Chapter 18.11
Ein paar Mücken schwirrten über der Wasseroberfläche, als mit einem lauten Platschen ein Frosch in das seichte Wasser sprang. Die müden Lotusblüten wackelten durch das aufgeschreckte Wasser seicht hin und her.
Sun Yan seufzte laut auf, als er sich mit seiner Hand über sein kaltes Gesicht strich. Seine Augen waren leicht geschwollen, seine Wangen trugen eine gesunde Farbe und es war nicht zu verleugnen, dass er geweint haben musste.
Er saß noch immer auf der Veranda eines Pavillons und lehnte sich mit seinem Rücken an eine Hauswand. Sein ganzer Körper stach bei jeder kleinsten Bewegung, als hätte er in einem Meer aus Nägeln gebadet.
Mittlerweile war es schon spät am Abend, die Dunkelheit der Nacht hatte Yunmeng fest im Griff.
Sun Yan's Herz war schwer wie Blei und seine Gedanken schweiften ziellos umher. Er fühlte sich wie eine leere Hülle, ein Schatten seiner selbst, dünn und ausgelaugt und jeglichem Lebenswillen beraubt. Seine Augen hatten einen leeren und trüben Audruck und seine trockenen Lippen waren ganz blass.
Schließlich stand er langsam auf, stützte sich dabei an der Hauswand ab und begann schwankend loszugehen.
Er fasste mit seiner linken Hand in den Kragen seiner Robe und zog seinen Geldbeutel hervor. Nachdem er ihn geöffnet hatte und den Inhalt eingehend prüfte, sagte er leise zu sich selbst:
„Jetzt wo eh alles keinen Sinn mehr macht, können wir den Rest auch noch ertränken..."
Er stopfte den Geldbeutel wieder zurück unter den Stoff und machte sich dann zu Fuß auf den Weg in die nächste Stadt.
Es waren gut zwei Stunden vergangen und Sun Yan kam antriebslos und mit hängenden Schultern sschließlich in der nächsten Stadt an.
Überall brannten helle Lichter in den Fenstern, die Straßen waren belebt und die Stadt erstrahlte in ihrer nächtlichen Feierlichkeit.
Sun Yan brauchte gar nicht lange überlegen wohin er gehen wollte, denn er wusste ganz genau, in welcher Sackgasse dieser Ausflug enden würde.
Mit zielstrebigen Schritten steuerte er die erste Taverne an die er finden konnte und trat durch die kleine Tür in einen belebten Raum hinein.
Die Taverne war nicht sonderlich groß aber dafür gemütlich eingerichtet und bot ihren Gästen ein paar schöne Tische in kleinen Nischen, die die Privatsphäre gut zu schützen wussten. Es war eine heitere und ausgelassene Stimmung in der Taverne und die vielen Tische die belegt waren, schienen mit alten Stammkunden besetzt zu sein. In der Ecke des Raumes stand sogar ein junger Mann, welcher auf einer langen Flöte ein paar Lieder anspielte.
Sun Yan wurde sogleich von einer jungen Wirtin entdeckt und sie kam zielstrebig auf den jungen Mann zu und begrüßte ihn freundlich.
„Ein Tisch für eine Person?" Fragte sie freundlich. Die junge Frau hatte ein hübsches Gesicht, mit vollen runden Lippen, ein paar Sommersprossen und sie trug einen locker geflochtenen Zopf, der lang nach vorne über ihre Schulter hing.
Sun Yan blickte die Dame an und nickte ihr zu.
„Hmm" Brummte er über seine Lippen, ihre Freundlichkeit mit einem kurzen Lächeln erwidernt.
Sofort ging die junge Frau los und wies Sun Yan einen kleinen Tisch am Ende des Raumes zu.
„Ihr seid ein Cultivator aus Yunmeng nicht wahr?" Fragte sie interessiert, während sie begann eine Trinkschale und einen Krug Wasser auf den Tisch zu stellen.
Sun Yan setzte sich und blickte dann zu der Frau auf.
„Hmmm" Brummte er erneut lustlos auf.
Sofort legte die junge Frau den Kopf leicht schief und lächelte Sun Yan über das ganze Gesicht an.
„Ich wusste es!" Sagte sie freudig und ihre dunklen, großen Augen begannen zu funkeln.
„Ich spüre so etwas immer sofort. Denn wisst ihr, ich mag Cultivators." Die junge Frau lachte Sun Yan an, während sie plötzlich ins Schwärmen geriet.
„Wisst ihr, die meisten Cultivators sind ehrenvolle und gut ausehende Männer. Sie sind mutig, stark und stet's etwas Geheimnissvoll. Mein Vater sagt immer ich solle mich vor ihnen in Acht nehmen und mich nicht auf sie einlassen, denn man wüsste ja nie was sie so im Schilde führen.
Aber Pappelapapp, was kann man gegen Männer haben die gut gekleidet sind, Ziele in ihrem Leben haben und dann ganz Nebenbei auch noch einen gut gefüllten Geldbeutel haben? Zudem sind sie gern gesehene Gäste denn diese Herren wissen wie man trinkt! Haha!"
Die junge Frau lachte auf, während sie nebenbei noch etwas über den Tisch putzte.
„Und außerdem..." Flüsterte sie hinter vorgehaltener Hand.
„Schwärmen die jungen Mädchen immer so viel von euch Cultivators. Ihr sollt himmlische Liebhaber sein. Romantisch und Aufregend zugleich. Ihr scheint zu wissen wie eine glückliche Romanze funktioniert."
Kicherte sie vergnügt hinter ihrer vorgehaltenen Hand, während sie Sun Yan einmal keck zuzwinkerte.
Sun Yan blickte die junge Frau etwas entgeistert an. Auf so viel freudigen Redesschwall war er gar nicht vorbereitet und erst recht nicht, wenn man ihm jetzt auch noch von angeblichen glücklichen Romanzen erzählte.
Als die junge Frau Sun Yan's verwunderten und etwas müden Gesichtsausdruck bemerkte hielt sie sich schnell die Hand vor ihren Mund.
„Huch, verzeiht. Ich rede schon wieder so viel. Ich wollte euch nicht verschrecken.
Also bitte, was möchte dieser attraktive und junge Cultivator hier bestellen?"
„Alkohol! Bitte Alkohol! Einen Krug. Den Besten den ihr habt." Sagte Sun Yan mit bedachter Stimme.
Die junge Frau zog eine Augenbraue nach oben und ihre Augen formten sich zu kleinen Schlitzen, während sie ein symphatisches Schmunzeln auf den Lippen trug.
„Einen Krug den besten Alkohol? Aber gerne, kommt sofort!
Möchtet ihr noch etwas dazu haben?"
Sun Yan schüttelte verneinend seinen Kopf hin und her.
„Nein danke, wirklich nur den einen Krug."
Die junge Frau schloss für einen Moment kurz ihre Augen als würde sie Sun Yan´s Antwort noch einmal auf sich wirken lassen. Doch dann lächelte ihn freundlich an.
„Sehr gerne, einen Krug für unseren hübschen Cultivator hier."
Die Frau drehte sich um und als sie gerade wieder zurück zur Küche gehen wollte, sagte Sun Yan noch hastig:
„Oder wartet...zwei...ich nehme doch zwei Krüge.
Zwei Krüge von dem besten Alkohol. Bitte."
Die junge Frau wendete sich mit ihrer Seite wieder zu Sun Yan.
„Sehr gerne, also dann zwei Krüge." Die Frau lächelte, ehe sie auf dem Absatz wieder kehrt machte und den Tisch wieder verließ.
Sun Yan senkte wieder seinen besorgten Blick. Mit seinem rechten Zeigefinger tippte er nervös auf der Tishcplatte auf und ab.
Er atmete einmal tief ein, als er dann schon einmal seinen Geldbeutel aus seiner Robe hervorholte und geduldig wartete, bis die junge Frau wieder in seinem Sichtfeld erschien.
Es dauerte auch nicht lange bis sie mit zwei großen Krügen in ihren Händen wieder zu Sun Yan's Platz zurückkehrte.
„Bitte sehr! Da sind sie! Zwei Krüge von dem besten Alkohol den wir hier in der Taverne haben! Genießt ihn!" Sagte sie freundlich, während sie die zwei Gefäße und eine Trinkschale auf dem Tisch abstellte. Es plätscherte leise, als sie die kleine Trinkschale bis zum Rand füllte. Sofort stieg einem ein angenehmes Aroma in die Nase und verführte den Geruchssinn.
„Vielen Dank!" Sagte Sun Yan und nickte der jungen Frau bestätigend zu.
Er legte seinen Geldbeutel mit der flachen Hand auf den Tisch und schob ihn dann langsam der jungen Frau herüber.
Erst stutzte sie etwas, doch nachdem Sun Yan ihr abermals bestätigend zunickte nahm sie den Geldbeutel in die Hand.
„Der Rest ist für euch! Ich brauche es eh nicht mehr!" Sagte Sun Yan, als er die kleine Trinkschale an seine schmalen Lippen legte und das kühle Nass hinunter stürzte.
Die junge Frau stutzte.
„Hmm?" Interessiert öffnete sie den Geldbeutel und warf einen Blick hinein.
Ihre braunen Augen weiteten sich, als sie die vielen Münzen sah.
„Aber mein Herr..." Sagte sie staunend.
„Das ist viel zu viel! Das kann ich nicht annehmen."
Doch Sun Yan füllte schon erneut seine Trinkschale. Es plätscherte leise. Im Hintergrund war die fröhliche Flötenmusik und ein Gemurmel der vielen Gespräche zu hören.
„Doch nehmt es an, ich bitte euch darum. Behaltet es und kauft euch etwas Schönes davon."
Der runde Mund der jungen Frau stand vor Verwunderung leicht offen.
„Aber...aber..." Begann sie leicht zu stottern.
„Braucht ihr euer Geld denn etwa nicht?"
Sun Yan setzte die Trinkschale erneut an seine Lippen, er streckte seinen Kopf weit in den Nacken und leerte mit einem Schluck die Schale.
Mit einem leisen Klimpern setzte er die Schale wieder auf dem Tisch ab, als er seinen leeren Blick aufrichtete und der jungen Frau direkt in die Augen sah.
„Wisst ihr..." Fuhr er fort.
„Die wichtigsten Dinge im Leben kann man nicht kaufen... und von allem anderen, habe ich mehr als genug."
Die junge Frau zuckte leicht zusammen, als sie in Sun Yan's traurige grünen Augen blickte. Sie brauchte gar nicht mehr weiter nachzufragen, sie hatte verstanden, warum dieser junge Mann in dieser Nacht in die Taverne gekommen war. Sie senkte leicht ihren Blick und drückte den kleinen Geldbeutel fest in ihrer zierlichen Hand zusammen.
„Nun gut..." Sagte sie plötzlich mit einer sanften und ruhigen Stimme.
„Dann habt vielen Dank. Ich werde sehen welche Verwendung ich für eure Großzügigkeit finden werde.
Aber wenn ihr noch etwas braucht, dann ruft nach mir. Ich komme sofort."
Sun Yan nickte, während er ein drittes Mal begann seine Trinkschale zu füllen.
Schließlich betrachtete die junge Frau den Mann den sie vor sich sitzen hatte mit etwas anderen Augen und zum ersten Mal fiel ein eher besorgter Blick von ihr, auf die zwei großen Alkoholkrüge, welche sie ihm noch so eifrig gebracht hatte.
Sie wendete sich leicht besorgt von Sun Yan ab und als sie gerade den Tisch verlassen wollte, blieb sie plötzlich noch einmal ruckartig stehen.
Sie drehte sich um, schaute Sun Yan an und schenkte ihm ein ehrliches Lächeln.
„Ich bin übrigens Xiao Ming. Die Tochter des Wirtes hier. Meinem Vater gehört die Taverne!"
Sagte sie mit lebhafter, klarer Stimme.
Sun Yan blickte auf. Ruhig und bedacht antwortete er, wie es die Höflichkeit verlangte:
„Ich bin Sun Yan. Cultivator vom Yunmeng Jiang Clan und treuer Ergebener des Sect Leaders."
Xiao Ming's Augen weiteten sich erst, um sich dann kurz danach zu zwei kleinen Schlitzen zu formen. Ein Strahlen stand in ihrem Gesicht und sie versprühte eine angenehme Wärme mit ihrem symphatischen Lächeln.
„Freut mich euch kennenzulernen Sun Yan aus Yunmeng.
Nicht immer haben wir Einfluss darauf unter welchen Umständen sich zwei Menschen das erste mal kennelernen. Aber es freut mich, dass ihr heute Nacht den Weg in unsere Taverne gefunden habt.
Ich kann euch leider hier nicht sagen, dass es für jedes Problem im Leben eine Lösung gibt. Aber ich kann euch verraten, dass ich viele schon gesehen habe, die ertrunken sind, noch bevor sie es überhaupt versucht haben."
Sun Yan's Augen weiteten sich, als er sie leicht sprachlos und etwas irritiert anschaute. Es war als hätte sie für einen Moment tief in seine Seele blicken können.
Doch mit diesem Satz drehte sie sich auch schon wieder um. Ihr langer Zopf wandt sich noch durch die Drehbewegung leicht hin und her, ehe sie wieder in der Taverne verschwand und sich unter die Leute mischte.
Seine Augenlieder wurden langsam immer schwerer. Ein prickelndes Kribbeln fuhr durch seine tauben Fingerkuppen. Sein Sichtfeld schien kleiner geworden zu sein und die Umgebung um ihn herum begann langsam zu wanken.
-Wie spät war es überhaupt schon?-
Sun Yan's schleierhafter Blick fuhr durch die Taverne.
Es waren kaum noch Gäste da, nur noch ein weiterer Tisch war mit zwei Männern belegt.
Sun Yan blickte schläfrig auf einen der Alkoholkrüge vor ihm. Vorsichtig streckte er seine Hand danach aus und versuchte ungeschickt noch einmal seine Trinkschale zu füllen.
Doch aus dem Krug kam nur noch ein einziger Tropfen heraus.
„Hmm?" Brummte Sun Yam mürrisch, als er auch schon den gesamten Krug kopfüber hielt um sich zu vergewissern, dass er tatsächlich leer war. Er schüttelte den Krug noch ein Paar mal hin und her, doch es blieb unverhofft bei dem einen einzigen Tropfen.
Mit einem unzufriedenen Schnaufen setzte er den Krug wieder auf dem Tisch ab um dann seine rechte Hand zielstrebig nach dem anderen Krug auszustrecken.
Doch auch dieser Krug war verhältnissmäßig leicht. Mit unkoordinierten Bewegungen drehte er auch diesen Krug einmal auf den Kopf in der Hoffnung, noch einmal seine Trinkschale füllen zu können.
Doch auch dieser Krug war bis auf den Boden leer und nur ein vereinzelter Tropfen, der noch nicht mal seine Trinkschale traf, tropfte auf den Holztisch.
„Hmpf" Schnaufte Sun Yan unzufrieden durch seine Nase, der mittlerweile mehr als genug getrunken hatte. Da er sein gesamtes Geld Xiao Ming gegeben hatte, schien somit sich sein Besuch in der Taverne dem Ende zuzuneigen.
„Zeit zu gehen..." Seufzte er leise auf, als er seine flachen Hände auf der Tischplatte abstützte und begann sich hochzudrücken.
Als er aber schließlich zum Stehen kam und das Blut plötzlich nach unten in seine Füße sackte, spürte er erst die volle Wirkung des Alkohols. Für einen kurzen Moment kam er ins Schwanken, als er versuchte auf seinen leicht zitttrigen Beinen Halt zu finden. Ihm wurde leicht schwarz vor Augen und er stützte sich mit einer Hand an der Wand ab.
„Ufff..." Nuschelte er leise.
„Das war vielleicht doch etwas zu viel...ich sollte raus an die frische Luft..."
Sun Yan streckte den Rücken gerade und wischte sich einmal die Haare aus dem Gesicht, ehe er begann konzentrierten Schrittes die Taverne zu verlassen. Während er noch ein wenig schwankend durch die Taverne schritt, schaute er noch einmal zur Theke herüber. Doch anstatt in das lächelnde Gesicht von Xiao Ming zublicken, sah er nur in das mürrische Gesicht des Wirtes, welcher ihn prüfend beäugte.
Sun Yan erreichte schließlich die Tür und trat hinaus in die kalte Nacht.
Es war still in der Stadt geworden, vereinzelt brannten noch ein paar Lichter in den Fenstern und in der Ferne hörte man den ein oder anderen nächtlichen Ruf eines Tieres.
Es war tiefste Nacht und ein sternenklarer Himmel erstreckte sich über Sun Yan's Kopf.
Er wusste, dass ihm noch ein zweistündiger Fußmarsch bevor stehen würde, ehe er sich erschöpft in sein Bett fallen lassen könnte.
-Aber vielleicht auch gut so wie es ist!- Dachte er sich.
-Genug Zeit wieder nüchtern zu werden.-
Sun Yan schleppte sich Straße entlang. Die Nächte waren kalt geworden, sein Atem war bei jedem Atemzug zu sehen und ein heller Dunst stieg vor seinem Gesicht auf.
Etwas orientierungslos blickte er sich um, als sein Blick schließlich in eine kleine dunkle Gasse fiel.
„...Hier entlang..." Nuschelte er leise zu sich selbst in der Annahme, eine Abkürzung entdeckt zu haben.
Sun Yan, der sich in der Anonymität der Gasse unbeaufsichtigt fühlte, tastete sich mit seiner rechten Hand an den Hauswänden entlang, während er langsamen Schrittes mit seinen Füßen den Weg entlang strauchelte.
Er fühlte sich müde und schlapp. Ihm war kalt und der Alkohol verursachte leichte Kopfschmerzen. Aber genauso sorgte dieser Rauschzustand auch dafür, dass er seine Sorgen für einen Moment vergaß und sein Kummer nicht mehr so schwer auf seinen Schultern lastete.
Sein Blick war die ganze Zeit konzentriert auf den Boden gerichtet, sodass er gar nicht bemerkte, dass er direkt auf drei Männer zusteuerte. Sie standen in dem Eingang zu einem kleinen Hinterhof, lehnten sich an eine Steinmauer und waren am Essen und am Trinken. Es waren drei Üble gestalten, welche ganz in schwarz gekleidet und ihre Gesichter zum Teil vermummt waren. An ihren Hüften trugen sie jeweils ein langes Schwert und auch sonst machten sie eher den Eindruck, dass man mit diesen Männern lieber keine Bekanntschaft schließen sollte. Einer der Männer trug sein Schwert auf der rechten Seite seiner Hüfte und er schien auch sonst, sich von den anderen beiden etwas abzuheben.
Einer der Männer entdeckte schließich Sun Yan und er deutete mit seinem Finger in seine Richtung, um seine Kumpanen auf ihn aufmerksam zu machen.
Die Männer nickten sich gegenseitig zu, als sie sich von der Wand abdrückten und Sun Yan ein Stück entgegen kamen.
Einer der drei Männer stellte sich an den Rand, lehnte sich lässig an eine Mauer und als Sun Yan gerade an ihm vorbei strauchelte, stellte er ihm ein Bein.
Sun Yan kam augenblicklich ins Stolpern und fiel fast wie ein Stein vorne über, als er ungebremst in die Arme von einem der anderen Männer fiel.
„Hoppla!" Sagte der Mann, der ihm ein Bein gestellt hatte.
„Wohin so schnell des Weges? Nicht das hier noch einer stolpert."
Sagte er mit einem belustigten und hinterhältigem Unterton in seiner Stimme.
Die anderen beiden Männer fingen fies an zu lachen.
Sun Yan, der frontal mit seinem Gesicht gegen eine harte Männerbrust gestoßen war entschuldigte sich sofort.
„Verzeiht, verzeiht...es ist meine Schuld, ich wollte nicht..."
Sun Yan der sich aus Reflex in die Arme des Mannes gekrallt hatte um sich abzufangen, drückte sich langsam wieder von ihm ab. Dabei hob er seinen Kopf an und schaute dem Mann, der einiges Größer als er selbst war, in's Gesicht.
Der Mann machte große Augen, als er unerwarteter Weise, in ein hübsches junges Gesicht blickte, mit zwei grünen Augen, welche in der Dunkelheit hervorstachen.
„Meister schaut..." Sagte er, während er seinen Blick zu dem dritten Mann im Bunde herüberwarf.
„Er ist jung, gut aussehend und scheinbar aus gutem Hause Seht seine Kleider."
Der Meister, der sich bis jetzt etwas im Hintergrund gehalten hatte, kam einen Schritt aus der Dunkelheit hervor. Das schwere Schwert an seiner rechten Seite klapperte, als er mit großen Schritten auf die drei zukam.
Der Mann der Sun Yan ein Bein gestellt hatte fing mit rauer Stimme an zu kichern.
„Du meinst wir haben einen guten zufälligen Fang gemacht? Und dann ist uns diese Schnapsdrossel auch noch direkt in die Arme gestolpert. Er stinkt bis hierhin nach Alkohol. Sieh nach ob er Geld dabei hat."
Sun Yan, der langsam begriff in was für eine missliche Lage er sich gebracht hatte, wollte sich von dem Mann wegdrücken. Doch dieser hielt ihn fest und begann ihn nach seinem Geldbeutel und anderen Wertgegenständen abzutasten.
„Nein!" Sagte Sun Yan hektisch.
„Lasst mich los."
Ein leichtes Gerangel begann entstand zwischen den beiden, wobei die zwei Männer Sun Yan's unkoordinierten Ausbruchsversuche eher als belustigende Abwechslung dankend entgegen nahmen.
„Halt still!" Sagte der Mann, in dessen Armen sich Sun Yan befand und griff auch schon grob mit seiner kalten Hand in Sun Yan's Kragen.
"Nein!" Quiekte Sun Yan auf.
Doch schon in diesem Moment stand der Meister hinter ihnen und eine tiefe und respekteinflößnde Stimme ertönte.
„Hör auf! Nimm deine Griffel zurück und Lass mich ihn erst sehen!"
Der Mann hörte sofort auf, zog seine Hand wieder aus Sun Yan's Kragen heraus und packte ihn dann an beiden Handgelenken. Er drehte Sun Yan's Arme auf den Rücken und hielt ihn fest, damit sein Meister einen genauen Blick auf ihren Fang werfen konnte.
Sun Yan schüttelte seinen dröhnenden Kopf. Er verfluchte sich in diesem Moment selbst, wie er nur so dumm gewesen sein konnte in seiner momentanen Verfassung durch eine dunkle Hintergasse zu laufen.
„Bitte, lasst mich gehen. Ich trage nichts mehr an Wert bei mir. Ich habe alles in der Taverne gelassen. Es gibt nichts was ich euch noch geben könnte." Sagte er in der Hoffnung, irgendwie wieder unbeschadet aus dieser Situation herauszukommen.
Doch in diesem Augenblick schob sich eine dicke Wolke an dem Mond vorbei und gab sein helles Licht wieder Preis. Sun Yan wurde hell erleuchtet, als der Meister seine linke Hand nach ihm ausstreckte und seine kalten Finger sich um sein Kinn legten. Er drehte Sun Yan's Gesicht in seine Richtung und ihre Blicken trafen sich.
Ihrer beider Augen weiteten sich zu großen dunklen Pupillen, als das helle Licht des Mondes ihre Identitäten peisgab.
„...Zhuang Xi...!"
Hauchte Sun Yan atemlos, während sein Mund vor Schock offen stand und sein Gesicht sich langsam mit Furcht füllte.
Es gefror ihm das Blut in den Adern und sein Körper war unfähig sich zu bewegen. Ein Kribbeln fuhr von seinen Zehenspitzen bis in seine Fingerkuppen.
Zhuang Xi's Augen begannen zu funkeln, als sich sein Gesicht zu einer hämischen Grimasse verzog.
„Sun Yan, so sehen wir uns also wieder!"
„Ihr kennt ihn?" Fragte einer der Männer seinen Meister.
Zhuang Xi lachte verräterrisch.
„Ob ich ihn kenne? Und wie wir uns kennen. Nicht wahr Sun Yan? Du hast mich doch jawohl damals nach unserer unvollständigen „Übereinkunft" im Badehaus nicht vergessen?"
Sun Yan konnte es nicht glauben. Was für eine schicksalhafte Begegnung.
- Wieso musste er nur nach allem was passiert war ausgerechnet diesem Mann in die Arme laufen? Niemand wusste wo er nach dem Vorfall im Yunmeng Clan untergetaucht war. Jiang Cheng lies mehrmals nach ihm Suchen, aber es war vergeblich und keine Spur war von ihm zu finden.-
„Wer ist dieser junge Mann? Und wieso ist sein Gesicht so häßlich entstellt?" Fasste einer der Männer mit etwas Nachdruck noch einmal nach.
„Entstellt?" Fragte Zhuang Xi, während sich ein grauenvolles Lächeln auf seine Lippen legte.
„Das ist Sun Yan, vom Jiang Yunmeng Clan. Einst waren wir Untergebene für den selben Herren."
Zhuang Xi drückte Sun Yan's Gesicht zwischen seinen Fingern zusammen und drehte sein Kinn mehrmals hin und her, um sein gesamtes Gesicht im Mondschein besser betrachten zu können.
„Du meinst diese Kratzspuren..." Fuhr er fort, während er mit seinem Daumen grob über die zurückgebliebenen Narben strich.
„...Sie sind Zeuge davon was passiert, wenn ein streunendes Kätzchen in die Hand beißt, die es füttert. Nicht wahr?"
Zwischen Sun Yan's Augen legte sich eine tiefe Zornesfalte. Es fing innerlich an in ihm zu brodeln. Zorn und Hass stiegen in ihm auf.
„Verräter!" Zischte er schließlich über seine Lippen.
Zhuang Xi zog eine Augenbrauen nach oben.
„Tss tss" Schnallste er mit seiner Zunge. Er lehnte sich mit seinem Gesicht näher an Sun Yan heran und sie tauschten einen intensiven Blick aus.
„Meinst du etwa, Sun Yan, du befindest dich in einer Lage wo du so etwas sagen solltest? Ich hoffe du hast nicht vergessen, was du an jedem Tag angerichtet hast?
Lange habe ich mich still zurück gezogen. Meine Wut, Hass und den Zorn unterdrückt. Vorsichtig habe ich Stück für Stück mein Netz der Rache gesponnen und nun bist du mir ganz von alleine, wie eine kleine Maus in die Falle gegangen. Du bist mir sogar direkt und ganz freiweillig in die Arme gestolpert. Vielen Dank dafür, das erspart mir die Suche nach dir!"
Sun Yan fletschte die Zähne und sein Mund zog sich kraus, doch mehr wagte er nicht zu sagen.
„Was ist?" Sagte Zhuang Xi, als er begann provokant mit seiner flachen linken Hand mehrfach gegen Sun Yan's Wange zu klatschen.
„Du sagst ja gar nichts! Fauchst, kratzt und beißt gar nicht um dich wie du es sonst immer getan hast! Was ist los?...
Oder...Bist du etwa alleine hier? Ist dein geliebter Jiang Cheng nicht bei dir? Was ist los kleiner Yan? Hast du dir hier etwa vollkommen alleine die Birne so weggeschossen bist du nicht mehr geradeaus laufen konntest?
Hat der Sugar-Daddy zu Hause in Yunmeng, dem du du sonst immer so heuchlerisch die Füße geleckt hast das kleine Kätzchen etwa vor die Tür gesetzt...?"
Zhuang Xi atmete einmal tief ein, als er mit einem durchbohrenden Blick Sun Yan das Fürchten lehrte. Mit noch tieferer und kratziger Stimme sagte er:
„Du weißt, dass du nun nicht die geringste Chance hast, stimmt's?
Du bist nicht dumm. Aber hast du wirklich geglaubt, dass es für dich hier ein Happy-end gibt...? Jetzt wo ich dich endlich in den Fingern habe?
Tss..tss..tss
Du kannst jetzt mit mir kommen Sun Yan, in die tiefsten Abgründe der Hölle."
Zhuang Xi löste plötzlich ruckartig seine Hand von Sun Yan's Kinn, als er sich zu seiner vollen Größe vor ihm aufbäumte. Er war eine dominante Erscheinung und in dem fahlen Mondlicht hätte er selbst dem mutigsten Mann das Fürchten gelehrt.
„Sun Yan soll ich dir mal etwas verraten?
Soll ich dir mal mein Happy-end zeigen? Eines, was du zu verschulden hast?"
Zhuang Xi griff grob in den Kragen seiner Robe und riss die Kleider von seiner rechten Schulter herunter.
Sun Yan's Augen weiteten sich, als er auf eine entstellte Schulter mit einer riesigen fleischigen Narbe blickte.
„Häßlich nicht wahr?" Sagte Zhuang Xi forsch. Seine Stimme wurde langsam lauter und kräftiger.
"Und weißt du wer das war?
DU warst es!
Also sieh genau hin und präge es dir gut ein!" Polterte er laut los.
„DU warst es, der das Schwert ergriffen hat und es nach mir geworfen hat.
DU hast meine Schulter durchbohrt, sie in Fetzen zerlegt und nahezu alle Sehnen und Bänder durchtrennt.
Wegen DIR hängt mein Arm nun fast leblos an meiner rechten Körperhälfte herunter.
Als Mann, als Kämpfer und als angesehener Cultivator der ich einst gewesen bin, hast du aus mir einen Krüppel gemacht, der nicht einmal mehr im Stande war ein Schwert richtig zuführen.
Nicht einmal einen Stock konnte ich mehr festhalten. Nicht nur das Jiang Cheng auf meiner Ehre herumgetrampelt ist und mich wie einen reudigen Köter aus dem Clan gejagt hat. Nein, DU musstest dich noch in den Kampf einmischen. Auf mich spucken, mich entstellen und mir das nehmen was uns Cultivators am meisten ausmacht. Nämlich unsere Kampfkünste!
Weißt du, wie hart es war nachdem man alles verloren hatte sich wieder etwas Neues aufzubauen? Das Leben ist ungerecht, die Schwachen werden von den Starken wie kleine Maden im Sand zerquetscht. Ich musste meine linke Hand trainieren immer und immer wieder. Und selbst jetzt Monate später kann ich das Schwert immer noch nicht wieder so gut führen wie ich es einst konnte. Und das alles nur wegen dir kleinem Wurm und diesem hochnäsigen und verbittertem Sect Leader eines verschissenen Clan's."
Sun Yan blickte mit Furcht in den Augen den wütenden Mann vor sich an. Zhuang Xi brodelte nur so vor Rache und ihm wurde langsam immer mehr bewusst, dass er diese Begegnung nicht unbeschadet überstehen würde.
Zhuang Xi leckte nur so nach Rache und seine Augen begannen mit einer unstillbaren Gier zu funkeln.
Plötzlich griff er mit seiner linken Hand an Sun Yan's Kehle und drückte forsch zu. Seine Finger bohrten sich tief in den schlanken Hals und hinterließen bald rote Abdrücke.
"Argh..!" Keuchte Sun Yan auf als er begann nach Luft zu ringen.
„Weißt du was besonders laut Knackt, wenn man es bei einem Mann zerbricht, Sun Yan?" Fragte Zhuang Xi mit finsterer und tiefer Stimme.
Sun Yan, der langsam rot im Gesicht anlief, blickte nur wie in einem Tunnel in Zhuang Xi's stechende Augen. Er schloss für einen Moment akzeptierend seine Augen, wissend, dass es nun jede Sekunde zu Ende sein könnte. Ihm fehlte die Kraft sich zu wehren und es gab kein Entkommen. Todesangst erfüllte seinen Geist.
Zhuang Xi lachte kurz auf und schnaufte dann laut durch seine Nase.
„Richtig, es ist das Genick!
Und weißt du was ich gerade in meiner linken Hand halte?
Auch Richtig, genau dieses fragile kleine Stück, welches bei dir auch noch besonders filigran ausgefallen ist."
Zhuang Xi festigte nur noch mehr seinen Griff.
Sun Yan riss seine Augen weit auf, als er spürte wie die Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Gehirn langsam unterbrochen wurde. Er rang nach Luft.
Zhuang Xi lehnte sich erneut an Sun Yan's Gesicht heran. Ganz nah wanderte er mit seinen Lippen an Sun Yan's Ohr, als er mit kratzender Stimme in sein Ohr flüsterte:
„Aber weißt du Sun Yan, was noch lauter Knackt als das Genick eines Mannes?...
Es ist sein Stolz!"
Plötzlich lies Zhuang Xi Sun Yan's Kehle abrupt wieder los.
Sun Yan hustete, keuchte und rang nach Luft.
Der Mann der Sun Yan die ganze Zeit festhielt platzte schließlich vor Neugier und fragte aufgeregt:
„Meister was machen wir nun mit ihm? Dürfen wir ihn töten? Ihm die Haut Stück für Stück von seinem hübschen Gesicht schälen bist er vor Schmerz vergessen hat zu Wimmern?"
Zhuang Xi stand die Aufregung und Ekstase förmlich ins Gesicht geschrieben, als sich seine Mundwinkel unheilvoll nach oben bogen. Er sah sich am Ende seiner lang ersehnten Rache, sie war zum Greifen nahe und sein Herz schlug aufgeregt in seiner Brust.
„Nein!" Sagte er laut und befehlend.
Er streckte seine linke Hand erneut nach Sun Yan aus und griff grob mit seinen Fingern in Sun Yan's Deckhaar und riss an seinem Kopf.
„Ich habe etwas besseres für ihn."
Zhuang Xi blickte in Sun Yan's Augen.
„Ich werde dich in meiner Hand zerquetschen Sun Yan. Stück für Stück werde ich deine Seele in kleine Stücke zerreißen, bis sie so zerschreddert ist, dass keine Macht der Welt sie mehr zusammenfügen könnte. Du sollst meine Rache spüren. Und dieser kleine Pisser von einem Sect Leader gleich mit. Ruinieren werde ich euch und es in euer Fleisch brennen, damit ihr es niemals vergessen werdet."
Zhuang Xi lachte auf, als der Wahn ihm in die Glieder fuhr. Er riss Sun Yan's Kopf an den Haaren weit nach hinten, welcher unter Schmerzen leicht aufstöhnte.
„Du kannst dich glücklich schätzen Sun Yan...
Denn heute Nacht...
werden wir dort weiter machen...
wo wir damals im Badehaus unterbrochen wurden!
Doch dieses mal...
Sind wir zu dritt!
Ich frage mich was dein geliebterJiang Cheng wohl dazu sagen wird?"
Zhuang Xi leckte sich widerlich über seine rauen Lippen, als er Sun Yan gierig anstarrte.
Sun Yan's Augen weiteten sich ins Unermäßliche.
„NEIN!" Sagte er panisch, als er anfing seinen Kopf wild hin und her zuschütteln, als könnte er nicht glauben was er gerade gehört hatte.
„Bitte nicht, alles aber nicht das!" Begann er zu betteln.
Die blanke Panik ergriff den Jungen und er wäre fast in Ohnmacht gefallen, so schnell begann sein Herz zu schlagen und sein Blut pumpte sich kraftvoll durch seine Adern.
„Bitte nicht!
Tötet mich,
tötet mich,
TÖTET MICH!" Schrie Sun Yan in seiner Verzweiflung auf. Er wollte sich aus dem starren Griff des Mannes lösen, doch der Alkohol hatte seinen Körper nach wie vor fest im Griff. Ihm wurde heiß und ganz schwindelig und sein Kopf dröhnte, während seine Atmung unruhig wurde. Er begann am ganzen Körper zu zittern und ein Gefühl von Scham und Ekel fluteten seinen Körper.
Zhuang Xi lachte trocken auf.
„Lass es mich hören,
das Knacken,
wenn dein Stolz bricht!"
Mit diesem Satz nickte Zhuang Xi seinen Kumpanen zu und er riss an Sun Yan's Haaren und schliff den jungen hinter sich her.
Zhuang Xi's Begleiter lachten auf und rieben sich vor Ekstase die Hände. Die Entscheidung ihres Meisters schien ihnen zu gefallen und so kamen sie bereitwillig hinterher.
Sun Yan schrie, jammerte und versuchte sich zu wehren, doch die drei Männer verschleppten ihn in eine kleine Hütte.
Die Tür fiel mit einem lauten Scheppern ins Schloss und Zhuang Xi schleuderte Sun Yan an den Haeren kraftvoll in den Raum.
In der Mitte stand ein Holztisch und Sun Yan donnerte frontal mit dem Becken dagegen und fiel mit seinem Oberkörper vornüber auf die Tischplatte.
„Ich zu erst!
Ihr haltet ihn fest!" Sagte der Meister befehlend.
Sofort packten vier kalte und grobe Hände Sun Yan an den Handgelenken und Armen und nagelten ihn auf dem Tisch fest. Sein Gesicht wurde herunter auf die Tischplatte gedrückt, während er anfing zu schreien.
„NEIN, NEIN! Lasst mich los!" Rief er bis seine Kehle trocken und heiser wurde.
Der Mann der ihn an der linken Seite festhielt begann dreckig zu lachen.
„Es wird dir gefallen, glaub mir, wenn wir erstmal alle drei mit dir fertig sind wird dein kleines Loch sich danach sehnen und du wirst bereitwilligen wie eine kleine Schlampe zu uns zurück gekrochen kommen."
Sun Yan blickte den Mann mit einem abwertenden Blick an, als er seine Spucke hochzog und dem Mann dann direkt ins Gesicht spuckte.
„Bastard!" Zischte Sun Yan in seiner Hilflosigkeit.
Es war ein Bruchteil einer Sekunde, aber unter dem angeekeltem Schock schoss die Wut in dem Mann hinauf und er schlug mit der flachen Hand in Sun Yan's Gesicht. Es knallte laut.
„Miese kleine Ratte!" Zischte der Mann.
Durch den Schlag platzte Sun Yan's Lippe auf und ein wenig rotes Blut lief an seinem Kinn herunter, als er schmerzerfüll sein Gesicht verzog.
„Argh..." stöhnte er leise auf.
Der andere Mann, der an Sun Yan's rechter Seite stand schaute etwas belustigt herüber.
„Oi, oi Solange er noch die Energie hat um sich so zu wehren, sollten wir ihn besser knebeln. Sein Gewimmer wird noch für Aufsehen sorgen."
Der andere Mann wischte sich mit seinem Ärmel die Spucke aus dem Gesicht, als er an Sun Yan's Gürtel in der Taillie fasste und ihn herunter riss.
„Mach schön weit den Mund auf!" Sagte der er dreckig lachend, als er auch schon den Gürtel um Sun Yan's Mund legte und dann kraftvoll nach hinten zog.
Sun Yan's Mund öffnete sich durch den Druck, seine Lippen wurden auseinander gezogen und der Gürtel wurde an seinem Hinterkopf stramm zusammen gebunden.
„Mhhhh...mhhhh...mhhhh" Versuchte Sun Yan aufzuschreien, doch der Knebel erstickte seine Hilferufe.
„Schluss jetzt hier mit dem Theater. Haltet ihn gut fest!" Sagte Zhuang Xi, als er sich von hinten langsam näherte.
Mit groben Handgriffen riss er an Sun Yan's Robe und legte die langen Stoffe zur Seite. Er entkleidete den Jungen teilweise und seine kalten Hände griffen in den Hosenbund und rissen die Hose an seinen Hüften herunter.
Sun Yan's Augen weiteten sich, als er einen kalten Luftzug an seinem blanken Hintern spürte.
„Huiiii!" Pfiff Zhuang Xi durch seine Lippen, als er seine rauen Hände gierig ausstreckte und über Sun Yan's Pobacken streichelte.
„Diese zwei Hübschen habe ich vermisst." Leckte er sich schnaufend über seine Lippen.
Sun Yan's Brust begann sich durch seine krampfhafte Atmung aufgeregt auf und abzuheben. Er versuchte seine Arme loszureißen, doch die beiden Männer hielten ihn an seinen Handgelenken so fest, dass sich schon rote-blaue Blutergüsse bildeten.
Zhuang Xi spuckte sich schließlich in seine rechte Hand und seine kalten Finger tauchten zwischen den zwei runden Pobacken ab.
Über Sun Yan's Haut fuhr ein kalter Schauer, der sich wie tausend Nadelstiche anfühlte, als sich sein Körper vor Ekel zusammenzog.
„Mhhhh...mhhhh...mhhhh...!" Versuchte er etwas zu sagen, doch der Knebel saß fest an seinem Platz und gab seiner Stimme keinen Raum.
Seine Fingernägel kratzten scharbend über die Platte des Holztisches, als Zhuang Xi seinen ersten Finger begann in Sun Yan's Loch einzuführen.
Sun Yan riss seine Augen weit auf, denn Zhuang Xi's Berührungen waren ungehalten und forsch. Der kalte Finger glitt unaufhaltsam rein und wieder heraus und sein Körper wurde mit jedem Mal zutiefst erschüttert.
Zhuang Xi schnaufte erregt durch seine Nase, als er seinen Fingern dabei zu sah, wie sie gewaltsam das kleine Loch auseinander dehnten. Dabei leckte er sich mit seiner feuchten Zunge über seine Lippen und sagte mit tiefer Stimme:
„Fühlst du es Sun Yan? Wie dein kleines Loch meine Finger förmlich einsaugt? Aber warte nur ab, dass ist erst der Anfang, der richtige Spaß kommt erst noch."
Sun Yan zuckte am ganzen Körper zusammen, als Zhuang Xi nach einer Weile seine Finger wieder heraus zog. Seine Atmung begann zu stolpern und seine Augen füllten sich mit Furcht, als er das Rascheln von Stoff vernahm und das unverkennbare Geräusch von dem Öffnen eines Gürtels.
„Sei nun ein guter Junge und wehr dich nicht, dann überlebst du die heutige Nacht vielleicht..." Erklang Zhuang Xi's Stimme mit einem widerlichen, schadenfrohem Unterton.
Es kam Sun Yan wie eine Ewigkeit vor, als sein Herzschlag sich langsam immer weiter erhöhte. Sekunden fühlten sich an wie Minuten und das panische Gefühl seines Körpers kam einer Ohnmacht nahe. Das Blut rauschte plötzlich mit lautem Getöse durch seine Ohren, der Klang aller Geräusche wurde dumpf und sein Sichtfeld begann immer mehr zu verschwimmen. Seine Kehle schnürte sich zu, er bekam einen Kloß im Hals und ihm wurde langsam übel.
Sein Körper schmerzte, es war als würde seine Haut an jeder Stelle wo sie ihn berührten anfangen zu brennen.
Sun Yan schloss seine Augen, als er sich immer und immer wieder inständig fragte, warum dies passieren musste?
-Warum er?
Warum war sein Leben in den letzten Jahren nur von Kummer, Leid und Gewalt geprägt?
Unerfüllte Wünsche, zerschmetterte Sehnsüchte und abgewiesene Träume...
Dabei sehnte er sich doch nur mehr als alles andere danach geliebt zu werden, behütet und beschützt.
Er sehnte sich nach lieben Worten der Anerkennung, nach Berührungen voller zärtlichen Gesten und nach der unübertrefflichen Wärme einer innigen Liebe.
Doch nichts davon konnte er sein eigen nennen. All seine Versuche und Bemühungen haben ihn genau an den Punkt gebracht an dem er jetzt stand.
Was hatte er nur immer und immer wieder falsch gemacht?
Oder war es gar nicht etwas das er falsch gemacht hatte, sondern lag es vielleicht einfach an ihm selbst? An seiner Existens? An dem, was für ein Mensch er war? Vielleicht war ihm einfach kein Glück gegönnt, sondern die Wogen des Schicksals hatten für ihn einfach eine andere Bestimmung vorgesehn?
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wo Freude ist, ist auch Leid. Vielleicht war er es einfach, dem dieser Platz vorbestimmt war, damit andere auf der sonnigen Seite des Lebens, in der angenehmen hellen Wärme glücklich verweilen konnten?-
Sun Yan schloss seine Augen, als ein einziger letzter Gedanke in ihm verweilte.
-Wie viel Leid, kann ein Mensch ertragen?-
Er lehnte seine Stirn gegen die Tischplatte, seine Atmung setzte aus, als sich seine Finger kratzend über die Tischplatte zu einer Faust zusammenzogen.
Er fühlte sich hilflos und alleine. Noch nie zuvor hatte er sich so schwach gefühlt. Er war immer ein junger Mann von großem Stolz und gutem Ansehen gewesen. Oft dachte er, dass nichts und niemand sich ihm in den Weg stellen könnte. Das er unaufhaltsam sei, zu einem der Größten im Yunmeng Clan aufsteigen würde und er und sein Sect Leader, es geimeinsam zu großem Ruhm und endlosem Glück schaffen würden.
Doch dann erwachte eines Tages die Liebe zu Jiang Cheng in ihm.
Noch nie zuvor hatte ihn etwas so beflügelt!
Noch nie zuvor hatte ein Gefühl so stark sein gesamtes Dasein beeinflusst!
Und noch nie zuvor, hatte ein einzigen Gefühl alles um ihn herum in Frage gestellt und ihn so vom rechten Weg abgebracht.
-"Jiang Cheng!"- Sagte eine innere Stimme in Sun Yan's Herzen immer und immer wieder, wie in einem nicht enden wollendem Echo. Seine Gedanken kreisten sich immer und immer wieder nur um Jiang Cheng und es war schon lange her, dass er akzeptiert hatte, dass es in seinem Herzen auch immer nur Platz für diesen einen Mann geben würde.
Schließlich kullerte eine einzelne dicke Träne über Sun Yan's Wange.
-Jiang Cheng... Jiang Cheng...- Flehte er in Gedanken.
-Hilf mir! Bitte rette mich!-
Zhuang Xi stutzte, als er in Sun Yan's Gesicht blickte. Er sah die geschlossenen Augen und die feuchte Träne, welche über die Wange des Jungen lief.
Sofort blitzte ein widerliches Schmunzeln über seine Mundwinkel. Er streckte seine linke Hand aus und lehnte sich nach vorne.
Er strich mit seiner kalten Hand über Sun Yan's Haar, drehte dann den Kopf des Jungen zur Seite und drückte mit seiner flachen Hand das Gesicht auf den Tisch.
Sun Yan öffnete seine glasigen Augen, als er sah wie sich Zhuang Xi's Gesicht ganz nah an ihn heran lehnte.
Eine raue Stimme ertönte und Sun Yan konnte den Atem in seinem Gesicht spüren.
„Nach wem wimmerst du Sun Yan?
Bettelst du inständig um Gnade?
Oder bettelst du nach Jiang Cheng? Hoffst du, dsas der edle Ritter in weißer Rüstung ein zweites Mal kommen wird um dich zu retten?"
Zhuang Xi lachte dreckig in Sun Yan's Ohr, während er mit seiner Hand grob über Sun Yan's feuchten Augenlieder strich.
„Du kannst so viel betteln und wimmern wie du willst, aber er wird nicht kommen." Hauchte er kratzig in Sun Yan's Ohr.
„Und weißt du auch wieso?
Denn er weiß gar nicht, dsas du hier bist!" Hauchte er hämisch.
„Er hat nicht die geringste Ahnung, dass du gerade unter mir, auf einem staubigen Holztisch in einem dreckigen Schuppen liegst...den blanken Arsch weit nach oben rausgestreckt...und sich gleich mein gigantischer Schwanz in dein kleines Loch schieben wird, bis du nur so vor Schmerz aufquieken wirst."
Die Männer die Sun Yan noch immer festhielten lachten dreckig mit und blickten mit einem aberwertenden Blick auf den weinenden Jungen.
Zhuang Xi schloss für einen Moment genüsslich seine Augen, als er begann das leise Gift seiner Worte in Sun Yan's Ohr einzuflößen.
„Dein geliebter kleiner Pisser von einem unfähigen Sect Leader, liegt zu dieser Uhrzeit gewiss mit seinem arrogant, gepudertem Hintern in einem weichen, warmen Bett und genießt eine erholsame Nacht ohne Sorgen. Der Bauch ist vollgestopft mit bestem Essen und dem edelsten Wein und er wird keine einzige Sekunde an seinen kleinen Cultivator hier verschwenden.
Denn weißt du Sun Yan...
ein fucking cut sleeve...
wie du einer bist...
sind die Menschen, ...
welche Jiang Cheng...
von allen am meisten...
verachtet!"
Sun Yan's glasige Augen weiteten sich und er stieß ruckartig den Sauerstoff aus seinen Lungen. Seine geballten Fäuste zuckten auf und seine Fingernägel bohrten sich in seine eigenen Handinnenflächen.
Er verlor alle Hoffnung und sein Geist wurde plötzlich von einer erstickenden Stille erfüllt. Es war als wäre jeglicher Wille zur Gegenwehr erloschen und sein Lebensmut verließ seine Glieder. Er schloss erneut seine Augen, sein Körper wurde ganz schlaff und ein paar Tränen kullerten über seine Wangen. Er verlor jegliche Hoffnung auf Rettung und er beugte sich seinem Schicksal.
Zhuang Xi´s Augen weiteten sich und in ihnen stand der triumphierende Sieg. Ein unbeschreibliches Gefühl von Macht und Überlegenheit erfüllten seinen Körper und versetzten ihn in einen Rauschzustand. Die Rache, war sein!
Er schob schließlich seine Hüfte nach vorne und sein steifens, pralles Glied presste sich gegen Sun Yan's Hintern.
Er packte mit seiner linken Hand grob in Sun Yan's Nacken, als er noch einmal in das Ohr des Jungen hauchte:
„Weine Sun Yan, weine und hasse die Welt, denn sie ist ungerecht!
Hasse Jiang Cheng, weil er dich im Stich gelassen hat und dich nicht retten kommen wird.
Aber vor allem, hasse dich selbst, denn nur du alleine bist hierfür verantwortlich!"
Zhuang Xi drückte einmal kurz seine Hand in Sun Yan's Nacken kräftig zusammen, als er ihn dann ruckartig wieder los lies. Seine gierigen, kalten Hände ergriffen Sun Yan's schmale Hüfte, als er schließlich kraftvoll sein steifes Glied nach vorne stieß.
Sun Yan riss seine Augen weit auf und ein gleißender Aufschrei, welcher vom Knebel nahezu vollständig erstickt wurde, verließ seine Kehle.
Es knackte laut,
als sein Stolz gebrochen wurde...
