DC:Mir gehört nichts. Nur ein paar (wenige) Figuren sind meiner Feder entsprungen... leider.
Habs mal wieder geschafft. Endlich wieder ein neues Chap. Hoffe euch gefällt es so gut wie mir! Also viel Spaß beim Lesen und reviewt fleißig.
Weihnachten
Am Nächsten Morgen wachte Lily von Sirius Geschrei auf. Sie schloss noch ein letztes Mal die Augen und zog sich dann an. Sie erinnerte sich an das Weihnachten im siebten Schuljahr. Damals hatte sie sich mit Sirius angefreundet. Und dann war das mit James gewesen… Schnell schob sie den Gedanken fort. Es war Vergangenheit. Er hatte sich verändert. Er war netter geworden. Netter in der Hinsicht, dass er sich wirklich um sie sorgte. Natürlich hatte sie schon gemerkt, dass ihm viel an ihr lag. Nicht nur das, er war erwachsener geworden, ohne allerdings seinen Charme und seinen kindlichen Drang danach Unsinn zumachen zu verlieren. Allerdings wusste er seine Grenzen. Er war einfach ein sehr guter Freund. Und inzwischen vertraute sie ihm. In den letzten Wochen hatten sie abends häufig zusammen gesessen und geredet. Über die Zukunft und natürlich auch über Nick. Was wäre aus ihr geworden, wenn er nicht für sie da gewesen wäre? Und was würde sie überhaupt ohne ihn machen?
Sie schüttelte den Gedanken weg und ging ins Wohnzimmer. An der Tür blieb sie jedoch stehen und sah wie Sirius mitten im Geschenkpapier-Meer saß. Seine Geschenke hatte er aufgerissen und probierte sie gleich aus. Die Bücher die er bekommen hatte, lagen unbeachtet unterem Tannenbaum. Ein Stift flog um seinen Kopf und wurde von einem undefinierbaren Ding gejagt.
James saß nicht weit von ihm entfernt und beobachtete ihn. Zwar schien es, als hätte auch er es nicht erwarten können seine Geschenke vom Papier zu befreien, aber er bemerkte seine Umwelt noch. In diesem Moment knüllte er ein Papierstück zusammen und warf es Siris gegen den Kopf. Der sah irritiert auf, als hätte er nicht bemerkt, dass noch jemand im Raum war. Dann jedoch tat er James gleich. Innerhalb kürzester Zeit war eine Papierschlacht zwischen den beiden ausgebrochen.
„Wie kleine Kinder, nicht wahr? Das ist einer der Gründe, warum ich Weihnachten liebe. Es wirkt manchmal, als sei die Zeit stehen geblieben. Und Jamsie freut sich wieder wie ein Schneekönig über seine magische Eisenbahn." seufzte Emily. „Manchmal wünschte ich, ich könnte mich einfach dazugesellen und mit machen. Aber dafür bin ich wohl inzwischen zu alt…" Lachend reichte sie Lily eine Tasse Kakao.
„Wieso? Die beiden sind doch eigentlich auch schon aus dem Alter, oder?" gab Lily zu bedenken.
„Manchmal kann ich James verstehen, warum er dich so gern hat…" murmelte sie, so das Lily sie kaum hören konnte. „Ich denke da käme ich mir doch ein wenig fehl am Platz vor." fügte sie noch Augenzwinkernd hinzu. Dann schob sie Lily weiter ins Zimmer.
„Frohe Weihnachten wünsche ich euch!" trällerte nun Xavier, der nun auch gekommen war. Nun sahen auch sein Sohn und dessen Freund auf. Mit einem Wink ihres Zauberstabes war das Durcheinander fort. Dann kamen sie zu den anderen und Umarmten sie mit einem „Merry Christmas!".
Lily setzte sich auf das Sofa und sah James Eltern zu wie sie ihre Geschenke öffneten. Sirius und James ließen sich neben sie fallen.
„Gut geschlafen?" fragte Sirius und schnappte sich ihre Kakaotasse. Er wartete nicht bis sie geantwortet hatte. „Bist du gar nicht gespannt, was für ein großes Geschenk wir für die ausgesucht haben?" Damit stand er auf und holte das Geschenk. Es war wirklich groß und schien schwer zu sein. Kaum hatte er es zu ihr gebracht, ließ sich die junge Frau auf den Boden gleiten und fing an es auszupacken. Es war eine große Schale die verschnörkelt war. Nach genauerer Betrachtung erkannte sie was es war: ein Denkarium An: ist das richtig geschrieben? Bin mir nicht so sicher. Im Englischen heißt es zumindest pensive… Egal, ihr wisst was ich meine, oder?
„D…das sollte doch nicht sein… wisst ihr wie teuer die sind?" ungläubig sah sie von einem zum anderen.
„Natürlich wissen wir das! Aber wir haben zusammengelegt. Em und Xavier haben auch einwenig gesponsert." erklärte Sirius. Lily umarmte ihn und bedankte sich. Sie konnte gar nicht glauben, wie viel Geld ihre Freund und die Potters dafür ausgegeben haben müssen.
„Wir dachten es würde dir gefallen. Jede gute Hexe hat eins. Vielleicht hilft es dir auch. So kannst du deine Gedanken in ruhe ordnen. Und wenn dir einmal zu viel im Kopf herum schwirrt, dann kann es sehr nützlich sein." flüsterte James ihr ins Ohr.
Nachdem sich Lily auch bei dem Rest bedankt hatte, verkündete Emily, dass sie sich alle noch einmal ordentlich ausruhen sollten. In vier Stunden wollten die ersten Verwandten kommen und da es ein langer Abend werden würde, bräuchte jeder noch etwas Schlaf.
Lily war am noch kurz zu James' Wohnung appariert um sich eins ihrer Kleider zu holen. gegen halb vier fing sie an sich fertig zu machen. Sie wollte Emily ein wenig zur Hand gehen. Schließlich war sie ein Gast und wollte nicht zur Last fallen.
Emily dirigierte ein paar Hauselfen durch die Gegend. Ihre Haare lagen in weichen Locken au ihrem Rücken und ein paar Strähnen umspielten ihr Gesicht. Auf einmal sah Lily James Ähnlichkeit mit seiner Mutter. „Darlin', was machst du schon so früh hier unten? Die große Meute kommt doch erst in einer dreiviertel Stunde."
„Ich wollte sehen, ob ich irgendwo helfen kann…"
„Du hast dich doch schon hübsch gemacht. Willst du dich dreckig machen?" Damit schob sie Lily in die Bibliothek. Als sie sich noch einmal umdrehte, sagte sie: „Du siehst wunderhübsch aus. Da werde ich fast wehmütig, dass ich keine eigene Tochter habe. Aber jetzt habe ich dich ja, oder? Pass mir auf, dass du meinen Neffen nicht den Kopf verdrehst! Nimm dich in Acht!" ein letztes mal zwinkerte sie Lily noch zu und verschwand dann in Richtung Küche.
Nach einer halben Stunde hörte die junge Hexe ein leises plopp. Sie vermutete, dass die ersten Gäste eingetroffen waren. Sie legte das Buch, dass sie gelesen hatte zurück und ging in die Eingangshalle. Emily war dort mit einer Frau, die ungefähr in ihrem Alter war. Die beiden fielen sich, in dem Augenblick in dem Lily durch die Tür kam, kreischend in die Arme.
„Amy, wie geht es dir? Du musst mir alles erzählen, was mit Richard passiert ist!"
„Nachher! Erst einmal musst du mir erzählen, wer die hübsche junge Dame ist." meinte die ebenfalls schwarzhaarige Frau. Alles im allen sah sie Emily sehr ähnlich, nur war sie etwas kleiner, rundlicher und trug ihre Haare kürzer. „Die neue Freundin von Jamsilein?"
„Nein, das ist Lily," sie sah Amy mit einem vielsagenden Blick an. Und diese schien zu verstehen, was sie meinte. „sie ist eine Freundin von ihm und Siri. Lily, komm her, ich stelle dir meine Schwester Amy, ihren Mann und ihre Söhne vor!" Erst jetzt sah Lily die drei anderen Personen hinter Amy. Sie begrüßte alle freundlich und lächelte sie an. Die Jungs sahen ihrer Mutter sehr ähnlich, allerdings hatten sie blonde Haare wie ihr Vater. Die beiden Jungen hießen Marvin und Zack und der Vater war Henry. Zack war um die siebzehn Jahre alt. Als er Lily sah fing er an neckisch zu grinsen.
„Eine Freundin von James? Sicher, dass du nicht seine Freundin bist, wie fast jede?" Lily sah ihn mit großen Augen von oben bis unten an.
„Ich bin so wenig seine Freundin, wie die von Sirius', oder irgendeines anderen." Lily rang sich ein Lächeln ab und drehte sich dann um.
Wenig später schien sich schon der Großteil der Familie eingefunden zu haben und bereits jetzt war das Wohnzimmer und das Esszimmer voll mit Leuten. Es war jedoch keine dieser stockstiefen Feiern, bei denen man aufpassen musste, was man sagte. Nein, in jeder Ecke wurde gelacht und sich angeregt unterhalten. Hin und wieder hörte man jemanden aufschreien. Dies schien kaum jemanden zu kümmern. Sie sahen kurz in die Richtung, aus der der Lärm kam, lachten kurz und drehten sich dann wieder um. Inzwischen flogen verschiedene Kugeln, Tannenzweige und andere Gegenstände durch die Luft und ein Stuhl fing an durch die Gegend zu laufen, sobald sich jemand auf ihn setzte. Hinzu kamen dann noch ein paar Gabeln, die sich mit den Gästen unterhalten, sobald man sie versuchte sie in den Mund zunehmen.
„Pass auf, Lily!" hörte sie James rufen, „Nicht auf den Stuhl setzten! Mom hat ihn vorhin verhext. Gleich läuft er weg." grinste er.
„Danke." Eigentlich hatte sie sich an den Tisch setzten wollen. Emily hatte gerade gesagt, dass es in wenigen Minuten Essen geben sollte.
„Hier, nimm den." James schob ihr einen anderen Stuhl hin. Als sie ihn dankbar ansah lächelte er zurück. „Wie gefällt es dir? Ganz schön viel los, oder?"
„Familien Feiern sind bei uns einige Nummern kleiner ausgefallen. Wir sind höchstens zu zwölft gewesen. Aber mir gefällt das. Muss schön sein so eine Familie zu haben…" unruhig rutschte sie auf ihrem Platz hin und her.
„Wie man es nimmt. Einige sind wirklich nett. Andere nicht wirklich. Siehst du den Mann dort drüben? Er hat sein ganzes Haus verhext. Er lässt niemanden hinein. Einmal im Jahr kommt er daraus und feiert mit uns. Inzwischen muss er weit über Hundert sein." Lily lachte. Der Mann sah wirklich alt aus. Sein Gesicht lag vollkommen in Falten und war, selbst wenn er Lachte kaum zu erkennen. „Tut mir leid, dass ich bis jetzt kaum Zeit für dich hatte. Aber Onkel Jack hat mir eine geschlagene Stunde über seine Schätze erzählt und wollte nicht aufhören. Wenn du magst, stelle ich dich noch ein paar Leuten vor. Leider sind wir die Einzigen in unserem Alter. Meiner Cousins und Cousinen sind entweder Älter, oder Jünger."
„Das macht nichts. Ich habe schon ein paar nette Leute kennen gelernt. Du siehst, du musst mich nicht vorstellen. Es macht mir außerdem Spaß einigen zuzusehen. Es ist schon nett zusehen, was sie so anstellen." zwinkerte sie James zu.
„Tja, dann weißt du also schon, von wem ich die ganzen Streiche hatte. Natürlich selbst ausgedacht. Aber jedes Weihachten konnte ich mich hier mit Padfoot zusammen inspirieren lassen." Selbstgefällig lehnte er sich zurück.
„Und deine Mutter hat sich sicherlich über jede Eule von Dumbeldore gefreut und war stolz auf dich. Vermutlich hat sie dir sogar Tipps gegeben, damit du nicht entdeckt wirst."
„Du hast mich durchschaut!" Lachte James und legte seinen Arm über Lilys Lehne. „Mein Vater war allerdings weniger begeistert. Du hast sicherlich schon gemerkt, dass er eigentlich eher einer ist, der sich an Regeln hält. Und er hat nie versucht sie weiter auszulegen und auszureizen."
„Im Grunde willst du damit sagen, dass wir uns deshalb so gut verstehen, weil wir uns ziemlich ähnlich sind." Mit großen Augen sah er sie an. Das hatte er nun nicht gemeint. „Ich weiß schon, wie du das meinst." Dann kam eine Hauselfe und trug das Essen auf den Tisch. Bewundernd sah James die junge Hexe neben ihn an. Sie hatte sich verändert. Seit dem Tod von John und Nick war sie ernsthafter geworden. Aber heute scherzte sie mit ihm, wie sie es selten getan hatte. Ihr Lächeln umgab sie und sog seine Aufmerksamkeit ein. Er musste sie ansehen. Und er wollte ihr durchs Haar fahren und sie zum Lachen bringen. Ihn wunderte, dass niemand außer ihm zu merken schien, wie wunderschön sie heute Abend aussah.
Lily freute sich, dass sie die Verwandten von James kennen lernte. Man konnte erkennen wer zur Emilys, wer zur Xaviers Familie gehörte, oder wer angeheiratet war. Emilys Seite hatte meist schwarze Haare, die beiden männlichen Personen in alle Richtungen abstanden. Außerdem waren es die Leute die ständig lachten und den anderen kleinen Streiche spielten. Xaviers Familie lachte zwar auch sehr viel, aber auf eine ganz andere Art. Sie waren viel ruhiger und unterhielten sich sehr ausgiebig.
„Und du ließt mir nachher noch etwas vor? Du hast mir doch von dieser Geschichte mit der Schatzinsel erzählt…" Ein kleiner Junge mit blonden Haaren hatte sich neben Lily aufs Sofa gesetzt und himmelte sie jede Sekunde an.
„Natürlich. Du kommst zu mir, wenn du Schlafen gehst, und ich komme dann mit, bringe dich ins Bett und lese dir vor." Sie wuschelte Patrick durchs Haar und lächelte ihn an.
„Super, weißt du eigentlich das ich schon Sechs bin? In ein paar Jahren komme ich nach Hogwards und dann lerne ich. Und ich werde der beste Quidditch-Spieler der Welt. Dann hole ich dich ab und ich fliege mit dir zum Mond" Als sie antworten wollte, kam ein großer blonder Junge und quetschte sich zwischen Patrick und sie.
„Kleiner schwirr ab. Wie kannst du unser neues Familienmitglied nur nerven!" wie sich herausstellte war der Störenfried Zack. Er legte seinen Arm auf die Lehne hinter Lily und grinste sie an.
„Patrick, du kannst gern hier bleiben. Zack will sicherlich gerade gehen." Aber der Kleine war schon verschwunden. „Warum machst du das? Der Kleine und ich haben uns gerade unterhalten." Lily mochte diese Art nicht. Sie hatte sie schon damals in Hogwards gemocht. Aber sie musste versuchen freundlich zu bleiben. Sie war hier Gast und gehörte eigentlich nicht zur Familie.
„Du hast dich doch gelangweilt! Das habe ich dir angesehen!" selbstsicher strich er sich die Haar zurück.
„Wie gut, dass du weißt wie es mir geht!" antwortete Lily sarkastisch. Zack erinnerte sich an den alten James. Arrogant, von sich überzeugt und denken, dass die ganze Welt ihnen zu Füßen liegt. „Aber wenn du mich jetzt entschuldigst, mir wird gerade langweilig. Also mache ich mich auf die Suche nach meinem vorigen Gesprächspartner." Ein letztes Mal verzog sie die Lippen zu einem Lächeln, das wenig überzeugend wirkte. Wenn sie nicht ihre Nerven verlieren wollte, musste sie gehen.
„Was machst du hier? Du sagst du wärst mit niemandem zusammen, also spuck's aus!" genussvoll lehnte er sich weiter zurück.
„Das geht dich überhaupt nichts an." Und versuchte noch völlig gelassen und betont ruhig zu klingen.
„Also doch! Woher kennst du James?" Lily wusste auch nicht warum sie sich wieder hinsetzte.
„Aus Hogwards. Wir waren in einem Haus und in einem Jahr."
„Weißt du, dass viele sagen, dass ich ihm sehr ähnlich bin?"
„Das ist mir auch schon aufgefallen! James war auf Hogwards genau so wie du-. Aber habe ich dir schon erzählt, dass James und ich uns in der Schule überhaupt nicht verstanden haben? Er war damals ein arroganter Egoist, den ich überhaupt nicht gemocht haben." Zacks Augen wurden größer.
„Jetzt magst du ihn?"
„Natürlich, sonst wäre ich überhaupt nicht hier, oder!" Zacks Augen fingen an zu blitzen.
„Haha, du magst ihn! Du hast es zugegeben!" lachte er weiter und warf seine Haare zurück.
„Du musst anscheinend noch sehr viel lernen mein Lieber. Jemanden mögen heißt noch lange nicht, dass man mit ihm zusammen sein möchte. Aber dafür bist du anscheinend noch zu klein?" Zack schien das Wortgefecht zu gefallen.
„Aber warum wohnst du dann mit ihm zusammen? Fällt es dir nicht schwer ihm dann zu widerstehen!" Lily sog Luft ein. Langsam ging er ihr wirklich auf die Nerven. Bisher hatte sie es geschafft, sich zusammenzureißen. Aber nun?
„Woher weißt du, dass ich zurzeit übergangsweise bei ihm wohne?" gelangweilt verdrehte sie die Augen.
„Das hat mir ein kleines Vöglein gezwitschert." freute er sich. „Und was läuft da wirklich zwischen euch? Mir kannst du es doch sagen."
„Was geht dich das an? Aber wenn es dich beruhigt, James und ich sind nur Freunde!" Inzwischen wurde ihre Stimme patziger. Warum musste sie sich so etwas von einem Schuljungen gefallen lassen!
„Wie soll das gehen? Ihr teilt euch eine ganze Wohnung!"
„Das geht sehr gut! Ich habe mit meinem ehemaligen Mitbewohner viele Jahre zusammen gewohnt. Und da war nichts!" Nick… bloß nicht an Nick denken…
„War er schwul? Ich meine, du siehst ziemlich heiß aus…" Das reichte! Wie konnte er! Nick war ihr bester Freund gewesen. Wäre sich nicht gewesen wäre er vermutlich immer noch…
„Wage es nicht so über Nick zu reden!" fauchte Lily auf einmal. Zack sah sie an und seine Augen fingen an zu glänzen. Lily hingegen fing an sich einsam zu fühlen. Das Gefühl der Leere kam wieder in ihr hoch.
„Ein wunder Punkt? Erzähl, wer hat sich in wen verliebt? Wie konnte dieser Armleuchter nur mit dir zusammen wohnen, ohne das…"
„Mir reicht es! Geh' wem anders auf die Nerven, aber lass mich in Ruhe!" Damit stand sie auf und verschwand. Sie konnte es nicht mehr sehen, wie die anderen alle glücklich waren. Wie sie zusammen lachten, sich kannten… Sie überlegte kurz und ging auf ihr Zimmer.
Wie froh war sie gewesen, dass sie Weihnachten nicht allein verbringen musste. wenn dies nicht so gewesen wäre, dann hätte sie die ganze Zeit an Nick gedacht. Und John ist nicht zu vergessen. Bisher war es ihr gut gelungen das alles zu verdrängen. Aber jetzt kam es wieder hoch.
James war den Abend über mit seinen Verwandten beschäftigt gewesen. Immer wieder hatte er Lily gesucht und sich mit ihr unterhalten. Es schien ihr gut zu tun unter Leute zukommen. Den Abend über hatte er sie mit seinem Blick verfolgt um sicher zugehen, dass es ihr gut ging. Allerdings hatte er sie aus den Augen verloren. Und als er das letzte Mal nach ihr gesehen hatte, war sie mit seinem Cousin beschäftigt gewesen. Patrick würde ihr sicherlich noch mehr gut tun. Aber als er ihn mit Sirius Süßigkeiten verhexen sah, ging er zu ihnen.
„Paddy, was hältst du von Lily?" fragte er und beugte sich zu ihm runter.
„Die ist super! Heute Abend liest sie mir noch etwas vor. Klasse, oder?" James nickte. „Aber Zack ist total bescheuert. Der hat sie mir weggenommen…"
„Oh, weißt du wo sie jetzt ist? Ich wollte mit ihr reden…" Der Kleine zeigte ihm eine Richtung. Da sah er auch schon Zack. Neben ihm stand seine Mutter. Schnell ging James zu den beiden.
„Jamie, wie geht es dir?" fragte seine Tante ihn. Flüchtig lächelte er sie an. Er hatte ein ungutes Gefühl.
„Wisst ihr wo Lily ist?"
„Ganz schön bissig, die Kleine. Wie hältst du das mit ihr aus?"
„Eigentlich ist sie sehr nett. Nur wenn man sie provoziert lässt sie sich das nicht gefallen. Was hast du denn gesagt?
„Nichts Besonderes…" als er den Blick seines Cousins sah zuckte er kurz zusammen. „Nur irgendetwas über ihren alten Mitbewohner…, aber eigentlich nichts Schlimmes…"
„Weißt du, dass er vor ein paar Monaten gestorben ist! Aus diesem Grund wohnt sie bei mir!" zischte James. Seine Tante sah ihren Sohn vorwurfsvoll an.
„Zack, was…"
„Weißt du wo sie ist?" unterbrach er Amy.
„Weg - sie ist…" Und schon war James weg. Er ahnte schon wo sie war. Schnell ging er zu Lilys Zimmer. Er hörte ein leises Schluchzen. Einmal atmete er tief ein und klopfte dann an die Tür. Ohne auf eine Antwort zu warten steckte er den Kopf durch die Tür. Dort saß sie. Zusammen gekrümelt auf ihrem Bett.
„Alles ok?" vorsichtig setzte er sich neben sie. „Es tut mir leid was Zack gesagt hat. Er ist ein Idiot. Er wusste nicht was passiert war." Als er immer noch keine Antwort bekam, zog er Lily zu sich und lehnte ihren Kopf gegen seine Schulter. „Amy hält ihm gerade vor versammelter Mannschaft eine Standpauke." Das Schluchzen verwandelte sich in ein klägliches Versuch des Lachens. Eine Weile saßen die beiden Still nebeneinander. Und James versuchte Lily zu beruhigen. Sanft strich er ihr über den Rücken und über die Haare. In der letzten Zeit hatte er sich nach dieser Nähe gesehnt. Er liebte es, wenn er ihren Duft in sich aufsaugen konnte, oder einfach über den Rücken streicheln. Aber Lily war inzwischen in der Lage mit ihrem Schmerz alleine zu Recht gekommen. Ab und zu hatte sie mit ihm noch darüber geredet, aber auf eine andere Art und Weise.
„Ich habe noch ein Geschenk für dich!" fiel ihm ein. Den ganzen Tag hatte er es mit sich herum geschleppt. Allerdings hatte sich nie der passende Augenblick dafür ergeben.
Lily nahm ihren Kopf von seiner Schulter und sah ihn mit ihren großen Augen an. „James, du hast mir doch schon…"
„Ich weiß, aber dieses ist nur von mir. Ich habe es gesehen und gedacht, dass es zu dir passen würde. Ich hatte mich sogar mit Nick darüber unterhalten. Er wollte es dir eigentlich schenken." James hatte erst überlegt, ob er ihr dies erzählen sollte. Aber er sah ihn ihren Augen nicht mehr den Schmerz. Sie war neugierig. „Augen zu!" befahl er noch und holte eine kleine Schachtel aus seiner Tasche. „Augen auf!" sagte er noch und gab Lily die Schachtel. Es war eindeutig Schmuck drin. Aber es war zu groß für einen Ring.
Als Lily die Schachtel öffnete sah sie eine Kette. Ein durchsichtiger Stein als Anhänger, der wie ein kleiner Diamant aussah. Er war nur ein wenig größer als eine Träne und ging, fast unmerklich, in die Kette mit über. Es wirkte fast, als verschmolzen sie. Die Kette war fein und wirkte zerbrechlich.
„Es ist ein Memoria Temporis." erklärte James. „Es ist keine gewöhnliche Kette. In ihr steckt eine Erinnerung. Sie soll dich an etwas erinnern, dass du vermisst, oder ein eine Gegebenheit die dich sehr glücklich gemacht hat. Einmal hatte ich Nick davon erzählt und ihm versprochen ihm zuzeigen. Er wollte dir wohl eine schenken…" Er beobachtete, wie Lily vorsichtig die Kette aus der Kiste nahm und sie sich genauer ansah.
„Wie funktioniert sie?" flüsterte sie. James nahm sie ihr aus der Hand und legte sie ihr um. Dann nahm er Lilys Hand und gab ihr den Anhänger hinein.
„Schließ deine Augen und dann musst du bella memoria tempus sagen. Dann siehst du, welcher Erinnerung sich in dem Stein befindet." Lily schloss ihre Augen und murmelte leise die Formel. Kurz darauf sah sie sich und ihre Freunde auf dem Grundstück der Potters. Die Jungs flogen um sie und den Picknickkorb mit ihren Besen und setzten sich schließlich neben sie. Sie lachten und freuten sich. Es schien, als könne sie sogar den See und die Wiese riechen.
„James, dass kann ich wirklich nicht annehmen…"
„Wehe nicht! Ich wollte es dir schenken, damit du immer etwas von uns allen bei dir haben kannst. Und wenn du Nick einmal wieder sehen willst, dann hast du ihn bei dir. Ich weiß, es ist kein Ersatz, aber es ist etwas, was dich an ihn erinnert." Vorsichtig sah er sie an.
„Danke, James. Ich habe noch nie so ein schönes Geschenk bekommen…" Sie umarmte ihn fest und gab ihm einen kleinen Kuss auf die Wange. „Du bist wirklich ein lieber Mensch und ich weiß gar nicht was ich ohne dich machen würde."
„Wir würden uns beide langweilen…" scherzte er und fing sich einen Klaps von Lily ein.
„Du weiß wie ich das meine. Du hast mir so viele schöne Sachen geschenkt. Und ich?" beschämt sah sie weg.
„Hey, du hast mich mit diesen Muggel-Sachen vertraut gemacht und dafür gesorgt, das ich einen Fernseher bekommen haben und jetzt auch noch die Musikanlage. Das habe ich mir doch gewünscht. Außerdem kennst du dich besser mit diesen Dingen aus als ich."
„Aber es sind nur so unpersönliche Sachen…"
„Ok, dann schenkst du mir noch den Rest des Abends. Du weichst mir nicht mehr von der Seite und du musst mit mir tanzen!" Lily lachte bei dieser Vorstellung.
„Meinst du das klappt bei deinen Verwandten?"
„Wir werden es ja sehen und darum kämpfen."
„Weißt du, dass ich das wirklich vermisst habe?" Die Stirn runzelnd sah James zu Lily runter und bemerkte, dass sie leicht rot angelaufen war.
„Was meinst du?"
„Das hier. Uns beide. Das wir reden und lachen. Einfach so…" Unsicher sah sie zu James hoch. Weder er, noch Lily konnte den Blickkontakt brechen. James strich mit seiner Hand durch ihre Haare und beugte sich weiter zu ihr runter. Man konnte förmlich sehen, wie die Luft knisterte. Ihre Gesichter näherten sich immer weiter.
„Lily! Du musst mir vorlesen! Du hast es versprochen!" zeterte ein kleiner Junge von der Tür. James und Lily rückten Ruckartig auseinander und starrten Patrick an.
„Musst du schon ins Bett?" fragte Lily mit zittriger Stimme. Als er nur nickte stand James auf.
„Komm Kleiner," murmelte er und wirbelte ihn Kopfüber durch die Luft, „ich bringe dich ins Bett und Lily liest dir gleich noch etwas vor." Damit legte er sich den kleinen Burschen über die Schulter und ging in Richtung der Tür.
„Komm Lily! Du weißt doch gar nicht wo ich schlafe!" rief Patrick noch und jauchzte dann vor Freude. Lächelnd, aber dennoch verwirrt darüber, was eben fast passiert war folgte sie den beiden.
Nachdem Lily und James den kleinen Jungen ins Bett gebracht und vorgelesen hatten, gingen sie wieder nach unten. Gerade als James sie auf die Situation in ihrem Zimmer ansprechen wollte, setzte sich Sirius zu ihnen.
„Ist das nicht ein toller Abend? Elisabeth ist mal wieder bis zur Kante voll. Habe ich schon erzählt gehabt, dass sie in letzter Zeit sehr häufig bei mir in der Kneipe war?" genüsslich lehnte er sich zurück und nahm ein Glas Wein von dem vorbeilaufenden Hauself.
„Wirklich? Warum das?" versuchte James sich abzulenken. in Gedanken war er noch wo anders. Hatte er Lily fast geküsst? Hatte er sich das eingebildet? Und vor allem, was bedeutete es, wenn sie sich wirklich fast geküsst hätten… Hieß dies, dass Lily ihn mochte? Oder war sie nur traurig gewesen und dankbar dafür, dass er für sie da war?
„Sirilein, wo bist du nur so schnell hin?" hörten sie eine schrille Stimme. Sirius verzog schmerzhaft das Gesicht. „Egal, jetzt habe ich dich wieder. Ich wollte dich doch noch etwas fragen…"
„Hatte ich dich tatsächlich verpasst." meinte er sarkastisch und verdrehte die Augen.
„Macht doch nichts Sirilein!" dann schien sie zu bemerken, dass an seinem Tisch auch ihr Neffe und Lily saßen. „Jamie, du bist ja auch hier!"
„Hast du vergessen, dass ich hier wohne? Ich bin doch der Sohn von…" versuchte James zu erklären, wurde jedoch von ihr unterbrochen.
„Natürlich weiß ich das Schätzchen! Verrate mir auf der Stelle, wer die reizende Frau an deiner Seite ist!" forderte sie ihn auf und sah sich Lily von oben bis unten an.
„Elisabeth, das ist Lily, eine…" wieder unterbrach sie ihn.
„Schön dich kenne zu lernen. Du bist sicher Jamies neue kleine Freundin! Ich bin seine Cousine Elisabeth. Du kannst mich gern Lissy nennen. Ich bin allerdings nicht nur eine Cousine, sondern auch eine gute Freundin von Sirilein. In der letzten Zeit haben wir uns sehr häufig gesehen!"
„Ich freu mich dich kennen zu lernen…" unsicher sah sie James an, der ihr versuchte etwas mitzuteilen, nicht mit Worten, sondern durch Gesten.
„Wie lange seid ihr schon zusammen?"
„Wir sind nicht zusammen… Wir kennen uns aus…" James lächelte über Lily, die leicht errötete.
„Komm Lily, ich wollte dir doch noch etwas zeigen…" meinte er schließlich und versuchte ihr deutlich zumachen, dass sie nicht nachfragen sollte was genau das war.
„Oh, stimmt?" Dann zog er sie hinter sich her. Sirius sah neidisch hinter ihnen her.
„Schuldigung, wolltest du noch bei den beiden bleiben? Meine Cousine ist manchmal sehr anstrengend. Gerade an solchen Feiern, wenn sie etwas getrunken hat."
„Ist schon ok. Sirius tut mir nur leid. Er scheint auch von ihr genervt zu sein…"
„Bestimmt. Aber der kann sich da allein raus fuchsen. Der weiß immer wie er da wieder raus kommt. Seine Rolle als Frauenheld ist ihm da sicher eine große Hilfe."
Hoffe das Chap hat euch gefallen. Würde mich freuen wenn ihr mir einkleines Review hinterlasst. Will doch nur wissen wie es euch gefällt...
Ganz lieben Dank an kurai91. Freut mich das dir die Geschichte immernoch gefällt. Und danke der Nachfrage. Langsam geht mir schon besser.Hab immernochSChnupfen und Husten. Aber es geht schon wieder.
Danke fürsLesen undchhönes Wochenende!
Eure LittleSunflower
