Chapter 16.9
Das gemeinsame Mittagessen ging zu Ende und eine große Menschenmasse strömte aus dem Pavillon. Jiang Cheng spaltete sich schnell von den anderen ab und schlenderte eine Weile alleine durch die Cloud Recesses. Es war viele Jahre her, als er als junger Mann zum studieren hierher gekommen war. An fast jedem Baum, an jedem Stein, in jedem Raum und sogar in der Luft lagen viele Erinnerungen an vergangene Tage.
Eine tiefe Falte legte sich zwischen seine Augenbrauen, als die vielen Erinnerungen seine Gedanken fluteten.
An einer kleinen Brücke blieb er schließlich stehen und er rieb sich mit seinen Fingern angespannt über seine Schläfen.
Sein Kopf begann zu brummen als er unaufhörlich Wei Wuxians Gesicht vor sich sah, geschmückt mit einem breiten Grinsen über beide Ohren, welches seinen nächsten Streich schon schadenfroh ankündigte.
„Sinnloses Zeugs, Erinnerungen die kein Mensch braucht..." Nuschelte er zu sich selbst, während die nachdenkliche Falte zwischen seinen Augenbrauen immer tiefer wurde.
Er lehnte sich nach hinten, auf den Handlauf der kleinen Steinbrücke und schaute auf das fließende Wasser, welches so unbesorgt und mit einer ausgesprochenen Leichtigkeit unter ihm hindurch Floss.
Er sah sich selbst in dem Wasser spiegeln und sein Gesichtsausdruck war kühl und angespannt. Sein lilanes Haarband wehte seicht im Wind und ein paar Strähnen seines dunklen Haares hingen ihm im Gesicht. Einen Moment betrachte er sich selbst noch im Wasser, als er plötzlich ein paar leise Schritte hinter sich vernahm.
Jiang Cheng drehte sich ruckartig um, als er plötzlich Madame Mao hinter sich entdeckte.
Sie lächelte ihn freundlich an und begrüßte ihn mit einer respektvollen Handgeste.
„Oh verzeiht, ich wollte euch nicht erschrecken!"
Jiang Cheng starrte diese unbekannte Frau sprachlos an. Sie wirkte anmutig und stolz, ihre langen Haare waren elegant nach hinten zusammengebunden und das Sonnenlicht reflektierte sich auf ihren purpur roten Lippen.
„Wer seid ihr?" Fragte er schließlich kurz und knapp.
Madame Mao legte ihren Kopf leicht schräg.
„Ich bin Madame Mao. Aber das ist auch nicht so wichtig. In eurer Welt bin ich ein niemand, daher müsst ihr euch nicht unbedingt an mich erinnern."
Jiang Chengs Augen weiteten sich leicht. Ihr Antlitz, ihre Silhouette, ihr Stil, ihr Duft. Irgendwie kam ihm diese Frau bekannt vor. Sie hatte fast eine magische Anziehungskraft auf ihn und Jiang Cheng wusste nicht wieso, aber irgendwie schien diese Frau sein Interesse auf sich zu ziehen.
„Was tut ihr dann hier in der Cloud Recesses, wenn ich fragen darf?"
Madame Mao legte ihre Hände auf die Steinbrücke und lehnte sich seitlich an.
„Ich bin als Gast angereist mit meinen zwei Mädchen. Vielleicht habt ihr sie schon gesehen.?!
Ich bin Schneiderin und ein Mitglied des Gusu Lan Clans."
Madame Maos Mundwinkel bogen sich leicht nach oben, während sie mit ihren langen Fingern durch ihr dunkles Haar striff.
Jiang Cheng runzelte die Stirn.
„Schneiderin und Mitglied des Gusu Lan Clans? Eine außergewöhnliche Kombination." Sagte er misstrauisch.
Madame Mao lachte leise.
„Außergewöhnlich vielleicht aber man weiß nie was das Schicksal für einen bereit hält. Ich denke es gibt noch ganz andere „außergwöhnliche" Kombinationen in der Welt der Cultivation, die das Schicksal zusammengefügt hat.
Da wäre eine Schneiderin zu Gast in der Cloud Recesses noch recht harmlos."
„Hmpf" Schnaufte Jiang Cheng und schaute wieder auf das plätschernde Wasser.
„Und ihr, wenn ich fragen darf? Oder schickt es sich nicht für eine Frau nach den Belangen eines Sect Leaders zu fragen?"
Madame Mao schmunzelte vergnügt Jiang Cheng an, als dieser etwas entrüstet dreinschaute.
„Es...schickt sich nicht." Sagte er schließlich kühl und abweisend und er wendete seinen Blick wieder von ihr ab. Dabei trat seine nachdenkliche Falte zwischen seinen Augenbrauen noch offensichtlicher hervor.
Doch Madame Mao lies nicht locker. Sie kniff ihre Augen zusammen und lächelte ihn an.
„Verratet ihr mir dann, warum in euerm Gesicht, eine dauerhaft bekümmerte Zornesfalte ist?"
Sie tippte symbolisch mit ihrem Zeigefinger zwischen ihre eigenen Augenbrauen.
Jiang Cheng schaute sie entrüstet an und runzelte noch stärker seine Stirn. Sein Blick war nun noch ernster und er verschränkte abwehrend die Arme vor seiner Brust.
Doch Madame Mao war zu selbstsicher als das sie sich davon einschüchtern ließe und so machte sie sogar noch einen Schritt auf ihn zu.
„Ohje!" Sagte sie sachte.
„Jetzt habe ich es noch schlimmer gemacht. Diese Falte dort..." Madame Mao streckte vorsichtig ihre Hand nach Jiang Cheng aus.
Dieser weitete seine Augen und ging ein paar Schritte zurück, doch Madame Mao ging weiter auf ihn zu und erhöte den Druck.
Schließlich berührte er mit seinem Rücken das gegenüberliegende Geländer der Brücke und kam abrupt zum stehen.
Madame Mao steckte ihren Zeigefinger noch weiter nach ihm aus und sie berührte ganz sachte Jiang Chengs Nasenwurzel. Ihr Finger ruhte zwischen seinen Augenbrauen und sie öffnete leicht ihre roten Lippen.
„Diese Falte gehört hier nicht hin. Sie ist hausgemacht. Ihr müsstet dran arbeiten, dass sie wieder verschwindet. Aber so etwas ist gar nicht so einfach, schließlich sitzt sie tief und ist direkt mit eurem Herzen verbunden."
Jiang Chengs Augen weiteten sich und er wusste nicht wieso er die Berührung und Nähe dieser Frau zuließ, aber für den Moment konnte er sich einfach nicht rühren und starrte sie sprachlos an.
Über Madame Maos roten Lippen flog ein sanftes Lächeln.
„Es ist zu schade, wenn sie bleiben würde. Es entstellt ein wunderschönes Gesicht. Ihr wäret deutlich attraktiver, Sect Leader Jiang Cheng, wenn über diese Lippen mal ein Lächeln, statt forsche Worte kommen würden."
Madame Mao strich mit ihrem Zeigefinger über Jiang Chengs Nase hinunter bis über seine Lippen.
„Eure Seele quält sich. Zu viele Sorgen und Schatten aus der Vergangenheit liegen auf eurem Herzen und ihr könnt sie nicht los lassen. Ihr müsst euch davon lösen, das ist ein ernst gemeinter Rat, sonst wird es euch noch bis in den Tot verfolgen."
Jiang Cheng zuckte zusammen und wie aus einem Traum gerissen kam er endlich zur Gesinnung. Seine Augen waren geweitet und er schlug vorsichtig Madame Maos Hand aus seinem Gesicht.
„Schluss jetzt..." Sagte er verärgert.
Entsetzt starrte er sie an, als ihr intensiver Blick tief in ihn eindrang und er für eine Sekunde das Gefühl hatte, dass sie tief in seine Seele geblickt hatte. Er fühlte sich plötzlich nackt, seines Körpers beraubt und das seine Seele, tiefsten Gedanken und Emotionen für jemand fremdes sichtbar waren.
Madame Mao grinste zufrieden, doch sie wich keinen Schritt weiter zurück. Im Gegenteil, furchtlos kam sie ihm sogar noch etwas näher, sodass Jiang Cheng sich mit beiden Händen am Geländer abstützte und schon anfing sich nach hinten über die Brücke zu lehnen, um etwas Abstand zu wahren.
Madame Mao lehnte sich nach vorne. Ihr Blick fest auf Jiang Cheng gerichtete.
„Euch fehlt etwas im Leben. Etwas ganz entscheidendes.
Etwas das eure Seele vergessen lässt, euren Geist zur Ruhe bringt und euer Herz zum brodeln. Etwas nachdem wir uns alle sehnen und uns heilt. Auf der einen Seite beruhigt es den Geist aber auf der anderen bringt es den Körper zum lodern."
Jiang Cheng versteinerte in seiner Bewegung und seine Atmung wurde flach. Er war von der plötzlichen Nähe dieser Frau zu überrumpelt und er blickte Madame Mao fragend an.
„...Von...was...sprecht ihr?..." Sagte er mit leiser aber irririerter Stimme.
Madame Maos Mundwinkel bogen sich nach oben.
„Von was wohl...Natürlich... von einer Frau!" Sie hob eine Augenbraue an und legte ihre rechte Hand auf Jiang Chengs Herz.
Jiang Cheng zuckte zusammen. Das Wort „Frau" hallte in seinen Ohren nach und seine Hände krallten sich an das Brückengeländer.
Irritiert fragte er:" Eine Frau...?"
Madame Mao lachte leise.
„Richtig, ich rede von der Liebe zu einer Frau! Ihr habt sie bitter nötig. Und vertraut mir, es wird diese Falte hier wie von Zauberhand verschwinden lassen." Madame Mao zog ihre Hand von Jiang Chengs Brust zurück und zeigte mit ihrem Zeigefinger noch einmal zwischen Jiang Chengs Augenbrauen.
Jiang Chengs Stirn zog sich in vielen mürrischen Falten zusammen.
Er schnallste überheblich mit seiner Zunge und wendetet seinen Blick angenervt ab.
„Alles Sinnlos. Liebe macht schwach, wer braucht das schon." Er wedelte in der Luft abweisend mit seiner Hand hin und her.
Madame Mao entließ Jiang Cheng wieder aus ihrem Verhör und machte einen Schritt zurück.
„Erzählt mir nicht, dass ihr in eurem Alter noch keiner Frau begegnet seid die euer Herz erwärmt hat? Das glaube ich euch nämlich nicht, ihr seid ein Sect Leader eines berühmten Clans. Würde es um euer Gemüt nicht so schlecht stehen, könntet ihr euch vor der Gunst der Damen wahrscheinlich nicht mehr retten."
Jiang Cheng zog seine Augenbrauen zusammen. Eine mürrische Miene machte sich auf seinem Gesicht breit und es war klar zu erkennen das, das Thema ihres Gespräches, nicht gerade seine Stärke war. Er schüttelte den Kopf und drückte sich ein Stück von dem Geländer ab.
Mürrisch knirschte er mit den Zähnen.
„Ich glaube nicht, das dies zur Sache tut und euch etwas angeht."
Madame Maos Augen weiteten sich. Überrascht legte sie ihre Hand um ihr Kinn und legte den Kopf leicht schief.
„Warum nicht mal darüber reden? Euch hört hier niemand außer mir und glaubt mir, reden hilft."
Jiang Chengs Blick fuhr zu Madame Mao herüber. Uneigennützig, hilfsbereit und voller Wärme wie eine Mutter, stand sie vor ihm und war bereit sich all seine Sorgen und Kummer anzuhören und ihm mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Jiang Cheng schnallste erneut mit der Zunge und blickte schnell zu Boden.
„Also?" Sagte Madame Mao ruhig und versuchte Jiang Cheng in die richtige Richtung zu drängen.
„Habt ihr sie schon gesehen? Eure Herzensdame? Eine Frau die euch den Kopf verdreht hat, an die ihr immer und immer wieder denken müsst und die in euren Augen so schön war, dass ihr es selbst nicht in Worte fassen könnt?"
Bei diesen klaren Worten weiteten sich seine Augen und die zornigen Falten auf seiner Stirn verschwanden. Sein Gesichtsausdruck wurde leicht und unbekümmert und er schien ernsthaft nachzudenken.
Madame Mao lehnte sich wieder ein Stückchen näher heran. Ihre Stimme war weich und angenehm.
„Und, ich hatte recht oder? Ihr seid schon mal einer Dame begegnet die euch nicht mehr los lässt, stimmts? Erzählt mir von ihr. Wo habt ihr sie gesehen?"
Jiang Cheng biss sich auf seine Backenzähne. Seine Lippen bebten leicht, so als wollten Worte seine Kehle verlassen. Aber es schien als würden sie von irgendetwas aufgehalten werden und als könnten sie nicht ihren Weg nach draußen finden.
„Ist es so schwer darüber zu sprechen?" Fragte Madame Mao.
„Nicht drüber nachdenken, einfach nur fühlen..." Sagte sie leise.
Jiang Cheng setzt sich auf das Geländer der Brücke und stützte sich mit seinen Händen ab. Er wusste nicht warum, aber diese Frau versprühte so eine angenehme Vertrautheit und Wärme, das er das Gefühl bekam, er könnte mit ihr über alles sprechen.
Endlich öffneten sich seine Lippen leicht und eine ungewohnt unsichere und leise Stimme kam zum Vorschein.
„...Zhou Yong..." Nuschelte er.
Madame Mao stutzte. Ihre Augen weiteten sich. Hatte sie ihn richtig verstanden?
„Zhou Yong?" Wiederholte sie fragend.
Jiang Chengs Hände ballten sich zu zwei angestrengten Fäusten und man sah ihm an, wie schwer es ihm fiel darüber zu sprechen..
„Ja, in der Stadt Zhou Yong. Ich war zu einer Mission in der Stadt... Ich kann mich nicht mehr ganz genau daran erinnern, aber das Gesicht dieser einen Frau geht mir nicht mehr aus dem Kopf..." Jiang Cheng legte seine linke Hand auf seine Stirn und strich sich nachdenklich über seine Schläfen.
„Wo genau war das in Zhou Yong?" Fragte Madame Mao noch einmal genauer nach, die Wahrheit schon fast erratent.
Jiang Chengs Lippen kräuselten sich.
„Ich hatte mich..." Er räusperte sich kurz.
„... in den roten Drachen unter die Gäste gemischt...
Sie war wunderschön. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern was genau passiert ist. Irgendwie sind meine Erinnerungen leicht verschwommen. Sie ist plötzlich Hals über Kopf aus dem Raum gestürzt. Danach habe ich sie nie wieder gesehen..."
Madame Mao stand sprachlos und zur Eissäule erstarrt vor ihm. Ihre großen Augen waren weit aufgerissen und ihr roter Mund stand leicht offen.
Mit ausgerechnet" dieser Dame", hatte Madame Mao nicht gerechnet.
Sie strich sich einmal ihre Haare aus dem Gesicht und atmete tief ein. Dann lächelte sie wieder ganz unbeschwert.
„Wunderbar, ihr habt es ausgesprochen, dass war doch gar nicht so schwierig."
Jiang Cheng schaute sie verwundert aber auch ein wenig erleichtert an. Er schnaufte leise durch die Nase und holte danach einmal tief Luft.
„Jedoch..." Fuhr Madame Mao fort und legte ihren Kopf leicht schräg. Ihre Arme waren vor der Brust verschränkt und sie tippte mit ihrem Zeigefinger ein paar mal auf ihr Kinn.
„...Solltet ihr diese Dame lieber wieder vergessen..." Sie lächelte ihn etwas unsicher an.
Jiang Chengs Blickte sie überrascht an.
„Wieso? Kennt ihr sie etwa?" Seine Stimme wurde etwas höher und kräftiger als er vom Brückengeländer aufstand und einen Schritt auf Madame Mao zu machte.
Doch Madame Mao wich einen Schritt zurück und vergrößerte wieder den Abstand.
„Ganz ruhig... Es ist nicht so als würde ich sie direkt kennen, also eher ist sie nur eine entfernte Bekannte, also wie soll ich es sagen..." Madame Mao suchte ein paar flüchtige Ausreden um Jiang Chengs Interesse nicht noch weiter zu schüren. Doch ihr Gestammel und Gehaspel machte es eher noch schlimmer.
Jiang Cheng machte einen weiteren Schritt auf sie zu und in seinen Augen begann etwas zu funkeln. Seine Stimme klang leicht nervös und aufgebracht.
„Könnt ihr, könnt ihr mir sagen wie sie heißt und wer sie ist? Ich würde sie gerne noch einmal wiedersehen!"
Madame Mao musste sich schleunigst etwas einfallen lassen und so streckte sie ihre Hände nach vorne aus und bremste Jiang Cheng ab.
„Ok Stop! Wie erkläre ich es euch.?!" Madame Mao rieb sich kurz über die Stirn und dann holte sie einmal tief Luft. Sie lehnte sich leicht nach vorne und schaute direkt in Jiang Chengs erwartungsvolle Augen.
„Diese Dame ist für euch unerreichbar! Sie ist wie eine Blume, wunderschön aber vergänglich. Es wird für euch wohl eine bittersüße Erinnerung bleiben.
Denn Sie wurde bereits von jemanden gepflückt."
Jiang Chengs großen Augen wurden wieder kleiner und zwischen seine Augenbrauen legte sich wieder seine Zornesfalte, als er zu verstehen begann. Seine Körperspannung ging wieder zurück und er wirkte fast ein wenig entteuscht und traurig, wie er dort vor ihr stand.
Madame Mao seufzte einmal laut auf.
„Es gibt noch viele schöne Blumen da draußen. Vertraut mir, es wird eine geben, die nur für euch blüht." Madame Mao strich einmal vorsichtig über Jiang Chengs Schulter, als dieser bei ihrer Berührung leicht zusammen zuckte.
Madame Mao seufzte noch einmal laut auf.
-Wer hätte gedacht, dass Wei Wuxians kurzer Besuch im roten Drachen noch solche Wellen schlagen würde?-
Jiang Cheng räusperte sich und begann ein wenig überspielend an seinen Kleidern zu zupfen. Seine Bewegungen waren unsicher und etwas in sich gekehrt, ganz anders als seine sonstige forsche Ausstrahlung.
Als Madame Mao ihn dort so unbeholfen stehen sah, kam ihr plötzlich eine Idee.
„Wenn ihr möchtet, kann ich aber dafür sorgen, dass ihr sie noch einmal wieder sehen könnt. Ich kann sie euch vorbei bringen, als Erinnerung." Schlug sie ihm freudig vor.
Jiang Cheng runzelte die Stirn. Irritiert und leicht verwundert blickte er sie an.
„Wie meint ihr das?"
Madame Mao lächelte und ihr roter Mund bog sich zu einem anmutigen Halbmond.
„Ihr werdet es schon sehen. Ich bringe sie euch heute Abend vorbei."
Jiang Cheng blickte sie sprachlos an.
- Was führte diese Frau nur im Schilde? -
Madame Mao lachte leise.
„Schaut mich nicht so skeptisch an. Ich halte meine Versprechen. Und natürlich, wird dies alles ein Geheimnis unter uns bleiben. Frisch gewonnes Vertrauen werde ich nicht entteuschen." Madame Mao zwinkerte ihm zu und legte ihren Zeigefinger versiegelnt auf ihre Lippen.
„Wenn ihr mich dann jetzt entschuldigen würdet, ich muss mich dann jetzt an die Arbeit machen."
Madame Mao verneigte sich höflich vor Jiang Cheng.
Wie aus Reflex erwiderte er ihre Geste und er bemerkte gar nicht, dass es schon sehr lange her gewesen war, dass er sich für jemanden der unter seinem Rang stand, verneigte.
Madame Mao drehte sich geschwind um und so leise wie sie gekommen war, verschwand sie auch wieder. Ein frischer Wind bließ durch ihre Kleider und ihr langes Haar tanzte spielerisch umher.
Jiang Cheng stand noch lange ruhig da und blickte ihr nachdenklich nach.
Ein kleiner Ast knackte unter Sun Yans Schuhen. Er lehnte mit seinem Rücken geräuschlos an einem Baum und sein Blick war gespannt durch die Äste gerichtet. Zwischen seinen Augenbrauen lag eine angestrengte Falte und seine Lippen waren mürrisch zusammengezogen. Madame Mao kam an ihm vorbei und er presste sich noch näher an den Baum heran, um nicht entdeckt zu werden. Ohne ihn zu bemerken Schritt sie weiter ihres Weges.
Die kleine Glocke läutete und das gemeinsame Abendessen war zu Ende. Jiang Cheng ging zurück zu seinem Zimmer und ging über die Veranda. Sein Besuch in der Cloud Recesses neigte sich langsam dem Ende zu und er würde bald wieder abreisen, zurück nach Yunmeng.
Als er seine Hand auf den Türgriff legte stockte er für einen Moment in seiner Bewegung. Die Tür stand einen kleinen Spalt, kaum fürs Auge sichtbar, offen.
Jiang Cheng hielt den Atem an. Er begann Zidian auf seinem Finger hin und her zu drehen. Vorsichtig schob er die Tür auf und wagte einen Blick in das innere des Raumes.
Niemand war zu sehen.
Er machte einen Schritt über die Türschwelle und blickte sich in seinem Zimmer um. Alles sah aus wie immer und er konnte keinerlei Präsens spüren.
Plötzlich fiel ihm der kleine Tisch in der Mitte des Raumes ins Auge. Eine Schriftrolle thronte in der Mitte und zog seine Aufmerksamkeit auf sich.
Jiang Cheng ging auf den kleinen Tisch zu und blieb kurz davor stehen. Vorsichtig streckte er seine Hand aus und hob die Schriftrolle an.
„Was ist das...?" Nuschelte er zu sich selbst.
Seine Hände entrollten vorsichtig das Papier und mit jedem Zentimeter der den Inhalt enthüllte, wurden Jiang Chengs Augen immer größer.
Er hielt eine Zeichnung in seiner Hand. Kunstvoll und Anmutig hergestellt.
Auf ihr war eine wunderschöne Frau abgebildet. Sie stand in der Mitte einer blühenden Blumenwiese. Ihre aufreizenden, langen Haare und die edlen Gewänder tanzten im Wind und auf ihren roten, anmutigenden Lippen war ein herzerwärmendes Lächeln.
Es war Wei Wuxian, wie er in Zhou Yong als Konkubine verkleidet ihm im roten Drachen begegnet war.
Jiang Chang starrte sprachlos auf das Bild und es war als würde er in einem Traum gefangen sein.
Vor Schock hielt er sich seine linke Hand vor den Mund und nuschelte mit einer gedämpften Stimme:
„...Sie ist es wirklich..."
Ganz unten am rechten Rand des Bildes war mit schwungvoller Schrift etwas geschrieben:
„Lasst es eine bittersüße Erinnerung sein und tragt sie in eurem Herzen, aber ohne es zu beschweren. Irgendwo da draußen, blüht eine Blume nur für euch!
Madame Mao"
Jiang Cheng atmete einmal tief ein und schnaufte dann leise durch seine Nase.
„Hmpf, was für eine Frau..."
Er schüttelte den Kopf und dann, ganz sachte, huschte ein leichtes Lächeln über seine Lippen.
Er setzte sich auf den Fußboden an den Tisch und hielt das Bild noch lange in seinen Händen. Er betrachtete jeden schwungvollen Bogen, jeden gezeichneten Strich, der die Konturen dieser Frau fast lebendig erschienen liesen.
Vorsichtig strich er mit seinen Fingern über das Papier.
„Aber ihren Namen weiß ich trotzdem noch nicht..." Sagte er leise zu sich selbst, als sein Blick auf Wei Wuxians Gesicht verharrte.
„Wer seid ihr nur, unbekannte Schönheit? Und warum kommt ihr mir so vertraut vor..."
Plötzlich hörte Jiang Cheng ein Knacken in der Tür und er drehte sich ruckartig um.
„Wer ist da?" Sagte er laut und forsch, als er das Bild schnell hinter seinem Rücken versteckte.
Sein aufgebrachter Gesichtsaudruck wurde plötzlch wieder lockerer und er seufzte kurz auf, als er Sun Yan in der Tür erblickte.
Dieser lehnte im Türrahmen, seine Hände vor der Brust verschränkt und seine grünen Augen stachen mürrisch unter zwei krausgezogenen Augenbrauen hervor.
„Ach du bist es..." Sagte Jiang Cheng etwas erleichtert und er wunk unfreundlich mit seiner Hand ab.
Sun Yan starrte ihn an und sagte kein Wort.
„Was ist?" Sagte Jiang Cheng forsch. Was stehst du da schweigend in meiner Tür? Wer hat dir überhaupt erlaubt, dass du hereinkommen darfst?" Jiang Cheng warf ihm einen unwillkommen Blick über die Schulter zu.
„...Wie lange stehst du da überhaupt schon?" Warf er schließlich auf Sun Yans ungebrochenes Schweigen noch nach.
Sun Yans Lippen bebten und in seinen Augen loderte ein Feuer. Doch Jiang Cheng war zu weit entfernt um es zu sehen.
Verägert darüber, dass Sun Yan ihn weiterhin respektlos anstarrte und kein Wort sagte um sich zu erklären oder zu entschuldigen, haute er schließlich mit seiner flachen Hand auf den Tisch.
Seine Stimme war kräftig und ungehalten.
„Was starrst du so und sagst kein Wort? Hat man dir die Zunge herausgeschnitten? Tritt man so respektlos unter die Augen seines Sect Leaders?"
Sun Yan zog die Luft lautstark durch seine Nase, als seine Lippen sich endlich voneinader lösten.
„Wer ist diese Frau?" Fragte er kühl und trocken.
Jiang Cheng zog eine Augenbraue hoch.
„Bitte? Von wem sprichst du?" Fragte er sichtlich verärgert.
Sun Yan drückte sich vom Türrahmen ab und kam einen Schritt auf Jiang Cheng zu.
Er hob seine Hand und zeigte mit seinem Zeigefinger provokant auf Jiang Cheng.
„Das Bild, welches ihr hinter eurem Rücken versteckt... Wer ist diese Frau? Kennt ihr sie? Wo habt ihr sie getroffen?"
Jiang Chengs Falte zwischen seinen Augenbrauen wurde immer deutlicher. Seine Finger zogen sich angespannt zusammen und er knirschte peinlich berührt mit seinen Zähnen.
„Das geht dich nichts an!" Zischte er.
„Und jetzt geh wieder aus dieser Tür und lass mich alleine."
Doch in Sun Yan stieg die Eifersucht hinauf und er war nicht mehr Herr über seine Sinne. Seine Emotionen übernahmen die Kontrolle und er war im Begriff die Grenze zu überschreiten.
Er zog hinter sich die Tür zu und kam erneut einen Schritt näher auf Jiang Cheng zu.
Seine Stimme bebte und seine Atmung war nervös und unrhythmisch.
„Liebt er sie etwa?"
Jiang Cheng rollte die Schriftrolle zusammen und legte sie auf den kleinen Tisch, dann stand er auf und machte sich groß. Der Zorn stand ihm im Gesicht und fassungslos über Sun Yans dreiste Fragen bäumte er sich vor ihm auf.
Seine Stimme wurde lauter.
„Sun Yan, ich verbiete dir so mit mir zu sprechen. Du verlässt jetzt sofort mein Zimmer und wagst es nicht auch nur noch ein Wort zu sprechen. Ansonsten werde ich..."
Doch Jiang Cheng konnte seinen Satz nicht weiter aussprechen, denn Sun Yan fiel ihm sogar ins Wort.
„Sonst was?" Fragte er provozierend, während er weiterhin auf Jiang Cheng zukam.
„Werdet ihr es mich bitter bereuen lassen? Mir mit Schlägen, Tritten oder Peitschenhieben von Zidian drohen?
Glaubt ihr etwa ihr könntet mit Gewalt und Schmerz die Gefühle der Menschen beeinflussen? Glaubt ihr die Angst vor euch alleine reiche dafür aus? Ihr könnt auf mich so viel Spucken und einprügeln wie ihr wollt. Es wird aber das was mich vorantreibt und bewegt nicht ändern können."
Sun Yans Stimme wurde schrill und die Verzweiflung schrie aus seinem Herzen.
Jiang Cheng wich einen Schritt zurück und starrte Sun Yan erschrocken an.
„Was redest du da?" Fragte er irritiert aber mit wütender Stimme.
„All die Jahre war ich euch treu ergeben, all die Jahre habe ich getan was ihr von mir verlangt habt."
Sun Yan trug einen gequälten Gesichtsausdruck und seine Stimme begann plötzlich zu zittern und wurde ganz dünn.
„Ich würde alles für euch tun. Doch egal wie sehr ich mich auch bemühe endlich eure Anerkennung zu bekommen, das Einzige was ihr für mich übrig habt sind grobe und forsche Worte. Wie sehr sehne ich mich nach eurer Anerkennung. Wie sehr sehne ich mich nach netten und warmen Worten von euch.
Doch das Einzige von dem ihr immer und immer nur reden könnt, ist Wei Wuxian! Er scheint der Einzige zu sein, der das Eis in eurem Herzen brechen konnte.
Ich hasse ihn, ich hasse ihn zutiefst, denn ihr habt nur Augen für ihn. Nie seht ihr mich an."
Jiang Cheng wich noch weiter zurück, bis er schließlich mit seinem Rücken an den großen Raumteiler in der Mitte des Raumes stieß.
„Bist du verrückt geworden? Was redest du für einen Unfug!" Polterte Jiang Cheng los.
„Unfug?" Fragte Sun Yan und er begann leise zu lachen.
„Natürlich, Unfug, für euch ist das alles nur Unfug. Als würde der große Seact Leader Jiang Cheng vom Yunmeng Clan sich für unbedeutend Menschen wie mich interessieren.
Ihr interessiert euch nur für euch selbst, die Belange anderer interessieren euch nicht im geringsten.
Was war ich nur für ein Idiot in der Hoffnung ihr könntet mich eines Tages anerkennen und lieben, für den Menschen der ich bin..." Sun Yan schüttelte in Selbstzweifel den Kopf hin und her. Seine sonst so wachen und lebendigen grünen Augen wirkten glanzlos und eine unangenehme Vorahnung beschlich Jiang Cheng, als er ihm in die Augen sah.
Sun Yan machte noch einen Schritt nach vorne und stellte sein rechtes Bein nach vorne heraus, sodass sich sein Knie zwischen Jiang Chengs Schenkel bohrte.
Er lehnte sein Gesicht näher heran und ihre Nasenspitzen berührten sich fast, während er seine rechte Hand auf Jiang Chengs Schulter legte.
Leise und mit frustrierter Stimme flüsterte er:
„Das Einzige wofür ihr Augen habt ist ein verrückter Yiling Patriarch der schon lange tot ist und irgendeine billige Hure auf einem Bild."
Jiang Chengs Augen weiteten sich. Wie aus Reflex hob er seine rechte Hand an und schlug Sun Yan kraftvoll mit der flachen Hand ins Gesicht.
Es knallte laut und Sun Yan taumelte zwei Schritte nach hinten.
Jiang Chengs Gesichtausdruck verzog sich fürchterlich und der Zorn der ihm ins Gesicht stieg, ließ einen das Fürchten lehren.
„FASS MICH NICHT AN! Noch ein scheiß Wort aus deinem Mund und ich schneide dir die Zunge ab. Geh, geh einfach bevor ich mich noch vergesse, SUN YAN!" Donnerte er mit lauter Stimme los.
Sun Yan zuckte zusammen und er hielt sich seine schmerzende, rote Wange. Ein gleißender Schmerz strömte durch sein Gesicht und er spürte wie die Haut heiß wurde und anschwoll.
Seine Augenwinkel kippten nach unten und seine Mundwinkel bebten.
Seine Stimme brach und seine Augen wurden glasig.
„Nach so vielen Jahren...darf ich euch noch nicht einmal berühren...ist das der Dank dafür?"
Er schloss seine Augen, als eine einzelne Träne sich aus seinem Augenwinkel schlich und über seine Wange rollte.
(Wer möchte der kann jetzt auf youtube gehen und das folgende Lied hören: watch?v=SJHWJvOmpFY) - G.E.M official Audio 3:41 -
Jiang Cheng schnallste mit der Zunge.
„Geh mir aus den Augen. Deinen erbärmlichen Anblick ertrage ich nicht mehr länger.. Scher dich weg. Du hast den Verstand verloren. " Sagte Jiang Cheng scharf ohne auch nur einen Funken der Reue.
Sun Yans Herz brach.
Er begann am ganzen Körper zu zittern, seine Kehle wurde trocken, sein Hals schnürte sich zu. Es tat so weh in seiner Brust, so unglaublich weh, dass er glaubte es nicht mehr länger zu ertragen. In diesem Moment zählte nichs mehr für ihn. Kein gestern, kein heute und kein morgen. Es war als wäre jeglicher Sinn im Leben von ihm genommen und außer einem gebrochenem Herzen blieb nichts mehr übrig.
Jiang Cheng schlug mit einer schnellen Handbewegung sein Haarband nach hinten und machte sich groß.
„Entweder kriechst du jetzt auf der Stelle mir aus den Augen, oder du brauchst dein erbärmliches Antlitz nie wieder vor mir blicken zu lassen."
Sun Yans Herz setzte für einen Schlag aus. Er war unfähig sich zu bewegen. Sein Körper fühlte sich schwer wie Blei an und unaufhörlich begannen Tränen über seine Wange zu laufen.
Jiang Cheng wartete einen kurzen Moment ab, doch als Sun Yan keine Anstalten machte sich zu bewegen, schüttelte er den Kopf und schritt an Sun Yan vorbei.
„Was habe ich mir nur dabei gedacht solch ein nutzloses Gesindel an meine Seite zu lassen."
Sun Yans Atmung setzte aus, als die letzte Träne einsam über seine heiße Wange rollte. In seinem Herzen starb etwas, aber in seinen Augen erwachte etwas anderes zum Leben. In seinen Augen loderte ein unstillbares Feuer des Zorns und seine grünen Augen wurden stechend. Er fletschte die Zähne und gerade als Jiang Cheng an ihm vorbei schreiten wollte, packte er mit seiner Hand zu und hielt Jiang Cheng grob an seinem linken Handgelenk fest.
Jiang Cheng zuckte zusammen.
„...Was...?"
Doch noch bevor er wusste was wirklich geschah, schleuderte Sun Yan ihn zurück, gegen den Raumteiler.
„ARGH!" Mit einem lauten Scheppern stürzte Jiang Cheng mit dem Raumteiler in den Raum. Sun Yan hielt noch immer sein Handgelenk fest umschlossen und wurde von Jiang Cheng hinterher gezogen. Mit lauten Krachen stürzten beide zu Boden, der Raumteiler zerbarst und riss den kleinen Tisch in der Mitte des Raumes mit. Das Geschirr fiel vom Tisch und zerbrach, der Obstteller mitsamt dem Messer flog in den Raum und Äpfel rollten über den Fußboden. Die Schriftrolle flog vom Tisch und rollte über den Fußboden.
Jiang Cheng war auf den Rücken gestürzt und schlug unsanft mit dem Kopf auf den harten Fußboden. Sun Yan saß breitbeinig über ihn und drückte ihn zu Boden. Innerhalb von Sekunden presste er seinen Zeigefinger und Mittelfinger auf Jiang Chengs Pulsschlagader am Handgelenk und versiegelte Jiang Chengs spirituelle Energie.
Jiang Cheng riss die Augen weit auf, als er spürte wie die Kraft seines goldenen Cores verstummte. Fassungslos öffnete er seinen Mund, als Sun Yan schon an seinen linken Zeigefinger packte und Zidian von seinem Finger riss.
„NEIN!" Schrie Jiang Cheng noch auf, als Sun Yan den Ring mit einem gekonnten Wurf in die Ecke des Raumes schleuderte.
Jiang Cheng begann sich zu wehren und schlug und trat um sich, doch Sun Yan machte eine schnelle Handbewegung und drückte seinen Daumen auf Jiang Chengs Stirn.
Jiang Cheng schnappte nach Luft, als er spürte wie eine kalte spirituelle Energie in seinen Körper strömte und die Kraft aus seinen Gliedern saugte.
„...Du...Verräter.." Stammelte er kraftlos, als sein Kopf nach hinten auf den Boden fiel. Er blickte nach oben und sah in Sun Yans erregtes Gesicht. Seine Atmung war wild und unruhig, seine Augen hatten einen irren Blick und sein Herz schlug ihm wild bis zum Hals.
Jiang Cheng versuchte sich dagegen zu wehren und versuchte trotz der starken spirituellen Energie, die durch seinen Körper strömte, seine Arme und Beine zu bewegen.
Schließlich gelang es ihm sich aus Sun Yans starken Handgriff zu lösen und er kratzte ihm einmal quer über das Gesicht.
„ARGH" Ächzte Sun Yan auf, während er die Augen zusammen kniff. Sein Gesicht zierten nun drei rote Kratzspuren. Er griff hastig an Jiang Chengs Haarknoten und löste das Haarband. Mit grober Gewalt fesselte er Jiang Chengs Hände und band sie stramm zusammen.
Jiang Cheng versuchte sich so gut zu wehren wie er konnte, aber seine Arme und Beine waren schwach und das Haarband schnitt sich tief in seine Handgelenke.
„...Geh runter von mir... binde mich los.." Ächzte Jiang Cheng unter Anstrengung.
Doch Sun Yan presste seine gefesellten Handgelenke über seinen Kopf auf den Fußboden, drückte seine Knie auf Jiang Chengs Oberschenkel und spreitzte sie damit weit auseinander. Jiang Cheng spürte einen stechenden Schmerz in seiner Leiste, als Sun Yan seine Beine immer weiter auseinander drückte und sich dann mit seinem vollen Gewicht dagegen lehnte und ihn runter drückte.
„Hör auf dich zu wehren. Du machst es nur schlimmer." Schnaufte Sun Yan unter Anstrengung.
Jiang Cheng riss seine Augen weit auf, als er sah wie Sun Yan sich zu ihm herunter lehnte.
Sein Gesicht kam immer näher, Stück für Stück und schließlich pressten sich ihre beider Lippen kraftvoll aufeinander.
Jiang Cheng stockte der Atem und er versuchte seinen Kopf wegzudrehen, doch Sun Yan packte an sein Kinn und drückte sein Gesicht gewaltvoll zurück.
„Mmhh...mhh." Jiang Cheng versuchte sich zu wehren, als er schockiert und angeekelt feststellte, wie sich eine feuchte, warme Zunge in seine Mundhöhle schob. Jiang Cheng wurde es schlagartig heiß in seiner Brust und sein Herz begann schneller zu schlagen, als ihre Zungen sich wild hin und her schlungen. Der Kuss war grob und feucht und Jiang Cheng bekam keine Luft mehr.
Eine ganze Weile küsste Sun Yan ihn bis er endlich eine Pause machte und ihre Lippen wieder voneinader trennte.
Jiang Cheng riss den Mund weit auf und holte ein paar mal tief Luft. Speichel lief an seinem Kinn hinunter und in seinen Augen machte sich Scham und Empörung breit.
„...Du Bastard..." Jappste Jiang Cheng atemlos.
Sun Yan war geistig nicht mehr anwesend. Er war wie in einem Traum gefangen und Jiang Chengs Ausbruchversuche interessierten ihn nicht mehr im geringsten. Er war nur noch im Hier und Jetzt und es gab kein gestern und kein morgen mehr.
Als er sich erneut nach unten lehnte um Jiang Cheng zu küssen, spuckte dieser ihm plötzlich ins Gesicht.
„Schluss jetzt!" Zischte Jiang Cheng.
Sun Yan schloss für einen moment seine Augen und zog die Luft lautstark durch seine Nase.
Er öffnete wieder seine Augen und sein Blick ließ Jiang Cheng einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Seine sonst so klaren, grünen Auge mit einem aufrichtigen Blick, waren plötzlich wie vernebelt und er sah gar nicht mehr wie der Sun Yan aus, den Jiang Cheng kannte.
Sun Yan wischte sich mit seinem Ärmel die Spucke aus dem Gesicht. Er lachte leise.
„Demütigt mich, schlagt mich, kratzt mich und spuckt auf mich. In all den Jahren habt ihr mit mir gemacht was ihr wolltet.
...Aber jetzt...werde ich euch die gleiche Erniedrigung zuteil kommen lassen. Kommt herunter auf mein Niveau!"
Jiang Cheng zuckte zusammen, als Sun Yan schon an seinen Gürtel griff und ihn grob von seinen Hüften riss.
„Nein!" Quiekte Jiang Cheng erschrocken auf, doch schon lockerte sich seine Robe und Sun Yan warf den Gürtel hinter sich in den Raum.
Sun Yans gierigen Hände striffen Stoff für Stoff von Jiang Chengs Brust und entpellten ihn aus seinen Kleidern. Eine kräftige, starke Männerbrust kam zum Vorschein, eine Haut ganz rein und zart anzusehen. Zwei pinke Nippel streckten sich Sun Yan frech entgegen und mit dem langen, offenen Haar, welches wirr auf dem Boden lag und seinem scheuen Gesichtsausdruck, wirkte Jiang Cheng noch hilfloser und aufreizender auf seinen Peiniger.
Jiang Cheng konnte kaum begreifen was gerade geschah. Er begann wieder zu strampeln und sich zu wehren, doch Sun Yan hielt ihn mit voller Kraft am Boden. Das Haarband schnürte sich immer tiefer in seine Handgelenke und seine Muskelkraft wurde noch immer von Sun Yans spiritueller Energie gedrosselt.
„BASTARD! Aufhören! Du wagst es nicht!" Befahl Jiang Cheng aufgebracht, doch Sun Yan zog ihm schon die Stiefel aus und striff seine Hose von seinen Hüften.
„Ah!" Jiang Chengs Stimme war schrill und unsicher, als er schließich fast vollkommen nackt unter Sun Yan lag. Eine feine Gänsehaut zog sich über seinen entblößten Körper.
„Du wagst es nicht! Geh auch nur einen Schritt weiter und ich bringe dich um, Sun Yan!" Zischte Jiang Cheng durch seine Zähne.
Sun Yan hielt in seiner Bewegung inne. Sein Blick wanderte herunter zu Jiang Cheng und ihre Blicke trafen sich. Zwei unerschrockene, grüne Augen stachen aus einem attraktivem Gesicht hervor und die drei roten Kratzspuren quer übers Gesicht, ließen ihn noch bedrohlicher wirken.
Sun Yan öffnete langsam seine Lippen. Seine Stimme war tief und ruhig.
„Ihr bringt mich eh um, auch wenn ich jetzt hier aufhöre!"
Jiang Chengs Atmung stolperte, als Sun Yan sich nach unten lehnte und begann seine Brust zu küssen.
„Aufhören, aufhören!" Befahl Jiang Cheng noch ein paar mal aufgebracht, als Sun Yans Küsse sich schon einen Weg bis zu seinem linken Nippel gebahnt hatten.
Eine feuchte, nasse Zunge streckte sich heraus und begann hingebungsvoll den steifer werdenden Nippel zu umkreisen.
Jiang Cheng biss sich auf die Backenzähne, als er seinen Kopf nach hinten auf den Boden schlug. Mehrmals hob er seinen Kopf an und presste ihn dann kraftvoll nach hinten.
Es wurde feucht und warm an seiner Brust und seine Nippel wurden steif und hart und wurden von Sun Yans Lippen und Zunge immer und immer wieder bedrängt.
Küssende, feuchte Geräusche waren zu hören und als Jiang Cheng erneut versuchte seine gefesselten Arme schützend nach vorne zu holen, presste Sun Yan sie wieder zu Boden.
Eine ganze Weile liebkoste er Jiang Chengs Brust und ließ beiden Nippeln besonders viel Zuneigung zukommen.
Sie schwollen an und wurden bald dunkelrot.
Jiang Cheng öffnete leicht seine Lippen und schnaufte nach Luft. Er wurde langsam hart im Schritt und dieses prickelende Gefühl, welches nach unten in seine tiefere Körperregion strömte, versetzte ihn in eine ängstliche Ekstase.
Beschämt über sich selbst blickte er unter die dunkle Zimmerdecke. Er biss sich auf die Unterlippe und dachte inständig darüber nach, wie er sich aus dieser misslichen Lage befreien könnte.
Sun Yan hob seinen Kopf an und starrte auf Jiang Chengs Brust.
Die vielen dunklen Blutergüsse waren deutlich zu sehen und die zwei roten Nippel sahen aus, als hätten sie eine höllen Tortur hinter sich.
Sun Yan lehnte sich nach unten, ganz nah an Jiang Chengs Ohr heran. Er flüsterte leise in sein Ohr.
„Und wie ist es so, ganz unten angekommen zu sein und nun selber den Blick nach oben richten zu müssen?"
Jiang Cheng stieß ruckartig seine linke Schulter vor und rammte sie Sun Yan in die Kehle.
„Deine Tage sind gezählt..." Keifte Jiang Cheng.
Sun Yan hustete kurz und hielt sich seine Hand an seine Kehle.
„Ihr redet zu viel." Sagte er mit einem hämischen Gesicht, als er an den am Boden liegenden Ärmel von Jiang Chengs Robe fasste, diesen anhob und ihn dann begann rücksichtlos in Jiang Chengs Mund zu stopfen.
„Hmmm...mhhhh" Wehrte sich Jiang Cheng, doch seine Stimme wurde erstickt. Geknebelt und gefesselt lag er nun nackt und mit weit gespreitzten Beinen unter Sun Yan, als dieser plötzlich begann seinen eigenen Gürtel zu lösen. Er zog sich selbst die Stiefel aus und striff seine Hose von seinen Hüften.
Jiang Chengs Augen weiteten sich ängstlich.
Er begann zu schreien, doch seine Stimme wurde fast geräuschlos erstickt. Seine Muskeln verkrampften sich und zogen sich angespannt zusammen, als er erneut versuchte sich unter Sun Yan zu befreien. Er befürchtete das Schlimmste und furchtsame Panik machte sich in ihm breit.
Er schüttelte mehrfach verneinent den Kopf hin und her, doch Sun Yan hörte sein Betteln nicht.
Er tauchte zwischen Jiang Chengs zittrigen schenkeln ab und sein steifes Glied tauchte in eine warme und feuchte Mundhöhle hinein.
Jiang Cheng konnte es nicht glauben, als er seine Augen schloss und die Luft laut durch seine Nase einzog.
Er streckte seinen Kopf nach hinten, während Sun Yans Zunge seine intimste Stelle berührte und begann an ihm zu saugen und zu lutschen.
Feuchte Geräusche erfüllten den Raum und Jiang Chengs Hände ballten sich zu angestrengten Fäusten. Er drehte den Kopf auf die Seite, die Augen fest zugekniffen, als Sun Yans Kopf begann rhythmisch auf und wieder abzugehen.
Er konnte es nicht fassen, was gerade geschah und ein seltsames Gefühl beschlich sein Herz. Hin und hergerissen zwischen Scham, Wut und Lust widerte er sich selbst an.
Sun Yan spürte wie Jiang Cheng in seinem Mund immer härter wurde und noch größer anschwoll. Steinhart und beachtlich an Größe und Umfang war das steife Glied in seiner Mundhöhle.
Er öffnete kurz seinen Mund und befeuchtete seine eigenen Finger, als er mit diesen zwischen seinen eigenen Pobacken abtauchte und begann sich selbst an seinem Loch zu berühren.
Er zog seine Augenbrauen kraus und sein Mund öffnete sich leicht, als er begann den ersten Finger in sich selbst einzuführen.
Jiang Cheng öffnete seine Augen und blickte, zwischen seine Schenkel hindurch, Sun Yan entsetzt an.
Doch dieser lehnte sich schnell wieder nach unten und erneut tauchte Jiang Chengs Penis in eine warme und komfortable Mundhöhle ab.
Jiang Chengs Hüfte und Oberschenkel begannen zu zittern und er spürte die Hitze und ein unaufhörliches Kribbeln, welches durch seinen Körper schoss. Gerade als er das Gefühl bekam es nicht mehr zu ertragen, hörte Sun Yan plötzlich auf.
Jiang Cheng warf zu Sun Yan einen nervösen Blick herüber, als dieser langsam seine Finger wieder aus seinem Loch gleiten ließ.
Er hob seine Hüfte an und rutschte ein Stück weiter nach vorne. Jiang Chengs steifes Glied ragte imposant nach oben und als Sun Yan sein Glied fest umschloss und ihm den Weg hinein zeigte, riss Jiang Cheng seine Augen weit auf und begann erneut zu strampeln.
„Schhhhh" Zischte Sun Yan leise. Seine Stimme war tief aber sichtlich nervös.
„Seht nicht hin, wenn ihr es nicht ertragen könnt."
Er streckte seine Hand aus und legte sie über Jiang Chengs Augen.
Plötzlich wurde es dunkel in Jiang Chengs Sichtfeld und er spürte wie seine Spitze etwas weiches und zartes berührte und sich dann langsam ein kräftiger Muskel über seine Eichel schob.
Jiang Cheng hielt die Luft an, während er Sun Yans leises Gestöhne und Gewimmer vernahm, als sich sein steifes Glied immer weiter seinen Weg in eine warme und feuchte Höhle bahnte.
Sun Yan biss sich auf die Backenzähne. Es war für ihn sein erstes Mal und Jiang Cheng hatte einiges an Umfang. Dazu kam die aufgebrachte Situation und er war alles andere als entspannt. Seine Rumpfmuskulatur verkrampfte sich impulsatig und er spürte einen stechenden Schmerz in seiner Hüfte.
„Ah..." Stöhnte er auf, als er sich immer tiefer hinsetzte. Eine Träne kullerte aus seinem Augenwinkel als er leicht in sich zusammensackte. Er zog seine Hand von Jiang Chengs Augen zurück und er stützte sich mit den flachen Händen auf dem Fußboden ab. Seine Atmung war unruhig und seine Brust hob sich schnell auf und wieder ab.
Jiang Cheng blinzelte ein paar mal, als sich seine Augen ins unermäßliche weiteten.
Er erblickte nach oben, in Sun Yans schmerzerfülltes Gesicht, welcher breitbeinig auf seiner nackten Hüfte saß. Immer tiefer drang sein steifes Glied in diesen Jungen ein und sein inneres fühlte sich eng und warm an.
Es fühlte sich gut an, zu gut und Jiang Chengs Herz schlug ihm bis zum Hals.
Sun Yan streckte den Kopf in den Nacken und sein Adamsapfel schob sich deutlich sichtbar einmal nach oben und wieder nach unten, als er kräftig schluckte.
Es fehlte nur noch ein letztes Stück und er hielt den Atem an und öffnete weit seinen Mund, als er plötzlich ruckartig zum Sitzen kam.
„Ahhh.." Stöhnte er zwischen Schmerz und Vergnügen hin und hergerissen.
Ein wenig Blut lief an seinen Oberschenkeln hinunter und aus der Spitze seines steifen Penises quoll ein weißliches Sekret heraus.
Sun Yan warf Jiang Cheng einen betörenden Blick zu. Leichte Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn, die zarten Lippen leicht geöffnet, jappsend nach Luft, glasige Augen, eine rote Wange und drei Kratzspuren quer übers Gesicht.
„Jiang Cheng...Jiang Cheng..." Hauchte er leise in einem bettelnden Ton. Seine Stimme war schwach und dünn.
Doch was sollte Jiang Cheng erwidern?
Geknebelt und mit gefessellten Händen lag er unter ihm. Seiner spirituellen Kraft und Zidian entraubt, erniedrigt bis ins Äußerste und hilflos seinem Untergebenen ausgeliefert, der begann ihn zu reiten.
Sun Yan begann rhythmisch im Takt die Hüfte hoch und runter zu bewegen. Dabei begann er leise wimmernt zu Stöhnen und zu Ächzen und seine Atmung wurde laut und unruhig. Jiang Cheng kniff seine Augen fest zusammen, als sein hartes Glied in die warme Höhle rein und wieder herausglitt. Feuchte Geräusche waren zu hören, das Gefühl von Haut auf Haut war unverkennbar und versetzte sie beide in eine aufregende Mischung aus Scham und Ekstase.
Nachdem Sun Yan sich ein wenig an das beklemmende Gefühl eines großen, harten Objektes gewöhnt hatte, welches unaufhörlich sein Loch dehnte und sich einen Weg tief in ihn hineinbahnte, erhöte er langsam sein Tempo.
Jiang Chengs Atmung wurde unruhiger und seine Brust hob sich deutlich sichtbar auf und wieder ab. Durch den Knebel bekam er schlecht Luft und er bekam das Gefühl nicht genug Sauerstoff durch die Nase zu bekommen.
„Hmmmm...mhhh" Versuchte er auf sich aufmerksam zu machen, als Sun Yan plötzlich stoppte.
Schnaufend blickte er in Jiang Chengs gequältes Gesicht. Er sah sichtlich erschöpft aus und wie er dort lag, so hilflos gepeinigt, mit den langen, offenen Haaren und ringend nach Luft, bekam Sun Yan etwas Mitleid mit ihm.
„Soll ich den Knebel rausnehmen?" Hauchte Sun Yan leise.
Jiang Cheng warf ihm mit letztem Willen einen stechenden Blick zu.
„Sag bitte!" Sun Yans Stimme war atemlos aber bestimmt.
Doch Jiang Chengs fixierender Blick rührte sich kein Stück.
„Stimmt, ihr könntt ja nicht sprechen. Dann nickt. Einmal reicht. Es zählt als bitte. Könnt ihr das?" Fragte Sun Yan, während er sich etwas weiter nach unten zu Jiang Cheng lehnte.
Jiang Chengs Augenbrauen zogen sich zusammen und eine tiefe Zornesfalte legte sich zwischen seine Augen. In seinem Blick loderte ein Feuer und die pure Mordlust war zu spüren.
Sun Yan fasste an das Stück Stoff in Jiang Chengs Mund.
„Sagt bitte zu mir und nickt." Forderte er Jiang Cheng noch einmal auf.
„Oder ich lasse es die ganze Nacht so und ihr könnt nach Luft ringend durch eure Nase schnaufen bis ihr ohnmächtig werdet."
Jiang cheng biss seine Zähne fest zusammen und der feuchte Stoff zwischen seinen Zähne knatschte. Seine Hände ballten sich fest zusammen und das Haarband schnürte sich weiter in sein Fleisch.
„Ihr könnt es nicht? Gut!" Sagte Sun Yan und ohne Jiang Cheng einen weiteren Blick zu würdigen hob er seine Hüfte an und ließ sie kraftvoll wieder heruntergleiten.
„Ah.." Er stöhnte auf, als er sich immer wieder nach oben drückte. Jiang Chengs harte Spitze stimulierte immer wieder den sensiblen Punkt in seiner inneren Wand und seine Hüfte begann zu zucken, als ein prickelndes Gefühl durch seinen Körper schoss. Er legte den Kopf in den Nacken und seine langen Haare, gebunden zu einem hohen Zopf, reichten weit seinen Rücken hinunter, sodas sie Jiang Chengs Oberschenkel berührten und auf der Haut zu kitzeln begannen.
Ein paar Hiebe hielt Jiang Cheng noch aus, als er sich dann bemerkbar machte. Seine unterdrückte Stimme war zu hören und er schlug seinen Hinterkopf und seine gefesselten Hände auf den Fußboden.
Sun Yan hörte abrupt auf.
„Soll ich es doch rausnehmen?" Fragte er nach Luft jappsend.
„Ihr müsst nur bitte sagen und nicken."
Jiang Cheng schaute ihn mit einem zutiefst gequälten Gesichtsausdruck an. Sein Stolz verbot es ihm seiner Bitte nachzukommen, aber er war körperlich am Ende.
Er schluckte schwer, als er langsam seine Augen schloss und ein zaghaftes, kaum sichtbares Nicken von sich gab.
Über Sun Yans Lippen flog ein triumphierendes Lächeln. Seine Augen begannen zu funkeln und sein Herz schlug vor Ekstase und Adrenalin laut in seiner Brust. Das Gefühl der Macht und des Triumphes, welches sich in seinem Körper ausbreitete, war unbezahlbar.
Er lehnte sich nach unten zu Jiang Cheng und er packte mit seiner linken Hand an den Stoff in Jiang Chengs Mund und als er den Knebel ruckartig herauszog, küsste er Jiang Cheng auf die schweißbedeckte Stirn.
„Guter Junge." Hauchte er.
Jiang Cheng riss augenblicklich den Mund weit auf und er holte lautstark Luft. Er schluckte mehrfach schwer und seine Brust hob sich deutlich auf und wieder ab.
„...Bastard..." Wetterte er zwischen seinen starken Atemzügen und er blickte zornig Sun Yan in die Augen, der dabei war mit seiner flachen Hand über Jiang Chengs Brust zu streichen.
„Falsche Antwort" Sagte Sun Yan, als er Jiang Chengs Nippel zwischen seinen Fingern hin und herdrehte und wieder begann seine Hüfte zu bewegen.
„Ahh." Jiang Cheng stöhnte auf und seine zarte und heiserne Stimme war wie Musik in Sun Yans Ohren.
Sun Yan schloss genussvoll seine Augen und er stimulierte sich selbst mit seiner rechten Hand im Schritt. Seine Hand fuhr über seinen steifen Penis auf und wieder ab, während seine Hüfte begann sich noch schneller zu bewegen. Das weiße Sekret quoll aus seiner Spitze und seine Hand wurde nass und feucht.
„Jiang Cheng...Jiang Cheng..Seht ihr mich jetzt?" Keuchte er seinen Namen immer und immer wieder.
Jiang Cheng biss sich auf die Backenzähne um sein peinliches Gestöhne zu unterdrücken. Er war seinem Höhepunkt nahe und er spürte wie ein ansteigender, prickelnder Druck zu seiner Hüfte strömte.
Er gab schließlich dem Druck nach und er krallte sich mit seinen Fingernägeln in den Fußboden, als er seine Hüfte leicht anhob, sein Mund öffnete sich und seine Augen schlossen sich.
„Ahh" Stöhnte er befreiend auf.
Sun Yan spürte den warmen Samen der impulsartig seine innere Wand traf. Er hatte seine Augen genussvoll geschlossen, als er noch ein paar mal über seine Spitze rubbelte und es dann Jiang Cheng gleichtat.
„Jiang Cheng..." Wimmerte er ein letztes mal mit schwacher, hoher Stimme.
Der erlösende Druck wurde freigelassen und sein Samen schoss heraus und befleckte Jiang Chengs Bauch und seine Hand.
Er lehnte sich nach hinten, den Kopf weit in den Nacken gestreckt und er stützte sich nach hinten auf seiner linken Hand ab.
Ihrer beider Atmung war wild und rau und ihre Körper hoben sich schnell auf und wieder ab. Das Schnappen nach Luft war deutlich zu hören und sie brauchten beide einen Moment, bis sich ihr Puls wieder normalisierte.
Jiang Cheng spürte seine trockene Kehle, die Besinnung kehrte in ihm zurück und als sich seine Brust noch ein paar mal kräftig anhob und er die Luft in seine Lunge presste, blickte er zu Sun Yan nach oben. Er bemerkte den weißen Samen der beschäment auf seinem Bauch thronte und das Bild eines nackten, jungen Mannes der breitbeinig auf seiner Hüfte saß, brannte sich tief in seine Augen.
Er konnte es nicht fassen, was an diesem Abend und in diesem Raum geschehen war. Er sah Sun Yans Wange die schmerzhaft errötet war und die drei wunden Kratzspuren, die sein hübsches Gesicht zierten.
Die vergangenen Minuten spielten sich wie ein Film vor seinem inneren Auge ab und nachdem das befriedigende Gefühl seinen Körper langsam verließ, stieg in ihm eine rasente Wut auf.
Seine Atmung begann zu stolpern, sein Herz schlug kräftig in seiner Brust und als er den Kopf zur Seite drehte, entdeckte er neben sich die vielen Äpfel, die auf dem Boden lagen.
Jedoch lag auch genau neben seinen Händen das kleine Messer, welches auf der Obstschale gelegen hatte.
Es war wie ein Blitz der einschlug, wie ein Reflex und Jiang Cheng streckte seine gefesselten Hände aus und er griff nach dem Messer.
Sun Yan öffnete langsam seine Augen. Er erblickte die dunkle Zimmerdecke und seine Atmung beruhigte sich langsam wieder, als er auf Jiang Chengs Bewegung aufmerksam wurde. Es war wie ein Rückruf, ein Wachrütteln zurück in die reale Welt und sein Herz setzte für einen Schlag aus, als ihm bewusst wurde, was er getan hatte. Seine Finger wurden schlagartig kalt und er schluckte schwer als Panik und Nervosität durch seine Glieder kroch.
„Jiang Cheng...ich..." Stammelte er leise, als er seinen Blick wieder nach vorne richtete.
Doch es war schon zu spät.
Jiang Cheng schwang seine Hände nach vorne und gerade als ihrer beider verzweifelten Blicke sich trafen, rammte Jiang Cheng entschlossen das kurze Messer, mit einem hastigen Ausruf der Wut und Scham, in Sun Yans Oberschenkel.
„ARGH!" Verließ ein gleißender Schrei Sun Yans Kehle und er spürte einen heißen und brennenden Schmerz in seinem Bein. Sein Mund war weit geöffnet, seine Augen vor Schmerz weit aufgerissen.
Das Messer bohrte sich tief in sein Fleisch und das warme, rote Blut lief an seinem Schenkel hinab.
Wie aus Reflex griff er nach dem Ort von wo der Schmerz kam, doch Jiang Cheng packte ihn schon an den Schultern und stieß ihn seitlich von sich herunter.
„BASTARD, mieser kleiner BASTARD! Weg von mir!" Keuchte Jiang Cheng mit rauer Stimme und seine Atmung kam ins Stolpern, als er aufgebracht aufsprang und mit seinen Händen nach seinen Kleidern griff.
Seine Beine waren leicht zittrig und sein Herz schlug schnell und unkontrolliert in seiner Brust.
Sun Yan stürzte durch Jiang Chengs groben Stoß auf die Seite, auf den kalten Fußboden. Mit einem Rumms landete er auf seiner Schulter und kauerte sich vor Schmerz zusammen. Sein Gewimmer war unerträglich für das Gehör und er berührte mit zittriger Hand den Griff des kleines Messers, um es herauszuziehen. Doch die Wunde blutete stark und es wäre unvernünftig gewesen die Einstichstelle jetzt freizulegen.
Jiang Cheng schmiss sich hastig seine Kleider über die Schultern und zittrig am ganzen Körper und voller Wut, Scham und Fassungslosigkeit, stolperte er aus dem Raum und ergriff die Flucht.
Sun Yan lag bald auf einem roten Blutteppich und er hörte noch Jiang Chengs schnellen Fußtritte, welche fluchtartig in der Ferne verhallten. Von seinem Bein aus strömte ein unglaublich heißer Schmerz und er lag vollkommen nackt und hilflos zusammengekauert auf dem Fußboden. Er zitterte am ganzen Körper und er schnappte mit geöffnetem Mund nach Luft um es erträglicher zu machen.
Doch der eigentliche Schmerz der ihn so zum zittern brachte, war nicht das Messer in seinem Bein, sonden sein gebrochenes und geschundenes Herz und die leise weinenden Tränen der Verzweiflung, welche unaufhörlich über seine Wangen kullerten.
