Chapter 20.18

Wei Wuxian's Augen weiteten sich.
„Du kennst ihn? Wirklich? Wo ist er, wo können wir ihn finden?"
Klang seine Stimme ganz aufgebracht.

Doch Xiao Ming's Gesicht verzog sich auf einmal kritisch, als sie leicht mit dem Oberkörper zurückwich und etwas in Deckung ging.
Etwas unsicher blickte sie zunächst die drei Männer an, als sie schließlich sagte:
„Ich weiß wo man ihn findet, denn er kommt öfter alleine hierher. Ich habe ihm oft nächtelang zugehört und ihn dann sturzbetrunken aus unserer Taverne gehen sehen. Später habe ich ihn dann irgendwo in den Straßen wieder aufgesammelt und nach Hause gebracht. Nur die Götter wissen warum ich ständig hier auf einsame Männer treffe, die ihren Liebeskummer ertränken wollen...Was ist nur mit der Männerwelt da draußen los?"
Xiao Ming schüttelte ihren Kopf verneinend hin und her, als Sun Yan etwas ertappt daneben stand und vorsichtshalber schon einmal in eine andere Richtung blickte.

Doch sie warf einen kurzen Blick zu Sun Yan herüber, als sie dann etwas unsicher fragte:
„Wenn ich euch sage, wo ihr ihn findet...was genau habt ihr dann mit ihm vor?"

Sun Yan, dem nicht entgangen war, dass Xiao Ming ihnen auf einmal leichtes Misstrauen entgegen brachte, streckte vorsichtig seine Hand aus und berührte sie am Arm.
„Xiao Ming, keine Angst. Wir haben gewiss nichts böses mit ihm vor. Zumindestens glaube ich das, denn ganz so genau weiß ich ehrlich gesagt auch noch nicht warum er in den Gusu Lan Clan soll."

Doch plötzlich, ausgerechnet von allen, ergriff Lan Wangji das Wort und er sagte mit ruhiger und angenehmer Stimme:
„Wir kommen im Auftrag seiner Geliebten. Wir wollen ihn in Sicherheit bringen und ihm in der Cloud Recesses Schutz bieten."

Xiao Ming's und Sun Yan's Augen weiteten sich.

„Ohh!" Staunte Sun Yan nicht schlecht.
„Seine Geliebte muss wahrlich großes Ansehen im Gusu Lan Clan genießen, dass Lan Qiren und Lan Xichen gewillt sind den beiden zu helfen. Was für eine Ehre. Die Geliebte kann sich glücklich schätzen so großzügige Hilfe zu erfahren. Warum habt ihr das denn nicht gleich erzählt? Ist sie vielleicht sogar eine gute Freundin von Lan Xichen's frisch vermählter Frau? Vielleicht möchte Lan Xichen damit seiner Frau eine Freude machen? Was für ein fürsorglicher Ehemann."

„Ähh..." Kratzte sich Wei Wuxian etwas verlegen am Kopf.
„Genau, so könnte man es nennen. Eine gute Freundin, richtig, das ist es!"
Wei Wuxian legte ein leicht gestelltes Lächeln auf während Lan Wangji schweigend daneben saß und die Lüge kommentarlos mit durchwunk.

Doch Xiao Ming blickte nachdenklich drein und tippte ein paar Mal mit ihrem Zeigefinger an ihr Kinn.
„Und ihr lügt mich auch nicht an?"

Wei Wuxian schaute verblüfft drein. Er hob seine rechte Hand in die Luft , streckte drei Finger gen Himmel und legte sie dann auf sein Herz.
„Ich verspreche hoch und heilig, dass wir ihm kein Haar krümmen werden und er wirklich nur als Gast mit uns kommt. Ihm soll es bei uns gut gehen. Wir versprechen es!"

„Hmm..." Grübelte Xiao Ming noch einen Moment nach.
„Wisst ihr, es ist nicht so, dass wir beste Freunde wären, aber sein Schicksal ist mir schon recht nahe gegangen und ich weiß, dass er es nicht immer einfach hatte."

Lan Wangji blickte sie ernst an, als er fragte:
„Wie viel von seiner Geschichte wisst ihr genau?"

Xiao Ming schaute ihn überrascht an.
„Wie viel? Hmmm also es ist nicht so, dass ich genaue Details kennen würde. Was er hier im betrunkenen Kopf immer so erzählte waren eher nur Fetzen einer ganzen Geschichte und er erwähnte nie irgendwelche Namen. Ich weiß nur, dass er unsterblich in eine schöne Frau verliebt sein muss und das er aber weiß, dass diese Liebe nur begrenzt ist."
Sie atmete einmal tief ein und schaute leicht betrübt auf den Tisch hinunter, als sie leise murmelte:
„Achja...mit der Liebe ist das alles nicht so einfach."
Als ihr trauriger Blick so über die Holzmaserung des Tisches streifte, bemerkte sie erst jetzt, dass die ganze Zeit noch Sun Yan's Hand auf ihrem Arm ruhte.
Ihre Augen weiteten sich plötzlich schlagartig, ihr Gesicht lief knallrot an und sie zog ruckartig ihren Arm zurück, so als hätte sie sich an seiner Berührung verbrannt.

Die Männer am Tisch zuckten auf und Sun Yan blickte sie erst verwundert an, doch als er ihre scheue Geste und ihre roten Wangen bemerkte, sagte er hastig:
„Verzeih...ich wollte nicht.."
Sun Yan räusperte sich und schaute schnell etwas diskret zur Seite, während Wei Wuxian mit aufmerksamen Blick das bunte Treiben am Tisch beobachtete.

Xiao Ming schaute zunächst noch etwas verlegen zur Seite, als sie aber sofort die Initiative ergriff und schnell für Ablenkung sorgte:
„Also wenn ihr mir versprecht gut zu ihm zu sein und ihr ihm wirklich nur helfen wollt, dann sage ich euch, wo ihr ihn findet."

Die drei Männer blickten erleichtert drein und Wei Wuxian lächelte sie an, als er sagte:
„Danke euch Xiao Ming. Wir versprechen es, dass er es gut haben soll bei uns. Ihm wird kein Leid geschehen."

Xiao Ming schaute nun ebenfalls etwas erleichtert drein und erwiderte Wei Wuxian's Lächeln.
„Gut!" Sagte sie als sie aufstand.
„Ich schreibe euch auf wo ihr ihn finden könnt. Aber nun esst erstmal, die Suppe wird noch kalt."

Damit waren alle einverstanden und Xiao Ming verschwand wieder hinten in der Küche, während die Drei sich über Speis und Trank hermachten.

Es dauerte auch nicht lange, bis alle Schüsseln und Krüge geleert waren, Hunger und Durst waren gestillt und noch ein lockeres Gespräch jagte das andere, während sie im Hintergrund den angenehmen Klängen des Zitherspielers lauschten.

Xiao Ming kam bald mit einem leeren Tablett und und einem gefalteten Blatt Papier aus der Küche und kam zu ihnen an den Tisch zurück.
„Und, hat es geschmeckt?" Fragte sie neugierig.

„Himmlisch!" Sagte Wei Wuxian mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck.

„Wirklich, du hast wirklich wunderbar gekocht!" Sagte Sun Yan ebenfalls voller Überzeugung.

„Hm." Summte Lan Wangji.
„Sie war wirklich gut!"

Wei Wuxian lachte vergnügt auf und stupste Lan Wangji mit dem Ellenbogen an.
„Siehst du? Was habe ich gesagt? Der Fisch aus Yunmeng ist der Weltbeste."

Sun Yan und Xiao Ming nickten einvernehmlich, als Xiao Ming schließlich das kleine gefaltete Stück Papier zur Hand nahm und auf den Tisch legte.
„Hier, wie versprochen. Ich habe euch eine kleine Karte aufgemalt, denn die Stadt ist sehr verwinkelt. Ihr habt Glück mich gefragt zu haben, denn ich weiß nicht wie viele Menschen wissen wo man ihn findet. Er lebt untergetaucht und sehr bescheiden. Scheinbar hat er etwas zu verstecken und möchte nicht erkannt werden." Sie zuckte unwissend mit den Achseln, nicht näher auf diese Sache weiter eingehend.

Lan Wangji nahm den Zettel zur Hand und verstaute ihn schnell in seinem Kragen, während er beim Rausziehen seiner Hand seinen Geldbeutel hervor holte.
Er blickte Xiao Ming an.
„Wie viel bekommt ihr?" Fragte er höflich.

Xiao Ming legte den Kopf leicht schief und lächelte ihn an.
„Weil ihr es seid und ihr mich so für meine Suppe gelobt habt, braucht ihr nur den Alkohol zu bezahlen."

„Und das Wasser!" Fügte Lan Wangji trocken hinzu.

Xiao Ming lachte herzhaft.
„Na gut, dann natürlich auch das Wasser."

Lan Wangji griff in seinen Geldbeutel herein und zog drei große Geldtaler heraus. Er legte sie auf den Tisch und Xiao Ming's Augen weiteten sich.
„Das ist viel viel zu viel. Das kann ich nicht annehmen." Sagte sie.

Doch Lan Wangji nickte ihr freundlich zu.
„Nehmt es, denn eure Informationen waren goldwert und die Suppe war wirklich sehr lecker."

Xiao Ming schaute etwas verlegen nach unten und drehte ihren Körper etwas von links nach rechts, als sie bescheiden sagte:
„Habt vielen Dank. Wirklich, ich weiß eure Großzügigkeit und euer Lob sehr zu schätzen, denn wenn ihr schon so etwas sagt, dann wird es schon stimmen."

Als Sun Yan ihre Worte hörte legte er plötzlich seine Hand auf Xiao Ming's Schulter und schaute etwas entteuscht drein, als er mit leicht traurig verstellter Stimme sagte:
„Aber mein Lob war doch auch ernst gemeint."

Xiao Ming zuckte durch Sun Yan's plötzliche Berührung und sein damit einhergehendes Näherkommen erst zusammen, ihr Herz begann einmal schnell aufzuschlagen, doch dann kicherte sie freudig auf.
„Ich weiß, ich weiß. Aber es ist trotzdem etwas anderes. Denn ihr seit vom Typ Mensch einfach ganz anders."

Wei Wuxian lachte ebenfalls auf, als er sagte.
„Wohl wahr, wohl wahr. Jemanden wie unseren Lan Zhan hier kenne ich kein zweites Mal. Er ist auf seine ganz eigene Art etwas ganz Besonderes. Und dann auch noch so großzügig heute Abend. Ich glaube er muss in guter Stimmung sein, lag vielleicht auch an der guten Fischsuppe. Haha!"
Wei Wuxian lachte vergnügt und grinste dabei über sein ganzes Gesicht. Er lächelte Lan Wangji dabei verschmitzt an und seine Augen funkelten mit so einer Tiefe, dass jeder Außenstehender klar erkennen konnte, dass die beiden wohl eine tiefe Bindung verband, denn Lan Wangji erwiderte seinen intensiven Blick und auch wenn es nur seine Augen waren, die eine Regung zeigten, so sagten sie doch mehr aus als tausend Worte.

Sun Yan, der das Ganze fast etwas verlegen mit ansah, räusperte sich schließlich, als er die knisternde Stimmung unterbrach:
„Und wie schauts's aus? Wollen wir dann los?"

Wei Wuxian und Lan Wangji lösten ihre kurze Zweisamkeit wieder auf und die drei Männer nickten sich zu und standen langsam auf und packten ihre Sachen wieder zusammen.

Xiao Ming begann währenddessen schon den Tisch abzuräumen, als alle Drei noch die Gelegenheit nutzten und sich noch einmal ausführlich bei ihr bedankten. Doch Xiao Ming lächelte sie nur an und wedelte mit ihrer Hand in der Luft umher, so als würde es sich nur um eine Kleinigkeit handeln, die dessen Dank nicht würdig war.
Sie begleitete die Männer noch hinaus bis zu Tür und als sie sich alle zum Abschied voreinander verneigten und sich auf Wiedersehen sagten, bekamen Xiao Ming's Augen plötzlich einen leicht wehmütigen Blick, als sie etwas traurig Sun Yan anblickte. Sie begann etwas unsicher mit ihren Fingern in dem Stoff ihrer Robe herumzuspielen, als sie zwar selbstbewusst aber nun deutlich mädchenhafter sagte:
„Komm gerne wieder vorbei, Sun Yan. Natürlich auch mit deinen Freunden, wenn du magst, du kannst sie gerne immer mitbringen."

Sun Yan lächelte sie an als er sanft nickte.
„Hm, das werde ich. Danke dir."

Ihre Hände wurden unruhiger und nun begann sie sogar häßliche Zipfel in den Stoff zu drehen, als sie zögerlich sagte:
„Du kannst aber natürlich auch jederzeit ohne deine Freunde wieder herkommen, weißt du? Also nur, wenn du möchtest, natürlich. Aber unsere Tür steht dir immer offen. Ich würd mich freuen, dich bald wiederzusehen."

Sun Yan's Augen weiteten sich, als er selbst die scheuen Gesten und ihren verträumten Blick erkannte. Ihre Stimme war weiblicher und etwas höher als vorher und ihr gesamter Anblick war durchaus charmant und liebreizend.
Sun Yan nickte erneut, als er selbst etwas verlegen nach unten sah und sagte:
„Ja, auch das. Ich komme bald wieder."

Xiao Ming nickte und lächelte ihn noch einmal an.
Dann wendeten sich die Drei ab und gingen los.

Sie blieb noch einen Moment in der offenen Tür stehen, wunk ihnen noch nach, ehe sie wieder rein ging und die Tür wieder hinter sich schloss.

Als Lan Wangji, Sun Yan und Wei Wuxian die breite Straße entlang gingen, trippelte Wei Wuxian plötzlich hinter Sun Yan her, holte mit seinem Arm kurz aus und verpasste Sun Yan dann einen liebevollen Klapps an den Hinterkopf, als er vergnügt sagte:
„Du kleiner Weiberheld, du!"

Sun Yan strauchelte eins, zwei Schritte nach vorne und als er sich gerade lauthals beschweren wollte, legte Wei Wuxian plötzlich geschwind seinen Arm um seine Schulter und drückte ihn dann mehrfach an sich heran.

Sun Yan schaute leicht überrumpelt und etwas irritiert drein, als sein Körper auch schon mehrfach auf Tuchfühlung mit Wei Wuxian ging, als dieser vergnügt sagte:
„Achja, achja, wer hätte gedacht, dass unser hübscher, kleiner Sun Yan nicht nur die Herzen der Männer höher schlagen lässt, sondern sogar auch die Frauenwelt ihm zu Füßen liegt."

Sun Yan zog ein zerknautschtes Gesicht, als er sagte:
„Was ist bitte mit dieser Reihenfolge? Müsste man es nicht wenn schon anders herum ausdrücken?"

Wei Wuxian blieb plötzlich ruckartig stehen. Sun Yan lehnte noch rechts an seiner Schulter, ihre Körper dicht an dicht, als Wei Wuxian ihn plötzlich ruckartig anblickte und mit seiner freien Hand an dessen Kinn fasste und seinen Kopf leicht anhob. Ihre Gesichter kamen sich plötzlich ziemlich nah und Sun Yan's grüne Augen weiteten sich schlagartig, als sich sein Gesicht in Wei Wuxian´s klaren Augen widerspiegelte.

Lan Wangji blieb ebenfalls stehen und drehte sich um, als er sah wie Wei Wuxian, der Sun Yan in seinem Arm hielt, plötzlich ziemlich intensiv dessen Gesicht musterte und dann ernst sagte:
„Du bist aber in der Tat ein sehr attraktiver junger Mann, Sun Yan. Dein Körper weist liebreizende Konturen auf und dein Gesicht ist hübsch und noch voller Jugend und diese markanten Kratzspuren haben dieser Schönheit keinen Abbruch gebracht. Ganz im Gegenteil, vielleicht haben sie dir sogar noch mehr Charme verliehen. Und wenn sogar ich das sage, dann kannst du mir glauben, dass es der Wahrheit entspricht. Es ist somit also nicht verwunderlich, dass die kleine Xiao Ming dich daher so vergöttert. Aber lass dich gewarnt sein junger Mann. Schönheit ist Fluch und Segen zugleich. Wenn Jiang Cheng oder niemand anderes an deiner Seite ist, der dich beschützen kann, solltest du dich in Acht nehmen.
Es gibt viele grausame Menschen da draußen und deine Anmut und Schönheit, gepaart mit deinem Leichtsinn, könnte dein Untergang bedeuten."

Sun Yan's grüne Augen blickten weit aufgerissen in Wei Wuxian's Gesicht und dessen Worte lösten ein Chaos der Gefühle in ihm aus. Während seine scheußlichsten Erinnerungen in seinen Gedanken aufflackerten wurde ihm leicht heiß und seine Finger begannen zu kribbeln. Doch plötzlich rührte sich Wei Wuxian's Hand und der Daumen, der eben noch Sun Yan's Kinn in seiner Hand fixierte, strich plötzlich langsam über die zarte Unterlippe. Sun Yan zuckte plötzlich zusammen und er befreite sich fluchtartig aus Wei Wuxian's Klammergriff.
Seine Augen waren vor Empörung weit aufgerissen und seine Wangen tauchten sich in ein zartes Rosé, als er erschrocken jappste:
„Was tust du?"

Doch Wei Wuxian hielt nur seine Hände, seine Unschuld demonstrierend, in die Luft, als er sogleich wie immer einen freundlichen und gelassenen Ausdruck im Gesicht bekam und ruhig sagte:
„Dich daran erinnern, dass nicht alle deine Freunde immer nur das Beste für dich wollen. Gib Acht, wen du mit diesen grünen Augen anfunkelst, Sun Yan."

Damit drehte sich Wei Wuxian auf dem Absatz um und ging auf Lan Wangji zu, welcher etwas regungslos mitten auf der Straße stand und einen eher unzufriedenen Gesichtsausdruck trug. Doch als Wei Wuxian an ihm vorbei ging, flüsterte er ihm etwas zu und seine Hand strich an Lan Wangji's Ellenbogen hinunter, weiter an seiner Hand entlang und ihre Finger berührten sich einige Male, bis Wei Wuxian sie wieder liebevoll durch seine Finger gleiten lies.

Sun Yan stand noch etwas überrumpelt auf der Straße und blickte ihnen nach, während er sich fragte, was dies alles wohl auf sich hatte? Doch nachdem sich seine aufgewühlten Gedanken und sein wild schlagendes Herz wieder beruhigt hatten, lief er ihnen hinterher und noch lange, dachte er über die Bedeutung von Wei Wuxian´s Worten nach.


Lan Xichen saß auf der Bettkannte des großen Bettes in dem Pavillon des Heilers. Sein klarer Blick schweifte zum offenen Fenster hinaus und die Vögel sangen ein heiteres Lied.
Er schaute etwas besorgt drein, eine dezente Falte sich zwischen seine Augen legend, aber dennoch, strahlte sein Blick auch eine gewisse Art von Frieden aus.

Er trug eine leichte, weiße Robe, welche locker in seiner Taille zusammen gebunden war. Der Kragen war leicht geöffnet und somit konnte man einen kleinen Blick auf seine hellhäutige aber reine und muskuläre Brust erhaschen.
Lan Xichen's dunkles und glattes Haar hing offen an seinem Rücken herunter und gab ihm dadurch eine ungezwungene und jugendliche Optik, welche ihren gewissen Charme besaß.

Als er so regungslos da saß und Stille den Raum durchflutete vernahm er plötzlich leise Schritte auf dem Flur, welche von einem zarten Klopfen an der Tür begleitet wurden.

Jinan Liang´s Stimme erklang zart und höflich.
„Ich bin's Liang, kann ich reinkommen?"

Lan Xichen blickte zur Tür, er strich einmal seine Robe glatt und antwortete dann freundlich:
„Aber sicher, komm herein."

Die große Tür öffnete sich mit einem leichten Knacken und Jinan Liang kam mit einem großen Tablett in den Pavillon des Heiler´s.
Eine Schale mit dampfendem Wasser und ein paar frischen, weißen Handtüchern lagen auf dem Tablett bereit und die zwei Damen, welche sie begleitet hatten, schlossen hinter ihr wieder die Tür, als sie herein trat.

Jinan Liang kam zügigen Schrittes in den Pavillon, als sie etwas verwundert sagte:
„Du bist ja schon auf und sitzt aufrecht!"

Lan Xichen schnaufte leise durch seine Nase, als er sie anlächelte.
„Ich konnte nicht mehr auf dem Bauch liegen. Zumal tut mir mein Nacken mittlerweile weh. Nicht gerade die bequemste Lage."

„Oh, das kann ich mir vorstellen!" Sagte Jinan Liang besorgt. Sie schritt durch den Raum und stellte das Tablett auf einem Tisch neben dem Bett ab. Dann sah sie sich einmal um und fragte etwas erschrocken:
„Wo ist Bao Tian?"

Lan Xichen schloss für einen kurzen Moment seine Augen, als er kopfschüttelnd sagte:
„Er konnte weder liegen, noch sitzen und sagte er wolle sich die Füße vertreten."

„Die Füße vertreten?" Fragte Jinan Liang überrascht.
„Was ist denn mit diesem Mann? Er ist schwer verletzt und sollte sich ausruhen und sich nicht irgendwo die Füße vertreten!"
Jinan Liang schüttelte fassungslos den Kopf hin und her, als sie ein weißes Handtuch vom Tablett nahm und dieses in die Wasserschale tauchte.
„Tzzz, Ich kann es nicht glauben..." Zischte sie vor sich her.
„Was denkt er sich nur dabei? Wie sollen so seine Wunden schnell wieder heilen? Weiß er denn nicht, dass es so alles nur noch viel länger dauert?"
Jinan Liang fluchte leise vor sich hin, während das Handtuch in der Wasserschale unter ihren forschen Handgriffen zu leiden hatte.

Lan Xichen musste leise lachen, als er Jinan Liang dabei beobachtete, wie sie das arme Handtuch vergewaltigte.
„So ist er nun mal. Er hört auf niemanden, nicht mal auf mich."

Jinan Liang wrung das weiße Handtuch aus, warmer Wasserdampf stieg aus der Schale empor, als sie sagte:
„Wie kann man nur so unvernünftig sein? Wieso hat man bei Männern immer nur das Gefühl, dass egal wie alt sie werden, sie in dieser Hinsicht nie dazu lernen?"
Sie drehte sich abrupt um und in ihrem hübschen Gesicht stand eine leichte Zornesfalte, als sie sich neben Lan Xichen auf das Bett setzte.

Lan Xichen blickte sie etwas überrascht an und traute sich kaum etwas zu sagen, als er seine Hand schließlich vorsichtig auf ihren Unterarm legte.
„Liang, sei nicht böse. Ich denke er weiß was er tut. Außerdem ist er ausgesprochen zäh, so schnell bekommt man ihn nicht klein."

Jinan Liang zog eine leichte Schmollippe, als sie schließlich Lan Xichen besorgt anblickte.
„Hmpf..." Summte sie noch leicht verärgert über ihre Lippen als sie sagte:
„Wie noch immer. Aber wie soll ich seine Wunden versorgen, wenn er draußen umherirrt?"

Lan Xichen lächelte sie an und legte seinen Kopf leicht schief.
„Ich denke er kommt gewiss gleich wieder."

Jinan Liang nickte noch etwas unzufrieden, als ihr Blick plötzlich auf Lan Xichen leicht geöffneten Ausschnitt fiel. Ihre Augen weiteten sich leicht, als sie schließlich etwas verlegen zur Seite blickte und sich verlegen räusperte.
„Kannst...du...dich umdrehen und den einmal Rücken frei machen? Ich wollte vorsichtig die Wunden säubern, bevor der Heiler noch einmal wieder kommt."

Lan Xichen, der ihre scheue Geste bemerkte und sah, wie ihre schlanken Hände so stark das Handtuch zusammendrückten, dass etwas Wasser auf ihren Schoß tropfte, drehte sich rasch mit dem Rücken zu ihr und sagte sanft:
„Aber sicher! Vielen Dank für deine Fürsorge."

Jinan Liang blickte auf, als sie sah wie Lan Xichen mit einer eleganten Handbewegung sein offenes Haar über seine linke Schulter legte. Dann fasste er in den breiten Gürtel in seiner Taille und als sich der Knoten löste, rutschte auch schon der Kragen seiner weißen Robe leicht an seinen Schultern hinunter.
Er half behutsam nach und strich mit seinen schlanken Händen den dünnen Stoff von seinen Schultern und vor Jinan Liang's Augen präsentierte sich ein ehemals lieblicher, muskulöser Männerrücken, welcher nun rot und geschunden mit offenen Wunden vor ihr klaffte.

Jinan Liang's Gesicht verzog sich fürchterlich und sie begann auf ihre Unterlippe zu beißen, als die Gewissensbisse sie tagtäglich auf´s Neue einholten.
Ganz vorsichtig und fast schon in Zeitlupe, streckte sie langsam ihre unruhige Hand aus und berührte mit dem warmen Handtuch Lan Xichen's Rücken.

Lan Xichen kniff seine Augen augenblicklich zusammen und bis sich auf seine Backenzähne, als er sofort jeden Ton noch im Keim erstickte.

Vorsichtig und ganz behutsam tupfte Jinan Liang den wunden Rücken ab und Lan Xichen, der mit dem Rücken zu ihr gewand war und sie deshalb sein Gesicht nicht sehen konnte, versuchte den Schmerz, welcher ihm offensichtlich in´s Gesicht geschrieben war, zu unterdrücken.

Eine andächtige Stille stand im Raum und voller Fürsorge säuberte sie seine Wunden, als sie plötzlich mit leisem und zögerlichen Ton sagte:
„Es tut mir so Leid, dass du die Buße alleine tragen musst. Es wäre nur gerecht gewesen, wenn ich sie mit dir hätte teilen können."
Jinan Liang's zögerliche Hand kam zum Stillstand, als sie traurig nach unten blickte.
Ihre Augen wurden glasig und sie atmete ein paar Mal tief ein, als Lan Xichen sich leicht nach hinten drehte und dann vorsichtig ihre Hand berührte.

Jinan Liang blickte auf und sie sahen sich an, als Lan Xichen ihre Hand behutsam anhob und zärtlich auf ihren Handrücken küsste. Leise hauchte er:
„Es ist nicht deine Schuld, Liang. Lass mich diese Bürde tragen, denn deine schmalen Schultern tragen schon genug."

Jinan Liang's glasige Augen weiteten sich, als ihre Lippen leicht zu beben begannen. Sie streckte ihre freie Hand nach Lan Xichen's Gesicht aus und legte sie behutsam auf seine Wange, als sie leise sprach:
„Du bist so gut zu mir. Womit habe ich das nur verdient?"

Es war ein Moment der vertrauten Zweisamkeit und es war als würde die Zeit kurz still stehen, doch plötzlich und genau in diesem Moment, ging die große Tür weit auf und Bao Tian trat schwungvoll in den Pavillon hinein.
Seine Augen weiteten sich, als er die beiden in nahem Körperkontakt auf dem Bett sitzen sah und abrupt blieb er stehen, als er überrascht und etwas erzürnt sagte:
„Verzeihung...ich wollte euch nicht stören!"

Jinan Liang zog sofort hastig ihre Hände zurück und schaute etwas peinlich berührt nach unten, als Lan Xichen seinen Kopf leicht schief legte und Bao Tian, der noch immer in der Tür stand, zart anlächelte. Seine Stimme war ruhig und sanft, als er sagte:
„Tian, komm rein. Du störst niemals. Denn es gäbe nichts, was du nicht auch sehen dürftest. Liang wollte nur unsere Wunden versorgen."

Bao Tian blickte kurz richtung Fußboden und atmete eins, zweimal tief ein, als es ihm fast schon etwas unangenehm war, dass schon wieder für einen Moment die Eifersucht Besitz von ihm ergriffen hatte.
Er schloss hinter sich die Tür und Lan Xichen sagte mit einem erleichterten Lächeln auf den Lippen:
„Komm setz dich dazu, Liang hat sich schon Sorgen gemacht, dass du einfach so wieder durch die Cloud Recesses stolzierst."

Bao Tian's und Jinan Liang's Augen weiteten sich und sie verdeckte sofort mit der einen Hand etwas schüchtern ihr Gesicht, während sie mit der anderen Hand dezent ausholte und das nasse Handtuch gegen Lan Xichen's Oberarm schlug.
„Sag ihm das doch nicht." Zischte sie peinlich berührt, als Lan Xichen sie dabei nur amüsiert anlachte.

Bao Tian kam auf die beiden zu und blieb vor dem Bett stehen, als er zunächst Lan Xichen eingehend musterte.
Sein offenes, dunkles Haar war verführerrisch über seine linke Schulter gelegt, sein komplett entblößter Oberkörper und die dünne, weiße Robe, welche nur seinen Schoß und seine Beine verdeckte, gaben ein sinnliches und erotischen Bild von ihm wieder.

Bao Tian schluckte einmal schwer, als er dann zu Jinan Liang herüber blickte, welche tatsächlich ein nasses Handtuch in den Händen hielt und einen durchaus unschuldigen Eindruck machte.
Er schloss für einen kurzen Moment seine Augen, die besitzergreifende Liebe zu Lan Xichen in Schach haltend, als plötzlich ein freundliches Lächeln über seine Lippen flog und er dann mit tiefer und wohlgesonnener Stimme brummte:
„Wenn das so ist, dann kümmere dich bitte auch um meine Wunden. Es tut nach wie vor höllisch weh und der Sud des Heilers stinkt wie die Pest."

Bao Tian nahm, zu ihrer ersten Verwunderung, auf der anderen Seite neben ihr auf dem Bett Platz, als Lan Xichen ihr einmal zuzwinkerte.
Jinan Liang reagierte sofort, sie räusperte sich, stand auf und tränkte ein frisches Handtuch in die warme Wasserschale, als sie etwas hastig sagte:
„Dann mach bitte auch du einmal deinen Oberkörper frei. Ich säubere einmal die Wunden."

Bao Tian fasste ebenfalls in den breiten Gürtel seiner leichten Robe und öffnete diesen. Er strich den hellen Stoff von seinen breiten Schultern und drehte seinen entblößten, definierten Rücken dann zu Jinan Liang und Lan Xichen.

Lan Xichen nickte Jinan Liang erneut einmal heimlich zu, als diese wieder in der Mitte von den beiden Platz nahm und mit großer Vorsicht anfing auch Bao Tian's wunden Rücken abzutupfen.

Es war noch einer dieser Momente, an die diese Drei sich erst noch gewöhnen mussten. Die Präsens des Anderen zu tolerieren, die Entstehung dieser Beziehung zuzulassen und sich gemeinsam zu vertrauen, war ein Prozess der nicht von heute auf morgen ging. Aber sie kamen sich immer näher, Stück für Stück und zwischen den Dreien entstand langsam aber stetig ein familiäres und liebvolles Verhältnis.

Bao Tian atmete ein paar Mal tief ein und sein Rücken hob sich durch die Bewegung auf und ab, während Jinan Liang mit ihren schmalen Händen behutsam seinen Rücken abtupfte.
Sie gab sich alle größte Mühe keine Schmerzen zu verursachen, doch auch Bao Tian zuckte ab und zu zusammen, als ein unerträgliches Brennen über seine Haut fuhr.

Jinan Liang lies ihre Hand schließlich wieder nach unten in ihren Schoß fallen und sie drehte das nasse Handtuch nervös in ihren Händen hin und her, als sie nach unten blickte und schließlich leise sagte:
„Ob es ihnen wohl gut geht und sie ihn schon gefunden haben?"

Bao Tian und Lan Xichen horchten auf und die zwei verwundeten Männer drehten sich zu ihr und blickten sie zunächst schweigend an.

Jinan Liang saß zwischen ihnen, dicht an dicht und sie fing an an dem nassen Handtuch herumzuzupfen, als sie leise fortfuhr:
„Ich mache mir große Sorgen. Sie sind zwar noch nicht lange fort, aber was ist wenn ihnen etwas zugestoßen ist oder sie ihn nicht finden? Was ist wenn er meinem Brief keinen Glauben schenkt oder er ihnen gar nicht folgen möchte?"

Bao Tian und Lan Xichen warfen sich einen kurzen Blick zu und dann schauten sie auf die junge Frau zwischen ihnen, die im Vergleich zu ihn beiden, so schmal und zerbrechlich wirkte und dessen große Augen traurig nach unten blickten, während ihre zarten Hände zu zittern begannen.
Ihre Stimme war dünn und weinerlich, als sie leise sagte:
„Ich komme mir ja so unnütz vor. Jeder trägt seinen Teil dazu bei und jeder bringt sich meinetwegen in Gefahr und ich sitze hier nur tatenlos rum und lasse die anderen all die Arbeit erledigen. Und das obwohl manche von ihnen nicht einmal direkt betroffen sind. Wie kann ich das alles jemals nur wieder gut machen? Ich komme mir ja so dumm und so schwach vor. Im Vergleich zu euch allen bin ich nur eine Last."

Bao Tian griff plötzlich nach dem Handtuch in Jinan Liang's Händen und zog es ihr aus den Fingern, als er es zielsicher in die Wasserschale auf dem Tablett warf.
Seine Stimme war liebevoll und angenehm als er plötzlich sagte:
„Wir können nicht alle auf dieser Welt die gleichen Taten vollführen denn nicht jeder von uns ist für das Selbe gemacht.
Aber es kann jeder, in seinem Rahmen der Möglichkeiten seinen Teil dazu beitragen und am Ende, war es jeder Handgriff, der zum Erfolg dazu beigetragen hat."

Jinan Liang's Augen weiteten sich und sie blickte erschrocken in Bao Tian's ehrliches Gesicht, als dieser plötzlich behutsam ihre linke Hand nahm, sie anschaute und dann sagte:
„Jinan Liang, du bist an Größe und Aufopferung von uns allen kaum noch zu übertreffen. Was deine schmalen Schultern tagtäglich stemmen und mit was für einer Stärke du voran durchs Leben schreitest, lässt die meisten von uns in deinem Schatten stehen.
Du bist ein Segen für uns und für die Cloud Recesses und ich möchte nie wieder hören, dass du unnütz seist oder eine Last, denn du bist mit das Beste, was uns in unserer Situation passieren konnte."

Jinan Liang's Augen wurden immer größer und füllten sich schlagartig mit Tränen, als nun auch Lan Xichen ihre andere Hand berührte und nickend sagte:
„Bao Tian hat recht. Ohne dich, wäre dies alles nicht möglich gewesen. Du hast etwas Großes ins Rollen gebracht und ich weiß nicht ob ich es ohne diese Chance geschafft hätte für das einzustehen, was ich am meisten begehre. Niemand hat gesagt das es leicht sein wird, aber lasst uns alleine gemeinsam daran arbeiten, dass es etwas Schönes wird."

Jinan Liang's Körper begann zu beben und dicke Tränen kullerten über ihre Wangen und perlten in ihren Schoß.
Ihre Hände, jeweils links und rechts liebevoll umfasst und mit behütender Wärme gesegnet, saß sie zwischen den beiden leicht bekleideten Männern und weinte bitterlich, als Dankbarkeit ihr Herz erfüllte.
„Ich bin so dankbar, euch begegnet zu sein!" Schluchzte sie, als Bao Tian und Lan Xichen sich anblickten und sich gegenseitig ein Lächeln schenkten.

„Und abgesehen davon..." Sagte Bao Tian plötzlich mit einem ermutigendem Lächeln auf den Lippen.
„Sind Lan Wangji und Wei Wuxian gemeinsam losgezogen. So schnell zwingt man die beiden nicht in die Knie und wenn es um Ideenreichtum und Gerissenheit geht, sollten sie gemeinsam bestens ausgestattet sein. Sie haben deinen Luan Han gewiss schon lange gefunden und sind mit unserem neuen Familienmitglied schon lange auf dem Weg wieder zurück in die Cloud Recesses. Da bin ich mir ganz sicher."

Jinan Liang nickte ein paar nasehochziehend, als sie zwischen ihren dicken Tränen ein zartes Lächeln hervorbrachte.
Sie drückte liebevoll Bao Tian's und Lan Xichen's Hände, als sie schluchzend sagte:
„Ja gewiss, du hast sicher recht."

„Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass er recht hat." Sagte Lan Xichen, Jinan Liang ebenfalls aufmunternd.
„Wangji ist schließlich mein Bruder und solange Wei Wuxian an seiner Seite ist, werden sie jede Hürde gemeinsam meistern. Ich bin mir ebenfalls sicher, dass sie bald zurück sein werden. Sei unbesorgt Liang"

Jinan Liang nickte mehrfach und während die aufmunternden Worte ihre Wirkung zeigten, blieben sie noch einige Zeit so gemeinsam sitzen und hielten ihre Hände, bis schließlich ihre Tränen vollkommen wieder verstummt waren.
Dann plötzlich regten sich die Lebensgeister wieder in ihr, sie räusperte sich, stand auf und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Sie klatschte sich mit den flachen Handinnenflächen auf die Wangen und lächelte die beiden breit an, als sie sagte:
„Huch, da habe ich mich wohl für einen Moment etwas hinreißen lassen. Aber jetzt geht es wieder, denn ihr beiden habt recht, natürlich habt ihr das, da bin ich mir nun auch ganz sicher. Wie konnte ich nur anfangen zu Zweifeln?
Ich danke euch, für eure lieben Worte. Ihr seid zu gut zu mir."

Lan Xichen erwiderte ihr Lächeln. Seine Stimme war sanft und brüderlich.
„Wir sind nun eine Familie und dafür ist eine Familie doch da oder nicht?"

Jinan Liang lachte herzensgut und strich sich mit einer eleganten Handbewegung eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Ja das stimmt und was für eine bunte Familie wie nur sind."
Dann drehte sie sich um und begann das Tablett wieder zusammenzuräumen.
„Entschuldigt mich nun. Ich wollte doch den Heiler noch vorbei schicken und Madame Mao brauchte noch meine Hilfe. Ich werde jetzt erst wieder gehen. Bleibt ihr schön hier und ruht euch noch weiter aus."

„Ist gut." Sagte Bao Tian und Lan Xichen nickte ihr freundlich zu, als er noch einmal sagte:
„Liang, wir sind von nun an für immer für einander da. Du kannst immer zu uns kommen, egal wann und egal um was es sich handelt."

Jinan Liang, von so viel Liebe und warmherziger Aufnahme vollkommen überwältigt, wusste schon fast gar nicht mehr was sie sagen sollte, als sie die beiden anlächelte und sagte:
„Madame Mao hatte recht. Ihr seid wirklich ein paar außergewöhnliche Männer hier in der Cloud Recesses. Ich bin so froh, euch begegnet zu sein. Danke für alles!"

Bao Tian und Lan Xichen wollten Jinan Liang noch zur Tür begleiten, doch sie bestand darauf, dass die beiden sitzen blieben und sich schonten. Sie schauten ihr noch nach und sie tauschten noch ein paar Worte des kurzen Abschiedes aus, ehe die Tür wieder in ihr Schloss viel und die junge, mutige Frau den Pavillon wieder verlassen hatte.

Ein Moment der andächtigen Stille trat ein und die beiden saßen kurze Zeit schweigend nebeneinander auf der Bettkannte und verfolgten ihre ganz eigenen Gedanken, als Lan Xichen plötzlich sagte:
„Danke Tian, dass du meine Entscheidung und Jinan Liang akzeptieren kannst. Niemals hätte ich gedacht, dass dies wirklich Realität wird."

Bao Tian blickte Lan Xichen tief in die Augen, seinen Körper vertraut zu ihm gewandt.
„Sie wird sterben, Huan, in so jungen Jahren und ohne sie und ohne euer Versprechen, hättest du niemals ganz mir gehört. Ich habe mich vor der Zukunft gefürchtet, doch jetzt habe ich vertrauen.
Wie könnte ich einen ehrlichen und liebevollen Menschen wie sie es ist, welche mein größtes Mitleid verdient, nicht akzeptieren?"

Lan Xichen's Augen weiteten sich und noch bevor er etwas darauf erwidern konnte, packte Bao Tian plötzlich an Lan Xichen's Handgelenk und zog ihn an sich heran.
Ihre Köpfe näherten sich schlagartig und Bao Tian presste seine Lippen zärtlich auf Lan Xichen's.

Lan Xichen's Augen weiteten sich erst um sich dann langsam zu schließen. Bao Tian's warmer Atem stieß gegen seine sensible Haut und er öffnete seinen Mund und lies Bao Tian's feuchte Zunge in seine Mundhöhle hineingleiten.
Aus einem beginnenden zärtlichen Kuss wurde bald etwas leidenschaftliches und Bao Tian fasste mit seiner linken Hand in Lan Xiche's Nacken und presste ihn noch fester an sich heran, ohne ihm auch nur den Hauch einer Chance zu geben, sich von seiner Zuneigung abzuwenden.

Ihre feuchten Zungen umschlungen sich und während Bao Tian Lan Xichen's Handgelenk wieder los lies und dann begann mit seinen Fingern an dessen nackter Brust auf und ab zu streicheln, spürte Lan Xichen ein feuriges Prickeln, welches durch seinen Körper schoss.
Ihre Köpfe kippten von einer Seite zur anderen und ihr Kuss wurde feuchter und leidenschaftlicher, als Bao Tian mit seiner Hand Lan Xichen's zarten Nippel aufspürte und begann diesen zärtlich zu massieren.

Lan Xichen zuckte plötzlich am ganzen Körper zusammen und seine Augen schnellten auf, als er ihre Lippen von einander trennte und atemlos japste:
„Nein nicht, Tian warte."

Doch Bao Tian zögerte nicht lange und rückte Lan Xichen sofort wieder auf die Pelle, als er ebenfalls atemlos hauchte:
„Was nein? Ständig sagst du nein. Du solltest an deinem Ja arbeiten Huan, dass wäre nämlich viel ehrlicher."
Bao Tian strich mit seiner linken Hand in Lan Xichen's Nacken, lies das lange, dunkle Haar durch seine Finger gleiten und zog dann sanft aber bestimmt Lan Xichen's Kopf nach hinten.

Eine helle, zarte Kehle präsentierte sich ihm schutzlos und Lan Xichen's Adamsapfel stach deutlich hervor, als Bao Tian begann wie ein hungriges Tier über dessen Kehle herzufallen. Dabei glitt seine rechte Hand an dessen nackter Brust hinunter, über den straffen Bauch, bis hin zu einer noch leicht bedeckten Hüfte und begehrte dann dort Einlass unter den dünnen Stoff.

Lan Xichen schloss seine Augen, als ein genüssliches Stöhnen seine Lippen verließ, ein Schauer der Ekstase zog sich über seinen Körper und er bekam eine feine Gänsehaut bis hoch über die Wangenknochen.
„Aber..." Stammelte Lan Xichen, während Bao Tian begann seinen Hals und Kehle zu küssen und zu liebkosen.
„Der Heiler...Er wird gleich kommen...du weißt..letztes Mal..."

Doch Bao Tian biss in seinen verlockend hervorstehenden Adamsapfel, als Lan Xichen leise aufquiekte.
Über Bao Tian's Gesicht, welches vor Begierde strotzte, huschte ein zufriedenes Lächeln, als er mit tiefer Stimme brummte:
„Dann lass es ihn sehn..."

Lan Xichen's Augen schnellten augenblicklich wieder weit auf und er fasste an Bao Tian's Hinterkopf und wollte ihn von sich wegdrücken, als er vor Schock fast etwas ängstlich hauchte:
„Nein!"

Bao Tian verstummte für einen Moment in seiner Leidenschaft, als er Lan Xichen tief in die Augen sah. Er streckte seine Hand, nach dessen langen Haarspitzen aus, lies diese durch seine Finger gleiten und führte sie dann zu seinen Lippen. Er schloss seine Augen, als er einen sanften Kuss auf das samtige Haar platzierte und flüsterte:
„Ja", Huan, du meinst "Ja"!. Du meintest schon immer zu all meinen Berührungen "Ja!"

Lan Xichen's Mundwinkel begannen leicht zu zittern und seine Atmung wurde plötzlich rau und holprig. Seine Wangen tauchten sich in ein leichtes Rosé, als er unsicher stammelte:
„Aber...ich habe, im Vergleich zu dir, ein Gesicht zu verlieren...Ich bin nicht so Selbstbewusst wie du."

Plötzlich lachte Bao Tian verzaubert auf, als er Lan Xichen anlächelte und sagte:
„Ich weiß und desswegen ist es auch jedes Mal so verlockend, wenn ich es mit nur ein paar Worten schaffe deine Wangen zur Errötung zu treiben.."
Mit diesem Satz drückte Bao Tian erneut ihre Köpfe zusammen, presste seine Lippen, alles begehrend auf Lan Xichen's und strich dann mit seiner rechten Hand über dessen Knie und wanderte dann an der Innenseite seines Oberschenkels nach oben.

Lan Xichen´s Hüfte zuckte auf, als Bao Tian's warme Hand seinem besten Stück immer näher kam. Stück für Stück wanderte diese unanständige Hand weiter an seinem Innenschenkel nach oben und verschwand diskret unter der hellen Robe.
An seinem Ziel endlich angekommen, packte Bao Tian plötzlich beherzt zu und aus Lan Xichen's Kehle entfleuchte ein erschrockener Stöhner.
„Ahh...!" Klang seine Stimme dünn und zart.

Bao Tian schnaufte durch seine Nase.
„Ich will dich!" Hauchte er erregt in Lan Xichen's Ohr, als er begann mit seiner Nase durch dessen Haar zu fahren und seine Ohrmuschel zu berühren.
„Ich will dich spüren, jeden Stunde immer mehr. Tag für Tag liegst du neben mir, halb entkleidet, dein Körperduft erfüllt den Raum und verdreht mir meinen Verstand. Ich kann nicht mehr warten, Huan, bitte lass mich dich nehmen. Hier und jetzt."

Lan Xichen's Gesicht lief von den schamhaften Worten Bao Tian's noch roter an und selbst seine Ohrläppchen tauchten sich in ein purpur rot und glühten wie kleine Lavasteine.

Bao Tian leckte derweil an Lan Xichen's Ohrmuschel und immer wieder tauchte das glühende Ohrläppchen in seine feuchte Mundhöhle ein.

Lan Xichen's ganzer Körper bebte, seine Augen waren fest zusammen gekniffen und seine Atmung überschlug sich förmlich. Sein wilder und erregter Herzschlag pochte ihm bis in seinen Kopf und während Bao Tian's Hand begann rhythmisch an seinem steifer werdendem Glied auf und ab zufahren, kamen unerwartet ein paar gequälte Worte über seine Lippen:
„Ja...Tian,
Tian...Ja!"

Bao Tian blinzelte einmal zufrieden auf und seine Mundwinkel bogen sich triumphierend nach oben, als er einen zarten Kuss auf Lan Xichen's Wange gab.
„Guter Junge.
Ich liebe dich, ich liebe dich so sehr, Huan. Niemals kann meine Sehnsucht nach dir gestillt werden."

Mit diesen Worten zog Bao Tian Lan Xichen langsam auf das Bett und behutsam aber mit kräftigen Bewegungen brachte er Lan Xichen vorsichtig auf alle Viere und platzierte sich dann direkt hinter ihm. Er gab sich aller größte Mühe, auf keinen Fall Lan Xichen's verwundeten Rücken zu berühren und während dieser sich auf seinen Händen und Knien auf dem Bett abstützte und mit errötetem, aber erregtem Gesicht erwartungsvoll nach unten auf die Matratze starrte, begann Bao Tian den letzten Rest von Lan Xichen's Robe, welcher nur noch gerade so in seiner Taille zusammengehalten wurde nach oben zu klappen.
Bao Tian blickte auf Lan Xichen's geschundenen Rücken und dann weiter nach unten auf eine zarte Hüfte, mit zwei Runden Pobacken, welche sich ihm nun blank entgegen streckten.

Lan Xichen schloss seine Augen und hielt sich seine linke Hand vor den Mund, als Bao Tian langsam dessen Hintern mit beiden Händen streichelte und die zwei runden Pobacken begann kräftig durchzukneten. Dabei drückte er schon immer wieder rhythmisch seine Hüfte nach vorne und sein pralles, steifes Glied, was sich durch seine eigene Robe schon sichtbar hervordrückte, presste sich im Takt immer wieder unanständig gegen Lan Xichen's Hintern.

Bao Tian lehnte sich schließlich leicht nach vorne, aufs Äußerste bedacht Lan Xichen's Rücken nicht zu gefährden, als er mit seiner rechten Hand wieder zwischen Lan Xichen's Schritt abtauchte und zeitgleich mit seiner anderen Hand zwischen Lan Xichen's Pobacken verschwand.
Mit tiefer und erotischer Stimme brummte er:
„Von nun an, werden wir wohl für eine sehr lange Zeit diese Stellung bevorzugen müssen. Aber das Gute ist, dass ich weiß, das du es magst Huan, wenn du auf allen Vieren vor mir kniest und schamhaft deinen Hintern mir schutzlos entgegenstreckst."

Lan Xichen's Augen schnellten auf und sein Gesicht lief nun so rot an, dass man glauben könnte er würde jede Sekunde mit Fieber in Ohnmacht fallen.
Hinter seiner vorgehaltenen Hand stammelte hervor:
„Nein, sei still...was sagst du da nur? "

Doch Bao Tian grinste hämisch, als er mit beiden Händen an Lan Xichen´s Hüfte fasste und diese dann einmal provokant gegen seinen Schritt heranzog. Sein pralles Glied spaltete Lan Xichen's Pobacken und glitt ein paar Mal durch die Ritze hoch und wieder runter, als er zufrieden schnaufte:
„Ja, Huan, du meintest Ja!"

Lan Xichen's zittrigen Oberarme gaben schließlich nach und er klappte nach vorne auf seine Ellenbogen, während sein Hintern nun noch provokanter nach oben ragte. Somit wurde dieser Stellung nur noch mehr Ausdruck verliehen und jeder fügte sich somit seiner Rolle, als Lan Xichen sich seiner Leidenschaft und seinen Gelüsten still ergab.

Doch dieser erotische und prickelnde Moment wurde jäh in der Luft zerrissen, als es plötzlich an der Tür klopfte.

Lan Xichen und Bao Tian zuckten zusammen und Lan Xichen's Augen weiteten sich ins Unermessliche, als sie plötzlich eine vertraute, ältere Männerstimme durch die Tür vernahmen:
„Zewu-Jun, Bao Tian? Hier ist der Heiler. Kann ich eintreten?"

Ein kurzer Moment der panischen Stille verging und der Heiler wartete geduldig vor der Tür auf eine Antwort.

Doch dann hörte man plötzlich aus dem Innern des Pavillon´s ein lautes Knallen.
Ein kurzer tiefer, männlicher Ausruf folgte zugleich, dann kam ein dumpfer Aufprall und danach kam für einen langen Zeitraum erst einmal nichts mehr.

„Ja, aber sicher, kommt herein!"
Ertönte plötzlich Lan Xichen's Stimme, die fragwürdige Stille durchbrechend.
Sie war freundlich wie immer, wenn vielleicht auch etwas höher und hektischer als sonst.

Von Bao Tian dagegen, war nichts mehr zu hören.