Chapter 15.8

Wei Wuxian stand in Lan Wangjis Jingshi und schaute nervös aus dem Fenster. Es war kurz vor 21 Uhr und die dunkle Nacht hatte die Cloud Recesses fest im ihrem Griff.
Er hatte seine Arme vor der Brust verschränkt und tippte unruhig mit seinem Fuß auf den Holzdielen hin und her.
Die Minuten kamen einem vor wie Stunden und außer seinem schwachen Atem war nichts zu hören.

21 Uhr, die Lichter in allen Pavillons erloschen.

Wei Wuxian starrte hinaus in die Dunkelheit und er spürte wie sein Herz etwas schneller begann zu schlagen.
Nachdenklich legte er seine flache Hand auf seine Brust.

"Was ist los Wei Ying? Bekommst du jetzt kalte Füße?
Hahaha..." Lachte er verlegen auf.
"Umso älter ich werde umso mehr Gedanken mache ich mir über manche Dinge."

Er raufte sich die Haare und schüttelte einmal seinen Kopf.
Er holte tief Luft und er spürte seinen eigenen Herzschlag in seiner Hand, welcher wie ein junger Vogel wild zu schlagen begann.

Bum bum bum

"Ah, ich werde ganz nervös..." flüsterte er zu sich selbst.
Mir wird schon ganz schlecht..." Wei Wuxian räusperte sich.
"Reiß dich mal zusammen, du benimmst dich wie eine junge Maid bei ihrem ersten Date."

Wei Wuxian klatschte sich mit seinen flachen Handinnenflächen auf die Wangen.
Er holte noch einmal tief Luft und stellte sich gerade und mit selbstbewusster Körperhaltung hin.
Er richtete noch einmal seine Kleider und strich mit seiner Hand noch einmal seine Haare glatt.
Dann drehte er sich um und ging zur Tür.

Es war kurz nach 21 Uhr und Wei Wuxian schlich sich leise aus Lan Wangjis Jingshi.

Gekonnt huschte er durch die Schatten und kam bald an dem Pavillon des Heilers an.
Er stand vor der großen Tür und sah sich noch ein paar mal um, ob ihn auch wirklich niemand gesehen hatte.
Als er sich unbeobachtet fühlte, öffnete er leise die große Tür und huschte hinein.


Bao Tian stand gerade an seinem Fenster und spähte hinaus in die Dunkelheit. Er konnte nicht schlafen und hatte sich mit seiner Decke ans Fenster gesetzt.
Der helle Mond schien auf die Erde und als sein Blick durch die Schatten schweifte, entdeckte er eine Gestalt auf der Veranda des Heilers.

Bao Tian runzelte die Stirn und strengte seine Augen an, um in der Dunkelheit besser sehen zu können.
Die Person schlich sich verdächtig zur Tür und blickte sich noch ein paar mal um.

Eine große Wolke zog an dem Mond vorbei und als sie das helle Licht wieder freigab, entdeckte Bao Tian Wei Wuxians Gestalt.
Für einen kurzen Moment saß er sprachlos am Fenster und starrte ungläubig mit offenem Mund herüber.
Doch nachdem er die Situation eingeordnet hatte, huschte ein unkontrollierbares Grinsen über seine Lippen, gefolgt von einem amüsierten Gesichtsausdruck.

Bao Tian zog eine Augenbraue nach oben und strich sich mit seiner Hand über sein Kinn.
" Tss tss tss.." schnallste er mit seiner Zunge.
"Wangji, Wangji.
Wenn das dein Onkel erfährt, dann wird er noch vor Wut und Empörung in der Luft zerplatzen.
Und dein älterer Bruder wird sich wieder schützend vor dich schmeißen und versuchen mit geschickten Worten, dich und deine aussichtslos, leidenschaftliche Seele noch zu retten."

Bao Tian schüttelte seinen Kopf und schmunzelte zufrieden.
"Dann gibt es sie also doch,
die Liebe,
welche alle Regeln und Gesetze bricht
und selbst vor Strafe und Folter nicht weicht.
Wer hätte gedacht, das man sie ausgerechnet hier im Gusu Lan Clan finden wird?"

Bao Tian strich seine Haare nach hinten aus seinem Gesicht als, sein Blick auf die Tür zu Lan Xichens Zimmer fiel.


Die große Tür öffnete sich einen Spalt und Wei Wuxian huschte leise in den Pavillon des Heilers.
Vorsichtig schloss er hinter sich die Tür und lief auf Zehenspitzen zu Lan Wangjis Zimmertür.

Mit einem Klicken öffnete sich das Schloss und Wei Wuxian starrte in einen dunklen Raum.
Leise schlich er sich hinein und schloss die Tür wieder hinter sich.

Er drehte sich um und ging vorsichtig ein paar Schritte zu Lan Wangjis Bett. Das helle Mondlich erhellte den Raum und Wei Wuxian konnte Lan Wangji in seinem Bett liegen sehen.
Er lag auf seinem Rücken, die Hände adrett auf der Bettdecke und seine weiße Unterrobe hob sich deutlich von den dunklen Schatten ab.

Wei Wuxian kam an das Bett heran und starrte in Lan Wangjis regungsloses Gesicht, welches dem Anblick einer schlafenden Puppe glich.

-Ob er wohl schläft?- Dachte er sich.

Wei Wuxian starrte ohne zu blinzeln auf Lan Wangji.
Das fahle Mondlicht tauchte seine Haut in einen mystischen Ton. Seine langen Wimpern wirkten wie sanfte Federn und seine schmalen Lippen sahen so sanft und verführerrisch aus. Wei Wuxian wurde von diesem Anblick in einen Bann gezogen und ohne das er es bemerkte, lehnte er sich Stück für Stück näher heran.

Als er so nah kam, dass er Lan Wangjis leises Atmen hören konnte stockte er plötzlich.
Mit seinen Augen fuhr er jeden Zentimeter von Lan Wangjis Gesicht ab.
Er war schön. Zu schön für einen Mann und Wei Wuxians Herz pochte laut und kräftig in seiner Brust.
Seine Finger begannen zu kribbeln und er konnte einfach nicht anders und streckte langsam seine Hand nach Lan Wangji aus.

Gerade als seine Fingerspitzen Lan Wangjis Lippen berühren wollten flogen plötzlich Lan Wangjis Augen auf.
Die hellen, bernsteinfarbenden Augen leuchteten Wei Wuxian in der Dunkelheit mit einem starken Blick an und er verharrte regungslos in seiner Position.
Lan Wangjis schmalen Lippen öffneten sich und eine ruhige und tiefe Stimme kam aus seinem Mund.
"Es ist nach 21 Uhr."

Wei Wuxian schaute ihn mit großen Augen an.
"Aber du bist noch wach!" erwiderte er.

"..." Lan Wangji

"Hast du auf mich gewartet?" flüsterte Wei Wuxian leise.

"..." Lan Wangji

Wei Wuxian runzelte die Stirn.
"Möchtest du nicht mit mir sprechen?"

Lan Wangji trug einen beherrschten Gesichtsausdruck. Wei Wuxian fiel es schwer diesen zu deuten und er war sich nicht sicher, ob Lan Wangji es nun gut fand, dass er da war, oder ob er lieber wieder gehen sollte.

Nachdem Lan Wangji ihn immer noch mit seinem distanzierten Blick fixierte seufzte Wei Wuxian schließlich leise auf.
"Nun gut, dann gehe ich wieder!"

Gerade als Wei Wuxian seine Hand wieder zurück ziehen wollte und im Begriff war sich von Lan Wangji abzuwenden, packte dieser ihn plötzlich am Handgelenk.
"Geh nicht!" sagte Lan Wangji kurz.

Wei Wuxian zuckte zusammen und schaute ihn verblüfft an. Lan Wangjis Griff um sein Handgelenk war fest und entschlossen.
"Ich soll nicht gehen?" fragte Wei Wuxian noch einmal nach.
"Und was möchtest du, solle ich dann stattdessen tun?"

Lan Wangji schaute ihm tief in die Augen und obwohl sein Gesicht keine Regung zeigte, loderte in seinen stechenden Augen ein Feuer.
"Deine Hand." sagte Lan Wangji leise.

"Meine Hand?" fragte Wei Wuxian nach und er schaute auf seine Hand die in Lan Wangjis festem Griff ruhte.

"Was...wolltest du tun?" fragte Lan Wangji mit ruhiger Stimme.

Wei Wuxian schaute ihn verblüfft an.
"Ich ähm..." Begann er.
"Du sahst...so schön aus...Also ich meine irgendwie anziehend. Ich weiß nicht wie ich es sagen soll...
Auf jedenfall wollte ich...einfach nur mal kurz...dein Gesicht anfassen." stammelte Wei Wuxian und er wendete leicht verunsichert seinen Blick ab.

"Hm" brummte plötzlich Lan Wangji und er entlies Wei Wuxians Hand aus seinem Griff.

Wei Wuxian blickte ihn fragend an.

"Tu es. Fass mich an." sagte Lan Wangji leise und seine hellen, leuchtenden Augen blickten Wei Wuxian sehnsüchtig an.

Wei Wuxian stockte erst für einen Moment.
Doch dann setzte er sich auf die Bettkante und streckte erneut seine Hand nach Lan Wangjis Gesicht aus.

Dieser fixierte ihn mit seinem Blick und er blinzelte kein einziges Mal.

Wei Wuxian spürte die leichte Nervosität die in ihm hochstieg und unter Lan Wangjis eindringendem Blick, näherten sich seine Finger Stück für Stück dem schönen Gesicht.
Wei Wuxian streckte seine Finger aus und er berührte mit seinen Fingerspitze Lan Wangjis Wangen.

Seine Haut war kühl und zart. Wei Wuxian verspürte ein Kribbeln in seinen Fingerspitzen und seine Finger begannen an den Stellen, an denen sie Lan Wangjis Haut berührten, heiß zu werden.
Er strich mit seinen Fingern ein paar mal behutsam über Lan Wangjis Wangen, bis er sie in eleganten Bewegungen über Lan Wangjis Stirn wandern ließ.

Wei Wuxian wusste nicht wo er hinsehen sollte und unter Lan Wangjis intensivem Blick, kam ihm jede Sekunde wie eine Ewigkeit vor.
Er machte seinen Zeigefinger lang und fuhr zwischen Lan Wangjis Augenbrauen hindurch, hinunter über seine Nasenwurzel bis auf seine Nasenspitze.
Sein Weg führte ihn weiter an der Nase vorbei und sein Finger strich zärtlich über Lan Wangjis schmalen Lippen bis zu seinem Kinn. Er umkreiste dieses mit seinem Finger mehrmals, bis er mit seiner Hand schließlich zum stehen kam.

Langsam lehnte sich Wei Wuxian mit seinem Gesicht näher an Lan Wangji heran. Er schmunzelte und seine Lippen öffneten sich.
"Du bist so wunderschön Hanguang-Jun.
Ich kann es nicht nur sehen, sondern jetzt auch fühlen." hauchte Wei Wuxian.

Lan Wangjis Ohrläppchen tauchten sich in ein warmes Rot und er starrte weiterhin sprachlos in Wei Wuxians strahlenden Augen.

"Mach die Augen zu." sagte Wei Wuxian leise.

"..." Lan Wangji.

"Vertrau mir. Ich gehe nicht weg.
Also mach deine Augen zu." flüsterte Wei Wuxian leise und er lächelte Lan Wangji an.

Lan Wangjis Wimpern zitterten und langsam schloss er seine Augen.

Wei Wuxian legte seinen Zeigefinger wieder auf Lan Wangjis Lippen und er strich zärtlich ein paar über die schmale Unterlippe, als er sich immer weiter heran lehnte.
Eine schwarze Haarsträhne fiel nach vorne und kitzelten Lan Wangjis Kinn.
Sie waren sich so nah, dass sie ihren Atem spüren konnten.
Wei Wuxian schloss seine Augen und sein Finger rutschte langsam von Lan Wangjis Lippen und wurde von der Berührung seiner eigenen warmen Lippen ausgetauscht.

Wei Wuxian platzierte einen zärtlichen Kuss auf Lan Wangjis Lippen und das warme und zarte Gefühl lies ihre Herzen schneller schlagen.

Lan Wangji regte sich kein Stück und er genoss die langsamen und leidenschaftlichen Bewegungen Wei Wuxians. Wei Wuxian küsste vorsichtig und mit voller Hingabe Lan Wangjis Lippen und saugte und nippte an ihnen herum.
Er probierte alles aus was sich gut anfühlte und er spürte ein erregendes Kribbeln welches durch seinen Körper schoss.
Wei Wuxian öffnete langsam seinen Mund und er streckte seine feuchte Zunge heraus und leckte über Lan Wangjis Lippen.
Stück für Stück schob Wei Wuxian seine warme Zunge in Lan Wangjis Mundhöhle und presste sich einen Weg durch Lan Wangjis schmalen Lippen.
Als ihre Zungen sich berührten entfachte ein heißes Feuer in ihnen und plötzlich erwachte Lan Wangji aus seiner regungslosen Starre und ihr Kuss wurde feucht und leidenschaftlich.

Die feuchten Geräusche erfüllten die Luft und Wei Wuxian sackte immer weiter auf Lan Wangji hinunter.

Lan Wangji küsste ihn so hart und leidenschaftlich, dass sein Körper ganz schwach wurde und seine Arme und Beine zu zittern begannen.
Wei Wuxian packte die Begierde und der einzige Gedanke in seinem Kopf war gefüllt mit freizügiger und ungebändigter Lust.
Er lehnte sich weiter über Lan Wangji herüber und er hob mit seiner linken Hand Lan Wangjis Kinn ein Stückchen an um den Winkel zu verändern, während er mit seiner rechten Hand über Lan Wangjis Körper griff um sich besser abzustützen.
Dabei passierte es, dass er ausversehen Lan Wangjis Wunden striff und dieser sofort schmerzerfüllt die Luft durch seine Zähne zog und ihre Lippen voneinander trennte.
Lan Wangjis Augenbrauen kräuselten sich und Wei Wuxian rückte sofort wieder ein Stück von ihm ab.

"Verzeih." Sagte Wei Wuxian hastig.

"Alles gut.." sagte Lan Wangji leise wärend er sich ein wenig im Bett umpositionierte.

"Du hättest sagen müssen, wenn es noch immer so sehr schmerzt." sagte Wei Wuxian besorgt.

"Alles gut, so schlimm ist es nicht." hauchte Lan Wangji.

Wei Wuxian blickte ihn bekümmert an und strich mit seiner Hand über Lan Wangjis Hals.
"Kann ich irgendetwas für dich tun um den Schmerz zu lindern?" fragte Wei Wuxian während er behutsam Lan Wangjis Hals streichelte.

Lan Wangjis durchbohrender Blick hefteten sich auf Wei Wuxians Gesicht und für einen Moment, war sich Wei Wuxian seiner Frage nicht mehr so sicher.
Es wurde still im Raum und die beiden starrten sich an. In Lan Wangjis Augen loderte ein Feuer und sein stechender Blick schien die Reaktion auf einen inneren Kampf zu sein, der in Lan Wangji wütete.

Wei Wuxians Mundwinkel bogen sich leicht nach oben, als er Lan Wangji bemitleidenswert anblickte.
"Sprech es aus. Was soll ich für dich tun? Egal was es ist, ich werde es tun." hauchte Wei Wuxian spielerisch.

Lan Wangji schluckte einmal schwer und sein Adamsapfel bewegte sich einmal deutlich auf und wieder ab.
Seine Lippen zogen sich angestrengt zusammen und als seine Selbstbeherrschung zerfiel öffnete er seine Lippen.
"Zieh dich aus." erklang seine tiefe und ruhige Stimme.

Wei Wuxians Augen weiteten sich und er blickte in Lan Wangjis entschlossenes Gesicht.
"Mich ausziehen...?" fragte Wei Wuxian noch einmal leise nach.
"Komplett?"

Lan Wangjis Lippen zogen sich erneut zusammen als er ein angespanntes und atemloses "Komplett" von sich gab.

Wei Wuxian spürte wie sein Herz für einen Schlag aussetzte und sein Körper mit einer aufbrausenden Erregungdarauf reagierte. Sein ganzer Körper kribbelte und sein Atem wurde unruhig.

Langsam stand er von dem Bett auf und blickte Lan Wangji furchtlos in die Augen.
"Wie du es befiehlst, Hanguang-Jun."

Lan Wangji schluckte erneut, als Wei Wuxian im fahlen Mondlicht an seinem Bett stand und bereit war alles zu tun, was er sich von ihm wünschte. Sein Gesicht war zur hälfte von dunklen Schatten umgeben, als seine Hände an seinen Gürtel griffen und diesen langsam lösten.

Lan Wangji verspürte einen inneren Kick wie noch nie zuvor und ein elektrisches Gefühl zog sich von seinen Füßen ausgehend, durch seinen ganzen Körper.

Wei Wuxians Gürtel fiel mit einem Plopp zu Boden, als sich seine Robe löste und sein Kragen sich lockerte. Wei Wuxian griff mit beiden Händen in seinen Kragen und striff seine dunkle Robe von seinen Schultern.
Der schwere Stoff rutschte an ihm hinunter und sein nackter Oberkörper wurde freigelegt.

Die ganze Zeit über starrten die beiden sich aufgeregt an und keiner sprach ein Wort. Es lag eine gewisse Schwingung in der Luft und beide spürten wie ihr Puls in die Höhe schoss.

Wei Wuxian zog seine Stiefel aus und fasste als nächstes in seinen Hosenbund. Er öffnete den Knoten und striff alles an Stoff was er noch trug von seiner Hüfte.

Komplett nackt und entblößt stand er nun vor Lan Wangjis Bett.

Lan Wangji fuhr mit seinen Augen jeden Zentimeter von Wei Wuxians nacktem Körper ab und seine Augen starrten kühn und frech, so viel es ihnen beliebte.

Wei Wuxian spürte die kalte Luft auf seiner Haut und seine Nippel wurden leicht hart, als das kribbelnde Gefühl in seinem Körper seinen Höhepunkt erreichte und er leicht hart im Schritt wurde. Seine Wangen tauchten sich in ein zartes Rosé und seine Atmung wurde vor lauter Nervosität immer unruhiger.

Lan Wangji streckte seine Hand nach ihm aus.
"Komm" brummte es tief und erregt und Wei Wuxian legte seine Hand in Lan Wangjis und er setzte sich wieder zu ihm auf die Bettkante.

Lan Wangji fuhr mit seiner anderen Hand über Wei Wuxians Wange, hinunter über seinen Hals und kehrte auf seinem Nacken ein.
Er presste Wei Wuxians Kopf behutsam zu sich herunter und Lan Wangji platzierte einen zarten Kuss auf seine Lippen.
Ihre Hände waren noch immer fest umschlossen und sie spürten wie sie vor Aufregung ganz warm und schwitzig wurden.

Ihre schmalen Lippen und feuchten Zungen trafen und trennten sich voneinander und Lan Wangji spürte wie Wei Wuxians Haut eine feine Gänsehaut überzog.
Lan Wangji trennte ihre Lippen wieder voneinander und Wei Wuxian blickte ihn mit feurigem Blick an.
"Und jetzt?
Was kommt als nächstes?" hauchte Wei Wuxian nervös.

Lan Wangji zog seine Hände langsam wieder zurück.
Er fasste an seine weiße Bettdecke und schlug diese zur Seite.

Wei Wuxians Augen weiteten sich als er Lan Wangjis halb geöffnete Unterrobe sah und ein markant, steifes Glied welches sich provokant empor streckte.
Lan Wangji klappte seine Robe komplett zu den Seiten auf und sein nackter, geschundener Körper präsentierte sich Wei Wuxian.

Wei Wuxian schluckte und er spürte seinen Herzschlag in seiner Kehle, als Lan Wangji an seine rechte Hand fasste.
"Steig aufs Bett und kletter über mich herüber." sagte Lan Wangji leise.

Wei Wuxian starrte auf Lan Wangjis Hand die seine hielt. Lan Wangji streckte seine Hand nach oben und half Wei Wuxian auf die Bettkante zu steigen.
"Dreh dich um, mit dem Kopf zum Fußende." sagte Lan Wangji tief.

Wei Wuxian runzelte erst die Stirn, doch dann trat er vorsichtig über Lan Wangji herüber und drehte sich um. Er stand nun breitbeinig über Lan Wangjis Hüfte und blickte zum Fußende.
Lan Wangji berührte zärtlich Wei Wuxians Fesselgelenke.
"Komm nun herunter. Und geh auf alle vier. Aber sei vorsichtig."

Wei Wuxian verstand im ersten Moment noch nicht was er vor hatte, aber er ging langsam breitbeinig über Lan Wangji in die Hocke.
Dabei bemerkte er, dass er nun im Begriff war breitbeinig seinen blanken Hintern in Lan Wangjis Gesicht zu strecken und für einen Moment stieg in ihm die Scham auf.
"Lan Zhan...so ist richtig ja? Bist du dir sicher? ..." Fragte er unsicher.

"Hm" bestätigte Lan Wangji und er streckte seine Hände aus und berührte Wei Wuxians Hüfte. Er unterstützte ihn und zog ihn langsam zu sich herunter.

Wei Wuxian ging vorsichtig auf seine Knie und passte dabei sehr genau auf, nicht an Lan Wangjis verletzten Körper zu kommen.

Er stützte sich nun auf seinen Knien neben Lan Wangjis Oberkörper ab und seine Hände waren jeweils links und rechts von Lan Wangjis Oberschenkeln auf dem Bett. Sein Blick war zum Fußende gerichtet und vor seinem Gesicht ragte Lan Wangjis steifer Penis empor.
"Ähm...Lan Zhan...diese Pose...ist ein wenig ..." Stammelte Wei Wuxian wärend er spürte wie Lan Wangji plötzlich seinen Griff an seiner Hüfte festigte und ihn mit einem Ruck noch weiter nach oben zu seinem Gesicht heran zog.

"Ah" entsprang vor Schock und Erregund Wei Wuxians Lippen und er war sich ziemlich sicher, dass sein steifes Glied jetzt genau über Lan Wangjis Gesicht sein musste.

Wei Wuxian stieg die Wärme ins Gesicht und er spürte wie sein Puls immer weiter anstieg und sein Blut zu seiner Hüfte strömte, sodass sein Penis noch weiter anschwoll. Seine Beine begannen vor Aufregung leicht zu zittern und er schnappte nervös nach Luft.

"Schön oben bleiben." hörte Wei Wuxian noch Lan Wangjis tiefe Stimme als er plötzlich etwas warmes und feuchtes spürte, das über seine Spitze leckte.

"Ah!" stöhnte Wei Wuxian auf, doch in diesem Moment spürte er schon wie sein steifer Penis in Lan Wangjis feuchte Mundhöhle eintauchte und ihm ein Stromschlag ähnlicher Schauer durch den gesamten Körper fuhr.
Wei Wuxian krallte sich mit seinen Fingern in die Bettdecke und er warf seinen Kopf in den Nacken und schloss genüsslich seine Augen.
Seine Lippen öffneten sich als die feuchten Geräusche die Luft erfüllten und Lan Wangji begann an Wei Wuxians Penis geschickt herumzuspielen.

"Oh Gott...Lan Zhan...Wenn dein Onkel hiervon erfährt..." stöhnte Wei Wuxian auf und seine Hüfte begann zaghaft mit Lan Wangjis rhyhtmischen Bewegungen mitzugehen.
Wei Wuxian zitterte am ganzen Körper und er hatte Mühe sich oben zu halten. Die Geräusche, das Gefühl und diese Pose verdrehten ihm den Kopf und er gab sich seinem körperlichen Verlangen hin und vergaß alles andere um sich herum.

Er öffnete wieder seine Augen und er erblickte Lan Wangjis steifen Penis, der noch praller und größer angeschwollen war und sich ihm aufdringlich entgegen streckte.

Wei Wuxian schnappte ein paar mal nach Luft als er sich mit seinem Kopf weiter nach unten lehnte. Er löste seinen verkrampften Griff von seiner rechten Hand aus der Bettdecke und umschloss Lan Wangjis steifes Glied. Es war heiß und prall und Wei Wuxian spürte wie seine Erregung sich noch weiter steigerte, als er seinen Mund öffnete und Lan Wangji in seine warme Mundhöhle nahm.

Lan Wangji zuckte zusammen als Wei Wuxian begann im selben Rhythmus Lan Wangjis steifen Penis in seine Mund rein und wieder rausfahren zu lassen.

Der Raum erfüllte sich durch die vielen peinlichen Geräusche und ihr schnappen nach Luft wurde immer lauter.
Wei Wuxian spürte wie die Kraft aus seinen Gliedern fuhr und er sackte immer tiefer mit seiner Hüfte nach unten.

Lan Wangji festigte seinen Griff an Wei Wuxians Hüfte und stemmte ihn leicht nach oben.

"Lan...Zhan...Lan...Zhan... Verzeih mir...aber...ich..." jappste Wei Wuxian wärend seine Schenkel unkontrollierbar zu zittern begannen.
Er spürte wie der Durck sich in ihm immer weiter aufbaute und er war kurz davor zu kommen. Seine Hüfte wurde immer schwerer und seine Beine gaben nach.

Lan Wangji schnaufte angestrengt. Nicht nur, dass er mit seinem Mund beschäftigt war und schlecht Luft bekam, sondern er musste auch noch Wei Wuxians Hüfte nach oben stützen, wärend sein eigener Penis von einer warmen Mundhöhle und feuchten Zunge liebkost wurde.

Als ihre Kräfte sich dem Ende neigten und ihre Körper ihrem Höhepunkt nahe waren, befreite sich ihr unaufhörlich ansteigender Druck und sie kamen beide kurz nacheinander.

Wei Wuxian öffnete seinen Mund und stöhnte auf als sein weißer Samen pulsierend hinaus schoss und Lan Wangjis Kehle traf. Dieser schluckte schnell, als Wei Wuxian erneut seinen Penis in den Mund nahm und mit einem beherzten Griff sogar seine Hoden massierte.

Lan Wangji schnappte nach Luft als er zum Höhepunkt kam und der Druck endlich frei gelassen wurde. Wei Wuxian umschloss fest mit seinen Lippen Lan Wangjis pochendes Glied und er ließ nicht einen Tropfen, der milchigen Flüssigkeit, aus seinem Mund laufen.

Lan Wangji schloss seine Augen und seine Brust hob sich durch seine angestrengte Atmung stark auf und wieder ab, als Wei Wuxian mit zittrigen Hüften zu Schlucken begann und die Luft angestrengt durch seine Nase einzog.

Wei Wuxians Hüfte und sein Gewicht wurden währenddessen immer schwerer in Lan Wangjis Armen.
Der schnelle Puls, das heiße Feuer in ihren Körpern und das überwältigende Gefühl von Befriedigung schoss durch ihre Glieder. Von der Zehe bis zur Haarspitze und hinterließ ein betörendes Kribbeln, welches sich nur langsam wieder ausschlich.

Wei Wuxian jappste nach Luft.
"Lan..Zhan...ich...kann...mich...nicht...mehr...halten!"
Seine Arme knickten vorne ein und er rutschte auf seine Ellenbogen.

Lan Wangji nahm noch einmal seine Kraft zusammen und stemmte Wei Wuxians Hüfte nach oben und schob ihn langsam seitlich von sich herunter.
Wei Wuxian zog sein rechtes Bein und seinen Arm über Lan Wangji hinweg und legte sich seitlich neben ihm aufs Bett ab.
Er drehte sich auf seinen Rücken und beide lagen gegensätzlich zueinander auf dem Bett und starrten an die Zimmerdecke, wärend ihre schnelle Atmung die Luft erfüllte. Beide hatten jeweils neben ihren Köpfen die Füße des anderen und ihre Hände lagen flach auf dem Bett, neben ihren nackten Körpern.

Lan Wangji streckte seine Finger auf dem Bett aus und er berührte Wei Wuxians Hand.
Schnell umschlossen sich sie Finger in einer innigen Umarmung und sie spürten die Wärme des anderen.
Ihre Hände waren die einzige Stelle ihrer Körper die sich gerade berührten, aber die Hand einer geliebten Person zu halten, die Nähe und die Wärme des anderen zu spüren, ist manchmal intimer und bedeutender, als jeder noch so leidenschaftliche Kuss.

Einen Moment verharrten sie in dieser Position und niemand sprach ein Wort.
Als Wei Wuxian zu frösteln begann und sein aufgeregter Herzzschlag sich wieder langsam beruhigte, richtete er seinen Oberkörper auf.
Er griff mit seiner Hand einmal um, umschloss wieder sanft Lan Wangjis Hand in seiner und dann drehte er sich um und kletterte übers Bett zu Lan Wangji und legte sich Kopf an Kopf neben ihn.
Vorsichtig wühlte er nach der Bettdecke und schmiss sie mit seiner freien Hand über beide herüber und dockte vorsichtig mit seinem nackten Körper an Lan Wangji an.

Lan Wangji lehnte seinen Kopf auf die Seite und er drückte seine Wange an Wei Wuxians Kopf, welcher auf seiner Schulter ruhte.
"Das war gut."Flüsterte Wei Wuxian leise in Lan Wangjis Ohr.

Lan Wangji festigte zur Antwort den Griff seiner Hand und er brummte leise, wärend seine weißen Ohrläppchen sich in ein zartes Rosé tauchten.

Wei Wuxian schloss seine Augen. Er liebte die tiefe und ruhige Stimme von Lan Wangji und wie sein Körper leicht vibrierte, wenn er zur Bestätigung mit einem tiefen "Hm" leise brummte.

"Das Stück... Welches du gespielt hast als ich in der Höhle war...woher kanntet du es?" fragte Lan Wangji.

Wei Wuxian blinzelte ein paar mal und seine Wimpern strichen zart über Lan Wangjis Schulter.
"Von Madame Mao. Sie hat es mir gezeigt."

"Madame Mao?" fragte Lan Wangji verwundert.

"Ja. Als ich mit deinem Bruder und Tian dich gesucht hatte, wusste ich eines Abends nicht mehr was ich tun sollte. Ich war verzweifelt und hatte Angst...dich vielleicht nie wieder zu sehen.." Wei Wuxian hob seinen Kopf und blickte Lan Wangji an. In seinen Augen war ein helles Funkeln und sein Blick war sanft und ehrlich.
"Also hatte ich auf mein Bauchgefühl gehört und eh ich mich versah, war ich auch schon in Zhou Yong bei Madame Mao."

Lan Wangji schaute ihn verblüfft an.
"In der Nacht, oben im Wald. Warum waren du und Tian eigentlich mitten in der Nacht da oben?" fragte Lan Wangji weiter. Er schien in Redelaune zu sein und Wei Wuxian lief ein Grinsen übers Gesicht. Wahrscheinlich hatten die ganze Zeit über diese Fragen auf Lan Wangjis Zunge gelegen und er wartete auf den geeigneten Moment, in denen er sie endlich alle loswerden konnte.

"Warum möchtest du das wissen?" fragte Wei Wuxian spielerisch.
"Machst du dir Sorgen warum ich mitten in der Nacht alleine mit einem anderen Mann in einem Wald war?"
Wei Wuxian zog eine Augenbraue nach oben.

Lan Wangjis Blick verdunkelte sich und eine leichte Falte legte sich zwischen seine Augenbrauen.

Wei Wuxian bekam ein inneres Freudenfeuer, zu sehen, dass eine einfache überspitzte Bemerkung schon ausreichte um die Eifersucht in Lan Wangji zu entfachen, amüsierte ihn köstlich.
Er lehnte sich nach vorne und küsste behutsam auf Lan Wangjis Stirn.
"Keine Sorge, Hanguang-Jun. Du bist der einzige Mann mit dem ich das Bett teilen möchte." lächelte Wei Wuxian.
Lan Wangjis Augen weiteten sich und er drückte fest Wei Wuxians Hand als das Blut in seine Wangen schoss und seine weiße Haut in einen rötlichen Ton färbte.

"Haha" lachte Wei Wuxian leise. Er platzierte einen weiteren Kuss auf Lan Wangjis heiße Wange, als er unaufhörlich zu Schmunzeln begann.
"Es war mitten in der Nacht gewesen und ich hatte ein seltsames Bauchgefühl. Sagen wir eine Art Intuition." Erzählte Wei Wuxian. Dabei stützte er seinen Kopf in seiner rechten Hand ab, wärend er begann mit seiner linken Hand ihren festen Griff voneinander zu lösen und mit Lan Wangjis langen Finger umher spielte.
"Ich fand Tian oben auf der Waldlichtung. Mit unserer besagten Bao Meiming.
Eins kam dann zum anderen und wie aus dem Nichts tauchtest du plötzlich auf der Lichtung auf."

Wei Wuxian warf Lan Wangji einen fragenden Blick zu.
"Warum warst du eigentlich da oben?"

Lan Wangji schaute Wei Wuxian tief in die Augen. Dann ganz zaghaft wurden seine Gesichtszüge ganz weich. Es war fast eine Art Ironie und Sarkasmus in seinem Gesicht zu sehen.
"Ich hatte ein seltsames Bauchgefühl. Sagen wir eine Art Intuition." antwortet Lan Wangji trocken.

"Ey!" Wei Wuxian zwickte Lan Wangji vorsichtig in die Seite.
"Du kannst nicht einfach meine Worte nehmen und sie selber verwenden." mäckerte er im Spaß.

Lan Wangji schaute ihn einen Moment schweigend an.
Dann öffnete er wieder seinen Mund und begann mit regungsloser Miene und ruhiger Stimme:
"Ich hatte einen Traum.
Ich fühlte mich einsam und mir war kalt.
Dann plötzlich loderte ein Feuer in mir.
Mein Puls stieg an, mein Herz raste, meine Finger kribbelten.
Ich spürte ein heißes, ungebändigtes Verlangen in mir.
Das Blut in meinem Körper sammelte sich an einem bestimmten Punkt und meine Kehle wurde trocken."

Wei Wuxian sah ihn merkwürdig an und zog eine Augenbraue hoch.

Doch Lan Wangji fuhr fort:
"Meine Hände wurden schwitzig als ich dich in meinem Traum sah.
Du lagst nackt und vollkommen entblößt neben mir.
Deine zarten Lippen schimmerten und deine pinken Nippel lächelten mich an."

Wei Wuxian Stirn zog sich kraus und sein Gesichtsausdruck wechselte zwischen Interessiert und Schockiert hin und her.
- Was redet er da?- Dachte sich Wei Wuxian.

Lan Wangji: "Ich lehnte mich über dich und als ich deine Beine spreitzte und mich zwischen deinen heißen Schenkeln positionierte, spürte ich das pulsierende Verlangen.
Ich spreitzte dein kleines Loch und als ich mit meinem harten Penis näher kam und ihn tief in dich hin...Mhh...hmmmm..."

Wei Wuxian sprang hektisch auf und klatschte seine Hände vor Lan Wangjis Mund. Lan Wangjis Worte wurden versiegelt und außer ein Gemurmel hinter seiner Hand, hörte man nichts mehr. Wei Wuxians Augen waren weit aufgerissen und sein Gesichtsausdruck glich einer panischen Katze die ins Wasser gefallen war.
Schockiert öffnete er den Mund.
"Oh Gott, Lan Zhan! Was redest du da?"

Lan Wangji blickte ihn unschuldig an. Er griff an Wei Wuxians Hände und löste sie von seinem Mund.
"Du hast gesagt ich soll meine eigenen Worte finden." antwortete er trocken.

Wei Wuxian riss seine Augen noch weiter auf.
"Himmel ja, aber wenn das deine eigenen Worte sind dann bleiben wir doch lieber bei meinen!" sagte Wei Wuxian entrüstet und er schüttelte den Kopf.
- Was für ein Schock, so welche Worte aus dem Mund von dem ehrenvollen und disziplinierten Lan Wangji zu hören.- Dachte sich Wei Wuxian als er sich über die Stirn strich und leise lachen musste.
"Du machst mich echt manchmal sprachlos. Plötzlich so ein perverses Zeugs zu plappern.
Wer weiß was noch alles für Gedanken in deinem kleinen Kopf umherschwirren und sich hinter deinem zu unrecht aufrichtigem und zurecht schönen Gesicht verbergen?"
Wei Wuxian schüttelte den Kopf als er Lan Wangji entrüstet ansah und mit seinem Zeigefinger gegen seine Stirn schnippste.

Doch dieser starrte ihn regungslos an und außer das Blinzeln seiner Augen bewegte sich nichts in seinem Gesicht.

Wei Wuxian stutzte und die beiden Blickten sich schweigend an, als plötzlich Lan Wangjis Ohrläppchen sich dunkel rot färbten. Und auch an seinem Hals schoss das Blut unter die Haut und kroch langsam seine Wangen hinauf.

Wei Wuxian lief ein Schauer über den Rücken und sein Gesicht verzog sich kraus als sein Herz einen Schlag aussetzte.
"Schluss jetzt! Hör auf zu Denken!
Oh Gott, Lan Zhan du machst mir Angst!" Quikte Wei Wuxian los, wärend er schnell mit seinen Händen Lan Wangjis Augen bedeckte.
Wei Wuxian spürte die Wärme die von Lan Wangjis heißem Gesicht ausging.

Lan Wangji fasste an Wei Wuxians Handgelenke.
"Wei Ying..." sagte er mit tiefer Stimme.

"Ich nehme erst die Hände weg wenn du aufhörst zu denken!" sagte Wei Wuxian hastig.

Lan Wangji verharrte in seiner Position und er ließ seine Hände um Wei Wuxians Handgelenke locker.

Wei Wuxian, der spürte das Lan Wangji die Kraft aus seinem Griff zurück nahm seufzte erleichtert auf.
"Aufgehört mit Denken?"

"Hm" nickte Lan Wangji bestätigend.
Behutsam festigte Lan Wangji wieder seinen Griff und er nahm Wei Wuxians Hände von seinem Gesicht.
Lan Wangji öffnete seine Augen und die beiden blickten sich an.

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Wei Wuxian saß auf seinen Beinen, dicht neben Lan Wangji auf dem Bett. Die weiße Bettdecke war an ihm herunter gerutscht und bedeckte gerade noch so seinen Schoß.
Die kalte Nachtluft zog unter die Bettdecke und kühlte ihre nackten Körper aus.

Lan Wangjis hellen Augen funkelten als er es noch einmal versuchte.
"Wei Ying...
Das Lied, welches du auf deiner Flöte gespielt hattest...
Wie ist der Name?"

Wei Wuxians Augen weiteten sich.
Er versuchte seine Hände aus Lan Wangjis Griff zu lösen, doch er wurde festgehalten.

Lan Wangjis Blick war eindringend und bedeutend und Wei Wuxian wollte zwar seinen Blick abwenden, aber er war wie gefesselt.
Er schluckte einmal schwer, als sich langsam seine Lippen öffneten.
"...Es.."

Lan Wangji:" Es?"

Wei Wuxian versuchte es erneut. Er wurde plötzlich ganz nervös und es war ihm fast peinlich den Namen des Liedes und die Bedeutung die dahinter steckte auszusprechen.
"...Es...war...das Lied der Liebenden!" Flüsterte er leise.

Lan Wangjis Augen weiteten sich und durch den Schock, der durch seine Glieder lief, festigte er unkontrollierbar seinen Griff an Wei Wuxians Handgelenken.
Seine Augen funkelten und sein Herz schlug kraftvoll in seiner Brust.
"Das Lied der Liebenden?" fragte Lan Wangji noch einmal leise nach.

Wei Wuxian zog an seinen Handgelenken, doch Lan Wangji ließ ihn nicht gehen. Er spürte eine leichte Wärme in seinem Gesicht und sein Herz fing an zu flattern.
"...Ja..." Hauchte er zur Bestätigung noch einmal leise.

Lan Wangji öffnete erneut seine schmalen Lippen.
"Und es hat funktioniert. Das heißt..." Lan Wangji stockte untypischerweise mitten in seinem Satz.
Er war sprachlos und er wurde von einem dermaßenem Glück durchströmt, dass seine Hände leicht zittrig wurden.
"Das heißt...das du für mich absolut gleichwertig empfindest..." hauchte Lan Wangji.

Wei Wuxian hatte zwar schon einmal zu Lan Wangji gesagt, dass er ihn lieben würde. Aber in der Nacht war Wei Wuxian betrunken gewesen und obwohl Lan Wangji diese Worte sehr genossen hatte, so wusste er doch, dass es eben nur die Worte eines Betrunkenen waren.

Wei Wuxian blickte in Lan Wangjis glasige Augen. Er wusste, dass genau jetzt der Zeitpunkt gekommen war, in dem er es ein für alle mal aussprechen musste. Es so deutlich in Worte fassen, dass es für niemandem missverständlich war. Es so ehrlich und aufrichtig über seine Lippen bringen, dass es keinen Platz mehr für Irrtümer gab und er endlich, auch vor Lan Wangji, seinen Gefühlen eine Stimme geben musste.

Wei Wuxian holte einmal tief Luft.
"Lan Zhan! Lan Wangji!
Ich habe dich unglaublich gern. Ich mag dich. Mehr als das sogar!
In den vergangenen Monaten habe ich mich in dich verliebt!
Ich will nur dich, niemanden sonst.
Du musst es sein!
Und das meine ich absolut ernst und es kommt aus tiefstem Herzen!
Ich habe dich lange warten lassen!
Aber jetzt bin ich bereit um es dir zu sagen!"

Lan Wangjis Griff um Wei Wuxians Handgelenke festigte sich erneut.
Die kalte Luft auf ihren Körpern war plötzlich wie verflogen. Ihre Haut wurde heiß und ihre Herzen schlugen laut und kräftig.

Lan Wangjis Lippen begannen zu zittern und seine hellen Augen strahlten wie nie zuvor.

Wei Wuxian lächelte Lan Wangji an. Ihm mit seinen Worten so einen Ausdruck zu entlocken, entfachte ein überglückliches Gefühl in ihm.

"Ich liebe dich, Wei Ying!" hauchte Lan Wangji und er löste seine Hände von Wei Wuxians Handgelenken, packte ihn am Nacken und am Kinn und zog ihn zu sich herunter.

"Ah" Wei Wuxian erschrak durch den kräftigen Zug und er stützte sich vorsichtig neben Lan Wangjis Schultern ab, wärend seine Lippen leidenschaftlich auf Lan Wangjis gepresst wurden.
Sie küssten sich hingebungsvoll und vor lauter Aufregung vergaß Wei Wuxian fast zu atmen.

Lan Wangji saugte fest an Wei Wuxians Lippen und immer wieder, biss er in die zarte Haut.
Sein Griff in Wei Wuxians Nacken war so kraftvoll, dass er ihm keinen Zentimeter Luft zum Bewegen ließ und Wei Wuxian hatte bei so viel Ekstase mühe sich auf seinen Händen abzustützen.

Ihr lautes Schnappen nach Luft und die feuchten Kussgeräusche klingelten in ihren Ohren und wäre Lan Wangji nicht noch verletzt gewesen, so hätte er die Selbstbeherrschung gänzlich verloren.

Ihre Lippen trennten sich wieder von einander und beide schnappte nach Luft.
Lan Wangji strich zart über Wei Wuxians Wange als ihre Blicke sich trafen.

Wei Wuxians Blick fiel plötzlich auf Lan Wangjis kurze, dicke Haarsträhne. Sofort legte sich ein dunkler Schatten über sein Gesicht und er richtete seinen Oberkörper wieder auf.

Lan Wangjis Hände striffen von seiner Wange und seinem Nacken und er legte sie wieder auf der hellen Bettdecke ab.
"Was ist?" fragte Lan Wangji leise.

Wei Wuxian machte einen unglücklichen Gesichtsausdruck.
Er seufzte einmal leise auf, als er seine Hand ausstreckte und zärtlich die schwarze Haarsträhne berührte. Er ließ sie spielerisch durch seine Finger gleiten und schaute bekümmert drein.
"Deine schönen Haare. Und ich habe sie abgeschnitten.
Wie schaust du denn jetzt aus, ich habe deine Erscheinung ruiniert..." sagte er bekümmert.

"Was kümmert mich meine Erscheinung, wenn ich dafür dein Leben retten konnte?
Es sind nur Haare. Sie werden wieder wachsen!" sprach Lan Wangji ruhig und blickte in Wei Wuxians trauriges Gesicht.

Wei Wuxians Augen weiteten sich.
"Aber..." stammelte er leise, wärend er weiterhin die Haarsträhne durch seine Finger gleiten ließ.
"Es wird viele Jahre dauern, bis sie wieder so lang wie vorher sind! Wie kann ich das nur wiedergutmachen?"

Lan Wangjis Mundwinkel bogen sich ganz sachte nach oben und ein feines Lächeln blitzte kurz über seine schmalen Lippen.
Er schnaufte einmal leise die Luft durch seine Nase.
"Dann bleib bei mir, an meiner Seite, die vielen Jahre und sieh ihnen beim wachsen zu, bis sie wieder ihre alte Länge erreicht haben." Sagte er leise als er seine Hand ausstreckte und Wei Wuxians Hals berhührte. Die rot-lilanenen Male waren schon fast verschwunden und nur noch ein Schatten war von ihrer einstigen Grausamkeit zu sehen.

Wei Wuxian lächelte verschmitzt als er sich langsam nach vorne lehnte und die kurze Haarsträhne an seine Lippen führte.
Er küsste sie sachte als er flüsterte:

"Second Master Lan Wangji...
Du wirst alle Messer und Scheren in der Cloud Recesses verstecken müssen! Nicht, dass ich noch mal nachschneide, nur um die Jahre herauszuzögern."


Bao Tian saß noch immer am offenen Fenster und starrte hinaus in die Dunkelheit. Sein Blick fiel immer wieder auf die dunkle Holztür zu Lan Xichens Raum.
Seine Seele war unruhig und seit der emotionalen, leidenschaftlichen Nacht in der Gaststätte lag ein dunkler Schleier auf seiner sonst so unbefangenen und lebensfrohen Art.

Bao Tian atmete einmal tief ein und er fasste einen Entschluss. Er wusste, dass er es nicht ewig vor sich herschieben konnte und sein Herz verlangte es nach einem klärenden Gespräch. So unangenehm es ihm auch war, aber er musste mit Lan Xichen noch einmal darüber sprechen. Es totzuschweigen und versuchen zu vergessen, war keine Option für ihn.

Er stand auf und die Decke rutschte von seinem Schoß auf den kalten Fußboden.
Seine Atmung wurde unruhig und das Blut schoss durch seinen Körper. Ein nervöses Gefühl machte sich in seiner Brust breit und seine Finger kribbelten vor Aufregung.
Seine nackten Füße patschten über den kalten Fußboden und seine Schritte leiteten ihn vor die große dunkle Tür.
Er legte seine Hand auf den Türgriff und atmete noch einmal tief ein.

- Wie solle er nur anfangen? Was solle er nur sagen?- Bao Tians Gedanken waren sich uneinig und flogen in seinem Kopf wild umher.

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Leise schob er die Tür auf und er linste in den Raum hinein.
Er entdeckte ein schwaches Licht einer Kerze als er plötzlich eine vertraute, sanfte Stimme vernahm.

"Komm herein."
erklang Lan Xichens Stimme.

Bao Tians zuckte zusammen und er blickte erschrocken in den Raum.
Er sah Lan Xichen im fahlen Kerzenschein auf seinem Bett sitzen.

Seine langen, schwarzen Haare lagen offen an seinen Schultern herunter und er trug seine schlichte, weiße Robe für die Nacht.
Er saß kerzengerade und adrett auf seinem Bett und die Füße standen ruhig nebeneinander auf dem Fußboden, wärend seine Hände mit ihren Handinnenflächen auf seinen Schenkeln ruhten.
Sein Schwert lag neben ihm auf dem Bett und sein Gesicht tauchte sich durch das Flackern der Kerze in ein mystisches Licht.

Bao Tian schob vorsichtig die Tür weiter auf und trat in den Raum hinein.

Lan Xichens lächelte ihn sanft an und seine Augen funkelten.
"Ich habe auf dich gewartet!
Ich wusste, dass du irgendwann zu mir kommen wirst!" sagte er leise aber mit klarer Stimme.

Bao Tian schluckte und er schloss leise die Tür hinter sich. Er schaute unsicher zu Boden.
"Bin ich so leicht zu durchschauen...?" sagte er leise.

"Komm her!" sagte Lan Xichen und Bao Tian spürte wie die Nervosität in ihm anstieg.
Mit bedachten, großen Schritten ging er auf Lan Xichen zu und blieb mit einem respektvollem Abstand genau vor ihm stehen. Sein Blick war zum Boden gerichtet.

Lan Xichen stand von seinem Bett auf und blickte ihn an.
"Du bist unsicher geworden, Tian.
So kenne ich dich gar nicht.
Möchtest du mich denn nicht einmal ansehen?"

Bao Tian spürte ein nervöses Stechen in seiner Brust als er langsam seinen Blick anhob.
Der Raum, das Licht, die Atmosphäre, die Nähe und Lan Xichens Anblick machten ihn so unruhig wie noch nie zuvor.

Ihre Blicke trafen sich und Bao Tian öffnete seine Lippen, doch kein Ton verließ seine Kehle.

Lan Xichen lächelte ihn verständnisvoll an.
"Du möchtest über die Nacht im Gasthof sprechen?"

Bao Tians Augen weiteten sich und er spürte eine aufbrausende Wärme und das eher unbekannte Gefühl von Scham in seiner Brust.

Lan Xichen sah Bao Tians Unsicherheit in seinen Augen und er ergriff erneut das Wort.
"Ich wollte dir in jener Nacht den Kummer von deinem Herzen nehmen. Dein Geist und deine Seele befreien, dein körperliches Verlangen stillen und dir deine unbefangene Art und Lebensfreude wieder geben.
Aber es scheint so, dass meine Tat eher das Gegenteil ausgelöst hat. Du bist rastlos und nachdenklich geworden und dein Herz scheint fast noch bekümmerter als vorher.
Verzeih mir, Tian, das wollte ich nicht!"

Bao Tian zuckte zusammen.
"Nein!
...Nein...so ist es nicht!
Ich..." Stammelte er los. Er war erschrocken darüber wie leicht Lan Xichen die richtigen Worte finden konnte und wie er so ruhig darüber reden konnte, wo ihm doch selbst jedes Wort in der Kehle stecken blieb.
"Es ist nur..." fuhr er fort.
"Ich fühlte mich so schlecht nach dieser Nacht. Das Opfer das du für mich gebracht hast...
Ich dachte ich hätte alles kaputt gemacht.
Deine Güte war zu viel für mich und mein Herz wurde rastlos. Ich wusste nicht wie ich dir wieder gegenüber treten sollte.
Was du nun von mir dachtest...
Du musst dich nicht bei mir entschuldigen. Für rein gar nichts!"
Bao Tian ging auf seine Knie und kniete sich vor Lan Xichen hin. Sein Blick war wieder nach unten gerichtet und seine rechte Hand krallte sich in seinen Kragen.

Er kniff die Augen angestrengt zusammen und jedes Wort das seine Kehle verließ brachte seine Stimme zum Beben.
"Die Nacht...war...schön! Ich möchte sie nicht missen.
Und ich danke dir dafür.
Aber es änderte nichts daran, dass ich seit dem Morgen danach das Gefühl hatte dich zu verlieren. Das das, was zwischen uns war, nun für immer zerstört wurde.
Ich fühlte mich so schlecht und schämte mich für mein Verhalten.
Das du...für...jemanden...wie mich..."
Bao Tians Stimme wurde ganz dünn und seine Augenbrauen zogen sich kraus wärend seine Hand sich so fest in seinen Kragen krallte, dass seine Knöchel weiß anliefen.

"Tian...!" sagte Lan Xichen sanft.

"Nein!" sagte Bao Tian hastig.
"Du musst nichts sagen. Ich bin es der sich entschuldigen muss! Für alles, für alles was in diesen Tagen geschehen ist. Es ist alles meine Schuld. Wäre ich nur nicht so schwach gewesen."
Bao Tian stützte seinen Oberkörper auf seinen Händen ab und er begann sich tief vor Lan Xichen zu verneigen. Seine Nase berührte fast den Fußboden und er ließ seinen Emotionen freien lauf.
"Durch mein Versagen, wurdet ihr alle gefährdet.
Wangjis Verletzungen sind meine Schuld. Ihr alle musstet meine Fehler wieder gerade richten.
Und gerade du, der Anführer des Gusu Lan Clans, musstest meine Seele retten und meine Wunden lecken, wobei ich es doch sein sollte, der dich vor allem Unheil beschützten sollte.
Ich schäme mich so und wenn ich alles ungeschehen machen könnte so würde ich es tun.
Dann hättest du wenigstens nicht auch noch deine Ehre hergeben müssen, indem du dich mir hingegeben hast...!"
Hauchte Bao Tian mit zittriger Stimme und seine Augen wurden glasig wärend er sein Gesicht fest auf den Fußboden drückte.
"Ich sollte eher bestraft werden, für mein Handeln anstatt durch deine Hand noch Güte und Zuneigung zu erfahren." Hauchte er.

"Wünscht du, bestraft zu werden?"
Klang Lan Xichens Stimme von oben. Sie war sanft wie immer, aber sie hatte einen strengen Unterton.

Bao Tian stockte für einen Moment.
Er kauerte am Boden und legte seine Stirn auf den kalten Boden. Er atmete einmal tief ein als er mit ruhiger Stimme antwortete.
"Ja! Eine Strafe durch deine Hand zu erfahren ist leichter zu ertragen als jeden Tag aufs Neue, durch deine bedingungslose Güte an mein Fehlverhalten erinnert zu werden! Ich bin es nicht Wert, so viel von deiner Wärme zu erhalten!"

Plötzlich hörte Bao Tian den Klang von schwerem Metall.
Lan Xichen zog sein Schwert aus seiner Scheide und Bao Tian schluckte schwer.
Seine Augen weiteten sich und er spürte wie sein Puls begann anzusteigen.
Für eine Sekunde hatte er nicht daran geglaubt, dass Lan Xichen tatsächlich seiner Bitte nachkommen würde.
Doch jetzt, wo sein Herz ihm bis zum Hals schlug und er ein ängstliches Kribbeln in seinem Körper verspürte, schloss er akzeptierend seine Augen.

- So ist es richtig- Dachte er sich als er noch einmal tief Luft holte und sein Leben in Lan Xichens Hände legte.
Bao Tian wartete auf einen gleißenden Schmerz und die Vergeltung seines Herrn, die auf ihn herein fallen würde wie ein Donnerschlag.

Doch nichts passierte.

Vorsichtig hob er seinen Kopf vom Fußboden an, als er plötzlich die kalte, metallende Klinge von Lan Xichens Schwert an seinem Kinn spürte.
Bao Tian riss die Augen weit auf und Lan Xichen drückte seinen Kopf mit der Klinge nach oben und hob damit seinen Blick an.

"Tian, sieh mich an!" sagte Lan Xichen bestimmend.

Bao Tian ließ seinen Blick von dem Schwert anheben und er streckte seinen Kopf in den Nacken. Die Klinge war scharf und kalt und er wagte es nicht, sich auch nur einen Zentimeter zu rühren.
Er schluckte schwer als er nach oben sah.
Er blickte an der hellen, leuchtenden Klinge hinauf, an dessen Ende eine zarte Hand, entschlossen das Heft umklammerte.

Lan Xichen blickte ihm direkt in die Augen und von unten, sah er noch mächtiger und schöner aus so wie er dort stand.
Seine langen Haare hingen seicht an seinem Rücken hinunter und die weiße, schlichte Robe reflektierte den Kerzenschein welcher sein anmutiges Gesicht in ein Spiel aus Licht und Schatten tauchte.

Bao Tians Mund öffnete sich leicht vor Staunen und es schoss ihm ein elektrisierender Impuls durch den Körper als er durch Lan Xichens respekteinflößende Erscheinung wieder daran erinnert wurde, wem er die Treue geschworen hatte.

"Wer ist dein Herr, Tian?" sagte Lan Xichen dominant.

Bao Tians Augen weiteten sich.
Seine Lippen öffneten sich und seine Stimme war klar und entschlossen.
"Du, Huan!"

Lan Xichen:
"Wer hat dir ein Dach über den Kopf und ein zu Hause gegeben, wohin du immer wieder zurückkehren kannst, nachdem du alles verloren hattest?"

Bao Tian:
"Du, Huan!"

Lan Xichen:
"Wer hat dir Kleider und etwas zu Essen gegeben, nachdem du frieren und Hunger leiden musstest?"

Bao Tian:
"Du, Huan!"

Lan Xichen:
"Wer gab dir einen neuen Sinn in deinem Leben, nachdem alles Licht in deinen Augen erloschen war?"

Bao Tian:
"Du, Huan!"

Lan Xichen:
"Und wer behandelt dich wie sein eigen Fleisch und Blut und liebt dich wie seinen eigenen Bruder?"

Bao Tian:
"Du, Hu..."
Bao Tian stockte und die letzte Silbe blieb in seiner Kehle stecken.

Plötzlich wurden Lan Xichens Gesichtzüge wieder ganz zart und seine Stimme wurde leise und fein.
Er zog sein Schwert zurück und bückte sich zu Bao Tian herunter.
Er lächelte ihn sanft an, wärend er seine Hand ausstreckte und Bao Tians Wange berührte.
"Du hast nichts, absolut gar nichts getan, was es rechtfertigen würde, dass ich dich mit meiner eigenen Hand bestrafe!"

Bao Tian starrte Lan Xichen fassungslos in seine liebevollen Augen, wärend er seinen Worten lauschte.

"Tian,
ich ehre dich wie einen Vater,
ich liebe dich wie einen Bruder
und ich schätze dich wie einen Freund!
Ich brauche dich Tian.
Ich brauche dich an meiner Seite.
Und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dein unbeschwertes Lachen für immer an meiner Seite zu haben!"

Bao Tians Augen füllten sich mit Tränen und Lan Xichens Worte fluteten seinen Körper und er spürte eine unglaubliche Wärme die durch sein Herz strömte und seiner gebeutelten Seele Liebe und Frieden schenkte.

Lan Xichen zog seine Hand wieder zurück und er richtete sich langsam wieder auf. Er blickte auf Bao Tian herunter, in seiner rechten Hand hielt er noch immer sein Schwert fest umschlossen und seine Erscheinung war wieder kaiserlich schön und noch immer kniete Bao Tian voller Demut vor ihm.

Lan Xichen erhob erneut seine Stimme.
"Bao Tian, hiermit frage ich dich erneut ob du mir die Treue schwörst und du mir in den Guten sowie in den Schlechten Zeiten beseite stehen wirst?"

Bao Tian blickte ehrfürchtig in Lan Xichen Augen und sein Körper durchströmte eine furchtlose Befriedigung.
Seine Gedanken schweiften in erinnerungen vergangener Tage und er fühlte sich in die Zeit vor 10 Jahren zurückversetzt. Damals kniete er genauso vor Lan Xichen und der einzige Gedanke der seinen Körper flutete war:
-Ja er ist es! Mit diesem Mann werde ich mitgehen und ihm die Treue schwören!-

Eine einzelne Träne kullerte von Bao Tians Wange hinunter in seinen Ausschnitt, als er sich nach vorne lehnte und mit seiner Hand die Klinge von Lan Xichens Schwert berührte. Vorsichtig hielt er es fest, wärend er sich näher heran lehnte und mit seinen Lippen auf die blanke Klinge küsste.

Mit entschlossener und lauter Stimme sprach er:
"Ich werde dein Schwert sein,
Ich werde dein Schild sein.
Ich werde dein Licht sein und dein Schatten.
Ich werde dich lieben und ehren und bis zu dem Tag meines letzten Atemzugs an deiner Seite stehen.
Nichts und niemand soll uns trennen.
Ich gebe mein Leben in deine Hände und vertraue auf deinen Mut, deine Weisheit und deine Kraft."

Bao Tian fasste an Lan Xichens weiße Robe und führte den Stoff an seine zittrigen Lippen.
Behutsam küsste er den weißen Stoff.

Seine Hand streckte sich erneut aus und vorsichtig berührte er mit seiner rechten Hand Lan Xichens Fesselgelenk.
Er stellte einen Fuß auf und hob dann behutsam Lan Xichens Fuß an.
Er stellte ihn sanft auf seinem Knie ab, als seine Lippen die zarte Haut berührten.

Langsam richtete Bao Tian wieder seinen Blick nach oben und er stellte Lan Xichens Fuß wieder sanft auf dem Fußboden ab.

Lan Xichen schenkte ihm ein glückliches Lächeln und er lehnte sich nach vorne und küsste auf Bao Tians Stirn.

Er streckte seine linke Hand nach ihm aus.

"Komm, steh auf, mein Freund!" seine Stimme war ruhig und lieblich.

Bao Tian fasste an seine schmale Hand und er ließ sich von ihm nach oben ziehen und er kam wieder in die Aufrichtung.

Einen Moment standen beide voreinander und keiner sprach ein Wort. Sie blickten sich tief in die Augen und der fahle Kerzenschein tauchte ihre Gestalten in ein faszinierendes Lichtspiel.

Der heutige Abend hatte das Band zwischen den beiden noch tiefer gefestigt und die verbotene Nacht im Gasthaus wurde zu einer bittersüßen Erinnerung, welche sich tief in ihre Herzen brannte und dort für immer unter dem Mantel des Schweigens unangetastet schlummern sollte.