Chapter 17
Es war still in der Empfangshalle in Lotus Pier und niemand traute sich die angespannte Ruhe zu durchbrechen. Es war als würde die Zeit still stehen und selbst das leise Einatmen der Luft, klang wie das laute tosen eines niederrauschenden Wasserfalls. Alle Anwesenden blickten sich erwartungsvoll an, doch niemand rührte sich von seinem Fleck.
Nur das leise Klopfen von Jiang Cheng´s nervösem Zeigefinger, welcher unaufhörlich auf die Lehne seines Stuhles tippte, war zu hören.
Jiang Cheng hatte sein Kinn auf der linken Hand abgestützt, während der rechte Zeigefinger auf und ab ging. Sein linker Fuß wippte im Tackt bis er schließlich die unangenehme Stille unterbrach und einmal lautstark aufseufzte.
Alle Anwesenden in der Empfangshalle schauten mit großen Augen zu Jiang Cheng herüber.
Bald bemerkte er ihre fragenden Blicke und er runzelte seine Stirn, als er seine Diener laut und vorwurfsvoll fragte:
„Was?"
Alle zuckten zusammen und jeder wendete seinen Blick schnell wieder ab und schaute auf den Boden.
Jiang Cheng´s Augenbrauen zogen sich kraus zusammen und er richtete seinen Oberkörper auf und fragte noch einmal.
„Was? Gibt es niemanden unter euch, der mir sagen möchte, was los ist?"
Als alle ihre Blicke noch tiefer senkten, drehte sich ein Cultivator des Yunmeng Clan´s plötzlich zu ihm. Er gehörte mit zu einem der angesehneren Menschen unter Jiang Cheng´s Führung und er genoss seinen Respekt.
Er verneigte sich kurz höflich, als er dann mit gesenkter Stimme anwortete:
„Sect Leader, nehmt es ihnen nicht übel. Aber die meisten im Yunmeng Clan sind besorgt um euch."
Jiang Cheng´s rechte Augenbraue begann nervös zu zucken.
„Besorgt um mich?" Fragte er mit einem ungläubigen und harten Ton.
„Wo seht ihr Anzeichen, die eine Besorgnis rechtfertigen würden?"
Der Cultivator verneigte sich abermals.
„Sect Leader, wenn ihr erlaubt. Seitdem ihr aus der Cloud Recesses zurück gekehrt seid, wirkt ihr irgendwie rastloser als sonst. Euer Seufzen ist oft zu hören und ihr wirkt besorgt um etwas..."
Jiang Cheng´s Augen weiteten sich. Schnell tat er die Sache ab und etwas peinlich berührt sagte er hastig:
„Was für ein Unfug. Warum sollte ich um etwas besorgt sein?"
Der Cultivator lächelte ihn etwas unsicher an.
„Wir dachten, es ist vielleicht wegen Sun Yan..."
Jiang Cheng zuckte plötzlich am ganzen Körper zusammen. Er zog die Luft lautstark durch seine Nase und seine Augen weiteten sich, als er den Cultivator mit kaltem Blick anstarrte.
Dieser fuhr langsam fort:
„Wisst ihr, ihr ruft oft nach ihm oder sprecht ihn an, um dann festzustellen, dass er gar nicht hier ist..."
Jiang Cheng´s Augen wurden immer größer und während eine unaussprechliche Peinlichkeit in seinem Körper nach oben kroch, fasste er an Zidian und drehte den Ring auf seinem Finger nervös hin und her. Dabei entstanden aufbrausende Schwingungen und es war als würde die Luft in der Halle unter der starken spirituellen Energie anfangen zu schwingen.
Der Cultivator machte schnell einen untergebenen Schritt zurück, als er die markante Zornesfalte zwischen Jiang Cheng´s Augen erblickte.
Jiang Cheng atmete einmal tief ein, als er die aufbrausende spirituelle Energie in sich wieder herunter fuhr. Langsam setzte er sich wieder hin und er strich sich mit seinen Fingern über seine Schläfen, als er leise nuschelte:
„Wieso sollte ich rastlos wegen Sun Yan sein?" Seine Stimme klang etwas unsicher und fragend zugleich.
Der Cultivator verneigte sich schnell vor ihm.
„Ihr habt recht mein Herr. Ich habe mich wohl geirrt."
„Geirrt?" Wiederholte Jiang Cheng die Worte schwermütig.
„Gewiss! Als würde ich mich über einen einfachen Sun Yan scheren!"
Zischte Jiang Cheng über seine schmalen Lippen, als er ruckartig aufstand und mit großen Schritten durch die Halle schritt.
Alle blickten ihm nach, wie er kopfschüttelnd den Saal verlies und mit großen, hastigen Schritten zur Tür hinaus trat.
Als die Tür hinter ihm wieder lautstark ins Schloss fiel und seine schweren Schritte in der Ferne verhallt waren, blickten sich alle erleichtert an.
Der Cultivator pfeifte einmal durch seine Lippen.
„Sein Temperament ist noch viel aufbrausender, seitdem Sun Yan fort ist. Ich fürchte noch um unser aller Sicherheit, wenn das so weiter geht."
Einer der Wachen an der Tür traute sich schließlich auch das Wort zu ergreifen.
„Aber Jiao, das Pferd des Herrn fehlt auch noch, sein Stall ist leer. Was das wiederum zu bedeuten hat, weiß ich allerdings auch nicht."
Der Cultivator seufzte einmal laut auf.
„Wie noch immer, ich hoffe nur Sun Yan kommt bald wieder... es wäre für uns alle das Beste, besonders für unseren Sect Leader."
Jiang Cheng stapfte zornig durch Lotus Pier und seine Schritte lenkten ihn zielstrebig zu seinem Pavillon.
Dabei hielt sich eine hartnäckige Zornesfalte zwischen seinen Augenbrauen und seine Lippen zogen sich kraus zusammen.
„Besorgt...rastlos...tsss. Wovon sprechen die? Als würde ich rastlos wirken! Warum sollte ich rastlos sein...wegen Sun Yan?...tsss"
Zischte Jiang Cheng über seine Lippen, als er mit einem schnellen Ruck die Tür zu seinem Pavillon aufstieß und unter den Augen der Bediensteten, aufbrausend hinter sich die Tür wieder schloss.
Er blieb mittem im Raum stehen und holte abermals tief Luft. Seine Brust hob sich einmal schwer an und er spürte den frischen Sauerstoff, der durch seine Lunge strömte. Seine Hand klammerte sich angespannt an sein Schwert und ein paar Adern traten auf seinem Handrücken hervor.
„Unfug...Alles Unfug..!" Zischte er leise, als sein Blick plötzlich nach rechts auf einen hohen Spiegel fiel.
Jiang Cheng´s Augen weiteten sich, als er seine eigene Gestalt im Spiegel erblickte. Sein Gesicht wirkte angestrengt, eine tiefe Falte lag zwischen seinen Augenbrauen und sein Körper wirkte irgendwie steif und kantig.
Jiang Cheng ging etwas näher auf den Spiegel zu, als er sich für einen Moment schweigend selbst betrachtete. Er sah sich selbst, Jiang Cheng, den Sect Leader des Yunmeng Clans. Edel und herrschaftlich in seinen Kleidern anzusehen. Kühn und Stolz stand er da. Sein Schwert ruhte königlich in seiner Hand und um seinen Finger wand sich Zidian. Eine ganze Weile stand er so da, als er plötzlich zwischen diesem vertrauten Anblick auch noch etwas anderes entdeckte.
Er sah ebenso einen einfachen Mann, mit einem angespannten Gesicht. Tiefe, nachdenkliche Falten zeichneten sein Antlitz. In seiner Brust schlug ein Herz, unruhig an Rhythmus und seine verkrampfte Hand zitterte leicht vor Aufruhe. Ein beklemmendes Gefühl machte sich in seiner Brust breit und so länger er diesen Mann im Spiegel betrachtete, umso weniger sah er dort einen stolzen Sect Leader, der sich durch Heldentaten und schöne Kleider rühmte, sondern eher einen einsamen, einfachen Mann, dem außer seinem Stolz, nichts geblieben war.
Jiang Cheng´s Augen weiteten sich, als ihm seine eigenen Gefühle und Gedanken bewusst wurden. Er zog die Luft angestrengt durch seine Nase und mit einem kräftigen Schlag, stieß er mit seiner Faust gegen den Spiegel. Dieser kam ins Kippen und schlug laut scheppernd nach hinten in den Raum.
Jiang Cheng drehte sich ruckartig um, seine Robe schwang im Windzug nach, als er sein Schwert ablegte und sich auf die Kante seines Bettes setzte. Er stemmte seine Ellenbogen auf seine Oberschenkel und vergrub sein Gesicht tief in seinen Händen.
Er atmete ein paar Mal tief ein, als er langsam sein blasses Gesicht wieder anhob und seine rechte Hand auf seine Brust wanderte. Tief krallten sich seine Finger in den edlen Stoff und er schluckte schwer, als er seinen eigenen wilden Herzschlag spürte.
Bum Bum Bum
Sein Mund öffnete sich und leise, murmelnde Worte verließen seine trockenen Lippen.
„Dieses stechende Gefühl in meiner Brust...ich hatte es fast schon wieder vergessen..."
Es vergingen 3 weitere Woche in denen Sun Yan noch in der Cloud Recesses verweilte und unter Lan Xichen´s Anweisung den Heiler jeden Morgen und Abend seine Wunden versorgen lies.
Es war eine Zeit des Friedens und Gesinnung in denen sich alle in der Cloud Recesses dem Lernen, mediitieren und dem Heilen hingaben.
Sun Yan verbrachte mittlerweile fast jeden Tag mit Wei Wuxian und Lan Wangji und zwischen den dreien entstand eine enge Bindung. Wobei hingegen Lan Wangji das ein oder andere Mal deutlich anzusehen war, dass Sun Yan's permanente Anwesendheit und sein Klammern an Wei Wuxian, zu gewissem Unmut und unbehagen bei ihm sorgte.
Das Ganze natürlich ganz zur Freude Wei Wuxian´s, der nur vor Glück und Freude innerlich so strahlte, wenn er wieder einmal einen eifersüchtigen Blick auf HanGuang-Jun´s hübschen Gesicht vernahm.
In dieser friedlichen Zeit des Beisammenseins und Lernens, konnte Sun Yan noch viel von dem Gusu Lan Clan profitieren und in dieser kurzen Zeit entwickelte er sich geistig und spirituell ernorm weiter. Die Lehren und Regeln des Gusu Lan Clan´s gaben ihm einen völlig neuen Rahmen und sie prägten seine Persönlichkeit maßgeblich.
Nichtsdestotrotz war es niemand geringeres als Wei Wuxian, der Sun Yan's volle Aufmerksamkeit auf sich zog und es verging fast kein Tag an, dem der junge Mann aus Yunmeng nicht wissendurstig an Wei Wuxian´s Lippen hing und seinen ganz eigenen Lehren des Lebens lauschte und so manch einen Einblick in die demonische Cultivation erhielt.
Die Zeit verging wie im Flug und bald waren Sun Yan's Wunden so gut verheilt, dass er die Reise zurück nach Lotus Pier antreten konnte.
Ein wenig Betrübt und mit einem weinenden und einem lachenden Auge blickte Sun Yan seinem Abschied entgegen.
Obwohl er traurig darüber war, Wei Wuxian und Lan Wangji Lebewohl sagen zu müssen, so wuchs doch in seinem Herzen das Bedürfnis von Tag zu Tag, seinen Herren Jiang Cheng wiederzusehen und ihm endlich zu zeigen, was er für ein Mann geworden war.
Am Morgen der Abreise lag ein grauer Dunst über der Cloud Recesses und ein frischer, nasser Tau befeuchtete das Land.
Die Luft war still und nur das leise Pfeifen der Vögel in den Baumkronen war zu hören.
Sun Yan hatte seine Sachen schon gepackt und Jiang Cheng´s Pferd Jiao zur Abreise fertig gemacht und gesattelt.
Mit ruhigen und bedachten Schritten, führte er mutig das stolze Tier zum Eingang, wo alle ihn schon gespannt erwarteten.
Lan Xichen, Bao Tian, Lan Wangji, Wei Wuxian und ein paar Schüler des Gusu Lan Clan´s warteten schon darauf, ihn mit freundlichen Worten des Abschiedes auf die Reise zu schicken, zurück nach Lotus Pier, in seine Heimat.
Hufgettappel war zu hören und Sun Yan trat aus dem Dickicht heraus. Als er langsam in Sichtweite erschien, staunten alle nicht schlecht.
Der junge Mann der dort auf sie zukam, entschlossen die Zügel fest in seiner Hand, war irgendwie ein ganz anderer, als der, der vor Wochen die Cloud Recesses betreten hatte.
Sun Yan trug seine Haare nun weitesgehend offen. Das lange schwarze Haar ruhte auf seinem Rücken, während das Deckhaar in vielen kleinen Zöpfen mit goldenen Ringen an den Enden, zu einem hohen Zopf zusammengebunden war. Er trug ein lilanes Haarband, welches Leicht im Winde flatterte und seine Robe wirkte edel und anmutig. Und obwohl sie überwiegend die Farben des Yunmeng Clan´s verlauten lies, so war sie jedoch weniger kühl und streng an Farbe, sondern wirkte eher sinnlicher und besonnener.
Seine grünen Augen strahlten mit einer angenehmen Sanftheit und sein wacher und klarer Blick strotzte nur so vor jugend und Tatendrang.
Wei Wuxian´s Augen weiteten sich, als Sun Yan vor ihnen stehen blieb. Er machte eine tiefe Verbeugung vor allen und strahlte sie mit einem bezaubernden Lächeln an.
„Lan Xichen, Bao Tian, HanGuang-Jun, Wei Wuxian und ihr Schüler des Gusu Lan Clan´s, es ist soweit, ich werde mich nun verabschieden und zurück nach Lotus Pier gehen."
Sun Yan wendete sich Lan Xichen und verneigte sich noch einmal besonders ehrenvoll vor ihm.
„Lan Xichen, nie werde ich eure Güte und Gastfreundlichkeit vergessen. Habt Dank für die beste Versorgung meiner Wunden, welche ich mir nur wünschen könnte. Bitte richtet auch dem Heiler noch einmal meinen besten Dank aus. Ich werde die vergangenen Wochen in der Cloud Recesses in Ehren halten und nie werde ich vergessen, welche Freundlichkeit mir hier zuteilgeworden ist. Ich werde viel an Wissen und Reife mitnehmen können und ich hoffe auf eine immerwährende Freundschaft zwischen unseren beider Clan´s.
Habt Dank!"
Sun Yan verneigte sich erneut, als Lan Xichen ihm ein sanftes Lächeln schenkte.
„Sun Yan, sieh nach oben und stehe aufrecht. Ich bin beeindruckt. Du bist wahrlich gereift in der Zeit hier bei uns."
Lan Xichen streckte seine Hand heraus und führte Sun Yan´s ausgestreckten Arme langsam wieder nach oben.
„Die Cloud Recesses heißt euch Cultivator´s aus Yunmeng stets willkommen. Es war mir eine Ehre euch in meinem Clan begrüßen zu dürfen!"
Sun Yan schenkte Lan Xichen erwidernt ein sanftes Lächeln, wärend dieser ihm bestätigend zunickte.
Dann ging Sun Yan weiter und seine Schritte lenkten ihn zu Bao Tian. Dieser begrüßte ihn mit einem breiten Grinsen, als sie voreinander standen und Sun Yan verneigte sich abermals.
„Bao Tian, auch bei euch möchte ich mich verabschieden."
Bao Tian verneigte sich ebenfalls und wie immer hatte er lockere und unbefangene Worte parat.
„Machs gut, Kleiner. Und wenn du in Lotus Pier angekommen bist, dann hab ein waches Auge über deinen Herren. Den kann man nämlich nicht lange alleine lassen. Also sieh zu, dass du heile wieder zu Hause ankommst und vergiss nicht, man sieht sich immer zweimal im Leben."
Bao Tian zwinkerte ihm einmal zu und über Sun Yan´s Lippen huschte ein zufriedenes Lächeln, als er ihm ebenfalls bestätigend zunickte.
"Das werde ich!" Antwortete er entschlossen.
Als letztes wendete er sich Wei Wuxian und Lan Wangji zu und erst jetzt sah man, wie das Strahlen aus seinem Gesicht plötzlich verschwand und eine bekümmerte Miene sein Gesicht verdunkelte.
Sun Yan verneigte sich vor den beiden und als Wei Wuxian und Lan Wangji es ihm gleich taten, öffnete Sun Yan seine Lippe,n aber es schien als würden ihm die richtigen Worte fehle. Langsam und mit gesenkter Stimme begann er:
„HanGuang-Jun, Wei Wuxian, habt Dank für die Zeit, die ich an eurer Seite verbringen durfte. Ich fühle mich schlecht, wenn ich an den Tag meiner Anreise zurück denke und an den Groll und die Vorurteile die ich euch entgegen gebracht habe..."
Wei Wuxian schnaufte durch seine Nase.
„Ach, pappelapapp. Ich bin es gewohnt, anfänglich etwas anzuecken und mit der Missgunst meiner Mitmenschen konfrontiert zu werden. Aber lass uns nicht an der Vergangenheit klammern. Denn diese bringt uns nie weiter. Schaue lieber mit entschlossenem Blick nach vorne und gehe mutigen Schrittes voran. Sieh dich nur an Sun Yan, was für ein Mann aus dir geworden ist. Als du hier angereist bist, sah ich nur ein verwöhntes Kind an Jiang Cheng´s Seite. Aber jetzt sehe ich einen gebildeten und gereiften Mann vor mir. Du kannst stolz auf dich sein. "
Sun Yan lächelte leicht peinlich berührt aber auch ein wenig stolz, als Wei Wuxian´s schmeichelnden Worte in seinen Ohren nachklangen.
„Und außerdem..." Fuhr Wei Wuxian fort:
„Liegt das alles nur an LAn Zhan´s und meinem ausgezeichneten Einfluss. Wir können stolz auf uns sein, aus dir doch noch einen so grandiosen Menschen gemacht zu haben."
Wei Wuxian lachte freudig los, während er Lan Wangji einen verschmitzten Blick zuwarf. Allen lief ein leichtes Schmunzeln über die Lippen und manch einer zog ironisch eine Augenbraue nach oben.
Wei Wuxian räusperte sich.
„Nein, nein, jetzt mal im Ernst. Du hast dich verändert Sun Yan. Wirklich. Du siehst nicht nur anders aus, ich denke auch hier drinnen, hat sich vieles verändert."
Wei Wuxian deutete mit seiner Hand auf Sun Yan's Brust.
Ein leises Schnaufen war zu hören und Sun Yan nickte bestätigend mit dem Kopf.
„In der Tat! Ich bin nun ich. Der, der ich schon immer hätte sein sollen!"
Sagte er mit ruhigen, klaren Worten, als er Wei Wuxian dabei direkt in die Augen sah.
„Und außerdem..." Fuhr Wei Wuxian leise fort:
„Gib acht auf Jiang Cheng. Sei ihm ein treuer Freund und stehe ihm mit Rat und Tat zur Seite. Hörst du? Versprich es mir."
Sun Yan nickte.
„Das werde ich. Ich verspreche es!" Bei diesen drei Worten begannen seine Augen mit einer unglaublichen Entschlossenheit zu Funkeln und Wei Wuxian wusste, dass Sun Yan alles tun würde um diesem Versprechen nachzukommen.
„Habt Dank! Ehrlichen Dank! Ich hoffe, dass wir uns bald wieder sehen."
Lan Wangji nickte und ein tiefes aber sanftes „Gewiss!" Kam über seine Lippen.
Wei Wuxian und Lan Wangji warfen sich noch einmal einen zustimmenden Blick zu, als sie sich abermals mit Sun Yan zusammen zum Abschied verneigten.
Der junge Mann, mit den grünen Augen drehte sich um und wendete sich zu seinem Pferd.
Entschlossen nahm er die Zügel in die Hand, hielt sich am Sattelzwiesel fest und zog sich nach oben in den Sattel. Die Schüler des Gusu Lan Clan´s plapperten alle wild durcheinander und noch jeder gab ihm ein paar Zeilen zum Abschied mit.
Sun Yan schaute jedem zum Abschied noch einmal an und während die Schüler noch ein Stück nebenher liefen, wunk er allen noch einmal zu, ehe seine Gestalt zwischen den Bäumen verschwand und das aufgeregte gerede der Schüler wieder verstummte.
Lan Xichen und Bao Tian zogen sich als erstes wieder zurück während Wei Wuxian noch eine ganze Weile wie erstarrt ihnen nachschaute.
Lan Wangji schaute ihn an und wartet einen Moment, als sich Wei Wuxian´s Lippen langsam öffneten.
„Warum...muss ich in meinen beider Leben immer Menschen verabschieden?"
Lan Wangji stand neben ihm und blickte mit ihm in die selbe Richtung, den leeren Weg entlang. Ein leichter Windzug wirbelte ihre Kleider auf und die Stoffe wehten seicht im Wind.
Lan Wangji holte einmal tief Luft, bevor er leise zu sprechen begann.
„Wann immer sich Menschen im Leben begegnen, folgt dem auch irgendwann ein Abschied."
Wei Wuxian´s Miene verdunkelte sich und seine Lippen zogen sich entteuschend zusammen.
Doch Lan Wangji fuhr fort:
„Doch dieser Abschied muss nicht für immer sein. Manchmal liegt es an uns, die Zeit eines Wiedersehens zu bestimmen."
Wei Wuxian´s Augen weiteten sich und während er seinen Blick langsam zur Seite schwenkte, schaute er in Lan Wangji´s Gesicht und ein sanftes Lächeln, so zart wie der morgendliche Hauch des frischen Taus, lächelte ihm entgegen und die schwere auf Wei Wuxian´s Herz lichtete sich wieder, während ein unbekümmerstes Strahlen wieder in sein Gesicht zurückkehrte.
Sun Yan trieb Jiao stark voran. Die Sehnsucht nach Lotus Pier und nach seinem Herrn lies ihn nur wenig Rasten und so ritt er jeweils mehrere Stunden am Stück, bevor er sich und dem Pferd etwas Rast gönnte. Er war nun schon seid drei Tagen und Nächten unterwegs und so langsam näherte er sich seinem Ziel.
Sun Yan war mittlerweile sichtlich müde und erschöpft von der Reise, doch ein inneres Feuer trieb ihn immer weiter voran. Zeitgleich wurde mit jeder Meile die er sich Yunmeng nun näherte eine unruhige Ungewissheit in seiner Brust immer stärker. Die Angst vor Abweisung war in manchen Momenten unerträglich für ihn und manchmal schlotterten seine Knie bei dem Gedanken, wieder vor Jiang Cheng zu treten.
Am Abend des vierten Tages erreichte er schließlich Lotus Pier und um dem Tier und sich etwas Rast zu gönnen, betrat er mit Jiao zusammen ein größeres Boot und lies sich die letzten Meter über den Fluss setzen.
Als er den Bootssteg seiner vertrauten Heimat am Horizont erblickte, wurden seine Augen leicht glasig und sein Herz füllte sich mit einer vertrauten Wärme.
Er roch den vertrauten Geruch des Wassers und viele junge Mädchen saßen in den Boten am Steg und brachten ihre gefüllten Weidenkörbe wieder nach Hause.
Sun Yan atmete einmal tief ein, als das Boot anlegte und er vorsichtig das Pferd wieder an Land brachte. Es dauerte nicht lange bis die ersten Menschen am Bootssteg ihn erkannten und es ging ein allgemeines Raunen durch die Menschenmenge, als sie Sun Yan und das Pferd ihres Herren erkannten.
„Sun Yan, Sun Yan, ihr seid wieder da!" Rief ihm der erste Mann freudig entgegen.
Ein anderer verneigte sich schnell und begrüßte ihn ebenfalls höflich.
„Sun Yan, ihr seid wieder da. Wir haben euch schon vermisst.!"
Die Mädchen am Rand begannen zu winken und sein Name wurde aufgeregt in den schönsten Stimmen durcheinander gerufen.
Sun Yan musste einmal schwer schlucken. Noch nie zuvor war ihm diese Aufmerksamkeit zuteil geworden und er war mehr als überrascht, wie viele Menschen hier am Bootssteg ihn erkannten und sich scheinbar über seine Rückkehr sehr freuten.
Ein Mann, der scheinbar mit zu Jiang Cheng´s Pavillon gehörte, kam direkt zu ihm hingelaufen und während er ihn schnell begrüßte und das Pferd etwas tätschelte nahm er die Zügel in die Hand und führte das Pferd voran.
„Sun Yan, ihr seid wieder da! Unser Sect Leader wird sich sicher freuen. Wir hatten uns schon Sorgen gemacht, was in der Cloud Recesses wohl passiert sei.?!"
Sagte der Mann hastig während er Sun Yan schnellen Schrittes den Weg begleitete.
Sun Yan nickte ihm zu.
„Ach nichts, nichts. Es ist gar nichts vorgefallen. Ich...hatte einfach nur...noch ein paar Dinge in der Cloud Recesses zu erledigen...Desswegen komme ich später!"
Sagte er etwas unsicher und strich sich dabei die Haare hinter sein Ohr.
„Ja dann ist ja alles gut!" Antwortet der Mann freudig.
„Jiang Cheng wird sich sicher freuen, zu sehen das ihr wieder zurück seid."
Sun Yan´s Gesicht verzog sich in Falten, als er unsicher zu lachen begann. Leise nuschelte er zu sich selbst:
„...Da bin ich mir noch nicht ganz so sicher..."
„Was habt ihr Gesagt?" Fragte der Mann einmal nach, der Sun Yan's Genuschel vernommen, aber nicht verstanden hatte.
Sun Yan zog überrascht seine Augenbrauen nach oben.
„Ach nichts, schon gut. Alles gut!" Lächelte er verlegen über die Sache hinweg.
Die beiden kamen bald zu dem großen Eingangstor und auch dort wurde er von den Wachen freundlich begrüßt. Der Mann der ihn die letzten Meter vom Bootssteg aus begleitet hatte, kümmerte sich um alles und er lies das Pferd in die Stallungen bringen und schickte schnell jemanden voran, Sun Yan's Rückkehr anzukündigen.
Jetzt, wo er direkt vor dem Eingang stand und die Boten los liefen um seine Anwesendheit bei Jiang Cheng anzukündigen, wurde er wieder langsam sichtlich nervös. Seine Knie begannen leicht zu schlottern und sein Herz schlug schnell und unruhig in seiner Brust.
Die letzten Tage war er noch fest entschlossen zurückzukehren und er eilte so schnell es ging voran. Doch jetzt, wo Jiang Cheng nur noch ein paar Schritte entfernt war, fast zum Greifen nahe, wurde Sun Yan noch unsicherer und erneute Zweifel kamen auf.
Jiang Cheng saß derweilen in seinem Studien Zimmer. Umringt von mehreren Büchern und Manuskripten tippte er unruhig mit seinem Zeigefinger auf und ab, während seine andere Hand mit dem Pinsel begann kleine Kringel auf dem hellen Papier zu malen.
Er schnaufte einmal laut auf, als er plötzlich laute Schritte vernahm die eilig über die Holzveranda zu seinem Pavillon liefen.
„Sect Leader, Sect Leader!"
Rief der Mann während er lief schon eilig voraus.
Zwischen Jiang Cheng´s Augenbrauen legte sich eine tiefe Zornesfalte, als er genervt den Pinsel ablegte.
Plötzlich klopfte es laut an seiner Tür.
„Sect Leader, Sect Leader...!" Wiederholte der Mann noch einmal aufgebracht.
Jiang Cheng schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. Seine Stimme polterte erzürnt los.
„Was ist los? Wieso rennst du hier aufgescheucht über die Veranda und rufst hier durch die Gegend? Solange du jetzt keinen triftigen Grund hast, so gnade dir Gott!"
Jiang Cheng stand entnervt auf und ging mit großen Schritten richtung Tür.
Seine Hand umfasste den Türgriff und mit einem kräftigen Ruck schob er die Tür zur Seite.
„Was ist passiert?" Polterte er noch einmal los.
Er sah in das aufgeschreckte Gesicht einen seiner Wachen, welche eigentlich vorne vorm Haupteingang positioniert sein sollte. Schnell verneigte sich der Mann vor seinem Herren.
„Mein Herr, es ist Sun Yan! Sun Yan ist wieder da!"
Jiang Cheng's Augen weiteten sich. Er spürte sein Herz, welches für einen Schlag auf einmal aussetzte.
„Sun Yan sagst du?" Seine Stimme klang leicht schrill und aufgebracht. Wie aus Reflex zuckte sein ganzer Körper ein mal zusammen und als er gerade losstürmen wollte, holte ihn schlagartig die Vernunft wieder ein.
Die Wache stand vor ihm und schaute ihn mit großen fragenden Augen an.
Als Jiang Cheng´s aufgebrachte Miene sich wieder langsam beruhigte, räusperte er sich schließlich und wunk mit unsichere Geste ab.
„...Bringt ihn...in die Empfangshalle...!"
Sagte er schließlich mit gedämpfter Stimme, während er sich gerade hinstellte und einmal ablenkend über seine Stirn strich und danach seine Kleider etwas gerade rückte.
„Sehr wohl, mein Herr!" Sagte die Wache schnell und schon lief er wieder schrammen Schrittes los.
Jiang Cheng schaute ihm noch für einen Moment hinterher, bis er sich schließlich erneut räusperte und einmal kurz seinen Nacken streckte. Dann ging er langsam los, Richtung Empfangshalle, seine Hände dabei zu zwei angestrengten Fäusten geballt.
Sun Yan stand nervös vor der großen verzierten Holztür zur Empfangshalle.
Sein Herz schlug wild, sein Puls raste. Ihm wurde leicht schlecht bei dem Gedanken jetzt vor Jiang Cheng zu treten. Seine Atmung kam ins Stolpern und als sich plötzlich die große Tür mit lautem Knacken öffnete, war es als würde alles in seinem Kopf plötzlich leer werden und wie ein blankes Blatt Papier, schritt er planlos über die Türschwelle.
Jiang Cheng saß am Ende der Halle auf seinem großen hölzernen Stuhl, welcher an Handwerksgeschick und aufwendigen Schnitzarbeiten kaum zu übertreffen war.
Jeder Schritt von Sun Yan fühlte sich nun wie Nadelstiche an seinen Fußsohlen an und nur langsam führten seine Füße ihn vor den Thron. Seine Kehle schnürte sich zu und als er sich vor Jiang Cheng tief verneigte, atmete er noch einmal ruckartig ein, während es zeitgleich plötzlich furchtbar leise in dem Saal wurde. Die Anspannung stieg an.
Jiang Cheng blickte auf Sun Yan. Prüfend fuhren seine Augen jeden Zentimeter des jungen Mannes ab.
Ein Moment der Stille verging, in dem niemand es wagte auch nur einen Ton von sich zu geben. Die Anspannung im Raum war erdrückend.
Langsam öffnete Jiang Cheng seine Lippen und mit klarer Stimme sagte er:
„Du bist wieder zurück!
Was ist mit Jiao? Ist er mit dir wieder heile zurückgekehrt?"
Sun Yan verneigte sich abermals tief. Seine weit nach vorne ausgestreckten Arme zitterten leicht. Sein Blick war nach unten gerichtete und er vermied den direkten Blickkontakt.
„Ja mein Herr, ich bin wieder zurück. Jiao geht es gut. Er wurde wieder in die Stallungen gebracht."
Jiang Cheng´s Stirn zog sich kraus. Während er angestrengt auf Sun Yan's neue Frisur und seine Kleider starrte, befahl er mit tiefer Stimme:
„Sun Yan, sieh mich an!"
Sun Yan zuckte zusammen. Er schluckte schwer, als er langsam seinen Blick aufrichtete und Jiang Cheng direkt in die Augen sah.
Ehrfrucht machte sich in dem jungen Breit und so stark wie nie zuvor kamen in ihm die Erinnerungen seiner Gräueltat in der Cloud Recesses wieder hoch. Doch zugleich im selben Moment, als seine Entschlossenheit wieder ins Schwanken geriet und kalte Furcht und das bedrückende Gefühl des Verrats sich in ihm breit machte, sah er plötzlich Wei Wuxian´s Gesicht vor seinem geistigen Auge.
Sun Yan´s Geist klarte sich wieder auf und Stolz und Entschlossenheit strömte wieder zurück durch seinen Körper. Seine Hände ballten sich zu angestrengten Fäusten zusammen, als er den prüfenden Blick seines Herren trotzig erwiderte.
Seine grünen Augen begannen zu funkeln und er trug einen tollkühnen Gesichtsausdruck.
Jiang Cheng zuckte für einen Moment kurz zurück und seine Augen weiteten sich, als er den befremdlichen Ausdruck in Sun Yan´s Augen sah.
Langsam stand er auf und ging auf den Jungen zu. Er umkreiste ihn mit langsamen Schritten, seine Hände ruhten dabei auf seinem Rücken.
Sun Yan schaute mit klarem Blick nach vorne, während Jiang Cheng einmal um ihn herum Schritt und ihn aus allen Richtungen musterte. Sein Blick war prüfend und heftete sich auf den Jungen. Es war als würde sein Blick ihn durchboren und als könnte er in die tiefsten Abgründe seiner Seele blicken. Als er wieder vor ihm stand und ihre Blicke sich trafen, sagte Jiang Cheng mit leicht skeptischem Unterton.
„Du hast dich verändert...
Bist du wirklich...der Sun Yan, den ich kenne...?"
Er blickte in Sun Yan´s jugendliches Gesicht, als er die drei hellen Narben in dem Gesicht des Jungen sah. 3 dicke Striemen waren das Einzige was von Jiang Cheng´s Kratzspuren noch übrig geblieben war. Provokant verliefen sie quer über das einst so hübsche und makellose Gesicht. Die eine durchtrennte seine Augenbraue, während die andere über seine Nase verlief. Die dritte hatte knapp das Auge verfehlt.
Sun Yan starrte Jiang Cheng an, doch er sprach kein Wort. Eine ganze Weile blieben sie noch so voreinander stehen, bis Jiang Cheng schließlich wieder von ihm abrückte und ein paar Schritte zurück ging.
Die Luft war angespannt in der Halle und die leisen Schritte hallten wie ein tosender Donnerschlag auf dem gemusterten Fußboden.
Jiang Cheng schnaufte durch seine Nase.
„Und das ist es nun? Du hast mir nichts zu sagen?"
Sun Yan´s Augen weiteten sich, als sich seine Lippen leicht öffneten.
„Ich...Ich..." Begann er leise.
„Du was?" Unterbrach Jiang Cheng ihn scharf.
„Das ist alles was du mir zu sagen hast?"
Sun Yan´s Blick wanderte unsicher nach unten. In ihm kroch die Scham und Furcht durch seine Glieder. Sie schnürte seine Kehle zu und sein Mund wurde trocken.
-Erwartet Jiang Cheng jetzt, dass sie vor allen Wachen und Bediensteten über das vorgefallene Thema sprachen?-
Sun Yan´s Gedanken drehten sich im Kreis. Unsicher darüber was Jiang Cheng nun von ihm erwartete, war er zu keiner Reaktion fähig.
Jiang Cheng schnaufte auf.
„Hast du...etwa geglaubt du kannst hier einfach so hereinstolzieren und alles ist wieder wie vorher?
Glaubst du, nur weil du jetzt anders aussiehst, dich anders kleidest...das Geschehende vergessen ist?"
Sun Yan schüttelte hastig den Kopf.
„Nein...ich weiß nicht wo ich anfangen soll"
Sein Gesicht verzog sich und seine Finger krallten sich zusammen, während er ins Stottern kam und ihm die Worte im Halse stecken blieben.
Jiang Cheng bäumte sich vor ihm auf.
„Dachtest du etwa, du kämst ungestraft davon?"
Dieser Satz hallte in Sun Yan´s Ohren nach und seine Füße wurden kalt, während ein Stechen bis in seine Finger fuhr.
Seine Gedanken überschlugen sich.
-Jiang Cheng hat recht. Er hat ja so recht. Wie konnte ich nur glauben nach allem was ich getan habe, dass Jiang Cheng mir einfach so verzeihen könnte? Er muss sich schrecklich fühlen. All den Hass und die Wut die ihn ihm stecken müssen. Wie konnte ich nur so naiv sein? Es ist sein gutes Recht mich zu bestrafen...-
Sun Yan's Gedanken drehten sich im Kreis. Als hätte es je eine andere Option für ihn gegeben? Seine Tat war falsch und grausam, Jiang Cheng musste ihn dafür bestrafen.
Sun Yan schloss für einen kurzen Moment seine Augen, als er sich mit dem Gedanken abfand, dass ihn nun seine gerechte Strafe treffen würde.
Jiang Cheng starrte angespannt auf den Jungen. Als sein Blick sich wieder langsam von ihm löste und er durch den Raum sah, fasste er einen Entschluss. Seine Stimme war klar und befehlend.
„Geht raus! Lasst uns allein!"
Sun Yan´s Herz überschlug sich plötzlich in seiner Brust.
-Was hatte Jiang Cheng nur vor, wenn er auch noch die Wachen rausschickte?-
Innerlich begann er zu zittern und er bereitete sich auf eine harte Strafe aus Furcht und Schmerz vor.
Die Wachen verneigten sich schnell und verließen dann einer nach dem andern schweigend die Halle. Die große Tür fiel ins Schloß und plötzlich war es wieder beklemmend still in der großen Halle. Das Einzige was noch zu hören war, war Sun Yan´s unruhige Atmung und die Luft erfüllte sich mit Furcht und Demut.
