A/N:
sunny: Jepp, ich wollte
die Schönheit eben noch einmal im Handtuch sehen, war purer
Eigennutz. Und es war diesmal ja viel harmloser, gell? ;-)
liz1988:
Bin gerade in einem kleinen Schreibrausch, daher die schnellen
Updates. :-) Grissom auf Saras Bett? Hm, ich schätze auch, der
würde sich nicht so einfach und unbefangen neben sie
setzen/legen, dafür achtet er trotz (oder gerade wegen?) seiner
Gefühle ja zu sehr auf ausreichende Distanz ...
Kapitel 3
Aufgewacht
Aus der Ferne hörte Brass ein Klingeln. Das Klingeln wurde lauter und lauter, bis es unerträglich war. Mechanisch und mit geschlossenen Augen tastete er neben sich, in sein Jackett, griff nach seinem Handy und hielt es ans Ohr.
"Brass", murmelte er, immer noch im Halbschlaf.
"Jim, wo sind Sie?", rief Grissom ihm ins Ohr.
Mit einem Mal war Brass hellwach. Nicht wegen des Anrufs oder Grissoms Lautstärke, sondern wegen des leisen, unwilligen Murmelns an seinem Hals. Sara lag halb auf ihm in seinem Arm, ihr Gesicht in seiner Halsbeuge vergraben, den linken Arm um ihn geschlungen, das linke Bein delikat zwischen seinen platziert.
"Jim? Sind Sie noch dran?"
"Gil, ja, ähm …", er blickte zum laufenden Fernseher und las die Uhrzeit, die gerade in den Nachrichten eingeblendet wurde: 14 Uhr!
"Jim, haben Sie getrunken?"
"Nein, Gil, verdammt, ich bin in der Kaminecke unten eingeschlafen. Sind Sie auf der Konferenz?"
"Natürlich bin ich das. Der erste Teil der Begrüßung ist bereits vorbei. Haben Sie eine Ahnung, wo Sara ist? Ich hab vorhin bei ihr geklopft, doch sie war anscheinend schon los. Und ihr Handy ist aus, nur die Mailbox geht ran."
Brass spürte, wie Sara sich enger an ihn kuschelte, offenbar ihrer momentanen Situation noch nicht bewusst, denn ihr Oberschenkel bewegte sich jetzt gefährlich an seiner Körpermitte hin und her, und so allmählich blieb das nicht ohne Folgen. Brass schloss kurz die Augen und versuchte, seine Erregung unter Kontrolle zu bringen. Nicht auszudenken, wenn Sara das bemerkte …
"Jim? Hallo?"
"Die Verbindung wird schlechter, Gil … Ich komme gleich nach."
Brass machte das Handy aus und steckte es zurück ins Jackett.
"Sara, aufwachen", flüsterte er ihr ins Ohr und versuchte, mit seiner freien Hand ihren Oberschenkel aus seiner prekären Lage zu bringen.
"Hmmm?"
Ihre Lider zitterten, doch öffneten sich nicht.
"Sara, wir haben verschlafen, die Konferenz ist schon im Gange."
Ihre Augen flogen auf und sie hob ihren Kopf.
"Was? Wieso …", sie schaute ihn an und erstarrte für einen kurzen Moment. Dann löste sie sich blitzschnell aus seinem Arm und setzte sich auf.
"Gil hat mich gerade angerufen. Wir sollten uns beeilen", sagte er und schwang sich aus dem Bett.
"Was haben Sie ihm gesagt? Ich meine, wo wir sind, was wir machen?", fragte Sara und bemühte sich, das so beiläufig wie möglich klingen zu lassen.
Er musterte sie amüsiert.
"Sie meinen, ob ich ihm gesagt habe, dass wir gerade zusammen im Bett waren?"
Sara errötete und betrachtete intensiv ihre Fingernägel. Brass seufzte, umquerte das Bett und setzte sich neben sie auf den Rand.
"Zu Ihrer Beruhigung: Ich habe gesagt, dass ich im Kaminzimmer eingeschlafen bin. Sie habe ich nicht erwähnt."
Sara schaute noch betretener nach unten.
"Tut mir Leid", sagte sie, „ich schaffe es, aus allem eine unangenehme Situation zu machen."
Er lächelte, und ehe er realisierte, was seine Hand tat, hob er Saras Kinn, so dass sie ihm in die Augen schaute. Zu seiner Überraschung schien seine Berührung bei ihr ein leichtes Zittern auszulösen. Oder bildete er sich das nur ein?
"Es ist doch nichts passiert, was unangenehm wäre", sagte er.
Zaghaft breitete sich auch auf ihrem Gesicht ein Lächeln aus, und er fragte sich, wie Grissom ihr in all den Jahren hatte widerstehen können.
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Als Sara und Brass die Treppe zum zweiten Stockwerk von Moscone West hinaufgingen, schallten ihnen Stimmengewirr, leise Musik und Geschirrklappern entgegen.
"Wie schön, rechtzeitig zum Essen", sagte Brass, als sie die letzte Treppenstufe erklommen hatten und ins Gewusel der Konferenzteilnehmer blickten.
"Ich habe riesigen Hunger", stöhnte Sara, „also, gleich ans Buffet, oder erst Grissom suchen?"
"Buffet. Schlechte Laune verdirbt den Appetit."
"Captain, Captain, das war aber nicht nett ..."
Sara zog ihn mit sich durch die Menge zu einem der mit allerlei Köstlichkeiten beladenen Tische am Rand des Raums, nahm sich einen Teller und reichte ihm auch einen. Sie füllten sich reichlich Meeresfrüchte, Antipasti, Salat und Brot auf und besetzten einen freien, runden Stehtisch am Rand.
"Was möchten Sie trinken?", fragte Brass.
"Einfach nur Wasser", sagte sie und lächelte hinter ihm her, als er in der Menge verschwand.
Sie biss in eines der mit Kräuterbutter beschmierten Brote, als sich von hinten zwei Hände um ihre Taille legten.
"Dein neuer Schwarm? Ich weiß, du stehst auf ältere Männer, aber ich hätte eher gedacht, dass der andere von den beiden dein Typ ist. Er sieht mir ähnlicher."
Sara legte ihr Brot beiseite, schob Kens Hände von ihrer Taille und dreht sich zu ihm um.
"Früher warst du nicht so widerspenstig", grinste er und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Sie wich ein wenig zurück.
"Dafür bist du ganz der alte Draufgänger."
"Gib's zu, das macht dich immer noch an."
Er trat wieder einen Schritt auf sie zu. Sara schaute sich um und sah Grissom auf ihren Tisch zukommen.
"Sara, wo warst du? Ich hab versucht, dich zu erreichen."
"Wir reden nachher weiter", flüsterte Ken und verschwand in der Menge.
Grissom schaute ihm nach und musterte dann Sara.
"Sollte ich lieber fragen, mit WEM du unterwegs warst?"
"Ich war nicht unterwegs, ich hab verschlafen."
"Das soll ich dir glauben? Du warst vorhin nicht in deinem Zimmer, ich hab geklopft."
"Es ist die Wahrheit: ich bin eingeschlafen. Und zwar so fest, dass ich dich nicht gehört habe. Entschuldigung, Grissom, es wird nicht wieder vorkommen, den Rest der Konferenz bin ich anwesend."
Zwischen sie wurde ein Glas auf den Tisch gestellt.
"Ihr Wasser, Sara. Hallo Gil, wie geht's Ihrem Kopf?"
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Gegen 18 Uhr waren die Vorträge vorbei, und Sara, Grissom und Brass schlenderten in der Abendsonne am Union Square vorbei zurück nach Nob Hill.
"Nette Gegend", sagte Brass, als sie die Stockton Street Richtung Powell Street verließen.
"Das symbolische Netz aus altem kalifornischem Geld und Macht", erwiderte Grissom bedächtig.
Als Sara Brass' irritierten Blick auffing, lachte sie.
"Ist von der Schriftstellerin Joan Didion."
"Das Zitatewerfen funktioniert auch mit Migräne?"
"Wie wäre es mit ein wenig Sightseeing? Wir könnten auch essen gehen", warf Sara schnell ein, als sie sah, dass Grissoms Blick nach Brass' Kommentar wieder kritischer geworden war.
Grissom schüttelte den Kopf.
"Ich leg mich hin. ICH habe schließlich keine sechs Stunden geschlafen."
Sara warf Brass einen fragenden Blick zu und er nickte stumm.
Sie bogen in die Bush Street ein und betraten ein paar Minuten später das Inn.
"Und du unternimmst nichts mit deinem Mr. Fuller?", fragte Grissom.
"Er ist nicht MEIN Mr. Fuller. Und, nein, ich habe keinen Bedarf, mit ihm was zu unternehmen. Wie kommst du darauf?"
"Nun, vorhin am Buffet konnte man schon einen gewissen Eindruck gewinnen, und siehe da, er sitzt auch schon da vorne und scheint nur auf dich gewartet zu haben."
Sara folgte seinem Kopfnicken und erblickte Ken, der in einem der Sessel in der Lobby saß und nun aufstand und auf sie zukam.
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"Was willst du?", fragte Sara, als sie die Tür ihrer Suite hinter sich und Ken geschlossen hatte.
"Dich zum Essen einladen, ein paar schöne Stunden mit dir verbringen ... Sei doch nicht gleich so kratzbürstig."
"Ich hab schon was vor. Und dass ich dir nicht um den Hals falle, liegt unter anderem daran, wie du mich damals behandelt hast, nachdem … ach, du weißt schon. Du hast mich echt verletzt, und nun tust du einfach so, als sei alles in Ordnung zwischen uns."
"Komm schon, Sara …", er nahm ihre Hände, zog sie mit sich durch den Raum und setzte sich mit ihr auf die Bettkante. „Vielleicht war ich damals ein wenig unsensibel …"
„VIELLEICHT?"
"Okay, okay. Aber du hast mich total überfordert! Ständig bist du mir an der Uni hinterher gerannt. Herrje, ich hätte richtig Ärger bekommen, wenn das mit uns raus gekommen wäre! Schließlich warst du meine Studentin. Und gerade mal volljährig."
"Was dich nicht davon abgehalten hat, mich in der Flugzeugtoilette zu vögeln."
Ken grinste schief.
"DU warst doch diejenige, die scharf darauf war. Und es war doch geil."
"So toll war's auch wieder nicht."
Kens Lächeln erstarb.
"Was soll das heißen?"
Sara zuckte mit den Schultern.
"Dass ich schon besseren Sex hatte. Dein Können ist überbewertet."
Kens Augen verengten sich. Unvermutet ließ er Sara los und schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht. Sie schrie vor Schreck auf, doch im nächsten Moment presste er ihr eine Hand auf den Mund und drückte sie mit seinem Körper aufs Bett.
"Du kleine Schlampe, jetzt bist du fällig!"
TBC
