Chapter 16.12
Die letzten Sonnenstrahlen fielen auf das feuchte Gras, die Bäume bewegten sich seicht im Wind und die Blätter rauschten.
Die Sonne ging unter und die Luft wurde feucht und kalt. Ein paar Vögel riefen die Nacht herbei, als es langsam still wurde in der Cloud Recesses.
Lan Qiren befand sich noch im Library Pavillon. Mit angestrengter Miene wälzte er die vielen Regale voller alter Schriftrollen, die das Wissen von Jahrhundert alter Tradition in sich trugen.
Er strich sich mit seiner linken Hand rhythmisch über seinen Bart, während seine rechte Hand das Stück Papier fest in seinen Fingern hielt.
Seine Stirn spannte sich mal an und sichtbare Falten zeichneten sich auf seiner Haut ab, während gleich schon in der nächsten Sekunde sein Gesichtsausdruck wieder freundlich und weich wurde.
Lan Qiren liebte den Geruch von alter Tinte, die Haptik von altem Papier und die Optik der vielen Schriftrollen, welche still und leise übereinander gestapelt waren und darauf wartetetn ihr Wissen weitergeben zu können.
Papier vergaß nicht und bei guter Pflege wurde es Jahrhunderte alt.
Lan Qirens linke Hand streckte sich aus, sein Zeigefinger strich über die schwarzen Worte, welche schwungvoll und anmutig untereinander gereiht waren. Schreiben und Lesen zu können war keine Selbstverständlichkeit und es ließ jemanden weise und gebildet in der Gesellschaft darstehen, wenn man die Kunst versprach, gesprochene Worte für die Ewigkeit auf Papier zu bannen.
Er war tief in Gedanken versunken, als er beim Lesen ein paar Schritte durch den Pavillon machte. Immer mal wieder wanderte sein Blick umher und er schaute nachdenklich drein, während die gelesenen Worte noch einmal seine Gedanken kreuzten und er wieder begann, sich mit seiner linken Hand durch den Bart zu streichen.
Lan Qiren stand gerade seitlich zum offenen Fenster als, er plötzlich im Augenwinkel etwas störendes in der Dunkelheit bemerkte.
Seine Stirn zog sich erneut kraus, als er seinen Blick von der Schriftrolle abwendete und aus dem Fenster blickte.
Es war schon recht dunkel draußen, die kühle Abendluft strömte durch das Fenster hinein und die Bäume legten große, dunkle Schatten auf die Welt.
Zwischen all den schwarz und grau Tönen entdeckte Lan Qiren plötzlich eine Gestalt, die elfengleich durch die Cloud Recesses zu tanzen schien.
Seine Augen weiteten sich, als er die Gestalt einer Frau entdeckte. Sie trug eine nachtblaue Robe, welche so dünn zu sein Schien, dass sie fast transparent wirkte und sich wie feiner Tüll um die weiblichen Konturen schmiegte. Der dünne Stoff tanzte im Nachtwind und die dunklen langen Haare, schwingten anmutig bei jedem Schritt mit.
Die Frau war in ein mystischen Mondlicht getaucht und die Szene wirkte wie aus einem Traum, als Lan Qiren schweigend am Fenster stand und seine Augen nicht abwenden konnte.
Als die schöne Frau rechte nah am Pavillon vorbei kam, erkannte Lan Qiren im fahlen Licht des Mondes ihr Gesicht.
Es war Madame Mao.
Lan Qiren schluckte schwer und sein Mund öffnete sich leicht, als er von ihrer Anmutigkeit und Schönheit angezogen wurde und er wie in einer Trance die Schriftrolle beiseite legte.
Madame Mao blieb plötzlich in der Nähe seines Fensters stehen. Sie strich sich mit einer eleganten Handbewegung die dunklen Haare aus dem Gesicht. Ihre roten, vollen Lippen, waren selbst durch die Entfernung deutlich zu erkennen und nachdem sie einen kurzen Moment unter Lan Qirens Fenster verweilte, setzte sie plötzlich ihren Weg fort.
Lan Qiren veränderte derweil seinen Standort um sie nicht aus den Augen zu verliehren und er schaute ihr noch so lange nach, wie es das Fenster des Librar Pavillons ihm gestattete.
Madame Mao schritt mit nackten Füßen die große Treppe zur kalten Quelle hinauf.
Die Luft war kühl, der Wind war frisch und das leise Rauschen der Bäume war zu hören.
Lan Qiren stand noch immer wie versteinert vor dem Fenster. Er war ihr mit seinem Blick gefolgt und er wusste genau, wo ihre Füße sie hingetragen hatten.
Er runzelte die Stirn und strich sich ein paar mal nervös über seinen Bart.
Nach einem kurzen Moment des Nachdenkens legte er die Schriftrolle wieder beiseite und verstaute sie ordnungsgemäß wieder an ihren Platz, zwischen all seinen Brüdern und Schwestern.
Doch immer wieder blickte Lan Qiren zum Fenster hinaus und er wirkte sichtlich nervös und aufgebracht.
Sein Kopf wurde von den verschiedensten Gedanken geflutet und sein Puls kam in Wallungen, während sein Herz sich leise der Hoffnung hingab, dass er sich nicht geirrt hatte, sondern das Madame Maos Erscheinen unter seinem Fenster, ihm etwas ganz bestimmtes mitteilen wollte.
Er erwischte sich selbst, wie er der Versuchung nachgeben wollte. Sein Herz wurde schwach, die Versuchung wurde immer größer und er biss sich auf die Backenzähne, während er einen inneren Kampf mit seiner eigenen Loyalität ausfochte.
Er wusste nicht mehr was richtig war, er wusste nicht mehr was falsch war. Noch einmal drehte er sich in seinem geliebten Lilbrary Pavillon um und betrachtete die Wände, die voller Schriftrollen waren, welche einen mahnend daran erinnerten, welche Regeln und Werte im Gusu Lan Clan gelebt wurden.
Regeln, welche er selbst immer wieder aufs Neue seinen Schülern vorbetete und mit pingeliger Strenge, immer und immer wieder einforderte.
Lan Qirens Atmung wurde unruhig, als er zu verstehen begann, wie schwierig es manchmal sein konnte, stets zu seinem eigenen Wort zu stehen.
Während die Emotionen in ihm überkochten und sein Verstand versuchte ihm immer und immer wieder zu erklären, dass alle Tugend, Ehre und Stolz seine Richtigkeit hatte, begann sein Herz zu wanken.
Was war richtig, was war falsch? Würde er all die Jahre der Selbstbeherrschung wegwerfen und seinen eigenen Lehren den Rücken kehren?
Lan Qiren legte seine flache Hand auf seine Brust. Er spürte seinen kräftigen Herzschlag in seiner Brust.
Bum Bum Bum
Er atmete tief ein, als er langsam seine Hand wieder zurück zog.
Er öffnete seine Finger und blickte in seine Handinnenfläche.
Die Falten und Furchen in seiner Hand verrieten sein wahres Alter und er blickte auf die Jahre seines Lebens zurück.
Vieles hatte er mit diesen Händen errungen, viele Kämpfe hatte er geführt und so manches, konnte er mit Stolz sein eigenen nennen.
Doch es gab eine Sache, wozu ihm diese Hände noch nie verholfen hatten. Und es war nichts, was seine Hände sich nicht hätten nehmen können, sondern es war sein Verstand, der sie stetig davon abhielt, dies zu tun.
Lan Qiren schloss seine Augen und er atmete tief ein.
- Wenn ich irgendwann sterbe, kann ich von mir selbst behaupten, dass es ein erfülltes Leben war? -
Lan Qiren hörte seinen unruhigen Atem,
er pürte seinen schnellen Puls
und er fühlte seinen sehnlichsten Wunsch.
Er öffnete seine Augen und ballte seine Hand zu einer Faust. Seine Augen bekamen ein noch nie dagewesenes Funkeln, als sein Verstand und sein Herz sich endlich einig waren.
Mit seiner typischen Handgeste warf er seine langen Ärmel zurück, als er mit großen Schritten aus dem Library Pavillon schritt und geräuschlos in die Dunkelheit verschwand.
Es dauerte nicht lange bis seine hastigen Füße ihn die letzten Stufen den Berg hinauf trugen.
Oben angekommen blieb er kurz stehen und lauschte dem Wind in seinen Ohren.
Die Baumkronen schwangen seicht im kühlen Wind hin und her und die Enden seines Kopfbandes begannen wild zu flattern.
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Lan Qiren ging die letzten Meter bis zum Rand der Quelle und er blickte auf das kühle Wasser.
Sein Puls stieg an, sein Herz begann nervös zu flattern, als seine Augen sich weiteten.
In der Mitte der Quelle stand Madame Mao, verführerisch und anmutig anzusehen.
Das kühle Wasser reichte ihr genau bis zur Taille und ihr langes, offenes Haar schwamm mit den Spitzen auf der Wasseroberfläche.
Ihre nachtblaue Robe war durchtränkt von dem klaren Nass und der Stoff heftete sich transparent an ihre helle Haut und ließ einem tiefe Einblicke gewähren.
Sie wirkte fast wie ein magisches Wesen, nicht von dieser Welt. So zart und verletzlich, als würde es zerfallen, wenn man es berührte.
Lan Qiren bemerkte gar nicht, wie ihm vor Staunen leicht der Mund offen stand.
Ein paar Tropfen Wasser perlten über ihre markanten Schlüsselbeine und benetzten ihre Haut.
Ihre roten, vollen Lippen bogen sich leicht nach oben, als sie Lan Qiren erblickte und ihn mit sanften, großen Augen anblickte.
Es war ein magischer Moment und es kam den beiden vor als würde die Zeit um sie herum still stehen. Schweigend standen sie voreinander und blickten sich an. Niemand sprach ein Wort, nur der Wind erzählte seine Geschichte und ließ Madame Mao einen kalten Schauer über ihre Haut fahren.
Von den tausend Fragen und den tausend Antworten, welche sie schon immer auf ihren Herzen hatten, brauchten sie dennoch keine einzige auszusprechen, denn ihre Herzen schlugen wie eins und das sie in diesem Moment an diesem Ort voreinander standen, beantwortete alles, was sie hätten wissen müssen.
Lan Qiren tauchte seinen ersten Fuß in das Wasser und ohne seinen Blick abzuwenden schritt er auf Madame Mao zu und bahnte sich einen Weg herüber zu ihr, durch das eisige Wasser.
Seine weiße Robe wurde schwer und zog sich wie ein Schleier hinter ihm durch das Wasser.
Madame Maos Puls stieg an und ihr pochendes Herz flatterte wie ein junger Vogel, als Lan Qiren mit jedem Schritt näher auf sie zukam.
Atemlos und nervös blieb er genau vor ihr stehen und blickte ihr tief in die Augen.
Keiner der beiden sprach ein Wort. Wie versteinert standen sie voreinander, der eine unsicherer als der andere und keiner wagte es den ersten Schritt zu tun.
Madame Mao legte ein zartes Lächeln auf, als sie ihre Hand ausstreckte und mit ihrer flachen Hand behutsam über Lan Qirens Wange strich und sie schließlich dort verweilen lies.
Ihre Hände waren eisig kalt und dennoch hinterließ ihre Berührung ein warmes Gefühl auf Lan Qirens Haut zurück.
Langsam öffnete sie ihre roten Lippen und hauchte in die kalte Luft: „Du bist hier...Qiren..."
Lan Qirens Augen weiteten sich, seine Lippen begannen zu beben. Er legte seine linke Hand auf ihre und er schloss seine Augen, während er einmal durch den Mund tief einatmete.
Er trug ein gequältes Gesicht, welches voller Sehnsucht und Selbstbeherrschung gezeichnet war.
Madame Maos Hand begann zu zittern und über ihren Körper legte sich eine deutliche Gänsehaut.
Lan Qiren öffnete schließlich wieder seine Augen und er blickte sie an.
Sie sah schön aus, zu schön um es noch weiter zu ertragen und ihre Erscheinung stellte seine Seele auf eine harte Probe.
Madame Mao wusste, mit welchen quälenden Gefühlen Lan Qiren ihr gefolgt war und sie wusste, welche große Bedeutung es trug, dass er es dennoch getan hatte.
Sachte streichelte sie mit ihrer zittrigen Hand ein paar mal über seine Wange.
„Sag...Sag meinen Namen..." Hauchte sie atemlos.
Lan Qiren verlor sich in ihren großen, dunklen Augen und es gab für ihn kein Zurück mehr. Das kalte Wasser drang tief in seine Glieder und er spürte sein kochendes Blut, welches aufgebracht durch seinen Körper strömte.
Langsam öffnete er seine Lippen.
„ Mao...Yue-Lian..." Hauchte er mit zittriger und dünner Stimme.
Madame Mao lächelte und ihre Augen wurden glasig.
„Sag es nochmal..." Flüsterte sie.
„Yue-Lian..." Kam es erneut atemlos über Lan Qirens Lippen.
Madame Mao schloss für einen Moment ihre Augen, als eine einzelne Träne über ihre Wange perlte.
„Nochmal..."
„Yue-Lian...
Yue-Lian...
Yue-Lian..." Lan Qirens Stimme wurde kräftiger und entschlossener und als er plötzlich nicht mehr an sich halten konnte, legte er seine Arme um ihre Taille und presste sie fest an sich heran. Ihre Körper schmiegten sich aneinander und es entfachte ein leidenschaftlicher und heißer Kuss zwischen den beiden.
Madame Mao schwang ihre Arme um Lan Qirens Schultern und sie krallte sich mit ihrer linken Hand fest in den Stoff seiner Robe ,während ihre rechte Hand sich auf seinen Nacken platzierte und ihn fest zu sich nach unten drückte.
Lan Qirens Hände strichen nervös über ihre schlanke Taille und er lehnte sich ein Stück nach vorne, sodass Madame Mao mit ihrem Oberkörper einen leichten Bogen nach hinten formte. Sicher hielt er sie an der Taille fest und stützte ihren Rücken mit seiner großen Hand.
Der Puls stieg weiter an, die Atmung wurde unruhiger, als Madame Maos schlanken Hände begannen hektisch den Gürtel von Lan Qirens Robe zu öffnen.
Es entfachte ein heißes Feuer in den beiden und wild und ungebremst gaben sie sich dem Verlangen hin und stillten ihre jahrelange Sehnsucht.
Die Luft war erfüllt von Stille, der Wind war frisch, doch die Leidenschaft war feurig.
In der Dunkelheit der Nacht und unter dem fahlen Schein des Mondes, erblüte im Verborgenen ein weiteres Geheimnis auf, welches die Cloud Recesses schützend unter seinen Deckmantel nahm und für immer in Stille darüber schwieg.
Wei Wuxian polterte lautstark in Lan Wangjis Jingshi hinein.
Dabei machte er so einen Krach, das Sun Yan senkrecht im Bett saß, aus Angst der Zorn Jiang Chengs würde jede Sekunde über ihn hereinbrechen.
„Was ist?" Fragte Wei Wuxian irritiert, als er den Raum betrat und Sun Yan aufgeschreckt in der Ecke des Bettes entdeckte.
„Herr Gott, nochmal!" Atmete Sun Yan erleichtert auf.
„Musst du hier so hereinpoltern? Ich habe mich zu Tode erschrocken."
„Was denn?" Kicherte Wei Wuxian.
„Hast du gedacht dein geliebter Jiang Cheng stürmt hier herein um dir den Kopf umzudrehen?"
Sun Yan zog eine Schmollippe und er konnte über Wei Wuxians Witz kein bisschen lachen. Er zog seine Knie an und verschränkte seine Arme darauf.
„Tsss" Zog er die Luft durch seine Zähne, als er ausversehen seine Wunde am Oberschenkel berührte und plötzlich ein stechender Schmerz durch seinen Körper schoß.
Wei Wuxian kam zu ihm herüber und setzte sich locker auf die Bettkannte. Sein Blick wanderte über den kleinen Tisch direkt neben ihm, auf dem ein grünes Tablett mit ein paar leeren Schalen stand.
Wei Wuxian stutzte.
„Oh, hast du schon was gegessen?" Fragte er überrascht.
Sun Yan nickte.
„Lan Wangji, hat es mir gebracht."
„So so..." Sagte Wei Wuxian.
„Gut, dann lass mich wenigstens deine Wunde neu verbinden."
Sun Yan schüttelte den Kopf.
„Das hat Lan Wangji auch schon eben gemacht."
Wei Wuxians Augen weiteten sich. Überrascht blickte er Sun Yan an, als er sich nachdenklich an sein Kinn fasste.
- Lan Zhan, Lan Zhan...lieber macht er alles selbst, bevor ich es mache? Oder wie soll ich diese Fürsorge deuten?-
Wei Wuxian kicherte leise und Sun Yan warf ihm einen irritierten Blick zu.
Als Wei Wuxian seinen skeptischen Seitennlick bemerkte, räusperte er sich schnell.
„Nun gut, aber zeig mir mal dein Gesicht. Ist schon besser geworden oder?"
Wei Wuxian rutschte ein Stück näher herüber, streckte seine rechte Hand aus und berührte Sun Yan zärtlich am Kinn.
Vorsichtig hob es er ein Stückchen an und dann drehte er Sun Yans Gesicht in alle Richtungen, um sich die Kratzspuren etwas genauer anzusehen.
„Hmmmm" Brummte Wei Wuxian.
„Etwas dunkel hier, komm mal näher ans Fenster heran."
Wei Wuxian schwang sich auf das Bett und er kletterte geschwind über Sun Yan herüber. Auf der anderen Seite rutschte er auf seinen Knien näher heran und er stützte mit der einen Hand Sun Yans Kinn nach oben, während er mit seiner anderen Hand die paar dunklen Haarsträhnen aus dem zerkratzen Gesicht strich. Mit beiden Händen Sun Yans Kopf fixierend, lehnte sich Wei Wuxian nun näher heran um sich den Heilungsprozess der Haut genauer anzusehen.
„Hmm. Brennt es noch?" Fragte er besorgt.
„Es geht. Ist schon besser!" Antwortet Sun Yan ruhig, während er seinen Kopf in den Nacken legte und Wei Wuxians sanfte Berührung zuließ
Wei Wuxian zog die Stirn kraus und als er mit seinem Gesicht noch näher heran kam und sie nur noch ein paar Zentimeter voneinader entfernt waren, ging plötzlich die Tür des Jingshis auf.
Mit einem Rappeln schob sich die dunkle Tür auf und eine große Gestalt trat herein.
Wei Wuxian und Sun Yan zuckten zusammen und ihre Blicke wendeten sich schnell zur Tür herüber, als sie schon Lan Wangji im Türrahmen stehen sahen.
Sein Gesicht war wie erstarrt und obwohl in Sun Yans Augen Lan Wangjis kalter Gesichtausdruck wie immer aussah, beschlich Wei Wuxian ein ungutes Gefühl, als er die elektrisierenden Schwingungen in der Luft vernahm, welche aufgebracht aus Lan Wangjis Richtung strömten.
„Lan Zhan...!" Lachte Wei Wuxian verlegen zu ihm herüber und er trug ein beschwichtigendes Lächeln auf seinen Lippen.
„Es ist nicht das, wonach es aussieht..."
Nachdem Wei Wuxian den Satz ausgesprochen hatte, bekam die Situation erst recht einen komischem Beigeschmack und Sun Yan drehte schnell seinen Kopf zur Seite und schob hastig Wei Wuxians Hände beiseite. Seine Wangen bekamen eine leicht gesunde Gesichtsfarbe und mit einer nuschelnden Stimme sagte er: „Sag so etwas nicht, da schüttelt es mich ja gleich."
Wei Wuxian zog eine Augenbraue nach oben und buffte ihn leicht an der Schulter an.
„Nu sei mal nicht so frech Bursche. Ich bin ziemlich beliebt, lass dir das gesagt sein!"
Wei Wuxian rubbelte mit seiner Hand über Sun Yans Kopf und verwüstete seine Haare, während er fix vom Bett herunterhüpfte.
„Ey..!" Warf Sun Yan ihm hinterher, als er versuchte sein zerzaustes Haar wieder inordnung zu bringen.
Doch Wei Wuxian trippelte schon auf Zehenspitzen auf Lan Wangji zu und schlich wie eine Katze um ihn herum.
Seine Hand ließ er dabei über Lan Wangjis Arm gleiten und fuhr hinab bis zu seinem Handgelenk. Er berührte Lan Wangjis Hand, während er hinter ihm stand und sich mit seinen Lippen nah an sein Ohr heran lehnte.
„Du wirkst so angespannt und nervös HanGuang-Jun...Eifersüchtig?" Hauchte Wei Wuxian in sein Ohr.
Lan Wangjis linker Augenwinkel begann zu zucken, doch seine Stimme war ruhig und kontrolliert.
„Nichts der gleichen!" Brummte er tief.
„Hmm?" Summte Wei Wuxian ungläubig.
„Fein!" Wei Wuxians Blick fiel herüber zu Sun Yan und als er sah, dass dieser gerade in eine andere Richtung seinen Blick schweifen ließ, küsste Wei Wuxian sanft auf Lan Wangjis Wange und danach gleich noch einmal in seinen Nacken.
Lan Wangji wurde noch steifer und rührte sich kein Stück, während Wei Wuxian wieder um ihn herum schlich und ihn mit einem zufriedenen breiten Grinsen anlächelte.
„Gut, da du jetzt auch hier bist, können wir jetzt ja alle schlafen gehen. Es ist schon spät." Mit einem Zwinkern ging Wei Wuxian ein paar Schritte rückwärts, aber er ließ seinen Blick dabei fest auf Lan Wangji gerichtet. Er begann langsam seinen Gürtel in der Taille zu lösen und seine Mundwinkel bogen sich amüsiert nach oben.
Lan Wangjis Augen waren fest auf ihn geheftet und die Schwingungen in der Luft wurden immer deutlicher.
Doch Wei Wuxian konnte es nicht lassen, jetzt wo Lan Wangji den Köder geschluckt hatte und als er mit seinem Rücken an dem großen Regal andockte, ließ er schließlich seinen Gürtel zu Boden fallen.
Lan Wangji schluckte, als Wei Wuxian ihm einen lasziven Blick zuwarf. Als Wei Wuxians schlanke Hände in seinen Kragen griffen um die Robe von seinen Schultern zu streifen, öffnete Lan Wangji schließlich seine Lippen. Ein leicht empörtes: „Was tust du da?" war zu hören.
Nun Blickte auch Sun Yan herüber und etwas mit Skepsis beäugte er die beiden.
Wei Wuxian lachte.
„Keine Angst, keine Angst, Lan Zhan. Ich werde der Rest ganz gesittet umziehen, so wie es sich gehört."
Kaum hatte Wei Wuxian den Satz ausgesprochen, drehte er sich auch schon um und wendete seinen Rücken zu ihnen. Er begann sich weiter auszuziehen und er entpellte sich aus seinen Kleidern. Seine Robe glitt von seinen Schultern und der schwere Stoff fiel mit einem Plopp auf den dunklen Fußboden.
Lan Wangji wendete seinen Blick ab und er schaute etwas unzufrieden drein, während seine Hände sich leicht anspannten.
„Schon fertig!" Rief Wei Wuxian, als er sich hastig umdrehte. Er trug seine dünne Unterrobe für die Nacht und schon flitzte er auf nackten Füßen los und sprang mit einem großen Satz auf das große Bett.
Sun Yan riss die Augen weit auf und er quiekte vor Empörung leise auf, als Wei Wuxian auch schon auf ihn zugerauscht kam.
„Was willst du hier? Geh weg!" Sagte er hastig, während Wei Wuxian ihm auf die Pelle rückte und es sich schon genau neben ihm in dem Bett bequem machte.
„Hä?" Seufzte Wei Wuxian beleidigt auf.
„Ich habe keine Lust mehr wegen dir auf dem Boden zu schlafen. Der Boden ist hart und kalt und mein armer, sensibler Körper verkraftet das nicht mehr länger.
Also stell dich nicht so an, dass Bett ist jawohl groß genug!" Mäckerte Wei Wuxian und er zog dabei eine dicke Schmollippe.
Lan Wangji stand fassungslos daneben und schaute auf Wei Wuxian, der sich neben Sun Yan im Bett hin und herräkelte.
„Tssss!" Scnallste Sun Yan mit seiner Zunge.
„Dann schlafe ich eben auf dem Boden. Tut mir leid, dass ich dir und deinem sensiblen Körper so welche Umstände bereitet habe." Zischte Sun Yan, während er schon dabei war aus dem Bett zu steigen.
Doch Wei Wuxian streckte schnell seine Hand aus und erwischte ihn hinten am Kragen. Er hielt ihn fest und zog ihn wieder zurück auf das Bett, während Sun Yan hektisch dagegen hielt.
„Nicht so eilig, der junge Herr. Als würde ich jemand verletztes auf den Boden schlafen lassen?! Was denkst du denn von mir?
Wir schlafen im Bett. Es ist groß genug, Punkt!"
Sun Yan verdrehte die Augen. Er wusste, dass Diskutieren mit Wei Wuxian zwecklos war und so ließ er sich nach hinten wieder auf das Bett fallen und schloss kurz seine Augen.
„Wenn ich nicht ja sage, heulst du mir eh die ganze Nacht die Ohren voll..." Seufzte Sun Yan laut auf.
Wei Wuxian grinste nur breit übers ganze Gesicht.
„Perfekt, Problem gelöst. Ich mag diese kurzen Problemlösungen. Jetzt kann ich wieder in diesem weichen, weichen Bett die Nacht verbringen."
Wei Wuxian streckte sich lang im Bett aus um sich dann schnell wie eine Schnecke wieder zusammenzuziehen. Er presste sein Gesicht tief in die weiße Bettdecke und atmete einmal tief ein. Doch zu seiner Entteuschung roch die Bettdecke nicht mehr nach Lan Wangji, sondern die Decke hatte klar den Geruch von Sun Yan angenommen.
Wei Wuxin drehte seinen Kopf auf die Seite und er blinzelte zweimal, als er plötzlich in ein hübsches, aber sehr besorgtes Gesicht blickte.
Lan Wangji stand wie versteinert nur ein paar Schritte neben dem Bett und schaute entrüstet zu Wei Wuxian herüber.
Auch wenn er wie immer in seinem Gesicht nicht preisgeben wollte, was er gerade dachte, so wanderte Wei Wuxians scharfer Blick doch weiter an ihm hinunter und er entdeckte Lan Wangjis rechte Hand, welche sich angespannt zu einer Faust zusammengerollt hatte.
Wei Wuxian kicherte leise, als er sich auf den Bauch rollte und sein Kinn auf seinem Oberarm ablegte. Er knüllte die Bettdecke vor sich zu einem weichen Kissen zusammen und blinzelte Lan Wangji zu.
„Kommst du auch? Das Bett ist groß genug, auch für drei."
Sun Yan zuckte zusammen und auch er warf zu Lan Wangji seinen Blick herüber.
Doch Lan Wangji wirkte unbeeindruckt von Wei Wuxians herausfordernder Frage. Ein leises: „Nicht nötig." kam über seine Lippen, als er am Bett vorbei schritt und anfing auf dem Boden sein Lager für die Nacht vorzubereiten.
„Bist du dir sicher?" Fragte Wei Wuxian leise und seine Stimme hatte solch einen Unterton, dass Lan Wangji in seiner Bewegung verharrte und einen Blick zurück über die Schulter warf.
Wei Wuxians Augen funkelten und über seine Lippen flog ein geheimnissvolles Lächeln.
„Oder...ist es dir etwa egal...wenn ich heute Nacht alleine mit Sun Yan in diesem Bett verbringe?"
Wei Wuxian kicherte siegessicher, während er von hinten einen kräftigen Hieb in die Seite bekam.
„Hör auf, oder ich kriege kein Auge neben dir zu, heute Nacht!" Mäckerte Sun Yan, während er sich weiter von Wei Wuxian wegstrampelte.
Wei Wuxian hielt sich die Seite und zog seine Stirn kraus.
„Das war doch nur ein Witz!" Sagte er schließlich salopp und er wedelte beschwichtigend mit seiner Hand in der Luft herum.
„Nun gut!" Ertönte plötzlich eine tiefe Stimme.
Wei Wuxian und Sun Yan zuckten zusammen, als sie beide rasch zu Lan Wangji herüber blickten. Dieser drehte sich langsam zu den beiden um und schaute sie entschlossen an.
„Was hast du gesagt?" Fragte Wei Wuxian noch einmal irritiert nach, als er sich nicht sicher war, ob er ihn richtig verstanden hatte.
Lan Wangji holte tief Luft, als er erneut, langsam und deutlich jedes Wort aussprach.
„Nun gut, ich schlafe mit im Bett!"
Wei Wuxians und besonders Sun Yans Augen weiteten sich und beide starrten Lan Wangji sprachlos an.
In Wei Wuxians Bauch brach ein Feuerwerk aus und er konnte nicht mehr ansichhalten und er lachte schließlich laut los.
„Haha, hast du das gehört Sun Yan? Lan Zhan möchte nun doch lieber zu dritt im Bett schlafen! Haha!"
Wei Wuxian hielt sich den Bauch vor Lachen und er streckte seinen Zeigefinger aus und zeigte direkt auf Lan Wangji.
„Lan Zhan, sieh dich nur an. Stehst du da die ganze Zeit eifersüchtig am Rand und traust dich mal wieder nicht zu sagen, was du wirklich möchtest.
Du hättest gleich ja sagen sollen, als ich dich gefragt habe!"
Lan Wangjis Mund zog sich unter Wei Wuxians Gelächter kraus und Sun Yan drehte sich ruckartig auf die Seite und zog an der Bettdecke.
„Macht doch was ihr wollt. Ich geh schlafen!" Sagte er angenervt, während Wei Wuxian ein paar mal mit seiner flachen Hand aufs Bett klopfte und alles zum Wackeln brachte.
Lan Wangji stand mit regungsloser Miene dort und er ließ Wei Wuxians Gelächter einfach über sich ergehen und wartete geduldig ab, bis er mit seinem Spott fertig war.
Wei Wuxian strich sich noch einmal über den Bauch, als er sich endlich hinlegte und mit unter die Bettdecke schlüpfte.
Noch eins-, zweimal kicherte er los, bis es endlich wieder ruhig wurde und er mit seinem Gelächter fertig war.
Sie hörten plötzlich das Rascheln von Kleidern und Lan Wangji entkleidete sich und zog sich seine Robe für die Nacht an. Sun Yan pustete die Kerze neben dem Bett aus und als es schließlich dunkel und still im Raum geworden war, hörten sie nur noch Lan Wangjis leise Fußstapfen, welche sich dem Bett näherten.
Wei Wuxian räkelte sich noch ein paar mal hin und her, bis er endlich liegend auf der Seite, mit dem Gesicht zu Sun Yans Rücken eine angenehme Schlafposition gefunden hatte.
Er spürte den kalten Windzug an seinem Rücken, als Lan Wangji vorsichtig die Bettecke anhob. Das Bett wackelte und es Knackte leise, als er mit in das Bett einstieg.
Wei Wuxian hatte die Augen weit geöffnet. Er sah Sun Yans langes, dunkles Haar vor sich, welches an seinem Rücken hinunter hing, als er plötzlich Lan Wangjis vertrauten Geruch von Sandelholz wahrnahm.
Er spürte Lan Wangjis Körpernähe, als dieser noch näher heranrückte und als Lan Wangji einmal tief Luft holte, spürte er sogar seinen warmen Atem in seinem Nacken.
Wei Wuxian lief plötzlich ein Schauer über den Rücken und umso länger er darüber nachdachte, umso unsicherer wurde er sich, ob es tatsächlich eine gute Idee gewesen war, Lan Wangji so zu provozieren.
Es dauerte auch nicht lange bis Wei Wuxian plötzlich eine sanfte Berührung auf seiner Hüfte spürte. Er zuckte zusammen, als eine große, warme Hand sich direkt auf seiner Hüfte platzierte und dort verweilte.
Wei Wuxian schluckte schwer und er drehte leicht irritiert den Kopf nach hinten. Er erblickte Lan Wangjis bernsteinfarbenden Augen, die ihn in der Dunkelheit anfunkelten und ihn beschlich ein ungutes Gefühl dabei.
„Schlaf!" Brummte Lan Wangji mit tiefer Stimme.
„Das Bett ist doch groß genug für uns drei!" In seiner ruhigen Stimme schwang ein gewisser Unterton leise mit.
Wei Wuxian biss sich auf die Backenzähne, als er plötzlich spürte wie Lan Wangjis große Hand zu wandern begann. Sie strich seine Taille hinauf, über seinen Bauch und bahnte sich einen Weg hinauf zu seiner Brust.
Als die langen Finger ungehobelt in seinen Ausschnitt glitten, zuckte Wei Wuxian instinktiv zusammen und er gab einen leisen Stöhner von sich.
Plötzlich schoss ihm die Erinnerung an einer gewissen Nacht in Zhou Yong, in Madame Maos Haus, durch den Kopf und ihn überkam die blanke Panik, als er schnell an Lan Wangjis Hand griff und versuchte sie wieder aus seinem Ausschnitt herauszuziehen.
„Hör auf!" Zischte er leise nach hinten.
Doch Lan Wangjis Hand lag wie ein Fels auf seiner Brust und streichelte über seine sensible Haut.
Wei Wuxian begann zu Strampeln und er musste sich schleunigst einen Plan einfallen lassen, wenn nicht auch diese Nacht in einem Fiasko enden sollte.
„Sun Yan? Ey, bist du wach?" Flüsterte er leise aber mit leicht aufgebrachter Stimme.
„Was ist los?" Zischte Sun Yan angenervt, der es nicht wagte sich umzudrehen, um zu sehen was da genau hinter ihm im Bett vor sich ging.
„Sun Yan, wir haben ein Problem!" Ächzte Wei Wuxian, während er seinen Elbogen nach hinten ausfuhr und Lan Wangji in die Rippen rammte.
„Schluss jetzt!" Zischte er erneut leise nach hinten, doch Lan Wangjis schlanke Finger begannen schon Wei Wuxians linken Nippel hin und herzudrehen. Seine Lippen berührten Wei Wuxians Hals und begannen zusätzlich zärtlich diesen emfpindlichen Bereich zu liebkosen.
Lan Wangji schnaufte zufrieden durch seine Nase.
„Du wolltest zu dritt im Bett schlafen. Also bleib jetzt ruhig liegen und schlaf." Brummte Lan Wangjis Stimme leise von hinten in Wei Wuxians Ohr.
Das Bett wackelte und knackte von Wei Wuxians wildem Gestrampel und die drei lagen so dicht beiandern, dass Wei Wuxian in alle Richtungen irgendwo aneckte.
„Mir reichts!" Sagte Sun Yan plötzlich laut und als Wei Wuxian bemerkte, dass er das Bett verlassen wollte, streckte Wei Wuxian schnell seine Hand nach ihm aus und hielt ihm am Kragen fest.
„Wo willst du hin?" Sagte Wei Wuxian hastig.
„Lass mich hier nicht alleine, bitte." In Wei Wuxians Stimme lag ein wenig Verzweiflung und als Sun Yan sein Gejammer und Gestrampel nicht mehr ertrug, drehte er sich langsam um und linste über seine Schulter.
Als Wei Wuxian plötzlich eine warme und große Hand in seinem Schritt verspürte, ergriff er schließlich die Flucht nach vorne. Wie von einer Biene gestochen sprang er plötzlich auf. Er packte Sun Yan an seinen Schultern und drehte ihn schnell einmal rum, während er selbst über ihn hinüber stieg und auf die andere Seite des Bettes stürzte.
„Was?" Rief Sun Yan noch einmal schnell aus, doch ehe er sich versah, lag er nun in der Mitte des Bettes.
Lan Wangji seufzte einmal leise auf und Sun Yan lief ein kalter Schauer über den Rücken, als er Lan Wangjis stechenden Blick vernahm, der definitiv an ihn gerichtet war.
Lan Wangji drehte sich kommentarlos um und Sun Yan starrte nun vor seinen großen Rücken. Noch vollkommen überrumpelt über das was geschehen war, lag er nun in der Mitte des Bettes und hatte keinerlei Fluchtmöglichkeit mehr. Wie eine Schranke lag er nun zwischen den beiden und er fragte sich ernsthaft, wie er diese Nacht nur ohne einschlagende Erlebnisse überstehen sollte.
Plötzlich berührte auch noch Wei Wuxian seine linke Schulter und mit einem todernsten Blick funkelte Wei Wuxian ihn in der Dunkelheit an.
Seine Stimme klang ruhig aber bestimmend und sie hatte einen beängstigenden Unterton.
„Glaub mir Sun Yan, so ist es besser, für uns ALLE!" Sagte Wei Wuxian entschlossen, als er sich plötzlich wieder ruckartig auf die Seite schmiss und auch er seinen Rücken zu Sun Yan kehrte.
Sun Yans Augen weiteten sich und Wei Wuxians Worte klangen noch lange in seinen Ohren nach, während er sich etwas verunsichert die Bettdecke hoch zu den Schultern zog. Er blickte noch einmal zaghaft nach rechts und nach links, als er leise aufzeufzte und sich mit der flachen Hand besorgt über die Stirn strich.
- Die beiden machen mich fertig...- Dachte er sich, als er unruhig seine Augen schloss und noch einmal tief einatmete. Ob es ihm nun bewusst war oder nicht, aber irgendwie fühlte er eine angenehme Wärme in seiner Brust und über seine Lippen flog ein seichtes Lächeln, von welchem, obwohl er nicht alleine war, nur er selbst und die Dunkelheit der Nacht erfuhr.
