Chapter 6

Es war noch früh am Morgen als Lan Wangji sich auf den Weg zu dem Pavillon seines älteren Bruders Lan Xichen machte. Er hatte ihn hergebeten, denn es gab etwas Wichtiges das er ihm sagen musste.

Lan Wangji klopfte behutsam an die große Tür und es dauerte nicht lange, bis Lan Xichen sie mit einem sanften Lächeln im Gesicht aufschob und Lan Wangji hereinbat.

"Schönen guten mMrgen Wangji!" begrüßte er seinen jüngeren Bruder.

Lan Wangji grüßte ihn mit einer freundlichen Handgeste zurück.

"Komm Wangji, wir setzen uns an den Tisch, ich bereite uns einen Tee zu." Lan Xichen berührte Lan Wangji einladend an der Schulter und lenkte ihn Richtung Tisch.

Lan Wangji richtete seine Kleider und setzte sich auf den Fußboden direkt an den dunkelbraunen Tisch. Der Raum war hell und freundlich. In den Regalen tummelten sich einige alte Schriftrollen und vor dem großen Fenster hing das Banner des Gusu Lan Clans herunter.

Lan Xichen kam mit einer kleinen schwarzen Teekanne mit heißem Wasser zurück und schenkte anmutig das Wasser in ihre zwei kleinen Teeschalen. Die kleinen Lotus Blüten schwirrten durch den Wasserstrom in ihren Schalen wild im Kreis und verbreiteten ihr Aroma.
Es roch angenehm süßlich und der Duft lud zum Verweilen ein.

Lan Xichen setzte sich ebenfalls hin und schaute seinen Bruder mit prüfendem Blick an. Er sprach bedacht und leise als wolle er nicht, dass jemand anderes ihr Gespäch belauschen könne.

"Bruder Wangji ich habe dich hergebeten weil ich auf meinen Reisen etwas erfahren habe, was für uns nicht ganz ungefährlich ist. Es wird gemunkelt, dass der Yiling Patriarch zurück sei."

Lan Wangji zuckte zusammen. Er hob seinen Blick und schaute seinem Bruder tief in die Augen. Sein Gesicht zeigte keine Regung und er sprach auch kein Wort.

"Das alleine.." Fuhr Lan Xichen fort "ist noch kein Grund zur Besorgnis, denn Gerüchte dieser Art vernahm man öfter in den letzten Jahren"! Lan Xichens Gesichtsausdruck war wie immer freundlich, sanft und anmutig.

"Jedoch heißt es, er sei in der Obhut des Gusu Lan Clans in der Cloud Recesses"!
Lan Xichen schaute Lan Wangji mit klarem Blick an.

Lan Wangjis Augen wurden groß und ihm stockte für einen Moment der Atem.
Seine schmalen Lippen öffneten sich langsam.
"Bruder... Ich..." Doch Lan Xichen hob seine Hand und unterbrach ihn.

Sein Gesichtausdruck war wieder ganz sanft und liebevoll. Fast wie eine verständnisvolle Mutter.
Lan Xichen streckte seine Hand vorsichtig über den Tisch und berührte behutsam Lan Wangjis Unterarm.

"Ich habe dich nicht hierher gebeten um eine Erklärung von dir zu hören, noch musst du dich für irgendetwas rechtfertigen. Du sitzt hier, weil ich dir sagen wollte, dass du und dein Gast achtsam sein solltet."

Lan Wandji versuchte noch einmal zu sprechen.
"Bruder Lan Xichen... Er... "

Doch Lan Xichen hob wieder seine Hand und unterbrach ihn. Er drückte noch einmal leicht Lan Wangjis Unterarm bevor er seine Hand langsam wieder zurück zog. Er stand auf und ging ein paar Schritte zum Fenster. Ein leichter Windzug erfrischte den Raum und Lan Xichen blickte in die Ferne.
"Ganz gleich, welchen Namen dein Gast auch tragen mag. Ich erklärte ihn zu meinem Ehrengast und so lange er hier bei uns ist, steht er unter dem Schutze des Gusu Lan Clans. Ihm soll kein Leid widerfahren!"
Sprach Lan Xichen mit imposanter Stimme. Die Kleider wehten leicht im Wind und sein Blick war entschlossen und gebieterisch. Sein Erscheinungsbild war wahrlich anmutig.

Lan Wangji hatte nun begriffen, dass Lan Xichen genau wusste, das sein Gast Wei Wuxian war, der gefürchtete Yiling Patriach.
Von der Größe und Güte seines Bruders überwältigt rutschte Lan Wangji ein Stück hinter dem Tisch hervor und verneigte sich aus tiefster Dankbarkeit auf allen vieren vor seinem älteren Bruder.

Lan Xichen lächelte seinen jüngeren Bruder freundlich an und ging ein paar Schritte auf ihn zu. Er forderte Lan Wangji mit einer Handgeste auf wieder aufzustehen.
"Du bist mir das Wichtigste was ich habe Wangji. Egal welchen Weg im Leben du gehen wirst, du wirst immer mein Bruder sein."
Lan Xichen legte behutsam seine Hände auf Lan Wangjis Wangen und küsste auf seine Stirn.

Lan Wangji schloss für einen kurzen Moment seine Augen und lies die Berührungen zu.
"Danke dir." sprach Lan Wangji mit dankbarer Stimme. Seine hellen, bernsteinfarbenden Augen funkelten seinen älteren Bruder vor Bewunderung und tiefstem Respekt an.

"Und nun geh. Ich muss gleich schon wieder fort. Aber es wird nicht lange sein. Gegen späten Nachmittag bin ich wieder zurück." sagte Lan Xichen sanft.

"Ist gut. Komm wohlbehalten wieder heim!" Lan Wangji verneigte sich kurz und verließ mit leisen Schritten den Pavillon seines Bruders. Er schloss die Tür mit einem leisen Knacken hinter sich und atmete einmal erleichtert ein. Es war ihm etwas leichter um sein Herz geworden und die Bewunderung für seinen Bruder wa erneut gewachsen.

Es war schon später Nachmittag als Lan Wangji endlich seine Arbeiten für den Tag erledigt hatte und aus dem Library Pavillon heraustrat.
Es war ein schöner Abend. Die letzten Sonnenstrahlen fielen durch die Blätter, der Wind summte leise ein Lied und die Wasserfälle rauschten in der Ferne.

Bis zum gemeinsamen Abendessen war noch ein wenig Zeit und Lan Wangji machte sich auf die Suche nach Wei Wuxian.
Nachdem er eine Weile durch die Claud Recesses schlenderte sprach er zwei jüngere Cultivators an ob sie Wei Wuxian gesehen hätten.

"Ihr Gast, Second Master Lan Wangji? Der ist vor einer Weile hoch zu den Quellen gelaufen" sprach einer von beiden.

Lan Wangji bedankte sich und ging den schmalen Weg entlang, hoch zu den Quellen. Nach einer Zeit vernahm er ein leises Flötenspiel. Es war noch zu weit entfernt aber die sanfte Melodie wurde vom Wind herbei getragen.

Umso weiter Lan Wangji seinen Weg zu den Quellen bahnte umso lauter und kräftiger wurde das Flötenspiel. Es war eine ruhige aber zugleich starke Melodie die schön anzuhören war.

Es dauerte noch eine Weile bis Lan Wangji endlich den Flötenspieler ausfindig machen konnte. Es war relativ weit außerhalb und dort auf einer kleinen Lichtung saß Wei Wuxian auf dem Baumstamm einer alten umgekippten Weide. Seine Augen waren geschlossen, seine Finger tanzten sanft auf der Flöte auf und ab und der Wald erfüllte sich mit seinem mystischem Flötenspiel.

Plötzlich verstummte die Melodie. Wei Wuxian hatte seinen Besucher entdeckt und grinste ihn breit an.
"Lan Zhan!"

"Ich wollte dich nicht stören. Wegen mir ist das schöne Flötenspiel verstummt." sagte Lan Wangji betrübt.

"Hat es dir gefallen? Soll ich weiter spielen?" fragte Wei Wuxian freundlich.

"Hm" summte Lan Wangji und nickte zur Bestätigung.

Wei Wuxian setzte die Flöte wieder an seine Lippen und setzte sein Flötenspiel fort. Lan Wangji lehnte sich an einen Baum und schloss die Augen. Es war ein friedlicher Moment und Lan Wangji wünschte sich, das dieser für immer anhalten würde.

Plötzlich schreckten einige Vögel nicht weit von ihne entfernt hoch und flogen in die Lüfte.. Das Flügelschlagen und das Krächzen der Vögel war wie ein lautes Grollen.

Wei Wuxian hörte auf zu Spielen und Lan Wangji packte mit seiner rechten Hand an das Heft seines Schwertes Bichen.

Wei Wuxian ließ die Flöte in seinem Ärmel verschwinden und kletterte auf den umgefallen Baumstamm. Mit einer Hand hielt er sich an einem Ast fest und spähte mit angestrengtem Blick in den Wald hinein.
Plötzlich wurde es ganz seltsam still. Es war kein Tier mehr zu hören und selbst der Wind schien den Atem anzuhalten.
Wei Wuxian hielt seinen Atem an und lauschte angestrengt.

"Komm hier hin! Wei Ying!" flüsterte Lan Wangji scharf zu Wei Wuxian herüber.

"Das wird schon nichts sein, wir sind hier schließlich in der Claud...!"
Wei Wuxian schaffte es nicht mehr seinen Satz zu vollenden.

In diesem Moment schnellte aus dem Dickicht des Waldes ein geräuschloser Pfeil und traf Wei Wuxian direkt in die rechte Schulter.
Wei Wuxians schmerzerfüllter Schrei erhellte den Abend und alle naheliegenden Tiere und Vögel suchten panisch das Weite.

Lan Wangji sprang auf, zog sein Schwert Bichen und versuchte zu Wei Wuxian zu gelangen um ihn zu beschützen.

Wei Wuxian hielt sich die rechte Schulter und versuchte sein Schwert Suibian zu ziehen, doch seine Schulter schmerzte so sehr, dass er seine rechte Hand nicht richtig bewegen konnte.

Schon In diesem Moment kam ein zweiter tödlicher Pfeil angeflogen und traf Wei Wuxian in seine linke Hüfte.
Ein zweiter gleißender Schrei schrillte durch den Wald. Wei Wuxian ging in die Knie, seine Augen weit aufgerissen und stürze dann Seitwärts vom Baumstamm hinunter.

"WEI YING!" rief Lan Wangji panisch. Er ließ Bichen in den Wald fliegen um den Angreifer außer gefecht zu setzen und stürmte zu Wei Wuxian los.

Bichen raste wie ein wildgewordener Speer in den Wald hinein wärend Wei Wuxian sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmte und nach Luft schnappte .

Lan Wangji ließ sich vor Wei Wuxian auf die Knie fallen und hob vorsichtig seinen Kopf an. Die Panik und Angst standen ihm ins Gesicht geschrieben.
"Wei Ying, nein..bitte nicht." hauchte er und in seiner Stimme war pure Verzweiflung.

Wei Wuxian griff zitternd an Lan Wangjis Ärmel und schaute ihn an.
"Lan Zhan... Flieh...lass mich zurück" keuchte er.

Lan Wangji strich über Wei Wuxians Wange.
"Ich werde dich nicht zurück lassen!" antwortete er entschlossen.

In diesem Moment kam Bichen mit einem hellen, blauen Licht aus dem Wald zurück geflogen und rammte neben Lan Wangji in die Erde.
An seiner blanken Schneide hing ein dunkler Stofffetzen.

"Der Angreifer ist fort, ich habe ihn wohl nicht erwischt." sagte Lan Wangji zornig.
"Aber lass mich deine Wunde sehen." Lan Wangji riss vorsichtig Wei Wuxians Kleider an der Einstichstelle seiner Schulter weiter auf um einen Blick auf die Wunde wagen zu können.

Lan Wangjis Finger benetzen sich mit Blut und Wei Wuxian kniff die Augen vor Schmerzen fest zusammen wärend er schwer schluckte.
Er krallte sich mit seiner linken Hand in Lan Wangji Bein.
"Zieh...sie...raus!" keuchte Wei Wuxian.

"Das kann ich hier nicht. Die Widerhaken würden noch mehr Schaden anrichten."
Lan Wangji wischte vorsichtig das viele rote Blut weg und ihm gelang ein genauerer Blick auf die Einstichstelle.

Die Wunde war tief und Wei Wuxians Haut begann sich rund um die Einstichstelle lila zu färben.
Lan Wangji riss die Augen weit auf.
"Es ist ein vergifteter Pfeil mit spiritueller Energie!" sprach Lan Wangji fassungslos.

Wei Wuxians Atmung wurde langsamer und kalter Schweiß perlte ihm von der Stirn.
"Lan Zhan...ich...kann...dich...nicht...mehr..sehen!"
Wei Wuxians Hände fielen schlaff zu Boden und sein Kopf wurde schwer wie Blei.

"Wei Ying, nein, bleib bei mir. Du musst dagegen ankämpfen. Schlaf nicht ein!" Lan Wangji rüttelte vorsichtig an Wei Wuxian und rief immer wieder seinen Namen um ihn bei Bewusstsein zu behalten.

Das rote Blut tropfte auf das grüne Gras und es bildete sich bald unter ihnen ein roter Teppich.
Lan Wangji wusste das er keine Zeit mehr zu verlieren hatte und Wei Wuxian schnellstens Hilfe brauchte.

Er zog Bichen aus der Erde und steckte es wieder in seine Scheide zurück.
Behutsam griff er unter Wei Wuxians Nacken und in seine Kniekehlen und hob ihn vorsichtig an.
Sein Kopf und seine Glieder hingen leblos nach unten und seine schwarzen Haare berührten fast den Boden.

Das Blut tropfte an seinen Fingerspitzen hinab auf die Erde und Lan Wangjis weiße Robe trängte sich bald in ein tiefes Rot.
Lan Wangji lief so schnell es seine Füße erlaubten den Berg hinab. Er wusste, dass es ein Rennen auf Zeit war.

Wei Wuxian wurde immer kälter. Von seiner Hüfte und seiner Schulter ging ein gleißender Schmerz aus. Er war nicht mehr ganz bei Bewusstsein und ihm war schwindelig. Seine Sinne schwanden und bald verlor er sich in einem zehrendem Albtraum.

Es war kurz vor Essenzeit und die meisten des Gusu Lan Clans hatten sich vor dem großen Pavillon versammelt um gemeinsam ihr Abendessen zu sich zu nehmen.

In diesem Moment platzte plötzlich Lan Wangji in die Meute.
Es war ein schauriger Anblick und allen Anwesenden lief ein Schauer über den Rücken.

Lan Wangji hielt Wei Wuxian fest in seinen Händen. Wie ein Toter ruhte er in seinen Armen. Beide waren mit Blut befleckt und in Lan Wangjis Gesicht stand die Angst und Verzweiflung.

"Hilfe, ich brauche schnell Hilfe!" rief Lan Wangji.

Alle waren in heller Aufruhe und Lan Qiren gefolgt von Lan Xichen traten aus dem Pavillon heraus um zu sehen was alle so in Aufruhe versetzte.

Bei dem Anblick der sich ihnen bot stockte beiden der Atem und Lan Xichen rannte als erster los.
"Wangji"! Rief er und rannte seinem Bruder entgegen.
"Lan Qiren, ein Heiler! Verlange nach dem Heiler!" rief Lan Xichen wärend er zu Lan Wangji stolperte.
"Wangji bist du verletzt? So viel Blut!" Lan Xichen berührte Lan Wangji an der Schulter um zu prüfen ob es ihm gut geht.

"Nein aber Wei Ying wurde von zwei spirituellen Pfeilen getroffen. Er wurde vergiftet!" berichtete Lan Wangji verzweifelt.

Wei Wuxians Atmung war schon ganz flach geworden und seine lila gefärbte Haut reichte mittlerweile schon bis zu seinem Hals hinauf.

"Schnell, helft mir tragen!" Lan Xichen beauftragte zwei nebenstehende Männer zum helfen. Behutsam nahmen sie Wei Wuxian entgegen und trugen ihn fort.

Lan Qiren kam hastig mit dem Heiler zurück und wunk Lan Xichen und seine Helfer zu sich herüber.
Lan Wangi stolperte hinterher.

Sie brachten Wei Wuxian in den Pavillon des Heilers. Die große Tür flog auf und Wei Wuxian wurde in den Raum getragen. Lan Xichen schob alle Sachen vom Tisch herunter um Platz zu machen und gemeinsam legten sie Wei Wuxian darauf ab.

"Das sieht nicht gut aus." Sprach der Heiler mit ernster Stimme.

"Was sieht nicht gut aus? Er wird doch wieder gesund oder nicht? Ihr könnt ihm doch helfen oder nicht?" Lan Wangji war ganz aufgebracht und seine Stimme begann zu zittern.

"Bringt ihn hier raus. In seiner momentanen Verfassung ist er nur im Weg!" sprach Lan Xichen zu den Helfern und forderte sie auf Lan Wangji aus dem Raum zu schaffen.

"Ich will helfen!" erwiderte Lan Wangji laut.

"Du hilfst uns am meisten wenn du gehts, Wangji!" antwortet Lan Xichen scharf. Lan Qiren nickte den Helfern zu und sie fassten Lan Wangji an den Schultern und geleiteten ihn zur Tür hinaus.

"Ich brauche heißes Wasser, viel heißes Wasser!" sprach der Heiler und Lan Xichen lief mit einer Schale los.
Der Heiler schnitt vorsichtig Wei Wuxians Kleider auf und legte die Wunden frei.

Lan Xichen kam mit einer Schale heißem Wasser und sauberen Tüchern zurück. Sie wuschen vorsichtig die Wunden sauber und erschraken bei dem Anblick der sich ihnen bot.

Wei Wuxians ganze linke Hüfte und seine rechte Schulter waren mittlerweile dunkel lila. Es fraß sich etwas immer weiter in seinen Körper hinein. Er zitterte und seine Haut war voller kaltem Schweiß. Er stöhnte und ächzte unter dem Fieber und er schien unter starken Schmerzen zu leiden.

"Was zum...?" fragte Lan Qiren und traute seinen Augen kaum.

Der Heiler runzelte die Stirn und sprach mit ernster Stimme:"Spirituelle Pfeile. Sie vergiften Körper und Geist. Er driftet langsam rüber auf die andere Seite. Er ist in einem bösen Albtraum gefangen. Ich kann nichts versprechen aber ich werde sehen was ich tun kann."

Es vergingen zwei Stunden bis sich zum ersten mal die Tür des Pavillons wieder öffnete. Lan Wangji saß zusammengekauert und voller Sorge vor der Tür und drehte unruhig an dem roten Band an seinem Handgelenk.

Lan Qiren und Lan Xichen traten sichtlich erschöpft aus der Tür heraus.

Sofort sprang Lan Wangji vom Boden auf.
"Wie geht es ihm?" fragte er hastig.

Lan Qiren hob seine Hand um Lan Wangji auszubremsen und legte dann seine Hand auf Lan Xichens Schulter.
"Wir beide sprechen später!" sagte er mit ernster Miene und warf Lan Wangji einen vorwurfsvollen Blick zu.

Lan Xichen nickte zur Bestätigung und Lan Qiren verschwand in der Ferne.

Lan Xichen widmete sich nun seinem Bruder der ihn immer noch nervös anstarrte.
"Er schläft jetzt. Der Heiler hat die Pfeile entfernt und die Wunden versorgt. Wir können nur in seine Fähigkeiten vertrauen!"
Er legte seine Hand auf Lan Wangjis Schulter. Es tat ihm in der Seele weh seinen jüngeren Bruder so aufgebracht und voller Sorge zu sehen.

Lan Wangji fasste sich mit seiner Hand an die Stirn.
"Es ist alles meine Schuld. Hätte ich nur..."

"Gib nicht dir die Schuld Wangji. Wir können die Wege des Schicksals nicht lenken. Du hättest nichts tun können um es zu verhindern!" sprach Lan Xichen mit sanfter Stimme um Lan Wangji zu beruhigen.

"Aber du hattest mich extra am Morgen noch gewarnt!" flüsterte Lan Wangji.

"Mach dir keine Vorwürfe Wangji. Sieh lieber mit klarem Blick nach vorne."
In diesem Moment öffnete sich die Tür des Pavillons und der Heiler trat zu ihnen beiden hinaus.

Die beiden Brüder begrüßten ihn respektvoll mit einer Handgeste und verneigten sich leicht.
Der Heiler war ein angesehner und weiser Mann im Gusu Lan Clan. Er hatte starke Ähnlichkeit mit Lan Qiren, nur einige Jahre älter. Er trug seine langen weißen Haare zu einem flachen Zopf nach hinten und sein langer weißer Bart reichte ihm fast bis zur Hüfte.
Seinen linken Arm hatte er stützend hinter seinem Rücken verschränkt und mit seiner rechten Hand fuhr er mehrmals durch seinen langen Bart. Er schaute besorgt drein.

"Wie geht es ihm?" fragte Lan Wangji besorgt.

"Er schläft jetzt. Er braucht nun Ruhe. Ich habe getan was in meiner Macht steht doch die Vergiftung ist stark. Es war eine starke, spirituelle Energie in den Pfeilen. Diese Nacht wird die schwerste. Ich kann nicht sagen ob er es bis zum nächsten Morgen schaffen wird. Ich kann nichts mehr für ihn tun, es liegt jetzt alleine an ihm wie stark er ist."

Lan Wangji Miene wurde dunkel und seine Lippen begannen zu zittern.

Lan Xichen legte erneut seine Hand auf Lan Wangjis Schulter um ihm Mut zuzusprechen.

Der Heiler fuhr fort: "Ihr könnt ihm aber regelmäßig kaltes Wasser bringen und versuchen sein Fieber zu senken!"

"Das werden wir tun! Danke euch!"sprach Lan Xichen und verneigte sich abermals.

Der Heiler nickte den beiden noch einmal zu und wendete sich dann von ihnen ab.

"Ich hole frisches Wasser und ein neues Tuch. Geh nur rein Wangji und sieh nach ihm!" Lan Xichen stuppste Lan Wangji leicht Richtung Tür bevor auch er sich abwand um frisches Wasser zu holen.

Lan Wangjis Herz war schwer vor Sorge und seine Schuldgefühle und die Vorwürfe die er sich machte zehrten sehr an ihm.
Vorsichtig öffnete er die große Tür und trat leise in den Raum hinein.

(Wer möchte, der kann hier jetzt im Hintergrund das folgende Lied auf youtube dazu hören: watch?v=zJfb2DRI8go) -4:20-

Wei Wuxian lag mittlerweile in dem großen Bett in der Mitte des Raumes. Es roch nach ätherischen Ölen und vor dem Fenster klimperte leise ein Windspiel.

Lan Wangji trat an das Bett heran und kniete sich auf den Boden. Auf einem Beistelltisch lag Wei Wuxians rotes Haarband und seine gefalteten Kleider. Eine Schüssel mit Wasser und ein paar gebrauchte Tücher lagen ebenfalls daneben.

Wei Wuxian war außer seiner roten Wangen schneeweiß im Gesicht. Schweiß perlte von seiner Stirn und seine Lippen sahen trocken und rissig aus.
Seine Augenlieder bewegten sich unruhig hin und her und seine Atmung war schwer. Ab und an murmelte er etwas im Schlaf.

Lan Wangji hatte einen gequälten Gesichtsausdruck und seine Augen waren glasig.
"Wei Ying..." hauchte er mit dünner Stimme.

Er strich mit seiner rechten Hand über Wei Wuxians Kopf und seine Wange.
Die schwarzen Haare fühlten sich nass vom Schweiß und Wasser an.

Lan Wangji stutzte für einen Moment. An Wei Wuxians Hals krochen lila Einblutungen den Hals hinauf. Sie waren schon fast bis zum Kinn vorgedrungen.

Vorsichtig strich er die Decke zur Seite.

Lan Wangji erschrak. Wei Wuxians komplette Schulter und halbe Brust war lila gefärbt. Das Gift hatte sich schon massiv ausgebreitet und fraß sich durch seinen Körper.

Er klappte die Decke noch ein Stück weiter zur Seite und auch Wei Wuxians Hüfte sah ähnlich aus. Die Einblutungen reichten bis weit über den Oberschenkel und seinen Bauch hinauf.

Lan Wangji schloss für einen Moment seine Augen, atmete tief ein und die erste Träne kullerte über seine Wange.
Er atmete einmal tief ein.
Dann klappte er die Bettdecke wieder zurück und hielt Wei Wuxians Hand.

Er legte seinen Kopf in den Nacken und versuchte seine Tränen zurück zu halten doch die Emotionen übermannten ihn.
Seine Hände fingen an zu zittern, der Kloß in seinem Hals wurde größer und die Tränen fingen an zu kullern.

Er streichelte Wei Wuxians Handrücken und legte dann die Hand flach auf seine eigene Wange.
"Es ist alles meine Schuld...Hätte ich nur mehr aufgepasst...Ich würde es nicht ertragen dich ein zweites mal zu verlieren...Wei Ying...!" Hauchte er unter Tränen. Seine Stimme brach.

Lan Wangji drückte Wei Wuxians rechte Hand an seine Lippen. Er schloss seine Augen und küsste sie liebevoll. Die vielen Tränen benässten ihre Haut.
Lan Wangji weinte bitterlich

"Bitte Wei Ying...

Bleib bei mir...

Ich brauche dich...

Ich...

liebe dich...!"

Wei Wuxians linker Zeigefinger zuckte kurz auf.

Lan Xichen stand wärenddessen mit der Schale frischem Wasser vor der Tür. Über seinen Armen hingen frische Tücher.
Er hatte Lan Wangjis Worte gehört und blieb aus Respekt vor der Tür stehen und traute sich nicht sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Er blickte durch den kleinen Spalt der Tür und sah seinen Bruder vor Wei Wuxians Bett kauern. Lan Wangjis Weinen drang tief in Lan Xichen ein und sein Herz wurde ihm schwer.

Er erinnerte sich an seine Worte von heute Morgen die er an Lan Wangji richtete.
[...] "Egal welchen Weg im Leben du gehen wirst, du wirst immer mein Bruder sein! [...]"

Er seufzte leise auf, stellte die Schale behutsam vor der Tür ab, faltete die Tücher daneben und verschwand mit einem bekümmerten aber sanftem Lächeln auf den Lippen, leise in die Dunkelheit.

Es war früh in der Dämmerung und die ersten Lichtstrahlen erhellten das Land als der Heiler langsam die Tür des Zimmers öffnete um nach seinem Patienten zu sehen.

Lan Wangji war am schlafen und kniete noch immer auf dem Boden, sein Oberkörper lag mit dem Gesicht nach unten auf dem Bett und seine Hand ruhte noch immer auf Wei Wuxians Hand.

Wei Wuxian lag regungslos auf dem Rücken und seine Brust hob sich langsam mit jedem Atemzug auf und ab.

Der Heiler fühlte Wei Wuxians Puls an der Halsschlagader. Er legte seine Hand auf Wei Wuxians Stirn und hielt einen Moment inne. Dann klappte er vorsichtig die Bettdecke an die Seite und untersuchte Wei Wuxians Wunden.

Der Heiler runzelte nachdenklich die Stirn.

Es klopfte leise an der Tür und Lan Xichen stand im Türrahmen. Zwei weitere Helfer traten leise herein und tauschten die gebrauchten Tücher und das Wasser aus. Lan Xichen lies frische Kleider für Wei Wuxian bringen und legte sie sorgsam auf eine Kommode.

"Es ist ein Wunder.." sprach der Heiler nachdenklich und strich über seinen langen Bart. Ich denke, er ist über den Berg!"

"Wirklich?" fragte Lan Xichen freudig.
Er verneigte sich tief.
"Ich danke euch. Auch im Namen Wangjis. Wir stehen ewig in eurer Schuld!"sprach Lan Xichen mit einem freudigen Lächeln.

Der Heiler erwiderte die Verneigung und wandte sich langsam richtung Tür.
"Ich komme später noch einmal wieder!"
Der Heiler verließ nachdenklich den Raum und Lan Xichen beugte sich zu Lan Wangji herunter.

"Wangji?" Er flüsterte leise in Lan Wangjis Ohr.

Lan Wangji öffnete langsam die Augen und begann sich zu bewegen. Er war ganz steif und seine Beine fühlten sich wie Pudding an.

"Bruder?" Schaute er Lan Xichen noch müde an als ihm plötzlich Wei Wuxian einfiel.
"Wei Ying" rief er aus und sprang vom Bett auf.

Doch ihm wurde plötzlich schwarz vor Augen und seine Knie gaben nach. Er fiel nach vorne und Lan Xichen fing ihn schnell auf und stützte ihn.
"Wangji... was ist?" fragte Lan Xichen besorgt.

Lan Wangji sah ganz blass aus. Er hatte dunkle Ringe unter seinen Augen und sein Körper war ganz schlaff und kraftlos.
Lan Xichen legte schnell Lan Wangjis Arm über seine Schulter und stützte ihn.

"Wie...geht... es...Wei Ying?" keuchte Lan Wangji kraftlos.

"Er ist über den Berg hat der Heiler gesagt!" lächelte Lan Xichen ihn an.

Lan Wangji blickte mit letzter Kraft zu Wei Wuxian der friedlich in seinem Bett zu shclafen schien.
Lan Wangjis Gesichtszüge wurden ganz weich und seine Augen wurden glasig.
"Welch... Ein...Glück..." Lan Wangji schloss die Augen und eine Träne der Erleichterung kullerte über seine Wange.

"Wangji? Was hast du heute Nacht getan? Ich kann keinerlei spirituelle Energie in dir spüren!" fragte Lan Xichen besorgt.

"Ich...habe...sie...ihm...gegeben." Lan Wangji hob seine rechte Hand an und ballte sie zu einer Faust. Lan Wangji starrte zu Wei Wuxians rechter Hand die noch immer auf der Bettdecke lag.
"Das...war...alles...was...ich..tun...konnte!" sprach Lan Wangji schwach bevor er bewusstlos wurde.

"Dummerchen. Sieh nur wie du dich selbst zugerichtet hast." Sprach Lan Xichen vorwurfsvoll.
"Jetzt kann ich dich ins Bett bringen und pflegen!"

Er schleppte Lan Wangji vorsichtig aus dem Zimmer als sie auf dem Flur drei vorbeikommenden Schülern begegneten.
Als sie die beiden Brüder entdeckten kamen sie sofort herbeigerannt.

"Meister Lan Xichen! Was ist passiert?" fragten die drei aufgebracht.

"Alles ist gut. Lan Wangji hat nur seine spirituellen Energie verbraucht. Helft mir doch bitte ihn zu seinem Zimmer zu geleiten. Wenn er sich ein paar Tage ausruht wird er wieder zu Kräften kommen!"

Zwei von den Schülern griffen jeweils unter Lan Wangjis Arme und stützten ihn. Gemeinsam brachten sie ihn in seinen Jingshi und legten ihn auf sein Bett.

"Ich danke euch!" verneigte sich Lan Xichen freundlich.

"Keine Ursache Meister Lan Xichen!" die drei verneigten sich ebenfalls freundlich und verließen tuschelnd den Raum.

Lan Xichen begann seinen Bruder behutsam auszuziehen. Die Kleider waren noch immer mit Wei Wuxians Blut vom Vortag befleckt. Er faltete alles ordentlich zusammen und legte die Sachen auf einen Stapel. Er deckte Lan Wangji bis zum Hals zu und strich über seine Haare.
Vorsichtig lehnte er sich nach vorne über Lan Wangji und küsste ihm behutsam auf die Stirn.

In diesem Moment klopfte es an der Tür.
Lan Qiren betrat den Raum und musterte ausführlich die beiden Brüder.

"In all den Jahren kann ich mich nur an einen Gast hier in der Cloud Recesess erinnern der so viel Unruhe gestifet und alles durcheinander gebracht hattw"! sprach er mit mürrischer Miene.

Lan Xichen blieb unbeeindruckt und sprach kein Wort. Er begrüßte Lan Qiren freundlich und zündete neben Lan Wangjis Bett ein paar Räucherstäbchen an.

"Ich hatte vergangene Nacht einen Trupp losgesandt um im Wald nach den Angreifern zu suchen. Doch ihre Spur verlor sich in den Wäldern. Da die Pfeile uns unbekannt sind, glauben wir nicht, dass der Attentäter von einem uns bekannten Clan ist. " Sprach Lan Qiren mit ruhiger Stimme.

"Ich denke auch nicht, dass es ein besonders geübter Attentäter war. Immerhin hat er zwei mal sein Ziel verfehlt. Ich denke die Pfeile sollten das Herz und den Magen treffen und das Gift war nur um sicher zu gehen." sprach Lan Xichen leise um Lan Wangji nicht aufzuwecken.

"Ich hörte unser Gast habe die Nacht überlebt und er sei auf dem Weg der Besserung? Stattdessen ist nun Lan Wangji am Ende seiner Kräfte und liegt zu Bette...!" Lan Qiren strich sich über seinen Bart und blickte fragend zu Lan Xichen rüber.

Dieser schaute wie immer freundlich und trug ein feines Lächeln auf den Lippen.
"Das ist richtig. Ich denke Bruder Wangji hat sich etwas verausgabt bei seiner Gastfreundlichkeit."

Lan Qiren zog eine Augenbraue hoch. Er strich weiterhin unruhigüber seinen Bart und man sah im an, das er mit der Situation unzufrieden war.
"Lan Xichen!" sprach er plötzlich energisch und warf Lan Xichen einen schwarfen Blick zu.
"Auch an meine Ohren sind die Gerüchte gedrungen, dass der Yiling Patriarch zurückgekehrt sei..."Und auch...Das er zuflucht beim Gusu Clan erhalten hat! Hast du etwas dazu zu sagen?"

Lan Xichen erwiderte Lan Qirens Blick. Ein moment der Stille trat ein und die Luft im Raum begann zu Schwingen.

"Lan Xichen?" fragte Lan Qiren noch einmal scharf.
"Wer ist dieser Gast?"

Lan Xichen wendete seinen Blick ab und atmete einmal tief ein.

"Es ist wahr. Er ist der Yiling Patriarch! Oder besser gesagt, er war es!"

Lan Qiren riss die Augen weit auf und ihm stockte der Atem.

"Warum oder wie seine Seele es zurück geschafft hat weiß ich nicht. Lan Wangji hat ihn gefunden und zurück mit in die Cloud Recesses gebracht!" sagte Lan Xichen mit ruhiger Stimme.

"Unmöglich!" zischte Lan Qiren.
"Er ist eine Gefahr für uns alle. Seit wann hast du gewusst, das er es ist? Wie konntest du es mir nur Verschweigen?" reagierte Lan Qiren wütend

"Keine Sorge Orkel. Es ist zwar die Seele Wei Wuxians, aber von dem einztigen Yiling Patriarch ist nicht mehr viel zu spüren. Wie er an diesen Körper geraten ist weiß ich nicht aber er besitzt kaum spirituelle Energie. Ich glaube nicht, dass er eine Gefahr für uns ist!" versuchte er Lan Qiren zu beschwichtigen.

"Lan Xichen! Dieser Mann hat schon in seinem ersten Leben genug Unheil über uns und die anderen Clans gebracht. Er ist ein schlechtes Ohmen, er kann nicht hier bleiben." antworte Lan Qiren scharf.

Lan Xichen blieb ganz ruhig und sprach mit freundlicher Stimme.
"Wei Wuxian ist mein Ehrengast. Ich habe Lan Wangji zugesagt, dass er hier bleiben kann so lange er möchte und das er unter meinem Schutze steht!"

Lan Qiren blieb die Luft vor Empörung weg.
"Das ist ja unerhört! Erinnere dich an meine Worte Lan Xichen. Wei Wuxian hat in seinem ersten Leben nur Unheil gebracht und er wird es auch in seinem zweiten tun! Er wird unser aller Untergang sein!" Erwiderte Lan Qiren zornig.

Lan Xichen schaute seinen Onkel verständnissvoll an.
"Ich verstehe deine Sorgen, Onkel! Aber hat nicht jedes Wesen es verdient, das man auch seiner Seite der Geschichte Gehöhr schenkt? Ist nicht Gnade walten zu lassen ein wichtiges Gut? Auch seine Seele hat eine zweite Chance verdient. Ich denke nicht, dass es reiner Zufall war, dass er wieder zurück gekommen ist und ausgerechnet in Lan Wangji Arme gelaufen ist!"

"Hmpf!" Lan Qiren schaute wütend drein.
Er zeigte mit seinem Finger unheilvoll auf Lan Xichen.
"Du bürgst für ihn Huan!"
Mit diesem Satz drehte er sich hastig um und verließ zornig den Raum.

"Danke, Onkel!" Lan Xichen verneigte sich höflich und Lan Qirens schnellen Schritte verhallten in der Ferne.
Es wurde wieder still im Raum.

Lan Xichen seufzte schwer auf.

"Da hast du mir ganz schön was eingebrockt, Wangji." murmelte er leise zu sich selbst bevor er wieder aufstand und ebenfalls den Raum verließ.

Es wurde still in der Cloud Recesses. Der Mond stand hoch am dunklen Himmel und die vielen Sterne erleuchteten die klare Nacht.