Disclaimer (Rilla): Mir gehört nichts, was ihr wieder erkennt. Ich verdiene kein Geld damit.
Anmerkung von Momo: Hallo ihr Lieben, jetzt geht es weiter mit der Story, da ihr uns ja so lieb gebettelt habe -gg-. Viel Sapß.
Kapitel 2
(übersetzt von Pima)
Severus Snape verbrachte die Sonntagnacht damit, ein weiteres Besäufnis auszuschlafen. Er wachte am nächsten Morgen auf, dankbar für die Phiole mit Anti-Kater-Trank, die er zuvor wohlbedacht neben seinem Bett bereitgestellt hatte.
Er schwor sich selbst, dass er eines Tages aufhören würde, sich wie ein dummer Schuljunge aufzuführen und lernen würde, richtig mit seinem neu entdeckten Ruhm umzugehen. Seit Voldemorts Niederlage hatte er sich an den Wochenenden eigentlich keine Gesellschaft mehr gewünscht; Gesellschaft, die wohlgemerkt in den meisten Fällen aus einer Horde von Verehrerinnen und einer Gruppe von rauen „Saufkumpanen" bestand, die für nichts zu gebrauchen waren außer dazu, ihn bis spät in die Nacht zu belästigen. Genau genommen fand er seinen einzigen Trost in den Tiefen eines Glases Feuerwhiskey nach dem anderen.
„Geh aus und hab ein wenig Spaß", sagte der alte Mann.
„Komm nicht in dieses Schloss zurück, bis du durch und durch betrunken bist", sagte der alte Mann.
Severus schnaubte. Wann würde Dumbledore endlich begreifen, dass er nicht sein Schützling war? Er hatte nichts gemeinsam mit dem alten Zauberer, mit dem Haufen ehemaliger Quidditch Stars oder mit den Legionen von hirnlosen Vamps, die um die Chance wetteiferten, sein Bett für ihn wärmen zu dürfen. Sicher, er hatte einige von ihnen mit auf ein privates Zimmer im Eberkopf genommen. Welcher Mann würde das nach Jahren des selbst auferlegten Zölibats nicht tun? Aber trotzdem.Ihm war noch keine Frau begegnet, die im Stande war, länger als eine Minute eine anständige Konversation mit ihm zu führen.
Das waren seine Gedanken, als er am Montagmorgen mit einer Gabel in seinem Frühstück herumstocherte. Plötzlich stellte er fest, dass das unaufhörliche Plappern der Schüler und der Lehrerschaft innehielt. Er sah auf und entdeckte den Grund für dieses ungewöhnliche Verhalten. Den Gang mit sicheren Schritten entlang schreitend, flankiert von zwei weiblichen Gryffindors, kam Schülersprecherin Hermione Granger in einem Outfit daher, das gut und gerne auf einen Laufsteg gepasst hätte. Für einen Moment hätte er schwören können, dass sie in seine Richtung zwinkerte, bevor sie zwischen Potter und Weasley Platz nahm, die sie mit weit geöffneten Mündern anstarrten. Potters Freundin sah hinter einem Vorhang von roten Haaren eifersüchtig drein.
Na, da ist doch mal eine Frau, mit der man ein intellektuell stimulierendes Gespräch führen könnte, dachte er. Severus ertappte sich selbst dabei, wie er seine Lippen leckte, bevor er sich selbst eines Besseren belehren konnte. Bei Merlin, was tat er da nur? Verlangte es ihn tatsächlich nach einer besserwisserischen Schülerin, nur weil sie sich ein wenig verändert hatte? Und weil sie einen unvergleichlich brillanten Verstand hat, ergänzte er im Stillen. Das hier war lächerlich. Der Anti-Kater-Trank musste nicht richtig gewirkt haben. Ja, das war es. Er war wahrscheinlich noch immer betrunken. Dennoch, ich hätte schwören können, dass sie mir zugezwinkert hat …
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Das bin ich nicht! Das bin ich nicht! Das bin ich nicht, meldete sich Hermiones Verstand lautstark zu Wort, als sie die Große Halle betrat. Sie trat so selbstsicher und sinnlich auf, wie Pansy es ihr in der Nacht zuvor beigebracht hatte, doch insgeheim plante sie, diese Lackleder-Stöckelschuhe von ihren Füßen zu reißen und mit ihnen auf Lavender und Parvati einzuschlagen, sobald das Frühstück zu Ende war. Sie meinte, dass ihre Brüste drohten, aus dem Korsett heraus zu hüpfen, welches unter der leicht geöffneten weißen Bluse kaum zu sehen war. In ihren Gedanken dankte sie allen existierenden Göttern, dass sie die Mädchen dazu überredet hatte, sie die Gryffindor-Robe zum Frühstück tragen zu lassen.
Einmal tief einatmend sah sie hoch zur Lehrertafel. Snape saß an seinem üblichen Platz und beobachtete sie mit einem sorgfältig einstudierten Gesichtsausdruck; aber sie hätte wetten können, dass sie ihn ganz leicht zittern sah, als sich ihre Blicke trafen. Sie entschied, dass sie nicht vorhatte, diese Witzverkleidung (die sogar komplett mit einem engen, knielangen Lederrock und Netzstrümpfen ausgestattet war) für nichts und wieder nichts umsonst angezogen zu haben, zwinkerte ihm schnell zu, bevor sie wieder die Nerven verlor und praktisch auf den Sitz zwischen Harry und Ron zusprang.
Sie war sich unangenehm bewusst, dass alle Augen in der Halle auf sie gerichtet waren.
„Ron, so, wie dein Mund offen steht, siehst du aus wie ein Fisch! Sag doch irgendwas!", schnappte sie, irritiert davon, dass der riesige Becher Kaffee noch nicht die ersehnte Wirkung auf sie ausübte.
„Dieser Auftritt war verdammt noch mal der Wahnsinn!", rief er aus.
Hermione grinste und richtete ihre Aufmerksamkeit auf ihren Teller, während sie sich bemühte Harrys entschuldigendes Flüstern, das an Ginny gerichtet war, zu ignorieren. Als Professor Tonks aufquiekte, wandte sie sich der Lehrertafel zu. Ein gutes Dutzend Eulen kreiste über ihr und warf ebenso viele herzförmige Umschläge auf ihren Schoß. Die Haare der Verteidigung gegen die Dunklen Künste Lehrerin wurden purpurrot, passend zu ihren Wangen, als sie die Karten aufsammelte und sich dann, mit einem verlegenen Grinsen auf dem Gesicht, beeilte, aus der Halle zu kommen.
„Glaubst du, das war zuviel des Guten?", fragte Neville Seamus.
„Ganz und gar nicht!", meinte Seamus.
Während Hermiones Blick über den Rest der Lehrertafel wanderte, entdeckte sie Professor Sinistra, die stumm hinter einem Rosenstrauß vor ihrem Teller saß. Immer wieder warf sie einen Blick auf eine Notiz und sah dann zu Ron herüber, einen leicht strengen Ausdruck auf dem Gesicht.
„Was hast du in dem Brief geschrieben?", fragte Harry.
„Einen der unvermeidlichen Sprüche", erwiderte Ron. „Das wird sicher einwandfrei funktionieren."
Hermione erstickte ein aufkommendes Lachen. „Welchen?", fragte sie und versuchte, ihr Gesicht ernst wirken zu lassen.
„Warum musst du nur jeden Tag so verdammt großartig sein? Kannst du nicht eine Pause einlegen, damit ich mich zur Abwechslung auf etwas anderes konzentrieren kann?"
„Oh je", murmelte sie in sich hinein. Sie wollte den Wettbewerb gewinnen, aber sie hasste es, zusehen zu müssen, wie die Jungs sich selbst so ins Aus manövrierten. Und sie merkten es nicht einmal. Nun, gut, dies war wohl das Opfer, das sie würde bringen müssen.
Parvati räusperte sich laut und wies mit ihren Augen in Richtung Lehrertisch. Hermione sah hoch und bemerkte, dass Snape sie schon wieder anstarrte. Einen kurzen Blick auf die Slytherintafel werfend, sah sie Pansy, die sie zum Handeln aufforderte. Jetzt oder nie, meinte die Stimme in ihrem Kopf.
Langsam tauchte sie einen Finger in die Marmelade auf ihrem Teller, führte ihn dann zu ihren Lippen und sah Snape dabei genau in die Augen. Er hob eine Augenbraue, als ihre Zunge herausschnellte und dann ihre Fingerkuppe umkreiste. Die Lippen um ihre Fingerspitze schließend, ließ sie den Finger gänzlich in ihren Mund verschwinden, bevor sie ihn gemächlich wieder herauszog. Seine Augenlider schienen für einen Augenblick sehr schwer zu werden, bevor er sich in seinem Stuhl aufsetzte und sie mit einem eisernen Blick fixierte. Hermione lächelte süß und wandte ihre Aufmerksamkeit dann wieder zurück auf ihr Frühstück, während sie sich bemühte, die Schmetterlinge in ihrem Bauch zu besänftigen.
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Severus war in einer recht miesepetrigen Stimmung als er durch die Korridore pirschte. Es hatte ihn nicht viel Zeit gekostet von dem Wettbewerb zwischen den Gryffindors zu erfahren. Sexgott von Gryffindor, in der Tat, dachte er. Dumbledore fand das Ganze lediglich amüsant, während McGonagall wie vom Donner gerührt war. Doch was Severus am unglaublichsten fand, war, dass eine Teilnehmerin ihr Interesse scheinbar auf ihn gerichtet hatte. Nach dieser kleinen Show heute morgen beim Frühstück fürchtete er schon den Moment, da Granger sein Klassenzimmer betreten würde.
Sie hatte keine Ahnung, in was sie sich da selbst reinritt, soviel war sicher! Er war ein Todesser! Ein kleiner gryffindorscher Bücherwurm würde ihn nicht übers Ohr hauen. Oh nein, Miss Granger, Sie wissen nicht, was Sie erwartet, dachte er boshaft. Er schritt in sein Klassenzimmer und nahm seinen gewohnten Platz hinter dem Pult ein.
Für einen Augenblick gingen seine Vorsätze fast baden, als er Granger den Raum betreten sah, während diese heimlichtuerisch mit Pansy Parkinson flüsterte. Diesen Risikofaktor hatte er gar nicht bedacht. Iris Parkinson war die gemeingefährlichste Verführerin, die jemals durch die Hallen von Hogwarts geschritten war, direkt nach Narcissa Black. Wenn Granger Rat von Parkinson annahm, konnte sie sich womöglich wirklich als ernstzunehmende Gegnerin erweisen.
Der Rest der Klasse trudelte ein und Severus räusperte sich, dabei bemüht, den heißen Blick zu ignorieren, den Granger in seine Richtung warf.
Er erstickte das Verlangen in sich, gab harsche Anweisungen zur Herstellung eines Lachtrankes, den sie heute brauen sollten und schickte die Schüler an die Arbeit. Mit seinem patentierten, höhnischen Lächeln auf dem Gesicht fing er an, im Klassenzimmer hin und her zu gleiten und den Trank eines jeden Schülers zu überprüfen. Er fühlte Grangers Blick auf sich ruhen, lehnte es jedoch strikt ab, in ihre Richtung zu schauen.
Letztlich stand er dann hinter ihrem Arbeitstisch. Sie war wie immer dabei, Longbottom zu helfen, sich durch die Herstellung des Trankes zu mogeln, indem sie ihm heimlich ihre Notizen zuschob.
"Das macht dann zehn Punkte Abzug von Gryffindor, weil Sie Ihrem Partner nicht ermöglichen, seine eigene Arbeit zu machen, Miss Granger."
Sie wollte sich umdrehen um ihn anzusehen, doch er lehnte sich hinter ihr vor, weit genug um in ihr Haar hineinzuflüstern.
„Und weitere fünf Punkte Abzug für die Frechheit, im Aufzug einer Dirne mein Klassenzimmer zu betreten."
Sie öffnete protestierend ihren Mund, schien aber in diesem Augenblick der Niederlage sprachlos zu sein. Er grinste und kehrte zurück vor die Klasse. Ihre Augen funkelten wütend und er beschloss, sie ein weiteres Mal zu ködern.
„Ich würde Sie gerne nach der Stunde sprechen, Miss Granger, um Ihre … Unaufmerksamkeit zu diskutieren."
Sie wirkte, als ob sie etwas zurückfeuern wollte, und er sah ihr dabei zu, wie sie ihre Emotionen schluckte, einfach nur nickte und ihre Aufmerksamkeit wieder zurück auf ihre Arbeit richtete. Er setzte sich an sein Arbeitspult und begann die Aufsätze von Zweitklässlern zu benoten. Nachdem er fast ein Viertel des Fläschchens mit roter Tinte aufgebraucht hatte, sah er auf und bemerkte, wie Granger mit einem hoch in die Luft erhobenen Arm winkte.
Er hob eine Augenbraue. „Ja, Miss Granger?"
„Professor, mit den ganzen kochenden Tränken hier drinnen wird es allmählich schrecklich warm. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich den Umhang meiner Robe ausziehe?"
Bevor er auf diese unerwartete Frage reagieren konnte, ließ sie ihre Robe auf ihren Stuhlrücken gleiten und schüttelte ihre Haare. Die männliche Bevölkerung des Klassenzimmers ließ ein kollektives Aufstöhnen hören, sogar die Slytherins. Severus verschränkte die Arme fest vor seiner Brust. Sie war gut, aber sie war nicht so gut.
„Miss Granger, es scheint, Sie haben den Eindruck, dass dies hier ein Ort von schlechtem Ruf ist! Sie werden sich jetzt sofort wieder bedecken oder Sie werden einen Monat lang Strafarbeit mit Filch bekommen! Zurück an die Arbeit, alle!"
Mit einem hochmütigen Aufseufzen zog sie die Robe wieder an und schoss mit ihrem Blick Dolche quer durch den Raum in seine Richtung. Severus grinste hämisch, machte sich zurück an die Arbeit und versuchte nicht daran zu denken, wie verführerisch sie mit einem Schmollmund aussah.
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Hermione fügte in Gedanken Pansy der Liste von Leuten zu, die sie mit Hilfe ihrer Stöckelschuhe erschlagen würde. Das hier war ein Desaster. Er wusste offensichtlich von ihren Plänen. Er hatte keinem anderen Gryffindor Punkte abgezogen, was durchaus unüblich war. Sie war sich bewusst, dass sie seine Aufmerksamkeit hatte, aber nicht die Art von Aufmerksamkeit, die sie wollte. Sie brauchte einen neuen Plan für die Offensive … und plötzlich wusste sie genau, wie dieser aussehen würde.
Als die Klasse entlassen wurde, drehte sie sich um und verwandelte ihre Klamotten zurück in den üblichen Pullover und Faltenrock. Nachdem sie sich wieder an das Gefühl gewöhnt hatte, gute zehn Zentimeter kleiner zu sein, drehte sie sich erneut um und ging kleinlaut auf Snapes Pult zu.
Ohne aufzusehen begann er, in einem eisigen Tonfall zu sprechen.
„Miss Granger, ich denke, Sie sollten wissen, dass ich über Ihr Vorhaben Bescheid weiß, und Sie werden nicht gewinnen. Sie haben keine Ahnung, mit wem Sie es zu tun haben, und ich möchte Sie daran erinnern, dass –" Er sah auf und verlor mit einem Schlag den Faden.
Sie stand vor ihm und kaute auf ihrer Lippe, und das in ihrer vollständigen Schuluniform.
„Sie haben absolut Recht, Professor."
„Wie bitte?" Er hob eine Augenbraue.
„Sie haben Recht. Es war dumm von mir und ich habe mich gehen lassen. Ich entschuldige mich. Gibt es noch etwas anderes, das Sie sagen wollten, Professor?"
Er starrte sie einen Augenblick lang an und suchte nach etwas in ihrem Gesicht. „Nein, Miss Granger, das wäre dann alles."
„Vielen Dank, Sir."
Sie wandte sich um und verließ das Klassenzimmer ohne sich noch einmal umzusehen. Als sie den Korridor erreichte, lächelte sie triumphierend. Sie hatte wieder die Oberhand gewonnen. Da sie heute Morgen seine Reaktionen beobachtet hatte, wusste sie genau, was passiert war. Solange sie hinter ihm her war, hatte er die Kontrolle. Jetzt, da er einen Vorgeschmack bekommen hatte, würde sie es eiskalt angehen. Sie würde die einzige Hexe in der Zaubererwelt sein, die nicht seine Zuneigung für sich gewinnen wollte. Er würde zu ihr kommen müssen. Zumindest hoffte sie, dass er kommen würde.
Während sie den Korridor entlanglief, bemerkte sie, dass sie zu spät für Verteidigung gegen die Dunklen Künste war. Als sie um die Ecke bog, sah sie Neville ein Stück weit vor ihr laufen, der scheinbar ebenfalls spät dran war. Augenblicke später kam es zu einen Zusammenstoß, bei dem Bücher und herzförmige Karten durch die Luft flogen. Er war direkt in Professor Tonks hineingelaufen und heftete sie nun an den Boden. Verlegen stand er auf und murmelte eine Entschuldigung.
Tonks sah zu ihm hoch und grinste. Sie schien nicht zu bemerken, dass Hermione nur einige Meter entfernt stand.
„Schon in Ordnung, Neville. Ich hatte gehofft, dir über den Weg zu laufen. Ich wollte dir für die Karten heute danken. Sie waren richtig süß und aufmerksam."
Hermione beobachtete, wie seine Ohren rot wurden, und versuchte nicht zu kichern.
„Gern geschehen, Professor."
Er hielt ihr seine Hand hin und half ihr hoch. Hermione meinte, dass die Professorin seine Hand nur ein paar Sekunden länger hielt, als notwendig gewesen wäre, bevor sie ihre Sachen aufsammelte und im Klassenzimmer verschwand. Hermione huschte hinter ihnen in den Raum.
Wenn sie den Wettbewerb jetzt noch gewinnen wollte, würde sie einen Grund dafür finden müssen, ein wenig Zeit alleine mit Snape verbringen zu können, damit sie ihn richtig schön ignorieren konnte.
TBC
ÜN: Bitte schreibt Rilla und den Übersetzerinnen ein Review.
Anmerkung von Momo: Ein großes Danke für die Reviews geht an: Minnie, amarganth, Crimegirl, Inezsnape, LuckyShadow, Chromoxid, Saxas13, iome, Quaniela, Sina.
