AN: Das letzte Kapitel ist nun da… Hoffe es gefällt euch. Danke fürs lesen und reviewt fleißig!
Praxis
Es war bereits fünf Uhr. Lily war froh, in einer Stunde kam der letzte Patient. Es war nicht so, dass sie nicht gern arbeitete, aber es war nicht einfach für sie. Eigentlich ging es ihr inzwischen wieder sehr gut. Der Umzug war noch nicht lange her, aber wenn sie in der Praxis war, war es anders. Sebastian, der neue Allgemeinmediziner, war bereits in den hinteren Regionen der vierziger Jahre. Und weil er damit weit der Älteste der Ärzte war, meinte er, dass er alles besser machen konnte. Ständig redete er den anderen in ihre Behandlungsmethoden rein und mischte sich sogar in die Patientengespräche ein. Inzwischen zog Lily es vor ihre Mittagspause in einem kleinen Imbiss zu verbringen, als in der Praxis dem ausgesetzt zu sein. Wenn Remus in der Praxis war, begleitete er sie.
Die Sprechanlage an ihrem Telefon unterbrach Lilys Gedanken. „Lily, Joana ist dem kleinen Max da. Kann ich sie rein schicken?" Sie fuhr sich einmal mit den Händen übers Gesicht. Das würde wieder ein langer und anstrengender Besuch werden.
„Schick sie rein." murmelte sie schließlich. Dann stand sie auf und begrüßte Max und seine Mutter.
„Wie schön dich wieder zu sehen! Wir sehen uns nur noch so selten! Warum kommst du nicht zu uns zum Abendessen?" plapperte Joana los. „Seit… seit John tot ist meldest du dich nicht mehr bei mir!" warf sie ihr schließlich vor.
„Sein Tod ist nicht nur für dich schwer, Joana. Er war einer meiner besten Freunde. Wenn ich dich und die Kleinen sehe, warte ich nur darauf, dass er auch gleich um die Ecke kommt." versuchte Lily ihren Standpunkt zu verdeutlichen. „Mir fällt es nicht leicht euch zu sehen. Ich habe es gerade geschafft wieder alleine wohnen zu können. („Ach, du hast eine neue Wohnung! Nett zu wissen!") Langsam, habe ich mich damit abgefunden das John und Nick nicht mehr da sind. Lass mich doch einen Schritt nach dem anderen machen."
„Ich verlange nicht, dass du mich jeden Tag anrufst. Aber wenn es etwas Neues in deinem Leben gibt, kann ich doch wohl verlangen, dass du mit bescheid gibst, oder?" warf Joana ihr vor. Max, der nur als Vorwand mit gekommen war spielte in einer Ecke mit der Eisenbahn.
„Du hast sicherlich gemerkt, dass hier in der Praxis sich viel verändert! Hier ist Stress! Ohne Remus und die anderen Helferinnen würden wir das nicht schaffen. Zusätzlich kommen noch die Privaten Dinge. Kannst du mir sagen, wie ich dass alles schaffen soll?"
„Wenn wir nur eine Belastung für dich sind, dann lass es. Wir wollen keine Verpflichtung sein!" Damit stand sie auf und stürmte aus dem Raum.
„So war das nicht gemeint!" rief Lily noch. Sie gab es allerdings auf und legte den Kopf auf den Tisch. Konnte dieser Tag nicht einfach zu Ende gehen!
„Kann ich dich stören, Lily?" hörte sie eine nervende Stimme. Sei zwang sich zu lächeln und sah auf. Sebastian stand dort.
„Sicher." Was wollte er nun? Sie wollte allein sein. Der Besuche von Johns Schwester war stressig genug gewesen.
„Jason hat mir erzählt, dass du mit Dr.O'Connor und Dr.Binchy gut befreundet warst. (Lily nickte genervt. Konnte er sie nicht mit dem Thema in ruhe lassen.) Mit Dr. O'Connor hast du sogar zusammen gewohnt?"
„Sebastian, bitte lass uns…"
„Egal, ich weiß es. Es mag sein, dass deine Freunde das „ok" fanden, ab ich bin anderer Meinung. Ich habe es mir jetzt auch einige Zeit angesehen, dass du nun bei einem anderen Freund wohnst. Aber ich halte es für unmoralisch. Du bist ein Vorbild für andere Menschen und stehst repräsentativ für unsere Praxis. Zieh zurück zu deiner Familie und warte bist du verheiratet bist um zu…" Kopfschütteln stand Lily auf.
„Verschwinde aus meinem Zimmer. Und zwar sofort!" Sie versuchte ihre Wut im Zaum zu halten. „Was ich außerhalb der Praxis mache geht dich nichts, wirklich überhaupt nichts an! DU bist hier NEU in der Praxis und meinst mir sagen zu können, was ich zu tun und lassen habe? Wie wäre es wenn DU dich anpasst. Du kommst hier in eine bereits bestehende Praxis, die wirklich gut gelaufen ist. Keiner hat sie je beschwert! Und seit du hier bist nörgelst du an allem rum und meinst uns Ratschläge zu geben." sie holte ein mal tief Luft um sich zu beruhigen. Dann öffnete sie ihre Tür. „Geh, aus meinem Zimmer. Sei froh, dass noch Patienten hier sind. Denn sonst würdest du inzwischen so klein sein wie eine Laus!" zischte sie noch. Dann drehte sie sich um und setzte sich hin. „Und schließe bitte die Tür hinter dir." setzte sie bestimmt hinzu. Sie rang sich noch ein falsches Lächeln ab, dann konzentrierte sie sich auf Patientenunterlagen.
Kurz nachdem die Tür geschlossen wurde, öffnete sie sich wieder. Remus hatte gesehen, wie Sebastian aus ihrem Zimmer gekommen war. Seit ein paar Tagen fragte er ihn über Lily aus. Was sie machte, wo sie wohnte usw. Er ging um den Tisch und setzte sich und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Sie zuckte kurz zusammen. „Ich bin's nur… ‚ 'Schuldigung. Wollte dich nicht erschrecken." Mit großen Augen sah sie ihn an. Erst jetzt merkte er, dass Lily Tränen in den Augen standen. „Was hat er gemacht?" Remus nahm sie in den Arm und drückte sie an sich. Nachdem Lily Erzählt hatte, was passiert war, war er sprachlos.
„Das wird schon. Danke…" murmelte sie und wischte sich das Gesicht trocken. Dann sah sie ihn wieder an und lächelte.
AbendsAls Lily jemanden ins Wohnzimmer appariert gehören hat, sah sie nach wer es war. Verwundert sah sie James dort stehen. Hatte sie eine Verabredung vergessen? Nach diesem Tag hielt sie es für nicht unwahrscheinlich.
„Hast du heute schon was vor?" fragte sie der Besucher und umarmte sie zur Begrüßung. „Keine Angst, wir waren nicht verabredet. Ich habe Amaretto mitgebracht und dachte, wir können uns einen gemütlichen Abend machen."
‚Kann er Gedankenlesen?' Fragte sich Lily. „Super! Der Tag war anstrengend, also erwarte nicht zu viel von mir… Ich komme gleich wieder, ok?"
James sah sich um. Die neue Wohnung war schön. Sicher, er hatte Lily geholfen die Wohnung zu finden, aber sie hatte einige Arbeit geleistet diese einzurichten. Er sah sich genauer um. Das Wohnzimmer war schön groß und hell. Aber das war nicht das Problem, da die eine Wand komplett aus einer Glas wand bestand. Der Balkon zog sich über die gesamte Länge der Wohnung. Vorsichtig steckte er den Kopf in das Arbeitszimmer. James wunderte sich über das Bett auf der einen Seite.
„Du siehst, wenn du heute Nacht zu viel trinkst, kannst du hier übernachten." lächelte Lily sanft.
„Ist das eine Aufforderung?" James drehte sich um und sah das Lily eine Augenbraue hoch zog.
„Fass es auf wie du willst." Sie drückte ihm eine Tasse in die Hand und ging zurück ins Wohnzimmer. „Das sieht klasse aus. Gerade wenn's geschneit hat, oder? Wie eine…"
"Puderzuckerlandschaft?" vervollständigte James und nahm einen großen Schluck. Danach ließ er sich auf das Sofa fallen. „Wie geht's dir, Lils?"
„Super!" kam die antwort wie aus der Pistole geschossen. Um das zu unterstreichen setzte sie ein strahlendes Lächeln auf. „Wirklich!"
„Moony hat erzählt, das du viel Stress hast?"
„Hat er das?"
„Und das die Arbeit dir keinen spaß zu machen scheint." James versuchte jede Bewegung von Lily wahrzunehmen. Dass es ihr nicht gut ging, sah man ihr an. Aber warum änderte sich nichts daran?
„Wie soll sie das auch? Nick und John sind nicht mehr da. Überall wird man jedoch an sie erinnert. Und die Neuen sind eine Katastrophe. Sie versuchen sie einzufügen, und sind auch nett. Wenn man von Sebastian absieht. Aber alle versuchen Nick zu ersetzten. Sie verstehen Kleinigkeiten nicht." traurig sah sie aus dem Fenster. „Und dieser Sebastian…"
„Weißt du schon was du machen willst? Sicherlich bist du noch lange nicht über den Tod hinweg, aber meinst du es wird sich legen? Kannst du irgendwann wieder arbeiten ohne an sie zu denken?"
„Ich weiß es nicht. Vielleicht … Irgendwann… Aber das geht nicht. Ich muss Patienten versorgen, Diagnosen fällen. Ich kann mir keine Fehler erlauben. Ein Fehler kann tödlich sein. Es ist ja nicht so, dass ich über den Tod nicht hinweg bin. Die Trauerphase liegt hinter mir. Ich vermisse sie nur sehr. Gerade in der Praxis erinnert jede Ecke an sie." Lily lehnte sich nach vorne und fuhr sich mit den Händen durchs Haar.
„Würde dir eine Pause reiche? Oder meinst du…"
„Ich bin am überlegen ob ich meine Anteil der Praxis verkaufe." fuhr sie dazwischen.
„Und dann?"
„Ich weiß es nicht. Eine Auszeit und dann mal sehen…"
„Vielleicht kannst du Healer werden. Viele Zauberer sind daran interessiert eine Alternative dazu zubekommen und wollen vielleicht eine Mischung aus beidem." Schlug James vor. Lily stand auf. Sie ging in die Küche und machte neuen Kakao mit Amaretto. Als sie zurückkam, stand James am Fenster. Sie gab ihm seine Tasse und lehnte ihren Kopf gegen seine Schulter.
„Vielleicht wäre das keine schlechte Idee. Dann wäre ich…"
„… zurück in unser Welt. Ich würde mich sehr freuen. Ich habe dich nämlich sehr vermisst." James merkte wie Lilys Augen in seinen verharrten. U sie zu trösten küsste er sie sanft auf die Stirn. Wie selbstverständlich wanderte er weiter zur Nasenspitze. Langsam näherten sich ihre Gesichter und schließlich küssten sie sich. Lily merkte wie sich alles in ihr an- und entspannte, alles gleichzeitig. Wie lange hatte sie nun darauf gewartet? Egal, Hauptsache war, es fühlte sich Richtig an.
Als James die Augen wieder öffnete entdeckte er in Lilys Augen das alte Funkeln wieder. Vielleicht konnte sie endlich glücklich werden. Für den Rest ihres Lebens.
ENDE
Das ist leider das Ende… Fällt mir ganz schön schwer. Ich habe das Ende ein wenig offen gelassen. So kann jeder selbst entscheiden was Lily macht. Vielleicht verkauft sie die Praxis wirklich. Aber vielleicht behält sie diese auch. Es ist jedem selbst überlassen. Zumindest sind Lily und Jamsie endlich zusammen. Dass sie bis zu ihrem Ende zusammen sind wissen wir ja bereits. Dass Peter zu Voldemort gehört deutet sich ja bereits seit einigen Kapiteln an. Ich habe versucht einen Grund zu finden, warum er ein Deatheater wird. Der Tod einer nahe stehenden Person schien mir einiger Maßen plausibel.
Ob ich die Geschichte vielleicht doch weiter schreibe kann ich noch nicht sagen (Hängt von den Reviews ab die ich bekomme. Wenn ihr eine Fortsetzung haben wollt müsst ihr das sagen. Also auch ihr „Schwarzleser", einmal kurz ein kleinen Kommi hinterlassen… bitte.).
Lieben Gruß und Danke fürs Lesen und Reviewn! Küsschen! Und eine dicke Umarmung!
Eure LittleSunflower
Noch mal zu den Reviews, Danke an alle die mir irgendwann eins Hinterlassen haben. Ihr habt mich dazu gebracht weiter zu schreiben.
Amazone: Freut mich, dass dir die FF gefällt. Finde es super, dass du dich „geoutet" hast. Weiß ja, dass die Geschichte von ca. 120 Leutchen gelesen wird. Hoffe, dass Ende hat dir auch gefallen. Ich habe mir Gedanken gemacht und festgestellt, dass doch fast niemand mit seinem Ehepartner bereits mit 17 zusammen ist ;-). Und das mit Peter deutet sich seit einiger Zeit an, oder? Ich glaube nicht, dass er ohne Grund die Seite gewechselt hat.
Kurai91: Ganz lieben Dank, dass du mir so häufig ein Review hinterlassen hast. Habe mich immer gefreut.
HexenLaydy: Et voilá, das letzte Chap. ist da. Hoffe es hat dir gefallen!
Spumi: Freut mich, dass dir die Geschichte so gut gefällt, dass du noch mehr Kapitel haben willst. Aber ich wollte die Geschichte da enden lassen, wo sie zusammen kommen. Vielleicht schreibe ich irgendwann noch mal eine Fortsetzung. Bin mir aber noch nicht so sicher. Danke fürs Lesen!
