A/N: Hey, gleich zwei Reviews, da macht das Weiterschreiben doch doppelt so viel Spaß. :-)
sunny: Dein Wunsch ist mir Schreibbefehl. ;-) Und ja, Sex wird in dieser Geschichte eine Rolle spielen, aber natürlich nicht ohne Vorspiel …
liz1988: Na, da mach ich doch fix weiter – und nehme euch mit nach San Francisco (meine absolute Traumstadt -seufz-).

Kapitel 2
Rückkehr und Ärgernisse

Gut 1 ½ Stunden später lud Brass Saras Koffer neben seinen und den von Grissom auf den Gepäckkuli und folgte den beiden CSIs durch die Gänge des San Francisco International Airports. Im Check-out-Bereich angekommen blieben die drei stehen.

"In den Unterlagen steht, dass wir abgeholt werden", sagte Sara und setzte ihre Sonnenbrille auf.

"Ja, und dass wir erst dann erfahren, wo wir wohnen. Wie ich so was hasse", fügte Brass hinzu, folgte dem Beispiel mit der Brille und verschränkte missmutig die Arme.

Sara stieß ihm ihren Ellbogen in die Seite.

"Hey, schlechte Laune gibt's hier nicht, okay? Wir sind in San Francisco! Waren Sie überhaupt schon mal hier?"

"Sehe ich etwa aus wie ein Hippie?"

"Oh man, das ist doch ein Klischee von gestern! Außerdem, ein bisschen weniger spießig würde Ihnen schon stehen …"

Grissom drehte sich gereizt zu ihnen um.

"Geht das Streiten auch leiser? Ich habe seit der Landung Migräne."

"Na wunderbar, ich bin mit den lustigsten Reisegefährten von ganz Vegas unterwegs, das werden drei tolle Tage", murmelte Sara, griff nach ihrem Handy und checkte ihre SMS. Dann drehte sie den beiden Männern den Rücken zu und wählte Gregs Nummer.

"Hey Greggo, was soll das heißen, du findest die Fernbedienung nicht? … Hast du schon unter dem Sofa nachgeschaut? Oder zwischen den Kissen? … Woher soll ICH das wissen? DU hattest sie gestern als Letzter in der Hand … Na also … Ja, darfst du. Und iss am besten den Schokokuchen gleich mit auf, der wird sonst schlecht, bis ich wieder da bin … Nein, noch ist es nicht toll … Rate mal … Ha, schlechte Laune ist gar kein Ausdruck! … Ja, ich wünschte auch, du wärst hier … Lass uns nachher noch mal telefonieren, ja? Ciao!"

Sie steckte das Handy wieder in ihre Jackentasche, wandte sich um und sah in Grissoms finstere Miene.

"Er ist bei dir Zuhause?"

"Das Telefonat war privat, Grissom."

"Eine Liaison zwischen meinen Mitarbeitern betrifft auch mich als Vorgesetzten."

Sara verdrehte die Augen.

"Greg und ich sind nur Freunde. Und selbst wenn nicht, na und, was wäre schlimm daran?"

"Ich glaube, unser Ein-Mann-Empfangskomitee ist da", unterbrach Brass die beiden, schnappte sich den Kofferkuli und steuerte auf einen ca. 50jährigen Mann mit einer Richard Gere-Frisur zu, der ein Schild mit „LVPD" in die Höhe hielt.

Grissom stürmte Brass hinterher, doch Sara zögerte und kniff kurz die Augen zusammen. Nein, das da drüben war keine Halluzination. Das war Ken Fuller. Der damalige Leiter des Labors für organische Chemie an der UC Berkeley, mit dem sie auf dem Flug von Boston nach Miami … Verdammt, was machte der hier?

Sara sah, wie es in Grissoms Gesicht zu arbeiten begann, als Ken sich ihm und Brass vorstellte. Sie eilte zu den Dreien und nahm ihre Sonnenbrille ab. Ken schaute zu ihr und stutzte.

"Sara? Sara Sidle? DAS ist ja eine Überraschung!"

Er breitete die Arme aus und zog Sara an sich.

"Hallo Ken", murmelte sie und versuchte verlegen, sich aus seinem Griff zu winden, „du bist gar nicht mehr an der UCB?"

Er ließ sie wieder los und fuhr sich lächelnd durchs Haar.

"Nein, ich bin seit fünf Jahren hier beim CSI, wir haben uns nur knapp verpasst. Und ich betreue die Konferenz mit. Hm, ich wusste zwar, dass du in Vegas bist, aber wir haben ehrlich gesagt mit Sofia Curtis und Conrad Ecklie gerechnet und nicht mit dir und Ihnen beiden …"

"Heißt das, Sie haben ein Zimmer zu wenig?", fragte Brass sofort.

"Nicht direkt", antwortete Ken gedehnt, „aber zwei von Ihnen müssten sich einen Raum teilen. Ich nehme mal an, dass Sie beiden das sein werden, Mr. Grissom und Mr. Brass, obwohl ich mir bei Sara ja auch vorstellen kann …"

"Wo sind wir untergebracht?", fragte Sara schnell und hätte Ken für sein Zwinkern am liebsten getreten.

"Im 'Four Sisters Petite Auberge Inn', das ist in Nob Hill, nicht weit vom Moscone Center entfernt, in dem die Konferenz stattfindet. Und wir sollten uns beeilen, die Begrüßungsveranstaltung findet bereits um 12 Uhr statt, und wenn Sie sich noch ausruhen wollen ..."

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Sara war froh, als sie endlich vor dem Inn aus Kens Wagen stiegen. Sie hatte versucht, die Fahrt vom Flughafen durch den Süden der Stadt zu genießen, doch die Freude über ihre Rückkehr war durch die redselige und in ihrer gemeinsamen Vergangenheit kramenden Anwesenheit von Ken und das angespannte Schweigen von Grissom torpediert worden. Brass hatte sich immerhin neutral verhalten, oder genauer: er hatte neben ihr auf dem Rücksitz geschlafen oder zumindest so getan als ob.

"Nobel, nobel", sagte Sara und betrachtete den kunstvoll dekorierten Eingangsbereich des im alt-französischen Stil gehaltenen Gästehauses.

Ken nahm ihr den Koffer aus der Hand und ging vorweg in die Lobby, dann eine geschwungene Holztreppe hinauf.

"Das Zimmer von Miss Curtis und damit jetzt dein Zimmer, Sara, ist die Petite Suite. Ist so 'ne Art Honeymoon-Suite mit eigenem Kamin, handbemaltem King-Size-Bett, Whirlpool, Dachterrasse, einem eigenen, zweiten Eingang und allerlei romantischem Schnickschnack. Daneben liegt gleich Ihr Zimmer, Mr. Grissom, Mr. Brass. Ebenfalls mit Kamin, luxuriösem Queen-Size-Bett und einer Schlafcouch. Alle Räume haben selbstverständlich eigene Badezimmer. Frühstücksbuffet ist ab 8 unten im Speisezimmer. Außerdem werden abends am Kamin in der Lobby Wein und hour d'oeuvres serviert. So, ich hoffe, ich habe nichts vergessen, ansonsten liegen meine Telefonnummer und die der Besitzer unten aus."

Er blieb stehen, reichte Brass einen der beiden Schlüssel und deutete auf die Tür neben ihnen. Dann schloss er Saras Tür auf und wollte schon eintreten, da nahm Sara ihm lächelnd Schlüssel und Koffer aus der Hand und huschte an ihm vorbei ins Zimmer.

"Danke Ken, ich werde mich jetzt frisch machen. Wir sehen uns ja nachher."

Mit ihrem Fuß schlug sie ihm die Tür vor der Nase zu.

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Als Sara eine halbe Stunde später aus der Dusche stieg, hörte sie ein Klopfen an der Eingangstür der Suite.

In ein Handtuch gewickelt eilte sie durch den Raum und knurrte mein Türöffnen:

"Ken, wenn du meinst, nur weil wir unser Flugzeugerlebnis hatten, bin ich …"

"Sind Sie was?", grinste ihr Brass entgegen. Sein Blick huschte kurz an ihr hinunter und wieder hinauf.

Sara errötete.

"Ach, nichts. Ähm ... was gibt's?"

"Eigentlich wollte ich bei Ihnen für die paar Stunden, die wir noch bis Konferenzbeginn haben, um Asyl bitten. Gil hat sich wegen seiner Migräne hingelegt und mich mehr oder weniger rausgeschmissen. Naja, aber ich kann auch in die Lobby gehen und …"

"Ist schon okay, kommen Sie rein."

Sara drehte sich um und ging zum Kleiderschrank. Brass schloss die Tür hinter sich und sah sich um.

"Wow. Wollen wir nicht tauschen? Sie schlafen drüben bei Gil und ich …"

"Das war jetzt ein Scherz, oder?"

Sara wandte sich mit ihren frischen Sachen im Arm zu ihm um und sah ihn prüfend an. Brass zuckte mit den Schultern.

"War einen Versuch wert. Denn glauben Sie mir, nicht nur der Raum drüben ist schlechter, auch die Stimmung."

Sara lachte auf und sagte auf ihrem Weg zurück ins Bad:

"Dann wissen Sie ja jetzt, wie ich mich vorhin in Ihrer Gegenwart gefühlt habe."

"Autsch. Tut mir Leid. Dieser ganze Konferenzkram nervt mich gewaltig."

Brass setzte sich auf Bett, ließ sich mit dem Rücken auf die Matratze sinken und starrte an die Decke. Er hörte, wie Sara sich anzog, fönte und dann zurück ins Zimmer kam.

Als sie vor ihm stand, richtete er sich wieder auf. Sie deutete zum Fernseher. Er nickte, griff nach der Fernbedienung auf dem Nachttisch und reichte sie ihr.

"Als Wiedergutmachung dürfen Sie zappen."

"In meinem Zimmer darf sowieso ICH zappen", grinste sie.

Sie krabbelte zum Kopfende des Bettes, lehnte sich gegen die Kissen und schaltete den Fernseher ein. Brass zog Schuhe und Jackett aus und machte es sich neben ihr bequem.

Während Sara sich durch die Programme zu schalten begann, kämpfte er mit dem Knoten seiner Krawatte.

"Verdammt", fluchte er.

Saras Mundwinkel zuckten. Sie legte die Fernbedienung zur Seite, scheuchte seine Hände weg, öffnete den Knoten, zog die Krawatte aus seinem Kragen und öffnete die beiden oberen Knöpfe seines Hemdes.

"Danke", lächelte er.

"So ist das eh viel besser", zwinkerte sie und griff wieder zur Fernbedienung.

Brass betrachtete sie nachdenklich von der Seite.

"Dieser Ken Fuller ist also Ihre besondere Flugerfahrung?"

Sara kräuselte die Stirn und nickte.

"Wenn er Ihnen Ärger macht, sagen Sie Bescheid, okay?"

TBC