Chapter 20
Die Vögel zwitscherten und ein laues Lüftchen rauschte durch die Blätter in den grünen Baumkronen. Es war schwül und die Wechsel zwischen warmen Sonnenschein und leichten Regenergüssen befeuchteten zusätzlich die warme Sommerluft.
Lan Xichen, Bao Tian, Lan Wangji und Wei Wuxian befanden sich gerade auf dem Rückweg von ihrer Night Hunt aus Changnan.
Schon eine ganze Weile legte sich stilles Schweigen über die Gruppe und jeder ging seinen ganz eigenen Gedanken nach und verarbeitete die Geschehnisse vom vorangegangenen Tag und der letzten Nacht nach.
Wei Wuxian blickte immer mal wieder nachdenklich drein und seine Gedanken kreisten sich immer wieder um den wild gewordenen Wasserdrachen und den unbekannten Banditen.
-Wer könnte es nur gewesen sein, der ominöse Linkshänder, der die Gruppe angeführt hatte?-
Lan Wangji der nur knapp hinter ihm Schritt bemerkte sein nachdenkliches Gesicht und so holte er mit ein paar schnellen Schritten auf und ging neben Wei Wuxian her.
„Du denkst die ganze Zeit nach. Was genau beschäftigt dich?"
Fragte Lan Wangji mit sanfter Stimme, während er seinen Blick nach vorne gerichtet lies.
Wei Wuxian zog seine Augenbrauen kraus zusammen, als er einmal laut aufzeufzte.
„Ach ich komme einfach nicht so recht weiter. Egal wie sehr ich mich auch anstrenge, ich scheine niemanden zu kennen, der auf die Beschreibung der Banditen passen könnte." Stöhnte er unmotiviert auf, während er sich ein paar mal mit seiner linken Hand am Kopf kratzte.
Lan Wangji blickte derweil einmal nachdenklich nach oben und ein paar helle Sonnenstrahlen blitzten durch die Baumkronen und tanzten auf seinem zarten Gesicht.
„Vielleicht finden wir jemanden der an den Geschehnisse in Changnan beteiligt war und mehr herausfinden konnte als wir?"
Wei Wuxian stutzte, als er einen skeptischen Blick zu Lan Wangji herüber warf.
„Du denkst doch da bereits an jemanden...wen könnten wir fragen?"
Lang Wangji schnaufte einmal leise aus seiner Nase, als er seinen Blick seitlich über seine Schulter warf.
„Sun Yan und Jiang Cheng vielleicht..."
Wei Wuxian's Augen weiteten sich bei dem Klang ihrer Namen.
„Hmpf." Schnaufte er etwas unzufrieden aus. Der bloße Gedanke, dass die beiden vielleicht mehr in Erfahrung gebracht haben könnten als er selbst verärgerte ihn leicht.
„Ja vielleicht..." Sagte er mit gespieltem, desinterresiertem Ton, als er seine Hände hinter seinem Kopf verschränkte und mit großen Schritten dem Weg weiter folgte.
„Ich kann es mir zwar nicht wirklich vorstellen, dass die zwei Heulsusen mehr wissen als wir aber bitte...wenn du das glaubst, könnte man es ja eventuell mal in Erwägung ziehen sie ganz vielleicht mal zu fragen...oder eher Sun Yan...Jiang Cheng frage ich bestimmt nicht. Das kannst du dann tun." Witzelte Wei Wuxian mit hohem Ton herum, während sich auf Lan Wangji's Lippen ein zufriedenes Lächeln legte, als er dem Monolog von Wei Wuxian schweigend folgte.
Bao Tian und Lan Xichen blieben derweil etwas versetzt hinter den beiden zurück und Lan Xichen lauschte interessiert dem Gespräch von Wei Wuxian und seinem kleinen Bruder. Die zwei munteren Gestalten liefen motiviert und vergnügt vor ihnen voraus und egal worüber sie sich auch unterhielten, sie schienen immer ihre gegenseitige Anwesenheit zu genießen.
Ein vergnügtes Lächeln huschte über Lan Xichen's Lippen, als er die beiden mit den liebenden Augen eines Bruders vor sich beobachtete und selbst dabei in seinen ganz eigenen Gedanken versank.
Bao Tian linste zu Lan Xichen herüber und er entdeckte seinen liebreizenden, verträumten Blick. Sein Gesicht strahlte dabei so eine unglaubliche Wärme, Fürsorge und Liebe dabei aus, dass Bao Tian's Augen sich zu kleinen Schlitzen formten, als er das Gefühl von ein wenig Eifersucht in seinem Herzen verspürte.
Er lies sich plötzlich einen Schritt zurück fallen, um dann mit einem leisen, aber schnellen Schritt wieder nach vorne zu gehen, um sich von hinten unbemerkt an Lan Xichen anzunähern. Seine großen Hände legten sich flink um Lan Xichen's schmale Hüfte, als er hinter seinem Herren plötzlich wie ein Schatten auftauchte, ihre Körper sachte aneinander drückte und seine Lippen dabei direkt neben Lan Xichen's Ohr platzierte.
Lan Xichen erschrak, als er abrupt aus seinen Gedanken gerissen wurde. Durch die plötzliche Berührung und Bao Tian's aufdrängender Körpernähe blieb er augenblicklich stehen, als er plötzlich eine tiefe, aber sanfte Stimme in seinem Ohr vernahm: "Nicht stehen bleiben...geh einfach weiter."
Lan Xichen spürte Bao Tian's Atem in seinem Ohr und er spürte ein kurzes aufbeben seines Herzen's, als er langsam sich wieder in Bewegung setzte.
Er warf einen kritischen Blick nach vorne zu Lan Wangji und Wei Wuxian, welche aber nach wie vor im Gespräch vertieft waren und nichts mitbekamen.
„Tian, was wenn sie uns sehen?" Zischte Lan Xichen über seine Lippen, während sich eine leicht besorgte Falte zwischen seine Augen legte.
Doch Bao Tian schnaufte nur zufrieden auf, als er ebenfalls nach vorne Blickte und den beiden nachsah.
„Du brauchst nur weiter gehen, die beiden haben nur Augen und Ohren für sich." Hauchte er in Lan Xichen's Ohr.
Lan Xichen atmete einmal tief ein, seine Anspannung war deutlich zu spüren. Es war nicht so, dass er Bao Tian's Nähe nicht mochte, aber in dieser Situation brachte sie ein gewisses, nervöses Kribbeln mit sich, da er Angst hatte von Wei Wuxian und Lan Wangji entdeckt zu werden.
„Was willst du?" Flüsterte Lan Xichen leise. Seine Stimme klang leicht abgehackt da er gewisse Probleme dabei hatte, normal weiter zu gehen, während ein großer Mann sich von hinten an ihn dranschmiegte.
Doch Bao Tian schloss nur für einen Moment seine Augen, kippt seinen Kopf leicht zu Seite und vergrub seine Nase tief in Lan Xichen's dunkles Haar. Er atmete tief ein, während seine Nasenspitze an Lan Xichen's Hals langsam rauf und runter fuhr. Dabei krallten sich seine Fingerspitzen etwas tiefer in Lan Xichen's Hüfte.
„Ich möchte wissen...was letzte Nacht eigentlich los war? Du warst nicht ganz du selbst, was hat dich da genau geritten?" Hauchte Bao Tian erotisch in Lan Xichen's Ohr.
Lan Xichen's Augen weiteten sich, als er plötzlich eine extreme Hitze verspürte, welche ihm ins Gesicht und bis über seine Ohren stieg.
„Scher dich um dich selbst." Zischte Lan Xichen peinlich berührt zur Seite, um das Thema hier und jetzt am helligten Tage so schnell wie möglich wieder abzutun.
Doch Bao Tian lies nicht locker, ein zufriedenes Lächeln huschte über seine Lippen, als er belustigt in Lan Xichen's Ohr schnaufte:
"Was mich geritten hat weiß ich...aber was hast du angestellt, frage ich mich?"
Lan Xichen hielt plötzlich die Luft an. Bei dem Wort „geritten" schossen ihm die Erinnerungen der vergangenen Nacht durch den Kopf und sein Gesicht lief krebsrot an, während sein Herzschlag begann sich augenblicklich zu erhöhen. Er versuchte Bao Tian von sich abzuschütteln, doch dieser presste sie mit seinen großen Händen fest aneinander.
„Sag es mir Huan, hast du etwas genommen? Ich wage zu bezweifeln, dass du von alleine plötzlich so..."
„PSSSST!" Zischte Lan Xichen laut, Bao Tian daran hindernd es überhaupt nur auszusprechen.
Bao Tian stutzte für einen Moment, als er in Lan Xichen's peinlich berührtes Gesicht blickte. Es war ein Augenschmaus, seinen Herren so zu sehen. Die Wangen waren in ein frisches Rot getaucht, die Augen leicht glasig und sein schüchternen Blick beschämt abgewendet, während seine Lippen sich vor Anspannung leicht zusammenzogen.
Leise flüsterte er: "Lass mich jetzt los!"
Doch Bao Tian rührte sich kein Stück.
„Ich lasse dich erst gehen, wenn du mir sagst was in der letzten Nacht geschehen ist. Gibt es irgendetwas das ich vielleicht wissen sollte?"
Bao Tian's Stimme hatte einen belustigten Unterton und Lan Xichen bemerkte rasch, was es für diesen Mann für ein Vergnügen war ihn hier und jetzt in die Mangel nehmen zu können.
Lan Xichen schüttelte seinen Kopf verneinend hin und her.
„Ich habe nichts genommen." Sagte er, sich selbst darüber im Klaren, dass es eine Lüge war.
-Doch wie konnte er es über seine Lippen bringen Bao Tian zu beichten, dass er in seinen Sachen herumgewühlt hatte und auch noch von Madame Mao's Geschenk genascht hatte?-
Plötzlich hörten die beiden Wei Wuxian's durchdringende Lache und die beiden schreckten kurz auf und blickten nach vorne. Doch Wei Wuxian und Lan Wangji waren weiterhin im Gespräch vertieft und schienen keine anstalten zu machen sich umzudrehen, so sehr waren sie mit sich selbst beschäftigt.
Bao Tian kicherte leise.
„Huch, was für ein Schock, Huan! Ich an deiner Stelle würde mich beeilen und schneller mit der Wahrheit herausrücken, sonst drehen sie sich gleich doch noch um. Und was sollen wir ihnen nur erzählen, wenn sie uns so sehen...? Wir sollten schonmal eine einleuchtende Ausrede parat halten!"
Bao Tian's Stimme hatte einen sarkastischen Unterton und Lan Xichen wusste ganz genau, dass es nur ihn selbst ins Schlamassel bringen würde, würden sie beide so nun entdeckt werden und das Bao Tian dagegen keine Scham kannte.
Lan Xichen atmete einmal tief ein. Er wusste, dass Bao Tian ihn nicht gehen lassen würde ehe er mit der Wahrheit herausrückte und jeder versuchte Ausbruchversuch würde genau ins Gegenteil umschlagen und nur noch mehr die Aufmerksamkeit der zwei anderen auf sie lenken.
Etwas missmutig biss er sich schließlich auf seine Lippen, als er leise nuschelte: „Das Pulver..."
„Hmm?" Bao Tian stutzte etwas, so als hätte er Lan Xichen nicht richtig verstanden.
„Das Pulver? Was für ein Pulver?" Fragte er leicht irritiert.
Doch Lan Xichen verdrehte die Augen in der Annahme Bao Tian würde sich dumm stellen.
„Na das Pulver...Du weißt schon. Madame Mao's Geschenk. Ich hatte daran gekostet!" Sagte Lan Xichen etwas ungeduldig.
Bao Tian's Blick ging kurz nach oben gen Himmel, so als würde er ernsthaft darüber nachdenken wovon Lan Xichen nur sprach.
„Madame Mao's Geschenk? Du meinst den Brief?
Pulver...? Was für ein Pulver...?...Moment mal...!"
So langsam dämmerte es Bao Tian, als er ungläubig eine Augenbraue nach oben anhob und mit einem kritischen Unterton noch einmal nachfragte:
„Du hast in meinen Sachen herumgeschnüffelt? Und dann auch noch das Pulver gegessen? Wer steckt sich denn bitte sowas gleich direkt in den Hals?"
Lan Xichen's Augen weiteten sich. Jetzt wo Bao Tian auch noch die Wahrheit in Worte fasste und es aussprach während er die Worte so intensiv betonte, klang die ganze Sache noch viel absurder.
Sein Mund zog sich kraus und seine Stirn legte sich in Falten, als ihm seine eigene Schuld durchaus bewusst wurde.
„Wieso tust du jetzt so verwundert? Ja, Herr Gott ich war an deinen Sachen. Aber sollte ich DICH nicht viel eher Fragen warum Madame Mao dir Aphrodisiakum schenkt? Was hattest du damit vor?" Fragte Lan Xichen etwas hektisch, die Schuld nun Bao Tian zuschiebend.
Bao Tian schüttelte seinen Kopf, als er verdutzt drein schaute.
„Aphrodisiakum? Ich wusste nicht, das es welches ist. Ehrlich nicht. Aber wieso bin ich jetzt der Schuldige?. Du hast in meinen Sachen herumgeschnüffelt und dir etwas in Hals gesteckt ohne zu wissen was es ist. Wer macht denn bitte sowas?"
Lan Xichen's Augen wurden immer größer, als er entrüstet Bao Tian's Worte noch einmal wiederholte:
„Rumgeschnüffelt? Hast du rumgeschnüffelt gesagt? Ich denke nicht, dass man es rumgeschnüffelt nennen kann. Du hättest auf deine Sachen besser aufpassen sollen und wer bitte, trägt zu einer Nigth Hunt Aphrodisiakum mit sich herum? Das ist doch nicht mehr normal..."
Zischte Lan Xichen über seine Schulter sich selbst ganz vergessend. Wie immer schaffte es Bao Tian den Sect Leader des Gusu Lan Clan's so aus der Reserve zu locken, dass dieser seine ruhige und stet's freundliche Art ganz vergaß. Alleine die Tatsache, dass er ausversehen Aphrodisiakum geschluckt hatte und dann auch noch von sich aus so etwas schamloses in der Küche eines Gasthauses angezettelt hatte, brachte Lan Xichen fast um den Verstand.
Mehrfach versuchte er Bao Tian, der wie eine gehässige Klette an ihm dran hing von sich abzuschütteln um endlich wieder seinen beruhigenden Sicherheitsabstand einhalten zu können, doch Bao Tian dachte nicht im Traum daran ihn jetzt gehen zu lassen. Die ganze Situation war dafür einfach zu absurd und zu belustigend, als das er diese einmalige Gelegenheit seinen Herren so aufziehen zu können, sich entgehen ließe.
Bao Tian schnaufte zufrieden, als er in Lan Xichen's Ohr flüsterte:
„Ich muss dann wohl Madame Mao für ihr außerordentlich einfallsreiches Geschenk...und dir für deine unstillbare Neugierde danken. Es war immerhin eine unvergessliche, befriedigende Nacht und wer hätte gedacht, dass dieser schüchternde Körper so agil und fordernd sein kann?"
Mit diesem Satz lies Bao Tian seine rechte Hand plötzlich an Lan Xichen's Hüfte hinunter gleiten und strich einmal zärtlich über eine Runde Pobacke ehe er einmal kräftig zupackte.
„Ah!" Quiekte Lan Xichen vor Schock einmal hoch auf.
In diesem Moment vernahmen die beiden plötzlich Wei Wuxian's unverkennbare Stimme, welche ihre Zweisamkeit jäh durchbrach:
„Was bitte..MACHT ihr da?" Ertönte die berechtigte Frage.
Lan Xichen und Bao Tian zuckten zusammen, als sie erschrocken nach vorne blickten.
Wei Wuxian und Lan Wangji hatten Lan Xichen's kurzen Aufschrei vernommen und sich verwundert nach ihnen umgedreht. Die vier standen nun etwas sprachlos vor einander und ein Moment der peinlichen Stille verstrich.
Während Wei Wuxian seine Augenbrauen nach oben zog und kleinlich genau die Körperpositionen von Lan Xichen und Bao Tian durchscannte, stand Lan Wangji eher etwas regungslos daneben und blickte die beiden recht unbeteiligt an.
In Lan Xichen's Glieder fuhr derweil die unerträgliche Scham und eine gesunde, rote Gesichtsfarbe erstreckte sich erneut über seine Wangen, als er wie zur Eissäule erstarrt stehen blieb. Noch während sein Mund sich nach Worte ringend etwas unästhetisch öffnete und wieder schloss, schnaufte Bao Tian kurz durch seine Nase, als er sofort ein breites Grinsen auf seinem Gesicht trug.
„Ich habe Huan nur kurz geholfen seine Robe wieder zu richten!" Sagte er schließlich mit lauter, selbstbewusster Stimme.
„Seine Robe...?" Fragte Wei Wuxian skeptisch, seinen Blick fest auf Bao Tian's rechte Hand geheftet, welche noch immer offensichtlich Lan Xichen's eine Pobacke fest umschloss.
Bao Tian lachte auf.
„Ja sicher, ihr kennt das doch sicher. Das Problem mit den vielen Stoffen! Da läufste den ganzen Tag hin und her und eh du dich versiehst, rutscht die ein oder andere Lage schonmal in irgendwelche Ritzen wo sie eigentlich nicht hingehört. Und zack, da kam ich als Retter ins Spiel und habe alles wieder gerichtet."
Mit dieser originellen Erklärung lies Bao Tian schließlich von Lan Xichen wieder ab, machte sich groß und während er ein breites, selbstsicheres Grinsen auf den Lippen trug, gab er um es auf die Spitze zu treiben, noch mit seiner rechten Hand einen leichten Klapps auf Lan Xichen's Hintern.
„So, alles wieder da wo es hingehört. Fast wie neu, könnte man sagen!"
Wei Wuxian Kopf kippte derweil etwas in Schieflage, als er mit besorgniserregter Miene in Lan Xichen's rotes Gesicht blickte, welches jede Sekunde zu platzen drohte.
„Ist das so?" Fragte er etwas ungläubig, während er den beiden einen zweideutigen Blick zuwarf. Er begann zu kichern, wedelte mit seiner Hand in der Luft herum, als er sich belustigt wieder umdrehte und seinen Weg fortsetzte.
„Na dann will ich euch mal bei euren Stoffen und Ritzen nicht weiter stören!"
Lan Xichen, der durch Wei Wuxian's schadenfrohem Gekicher aus seiner Schockstarre wieder zurück geholt wurde, holte plötzlich mit seinem Ellenbogen weit aus und rammte ihn nach hinten in Bao Tian's Magen.
„Uff!" Krümmte sich dieser kurz vor Schmerz, als der Ellenbogen seines Herren ihm eine deutliche Ansage machte. Der Schmerz erinnerte ihn daran, dass sein Mund mal wieder schneller war, als sein Verstand.
Entrüstet und mit verlegener Stimme schimpfte Lan Xichen, allen Anstand vergessend, plötzlich los:
„Bao Tian, du frivoler Tölpel mit dem Verstand einer Wallnuss. Von allen Ausreden die dir hätten einfallen können wählst du ausgerechnet die Schlimmste von allen. Du bist vollkommen schamlos!"
Mit diesen ungewöhnlichen Worten stampfte Lan Xichen entrüstet und mit hochrotem Kopf los. Er zog rasch an Wei Wuxian und Lan Wangji vorbei und lief vorraus.
Bao Tian strich sich noch ein paar mal über seinen schmerzenden Magen, während er seinem Herren hinterher sah, welcher trotzig von dannen zog und ihn ungeachtet zurück lies.
„Hat er geflucht? Er hat gerade geflucht oder?"
Bao Tian blickte mit erstauntem Blick Lan Xichen hinterher.
Wei Wuxian zuckte derweil mit seinen Schultern.
"Ja, ich glaube er hat geflucht. Ist das nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?"
"Ein schlechtes...ein sehr sehr schlechtes..."
"Er hat noch nie geflucht oder?" Nuschelte Bao Tian leise.
"Huan, warte..du kannst mich doch nicht mit den beiden hier zurück lassen.." Rief er noch mit leidender Stimme Lan Xichen hinterher, als er schließlich begann mit gekrümmter Körperhaltung die Verfolgung aufzunehmen.
„Huan, Huan!" Erklang es noch mehrmals.
Wei Wuxian's belustigtes Gekicher hallte derweil noch untermalend durch die Baumkronen, als auch dieser seinen Weg kopfschüttelnd weiter fortsetzten.
Bei all dem bühnenreifen Spektakel hatten die drei gar nicht bemerkt, dass Lan Wangji zurück geblieben war und noch immer etwas nachdenklich auf dem selben Fleck stand. Er blickte leicht zu Boden und berührte mit seiner liken Hand sein Kinn, als er plötzlich seine Augen kurz schloss, nickte und dann mit ruhiger Stimme zustimmend antwortete:
„Hm, ich kenne das Problem!"
Für die letzten gemeinsamen Wegstunden zurück zum Gusu Lan Clan war Wei Wuxian's amüsiertes Gekicher nicht mehr herauszukriegen. Immer wieder verfiel er in ein amüsiertes Gelächter über die Absurdität der Situation und über Lan Wangji´s ehrliches "coming out", welches an Situationskomik kaum mehr zu übertreffen war.
Lan Xichen dagegen war das Lachen gänzlich vergangen und er sprach mit Boa Tian kein Wort mehr, während er sich zeitgleich auch noch leicht Sorgen um Lan Wangji zu machen schien.
Bao Tian dagegen schritt derweil vollkommen entspannt dem Trupp hinterher. Er hatte bekommen was er verdient hatte und zehrte noch von seiner Bestrafung, während er schon heimlich wieder Pläne schmiedete, wie er Lan Xichen's Gunst wieder für sich zurückgewinnen könnte.
Die Sonne war gerade dabei unterzugehen und die letzten hellen Sonnenstahlen fielen durch die Baumkronen, als sie das Eingangstor der Cloud Recesses passierten.
Mit hastigen und schnellen Schritten lief Lan Xichen vor und ging die vielen Stufen mit großen Schritten hinauf.
Die drei anderen folgten ihm und als sie endlich oben angekommen waren und an den ersten Wachen vorbei kamen, wurden sie freudig von ihren Clanmitgliedern begrüßt.
Die Nachricht über ihre Rückkehr verbreitete sich wie ein Lauffeuer und bald sahen sie sich umringt von den vielen neugierigen Zuhörern, welche alle erfahren wollten wie die Night Hunt gelaufen war.
Wei Wuxian und Bao Tian waren natürlich sofort voll in ihrem Element und genossen die rege Aufmerksamkeit die ihnen zuteil wurde, während sie sogleich freudig anfingen von ihren Abenteuern zu berichten.
Lan Wangji und Lan Xichen dagegen entfernten sich recht schnell von der großen Menschenmasse und als sie gerade über die Veranda eines Pavillon's Schritten, tauchte plötzlich Lan Qiren vor ihnen auf.
„Onkel!" Sagten die zwei Brüder zeitgleich und verneigten sich respektvoll.
Lan Qiren tat es ihnen gleich und streckte seine Arme weit nach vorne aus um sie höflich zu begrüßen.
Aus der Ferne hörte man das aufgeregte Geplapper von Wei Wuxian und Bao Tian und das ein oder andere Staunen und Gelächter untermalte die sonst so friedliche Stille.
Lan Qiren's Stirn zog sich kraus und er begann unheilvoll über seinen Bart zu streichen, als er in Richtung der Ruhestörung blickte.
„Was ist da los? 'Fragte er etwas mürrisch.
Doch Lan Xichen legte wieder sein altes, sanftes Lächeln auf, als er besänftigend sprach:
„Sie waren alle neugierig um von der Night Hunt zu erfahren. Geben wir ihnen doch ein wenig Zeit sich auszutauschen?"
Doch in diesem Moment hörte man plötzlich wieder Wei Wuxian's laute Lache, gefolgt von einem jubelndem Aufschrei Bao Tian's, als sie scheinbar gerade den Höhepunkt ihrer Geschichte erreicht hatten.
„Hmpf" Grummelte Lan Qiren wütend, als er seine Augen zusammenkniff und erneut unzufrieden in die Richtung des Spektakels blickte.
„Damit hat sich gerade geklärt, wer genau hier wieder für die Unruhe verantwortlich ist." Sagte er mürrisch, während er erneut über seinen Bart strich.
„Wangji, wenn sie in den nächsten Minuten nicht wieder ruhig sind gehst du hin und sorgst für Ordnung! Und trenn die zwei voneinander. Es reicht mir schon wenn einer von beiden die Leute aufmischt, dann müssen es nicht noch beide gemeinsam tun."
Lan Wangji verneigte sich schnell.
„Sehr wohl!" Sagte er mit ruhiger und bedachter Stimme.
Lan Qiren schüttelte seinen Kopf, als er einmal laut aufzeufzte und sich dann wieder an Lan Xichen wandt.
„Xichen, ich weiß ihr seid gerade erst von der Night Hunt zurückgekehrt. Ich denke du hast dringende Anliegen die du mir erzählen willst aber auch ich hatte gesagt, dass ich dringend mit dir sprechen muss, wenn ihr zurückgekehrt seid. Komm daher bitte mit in meinen Pavillon. Wir müssen reden."
In seiner Stimme war eine gewisse Ernsthaftigkeit und Lan Wangji warf einen etwas besorgten Blick zu seinem Bruder herüber.
In diesem Moment zerteilte erneut ein lauter, enthusiastischer Aufschrei die Luft und ein lautes Geklatsche und Geraune bildete den krönenden Abschluss eines letzten Aufzuckens der Menschenmenge.
Doch Lan Xichen erwiderte den besorgten Blick seines Bruders mit einem zarten Lächeln und ignorierte gnädig, das laute Theater aus dem Hintergrund.
„Wangji, sammel die beiden bitte wieder ein. Geht in die Küche und lasst euch etwas zu essen geben und danach ruht euch aus. Ich werde mich mit unserem Onkel kurz zurückziehen."
„Ist gut!" Sagte Lan Wangji, einen letzten vorsichtigen Blick zu seinem Onkel herüber werfend. Er verneigte sich und verschwand zügigen Schrittes um die Versammlung schnellstmöglichst wieder aufzulösen um Lan Qiren's Geduld nicht noch länger auf die Folter zu spannen.
Lan Qiren seufzte erneut lang auf und Lan Xichen warf ihm einen gutmütigen Blick zu.
„Ab und an tut ein wenig laute Lebensfreude auch der Cloud Recesses ganz gut. Es belebt den Geist und die Seele und nur wo es etwas zu lachen gibt, können die Menschen auch glücklich sein."
Lan Qiren blickte Lan Xichen scharf an.
Es ist nicht so, als hätten seine Worte nicht die Wahrheit gesprochen, aber für Lan Qiren war es nach wie vor eine Herausforderung die Anwesenheit von zwei so aufbrausenden und mit seinen Worten, „Ordnung zerstörenden Freigeistern" in der Cloud Recesses zu dulden.
Mürrisch sagte er: "Ich hatte dir gesagt, dass Wei Wuxian's Anwesenheit im Gusu Lan Clan nochmal alles mächtig aufmischen wird und gerade Bao Tian sich von seiner ungehaltenen Art anstecken lässt. Ihr seid für die beiden verantwortlich, also sorgt auch dafür, dass sie sich unserem Gefüge anpassen. Ich will nicht, dass die Ehre des Gusu Lan Clan's noch zu meinen Lebzeiten zu Grunde geht."
Nun holte auch Lan Xichen einmal tief Luft. Es war das immer wiederkehrende leidige Thema.
„Ich werde mich darum kümmern und besonders mit Tian werde ich später noch einmal sprechen."
Lan Qiren schüttelte erneut seinen Kopf. Seine Stimme war mürrisch und vorwurfsvoll.
„Er ist alt genug und lange genug Teil unseres Clan's. Ich mag seine guten Vorzüge nicht missen aber lass dir gesagt sein Xichen, ich lasse nicht zu das einer dieser ehemals fremden Männer das Ansehen meiner Neffen ruiniert."
Lan Xichen wusste, dass es jetzt keinen Sinn machte diese Diskussion mit seinem Onkel weiter zu führen und so nickte er nur bestätigend und sagte schlichtend:
„Das werden sie nicht. Wollen wir nun gehen und sprechen? Ich dachte es gäbe gerade wichtigere Themen als die zwei Unruhestifter?"
Lan Qiren schnallste unzufrieden mit seiner Zunge, als er sich rasch umdrehte.
Die beiden zogen sich zurück und gingen auf direktem Weg zurück zu Lan Qiren's Pavillon
Als Lan Wangji zurück zum Eingang der Cloud Reccesess gekommen war um die laute Menschenmenge schließlich aufzulösen, strömte seine negative Energie ihm schon so weit voraus, dass seine Anwesenheit ungebremst wie eine Bowlingkugel in einen Haufen Kegel einschlug.
Alle verstummten mit einem Mal und die Meute begann sich panisch aufzulösen, als der erste laut rief: "HanGuang-Jun kommt!"
Die weißen Roben liefen wie ein wirrer Haufen Ameisen wild durcheinander und Bao Tian und Wei Wuxian wollten sich schnell unter die Menschenmengen mischen, als sie beide schon hinten am Kragen gegriffen wurden.
„Ihr kommt mit mir mit." Sagte Lan Wangji mit tiefer, ruhiger Stimme und nahm die beiden Schnurstracks mit zum großen Pavillon um die Küche aufzusuchen.
Nachdem wieder Ruhe und Ordnung in der Cloud Recesses eingekehrt war und die drei sich in der großen Küche eingefunden hatten, fragte Bao Tian schließlich nach Lan Xichen.
Als sie von Lan Wangji darüber unterrichtet wurden, dass Lan Qiren ihn wohl abgefangen hatte, schaute Bao Tian etwas besorgt drein. Er konnte sich daran erinnern, dass Lan Qiren etwas wichtiges mit ihm zu besprechen hatte und so wurde er innerlich etwas nervös um was für Neuigkeiten es sich wohl handeln könnte.
Die drei setzten sich gemeinsam an einen Tisch und nahmen Speis und Trank zu sich, ehe sich die kleine Gruppe wieder auflöste und jeder seinen eignenen Weg einschlug um etwas zu rasten.
Lan Wangji kehrte zurück in seinen Jingshi und Wei Wuxian machte noch einen kleinen Schlenker durch die Cloud Recesses. Dabei beobachtete er Bao Tian wie dieser sich zurück in Lan Xichen's Pavillon verzog und einen eher unglücklichen Gesichtsausdruck dabei trug.
„Hmmm" Summte Wei Wuxian über seine Lippen.
„Ob es wohl etwas ernstes ist?" Fragte er sich noch in Gedanken versunken, als er ziellos umher striff und dabei lässig auf einem Grashalm herumkaute. Als seine Füße ihn so durch die Cloud Recesses trugen, schlenderte er ungeachtet eine Veranda entlang und starrte dabei Löcher in die Gegend, als er plötzlich eine bekannte Stimme vernahm.
Er stutzte, blieb stehen und horchte einmal kurz auf, als er eindeutig Lan Qiren's Stimme vernahm. Erst in diesem Moment stellte Wei Wuxian plötzlich fest, dass seine Füße ihn an Lan Qiren's Pavillon vorbei geführt hatten. Er wollte gar nicht ihnen nachstellen und es war auch gar nicht seine Absicht gewesen hier vorbei zu kommen, aber als er plötzlich Lan Xichen's besorgte Stimme vernahm und ihn sagen hörte: „Eine Vermählung?" konnte Wei Wuxian nicht anders, als sich rasch auf leisen Zehenspitzen zu verstecken, den Atem anzuhalten und verbotenerweise unter dem Fenster zu lauschen.
Lan Qiren's Stimme war tief und gesenkt als er zu sprechen begann:
„Sie ist eine hübsche, junge Frau und scheinbar sehr angetan von dir. Der Tai Jinan Clan ist in den letzten Jahren zu einer beachtlichen Größe herangewachsen. Ihr Sect Leader Jinan Yi ist ein ehrenvoller Mann und eine Vermählung würde unser beider Seiten stärken."
Lan Xichen seufzte bekümmert auf.
„Aber wieso gerade jetzt? Ich meine...kann dies nicht noch etwas warten?"
Lan Qiren schnallste unzufrieden mit seiner Zunge.
„Warten? Worauf sollen wir warten Xichen? Du bist der älteste und Sect Leader des Gusu Lan Clan's. Die Jahre ziehen weiter ins Land und von wem sollen wir einen Nachkommen erwarten, wenn nicht von dir? Auf Wangji brauchen wir nicht hoffen. Du weißt wie es um ihn bestellt ist. Er würde niemals einer Vermählung zustimmen und von ihm sind keine Nachkommen zu erwarten. Eher noch würde er die Cloud Recesses verlassen, alle Pflichten und Verantwortung von sich streifen, seiner Familie versagen und mit Wei Wuxian das Weite suchen. Du weißt wie töricht und störrisch er in dieser Angelegenheit ist."
Seine Stimme klang leicht wütend aber schien die aufbrausenden Emotionen noch zu unterdrücken.
Lan Xichen seufzte erneut auf.
„Lass Wangji bitte daraus. Er hat bereits genug gelitten. Ich möchte, dass er für den Rest seines Lebens glücklich ist und tut wonach ihm der Sinn steht. Niemals könnte ich es über´s Herz bringen das von ihm zu verlangen. Ich möchte niemals, dass er vor diese Wahl gestellt wird. Von keinem von uns! Denn wir wissen beide nur zu gut, wie es enden würde. Diese Bürde ist nicht von ihm zu tragen!"
Lan Qiren haute mit seiner Hand auf den Tisch. Seine Stimme wurde lauter und befehlender.
„Was für eine aufopferungsvolle und brüderliche Liebe. Dann steh auch zu deinem Wort und erfülle deine Pflicht Xichen. Du bist der Einzige der unsere Blutlinie fortführen kann und du bist das Oberhaupt des Gusu Lan Clan´s. Es wird von dir erwartet, dass du als Sect Leader dich vermählst und Nachkommen zeugst. Du bist ein Vorbild für den gesamten Clan, alle Augen sind auf dich gerichtet, du hast deine Pflicht zu erfüllen. Diese Aufgabe kann dir niemand abnehmen.
Es ist eine reine Vernunftsentscheidung. Willst du etwa das unter deinem Namen die Lan Familie und unser Clan zugrunde geht? Du kanntest deine Pflichten, als du zum Sect Leader ernannt wurdest."
Wei Wuxian's Augen weiteten sich. Er lehnte mit seinem Rücken an der Hauswand, seine linke Hand fest auf seinen Mund gepresst. Leise atmete er durch seine Nase, während er schockiert ihrem Gespräch weiter lauschte.
Lan Xichen's Stimme wirkte schmerzerfüllt.
„Du hast Recht Onkel. Ich weiß, dass du Recht hast. Ich hatte nur gehofft, diese Entscheidung noch etwas vor mir herschieben zu können."
„Wieso vor dir herschieben?" Fragte Lan Qiren nachbohrend.
„Gibt es etwa bereits eine andere Frau, der du dein Herz geschenkt hast? Oder ist sie es nicht würdig sich mit dir zu vermählen und desswegen hast du bis jetzt nichts gesagt?"
Lan Xichen's Stimme kam plötzlich ins Stocken. Ganz dünn und gebrechlich klang sie.
„Nein...
es gibt niemand...
anderes..."
Wei Wuxian's Augen weiteten sich ins unermessliche. Er wusste genau, was er in der Nacht in der Taverne in Changnan in der Küche gesehen hatte. Und Wei Wuxian war nicht dumm, ihm war nicht entgangen wie Lan Xichen und Bao Tian sich seit einigen Monaten ansahen. Lan Wangji schien es noch vor ihm bemerkt zu haben und selbst wenn Bao Tian und Lan Xichen es noch so gut verstecken wollten, so war Wei Wuxian sich sicher, dass die beiden sich heimlich lieben mussten.
Wei Wuxian's Herz setzte für einen Schlag aus, als ihm bewusst wurde, dass dieser Traum nun zu bröckeln begann und Lan Xichen sich definitiv in einer Lage befand in der er die Liebe zu einem Untertan und dann auch noch zu einem Mann, nicht leben durfte.
Lan Qiren hatte sich scheinbar schon damit abgefunden, dass Lan Wangji sich gegen jeden Anstand und Regel gestellt hatte und sein Recht eingefordert hatte, dass Wei Wuxian an seiner Seite bleiben durfte und von ihm kein Weiterführen ihrer Blutlinie zu erwarten war.
Aber wie sollte es Lan Qiren ertragen, sollte er nun auch noch den ältesten Sohn an diesem Scheideweg verlieren?
Wei Wuxian bekam kalte Füße und er musste an Bao Tian denken, der nun nichtsahnend in seinem Pavillon saß und auf die Rückkehr Lan Xichen´s wartete.
Plötzlich räusperte sich Lan Qiren:
„Gut, wenn es niemand anderes gibt, dann spricht auch nichts dagegen die Tochter des Tai Jinan Clan´s kennenzulernen. Ich werde einen Boten senden und den Sect Leader und seine Tochter einladen uns zu besuchen. Sie werden sich freuen so eine positive Rückmeldung zu erhalten. In dieser Zeit habt ihr auch Zeit euch kennenzulernen und wir können das Band zwischen unseren Clan´s enger schnüren."
„Wie du es dir wünschst, Onkel!" Erwiderte Lan Xichen. Seine Stimme klang emotionslos und abgeklärt.
Plötzlich hörte Wei Wuxian Geklapper und das Gespräch schien beendet zu sein.
Sein Körper befand sich noch in so einer Schockstarre, das er eigentlich gar nicht im Stande war nun schnell aufzuspringen. Aber jetzt hier von den beiden entdeckt zu werden würde eine noch viel größere Katastrophe bedeuten und so rappelte sich Wei Wuxian schnell auf und lief rasch durchs hohe Gras zurück. Seine Gedanken überschlugen sich derweil und sein Herz pochte aufgeregt in seiner Brust, während seine Beine ihn so schnell wie sie nur konnten zurück zu Lan Wangji´s Jingshi trugen.
