Chapter 20.8

Es war finstere Nacht, ein paar Eulen heulten in den Baumkronen und nur das leise Rauschen eines entfernten Wasserfalls war zu hören.
Bao Tian strauchelte die Stufen zur Cloud Recesses hoch, in seiner rechten Hand einen leeren Krug Alkohol. Seine Sinne verschwammen ihm, er hatte das Gefühl für Zeit und Raum verloren. Seine Sicht war unklar, ein grauer Schleier legte sich über seine Gedankenwelt und seine Füße waren so schwer wie aus Blei und ziehten ihn immer weiter in die endlose Tiefe seiner Seele.

Er war betrunken, nicht mehr Herr seiner Sinne und der Versuch seinen Kummer zu ertränken hatte es nur noch schlimmer gemacht.
Er konnte nicht los lassen, er wollte nicht los lassen aber vor allen Dingen wollte er eines nicht und das war es wahrzuhaben was heute Morgen im großen Pavillon geschehen war.
Taumelnd passierte er das Tor zur Cloud Recesses und ignorierte die skeptischen Blicke der Torwachen, als er schweigend an ihnen vorbei zog.

Seine schweren Füße führten ihn quer durch die Cloud Recesses, als er schließlich an einem Bachlauf vorbei kam. Er blieb kurz stehen und schaute hinunter in das fließende Wasser.
Er sah sein Spiegelbild, ein verzerrtes Bild seiner selbst. Von dem einst so fröhlichen und glücklichen Mann war nichts mehr zu sehen. Er lies den Alkoholkrug ins hohe Gras fallen und hockte sich kurz hin. Doch der Anblick welcher sich ihm darbot konnte er nicht mehr ertragend und somit schlug er mit beiden Händen in die Wasseroberfläche ein, verscheuchte somit sein Spiegelbild und klatschte sich dann das kühle Nass in sein Gesicht.

Das kalte Wasser hatte eine erfrischende Belebung und er klatschte sich mehrfach das kristallklare Wasser ins Gesicht.
An ein paar Strähnen seines dunklen Haares, welche ihm im Gesicht hingen perlten ein paar Wassertropfen hinunter und schlugen ungebremst in die Wasseroberfläche ein, als er leise nuschelte:
„Er gehört mir, er sollte mir gehören."

In seinen dunklen Augen funkelte ein unheilvolles Leuchten auf, als sein Herz sich mit der immer weiter aufstauenden Eifersucht langsam durchtränkte.
Bao Tian strich sich das Wasser aus dem Gesicht, als er wieder aufstand und dann zielstrebig auf Lan Xichen's Pavillon zuschritt. Es war mitten in der Nacht, in allen Gebäuden waren die Lichter erloschen und es war still und friedlich im Gusu Lan Clan.

Mit einem leisen Knacken der Holzveranda kam Bao Tian vor der Tür zu Lan Xichen's Pavillon schließlich kurz zum Stehen.
Seine Atmung war schwer und rau und seine Schultern hoben sich deutlich bei jedem Atemzug auf und ab.
Seine rechte Hand tastete vorsichtig nach der Türklinge, als er kraftvoll die Tür mit einem Ruck öffnete.

Es war dunkel im Pavillon und leicht orientierungslos suchte sich Bao Tian seinen Weg. Er schloss die Tür wieder hinter sich, als er wie ein dunkler, bedrohlicher Schatten durch das Zimmer schlich.
Sein Ziel war klar, aber seine Absichten verdunkelten sich mit jeder weiteren Minute die verstrich.
Er entdeckte Lan Xichen's Bett am Ende des Raumes, als er mit schweren Schritte seinen Weg fortsetzte.

Lan Xichen lag derweil friedlich schlafend in seinem Bett, doch als Bao Tian sich immer weiter näherte, wurde sein fester Schlaf gestört und er seufzte leise auf, während seine Augenlieder schon zu zittern begannen.

Bao Tian blieb direkt vor seinem Bett stehen und wie in Trance starrte er auf Lan Xichen hinunter. Es war ein Anblick, so liebreizend und herrlich zugleich, wie dieser schöne Mann, mit seiner puppengleichen Erscheinung still und friedlich im Bett zu schlafen schien. Sein Atem war ganz leise und schwach und in dem Zimmer bereitete sich sein lieblicher Körperduft aus.
Er wirkte fast wie ein übernatürliches Wesen aus einer anderen Welt. Zu schön und zu rein um es überhaupt berühren zu dürfen und zu zerbrechlich und wertvoll um auch nur darüber nachzudenken es zu seinem eigen zu machen.

Umso länger Bao Tian auf ihn herabstarrte, umso größer wurde in ihm das Verlangen diesen Mann zu berühren. Seine Reinheit zu beflecken, seinen Willen zu brechen und ihn mit in die tiefsten Abgründe seiner eigenen zerschundenen Seele mitzureißen.
Seine eigenen Wünsche und sein unstillbares Verlangen diesen Mann sein eigenen zu nennen übermammte ihn und umso unschuldiger Lan Xichen auf ihn wirkte, umso verdorbener und bösartiger fühlte sich Bao Tian in seiner eigenen Haut.

Langsam lies er sich auf seine Knie fallen, als er gierig seine Hände nach Lan Xichen ausstreckte. Er berührte mit seinem Daumen die zarten, rosé farbenden Lippen, als er sich in diesem Anblick verlor und sich langsam nach unten beugte.
Er lehnte sich mit seinem Oberkörper über Lan Xichen und als er seinem Verlangen kein Einhalten mehr bieten konnte, berührte er mit seinen zittrigen Lippen Lan Xichen's. Mehrfach küsste er auf seinen schmalen Mund, als er immer wieder leise hauchte:
„Huan...Huan...Huan..."

In diesem Moment erwachte Lan Xichen aus seinem Schlaf und seine Augen schlugen blitzartig auf.
Sein Körper zuckte zusammen, als er bemerkte wie jemand über ihn lehnte. Seine tiefschwarzen Pupillen waren weit aufgerissen und ein Schock fuhr durch seine Glieder, als er versuchte wie aus Reflex den Eindringling von sich abzuwehren.

Doch Bao Tian, viel größer und stärker als Lan Xichen, hatte in dieser Pose die Oberhand und als er Lan Xichen's Abwehrreaktion bemerkte, packte er grob mit seinen Händen an die schmalen Handgelenke, drückte sein Opfer hinunter auf's Bett und presste ihre Lippen nur noch stärker aufeinander.

„Hmm...!" Kam nur ein summender, verweigernder Ton über Lan Xichen's Lippen, als er versuchte die dunkle Gestalt von sich wegzudrücken. Doch in diesem Moment spürte er wie eine feuchte Zunge forschen Eintritt in seine Mundhöhle verlangte und ohne Rücksicht auf Verluste sich holte was sie begehrte.

Lan Xichen zuckte erneut auf, als er spürte wie seine Mundhöhle forsch von einer anderen heißen Zunge erkundet wurdet. Er wurde ungestüm und rücksichtslos geküsst und sein Herz schlug vor Aufregung wie wild in seiner Brust, als er schließlich den vertrauten Geruch von Bao Tian wahrnahm. Doch es war kein Grund erleichtert aufzuatmen, denn im selben Moment schmeckte Lan Xichen den bitteren Geschmack von Alkohol auf seiner Zunge und Bao Tian's Hände, ihre eigene Kraft und Stärke unterschätzend, quetschten langsam seine schlanken Handgelenke zusammen.

Lan Xichen spürte einen stechenden Schmerz an seinen Handgelenken und ihm blieb langsam, von Bao Tian´s leidenschaftlichen Kuss, die Luft weg. Erneut wehrte er sich, als er es schaffte seinen Kopf zur Seite zu drehen und für einen Momemt ihre Lippen voneinander zu trennen.
„Stop!...Tian...Stop...!" Keuchte er atemlos.

Bao Tian hörte auf und wich mit seinem Kopf ein Stück von Lan Xichen ab. Dieser lag mit einem eher entrüsteten Gesichtsausdruck unter ihm und während er mit offenem Mund nach Luft schnappte, lief ein wenig Speichel aus seinem Mundwinkel.

„Was?" Brummte Bao Tian tief. Der strenge Geruch von Alkohol strömte aus seinem Körper, als er Lan Xichen in der Dunkelheit der Nacht mit seinen dunkelbraunen Augen anfunkelte.
„Darf ich dich jetzt auch nicht mehr berühren? Dich jetzt auch nicht mehr küssen, nun wo feststeht, dass du heiraten wirst?"
Bao Tian's Stimme hatte einen unheilvollen Unterton und Lan Xichen wusste, dass es der Alkohol war, der aus ihm sprach.

„Was machst du hier mitten in der Nacht?" Fragte Lan Xichen noch leicht erschrocken, während er immer wieder versuchte seine Handgelenke aus Bao Tian's festem Griff zu lösen.

„Was ich hier mache?" Fragte Bao Tian mit hohem, ironischen Ton.
Er schnaufte durch seine Nase, als er plötzlich leise zu kichern begann.
„Ist es etwa schon so weit, dass ich jetzt auch schon nicht mehr deinen Pavillon aufsuchen darf? Verzeih, das wusste ich nicht. Bis heute Morgen war mein Zimmer noch gleich nebenan. Oder, wurde ich etwa schon komplett aus dem Clan geworfen? Wenn das so ist, verzeih mir, unnützen Untertan auch das, ich wusste es nicht. Scheinbar hast du wohl auch vergessen mir auch das vorher mitzuteilen!"

Zwischen Lan Xichen's Augen legte sich eine Zornesfalte. Bao Tian kicherte noch immer in Selbstmitleid verfallend in sich hinein, als Lan Xichen scharf zischte:
„Lass mich los Tian, du tust mir weh. Deinen Unfug muss ich mir nicht anhören. Du bist betrunken und nicht Herr deiner Sinne! Es bist nicht du, der da spricht!"
Lan Xichen ruckte noch ein paar Mal stark an seinen Handgelenken, als Bao Tian schließlich ein wenig seinen Griff lockerte und Lan Xichen sich somit befreien konnte. Fluchtartig strampelte er sich frei und rutschte mit seinem Rücken nach hinten gegen das Kopfende seines Bettes, als er seine Knie an seinen Körper heranzog und sich leicht beschützend von Bao Tian abwendete. Seine Arme zog er dabei ebenfalls leicht beschützend an seinen Körper ran und wie aus Reflex griff er mit seiner rechten Hand an seinen Kragen und zog diesen an seinem Hals fest zusammen.

Bao Tian hockte neben ihm auf dem Fußboden und starrte ihn an. Sein hämisches Kichern verstummte und seine Mundwinkel zogen sich langsam unzufrieden nach unten. Der sonst so sanfte Ausdruck in seinen warmen Augen war verschwunden und zum ersten Mal empfand Lan Xichen das Bao Tian's dunkle Erscheinung etwas bedrohlich auf ihn wirkte.
Bao Tian musterte Lan Xichen's Körperspache, als er tief und langsam sprach:
„Was...? Hast du etwa Angst vor mir?"

Lan Xichen's Augen formten sich zu kleinen Schlitzen, als er versuchte seinen Puls, welcher langsam immer höher Anstieg, durch ruhiges, tiefes einatmen zu beruhigen. Er trug einen kühnen und zornigen Gesichtsaudruck, fast schon so, als wäre er bereit in eine Schlacht zu ziehen.
„Du bist nicht du selbst!" Sagte Lan Xichen verwarnend.
„Du stinkst bis zum Himmel. Du bist absolut betrunken. Wo bist du gewesen?"

Bao Tian's linker Mundwinkel bog sich leicht unheilvoll nach oben.
„Meinst du wirklich, es ist nur der Alkohol welcher dir Sorgen bereiten sollte? Meinst du nicht es gibt in mir drin etwas viel schlimmeres, welches du die letzten Tagen in mir geschürt hast?"
Bao Tian machte eine provokante und dominante Handgeste, indem er eindrucksvoll mit seiner linken Hand auf seine eigene Brust schlug, genau dort wo sein Herz saß.
„Hast du etwa geglaubt dein Verhalten die letzten Tage sei spurlos an mir vorbei gegangen?"
Bao Tian schob beim Sprechen langsam sein rechtes Knie über die Bettkannte und während er sich langsam auf allen vieren Lan Xichen näherte, schreckte dieser noch weiter zurück.
„Komm nicht näher! Bleib da wo du bist!" Sagte Lan Xichen hastig.

Bao Tian erstarrte in seiner Bewegung und blickte fassungslos auf Lan Xichen, welcher zwar das Gesicht eines Kriegers trug, aber seine Körperhaltung eher der eines geschundenen Tieres glich.

„Verurteile mich nicht mit deinem Blick, Huan!" Sagte Bao Tian mit etwas kräftiger aber zittriger Stimme.
„Glaubst du etwa, ich würde dir wehtun wollen? Hast du geglaubt ich sei desswegen hier?"
Abermals rutschte Bao Tian ein Stück näher heran, doch Lan Xichen rutschte nur wieder noch ein Stück weiter ab.

„Ich will das du gehst, Tian! Wenn du wieder nüchtern bist, können wir sprechen!" Sagte Lan Xichen deutlich und abweisend.

Bao Tian's Mund öffnete sich und leicht schockiert und sprachlos sah er in Lan Xichen's Gesicht.
Erneut streckte er vorsichtig seine rechte Hand, dieses Mal nach Lan Xichen's Fuß aus, doch dieser zog ruckartig auch diesen zurück.
„Geh!" Sagte Lan Xichen noch einmal scharf.

Bao Tian schloss für einen kurzen Moment seine Augen. Sein Herz zerbarst unter dem alles überflutenden Schmerz und eine heiße Wut begann in ihm aufzusteigen. Er knirschte mit den Zähnen und seine Hände spannten sich krampfhaft an und ballten sich zu zwei angestrengten Fäusten. Er öffnete seine Augen, blickte hinunter auf das Bett, als sich seine Hände in das Bettlaken krallten. Sein Herz war nun so schwarz wie die Nacht und die Eifersucht und der Alkohol raubten ihm jede Rationalität und Verstand.
„Weise mich nicht ab Huan!" Sagte er stockend unter seiner aufgeregten Atmung.
„Du warst es, der sich mir damals in der Gaststätte aufgedrängt hat. Du warst es, der damals den ersten Schritt gemacht hat. Und jetzt, wo ich mit jeder Zelle meines Körpers von dir besessen bin, weist du mich ab. Das ist nicht fair, Huan.
Du hast gesagt, dass du mich liebst!
Du hast gesagt, dass es nur mich in deinem Herzen gibt!
Du hast es mir versprochen, Huan!"
Bao Tian's Stimme wurde lauter aber auch gleichzeitig schriller und gebrechlicher.

Lan Xichen starrte ihn mit geweiteten Augen an. Es brach ihm das Herz Bao Tian so zerstreut und emotional Hilflos vor sich hockend zu sehen.
Er atmete einmal tief ein, als er leise sprach:
„Und daran halte ich auch fest!"

Bao Tian zuckte zusammen und hob ruckartig seinen Kopf an.
Seine Augen waren leicht glasig, als er Lan Xichen mit Unverständnis anblickte.
„Wenn das stimmt, dann sag mir Huan, warum hast du zu der Hochzeit eingewilligt?"

Lan Xichen wendete seinen Blick ab. In seinen Augen stand Unsicherheit und seine Lippen zitterten leicht, als es ihm seine eigen Kehle zuschnürte und er unfähig war diese Frage zu beantworten.

Bao Tian schüttelte seinen Kopf.
„Du hast es versprochen, Huan. Du hast es versprochen!
Du hast zu mir gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll, dass du nicht heiraten wirst.
Du hast gesagt, es sei nicht dein Wille. Es seien nur Förmlichkeiten und du würdest Lan Qiren umstimmen.
Du hast gesagt, ich könne ganz beruhigt sein.
War das denn etwa alles eine Lüge?"
In seinen Augen stand die pure Verzweiflung und seine Stimme zitterte, während seine Lippen bei jedem Wort das seine Kehle verließ bebten.

Lan Xichen schluckte einmal schwer. Er konnte diese Worte nicht ertragen und doch schlugen sie ungebremst in seine Seele ein. Es zerriss ihn innerlich, seine Überzeugung kam ins Schwanken und sein Herz begann zu hadern, während seine Augen sich leicht mit Tränen füllten.

Bao Tian blickte wartend in Lan Xichen's Gesicht, doch er bekam nach wie vor keine Antwort auf seine Fragen. Ein Schweigen war viel schlimmer zu ertragen, als mit der grausamen Wahrheit leben zu müssen und so verlor Bao Tian all seine Hoffnung.
„Du schweigst. Seit Tagen schweigst du nur. Wir hatten versprochen uns immer alles zu sagen und nun brichst du so leicht dieses Versprechen. Versprechen von Treue und Führsorge, welche wir Jahrelang treu gelebt haben.
Sieh dich nur an Huan, sieh mich nur an. Du hast gesagt ich solle dir vertrauen und nun sieh uns nur an wo dieses Vertrauen uns hingeführt hat."

Lan Xichen schreckte auf. Schockiert und ängstlich blickte er in Bao Tian's leere Augen, als er schmerzerfüllt sagte:
„Und was ist mit dir? Hast du nicht auch mir versprochen, dass ganz gleich was auch geschieht, dass du für immer bei mir bleiben wirst?"

Bao Tian kniff seine Augen scharf zusammen. Zornig schlug er mit seiner Faust auf die Matratze als er laut sagte:
„Herr Gott Huan! Ich bin doch hier! Ich bin an deiner Seite und seit Tagen versuche ich nichts anderes als an dich heranzukommen. Aber du weist mich ab. Immer und immer wieder! Sag mir nicht, dass ich irgendein Versprechen nicht eingehalten hätte!"

Lan Xichen zuckte zusammen. Bao Tian´s Stimme war laut und dominant und sie drang tief in ihn hinein und berührte einen wunden Punkt.
„Du verstehst nicht." Sagte er seinen Blick wieder schmerzhaft abgewendet.

„Dann erklär es mir Huan!" Donnerte Bao Tian los.
„Oder kannst du es mir nicht erklären, weil ich zu dumm bin um dich zu verstehen? Sag mir, was verstehe ich nicht? Oder bin ich es nicht würdig es zu verstehen?"

Lan Xichen kniff seine Augen immer fester schmerzerfüllt zusammen. Er schlung seine Arme um seine Knie und drückte diese fest an sich heran.
„Du verstehst nicht, meinen Schmerz, meinen Kummer und meine Sorgen. Die Pflichten die ich als Sect Leader trage, die Aufgaben welche ich mir selber aufgebürgt habe, als ich dieses Amt angenommen habe. Der innere Konflikt, der mich täglich auf´s Neue zerreißt allem und jedem gerecht zu werden und dabei meine eigenen Wünsche nicht aus den Augen zu verlieren!"

Bao Tian atmete tief ein. Er kippte leicht nach hinten, setzte sich gerade und aufrichtig auf die Bettkante, als plötzlich ein belustigtes und empörtes Schnaufen aus seiner Nase kam.
„So ist es also. Ich bin deiner nicht würdig. Nicht ebenbürtig. Ich war es nicht Wert, dass du mit mir darüber sprichst. Ich habe schon verstanden."

„Nein! Das stimmt nicht! So ist es nicht!" Sagte Lan Xichen hastig, als er merkte das Bao Tian seine Worte in den falschen Hals bekommen hatte. Die Stimmung schien zu kippen und das Gespräch driftete in die vollkommen falsche Richtung ab.

„Verzeih, Zewu-Jun, Sect Leader des Gusu Lan Clan's, wie ich auch nur die Dreistigkeit besitzen konnte, für auch nur eine Sekunde zu denken, du würdest mich in gleicher Wertschätzung halten wie ich dich." Sagte Bao Tian mit entteuschter und verletzter Stimme.
„Aber ja, du hast Recht. Was verstehe ich, einfacher Untertan, dahergelaufen eines niederen Clanes schon von den Pflichten eines Sect Leaders? Stimmt, du bist etwas Besseres als ich, zu höherem berufen, meine Sorgen und Probleme sind null und nichtig im Vergleich zu deinen. Wie konnte ich auch nur für eine Sekunde meine Position vergessen, welche mir zusteht."

„Nein!" Sagte Lan Xichen hektisch. Er streckte panisch seine Hand nach Bao Tian aus und berührte seinen Arm.
„Das stimmt nicht, Tian, das ist nicht wahr!" Seine Augen waren vor Schock und Angst weit geöffnet und seine Finger krallten sich tief in Bao Tian's Ärmel.
„Aber versuche doch auch mich zu verstehen. Welche Wahl habe ich denn? Du hast es selbst in den Augen meines Clan's gesehen. Die Hoffnung, die Wünsche und die Erwartungen die sie an mich stellen. Wangji kann diese Hoffnungen nicht erfüllen. Er kann mich nicht retten und diese Pflichten für mich erfüllen. Wer soll es tun wenn nich ich? Mein Onkel...Lan Qiren, sie alle erwarten etwas von mir. Ich habe mich entschieden ein Sect Leader zu sein und auch diese Pflicht gehört nun zu meinem Leben dazu. Versteh doch, ich weiß selbst nicht ob ich es schaffe meine persönlichen Wünschen mit dieser Aufgabe zu vereinen. Auch ich bin oft ratlos und die vergangenen Tage haben mich in Zwei gerissen. Aber auch ich habe Stolz und Ehre als Mann und Cultivator und wir leben in einer Welt in der die Gesellschaft uns gewisse Rahmen vorgibt.
Wie soll ich denn vor meinen Clan und der Welt der Cultivators mein Gesicht wahren, wenn ich auf ewig ohne Nachkommen bleibe, unvermält und dazu in Wahrheit meinen Untertan und dazu noch einen Mann liebe? Wer wird mich so akzeptieren, wie könnte ich auf dieser Grundlage ein glückliches Leben für uns alle schaffen? Ich musste handeln."

Bao Tian sah ihn an, sein Blick war voller Leere und seine Worte waren kalt und ohne Leben. Der letzte funken Hoffnung war in ihm erloschen.
„Du hast Recht. Was könnte ich einzelner Mann, mit nichts als meiner Liebe, dir schon im Gegenzug zu der ruhmreichen und stolzen, glitzernden Welt der Cultivators bieten? Was habe ich mir einfacher Mann auch nur den Hauch einer Chance ausgemalt. Was war ich dumm, zu glauben unsere Liebe könnte alle Hürden überwinden.
Doch lass dir gesagt sein Huan, der Glanz und Stolz deiner Position funktioniert nur solange wie sie dich als ihre Führungsposition auch anerkennen und du deine Aufgabe wie eine Marionette zu ihrer vollsten Zufriedenheit ausfüllst.
Du denkst immer nur an die anderen. Du hast dich schon immer hinten angestellt. Als erstes schreist du hier und lädst dir alle Bürden der anderen auf die Schultern, nur damit die anderen glücklich sind und ein unbeschwertes Leben führen können.
Aber was ist mit deinem Leben, Huan? Hast du da schon einmal drüber nachgedacht? Wirst du später glücklich auf dem Sterbebett liegen und sagen können, dass dein eigenes Leben glücklich war?"

Lan Xichen hielt die Luft an. Er blickte Bao Tian mit weit aufgerissenen Augen an, als er stockend sagte:
„Ich...ich arbeite daran. Ich versuche gerade den besten Weg für uns alle zu finden. Du wirst schon sehen, auch wenn es jetzt aussichtslos erscheint und du die wahren Absichten noch nicht erkennen kannst. So bin in ich mir sicher, dass ich das Richtige tue."

Bao Tian schüttelte fassungslos den Kopf.
„Du siehst es nicht. Bleibst stur und unbelehrbar bis zum bitteren Ende."
Er raufte sich durch sein Haar, atmete einmal tief ein und blickte kurz aus dem Fenster.
Dann drehte er seinen Kopf zurück und sah wieder zu Lan Xichen herüber
Dieser saß noch immer zusammengekauert auf dem Bett, die Knie bis an seine Brust herangezogen. Sein langes, schwarzes, offenes Haar lag auf seinen Schultern. Das fahle Licht des Mondes schien herein und erhellte in einem mystischen Licht seine anmutigende Silhouette. Seine helle, weiße Haut schimmerte wie tausend Perlen und überall wo seine Nachtrobe einen kurzen flüchtigen Blick auf seine zarte, nackte Haut gewehren lies, wurde die Fantasie des Betrachters angeregt.

Für einen kurzen Moment hatte Bao Tian tatsächlich darüber nachgedacht, seine Liebe zu Lan Xichen aufzugeben, doch als es plötzlich still wurde, die unangenehmen Worte endlich wieder verstummten und er wieder nur mit seinen anderen Sinnen Lan Xichen's Anwesenheit wahrnahm, loderte wieder das Verlangen in ihm auf.
Der Alkohol pochte noch immer in seinen Adern und in seinem Kopf schwamm es von den vielen schmerzhaft gesprochenen Worten hin und her. Der Schmerz der Abweisung und der Zorn über die gebrochenen Versprechen kochte wieder in ihm auf und so stark wie nie zuvor kam das Gefühl in ihm zurück, Lan Xichen zu seinem Eigen zu machen.
Bao Tian spürte seinen kräftigen Herzschlag, welcher plötzlich rasant anstieg. Er wurde nervös über die Entscheidung, welche er gerade im Begriff war zu fällen.
„Ich kann nicht!" Sagte Bao Tian plötzlich klar und deutlich.

Lan Xichen blickte ihn verwundert an, doch mit einem mal verfiel Bao Tian in einen nuschelnden Monolog.
„Ich kann nicht!
Ich kann dich nicht aufgeben!
Ich kann dich nicht hergeben!
Ich kann dich nicht teilen Huan, mit niemandem, die Vorstellung zerreißt mich!
Ich bin nicht so weit gekommen um jetzt alles nur wegen einer Frau zu verlieren."

„Tian beruhig dich!" Sagte Lan Xichen beschwichtigend. Er berührte Bao Tian erneut am Arm.
Doch Bao Tian zuckte am ganzen Körper zusammen. Seine Stimme verfiel dem Wahn und in seinen Augen loderte ein Feuer.
„Ich hasse sie, dafür das sie sich zwischen uns gestellt hat!
Ich hasse dich, für deine Worte abweisenden Worte, und für den Mann, den du aus mir gemacht hast!
Aber am meisten hasse ich mich selbst, für das was ich gleich tun werde."

Lan Xichen blickte mit erschrockenen und weit aufgerissen Augen zu Bao Tian.
„Was meinst du damit?" Fragte er verängstigt, als er langsam seine Hand wieder zurückzog.

Doch Bao Tian drehte sich hastig zu Lan Xichen und blickte ihn scharf an und sagte:
„Hasse mich Huan! Hasse mich für das was ich geworden bin, aber du gehörst mir!
Du solltest mir gehören!
Ich ertrage es nicht ein weiteres Mal eine geliebte Person zu verlieren! An nichts und niemanden.
Ich kann dich nicht hergeben!"
Mit diesem Satz griff Bao Tian plötzlich nach Lan Xichen's nackten Fuß und zog diesen gewaltvoll übers Bett zu sich herüber.
Doch Lan Xichen hielt sich an dem Bettlaken fest und riss dieses halb auseinander, als er erschrocken ausrief:
„Stop, nicht!"

Doch schon packte Bao Tian an seinen anderen Fuß und schliff ihn über´s Bett.
Bao Tian kletterte über Lan Xichen, ergriff sein eines schlankes Handgelenk und seine Hüfte und nagelte ihn unter sich auf die Matratze. Er griff in den Kragen von Lan Xichen's Robe und begann diese grob von seinem Körper zu reißen. Das reißende Geräusch des nachgebenden Stoffes, welcher unter Bao Tian's Kraft nachgab, schallte durch den stillen Raum. Lan Xichen wehrte sich vehement gegen Bao Tian´s aggressiven Angriff. Er bereute in diesem Moment zutiefst die Wirkung des Alkohols unterschätzt zu haben und sich zeitweilig in Sicherheit gewähnt zu haben. Aus Angst um sich selbst und vor der ungebändigten Kraft Bao Tian's holte er im Eifer des Gefechts mit seiner linken Hand aus und schlug Bao Tian kraftvoll ins Gesicht. Dabei rief er aus:
„Aufhören! Komm zur Vernunft!"

Für eine Sekunde hörte Bao Tian tatsächlich auf. Der pochende Schmerz flackerte auf seiner Wange auf, als Lan Xichen sich erschrocken, von der Wucht seines eigenen Schlags, erschrocken seine Hand vor den Mund hielt.

Bao Tian atmete einmal laut und tief ein, sein Körper bebte.
„Und wieder einmal hast du nur abweisende Worte für mich übrig!" Sagte er Zähne knirschend.

Lan Xichen's Augen weiteten sich ins Unermessliche, als ihm bewusst wurde, dass er jetzt erst recht Öl ins Feuer gegossen hatte. Er spürte die aufkommenden, wütenden Schwingungen die von Bao Tian's Körper ausgingen und er fragte sich inständig, wie die Situation nur so rasant außer Kontrolle geraten konnte.
In Bao Tian's Augen loderte ein unstillbares Feuer der Eifersucht und Gier, als er mit seiner rechten Hand in den restlichen Stoff auf Lan Xichen's Brust griff.
„Ich werde dich markieren Huan! Ob du es willst oder nicht! Für alle sichtbar werde ich es in dein Fleisch brennen, dass du mir gehörst!"

Mit diesem Satz packte Bao Tian plötzlich kraftvoll zu und riss die letzten Reihen Stoff von Lan Xichen's Körper hinunter.

Lan Xichen wehrte sich und schlug mit seinen Armen wild um sich, doch es half alles nichts. Fetzenweise flogen die Reste seiner Nachtrobe auf den Fußboden und Bao Tian entblößte Lan Xichen, bis dieser splitterfaser Nackt unter ihm lag.
Dann griff er grob mit seiner rechten Hand an Lan Xichen's Kinn, drückte seinen Kopf gewaltvoll zur Seite und begann mehrfach kraftvoll in den schlanken Hals zu beißen, welcher sich ihm schutzlos präsentierte. Lan Xichen wimmerte auf, als Bao Tian's Zähne sich tief in sein Fleisch bohrten. Seine Augen waren weit aufgerissen, während leise Schmerzensschreie seine Kehle verließen. Kraftvoll drückte Bao Tian ihn mit seiner freien Hand hinunter auf das Bett und machte es Lan Xichen somit unmöglich sich unter ihm zu befreien.

Immer und immer wieder biss er kräftig zu und saugte an der zarten Haut, bis sich ein Meer von roten Bisswunden und Blutergüssen an einem ehemals hellen Hals ergaben.
Bao Tian's Lippen und Zähne hinterließen eine Spur der Verwüstung, als er langsam den Hals hinunter wanderte und sich dann über Lan Xichen's Brust und empfindlichen Nippeln hermachte.

„Ah!" Stöhnte Lan Xichen vor Schmerz auf, als Bao Tian seinen linken Nippel zwischen seine Zähne nahm.
„Nicht...aufhören...Tian...Bitte...Stop..!" Bettelte er, doch seine Worte kamen bei Bao Tian nicht mehr an. Seine Handgriffe und Berührungen wurden immer gröber, immer ausladender und er geriet in einen alles verzehrenden Rausch.

Lan Xichen's Körper begann ängstlich zu zittern, als Bao Tian sich mit seinen Lippen weiter nach unten über seinen Körper arbeitete.
Aus Angst Bao Tian könnte ihm an empfindlicheren Körperstellen noch größere Schmerzen bereiten, griff er nach Bao Tian's Haaren und zog einmal ruppig daran.

„Ah!" Aus Bao Tian's Kehle entsprang ein dumpfer, tiefer Ton, als er augenblicklich nach dem Gusu Lan Clan an dem Ende seines kleines Zopfes griff. Er löste das Band von seinem Zopf und unter einem kurzen aber heftigen Gerangel der beiden Männer, schaffte Bao Tian es Lan Xichen's Handgelenke zu fesseln und presste diese dann hoch über dessen Kopf auf das Bett hinunter.

Lan Xichen zog die Luft schmerzerfüllt durch seine Zähne, als das Band sich tief in seine Handgelenke schnürte.
„Bitte, bitte nicht. Tian!" Bettelte er, doch Bao Tian, wie im Blutrausch presste seine Lippen wieder auf Lan Xichen's und küsste ihn heiß und leidenschaftlich. Jeglicher Schrei und Ausruf Lan Xichen's wurde damit noch in seiner Kehle erstickt und Bao Tian führte dabei so forsch seine Zunge, als wenn es kein Morgen mehr gäbe. Währenddessen wanderte seine linke Hand an Lan Xichen's straffem Bauch hinunter und er berührte Lan Xichen's Glied.
Er strich mit seinem Daumen über die empfindliche Eichel, massierte die Hoden rhythmisch und begann dann mit seiner Hand intensiv über das Glied zu rubbeln.

Lan Xichen blieb die Luft weg. Obwohl sein Herz leicht vor Panik in seiner Brust raste, geriet sein Körper zeitgleich durch die intensive Stimulierung in Ekstase.
Zudem war Bao Tian sehr geschickt, selbst im alkoholisierten Zustand und die beiden hatten schon genug Sex gehabt um zu wissen, womit sie den anderen in die Sphären der Lust befördern konnten.

Lan Xichen wurde langsam hart im Schritt und zwischen Bao Tian's feuchten und leidenschaftlichen Küssen spürte er wie dieser langsam begann seine Hüfte gegen sein Becken zu pressen und rhythmisch sein eigenes steifes Glied gegen ihn zu stemmen.
„Huan...Huan...Huan..." Schnaufte Bao Tian dabei immer wieder wie ein Tier in sein Ohr.

„Tian, hör auf, nicht so wild." Jappste Lan Xichen nach Luft ringend, doch Bao Tian hörte nicht auf. Er war mental gerade nicht in der Lage klar zu denken und so verging er sich immer weiter an seinem Herren.
Plötzlich löste Bao Tian ihre Lippen wieder voneinander. Lan Xichen schnappte lautstark nach Luft, als er mit leicht geröteten Augen auf dem Rücken lag und sichtlich erschöpft und atemlos nach oben blickte. Bao Tian blickte ihn an, seine Augen waren starr und ausdruckslos. Er streckte seine große Hand aus und berührte Lan Xichen's schlanken Hals. Mehrmals fuhr er mit seinen Fingern um die schutzlose Kehle und drückte immer mal wieder zu, nachdem er sofort danach seinen dominanten Griff wieder löste.

Lan Xichen blickte nach Luft ringend und vollkommen erschöpft in Bao Tian's Gesicht, als er weiterhin versuchte seinen Peiniger zur Vernunft zu bringen.
„Tian bitte, hör auf! Du bist nicht klar bei Verstand! So bu bringst mich noch um!"

„Du gehörst mir Huan!" Sagte Bao Tian plötzlich tief.
„Und ich bestimme, wann genug ist!" Mit diesem Satz packte Bao Tian plötzlich mit beiden Händen grob an Lan Xichen's Schultern und drehte ihn um.

Lan Xichen, durch den starken Griff überrumpelt, presste einen erschrockenen Ton aus seinen Lungen, als er auch schon mit seinem Gesicht hinunter auf die Matratze gepresst wurde. Bao Tian fasste von hinten in seinen Nacken und drückte ihn kraftvoll hinunter, während er mit seiner anderen Hand Lan Xichen's Hüfte in die Höhe anhob. Entehrt wie ein reudiger Hund, kniete Lan Xichen auf allen vieren, sein blanker, nackter Hinten schutzlos weit nach hinten hinausgestreckt, während sein Gesicht auf das Bett gedrückt wurde.

Lan Xichen wusste gar nicht wie ihm geschah, als er hinter sich schon das Geräusch vernahm, wie Bao Tian seine Hose öffnete. Lan Xichen's Augen weiteten sich ängstlich bei dem Gedanken, dass der Mann hinter ihm jawohl nicht ohne Vorbereitung vor hatte einfach so in ihn einzudringen.
Doch er sollte Recht behalten. Ohne Vorwarnung spuckte sich Bao Tian in seine flach Hand um seinen Penis zu befeuchten. Dann lehnte er sich über Lan Xichen, griff mit seiner rechten Hand von hinten an dessen Kehle, während die andere Hand die nackte Hüfte vor sich stabilisierte.

„Nein, nicht!" Rief Lan Xichen ängstlich, doch in diesem Moment spürte er schon wie ein harter, steifer Penis sein kleines Loch aggressiv auseinander drückte und begann sich in ihn hineinzuschieben.
Lan Xichen schossen die Tränen in die Augen, als ein gleißender Schmerz durch seine Hüfte schoss. Seine Augen weiteten sich und er riss seinen Mund weit auf, als gerade ein heller Schrei seine Kehle verlassen wollte.
Bao Tian schnaufte selbst von hinten vor Schmerz auf, als er schnell seine Hand von Lan Xichen's Kehle löste und dann sofort dessen Mund bedeckte um den lauten Schrei zu ersticken.

„HHHHHMMMMMMMMM!" Kam nur ein langgezogenes, ersticktes Schreien hinter Bao Tian's Hand hervor, als die dicken Tränen aus Lan Xichen's Augenwinkeln über seine Wangen kullerten. Seine Finger krallten sich hilfesuchend in das Bettlaken, als sein kleines Loch zu reißen begann. Immer wieder schrie Lan Xichen auf und ein jedes Mal erstickte Bao Tian's große Hand vor seinem Mund seine Schreie und niemand hörte ihn.

Bao Tian begann seine Hüfte kraftvoll vor und zurück zu schieben, während er begann immer wieder in Lan Xichen's Nacken zu beißen. Er setzte seine Spur der Verwüstung fort und platzierte eine Markierung nach der nächsten in Lan Xichen's Haut.
Dabei schnaufte und stöhnte er mit einem rasselnden Geräusch in seine Ohren, als er immer wieder wiederholte.
„Huan...Huan ich liebe dich! Du gehörst mir. Nur mir!"

Lan Xichen verschwammen langsam die Sinne. Der Schmerz in seiner Hüfte wurde langsam zu einem alles einnehmendem tauben Gefühl, welches bis auf seine Oberschenkel ausstrahlte. Er konnte sich gerade noch so auf den Knien halten, als Bao Tian von hinten wieder an seinen Penis griff und zusätzlich begann ihn im Schritt zu stimulieren.
Lan Xichen's Sicht verschwamm. Er hörte nur noch das Knacken des Bettes und das laute Geschnaufe Bao Tian's, welches unaufhörlich in seinen Ohren klingelte. Er rang nach Luft durch seine Nase und betete inständig, dass es bald vorbei sei.

Doch Bao Tian übermannt von seinen Emotionen kannte kein Ende mehr, als er schließlich Lan Xichen erneut an den Schultern ergriff und ihn unter sich umdrehte: Jedoch ohne seinen großen, steifen Penis vorher wieder aus dem geschundenen, kleinen Loch herauszuziehen.

Lan Xichen schossen erneut die Tränen aus den Augen, als er einen furchtbaren Schmerz zwischen seinen Pobacken verspürte. Bao Tian presste ihn mit seinem Rücken auf das Bett, fasste an seine Oberschenkel und spreitzte diese weit auseinander, während er unaufhörlich begann sein Glied in ihn hineinzurammen. Lan Xichen konnte das Gefühl zwischen Schmerz und Lust nicht mehr auseinanderhalten, als Bao Tian erneut begann sein aufrechtstehendes Glied mit seiner Hand zu streicheln.

„...Tian...Tian!" Wimmerte Lan Xichen erneut unter Tränen auf. Doch seine Stimme war kraftlos geworden und die Versuche nach Gnade zu betteln verstummten in seiner Kehle. Er legte schließlich seinen eigenen Unterarm über seinen Mund und biss sich selbst in den Arm, um sein Gewimmer und seine schmerzensschreie zu unterdrücken.

Bao Tian hatte seine Augen geschlossen, sein Kopf kippte nach vorne hinunter und während sein dunkles, feuchtes Haar über Lan Xichen's nackte Brust strich, wiederholte er immer wieder wie in Trance die selben Worte.
„Huan ich liebe dich! Ich liebe dich so sehr! Du bist mein!"

Lan Xichen schloss seine Augen, er hörte an Bao Tian's rauem und wildem Atem, das er seinem Höhepunkt nahe war. Die letzten Male rammte Bao Tian sein großes Glied tief und weit in Lan Xichen hinein, als endlich der lang ersehnte Höhepunkt gekommen war und er laut und tief aufstöhnte. Sein Samen schoss heraus und Bao Tian´s groben Handlungen kamen zu einem Ende.

Es war endlich vorbei.

Lan Xichen blickte mit seinen glasigen Augen unter die dunkle Zimmerdecke. Langsam löste er seine Zähne aus seinem Unterarm. Er schmeckte einen metallischen Geschmack in seinem Mund und seine Lippen wiesen eine blutrote Farbe auf. Erschöpft lies er seine gefesselten Arme auf das Bett fallen als, sein ganzer Körper plötzlich kraftlos und schlaff zusammenfiel.

Bao Tian hatte noch immer seine Augen geschlossen. Seine Stirn ruhte auf Lan Xichen's Brust und sein Samen schoss pulsierend aus seiner Spitze, während er schnappend nach Luft rang.
Die Luft war erfüllt von ihrer wilden und ungebändigten Atmung aber der Schmerz war nun vorbei. Lan Xichen war somit endlich im Stande wieder etwas zu sagen. Seine Stimme war furchtbar dünn, schrill und zittrig.
„...Du tust mir weh, Tian!...Du tust mir so weh!"

Erst jetzt, wo Bao Tian seinen Höhepunkt erreicht hatte und die aufgestauten Emotionen in seinem Körper freigelassen wurden, kam er langsam wieder zur Vernunft. Mit jedem Atemzug mit dem sich sein Herz langsam wieder beruhigte kehrte auch sein klarer Verstand wieder in ihn zurück. Es war ein schleichender Prozess und seine Sinne wurden langsam wieder geschärft und sein Geist klarte wieder auf. Sein Urteilsvermögen kam wieder zur Besinnung.
Erst jetzt hörte er Lan Xichen's traurigen Worte und vernahm ein leises Wimmern und Schluchzen, als er langsam seinen Kopf anhob und seine Augen öffnete.

Lan Xichen lag unter ihm. Dicke Tränen kullerten aus seinen geröteten Augen und perlten scharenweise über seine Wangen und benetzten das Bett.
Seine Lippen, befleckt mit ein wenig Blut und sein zittriger Körper verrieten die Verfassung in der er sich befand.
Leise und mit krächzender Stimme wimmerte.
„Bitte...bitte vergib mir...Es tut mir so Leid, Tian... Ich wollte nicht, dass es dazu kommt!...
Aber hattest du etwa geglaubt, ich würde nichts fühlen?...
Hast du etwa gedacht, es hätte mir nicht das Herz zerrissen diese Entscheidung zu treffen?...
Hast du wirklich geglaubt, ich wäre in der vergangenen Woche nicht tausend Tode gestorben, aus Angst dich zu verlieren?...
Ich liebe dich Tian, noch immer und keine Macht auf der Welt könnte daran etwas ändern...
Ich habe das alles nur für uns getan...
Aber ich hätte mir gewünscht...du hättest mir mehr vertraut."

Ein Schock fuhr durch Bao Tian's Körper. Er riss seine Augen weit auf, ein shcmerzendes Kribbeln schoss bis in seine Fingerspitzen und sein Körper begann zu Beben. Er blickte schockiert in Lan Xichen's Gesicht, welches ihn noch einmal mit kraftlosen, trüben Augen anstarrte, ehe der Mann unter ihm sein Bewusstsein verlor.

Es war die blanke Panik, welche alles in den Schatten stellte, welche nun durch Bao Tian's Körper schoss. Er begann seinen Kopf verneinend hin und her zu schütteln als ihm erst jetzt das Ausmaß seiner Gräueltat bewusst wurde.

Er erblickte Lan Xichen bewusstloses Gesicht, die feuchten Wangen von den vielen Tränen, die roten, blutverschmierten Lippen. Auf seiner blassen Stirn stand kalter Schweiß und an seinem Unterarm war deutlich eine Bissspur zu erkennen, welche er sich selbst zugeführt hatte, um seine Schmerzensschreie selbst zu ersticken. Ein wenig Blut lief an seinem schlanken Unterarm hinunter und befleckte das helle Bettlaken, während seine schlanken Handgelenke schmerzhaft aneinander gefesselt waren. Das weiße, reine Band des Gusu Lan Clan's schnürte sich tief in das wehrlose Fleisch und peinigte seinen Träger.

Bao Tian's Augen weiteten sich immer größer und ihm blieb der Atem in der Lunge stecken, als ihm bewusst wurde was er getan hatte. Lan Xichen's Hals, Nacken und seine Brust waren übersät von Bisswunden und Blutergüssen und seine sonst so helle und reine Haut, glich eher einem Massaker. Was aber das Schlimmste von allem war und was Bao Tian das Fürchten lehrte, war als sein Blick noch weiter nach unten ging und er zwischen Lan Xichen's Beinen einen großen roten Fleck im Bettlaken sah. Nicht nur helles, klebriges Sperma lief an Lan Xichen's Oberschenkel herunter, sondern auch Spuren von rotem Blut, welche das wahre Ausmaß von Bao Tian's kopflosem Wahn unumstritten demonstrierten.

Bao Tian verfiel in eine Schockstarre und fassungslos schüttelte er seinen Kopf. Er konnte es nicht wahrhaben was er wirklich gerade getan hatte. In seinem Gesicht stand das blanke Entsetzen und er winkelte seine Arme an und blickte hinunter in seine Handinnenflächen. Diese bebten und zitterten und während sein Körper begann in einen Panikrausch zu verfallen hauchte er fassungslos:
„Was habe ich nur getan? Was habe ich nur getan?
Was bin ich nur für ein Monster!"

Bao Tian's Augen füllten sich mit Tränen und er wünschte sich nichts sehnlicher, als seine Schreckenstat wieder ungeschehn zu machen. Doch das konnte er nicht. Er verfluchte den Alkohol, er verfluchte sich selbst, er hasste sich für das was er getan hatte und er schlug sich mehrfach selbst mit seiner Faust ins Gesicht.
Doch es half alles nichts. Es half nichts die Schuld in dem Alkohol zu suchen, denn er hatte nur etwas verstärkt, was ohnehin schon in ihm geschlummert hatte. Eine Träne nach der anderen kullerte über Bao Tian's Wange, als er seine zittrige Hand nach Lan Xichen ausstreckte und behutsam über dessen Wange strich.
Er weinte bitterlich, als er schluchzend wimmerte:
„Verzeih mir Huan. Bitte, bitte verzeih mir! Das wollte ich nicht!
Niemals, niemals wollte ich mit diesen Händen die Person verletzen, welche ich doch eigentlich über alles auf dieser Welt beschützen wollte!
Vergib mir, vergib mir das ich so schwach bin!"