. Seit ich dich wieder gesehen habe, kann ich gar nicht mehr aufhören an dich zudenken. Du bist so glücklich. Strahlst Zufriedenheit aus und sie macht dich noch hübscher als du ohnehin schon bist…"
„Weißt du nach was das für mich klingt? Als ob ich an allem schuld sei!" fauchte sie ihn an.
„Bist du nicht! Nein, natürlich nicht. Ich habe mir in meinem Kopf etwas zusammen gesponnen. Und als ich gemerkt habe, was ich getan habe tat es mir leid. Ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte, als du so nett zu mir warst. Und nicht nur das, du hast mir das Gefühl gegeben, dass du mich noch mehr magst. Und das ständige denken an dich, das hatte wieder so angefangen wie in der fünften. Du hast mich regelrecht beherrscht."
„Warum erzählst du mir das. Es interessiert mich nicht. Wie du schon sagest. Ich bin inzwischen glücklich. Ohne dich und ohne zaubern." sie drehte sich um und wollte zu den anderen in die Küche gehen.
„Gib es doch zu, du vermisst das alles doch, oder? Du warst die beste bei uns im Jahrgang. Und auch deine Freunde. Wir teilen dieselben Erinnerungen. Warum machen wir nicht öfter was zusammen. Schöne Erinnerungen teilen, schlechte aufarbeiten und vergessen."
„Genau das ist es was ich nicht will. Ich will das schlechte nicht vergessen. Ich bezweifele das du dich geändert hast. Vielleicht bist du erwachsener geworden. Aber mehr doch auch nicht…"
„Gib es doch zu, du hast uns alle vermisst!" rief er ihr hinterher und lehnte sich selbstgefällig zurück. Sie hatte sich schon wieder auf den Weg zur Küche gemacht und hielt wieder inne.
„Natürlich!" ironisch lachte sie auf. „Jeden Tag habe ich mich danach gesehnt so einen arroganten Egoisten wiederzusehen. Träum weiter Potter!"
„Du weißt doch das du mich so vermisst hast, wie ich dich!" Lily lachte auf.
„Warum sollte ich dich vermisst haben? Jemand, der mir sagt das ich nichts wert bin?" Damit drehte sie sich um und verschwand in der Küche um sich zu verabschieden.
„Da hast du ein Teil Hogwards mitbekommen. Die Beiden haben sich fast jeden Tag in den Haaren gelegen. Und das war heute einer der netteren Art." murmelte Peter. Aus dem Wohnzimmer hörten sie ein Plopp. James war appariert.
Lilys Geburtstag
Ein langer Arbeitstag ging vorüber. Lily lehnte sich zurück. Viele Patienten hatte sie nicht gehabt. Nur noch eine Familie wartete draußen. Joana, die Schwester von John war noch da.
„Lily, happy Birthday!" und schon ging die Tür schwungvoll auf. Lily rang sich ein Lächeln ab. Eigentlich hatte sie gehofft, das die Kinder von Joana dabei wären, schließlich waren die bei ihr in Behandlung. Aber Die Schwester von John hatte einen kleinen Kuchen und ein Geschenk in der Hand. „Ich weiß ja das du nicht feiern willst, deswegen bin jetzt hier! Lass dich drücken!" Die schlanke und großen Frau ging um den Tisch herum um und umarmte Lily.
„Danke, setzt dich doch!" Nach zwanzig Minuten verschwand sie wieder. Die anderen, bis auf Remus waren schon gegangen.
„Genug für den Tag?" der Blondschopf steckte den Kopf durch die Tür.
„Joana mag ich wirklich gern, aber sie übertreibt immer… Komm lass uns los. Nick wollte schon mit dem Kochen anfangen…" Damit stand sie auf, hing ihren weißen Kittel auf und schloss mit Remus zusammen die Praxis ab. Nick hatte versprochen zu ihrem Geburtstag für ihn, Remus und Lily zu kochen.
Wenig später waren sie vor der Wohnung. Remus hatte ein wenig an die Schulzeit erinnert und wartete nun darauf das sie die Wohnung aufschloss. Was der Rotschopf nicht gemerkt hatte war, das er im Eingang unauffällig die Klingel gedrückt hatte um die anderen zu warnen.
„Überraschung!" kam es aus allen Ecken als Lily den Raum betrat.
„Wow! Was macht ihr denn hier alle?" Lächelnd sah sie sich um. Da waren einige aus der Schule und auch die ganze Praxis, vielleicht insgesamt fünfzehn Leute.
Nach und nach hatte sie mit vielen alten Freunden geredet und auch alte Erinnerungen aufgefrischt. Frank und seine Alice waren da und freuten sich endlich mal wieder von ihr zu hören.
„Du hast ja schon so lang nichts mehr von dir hören lassen!" beschwerte sich Alice. „Und dann meldet sich Sirius bei uns und lädt uns zur Party ein! Das ist was! Du und James in einem Raum! Freiwillig!" Ein helles Lachen schwirrte durch den Raum. „Wer hätte das einmal gedacht! Wo ihr euch doch immer gegenseitig verhext und Flüche aufeinander gejagt habt!"
„Wie, ihr habt euch verhext?" fragte eine tiefe Stimme nach. Lily drehte sich um und sah John vor sich stehen. Der große braunhaarige Arzt sah sie verwirrt an.
„Das war ein Scherz. James und ich haben uns während der Schulzeit nicht gut verstanden…" Nervös sah sie ihren Praxisteilhaber an. Glaubte er ihr? „Ganz schön stickig hier, oder? Wollen wir auch den Balkon?"
„Klar, warum nicht!" grinsend ließ er ihr den Vortritt. „Wenn das meine Schwester sehen könnte…" Lily lachte auf.
„Oh ja… wir beide allein auf dem Balkon…" Joana hatte die Angewohnheit die beiden verkuppeln zu wollen. „Sie war übrigens vorhin in der Praxis."
„Ich weiß, ich bin vor ihr geflüchtet. Und hat sie dir ein Geschenk mitgebracht?" John lehnte sich weit über das Geländer.
„Was denkst du … natürlich… Es war ein Buch darüber wie man Partnerschaft und Arbeit auf einander abstimmen kann, wenn man den selben Arbeitsplatz hat." John lachte lauter und nahm schließlich ein Schluck aus seinem Glas.
„Das passt ja wieder… Dabei habe ich ihr das schon so häufig erklärt. Tut mir leid, dass sie dich damit immer noch nervt…"
Es war einfach zuviel. Es war schön das alte Schulfreunde da waren. Lily freute sich wirklich darüber mit ihnen mal wieder zureden. Aber ständig die selben Fragen. Ständig das erinnern wie es in der Schule gewesen war. Die Meisten lachten über das vergangene. Sicher sie lachte ebenfalls… meinte es aber nicht so. Die Schulzeit war für sie nicht immer schön gewesen.
Seufzend schloss Lily die Augen und genoss die frische Luft. Es tat gut weg von den anderen zu sein.
„Lils, kann ich mal mit dir reden?" hörte sie eine Stimme neben sich.
„Was willst du James?" fragte sie etwas zu ruppig.
„Genau das ist es! Können wir nicht versuchen das Vergangene zu vergessen?"
„Warum?" schlagartig öffnete sie ihre Augen wieder und sah James skeptisch an. Was erwartete er von ihr?
„Mir tut das wirklich sehr leid. Ich wünschte ich könnte es rückgängig machen. Aber ich kann es nicht. Kannst du nicht versuchen mir eine neue Chance zu geben?" Lily antwortete nicht. Sie war wirklich nicht davon begeistert, von dem was sie hörte. „Ich weiß das heute nicht der passende Augenblick ist. Du hast heute Geburtstag… Deine alten Freunde sind hier…" Lily unterbrach ihn.
„Wirklich super, ständig die selben Fragen: ‚Was machst du so? Warum bist du Weg? Was war damals mit dir los? Von dir hätte ich gedacht, du würdest im Ministerium arbeiten, ganz oben! Hey du warst Jahrgangsbest!' Keine der Fragen ist so das ich sie wirklich beantworten will. Wenn ich davon erzähle, was ich mache heißt es wieder: ‚Warum? Du warst doch sooo gut!'" Unwohl trat James von einem Fuß auf den anderen
„Es tut mir wirklich leid. Ich wollte das alles nicht! Ich hatte nicht daran gedacht das du wirklich freiwillig nett zu mir bist! Und ich hatte nicht nachgedacht, was ich damit dir antun würde. Ich hatte nicht daran gedacht, dass du mit mir schimpfen würdest, wie immer, dass du mir einen Fluch nach dem anderen beschießen würdest… Ich wusste doch nicht, dass du so…"
„Das ich mir sowieso nie wirklich sicher war? Das ich nie wusste wo ich hingehöre? Die Entscheidung hast du mir abgenommen. Ich hab die Welt gewählt, die härter war als die andere… Keine Freunde, keine Familie, nichts…"
„Wenn ich das gewusst hätte… Ich weiß das es wirklich schlimm war, was ich damals gesagte und getan habe, aber ich habe mich verändert. Damals war ich einfach nur verwirrt. Ich hatte nach dem Quidditch-Spiel gemerkt, dass alles wieder so anfängt wie in der fünften. Das ich nichts außer an dich denken könnte und du das einzigste würdest, was ich wollte. Ich wollte nicht wieder die Kontrolle verlieren und mich vor der gesamten Schule lächerlich machen. Ich habe dabei nur an mich gedacht. Und habe mir dann eingeredet das du es mir für die vielen Streiche heimzahlen wolltest. Auf einmal warst du so anders zu mir. So nett und einfach wundervoll… Bitte, gib mir nur noch diese eine Chance, bitte. Lass und Freunde werden. Wir sehen uns in nächster Zeit wohl öfter, schließlich arbeitet Remus für euch. Und ihr unternehmt was zusammen, da können wir es nicht vermeiden, dass wir uns begegnen. Überleg es dir bitte…" James sah Lily bittend an.
„Du hast mich damals sehr enttäuscht. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen. Du denkst wirklich über nichts nach. Auch jetzt ist es doch eher ein Masche, oder?"
„Nein, wirklich nicht. Ich bin wirklich froh, dich wieder zu sehen. Ich wollte mich schon so lange dafür entschuldigen. Weißt du, ich mag dich sehr gern, immer noch. Und mir ist es wirklich sehr wichtig das wir das klären."
„Lass mir Zeit. Ich will darüber nachdenken. Du scheinst dich wirklich verändert zu haben, aber das habe ich schon einmal gedacht. Ich werde darüber nachdenken. Ein Neuanfang ist nun einmal nicht sehr leicht… Gerade bei dem was damals passiert war…" Damit ließ sie ihn stehen und ging zu Nick.
AN: So, das nächste CHap ist da! Hoffe es hat euch gefallen... Würde mich freuen wenn ihr mir ein kleines Review schreibt!
Ganz lieben Dank an Lara und Sophie! Habe mich ganz doll über eure Reviews gefreut! Hoffe ihr lest weiter!
Schönen Tag noch und danke für's Lesen!
Eure LittleSunflower
