Angst- Wenn Ereignisse prägen Teil 9
Überraschung & Hogwarts
Schockiertes Aufstöhnen war verbreitet. Die Worte dieses Weibs hatten gesessen, denn nun konnte jeder sehen, wie Draco darunter litt. Noch liefen keine Tränen, aber das war nur eine Frage der Zeit.
„ Ms. Parkinson! Was soll dieses Verhalten!", entrüstete sich Molly Weasly. Ihre Kinder und die Grangers standen schweigend daneben.
„ Warum, stimmt doch!", spie sie ihnen entgegen.
Draco war wütend, aber auch verletzt. Das, was sie da gesagt hatte, tat weh. Tränen brannten in seinen Augen, lange konnte er sie nicht mehr zurück halten. Plötzlich spürte er Bewegungen in seiner großen Umhangtasche und ihm fielen Buma und Kahn wieder ein. Die beiden wollten bestimmt raus.
Langsam und mit leicht zitternden Händen, langte er in die Tasche und ging dann in die Hocke. Sein Umhang verdeckte die Sicht auf das, was er tat.
Als er jedoch wieder stand, waren zwei kleine Leoparden zu entdecken. Jedes trug ein Halsband und sie hielten ihre Nasen in die Luft. Dann gaben sie wenig angsteinflößende Schreie von sich und schmusten um Dracos Beine.
„ Buma, Kahn, seid brav, ja?", flüsterte er ihnen zu. Dann sah er zu seinem Geliebten, dem es mit Sambi und Numen nicht besser zu gehen schien. Seine beiden hatten wohl die anderen zwei angesteckt.
Nun setzte der Dunkelhaarige ebenfalls zwei der kleinen Tiere ab, auch ihre Näschen in die Luft streckten und schnupperten. Dann setzten sie sich vor die Füße ihres Herrn.
„ Ihr seid aber brav heute. Sehr schön!", lobte er die beiden und strich jedem über den Kopf.
Von einigen Mädchen kamen Geräusche des Entzückens. Dazu gehörten auch Hermine und Ginny. Allerdings zählte sich auch Pansy dazu, die schon angelaufen kam, um die Leoparden zu streicheln.
„ Na ihr Kleinen, kommt zu Tante Pansy!", lockte sie mit einer Stimme, die wohl liebenswert klingen sollte. Weit verfehlt!
Buma und Kahn tappten ein paar Schritte auf sie zu, dann blieben sie stehen. Sie schienen etwas zu wittern.
Parkinson hingegen richtete einen triumphalen Blick auf Draco.
„ Tja, scheint so, als würden die Hübschen da wissen, dass du es nicht wert bist, sie zu besitzen!"
Ein böses Lachen folgte ihren Worten. Und auch einer der anderen Slytherin- Jungen kam nun näher. Vor Kahn ging er auf die Knie und wollte den Kleinen dann aufheben.
Er zuckte aber zurück, als er seine Hand blutverschmiert sah. Kahn hatte ihn gekratzt.
„ Verschwindet endlich! Und glaubt mir, wenn ich sage, dass Prof. Snape wütend wird, wenn ihr Draco etwas tut! Meinen Name ist übrigens Harry Snape!", lenkte er die Aufmerksamkeit auf sich.
Allerdings waren seine Worte schnell wieder vergessen, weil der Verletzte ein immense Wut auf Draco bekommen hatte.
„ Du Wurm! Dafür wirst du mir büßen!", schrie er wutentbrannt und wickelte demonstrativ seine Hand in ein Taschentuch. Dann stürmte er auf den Blonden zu.
Zu seinem Pech hatte niemand damit gerechnet, dass sich die Leoparden verteidigend vor
ihren Herren stellen würden.
Und so gab es einiges Geschrei, als Kahn und Buma böse brüllend, Feuer aus ihren Mäulern schleuderten. Das Fell hatte sich gesträubt und nun fauchten die beiden jeden an, der zu nahe kam. Am Schwanz, den sie wild durch die Luft peitschten, loderte eine kleine Flamme.
Die Slytherins, die Schaulustigen und auch der Blonde, waren verblüfft und erstarrt.
„ Was...?", brachte lediglich Ron heraus.
Hagrids Augen würden jetzt leuchten vor Freude. Überkam Harry der Gedanke, der in dieser Situation absurd war.
Etwas anderes nahm ihn jetzt in Anspruch. Sambi und Numen hatten ihren Geschwistern neugierig zugesehen und nun hatten sie sich ebenfalls aufgestellt und machten das eben Gesehene nach.
So standen hier nun vier kleine Leoparden, an deren Schwanzspitze ein Feuer brannte und aus ihren Mäulern schossen Flammenbälle. Zusätzlich sorgte ein Fauchen für Ruhe.
„ Nun, jetzt kennt ihr die Konsequenz. Haltet euch von uns fern, wenn ihr Böses wollt."
Harry schnappte sich Draco und steuerte auf die nächste Wagontür zu. In einigem Abstand kamen auch Numen, Sambi, Kahn und Buma nach. Erst, als Harry und Draco in einem Abteil verschwunden waren, normalisierte sich der Zustand der Kleinen wieder und sie folgten in den Zug.
Zurück blieben Schüler und Erwachsene, die ihren Augen nicht trauten.
Dann schlug die Uhr elf und der Zug fuhr an, was dazu führte, dass die Hälfte der Schüler aufspringen musste.
Draco und Harry hatten sich in ihrem Abteil nieder gelassen und dann die Tür mit einigen Zaubern gesichert.
„ Hey, Drache, alles in Ordnung? Lass dich von denen nicht fertig machen!"
Beruhigend strich er über den Rücken seines Freundes.
Die kleinen Vierbeiner saßen vor ihren Herren auf dem Boden und sahen sie an.
„ Schau mal, ich glaube, deine beiden möchten dich aufmuntern.", stupste Harry Dray an, der daraufhin auf sah.
Und tatsächlich, Buma und Kahn hatten einen Blick aufgesetzt, der Eis schmelzen ließ. Ein Lächeln huschte über die, nun nicht mehr so traurigen, Gesichtszüge des Kleineren.
„ Na kommt her!", grinste Draco und die Leoparden sprangen auf seinen Schoß.
„ Du, Harry, was ist da eigentlich mit den Vieren passiert?", fragte er nach einigen Minuten, in denen er über das Fell der Kleinen gestreichelt hatte.
„ Schön, dass du endlich fragst.", erwiderte Harry und machte es sich gemütlich. Sambi und Numen hatten es sich ebenfalls bei ihm bequem gemacht.
„ Nun, das sind keine normalen Leoparden, wie vielleicht jeder denkt. Sie sind eine magische Spezies und haben besondere Fähigkeiten.", begann er.
„ Es gibt zwei Arten: einmal den Eisleoparden und dann noch den Feuerleoparden. Ganz selten gelingt sogar eine Kreuzung zwischen den beiden Arten. Aber ich weiß nicht, ob unsere eine solche Kreuzung sind. Jedenfalls können sie je nach Art, Feuer oder Eis spucken. Dann gibt es noch eine Eigenschaft, die sie haben. Nämlich, dass sie in ihre magische Form wandeln. Allerdings weiß ich auch nicht, wie die aussieht."
Draco hatte gespannt gelauscht und war völlig begeistert.
„ Warum hast du mir das nicht gleich gesagt! Das ist ja toll!", freute er sich.
Ein schelmisches Grinsen zeigte sich bei dem Älteren, was Draco dazu veranlasste, eine Augenbraue hoch zu ziehen.
„ Schau nicht so! Ich wollte, dass eine Überraschung wird. Und du musst zugeben, es ist mir gelungen!", ereiferte er sich und entspannte sich noch mehr.
„ Ja, das ist es. Aber was ist, wenn wir sie nicht behalten dürfen?"
Dracos Frage war nicht ganz unberechtigt, aber sein Dad würde das wohl kaum zulassen. Immerhin konnte er ja immer noch sagen, dass sie ihm gehörten.
„ Na, Dad wird uns da schon helfen. Außerdem, wie wollen sie uns die Hübschen weg nehmen? Jeder, der es wagt, bekommt Zoff mit ihnen! Sie werden immer bei uns bleiben und uns schützen. Und wenn wir dann noch öffentlich alle Schüler warnen, dann ist es deren eigene Schuld.."
Das konnte klappen. So gesehen gab es also momentan keinen Grund, sich über irgendetwas den Kopf zu zerbrechen.
Der Rest der Zugfahrt verlief mehr als ruhig. Es hatte Harry nur gewundert, dass weder Ron, noch Hermine da gewesen waren. Die beiden waren doch, soweit er das erfahren hatte, Vertrauensschüler. Aber es sollte wohl nicht sein.
Spätestens in der Schule würden sie ihn erkennen, wenn sein Vater bekannt gab, dass er nicht der war, für den man ihn immer gehalten hatte.
Der Bahnhof war wie immer völlig überlaufen. Von allen Seiten wurde man gedrückt und geschoben. Kleinere rannten einen beinahe um, weil sie wegen der Einschulung nervös waren.
„ Meine Güte, dass ist ein Chaos...", murmelte Harry und sank zurück auf seinen Sitz. Der Blonde sah ihn an und dachte sich seinen Teil.
„ Steigen wir aus? Ich will eigentlich nicht laufen, weißt du?", meinte er dann, als der Bahnsteig sich langsam, aber sicher, leerte. Ein Nicken zeigte die Zustimmung und sie verließen den Zug.
Wie erwartet, hatten sie jetzt genug Platz und wurden nicht ständig umgerannt. Die Koffer hinter sich her schleppend, machten sie sich auf den Weg zum Ende des Steiges, wo sie ihre Koffer abstellten. Die würden von den Hauselfen geholt werden und später in die Zimmer gebracht.
So suchten sie sich eine Kutsche, wobei Draco dicht neben ihm ging und unbemerkt von den anderen, die Hand seines Freundes genommen hatte.
„ Endlich wird es wieder ruhiger.. Diese ganze Meute spinnt doch!", fluchte Harry vor sich hin und sah mit einer hochgezogenen Braue, à la Papa, aus dem Fenster.
„ Ja, aber was machen wir, wenn ich an den Tisch muss? Ich will da nicht hin!"
Draco sah ziemlich verzweifelt aus. Mit großen grauen Augen, sah er ihn fragend an.
„ Keine Sorge, Dray, ich hab doch gesagt, dass alles Gut wird. Dad wird nicht zulassen, dass dich einer der Schlangen auch nur berührt."
Und dann waren sie auch schon am Schloss angelangt und die Kutsche hielt, um sie aussteigen zu lassen.
Auf den Stufen nahmen sie einige Flüstergespräche von Slytherins auf, die Draco gar nicht gefielen. Aber auch Getuschel, wer denn der neue, gutaussehende Junge, neben Malfoy wäre?
Harry reagierte auf nichts dergleichen und zog Dray mit sich. Dieser sträubte sich, je näher sie der Halle kamen, immer mehr.
Sie hatten gerade das Ende der Treppe erreicht, als die Erstklässler mit McGonagall verschwanden. Aber ein Mann in schwarzen Roben erwartete sie bereits.
„ Harry, Draco! Wie war die Reise? Ich hoffe, es gab keine Probleme!", sprach er halblaut.
„ Wie man's nimmt, Dad. Die Slytherins sind wohl von Drays Vater aufgestachelt worden. Haben schon ihre Sprüche abgelassen und einer wollte auf Draco los.", erzählte der jüngere Schwarzhaarige.
Dem Lehrer war anzusehen, dass er mehr als wütend war. Und vor seinem Sohn und Patenkind, versteckte er das auch nicht.
„ Sie wollten mir auch nicht glauben, dass du es nicht erlaubst, wenn sie meinem Drachen was tun. Sie meinten, so ein Abschaum habe nichts in ihrem Haus zu suchen und du würdest das auch nicht dulden!", machte Harry weiter und die Blässe des Tränkelehrers war nun schon unnormal.
„ Die werden sich wundern! Aber jetzt müssen wir rein. Draco, du setzt dich ganz nach vorne, wo ich dich vom Lehrertisch aus beobachten kann. Harry wird dann ja gleich zu dir kommen."
So betraten die drei Personen die Halle, wobei nur Draco weiter ging und Professor Snape und sein Sohn, an der Tür stehen blieben. Keiner hatte es bemerkt und auch schien es niemanden zu stören, dass der Hauslehrer fehlte.
Dumbledore hatte sich zu seiner jährlichen Rede erhoben, der wohl keiner groß zuhörte, der es schon drei mal gehört hatte. Zu denen gehörten fast alle Anwesenden. Dennoch wurde höflich mitgeklatscht.
Dann ging die Tür auf und die Stellvertreterin des Schulleiters kam herein, gefolgt von einer Horde Schülern.
„ Ron, hast du Harry gesehen?", fragte Hermine ihn aufgebracht. Als er aber verneinte, wandte sie sich den anderen zu, erhielt aber die selbe Antwort.
„ Das kann doch nicht sein! Er hat doch geschrieben, dass er sich freut, uns am Bahnhof zu sehen!"
Die Stimme der Braunhaarigen überschlug sich beinahe, so aufgeregt war sie.
„ Jetzt mach dir keine Sorgen! Er wird schon kommen. Vielleicht ist er auch schon da und lacht sich ins Fäustchen.", versuchte Ron das Mädchen zu beruhigen. Diese jedoch riss die Augen noch weiter auf und hätte wohl eine Predigt gehalten, wäre ihr da nicht ein Lehrer dazwischen gegangen.
„ Einen Moment noch, Minerva!", rief Prof. Snape durch den Saal und lenkte die Aufmerksamkeit auf sich.
Der Mann schritt hoheitsvoll nach vorne, gefolgt von einem Jungen, der den gleichen Gang hatte, wie der Lehrer. Beide stolz und erhaben, so erschienen sie einem.
„ Ich möchte, dass mein Sohn neu eingeteilt wird!", verlangte er und erwartete das Nicken des Direktors. Der jedoch, genauso wie die anderen Lehrer, sahen verwirrt aus.
„ Lieber Severus, ich kann dir nicht ganz folgen. Wie meinst du, neu eingeteilt?", erklang die Frage.
Getuschel wurde laut und Harry drehte sich der Quelle zu. Sein Blick hing einen Moment an den Slytherins, die ihre Köpfe zusammen steckten und redeten. Dann wanderte er weiter zu Draco, den er anlächelte.
„ Respektlos, zu reden, obwohl euer Hauslehrer das Wort hat!", laufen die Worte von seinen Lippen, wie süßer Honig, der Bienen in die Falle lockt. Augenblicklich schweigen die Schüler und mit einem zufriedenen Lächeln, sieht Harry seinen Vater an. Der schenkt ihm ein Nicken und deutet auf den Hocker.
Professor McGonagall war total entrüstet. Wie konnte es dieser unverschämte Lehrer von einem Snape eigentlich wagen, ihr so derart rein zu pfuschen!
„ Severus! Was soll..", weiter kam sie nicht, denn Angesprochener hatte der Lehrerin den Hut aus der Hand genommen und seinem Sohn auf den Kopf gesetzt.
Ende Teil 9
Bye, Psycho-Puma
