Chapter 20.5

Wei Wuxian schreckte aus seinem Schlaf auf. Senkrecht und mit weit aufgerissenen Augen saß er in Lan Wangjis Bett und schaute durch ein paar Strähnen seines wirren Haares hindurch, welche ihm im Gesicht hingen. Er sah auf dem Kopf aus als hätte eine ganze Schar Vögel in der Nacht versucht sich ein Nest in seinen Haaren zu bauen und seine Nachtrobe war so zerwühlt, dass sich ein Ärmel schon über seine Schulter verabschiedet hatte.

Die Sonne war gerade dabei aufzugehen und die ersten Sonnenstrahlen schienen durch das große Fenster herein und spiegelten sich in den vielen Tropfen eines zarten Landregens wieder. Ein leises Rauschen und Plätschern war von draußen zu hören, als Wei Wuxian angespannt lauschte.
„Ich habe etwas gehört." Sagte er schließlich leise über seine Lippen.

Doch von der anderen Seite des Bettes vernahm er nur ein leises Brummen, als Lan Wangji sich einmal im Schlaf auf die andere Seite drehte.
Seine Augenlieder begannen zu zucken, als seine langen, schwarzen Wimpern einmal aufzitterten. Langsam öffnete Lan Wangji seine noch müden Augen, als er Wei Wuxian neben sich senkrecht im Bett sitzen sah.
„...Warum bist du schon wach...?" Fragte er mit einer tiefen, müden Stimme.

Doch Wei Wuxian rollte noch immer angespannt mit seinen Augen durch das Zimmer, während er weiterhin aufmerksam lauschte.
„Da war etwas. Ein Geräusch...wie ein Schrei...oder ein Ausruf..?.."

Lan Wangji rückte etwas näher heran. Während er das Kissen unter seinem Kopf etwas zurecht drückte streckte er seinen rechten Arm aus und berührte Wei Wuxian zärtlich am Rücken.
„Was für einen Ausruf?"

Wei Wuxian strich sich einmal mit seinem Zeigefinger über die Nasenspitze.
„Ich bin nicht sicher...Vielleicht war es auch kein Schrei...vielleicht auch ein Grunzen...Ein Ton der Zufriedenheit, Gelassenheit...oder vielleicht auch ein lautes Stöhnen...?"
Wei Wuxian sah sich einmal irritiert im Pavilon um. Er selbst war noch gar nicht richtig wach und er konnte sich daher nicht sicher sein, ob er im Schlaf wahrhaftig etwas gehört hatte oder vielleicht doch nur geträumt hatte.

Lan Wangji schloss wieder seine Augen, als er begann puckernd über Wei Wuxian's Rücken zu streicheln.
„Es ist kurz vorm Morgengrauen. Wer sollte um diese Uhrzeit durch die Cloud Recesses Stöhnen?"

Wei Wuxian zog seine Augenbrauen nachdenklich kraus.
-Wahrhaftig, wer sollte es zu dieser Uhrzeit schon gewesen sein? Denn die einzige Person der man es in der Cloud Recesses hätte zutrauen können war es nicht gewesen. Denn er selbst hatte geschlafen, soweit war sich Wei Wuxian sicher.-

Lan Wangji brummte noch einmal tief, als er einmal schwer einatmete.
„Komm, leg dich wieder hin, bis 5 Uhr ist es nicht mehr lang."
Mit diesem Satz wanderte Lan Wangji mit seiner Hand einmal an Wei Wuxian's Rücken hinauf, fasste an dessen Schulter und drückte ihn dann einmal kraftvoll zurück aufs Bett.

Augenblicklich fiel Wei Wuxian zurück auf die Matratze und wurde sogleich im Klammergriff von Lan Wangji von hinten umschlossen.
Doch in diesem Moment hörte man ein leises Tickern und Wei Wuxian riss erneut die Augen weit auf.
„Da, ich höre schon wieder etwas. Dieses mal ein Tickern."

Lan Wangji, der damit beschäftigt war Wei Wuxian fest an sich heranzudrücken und seine Nase tief in Wei Wuxian's zarten Nacken vergrub, schnaufte erneut laut auf.
„Das ist der Regen." Sagte er deutlich, jeden Widerspruch abschmetternd.

Doch Wei Wuxian, mittlerweile hellwach, lauschte erneut auf.
„Ich bin doch nicht verrückt. Ich kann jawohl Stöhnen und Tickern von Regengeräuschen unterscheiden."

„Tick, tick"
Machte es plötzlich erneut.

„Da! Hörst du?" Sagte Wei Wuxian aufgebracht. Er befreite sich aus Lan Wangji's Klammergriff und schnellte erneut in die Senkrechte. Angespannt blickte er sich im Pavillon um und schaute prüfend im Dämmerlicht umher.

„Tick, tick"

Dieses Mal vernahm Wei Wuxian das Geräusch eindeutig vom Fenster.
Vorsichtig hüpfte er aus dem Bett. Seine nackten Füße berührten den kalten Holzfußboden, als er auf Zehenspitzen sich auf dem Weg zum Fenster machte.
Doch dieses Mal hatte auch Lan Wangji es gehört. Langsam richtete er sich im Bett auf, als er mit aufmerksamen Blick Wei Wuxian folgte.

Als sich dieser dem geschlossenen Fenster näherte wurde das Tickern schließlich immer lauter.
Fast schon etwas zögernd streckte Wei Wuxian seine Hand nach dem Fensterrahmen aus, als er plötzlich mit einem beherzten Ruck das Fenster öffnete.
Eine weiße Taube schreckte plötzlich auf, welche genau auf dem Fenstersims gesessen hatte und ihr lautes Flügelschlagen lies Wei Wuxian in Panik zusammenzucken.

„Ah!" Rief er mit schriller Stimme kurz vor Schock aus.
Er machte einen Schritt zurück und während er eine Hand aus Reflex schützend vor sich hielt, legte er seine andere Hand auf seine Brust.

Bum Bum Bum

Sein Herz schlug wie wild als er fassungslos auf die Taube starrte.
„Herr Gott nochmal! Eine Taube! Hab ich mich jetzt erschrocken." Sagte Wei Wuxian aus einer Mischung aus Erleichterung und Wut.
Der leichte Sprühnebel des Regens wurde durch den Wind zum Fenster hineingetragen und er spürte einen feuchten Film auf seinem Gesicht, als er das durchnässte Tier vor sich anschaute.
„Sie ist ganz nass. Und starrt mich böse an. Bestimmt wollte sie vor dem Regen nur Zuflucht suchen und hat ans Fenster gepickt."
Wei Wuxian machte eine einladende Handbewegung und lockte die Taube herein, als diese auch sofort herein hüpfte und auf dem nahgelegenen Schreibtisch landete.

Wei Wuxian schloss schnell wieder das Fenster und wendete sich zu der weißen Taube.
„Lan Zhan, eine Taube. Eine weiße Taube. Siehst du? Das erklärt das Tickern was ich gehört habe, aber wer zum Kuckuck hat dann so laut gestöhnt?"

In diesem Moment fiel Wei Wuxian ein kleiner silbernen Ring mit einer verzierten Hülse am Fuß der Taube auf.
Er zog die Stirn kraus, als er vorsichtig die Hand nach der Taube ausstreckte.
„Lan Zhan, ein Brief. Weißt du davon?"

Lan Wangji, der vom Bett aus sich das ganze Treiben entspannt mit angesehen hatte lies sich langsam wieder zurück auf die Matratze fallen.
„Das ging schneller als erwartet." Sagte er ruhig.

„Hmm?" Stutzte Wei Wuxian.
„Von wem ist der Brief? Woher kommt die Taube?" Vorsichtig entfernte er die silberne Hülse am Fuße der Taube und begann das kleine Stück Papier auseinander zu falten. Doch in dem Moment, als das Stück Papier komplett auseinander gerollt war, schimmerte es plötzlich einmal hell auf und wie durch Magie verwandelte sich das kleine Stück Papier zu einem ansehnlichen Brief, welcher mit geschickter und ordentlicher Handschrift geschrieben war.

Lan Wangji blinzelte noch ein paar Mal müde, als er unter die dunkle Holzdecke des Pavillon's blickte und ruhig antwortete:
„Aus Yunmeng."

Wei Wuxian's Augen weiteten sich, als er hektisch begann den Brief zu lesen.
„Sun Yan." Rief er schloeßlich freudig aus.
„Der Brief ist von Sun Yan!"
Wei Wuxian's Augen folgten geschwind den vielen geschrieben Zeilen und er stand still und ruhig neben dem Fenster, als er konzentriert zu Lesen begann.

Der seichte Regen vorm Fenster lies derweil nicht nach und die Sonne erhellte langsam Stück für Stück den Pavillon und eroberte das Land von der Dunkelheit wieder zurück.
Die weiße Taube auf dem Tisch pickte in ihrem Gefieder herum und begann sich von dem feuchten Regenschauer zu säubern und zu trocknen.

Lan Wangji drehte sich im Bett erneut auf die Seite, ehe er sich wieder aufrichtete und sich schließlich auf die Bettkannte setzte. Er wusste, dass jetzt eh nicht mehr von Schlafen die Rede sein konnte und so machte er sich bereit aufzustehen.

Wei Wuxian war inzwischen am Ende des Briefes angekommen, als er ein Paar mal nickte und dann das Papier neben die Taube auf den Tisch ablegte.
„Du hattest Sun Yan geschrieben? Wegen dem Vorfall im Berg von Changnan? Davon hast du gar nichts erwähnt."

Lan Wangji stand vom Bett auf und während er begann seine Robe etwas gerade zu richten und sein dunkles, langes Haar nach hinten über seine Schultern zu streichen sagte er:
„Ich war mir nicht sicher, ob Sun Yan oder Jiang Cheng tatsächlich mehr über den Drachen in Changnan in Erfahrung bringen konnten. Aber da du sie ja nicht persönlich fragen wolltest, habe ich das übernommen. Und...was hat Sun Yan geantwortet?"
Fragte Lan Wangji interessiert, während er langsamen Schrittes auf Wei Wuxian zukam.

Wei Wuxian der im ersten Moment noch etwas irritiert war, dass gerade Lan Wangji sich für den direkten Weg entschieden hatte und tatsächlich einen Brief nach Yunmeng losgeschickt hatte, schnaufte einmal kurz durch seine Nase.
„Wie es ausschaut, wissen die beiden wirklich mehr als wir.
Sun Yan berichtet von einem Hauptmann Namens Zhuang Xi, wecher lange Zeit treuer Ergebener des Yunmeng Clan's gewesen sein soll. Scheinbar hatten sie gewisse interne Unstimmigkeiten und dieser Zhuang Xi soll von Jiang Cheng aus dem Clan vertrieben worden sein. Aus Rache habe dieser sich wohl einer Gruppe Banditen angeschlossen und Unruhe in Changnan gestiftet."
Wei Wuxian schüttelte einmal seinen Kopf und zuckte dann mit den Achseln.
„Soweit so gut, nur so ganz werde ich aus den letzten Zeilen von Sun Yan nicht schlau. Etwas lückenhaft und sperrlich die Letzten Informationen würde ich sagen. Vielleicht will er auch irgendwas nicht ganz preisgeben und hat ein Paar wichtige Aspekte ausgelassen?! Man weiß es nicht. Der Junge scheint Geheimnisse zu haben. Aber wie es ausschaut haben sie das Problem wohl auf ihre Weise gelöst und Jiang Cheng soll Zhuang Xi letzten Endes sogar mit dem Tode bestraft haben."

Lan Wangji's bernsteinfarbende Augen weiteten sich für einen kurzen Moment, als er Wei Wuxian´s Zusammenfassung des Briefes interessiert lauschte.
„Mit so viel Neuigkeiten habe ich gar nicht gerechnet."
Er trat neben Wei Wuxian, streckte seine Hand aus und zog einmal den Brief über die Tischplatte etwas zu sich herüber, um ihn einmal selber zu betrachten.
„Aber gut, scheint zumindestens das Mysterium geklärt zu sein und wie es ausschaut, ging es dabei eher um die Belange des Yunmeng Clan's, als um unsere eigenen. Scheinbar sind wir und die Leute in Changnan einfach zwischen die Fronten geraten."

„Hmm" Summte Wei Wuxian leise über seine Lippen. Er schaute leicht nachdenklich und streckte seinen Zeigefinger nach der Taube aus und strich ihr einmal zärtlich über das Köpfchen.
„Scheint so...tragisch, aber nicht zu ändern. Die Menschen bedienen sich zu oft grauenvollen Taten um ihre eigenen Belange voranzutreiben...
Aber es freut mich, dass Sun Yan scheinbar zurück zu Jiang Cheng gefunden hat und er wohlbehalten wieder im Yunmeng Clan ist...!"
Wei Wuxian seufzte einmal leise auf.

Lan Wangji stutzte, als er einen leicht traurigen und bekümmerten Ausdruck in Wei Wuxian's Augen vernahm. Wie immer, wenn der Name Jiang Cheng's zur Ansprache kam.
Einen kurzen Moment stand Lan Wangji schweigend neben seinem Wei Ying und betrachtete ihn, während dieser wieder begann in alten, traurigen Erinnerungen zu schwelgen.

„Denk nicht an die Vergangenheit." Sagte Lan Wangji plötzlich tief und durchdringend.
„Denk lieber ans Hier und Jetzt und an die Zukunft."

Wei Wuxian zuckte zusammen, als er seinen Blick anhob und in Lan Wangji's Augen blickte.
Der leichte Duft von kaltem Sandelholz lag in der Luft und wurde durch die Feuchtigkeit des Regens in seinem Aroma noch verstärkt.

Lan Wangji kam noch einen Schritt näher und streckte seine rechte Hand nach Wei Wuxian's Gesicht aus. Zärtlich streichelte er über seine Wange, als dieser seine Augen schloss und die liebevolle Berührung genoss.

Leise flüsterte Lan Wangji: „Ich ertrage es nicht, dein trauriges Gesicht zu sehen wann immer du an ihn und die Vergangenheit denkst."

Wei Wuxian's Augen öffneten sich wieder und er starrte zunächst Lan Wangji verwundert mit großen Augen an, als sich dann seine Augen zu kleinen Schlitzen formten und sich seine Mundwinkel nekisch nach oben bogen.
Er fasste an Lan Wangji's Hand und führte dessen Handinnenfläche zu seinem Mund. Nachdem er einen zärtlichen Kuss in die warme Handinnenfläche platzierte hauchte er leise:
„Ich soll lieber ans Hier und Jetzt denken? Oder meintest du ich solle lieber an jemand anderes denken? Sag mir HanGuang-Jun. An welche Person möchtest du, solle ich lieber denken?"

Lan Wangji's Finger zuckten kurz zusammen und zogen sich krampfhaft an, als Wei Wuxian begann seine feuchte Zunge herauszustrecken und mehrmals über die zarte Handinnenfläche zu lecken.

Lan Wangji's Augenbrauen zogen sich kraus zusammen und seine Lippen spannten sich an, als er leicht verkrampft Wei Wuxian bei seinem Akt zusah.
Doch Wei Wuxian kicherte nur leise und fuhr mit seiner Zunge an Lan Wangji's Mittelfinger hinauf, als er belustigt flüsterte:
„Sag es mir Lan Zhan. Ansonsten lecke ich jeden Finger einzeln."

Lan Wangji zog einmal ruckartig den Sauerstoff durch seine Nase, als seine linke Augenbraue nervös zu zucken begann.
Während sein Mittelfinger plötzlich in eine feuchte Mundhöhle abtauchte und von zwei zarten Lippen saugend umschlossen wurde, war seine Geduld schließlich am Ende.
Etwas abgehackt und schwermütig hauchte Lan Wangji über seine schmalen Lippen:
„Mich...
An mich!...
Denk nur an mich!"

Über Wei Wuxian's Lippen flog ein zufriedenes Lächeln, als er Lan Wangji's Mittelfinger wieder aus seiner Mundhöhle entlies. Ein feuchter Film lag auf seinen Lippen, als er Lan Wangji unanständig mit einem lasziven Blick anfunkelte und provozierend sagte:
„Guter Junge. So ehrlich mit seinen Wünschen geworden.
Und nun, was möchtest du soll ich als nächstes von dir in den Mund nehmen?"

Lan Wangji zuckte einmal am ganzen Körper zusammen. Genug, war genug und Wei Wuxian hatte es mit seinen Scherzen mal wieder auf die Spitze getrieben.
Mit einem kräftigen Ruck stieß Lan Wangji Wei Wuxian nach hinten und dieser verlor sofort das Gleichgewicht und fiel rückwärts auf den Tisch. Seine Füße hoben sich vom Fußboden ab und er schlug nach hinten auf die Tischplatte, als Lan Wangji sich grob mit seiner Hüfte zwischen seine Beine schob und ihn dann an seinen Handgelenken auf die Tischplatte nagelte.

Das Holz des Tisches knackte laut und es schepperte unangenehm, als sie ein Paar Sachen auf dem Tisch umstießen. Dabei schubsten sie ebenfalls die Taube ein Stück zu Seite und diese flatterte kurz fluchtartig auf und sprang herüber auf die sichere Fensterbank.

Wei Wuxian, von der plötzlichen Attacke leicht überrascht mäckerte ironisch:
„Lan Zhan. Die arme Taube. Wie ungehalten von dir. Du kannst doch nicht das arme Tier einfach so wegstoßen nur um einen unschuldigen Mann mitten im Morgengrauen unter dir auf einen Tisch zu nageln. Du hast dich und deine ungezügelte Art mal wieder nicht im Griff. Was soll nur dein Onkel, der alte Lan Qiren dazu sagen? Früher noch anständig und ehrenvoll und heute vollkommen unvorherrgesehn außer Kontrolle."

Lan Wangji's rechter Mundwinkel zuckte nervös auf, als Wei Wuxian's ungerechtfertige Geplapper auf ihn einrieselte.
Leicht entnervt aber mit beherrschtem Ton sagte er:
„Du erntest was du sähst Wei Ying. Heute, morgen und in Zukunft."

„Haaa?" Erwiderte Wei Wuxian mit hohem Ton, als Lan Wangji auch schon begann sich zu ihm herunter zu beugen und zärtlich seinen Hals zu küssen.
Wei Wuxian fing leicht an zu strampeln und sich zu wehren, doch Lan Wangji presste seine Handgelenke fest nach unten. Ein Griff, so schwer wie aus Blei, erstickte alle seine Ausbruchversuche und machte eine Flucht unmöglich.
„Lustvoller Rüpel mit dem Gesicht eines Mönches. Da lutscht man einmal an deinem Finger und sofort findet man sich auf einer Tischplatte wieder. Es ist nicht mal 5 Uhr morgens, wie kann dein Testosteronspiegel schon so hoch sein?" Jammerte Wei Wuxian dramatisierend auf.

Doch Lan Wangji machte weiterhin sich unbeirrt über Wei Wuxian her und begann seine Brust zu küssen und zärtlich in die liebliche, helle Haut hineinzubeißen. Dabei hauchte er:
„Du hast angefangen Wei Ying. Dein Testosteronspiegel hat meinen erst in Wallungen gebracht. Wenn du dies nicht beabsichtigt hast, dann hättest du deine unanständige Zunge lieber bei dir behalten sollen."

„Ah!" Stöhnte Wei Wuxian kurz vor Schmerz auf. Seine Augen weiteten sich, als Lan Wangji etwas Haut zwischen seine Zähne nahm und dann leicht daran zog.
„Lan Zhan! Nicht beißen!" Keuchte er auf, während er seinen Kopf nach hinten auf die Tischplatte drückte.

Doch Lan Wangji wurde gerade erst richtig warm und so biss er einen Bluterguss nach dem nächsten auf Wei Wuxian's anmutige Brust. Ein Fleckenteppich aus kleinen roten Gerinseln erstreckte sich langsam über die helle, reine Haut und aus Wei Wuxian's Kehle entsprangen ausrufe von Schmerz und Lust.

Lan Wangji entblätterte Wei Wuxian langsam aus seiner hellen Nachtrobe und während seine feuchten Küsse und zärtlichen Bisse immer weiter an Wei Wuxian's Oberkörper nach unten wanderten, wurden die Ausrufe, elche durch den Raum hallten, von immer mehr Leidenschaft begleitet.
Eine Stimme, lbald so dünn und zart wie das Blatt einer Rose, stöhnte eifrig in Lan Wangji's Ohren.

Schließlich griff Wei Wuxian mit seiner rechten Hand abwehrend in Lan Wangji's dunkles Haar und strich über dessen Kopf hin und her.
Sein Körper zuckte zusammen, als er fast schon erschöpft hauchte:
„Jetzt...wo ich mich selber höre...weiß ich, was ich heute Morgen im Schlaf gehört hatte. Ich bin mir ziemlich sicher...dass heute morgen schon jemand anderes der Lust verfallen ist. Und jetzt...AHH!"

Plötzlich quiekte Wei Wuxian hoch auf, als Lan Wangji es tatsächlich gewagt hatte, zwischen seinen Schenkeln abzutauchen und in die zarte Haut seiner Hoden zu beißen, während er dabei auch noch einen zufriedenen, tiefen Ton von sich gab.

„Ah!" Stöhnte Wei Wuxian erneut auf, als er mit seinen Händen versuchte Lan Wangji´s Kopf wegzudrücken.
„Nicht beißen...Alles, aber bitte nicht mehr beißen!" Jammerte er, als er seinen Kopf kurz von der Tischplatte anhob und nach unten zwischen seine Beine blickte.
Er sah in zwei bernsteinfarbende Augen, welche ihm einen teuflichen Blick zuwarfen und dabei ein tiefes Funkeln in ihnen beherbergte, welches von solch einer Leidenschaft gefüllt war, dass Wei Wuxian augenblicklich ein kalter Schauer über den Rücken lief.
Er lies seinen Kopf ergebend mit einem dumpfen Ton wieder nach hinten auf die Tischplatte fallen, als er einmal schwer schluckte und dann heiser hauchte:
„Und jetzt, bin ich mir auch noch ziemlich sicher, dass es ein anderer „Lan" gewesen sein muss, der an diesem Geräusch beteiligt war. Die Leidenschaft dieser Familie, ist durchaus beängstigend."

In diesem Moment öffnete Lan Wangji weit seinen Mund, als er die Spitze von Wei Wuxian's Penis zwischen seine Lippen nahm, um dann seine Zähne vorsichtig an der prallen Eichel zu platzieren.
Als sein Kiefer sich langsam schloss, schrillte ein hoher Ton durch die Cloud Recesses, der die schlafenden Vögel aus ihren hohen Baumkronen aufschreckte.

Während im frühen Morgengrauen der eine Pavillon schließlich zur Ruhe fand, ging an anderer Stelle das Lustspiel in der Cloud Recesses weiter,
nur das dieses Mal die Ausrufe der Lust nicht aus der unschuldigen Kehle eines „Lan's" entsprangen, sondern dieses Mal aus der schuldigen Kehle eines „Wei's".


Es vergingen ein Paar friedliche Tage in der Cloud Recesses. Der feine Sommerregen hatte wieder nachgelassen und das Land ertreckte sich in einem frischen Grün und die Luft wies eine schwüle, Wärme auf.
Die Bäche und Flussläufe waren bis zum Ufer gefüllt und überall erstreckte sich das blühende Leben.

Es war der Tag vor der Anreise des Tai Jinan Clan's und überall in der Cloud Recesses hatte man sich auf den ehrenvollen Gast vorbereitet.

Lan Xichen überspielte gekonnt seine leichte Nervosität vor dem geplanten, reibungslosen Besuch des Sect Leader´s Jinan Yi und seiner Tochter Jinan Liang. Ihn ließen die Erwartungen seines Onkels und die hoffnungsvollen Blicke seines eigenen Clan's nicht mehr los und so versuchte er sich meditierend auf diese Herausforderung einzustellen.

Lan Qiren's Laune wurde dagegen von Tag zu Tag immer besser und stolz und gespannt erwartete ihre Anreise.
Ganz im Gegenteil zu Bao Tian, welcher zwar seinem Herren im tiefsten Innern vertraute, aber eine leichte Anspannung nich verleugnen konnte und somit lieber das Thema vermied so gut es irgendwie ging.

Wei Wuxian und Lan Wangji dagegen halfen bei allen zu treffenden Vorkehrungen mit und leiteten die Schüler an, damit diesen auch ja keine Fehler passierten.
Obwohl Wei Wuxian sichtlich Freude an der aufkommenden festlichen Stimmung hatte und das die Cloud Recesses endlich mal einen kleinen Tapetenwechsel erfuhr, kam er trotzdem selbst manchmal aus dem besorgten Seufzen nicht mehr heraus.
Zu groß war sein Interesse an der Beziehung von Lan Xichen und Bao Tian und von Natur aus war er viel zu Neugierig, sodass diese verzwickte Beziehung-Problematik ihn kalt lassen würde.

Ein anstrengender Tag neigte sich schließlich dem Ende zu und an diesem Abend ging jeder mit seinen ganz eigenen Gedanken ins Bett.
Auf eine stille und für die meisten weniger erholsame Nacht folgte ein neuer Morgen und die Cloud Recesses befand sich in heller Aufregung um ihre ehrenvollen Gäste zu empfangen.


Lan Xichen und Lan Qiren standen in erster Reihe vor dem Eingangstor zur Cloud Recesses und starrten gespannt die große Straße entlang und warteten auf die Ankunft ihrer Gäste.
Ihre weißen Roben wehten seicht im Wind und die langen Enden ihrer Kopfbänder mit den kleinen Wolken tanzten wild auf und ab.

In direkter Reihe dahinter befand sich Lan Wangji und einige angesehene Cultivators des Gusu Lan Clan's.

Gemeinsam waren die vielen Männer ganz in weiß herrlich anzusehen und das Bild verkörperte die Schönheit und Kraft des Gusu Lan Clan's. Die zwei Jade-Brüder, auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden, waren für ihre Schönheit und Stärke weit über die Grenzen der Cloud Recesses berühmt und berüchtigt und Lan Xichen und Lan Wangji machten ihrem Namen alle Ehre, wie sie dort herrschaftlich am Eingangstor standen.

Wei Wuxian hatte sich lieber etwas weiter abseits zu ein Paar Schülern gestellt, um aus sicherer Entfernung sich das Bunte treiben mit anzusehen und Bao Tian, dessen Platz eigentlich direkt hinter Lan Xichen war, stand mit einer grimmigen Miene etwas weiter abgerückt und wirkte alles andere als wie ein freundliches Begrüßungskomitee.

Doch Lan Xichen lies ihn gewähren und beachtete sein unhöfliches Verhalten nicht weiter. Stolz und mit anmutiger Aufrichtung schaute er in die Ferne, als man langsam das Geräusch von Hufgetrappel und das Knarren von großen Wagenrädern vernahm.
Der Boden begann leicht zu beben, als man die ersten berittenen Pferde aus dem Wald kommen sah.
Es waren gut ein Dutzend Mann, die vor und hinter einer ansehnlich verzierten Kutsche ritten. Sie waren edel gekleidet und ihre Schwerter und Speere glänzten in der Morgensonne. Sie schienen stolze und gut ausgebildete Cultivators zu sein und jeder von ihnen ritt ein kräftiges, weißes Pferd, welchem es ebenso nicht an Schönheit und Anmut mangelte.

Die Kolonne machte auf Kommando Halt und sofort stieg einer der Männer von seinem Pferd, und lief schnell ein paar Schritte bis zum Treppenabsatz vor und verbeugte sich dann respektvoll. Mit lauter und kräftiger Stimme kündigte er seinen Sect Leader und seinen Clan an, als schon ein anderer Mann die Wagentür öffnete.

Jinan Yi, der Sect Leader des Tai Jinan Clan's stieg aus der Kutsche heraus und warf Lan Xichen und Lan Qiren sogleich ein freundliches Lächeln zu, als er begann die Stufen zum Eingangstor hinaufzusteigen.
Er war festlich gekleidet und trug sein langes dunkles Haar zu einem strengen Knoten nach hinten gebunden. Sein Gesichtsausdruck wies jedoch im Vergleich zu seiner Frisur weniger Strenge auf und so hatte er eine durchaus sympathische Erscheinung und auf seinen Lippen lag ein wohlwollendes Lächeln. Er trug einen langen, dunklen Bart, welcher ihm bis zum Gürtel reichte und an seiner linken Hüfte hing ein edles Schwert, welches seinen Träger gewiss mit Stolz erfüllte.

Als er die vielen Stufen oben angekommen war begann ersteinmal eine respektvolle Begrüßung und Lan Xichen und Lan Qiren wiesen den Sect Leader des Tai Jinan Clan in ihren Reihen herzlich Willkommen. Es war schon lange her, dass sie sich das Letzte Mal gesehen hatten und so wurde zunächst viel geplaudert und sich gegenseitig mit freundlichen Worten beweihräuchert.

Wei Wuxian beäugte das Ganze mit wachsendem Interesse, denn den Tai Jinan Clan gab es damals zu seiner Zeit noch nicht.
Es war mittlerweile der größte neue Clan, welcher sich seit dem Sturz der Wen's gebildet hatte und war mittlerweile zu einer beachtlichen Größe herangewachsen.

Es war Jinan Yi, ihr Sect Leader, der den Clan vor einigen Jahren gegründet hatte. Einst war er Sect Leader eines kleineren Clan´s gewesen, welcher aber damals bei dem Aufstand der Wen's durch dessen Hand, wie so viele andere vernichtet wurde. Nachdem aber das Imperium des Wen Clan's durch die Sunshot Campaign gestürzt wurde, schlossen sich mehrere kleinere Clan´s unter der Flagge von Jinan Yi zusammen und bildeten einen neuen Clan, welcher jetzt unter dem Namen Tai Jinan bekannt war. Es war daher ein Clan, welcher sich aus den Überlebenden von vielen kleineren Clan's gebildet hatte und sie alle gemeinsam verband somit das selbe Schicksal und der tiefe Hass in ihren Herzen auf den Wen Clan. Viele von ihnen hatten geliebte Personen und ihre Familien damals verloren und so schweißte die Clan Mitglieder ein immerwährendes Band zusammen. Der Gusu Lan Clan pflegte in den letzten Jahren daher eine gute Beziehung zum Tai Jinan Clan und half ihnen in ihren schwersten Zeiten sich zu neuer Stärke zu formatieren.
Umso größer war daher jetzt ihre Freude wieder zueinander gefunden zu haben und womöglich in Zukunft eine noch tiefere Verbindung ihrer beider Clan's, durch den Bund einer Ehe, eingehen zu könne.

Nachdem die Herren mit ihren Begrüßungsgesprächen zu einem Ende gefunden hatten, räusperte sich Jinan Yi einmal laut, als er Lan Xichen und Lan Qiren freudig anblickte. Seine Stimme war tief und männlich aber von einer warmen und freundlichen Klangfarbe.
„Wenn die Herren nun möchten, dann würde ich jetzt gerne meine Tochter zu uns hinauf bitten. Sie ist in den letzten zwei Jahren zu einer wunderschönen Frau herangewachsen, ihr werdet sie kaum wieder erkennen."

Lan Qiren nickte zustimmend, als er einen beführwortenden Gesichtsausdruck auflegte.
„Sehr gerne, lasst sie zu uns hinauf kommen. Sie wird ehrenvoll bei uns aufgenommen und ich denke, dass Lan Xichen sich ihrer annehmen wird und in den folgenden Tagen sich um sie kümmern wird. "
Mit diesem Satz warf Lan Qiren Lan Xichen einen auffordernden Blick zu und Lan Xichen verneigte sich sofort höflich, als er mit sanfter Stimme sprach:
„Es ist mir eine Ehre, eure Tochter Jinan Liang bei uns erneut Willkommen zu heißen. Mit eurem Einverständnis werde ich mich ihrer annehmen."

Jinan Yi strahlte stolz und fast ein wenig nervös über sein ganzes Gesicht, als er zufrieden nickte und zustimmte. Dann blickte er zur Kutsche hinunter und machte eine auffordernde Handbewegung.
Sofort ging einer der Männer zur Kutsche und öffnete die Tür. Gespannt blickten alle hinunter, als eine junge Frau langsam aus dem Wagen stieg.

Sie trug eine wunderschöne festliche Robe, bestehend aus mehreren Lagen Stoff, welche aus einem bezaubernden Farbspiel aufeinander abgestimmt waren. Ihre langen, schwarzen Haare waren kunstvoll hochgesteckt und mit edlem Schmuck und Blüten verziert. Mit ihr stieg noch eine junge Dame aus, welche auch sogleich ihr half die Treppe hinauf zu steigen, indem sie ihre Robe sorgsam anhob.

Mit jeder Stufe die sie näher kam wuchs auch ihre Schönheit und die Männer des Gusu Lan Clan's staunten gebannt auf die junge Frau, welche langsam zu ihnen hinauf kam.
Als sie die letzte Stufe erklomm und oben angekommen war, hob sie langsam ihren Blick an und blickte reihum, jeden der anwesenden Männer mit ihren wunderschönen, ausdrucksstarken Augen an. Im Handumdrehen verzauberte sie jeden der anwesend war und es wurde plötzlich ganz still, als sie sich höflich vor allen verneigte.

Jinan Liang war eine bezaubernde junge Frau mit einer weiblichen und lieblichen Erscheinung, die trotz ihres zarten Alters von nur 19 Jahren eine stolze und selbstbewusste Ausstrahlung trug und in ihren großen, sanften Augen spiegelte sich eine reine und starke Seele wieder.
Ihre kleinen, roten Lippen formten ein liebevolles Lächeln, als sie mit zarter aber klarer Stimme alle verzauberte und sagte:
„Ich bin Jinan Liang vom Tai Jinan Clan.
Es freut mich erneut eure Bekanntschaft zu machen und ich bedanke mich, zusammen mit meinem Vater, in den nächsten Tagen Gast in eurem Hause sein zu dürfen. Es ist mir eine Ehre."