Chapter 15.3
Wei Wuxian stand noch lange alleine auf der Veranda und starrte hinaus in die Dunkelheit.
Er fragte sich wo Lan Wangji wohl gerade ist? Ob es ihm gut ginge, oder ob er verletzt sei?
Was die vermeintliche Bao Meiming wohl mit ihm vor hat und vor allem: Ob er Lan Wangji wohl wieder sehen wird?
Wei Wuxians Herz schmerzte und er seufzte laut auf, als seine Gedanken sich weiterhin immer wieder im selben Kreis drehten.
Er wusste nicht genau wieso, aber er musste einfach immer wieder an Madame Mao denken.
- Warum ausgerechnet Madame Mao?- Fragte er sich, als er plötzlich das leise Spiel von Lan Xichen Flöte vernahm.
Die traurigen Töne seines Liedes erfüllten die kalte Abendluft und der Wind trug die Melodie leise davon.
Wei Wuxian war jemand der sich immer auf seinen Instinkt verließ und eher aus dem Bauch heraus entschied, anstatt auf seinen Kopf zu hören.
Umso länger er auf der Veranda stand, umso stärker wurde der Wunsch in ihm Madame Mao zu sehen.
Er konnte es sich nicht erklären warum sein Bauch ihm gerade in dieser Situation sagte, dass er ausgrechnet sie aufsuchen sollte, aber Wei Wuxian war sich sicher, dass es einen Grund haben musste.
Daher fasste er einen Entschluss und entschied sich noch jetzt sofort nach Zhou Yong aufzubrechen. Wenn er flink genug sei, müsste er bei Anbruch der Dämmerung schon dort sein.
Die Stadt war nicht mehr weit entfernt und die Straße dorthin war breit und viel genutzt.
Wei Wuxian atmete einmal tief ein und dann machte er auf dem Absatz kehrt und schlich sich leise nach oben auf sein Zimmer. Er packte sich ein paar Sachen ein und nahm etwas Proviant für eine Nacht mit.
Er legte noch rasch einen Zettel auf sein Bett, indem er sich bei Lan Xichen und Bao Tian für seine urplötzliche Abreise entschuldigte.
Er teilte ihnen mit, dass er Madame Mao besuche und hoffe, bei ihr vielleicht weitere Hilfe zu erfahren.
Sein Schreiben war eher kurz gehalten aber es fehlten ihm die richtigen Worte, sein überstürztes Handeln genauer zu erklären.
Leise schloss er die Tür hinter sich, als er noch einmal die Melodie von Lan Xichens traurigem Spiel vernahm.
Er drückte seine Handinnneflächen flach aufeinander und in seinen Gedanken entschuldigte er sich kurz bei Lan Xichen und Bao Tian für sein Handeln.
Dann schlich er leise die Treppe hinunter, verließ die Gaststätte und verschwand in der dunklen Nacht.
Lan Xichens Hände wurden langsam schwer und seine Fingerspitzen wurden taub. Er hatte die letzten Tage so viel auf seiner Flöte gespielt wie schon lange nicht mehr.
Entteuscht beendete er sein Spiel und seufzte einmal laut auf.
Er konnte wieder nichts über Lan Wangjis Aufenthalt heraus finden und er machte sich große Sorgen um seinen kleinen Bruder.
"Wo bist du nur Wangji...?" flüsterte er zu sich selbst, als er schweren Herzens aufstand, seine Flöte zur Seite legte und sich für die Nacht vorbereitete.
Er entkleidete sich wie in einer Trance und faltete jedes Stück Stoff mit höchster Präzision zusammen. Er richtete noch einmal den Kragen seiner Unterrobe, strich den Stoff noch einmal glatt und festigte den Gürtel in seiner Taille. Seine nackten Füßen standen auf dem kalten Holzfußboden und das kleine Zimmer wurde durch das Flackern der brennenden Kerze auf dem Tisch, in ein warmes Licht getaucht.
Er legte sein Kopfband ab und öffnete seinen Haarknoten. Die langen, schwarzen Haare fielen auf seine Schultern und ein paar Haarsträhnen tanzten in seinem schönen Gesicht.
Lan Xichen starrte auf das Bett. Es war nicht besonders groß aber für ein kleines Zimmer in einer Gaststätte vollkommen ausreichend.
Obwohl er vollkommen geschafft und müde war und sein Körper sich nach Schlaf sehnte, konnte sein Geist nicht an Ruhe denken.
Er setzte sich auf die Bettkannte, als es plötzlich an seiner Tür klopfte.
"Huan?" Hörte eine bekannte Stimme hinter der Tür.
"Komm herein, Tian!" Antwortete Lan Xichen mit ruhiger Stimme.
Die Tür öffnete sich einen Spalt und Bao Tian trat herein. Er selbst war schon fertig für die Nacht und seine weiße Unterrobe leuchtete im seichten Kerzenschein.
Sein Gesicht sah müde und besorgt aus und er trat mit angespannter Miene in den Raum.
Er blickte zu Boden und schloss leise hinter sich wieder die Tür.
Er lehnte sich mit seinem Rücken an die Tür an und seine Hände hatte er hinter seinem Rücken verschränkt.
Ein Moment der Stille trat ein und keiner von beiden sagte ein Wort.
Bao Tian starrte regungslos auf den Fußboden und Lan Xichen saß kerzengerade auf seinem Bett und schaute ihn erwartungsvoll an.
Nachdem Bao Tian aber keine Regung zeigte, entschied sich Lan Xichen den ersten Schritt zu tun und er öffnete langsam seine schmalen Lippen.
"Ich habe schon auf dich gewartet. Ich wusste, dass du irgendwann von dir aus auf mich zukommen wirst!" Seine Stimme klang ruhig und verständnisvoll.
Bao Tian zuckte bei seinen Worten und richtete langsam seinen Blick nach oben.
Ihre Blicke trafen sich und Lan Xichen rutschte ein Stück zur Seite und legte seine flache Hand neben sich auf das Bett.
"Komm, setz dich, Tian!" Lud er ihn höflich ein und wie immer hatte Lan Xichen ein warmes Lächeln auf seinen Lippen.
Bao Tian drückte sich von der Tür ab und ging die paar Schritte auf das Bett zu. Er drehte sich um und setzte sich neben Lan Xichen.
In seiner Hand hielt er ein kleines braunes Stoffsäckchen, das mit einer roten Schleife zusammen gebunden war. Unruhig drehte er es in seiner Hand hin und her, während er schweigend neben Lan Xichen saß.
Eine ganze Weile saßen sie so nebeneinander bis Lan Xichen seine Hand hob und sie behutsam auf Bao Tians legte.
"Tian..." Hauchte Lan Xichen leise.
"Bitte sprich mit mir.
Ich möchte dir so gerne helfen. Aber dafür musst du mit mir sprechen!" Seine Stimme klang traurig und besorgt und Bao Tians Hände zuckten zusammen.
Vorsichtig hob Lan Xichen seine Hand wieder an und fasste mit seinen schmalen Fingern an Bao Tians Kinn. Behutsam drehte er seinen Kopf zur Seite, sodass ihre Blicke sich trafen.
Bao Tians Augen waren glasig und dunkle Ringe unter seinen Augen, zierten sein sonst so munteres Gesicht.
"Kannst du denn nicht einmal mit mir deinen Schmerz teilen?" Fragte ihn Lan Xichen und in diesem Moment konnte Bao Tian nicht mehr an sich halten.
Lan Xichens Worte strömten durch seinen Körper und diese Wärme und Fürsorge die von ihm ausging, brachten seine kontrollierten Emotionen aus dem Gleichgewicht und Bao Tian sackte in sich zusammen und er legte seinen Kopf in Lan Xichens Schoß.
Seine Schultern zitterten, während ein leises Schluchzen zu hören war.
Lan Xichen legte eine Hand auf Bao Tians Kopf und strich behutsam über seine Haare, während die andere auf seinem Rücken ruhte.
Eine ganze Weile verharrten sie in dieser Position und Bao Tian ließ seinen Emotionen freien Lauf und vergoss ein paar leise Tränen, in Lan Xichens Schoß.
"Es...tut...so...weh...!" Flüsterte Bao Tian und seine Stimme war dünn und zittrig.
"Ich liebe sie, Huan...
Ich liebe sie so sehr...noch immer..!"
Lan Xichen schloss für einen Moment seine Augen und es schien für ihn unerträglich, Bao Tian so schwach und verzweifelt in seinen Armen zu halten.
Nach einem kurzen Moment richtete sich Bao Tian wieder auf und wischte sich mit seinem Ärmel über seine Wangen. Lan Xichen zog seine Hände wieder zurück und blieb schweigsam neben Bao Tian sitzen.
Bao Tian starrte mit seinen glasigen Augen hinaus aus dem Fenster in die Nacht.
"Ich hätte niemals gedacht, dass ich jemals einen Menschen so Lieben werde.
Ich vermisse sie so sehr." Flüsterte er.
"Ich vermisse ihren Duft, ihre großen braunen Augen...
Ihr Lachen, ihre Wärme und ihre Körpernähe...!"
Eine einzelne Träne perlte über seine Wange und tropfte hinunter in seinen Schoß.
Bao Tian schaute in seine zittrigen Handinnenflächen.
"Sie fühlte sich so echt an..." Hauchte er als er seine Arme vor seiner Brust überkreuzte und sich erneut zusammenkauerte.
"Unsere Kinder wären mittlerweile schon fast erwachsen...
Wie gerne hätte ich sie heranwachsen sehen...
Ich könnte mir nichts schöneres vorstellen...!"
Lan Xichen konnte nichts sagen. Er hatte einen dicken Kloß in seinem Hals und er selbst war den Tränen nahe.
Er kannte nicht den Schmerz seine eigenen Kinder oder seine Frau sterben zu sehen, aber er wusste, wie sich der Verlusst von geliebten Menschen anfühlte.
Da ihm die richtigen Worte fehlten um Bao Tians geschundene Seele zu trösten, konnte er einfach nur schweigend neben ihm sitzen, ihm zuhören und ihm das Gefühl geben nicht alleine zu sein.
"Ich träume oft von ihr...
In meinen Träumen ist es so als wäre sie nie weggewesen.. Ich weiß manchmal nicht mehr weiter.
Es tut so weh und nichts kann diesen Schmerz lindern.
Mein Körper schreit nach ihr.
Ich sehne mich nach ihrer Liebe...ihrer Berührung...
Ich fühle mich so einsam..." Flüsterte Bao Tian weiter mit zittriger Stimme.
"Ich weiß nicht warum...
Aber irgendwie erinnerst du mich oft an sie..!"
Lan Xichen zuckte bei diesen Worten plötzlich zusammen und blickte Bao Tian mit großen Augen an.
Dieser richtete sich wieder auf und wendete sich zu Lan Xichen. Ihre Blicke trafen sich und Bao Tian schaute ihn mit großen, klaren Augen an.
Sein Blick war so rein, so ehrlich und so voller Einsamkeit.
"Wäre Wei Wuxian nicht gekommen...
ich wäre mit ihr gegangen...Huan..." Bao Tian schaute Lan Xichen mit einem gequälten Gesichtsausdruck an.
"Und hätte...dich alleine zurück gelassen..." Hauchte er und seine Lippen zitterten leicht.
"Was bin ich nur für ein schwacher Mann, dass ich mich so meinen Sehnsüchten hingebe..." hauchte er und schloss seine Augen.
Lan Xichen lehnte sich ein Stückchen näher heran und berührte mit seiner Hand Bao Tians Schulter.
"Die Liebe macht uns nicht schwach, Tian...
Sie ist es, die uns erst stark macht!"
Bao Tian öffnete seine Augen und er sah in Lan Xichens anmutiges Gesicht. Seine Augen funkelten in dem fahlen Kerzenschein.
"Es ist deine Wärme und deine Güte, die mich oft an sie erinnert.
Genau wie deine liebevollen Augen und deine zarten Lippen, wenn du sprichst." Sagte Bao Tian leise.
Er streckte zaghaft seine Hand aus und berührte Lan Xichens Wange. Mit seinem Daumen strich er über die schmalen Lippen und sein Blick drang tief in Lan Xichen ein.
Lan Xichen konnte sich nicht rühren und saß regungslos dort, während Bao Tian wie in einem Traum gefangen auf seine Lippen starrte und sich plötzlich ein kleines Stück näher heran lehnte.
Lan Xichens Augen weiteten sich, als plötzlich mit einem Plopp das kleine braune Stoffsäckchen zu Boden fiel.
Beide zuckten zusammen und Bao Tian zog seine Hand schnell wieder zurück.
Lan Xichen bückte sich und hob das kleine Säckchen wieder auf.
Ein paar mal drehte er es in seiner Hand hin und her und betrachete es.
"Was ist da drin?" Fragte er.
Bao Tian blickte zur Seite auf Lan Xichens Hände.
"Ihr Duft." Sprach Bao Tian leise.
Lan Xichen öffnete vorsichtig die kleine rote Schleife und wagte einen Blick hinein.
Er sah ein Kraut mit kleinen blauen Blüten und ein angenehmer Duft strömte aus dem kleinen Säckchen heraus.
"Es ist Ban-Zhi-Lian. Ein Kraut welches in unserem Garten wuchs.
Sie roch...immer danach." Seufzte Bao Tian und und starrte auf die kleinen blauen Blüten.
Lan Xichen schaute in Gedanken versunken in das kleine braune Säckchen.
Der angenehme Duft lag schwach in der Luft und die kleinen blauen Blüten schimmerten im Kerzenschein.
Es war still, so unerträglich still in dem kleinen Zimmer und sein Herz setzte für einen Schlag aus, als er einen Entschluss fasste.
Lan Xichen griff in das Säckchen und zerrieb ein paar Pflanzen zwischen seinen Fingern.
Bao Tian schaute auf die schmalen Finger und folgte ihren Bewegungen, als Lan Xichen seine Hand wieder herauszog und seine Finger jeweils auf beiden Seiten hinter seine Ohren rieb.
Der angenehme Duft von Ban-Zhi-Lian wurde intensiver und Bao Tian weitete seine Augen, als er seinen Blick fest auf Lan Xichen richtete.
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Langsam öffneten sich Lan Xichens schmalen Lippen.
Und er hauchte die leisen Worte:
"Nur dieses eine mal...
Nur für eine einzige Nacht...
Werde ich deiner Seele Frieden schenken und deinem Körper den Schmerz nehmen!"
Lan Xichen machte eine elegante Handbewegung und die kleine Kerze auf dem Tisch erlosch.
Es wurde dunkel in dem kleinen Raum und nur das fahle Mondlicht erhellte ihre Gestalten.
Bao Tian schluckte, als er in Lan Xichens weiche Gesichtskonturen blickte und seine Augen mit einem warmen Schimmer ihn in der Dunkelheit anfunkelten.
Das schwarze Haar hing anmutig an seinen Schultern hinunter und der liebliche Duft von Ban-Zhi-Lian der von Lan Xichen ausging, berührte Bao Tians Herz.
Es war ein verführerrischer Moment und die vielen Schatten der Nacht hüllten Lan Xichen in ein geheimnissvolles Licht.
Bao Tians Puls stieg an und sein Herz schlug laut und kräftig in seiner Brust.
Bum Bum Bum
Bao Tian schloss für einen Moment seine Augen, als er sich näher heran lehnte.
Seine rechte Hand strich über Lan Xichens Wange und berührte sein Ohr. Die Hand fuhr weiter durch die langen schwarzen Haare und er atmete einmal tief ein.
Lan Xichen saß wie versteinert auf der Bettkante, als er mit klarem Blick in Bao Tians Gesicht starrte.
Bao Tian lehnte sich näher heran und vorsichtig, ganz zaghaft berührten seine Lippen Lan Xichens.
Die Berührung war warm und zart aber für beide ungewohnt.
Wie nur ein Hauch von einer Berührung trennte Bao Tian nach einem Moment ihre zarten Lippen wieder von einander.
Er blickte in Lan Xichens Augen und hielt einen Moment in seiner Bewegegung inne, als wolle er Lan Xichen noch eine Chance geben, es sich anders zu überlegen.
Doch Lan Xichen rührte sich nicht, sondern schloss einwilligend seine Augen.
Bao Tian gab der Versuchung nach und so berührte er erneut Lan Xichens Lippen und küsste ihn zärtlich.
Seine Hand fuhr an Lan Xichens Hals hinunter, als er vorsichtig seine warme Zunge in Lan Xichens Mundhöhle schob. Ihre feuchten Zungen berührten sich und unsicher und langsam berührten und trennten sich ihre Lippen voneinader.
Bao Tian legte seine linke Hand auf Lan Xichens Schulter und drückte ihn vorsichtig nach hinten aufs Bett.
Lan Xichen gab schließlich dem Druck nach, er fiel nach hinten und seine langen Haaren breiteten sich durch den Windzug auf der Bettdecke aus.
Bao Tian stützte sich jeweils links und rechts neben Lan Xichens Kopf auf seinen Ellenbogen ab.
Vorsichtig trennten sich ihre Lippen wieder und beide spürten wie ihre Herzen vor Aufregung schneller schlugen.
Bao Tian griff an Lan Xichens breiten Gürtel und öffnete den Knoten. Der Gürtel lockerte sich und Bao Tian griff in den Kragen der weißen Robe und strich den Stoff zu beiden Seiten auseinander und legte somit Lan Xichens Brust frei.
Die reine, helle Haut kam zum Vorschein und Bao Tian blickte auf eine kräftige, anmutige Männerbrust.
Er lehnte sich nach unten und küsste liebevoll an Lan Xichens Hals entlang.
Ein leises "Hm" entfleuchte über Lan Xichens Lippen und er hatte seine Augen leicht geschlossen, als Bao Tian mit seinen Lippen weiter hinunter über seine Brust fuhr.
Er kam mit seinen schmalen Lippen zu Lan Xichens rechten Nippel und er streckte seine feuchte Zunge heraus und begann daran herum zu spielen.
Der zarte Nippel wurde langsam hart und Lan Xichen drehte seinen Kopf zur Seite und seine Augenbrauen kräuselten sich angespannt, als er seine Zähne fest aufeinander biss.
Bao Tian fuhr mit seiner rechten Hand über Lan Xichens Brust und begann auch an dem anderen Nippel herumzuspielen, bis Lan Xichen ein leises Stöhnen über seine Lippen entfleuchte.
"Ah..." Lan Xichen legte leicht beschämt seine Hand vor seinen Mund, als Bao Tian wieder seinen Kopf anhob und Lan Xichen ins Gesicht blickte.
Seine Wangen waren leicht errötet und Lan Xichens Augen funkelten unschuldig im Mondlicht.
Er versteckte sein erregtes Gesicht hinter seiner Hand und sein Körper zuckte schüchtern zusammen, als Bao Tian seine Beine spreitzte und er sich mit seiner Hüfte zwischen Lan Xichens Schenkel schob.
Bao Tian griff an seinen eigenen Gürtel und löste den Knoten. Das Rascheln von Kleidern war zu hören und Lan Xichens Puls stieg langsam an.
Mit einem Plopp rutschte Bao Tians Gürtel vom Bett und seine Robe öffnete sich einen Spalt.
Lan Xichen blickte nach oben und in der Dunkelheit sah er wie Bao Tian eine Hand nach ihm ausstreckte und eine lange Haarsträhne von seinem schwarzen Haar anhob und zu seinen Lippen führte.
Zärtlich küsste er die Strähne und ließ sie dann ganz langsam durch seine Finger gleiten.
Die Haare fielen auf Lan Xichens nackten Oberkörper zurück und sie kitzelten auf seiner Haut. Eine feine Gänsehaut überzog seinen Körper, als Bao Tian sich erneut nach vorne beugte und zwei Finger auf Lan Xichens Lippen legte.
Behutsam strich er mit seinen Fingern hin und her bevor er langsam seine Finger in Lan Xichens Mundhöhle presste.
Lan Xichens öffnete seinen Mund und die Finger rutschten in seine feuchte Mundhöhle und spielten mit seiner Zunge.
Lan Xichens schloss seine Augen, als Bao Tian seine nassen Finger schließlich wieder heraus zog und mit seiner Hand zwischen Lan Xichens Schenkeln abtauchte.
Lan Xichen spürte eine unbekannte Berührung zwischen seinen Pobacken und er krallte sich mit seiner linken Hand in die Bettdecke, als Bao Tian vorsichtig den ersten Finger hinein schob.
"Ah" Stöhnte Lan Xichen mit zarter Stimme auf, als Bao Tian vorsichtig begann sein Loch zu dehnen.
Bao Tian hielt in seiner Bewegung inne und blickte zu Lan Xichen. Dieser hatte seine Augen geschlossen und er machte ein leicht angestrengtes Gesicht. Seine linke Hand krallte sich fest in die Bettdecke und seine helle, reine Haut hob sich von den Schatten deutlich ab.
Bao Tian öffnete seine Lippen und er wollte etwas sagen, doch gerade als er dabei war es auszusprechen, verstummte er wieder.
Er wollte Lan Xichens Entscheidung nicht in Frage stellen.
Die angespannte Stille und die ungewohnte Atmosphäre hielt an und Bao Tian begann seine Finger wieder zu bewegen und schob einen weiteren nach.
Bao Tian bog seine Finger leicht nach oben, als Lan Xichen plötzlich zusammen zuckte und ein leises Quieken über seine Lippen kam.
"Ah!"
Bao Tian stutzte, als Lan Xichen sich unter ihm hin und herwand und er seine Hand sich vor seinen Mund hielt, um seine zarte Stimme zu ersticken.
Bao Tian machte noch eine Weile weiter und beobachtete interessiert das Schauspiel. Lan Xichen wurde hart und sein steifes Glied stand deutlich empor. Er hatte sein Gesicht seitlich in die Bettdecke gedrückt, als Bao Tian langsam seine Finger wieder heraus zog.
Bao Tians Herz klopfte ihm vor Aufregung bis zum Hals und sein Puls stieg weiter an.
Der süße Duft von Ban-Zhi-Lian der von Lan Xichen ausging erregte ihn sichtlich und Bao Tian griff an Lan Xichens Oberschenkel und spreitzte sie weiter auseinander, während er mit seiner Hüfte näher heran rutschte.
Bao Tian blickte ein letztes mal zu Lan Xichen. Dieser schaute ihn verlegen von der Seite an und schloss dann bestätigend seine Augen.
Es war ein betörender Anblick und Bao Tian verlor sich in seinem köperlichen Verlangen.
Es war wie in einem Traum, wie eine süße Droge die einem alle Rationalität nahm und einen unfähig machte klar zu denken.
Lan Xichen spürte wie etwas warmes, hartes sich gegen sein Loch presste und Bao Tians Hände krallten sich in Lan Xichens Oberschenkel, als dieser begann seinen steifen Penis in ihn hineinzuschieben.
Lan Xichens Mund öffnete sich und ein leises, angestrengtes Stöhnen kam über seine Lippen.
"Argh!" Es war im ersten Moment ein beklemmendes Gefühl und sein Körper begann leicht zu zittern, während Bao Tians steifes Glied langsam in ihn eindrang.
Bao Tian stöhnte auf als er sich langsam Stück für Stück weiter in Lan Xichen seinen Weg bahnte. Sein Oberkörper beugte sich leicht nach vorne und sein schmaler Zopf fiel nach vorne über seine Schulter und das lange weiße Band des Gusu Lan Clans strich über Lan Xichens nackte Haut.
Bao Tian schnaufte auf, als er schließlich ganz in Lan Xichen eingedrungen war und schloss für einen Moment seine Augen.
Dann begann er langsam seine Hüfte vor und zurück zu schieben und das Bett begann leise zu knacken.
"Argh..." Lan Xichen krallte sich mit beiden Händen in die Bettdecke und er drückte seinen Kopf nach hinten aufs Bett, als Bao Tian begann sein Tempo zu erhöhen und einfühlsam aber kraftvoll zustieß. Lan Xichens Gesicht verzog sich angestrengt und seine Atmung wurde schwer und unruhig.
Bao Tian stöhnte befriedigend auf und Lan Xichens Schenkel begannen zaghaft zu zittern und seine Beine winkelten sich angespannt an.
Lan Xichen drückte seinen linken Unterarm auf seinen Mund und erstickte sein leises Wimmern, während Bao Tian seinen süßen Punkt mit jedem Hieb stimulierte.
Bao Tian löste seinen festen Griff von Lan Xichens Oberschenkeln und lehnte sich weiter nach vorne herüber. Er fasste an Lan Xichens Unterarm und nahm ihn von seinem Mund weg.
Lan Xichen begann leise nach Luft zu schnappen, während Bao Tian sich noch näher heran lehnte, sich auf seinen Ellenbogen neben Lan Xichens Schultern abstützte und ihn leidenschaftlich küsste.
Ihre feuchten Zungen und zarten Lippen umschlungen sich, als Tian sein Tempo wieder zurück nahm aber dafür tiefer und weiter mit seiner Hüfte nach vorne stieß.
Lan Xichen löste ihre Lippen voneinader denn er stöhnte laut auf, als er seine Finger in Bao Tians Schultern krallte. Er schnappte nach Luft und seine Atmung wurde immer unruhiger. Seine Augenbrauen kräuselten sich und der Schmerz in seiner Hüfte und das zeitgleich gespürte Vergnügen teilten sein Herz in zwei.
"Ahh!"
Sie waren beide ihrem Höhepunkt nahe.
Bao Tian schloss lustvoll seine Augen und er berührte mit seiner Nase Lan Xichens Hals. Er atmete noch einmal tief ein und während sie beide zum Höhepunkt kamen, hörte Lan Xichen, Bao Tians atemlose Stimme in seinem Ohr.
"Meiming!" stöhnte Bao Tian auf, während sein warmer Samen heraus schoss.
"Ah!" Lan Xichens Augen weiteten sich und er stöhnte auf. Sein Körper kribbelte bis in seine Fingerspitzen und er schnappte nach Luft.
Seine Brust hob sich durch seine unruhige Atmung schnell auf und ab und Bao Tian stützte seine feuchte Stirn auf Lan Xichens Schulter ab.
Der stille Raum wurde durch ihr lautes Schnappen nach Luft erfüllt.
Lan Xichen legte seine flache Hand auf Bao Tians Hinterkopf und eine Weile verharrten sie in diesem Moment.
Plötzlich spürte Lan Xichen etwas nasses auf seiner Schulter und er strich mit seiner Hand sanft über Bao Tians Haare, als dieser sich auf Lan Xichen niederließ und ihre nackten Körper sich aufeinander drückten.
Bao Tian griff mit seinen Armen unter Lan Xichen hindurch und er drückte ihre Körper fest aneinander.
Lan Xichen streichelte weiter über Bao Tians Kopf, während seine andere Hand auf Bao Tians kräftigen Rücken ruhte.
Er öffnete langsam seine Augen und blickte mit klarem Blick unter die dunkle Zimmerdecke.
Er spürte ihre kräftigen Herzschläge und ihre warme Körpernähe.
Lan Xichen atmete einmal tief ein und streichelte abermals über Bao Tians Kopf, während die vielen nassen Tränen an seiner Schulter hinunter kullerten und die Bettdecke benetzten.
Wei Wuxian Beine waren schwer.
Er schleppte sich weiter voran, während die Erschöpfung an ihm zerrte. Seine müden Augenlieder hefteten sich auf den Horizont, bis er endlich in der Ferne den Stadteingang von Zhou Yong erblickte.
"Endlich..." nuschelte Wei Wuxian kraftlos zu sich selbst.
Eine rote Sonne ging auf und Wei Wuxian schleppte sich außer Atem die letzten Meter bis zur Stadt.
Ihm war kalt, er war müde und seine Glieder fühlten sich unglaublich schwer an.
Er passierte das Stadttor und bog geradewegs in eine Straße ein und machte sich auf kürzestem Weg auf die Suche nach Madame Mao.
Die Stadt war noch wie ausgestorben und es war eine andächtige Stille. Nur ein paar Menschen und Händler liefen schon durch die Straßen und gingen ihres Weges.
Wei Wuxian bog in die kleinere Gasse ein und schon nach kürzester Zeit erblickte er das hölzerne Schild an der Hauswand von Madame Mao.
Wei Wuxians Gemüt lichtete sich bei dem Anblick und es war als würde plötzlich die Energie in seine Glieder zurück kehren.
Er beeilte sich und lief die kleinen Stufen hinauf bis zur Tür.
Vorsichtig klopfte Wei Wuxian an der dunklen Holztür und horchte gespannt hin.
Als selbst nach einer Weile sich nichts rührte klopfte Wuxian erneut.
"Madame Mao? Seid ihr da?" fragte er mit kräftiger Stimme.
Plötzlich vernahm Wei Wuxian ein paar leise Schritte und zaghaft klickte das Türschloss.
Die Tür ging einen Spalt auf und eine vorsichtige Madame Mao linste mit ihrer Nase nach draußen.
"Wer ist da?" fragte sie unsicher als sie plötzlich Wei Wuxians erschöpftes Gesicht entdeckte.
Ihre Augen weiteten sich.
"Wei Wuxian! Was machst du denn hier zu solch einer Stunde?"
"Madame Mao...!" lächelte Wei Wuxian sie erleichtert an.
Madame Mao schob die Tür weiter auf und machte eine einladende Handbewegung. Sie trug noch ihre Robe für die Nacht und hatte einen dunkel roten Morgenmantel über ihren Schultern liegen. Ihre Haare hingen lang und offen auf ihrem Rücken hinunter und obwohl sie noch nicht fertig für den Tag war sah sie adrett und gepflegt aus.
"Tut mir leid euch zu dieser Stunde zu stören aber es ist wichtig!" Wei Wuxian bedankte sich mit einer höflichen Verneigung und trat ein.
"Alles gut. Komm schnell herein und setz sich an den Tisch. Ich gieße schnell einen Tee auf und dann erzählst du mir was passiert ist."
Madame Mao wies Wei Wuxian einen Platz am Tisch zu und dann ging sie schnell los und setzte heißes Wasser auf.
Wei Wuxian ließ sich erschöpft an dem kleinen Tisch nieder und streckte seine Beine lang aus.
Erleichtert endlich an seinem Ziel angekommen zu sein schloss er für einen Moment seine Augen.
Madame Mao kam wieder zurück an den Tisch und stellte zwei Teeschalen und ein paar Süßigkeiten ab.
Mit besorgter Miene schaute sie Wei Wuxian an der sichtlich erschöpft aussah.
"Du siehst müde aus...
Und du bist alleine...
Muss ich mir um Wangji sorgen machen?" fragte sie vorsichtig.
Ihre Blicke trafen sich und Madame Mao ahnte, das dieser traurige Blick von Wei Wuxian nichts Gutes bedeutete.
Das Wasser kochte auf und Madame Mao drehte sich wieder um und holte die Teekanne.
Elegant und anmutig schenkte sie das Wasser in die Schalen und ein angenehmer Duft erfüllte den Raum.
Wei Wuxian blickte schweigsam in seine Teeschale und umfasste sie mit seiner Hand wärend Madame Mao ihre Ärmel nach hinten strich und sich zu ihm dazu setzte.
"Hast du Hunger?" fragte Madame Mao
"..." Wei Wuxian schüttelte den Kopf
"Du siehst erschöpft aus. Möchtest du dich erst hinlegen?" fragte sie vorsichtig weiter.
"..." Wei Wuxian schüttelte erneut den Kopf.
"Dann sprich wie ich dir helfen kann!" Madame Mao streckte vorsichtig ihre Hand über den Tisch und berührte Wei Wuxians Hand.
Wei Wuxian zuckte zusammen und er richete seinen Blick wieder nach oben.
Endlich öffnete er seine Lippen.
"Madame Mao...
Er ist weg...
Lan Zhan! Er ist verschwunden...
Und es ist alles meine Schuld!" flüsterte er und seine Stimme klang dünn und schrill.
Madame Maos Augen weiteten sich und sie starrte sprachlos auf Wei Wuxian.
"Ist er verletzt?" fragte Madame Mao bekümmert.
Wei Wuxian schüttelte den Kopf. "Ich weiß es nicht..."
"Wo ist Tian und Lan Xichen?" fragte sie weiter und strich mit ihrem Daumen über Wei Wuxians Handrücken.
"Wir waren zu dritt unterwegs und suchen ihn seit ein paar Tagen.
Was soll ich nur tun, Madame Mao?
Ich mache mir solche Sorgen!
Was ist wenn ihm etwas schlimmes zugestoßen ist...
Wir können seit Tagen kein Lebenszeichen von ihm hören." Wei Wuxians Stimme brach und er kniff seine Augen schmerzerfüllt zusammen. Er war den Tränen nahe und seine Schultern begannen leicht zu zittern.
"Ich wusste einfach nicht mehr weiter und habe sie einfach zurück gelassen.
Was mache ich nur wenn ihm wegen mir irgendetwas zugestoßen ist!" wimmerte Wei Wuxian.
"Schhh, alles gut! Beruhige dich erstmal.
Und dann erzählst du mir ganz in Ruhe von vorne was genau passiert ist! Na?" Madame Mao berührte mit ihrer anderen Hand Wei Wuxians Kinn und hob sein Gesicht an.
Mit besorgter aber strenger Miene wie eine Mutter blickte sie ihn an.
Wei Wuxian schaute sie an und ihre Berhührung und ihre Fürsorge beruhigten ihn etwas und die Aufregung legte sich langsam wieder.
Madama zog ihre Hände wieder zurück und setzte sich aufrecht hin.
Wei Wuxian atmete einmal tief ein und strich sich über sein Gesicht als er anfing Madame Mao die ganze Geschichte zu erzählen.
Madame Maos Gesicht zeigte wärend seiner Geschichte die verschiedensten Ausdrücke. Hin und hergerissen zwischen Schock, Trauer und Besorgnis blieb zuletzt eine betrübte Miene auf ihrem Gesicht zurück.
Wei Wuxian: "[...]
Und jetzt bin ich hier, bei euch. Ich weiß nicht warum aber ich hatte das Bedürfnis euch zu sehen. In meiner Verzweiflung glaubte ich vielleicht bei euch Hilfe zu erfahren." sagte Wei Wuxian mit einem bekümmerten Gesichtsausdruck als er seine Geschichte beendete.
Madame Mao seufzte laut auf.
"Wangji spurlos verschwunden, Tian mit einem gebrochenen Herzen, Lan Xichen als eigentliches Opfer und du bist so verzweifelt das du eine alte Dame nach Rat fragst." Madame Mao strich sich mit ihrer Hand die Haare aus dem Gesicht.
"Was für eine Geschichte...
Mein armer Wangji..." Madame Mao stand auf und holte aus einer kleinen schwarzen Schachtel eine lange Zigarette.
Sie zündete sie an und zog in Gedanken versunken den weißen Rauch in ihren Mund hinein.
Wei Wuxian blickte schweigend auf den Tisch und sein müdes Gesicht wurde noch bekümmerter.
-War es falsch hierher zu kommen?
Wieso war ich überhaupt der Meinung das Madame Mao uns vielleicht helfen könnte?- dachte sich Wei Wuxian.
Madame Mao öffnet ein Fenster.
Der frische morgen Wind wehte herein und es zog eine leichte Brise über den kleinen Tisch.
Madame Mao drehte sich wieder zu Wei Wuxian und sah ihn an.
Der Wind wehte leicht durch seine Haare und sein rotes Haarband flatterte anmutig im Windzug.
Madame Mao war plötzlich wie in einem Traum gefangen als sich ihr Blick auf Wei Wuxians rotes, seidiges Haarband heftete.
Leise nuschelte sie etwas.
"Haarband...rot...ein rotes Haarband..."
Madame Mao pustete den weißen Rauch in den Raum als ihr plötzlich eine Idee kam.
"Ah!" Quikte sie mit hohem Ton auf.
Wei Wuxian zuckte zusammen und blickte sie fragend an.
"Was ist?" fragte Wei Wuxian.
"Ich glaube...ich habe eine Idee..." sprach Madame Mao nachdenklich. Plötzlich drückte sie ihre Zigarette aus, warf schwungvoll ihre langen roten Ärmel nach hinten und ging wieder zurück zu Wei Wuxian an den Tisch.
Sie blieb vor dem Tisch stehen und blickte ihn von oben herab an.
Ihre Stimme war klar und deutlich.
"Wei Wuxian!"
Wei Wuxian zuckte zusammen und starrte sie verwundert an.
"Liebst du Lan Wangji?" fragte sie ihn gerade heraus und unüberhörbar.
Wei Wuxian öffnete vor Schock leicht den Mund und sein Herz setzte einen Schlag aus.
Madame Mao sah ihn mit regungsloser Miene prüfend an.
"Ich...ähm..." stotterte Wei Wuxian verlegen.
Auf diese Frage war er jetzt nicht vorbereitet und Madame Mao durchbohrte ihn förmlich mit ihrem Blick.
Wei Wuxian wurde leicht warm in seiner Brust und er spürte die Wärme die ihm leicht ins Gesicht stieg.
Verlegen kratzte er sich am Hinterkopf und versuchte im Kopf seine Gedanken zu sortieren.
"Liebst du ihn oder nicht?
Ja oder nein?" fragte Madame Mao noch einmal laut nach und stand furchteinflößend vor Wei Wuxian.
"Ich...ich..." stotterte Wei Wuxian noch einmal los.
"Ich denke schon.. Vielleicht...
Nein...
Ja...
Also das ist alles nicht so einfach...
Wie soll ichs nennen...hahaha." Wei Wuxian brabbelte wild durcheinander und verhaspelte sich beim sprechen.
Plötzlich lehnte sich Madame Mao zu ihm herunter und haute mit ihrer flachen Hand auf den Tisch.
Es knallte laut und Wei Wuxian flog erneut zusammen.
Sie warf ihm einen scharfen Blick zu.
"Wei Wuxian!
Ja oder nein?"
Wei Wuxian lief ein Schauer über den Rücken.
"Ich..." er starrte in ihren stechenden Blick und es war als würde er plötzlich alleine und entblößt vor der nackten Wahrheit stehen.
Es dauerte einen Moment und dann öffnete er seinen Mund.
"Ja!" kam es plötzlich klar und deutlich über seine Lippen.
"Ja, ich liebe ihn!" wiederholte er noch einmal leise und er spürte wie plötzlich mit aussprechen diesen Satzes alles so real wurde aber auch gleichzeitig eine große Last von seinen Schultern fiel.
In diesem Moment wurde Madame Maos Gesichtsausdruck wieder ganz weich und ihre Mundwinkel bogen sich unaufhaltsam nach oben.
"Sehr schön!" lächelte sie ihn an und wirkte mehr als zufrieden.
"Dann kann ich dir vielleicht helfen!"
Sie setzte sich wieder an den Tisch und legte ihren Zeigefinger auf ihre Lippen. Sie blinzelte ihn mit einem Auge zu und lehnte sich leicht nach vorne.
"Ich kenne da ein Geheimnis wie du mit Wangji Kontakt aufnehmen kannst." flüsterte sie leise.
Wei Wuxian machte bei diesen Worten große Augen und er spürte einen Hoffnungsschimmer der fast zum greifen nahe war.
"Wie?" hauchte er interessiert.
"Ich hatte dir doch die Geschichte von meiner großen Liebe erzählt. Er war doch ein angesehner Cultivator.
Er schenkte mir einst seine Halskette die er immer unter seiner Robe trug.
Er kannte ein Lied welches er manchmal auf seiner Erhu spielte. (traditionelles Chinesisches Instrument)
Es war das Lied der Liebenden. So nannte er es. Wenn zwei Leute sich von ganzem Herzen liebten und einer von beiden einen persönlichen Gegenstand des anderen bei sich trug, dann konnte man über dieses Lied miteinander kommunizieren." erklärte Madame Mao mit geheimnisvoller Stimme.
Wei Wuxian starrte sie mit großen Augen an und lauschte interessiert ihren Worten.
"Manchmal sprachen wir so miteinander wenn wir über weite Strecken voneinander getrennt waren.
Ich kenne die Melodie und ihren Klang auch wenn ich selbst das Stück nicht anwenden kann da ich keinerlei spirituelle Energie besitzte oder andersweitig mit so etwas vertraut bin.
Du kannst doch bestimmt ein Instrument spielen?
Ich kann dir die Melodie zeigen." lächelte Madame Mao Wei Wuxian an.
"Aber wie soll das funktionieren? Ich habe Lan Wangji nie etwas von mir gegeben." sprach Wei Wuxian mit entteuschter Stimme.
Madame Maos Augen formten sich zu kleinen Schlitzen und sie trug ein breites Lächeln in ihrem Gesicht.
"Das hast du nicht...das stimmt.
Aber..."
Madame Mao streckte ihre linke Hand nach Wei Wuxian aus und berührte ein Ende seines langen roten Haarbandes. Sie zog es leicht an sich heran und ließ es dann durch ihre Finger gleiten.
"Lan Wangji trägt etwas an seinem Handgelenk, das dir gehört hatte, stimmts?"
Wei Wuxians Augen weiteten sich und er blickte Madame Mao sprachlos an.
"Mein rotes Haarband.." flüsterte er.
"Genau, dein rotes Haarband.
Wenn Wangji es immer noch bei sich trägt, dann müsste es funktionieren!" Madame Mao zwinkerte Wei Wuxian zu.
Wei Wuxians müdes Gesicht und seine Erschöpfung war plötzlich wie weggeblasen. Sein Herz begann vor Aufregung schneller zu schlagen und er wollte es so schnell wie möglich ausprobieren.
"Hast du ein Instrument bei dir?" fragte Madame Mao.
Wei Wuxian griff in seinen Gürtel und holte seine kleine Flöte heraus.
"Habe ich." sprach er aufgeregt.
"Gut. Dann singe ich es dir vor. Versuch es einfach irgendwann nachzuspielen bis du es auswenig kannst.
Wenn du es dann spielen kannst, dann musst du ganz fest an die Person denken der all deine Liebe gehört.
Der Rest müsste dann von alleine funktionieren." sprach Madame Mao und sie nahm einen großen Schluck aus ihrer Teeschale und räusperte sich einmal kurz.
Wei Wuxian befeuchete seine Lippen und legte seine Flöte an seinen Mund.
Madame Mao begann leise ihr Lied anzustimmen.
Sie hatte eine warme Stimmfarbe und eine wundervolle Singstimme. Wie zu erwarten von einst der besten Konkubine in ganz Zhou Yong.
Das Lied hatte eine wunderschöne, romantische Melodie die schnell ins Herz ging.
Wei Wuxian schloss seine Augen und hörte genau hin.
Nach dem dritten Durchgang stimmte er mit seiner Flöte in ihren Gesang mit ein und der Raum wurde mit einem wunderschönen Lied erfüllt.
Die beiden musizierten solange gemeinsam bis Wei Wuxian das Stück fehlerfrei alleine spielen konnte.
"Großartig, das klingt wunderbar." freute sich Madame Mao und ihre Augen wurden leicht glasig.
"Da werde ich gleich wieder ganz sentimental" sie lachte verlegen und strich ihre langen Haare hinter ihre Ohren.
Wei Wuxian lächelte sie an und er legte seine Flöte wieder auf dem Tisch ab.
"Vielen Dank Madame Mao. Ich weiß gar nicht wie ich euch danken soll." sprach er mit ruhiger dankbarer Stimme.
"Du kannst dich bei mir bedanken wenn es funktioniert hat." zwinkerte Madame Mao ihm zu.
"Ich glaube es ist Zeit fürs Frühstück oder? Was meinst du, du hast gewiss hunger!?" Madame Mao stand auf.
"Ja, ein wenig!" sprach Wei Wuxian mit ruhiger Stimme.
Zu wissen das es vielleicht einen Weg gibt mit Lan Wangji zu sprechen machte Wei Wuxian wieder große Hoffnung und es wurde ihm wieder etwas leichter um sein betrübtes Herz.
Madame Mao ging in die Küche und begann ein schnelles Frühstück vorzubereiten.
Wei Wuxian stützte wärenddessen seinen Kopf auf seiner Hand ab und blickte verträumt aus dem Fenster. In seiner Hand drehte er seine Flöte hin und her und summte noch einmal die Melodie nach.
Nach einer Weile kam Madame Mao mit einem Tablett und ein paar Speisen wieder aus der Küche und wollte gerade etwas sagen als sie plötzlich stehen blieben.
Wei Wuxian hatte seine Arme auf dem kleinen Tisch überkreuzt und sein Kopf lag seitlich auf ihnen abgelegt. In seiner rechten Hand hielt er fest umklammert seine Flöte und er trug einen sanften und friedlichen Gesichtsausdruck wärend er tief und fest zu schlafen schien.
Über Madame Maos Lippen flog ein zartes Lächeln und sie ging mit leisen Schritten zum Tisch. Vorsichtig stellte sie das Tablett ab.
Sie streckte ihre rechte Hand aus und strich Wei Wuxians langen schwarzen Haare aus seinem Gesicht.
Sie seufzte leise auf und strich ihren roten Morgenmantel von ihren Schulter und ging leise einmal um den Tisch herum. Sie legte ihn Wei Wuxian über seine Schulter und flüsterte leise:
"Schlaf ein wenig und ruh dich aus.
Danach holen wir dann Wangji zurück."
