Chapter 20.21
Seine grünen Augen schnellten in der Dunkelheit auf.
Es war tiefste Nacht und pechschwarz vor seinen Augen. Nur die schemenhafte Kontur des maserigen Holzes des Bettes war im fahlen Mondlicht, welches zum Fenster hereinschien, zu erkennen.
Sun Yan fröstelte es leicht und er streckte vorsichtig seine linke Hand aus, als er das Fußende des Bettes berührte.
Leises Atmen war hinter ihm zu hören und er richtete sich langsam auf.
Dabei stellte er fest, dass sein Rücken und Nacken etwas steif waren und seine Füße, welche die ganze Zeit aus dem Bett gehangen haben, waren eiskalt. Er setzte sich vorsichtig auf die Bettkante um niemandem zu wecken, als er einen leichten Druck auf seiner Blase verspürte.
„Hmpf..." Schnaufte er leise durch seine Nase.
Doch es half alles nichts. Unter diesen Umständen konnte er unmöglich wieder einschlafen.
Er stand daher ganz langsam vom Bett auf und vergewisserte sich noch ein paar Mal, ob er die Anderen auch nicht geweckt hatte. Er nahm seine obere Robe von einem der Stühle herunter und griff nach seinen Stiefeln, als er dann leise auf Zehenspitzen das Zimmer verlies.
Ganz vorsichtig und wie in Zeitlupe schloss er die Tür wieder hinter sich und zog sich auf dem Flur erstmal seine Stiefel an und schmiss sich seine halbgetrocknete Robe über die fröstelnden Schultern.
Eine Gänsehaut zog sich über seinen Körper und er musste den Kopf leicht einziehen, sonst hätte er sich als Erstes im Dunkeln den Kopf unter den Dachbalken auf dem Flur gestoßen.
Er hielt sich seine kalten Hände vor seinen Mund und atmete ein paar mal kräftig in sie hinein um sich zu wärmen, als er dann begann die Treppe der Gaststätte herunterzugehen. Nach den ersten Paar Stufen entdeckte er eine kleine Laterne an der Wand mit einer Kerze, welche jedoch schon lange erloschen war.
Vorsichtig nahm er sie von der Wand und pustete gegen seinen ausgestreckten Zeigefinger, wodurch sich sogleich eine kleine, spirituelle Flamme entfachte, mit dessen Hilfe er die kleine Kerze wieder zum Leuchten brauchte. Ausgerüstet mit ein wenig Licht, setzte er nun seinen Weg fort und wandelte einsam durch das dunkle Gebäude.
Die alte Holztreppe knarrte und krächzte leise bei jedem seiner Schritte und das, obwohl er leichtfüßig wie eine Katze die Stufen herunterschlich. Er hatte das Gefühl für Raum und Zeit verloren und so tappte er im Dunkeln umher, auf der Suche nach dem stille Örtchen.
„Hmmm..." Summte Sun Yan kritisch über seine Lippen.
„Wahrscheinlich irgendwo ganz unten, in der Nähe der Küche..." Nuschelte er zu sich selbst, als er schließlich die vielen Stufen oben vom Dach bis ganz nach unten angekommen war.
Er lief etwas planlos durch die untere Etage, stetig die kleine Laterne vor sich haltend, als er den langen dunklen Flur entlangschritt und plötzlich ein leises Klappern hörte.
Er stutzte, hielt einen Moment inne und schwang die kleine Laterne in die Richtung, aus der er glaubte das Geräusch vernommen zu haben und dann spähte mit seinem kleinen Licht vor Augen den dunklen Flur hinunter.
Er entdeckte am Ende des Flures, eine alte, große Tür, mit der schwungvollen Aufschrift „Küche". Da drüber hingen ein paar alte, kurze Stoffbanner zusätzlich von dem Türrahmen herunter und als er diese genauer musterte, fiel im plötzlich auf, dass die Tür nicht ganz geschlossen war. Sie stand einen kleinen Spalt auf und während er schweigend in die Nacht hineinhorchte, hörte er auf einmal ein paar dumpfe Stimmen aus der Küche.
Vorsichtig und bedacht, drückte Sun Yan mit seiner freien Hand gegen den Türflügel und die Tür öffnete sich mit einem leichten Quieken in den Scharnieren.
Er blickte sich noch einmal vergewissernd auf dem Flur in alle Richtungen um, dann schritt er durch die Tür und betrat leise die Küche.
Der starke Geruch von Essen, Gewürzen und Alkohol lag in der Luft und die Küche stellte sich als deutlich größer heraus, als er sie sich vorgestellt hatte. Es war eiskalt und dunkle Schatten tanzten in den Raumecken umher. Sun Yan schwenkte seine Laterne voran und schritt langsam durch die Küche.
Die dumpfen Stimmen wurden etwas lauter und während er im Dunkeln umherirrte, entdeckte er plötzlich am Ende des düsteren Raumes einen schwachen Lichtspalt am Boden.
Er folgte dem kleinen Lichtkegel und er fand sich bald vor einer weiteren Tür wieder, welche scheinbar in eine Art Lagerraum führte.
Jedoch stand auch diese Tür einen Spalt auf und vorsichtig linste er herein, als er sah, dass es noch drei Stufen hinab ging und dann der schmale Flur um eine Ecke verschwand.
Der schwache Lichtkegel seiner Laterne erhellte die drei Stufen und er lauschte angestrengt den Flur hinab.
Doch plötzlich hörte er ein lauteres Geräusch und eine Männerstimme, welche aggressiv aufpolterte. Sun Yan war sich zunächst etwas unsicher, aber die Situation kam ihm äußerst merkwürdig vor und so entschied er sich der Sache weiter auf den Grund zu gehen.
Er öffnete auch diese Tür und schlich sich leise die drei Stufen hinunter und bog um die Ecke, als er plötzlich eine weitere alte Holztür erblickte, welche ebenfalls einen Spalt offen stand.
Er pustete sofort das Licht in seiner Laterne aus, stellte diese behutsam auf dem steinernden Fußboden ab und schlich dann auf Zehenspitzen bis zu der Tür. Die Stimmen wurde nun lauter und er wusste, dass sich scheinbar mehrere Männer in dem Raum direkt vor ihm befanden. Er lehnte sein Ohr gegen die Tür, linste vorsichtig durch einen der groben Holzrisse und hielt dann nahezu den Atem an.
Der kleine Raum, welcher mit nur ein wenig Licht ausgeleuchtet wurde, war tatsächlich eine alte Speiskammer, in der scheinbar alle Lebensmittel gelagert wurden.
In den Regalen standen große Kisten gefüllt mit Gemüse, jede Menge Krüge Alkohol lagen gestapelt übereinander und auf dem Fußboden standen einige Säcke Reis.
An der hintersten Wand befand sich ein Fenster, dessen Scheiben schon einige Risse aufwiesen und in der Mitte darunter stand ein alter, großer Tisch, auf dessen Tischplatte ein wenig Licht des Mondes durch das Fenster fiel.
Sun Yan konnte zwei Männer zwischen den Schatten erkennen, welche lässig an die Regale gelehnt waren und er hörte ihre gehässigen Stimmen, als sie scheinbar jemanden im Gespräch in die Mangel nahmen. Ein weiterer Mann stützte sich mit seiner rechten Hand auf dem alten Tisch ab, während er in seiner linken Hand ein kurzes Messer wie im Spiel zwischen seinen Fingern hin und her gleiten lies.
Sun Yan versuchte noch mehr von dem Raum zu erblicken und drehte etwas seinen Kopf zur Seite, als er plötzlich überraschenderweise die Stimme einer jungen Frau vernahm.
„Nein bitte! Wir flehen euch an! Lasst uns wieder gehen!"
Ihre junge Stimme klang verängstigt und besorgt und Sun Yan zuckte zusammen, als er seinen Standpunkt veränderte und durch einen der Spalte in der Tür plötzlich zwei Frauen am Boden erblickte.
Sie trugen elegante Roben, ihre langen Haare malerisch nach oben gesteckt, doch sie kauerten gemeinsam ängstlich auf dem dreckigen Fußboden und ihre Körpersprache verriet eindeutig, das sie um ihre eigene Sicherheit bangten.
Der Mann am Tisch begann plötzlich dreckig zu lachen, als er sein Messer demonstrativ hoch in die Luft warf und dann talentiert wieder auffing. Seine Stimme klang schmierig und heuchlerisch:
„Aber aber... Geht man denn so mit so zuvorkommenden und freundlichen Cultivators, wie wir es sind, um?
Wo sind eure lustigen, und anspielenden Kommentare von heute Nachmittag geblieben? Wart ihr es nicht, die uns gelockt haben und nun wollt ihr wieder gehen?"
Ein weiterer Mann lachte auf, drückte sich mit seinem Rücken vom Regal ab und ging auf die zwei jungen Frau zu.
„Genau!" Sagte er ebenfalls unheilvoll.
„Wir wollen doch einfach nur ein wenig Spaß gemeinsam haben. Genauso wie ihr. Was ist denn schon dabei?"
Er kniete sich vor eine der Frauen, streckte seine Hand nach ihr aus und berührte sie am Kinn.
Doch sie zog ihr Gesicht angewidert zurück, machte eine abweisende Geste mit ihrer Hand und sagte eingeschüchtert und mit verzogener Mimik:
„Das habt ihr falsch verstanden, meine Herren! Wirklich! Es ist zwar richtig, dass wir in der Gaststätte am Abend gemeinsam gegessen und getrunken haben und ausgelassen gesprochen und gelacht haben, aber mehr dann auch nicht.
Wir möchten einfach nur wieder zurück auf unser Zimmer und bitten euch, uns gehen zu lassen!"
Doch der Mann, der vor ihr kniete streckte erneut seine Hand aus, fasste an ihr Kinn und zwang sie grob ihn anzusehen.
„Ha?" Sagte er bedrohlich.
„Ihr wollt wieder gehen? Einfach so? Und wer soll uns dann die Nacht Gesellschaft leisten? Ihr seid zu zweit, ihr werdet doch gewiss mit uns fertig werden und könnt uns zufrieden stellen. Oder etwa nicht?"
Ein belustigtes Raunen der Männer ging durch den Raum und der Mann schmunzelte widerlich auf und strich mit seinen gierigen Fingern mehrfach durch das Gesicht der jungen Frau.
Sie schloss ihre Augen, ertrug es und duldete seine ungewünschten Berührungen, während die andere junge Frau neben ihr sich zitternd an ihrem Arm festkrallte.
„Bitte..." Hauchte die andere junge Frau.
„Wir können euch Geld geben, alles was ihr wollt, aber bitte lasst uns unversehrt wieder gehen!"
Die Frauen hatten schreckliche Angst und Sun Yan wusste nur zu gut, was sich gerade in diesem Raum abspielte. Seine Gedanken überschlugen sich. Er wusste, dass er sofort diesen zwei jungen Frauen helfen musste um etwas Grauenvolles zu verhindern. Er schüttelte fassungslos den Kopf, empört darüber, dass diese Männer sich tatsächlich selbst als Cultivator´s bezeichnet hatten, wo sie doch nichts widerwärtigeres im Sinn hatten, als sich in der Mehrzahl schamlos an diesen zwei Frauen zu vergehen.
Sein Puls stieg an, seine Kehle wurde leicht trocken und seine Atmung wurde unruhig, als er den Entschluss gefasst hatte einzuschreiten.
-Doch wie genau sollte sein Plan aussehen?
Er war alleine, dazu hatte er sein Schwert oben im Zimmer zurückgelassen. Es blieb ihm also nur seine spirituelle Energie und seine eigene Manneskraft um die Männer zu überwältigen.-
Er zählte noch einmal durch. Er konnte genau drei Männer von mittlerer Statur und Größe erkennen.
-Würde er es schaffen, mit allen Dreien gleichzeitig fertig zu werden?-
Sun Yan wurde nervös, er starrte durch den kleinen Schlitz in der Tür und sah mit an, wie einer der Männer anfing die Frauen immer weiter zu bedrängen und sie anzufassen. Dabei hämmerte das hämische und ausgelassene Gelächter der Männer in seinen Ohren wieder und ihn überfiel eine Art von Ekel, welche von seinen Füßen bis hoch in seine Fingerspitzen kroch.
Wut und Zorn kamen in ihm auf und ebenfalls häßliche Erinnerungen vergangener Tage, welche sich tief in sein Fleisch eingebrannt hatten.
Sun Yan schluckte schwer, ihm lief die Zeit davon und er dachte darüber nach Verstärkung zu holen. Aber wenn er jetzt zurück gehen würde um die anderen zu holen, könnte er auf sich aufmerksam machen. Alleine und in einem fairen Duell hatte er keine Chance gegen sie, ihm blieb nur der Überraschungsangriff. Und um den auszuführen, dürfte er unter keinen Umständen seine Anwesenheit verraten.
Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und etwas Schweiß perlte auf seiner kalten Stirn. Er befeuchtet vor Aufregung seine trockenen Lippen, als plötzlich eine der beiden Frauen aufschrie.
„Nein!" Ertönte ihre glasklare, ängstliche Stimme und Sun Yan zuckte am ganzen Körper zusammen, als er plötzlich mit ansah wie einer der Männer die erste Frau schon zu Boden drückte und begann sie gewaltvoll ihrer Kleider zu entledigen.
„Los!" Klang dessen Stimme gebieterisch und schnaufend.
„Haltet sie fest und knebelt sie, sie ist zu laut!"
Sun Yan's Augen öffneten sich mit Entsetzen und durch seinen Körper schoss die blanke Wut und Zorn.
Er hatte keine Zeit mehr nachzudenken, sein Körper handelte wie von alleine und mit einem Mal verließ er seine Deckung, bereit die jungen Frauen zu beschützen und ihnen ein Leben voller Scham und Leid zu ersparen.
Mit einem gewaltigen Ruck stieß er die alte Tür auf, es knackte laut, als er mit einem stürmischen Sprung in den Raum hineinpolterte.
Die Männer schraken auf und auch die Frauen zuckten ängstlich zusammen, als Sun Yan umringt von einem mächtigen, spirituellen Energiestrudel in den Raum trat.
Er holte weit aus und schlug seine flache Hand auf den steinigen Fußboden, als auch schon eine gigantische Druckwelle aus seiner Hand schoss. Sie rollte über den Boden, umringt von einem grellen, gleißenden Licht.
Die Männer versuchten noch den plötzlich Angriff zu kontern, aber sie wurden zu schnell überrascht.
Gezielt traf Sun Yan's Attacke die drei Männer und sie wurden zurück in die Regale geschleudert. Es schepperte laut und Staub und Dreck flog auf, als die Möbel scheppernd zu Bruch gingen.
Sun Yan fletschte die Zähne, in seinen Augen stand seine Entschlossenheit, als er befehlend zu den zwei verschreckten Frauen rief:
„Jetzt, schnell LAUFT!"
Die zwei jungen Frauen wussten gar nicht so schnell wie ihnen geschah, als sie mit weit aufgerissenen Augen vom Fußboden aufstanden und auch schon panisch aus dem Raum stürmten. Sie hatten keine Zeit ihrem Retter wirklich zu Danken oder sich weiter um die Angelegenheit zu kümmern. Sie wollte einfach nur fort und flohen wie zwei gehetzte Tiere aus dem Raum, voller Angst und Erleichterung ihrem Schicksal entkommen zu sein.
Doch nun, wo die Opfer erfolgreich fliehen konnten, drehte sich der Spieß langsam um und der erste Mann kletterte auch schon wieder aus den Trümmern des Regals und streckte seine Hand weit nach vorne aus. Dabei raste ein leuchtender Ball spiritueller Energie direkt auf Sun Yan zu und dieser duckte sich schnell und setzte erneut zum Konterangriff an.
Er hatte einen kleinen Vorteil, denn seine Cultivation schien auf einem höheren Level zu sein und durch seinen Überraschungsangriff gehörte der erste Zug ihm.
Er duckte sich erneut, stemmte seine Knie auf die Erde und streckte beide Hände weit nach vorne aus um den Angriff zu kontern.
„WER WAGT ES!" Polterte plötzlich die Stimme von einem der Männer aus dem Gerümpel hervor.
Doch es knallte ein weiteres Mal laut und die Erde bebte, als Sun Yan erfolgreich mit einem Schild aus spiritueller Energie die Attacke abwehrte und den Mann erneut zurück in die Regale beförderte.
Doch sein Glück sollte kein weiteres Mal währen, als einer der drei Männer plötzlich aggressiv und befehlend unter Schmerzen sagte:
„Was steht ihr da so blöd rum und grinst nur! Macht ihm den Garaus!"
Doch Sun Yan wähnte sich noch immer in der Oberhand. Er hatte alle drei Männer im Blick und streckte seine Hände weit aus, jede Sekunde bereit ein weiteres Mal sie zurückzuschlagen.
Doch er hatte in seiner Eile einen fatalen Fehler begannen.
Während er seine ganze Konzentration auf die drei Männer vor sich legte, war sein Rücken die ganze Zeit ohne Deckung.
Denn es waren nicht nur drei Männer in dem dunklen Raum...
Sondern es waren fünf.
Sie hatten die ganze Zeit hinter der Tür an der Wand gestanden und Sun Yan hatte sie nicht gesehen.
Für diesen Irrtum und unverzeihlichen Fehler als Kämpfer und Cultivator, sollte er nun bitter büßen, als einer der Männer ungesehen von hinten herangeschlichen kam und ihm mit voller Wucht einen Holzscheit über den Kopf zog.
Sun Yan spürte einen heftigen Schlag auf seinen Hinterkopf, gefolgt von einer sengenden Hitze, welche durch seinen Schädel schoss. Die Sicht vor seinen Augen verschwamm und sein Bewusstsein, welches langsam in eine andere Spheren dahin glitt, lies ihn im Stich.
Sein Körper wurde plötzlich ganz kraftlos, jeder Widerstand wurde im Keim erstickt und er hörte noch das hämische Lachen der Männer, als er auf seine Knie fiel, sich dann noch nach vorne auf seine zittrigen Arme abstützte, doch dann schließlich längs nach vorne in den Raum schlug. Ihm wurde schwarz vor Augen und dann, spürte er plötzlich nichts mehr.
Seine Augen schnellten sofort auf, als ein Eimer eiskaltes Wasser ungebremst direkt in sein Gesicht klatschte. Augenblicklich war sein Bewusstsein wieder da und Sun Yan schnaufte und prustet, als das eisige Wasser an seinem Gesicht herunter lief und seine Kleider durchtränkte. Eine Gänsehaut zog sich über seinen Körper und sein Herz schlug einmal ruckartig auf.
„Na, ist der kleine Held wieder wach?"
Hörte er eine kratzige Männerstimme. Gelächter brach in dem kleinen, dunklen Raum aus und Sun Yan schüttelte seinen Kopf noch etwas benommen hin und her. Er kniete auf seinen Knien, zwei Männer hielten jeweils links und rechts seine Arme und Schultern fest und hielten ihn somit an Ort und Stelle.
Sein Kopf hing kraftlos nach vorne über, sein dunkles Haar hing ihm in feuchten Strähnen wirr im Gesicht und das eisige Wasser tropfte über seine trockenen Lippen.
Ihm war eiskalt und seine Hände zitterten leicht, als er ein heißes und taubes Gefühl an seinem Hinterkopf spürte.
Langsam erinnerte er sich wieder an das was passiert war und ein pochender Schmerz, wie von einem Hammerschlag, schoss durch seinen Schädel.
Er stöhnte leise auf, sein Körper fühlte sich an wie aus Blei und als er mehrfach mit seinen Augen blinzelte, erblickte er plötzlich das Gesicht eines Mannes direkt vor sich.
„Er ist wieder wach! Haltet ihn gut fest!"
Einer der Männer kniete vor ihm, streckte seine Hand nach vorne aus und schob mit der Spitze seines Messers ein paar Haarsträhnen aus Sun Yan's Gesicht zur Seite.
Dabei spürte Sun Yan einen festen Griff an seinen Armen und Schultern, welcher es ihm unmöglich machte auch nur an eine Flucht zu denken.
„Der rührt sich nicht mehr!" Sagte der Mann zu seiner Linken, welcher ihm fast den Arm mit seiner Kraft auskurbelte.
„Hahaha!" Schallte es hämisch durch den Raum und zwei von den fünf Männern lehnten gegen den alten Tisch in der Mitte, ihre Arme lässig vor der Brust verschränkt und starrten Sun Yan mit abwertendem, aber interessierten Blick an, so als würden sie jede Sekunde darauf warten, dass eine belustigende Vorstellung beginnen würde.
Sun Yan kam wieder immer mehr zu sich und die Lebensgeister regten sich langsam wieder in ihm, als der Mann, welcher vor ihm kniete plötzlich grob an sein Kinn griff.
Er drückte Sun Yan´s Kopf nach oben in den Nacken und zwang ihn somit in den Blickkontakt, während er den Jungen eingehend musterte. Sein Blick war eindringend, überlegen und herausfordernd.
Er schmunzelte widerwärtig über seine Lippen, als er plötzlich leicht aufgeregt schnaufte:
„Hey, er ist total vernarbt im Gesicht...Aber... er hat trotzdem ein sehr hübsches Gesicht. Und diese Augenfarbe erst. Trotz Allem, ein guter Fang würde ich sagen!"
Sun Yan's Augen formten sich zu zwei kleinen Schlitzen und er konterte mit einem provozierenden Blick voller Hass, Wut und Stolz. Seine grünen Augen funkelten mit einer magischen Tiefe, als er zischte:
„Nimm deine widerlichen Finger aus meinem Gesicht!"
Die Augen des Mannes weiteten sich, als er plötzlich ruckartig einatmete und dann mit seiner linken Hand reflexartig zuschlug. Es knallte laut und Sun Yan's Gesicht flog durch den Aufprall zur Seite, als die flache Hand mit voller Wucht seine Wange traf.
Empört knirschte der Mann mit seinen Zähnen, als er aggressiv zischte:
„Pass auf was du sagst! Ich glaube ich muss dir nicht erklären in welcher Lage du gerade steckst, Bürschchen."
Die Männer im Raum pfiffen und jubelten leise auf, als Sun Yan seine aufgeplatzte Lippe spürte. Er spuckte etwas Blut vor seine Füße, als er durch seine Nase schnaufte und dann abwertend sagte:
„Und dreckiger Abschaum wie ihr nennt sich Cultivators. Das ich nicht lache! Ihr seid eine Schande für jeden Clan und..."
Doch er kam nicht mehr dazu seinen Satz ganz auszusprechen, als es erneut laut knallte und der Mann ihm nun noch einmal von der anderen Seite ins Gesicht schlug.
Sun Yans Kopf flog durch den Aufprall ein weiteres Mal zur Seite und er spürte einen hohen Schmerz auf seiner Wange, als etwas Blut von seiner Lippe auf den staubigen Fußboden tropfte.
„Hey, hey, hey!"
Ertönte plötzlich die tiefe Stimme des Mannes am Tisch. Er kam einen Schritt nach vorne und sagte dominant:
„Richte ihn nicht so zu. Eben sagtest du noch, er habe ein hübsches Gesicht und nun prügelst du auf ihn ein. Was soll seine liebe Mutter nur sagen, wenn er mit dem Gesicht nach Hause kommt?"
Die Männer lachten erneut auf und Sun Yan spuckte ein weiteres Mal Blut auf die Erde. Seine Wangen und seine kaputte Unterlippe brannten vor Schmerz und Hitze. Der Mann welcher vor ihm kniete stand auf und begann sein Messer wieder elegant zwischen seinen Fingern hin und herzudrehen, als der andere Mann hinten vom Tisch etwas näher kam.
Er blickte auf Sun Yan herunter, musterte ihn eindringlich und sagte dann:
„Dein Heldenmut in Ehren Junge, aber leider scheint sich das Glück nun gegen dich gewendet zu haben. Hast du wirklich gedacht, du wärst so stark, dass du ohne irgendeine Waffe es gegen fünf Männer gleichzeitig aufnehmen könntest? In was für einem Haus bist du nur groß geworden, dass du dermaßen leichtsinnig dich in den Kampf stürzt? Auch wenn deine Cultivation auf einem hohen Niveau ist, so schiebe ich es auf deine törichte Jugend, so lebensmüde zu sein dich direkt selbst als Opfer hier hinein zu werfen. Oder war es etwa deine Selbstlosigkeit und du dachtest du könntest tatsächlich die zwei jungen Frauen retten und zeitgleich als Held aus dieser Tat heraus gehen?
Was für eine lebhafte Fantasie.
Aber nun sie dich an Bursche. Wer kauert jetzt jämmerlich am Boden und wer steht als Gewinner vor dir?"
Der Mann, welcher scheinbar der Anführer der Gruppe war, lachte boshaft in sich hinein und strich sich zufrieden, über seine eigene Genialität, über sein Kinn, als Sun Yan ihm einen abwertenden Blick zuwarf.
„In der Tat..." zischte Sun Yan.
„Ich bin es, der jetzt am Boden kauert aber die zwei Frauen konnten unbeschadet entkommen. Diesen Triumph lasse ich mir nicht nehmen. Es ist mir eine Freude eure Pläne durchkreuzt zu haben. Denn Männer wie ihr seid der letzte Abschaum. Ihr seid Dreck und nichts Wert. Ihr seid eine einzige Schande und eure Mütter würden sich auf Ewig im Grabe umdrehen, solche Söhne überhaupt geboren zu haben!"
Der Mann vor ihm bäumte sich plötzlich auf, sein Gesicht verzog sich fürchterlich vor lauter Zorn, als er laut ausrief:
„SCHWEIG!"
Dabei fasste er mit seiner rechten Hand an seine Hüfte, zog sein Schwert aus seiner Schwertscheide und rammte es dann beeindruckend zwischen Sun Yan's Beine direkt in den Fußboden.
Sun Yan atmete einmal ruckartig durch seine Nase ein und seine Augen weiteten sich, als die blanke Klinge sich in seinem wachen Blick reflektierte. Er schluckte einmal schwer und blickte dann wieder langsam nach oben in das Gesicht des wütenden Cultivators.
Dieser wirkte fast etwas erregt und seine Stimme klang unheilvoll und widerlich, als er langsam das Schwert wieder aus dem Fußboden zog und dabei sagte:
„An deiner Stelle, würde ich mir nun sehr gut überlegen was ich sage. Es sind fünf gegen einen und du hast uns um unsere Unterhaltung heute Nacht gebracht. Wie gedenkst du nun mit fünf unzufriedenen Männern fertig zu werden, denen deine unwillkommene Aktion hier mächtig aufgestoßen hat? Ich würde mich nun eher um mein eigenes Wohlergehen sorgen, jetzt wo du selbst die kleine Maus in der Falle bist. Denn weißt du..."
Seine Stimme wurde plötzlich noch tiefer und unheilvoller und er lehnte sich leicht nach vorne über und warf Sun Yan einen zweideutigen Blick zu.
„..unsere Bedürfnisse sind vielfältig...kannst du nun den Platz der zwei Frauen einnehmen und ihnen allen zufriedenstellend gerecht werden?"
Sun Yan's grüne Augen weiten sich und ein kurzes Beben schoss durch seine Glieder, als er noch einmal versuchte sich aus dem festen Griff der Männer zu befreien.
Doch sie drückten ihn weiterhin mit einem Griff wie aus Stahl mit seinen Knien auf den Fußboden und ein weiteres Mal lachten sie hämisch und pfiffen in Ekstase auf.
Einer der Männer, der Sun Yan an der Schulter festhielt fragte erregt und sichtlich erheitert über die Situation:
„Und, was machen wir nun mit ihm?"
Der Anführer, welcher vor Sun Yan stand entfernte sich langsam wieder. Er ging ein paar Schritte zurück und lehnte sich dann wieder gesellig an den alten Tisch, welcher durch sein Gewicht leise knackte. Er überschlug lässig die Füße und verschränkte die Arme vor seiner Brust, als er eine Augenbraue nach oben zog.
In seiner Stimme schwang nur so die Häme und der Triumph mit.
„Ich bin großzügig heute Abend. Ihr dürft anfangen, ich lasse euch den Vortritt. Jeder nach der Reihe und jeder von euch, kann sich von ihm holen was ihm beliebt."
Sun Yan's zuckte am ganzen Körper zusammen und ein verängstigtes Beben schoss durch seine Glieder.
Seine Stimme war erschrocken, aber noch immer mit Kampfeswillen gefüllt.
„Was habt ihr vor?" Fragte er hektisch, während er erneut versuchte sich aus ihrem Klammergriff zu befreien.
Doch der Anführer am Tisch lachte nur und blickte zu seiner Linken herüber.
Mit einer nickenden Kopfbewegung sagte er:
„Du kannst anfangen."
Sun Yan blickte zu dem Mann mit dem Messer in der Hand herüber, sich jede Sekunde auf das schlimmste gefasst machend.
Dieser drehte die scharfe Klinge auch noch ein paar Mal durch seine Finger, ehe er das Messer in seinem Gürtel endlich verstaute und ein paar Schritte auf Sun Yan zu machte.
Er musterte den Jungen noch einmal eindringlich, als er sich dann erneut zu ihm herunter beugte und scharf sagte:
„Ich, stehe auf Geld! Er scheint aus gutem Hause zu kommen. Lasst mich mich sehen, was er so bei sich trägt. Ich nehme es als Bezahlung für die schöne Nacht, die mir mit den beiden Damen durch die Lappen gegangen ist.!
Sun Yan kniff seine Augen scharf zusammen, als der Mann ihm noch etwas näher kam und dann seine gierigen Hände nach ihm ausstreckte. Er fasste in seinen Kragen, versenkte seine Hand in seinem Ausschnitt und begann den Jungen abzusuchen.
Sun Yan ekelte sich vor seine schorfen und rauen Handgriffen und der Mann lies keine Stelle aus und suchte sorgfältig nach seine Beute.
Sun Yan schloss ertragend seine Augen, als der Mann endlich seinen Geldbeutel fand und ihn ruppig aus seinen Kleidern herausriss.
Doch die Enttäuschung war groß und stand ihm in´s Gesicht geschrieben, denn es befand sich keine einzige Münze in dem edlen Geldbeutel. Denn Sun Yan war zur Zeit arm wie eine Kirchenmaus und er hatte sein Geld, welches er mit in die Cloud Recesses genommen hatte, schon längst verprasst.
Missmut stand in dem Gesicht des Mannes, als er den Gelbeutel kopfüber hielt und nichts, außer ein paar Staubkörner aus ihm herauspurzelten.
Die Männer lachten schadenfroh auf und es hagelte Kritiken und Beschimpfungen über Sun Yan´s finanziellen Zustand, als der Mann unzufrieden den Geldbeutel nach hinten über seine Schulter warf.
„Was ist mit dir? Wo ist dein ganzes Geld? Du kannst mir nicht erzählen, dass dies alles ist was du bei dir trägst?" Sagte er wütend und aufgebracht.
Doch Sun Yan schnaufte nur belustigt durch seine Nase, als nun er ihm einen schadenfrohen Blick zuwarf.
„Verzeiht, aber zum Ausrauben hättet ihr euch jemand anderes suchen sollen. Lieber würde ich mein Geld direkt in den Fluss schmeißen, anstatt Verbrechern wie euch auch nur eine einzige Münze davon abzugeben!"
Der Mann vor ihm fletschte die Zähne und zischte herausfordernd:
„Lach du nur, dir wird dein stolzes Lachen noch vergehen!"
Mit diesen Worten musterte er Sun Yan noch einmal von oben nach unten und betrachtete seine Kleider etwas genauer, als er plötzlich sagte:
„Los, ziehen wir ihn aus!"
Sun Yan's schadenfrohes Gekicher verstummte jäh, als er mit weit aufgerissenen Augen den Mann vor sich ansah und nicht verstand, woher der plötzliche Sinneswandel kam.
Doch der Cultivator vor ihm grinste ihn nur verachtend an, als er zufrieden sagte:
„Wenn er schon kein Geld bei sich trägt, dann will ich seine Kleider haben. Sie sehen edel und aus feinstem Materialien aus. Wenigstens sie kann ich vielleicht für einen guten Preis verkaufen."
Sun Yan zuckte noch am ganzen Körper zusammen und glaubte an einen schlechten Scherz, doch der Anführer am Tisch lachte nur ausgelassen auf, als er sagte:
„Sehr guter Schachzug. Damit wäre dein Teil der Beute ausgezahlt. Nimm dir was du möchtest."
„Nein!" Rief Sun Yan noch erschrocken über seine Lippen, doch schon drückten die Männer ihn mit geballter Kraft mit dem Rücken zu Boden. Er strampelte und wehrte sich noch, als er schon die verräterische Stimme des Mannes hörte:
„Halt schön still. Sondern muss ich sie dir noch mit Gewalt vom Leib reißen."
Er lehnte sich über sein Opfer und kroch zwischen seine Beine, während die anderen Sun Yan an Kopf, Schulter und Beinen nach unten drückten und begannen ihn zu entkleiden.
Unter dem amüsierten Gelächter der Männer, pellten sie ihn aus seinen Kleidern, Stoff für Stoff und obwohl es gereicht hätte, ihm seine obersten Roben zu nehmen, machten sie sich einen Spaß daraus und zogen ihn komplett aus, bis er splitterfasernackt unter ihnen lag.
Der Mann begutachtete nun mit Staunen seine neu erworbenen Kleider und rechnete im Kopf schon einmal zusammen, was er von ihrer Bezahlung wohl erwarten könnte, als einer der Männer der Sun Yan gewaltvoll nach unten drückte plötzlich laut pfiff.
„Seht euch mal seinen Körper an. Er ist ziemlich gut gebaut! Und ein hübsches Gesicht hat dazu auch noch."
Die Männer blickten alle herüber und in der Tat, es war nicht von der Hand zu weisen, dass Sun Yan ein sehr ansehnlicher junger und attraktiver Mann war. Er war schlank aber muskulär gut trainiert und seine Haut war rein und ebenmäßig.
Man könnte sagen, er glich dem Ebenbild eines perfekt gebauten und gut aussehende jungen Mannes.
Sun Yan schämte sich unter ihren intensiven Blicken und jetzt, wo er komplett nackt war, bekam die Situation plötzlich eine ganze andere Richtung und sein Herz begann langsam nervös zu schlagen, als er sich selbst und seine Leichtsinnigkeit verfluchte.
Der Anführer am Tisch pfiff einmal durch seine Lippen, als er sagte:
„In der Tat, in der Tat. Ich denke wir haben, trotz allem, noch einen guten Fang heute Nacht gemacht. Also, jetzt wo die Tatsachen klar vor Augen liegen, wer möchte als nächster?"
„Schweine!" Keifte und ächzte Sun Yan plötzlich unter ihnen und immer wieder versuchte er sich aus ihrem Griff zu befreien, doch er hatte keine Chance. Er war im Nachteil und ihnen kräftemäßig deutlich unterlegen.
Einer der Männer der ihn festhielt schnaufte plötzlich durch seine Nase, als er mit etwas stockender Stimme sagte:
„Ich...Ich würde als nächster."
„Gut!" Sagte der Anführer und er machte eine einladende und auffordernde Handbewegung in der Luft.
„Tauscht die Plätze. Wechselt euch mit dem Festhalten ab!"
Wie ihnen befohlen wurde, tauschten die Männer einmal die Plätze und der Cultivator mit dem Messer begab sich zu dem Posten Sun Yan nun festzuhalten, sodass der nächste freien Spielraum hatte um sich an ihm auszutoben.
Sie hievten Sun Yan wieder auf die Knie und hielten ihn an Schulter und Armen fest, als der nächste Mann sich vor ihm einfand.
Dieser kniete sich ebenfalls auf den Fußboden und musterte den Jungen zunächst eindringlich. Dabei tatschte er ihn immer wieder aufdringlich im Gesicht an, strich über die drei Kratzspuren und drehte mehrmals Sun Yan´s Kopf von einer Seite zu der anderen.
„Er ist wirklich gut aussehend und noch jung." Sagte der Cultivator feststellend und mit einer wachsenden Begeisterung in der Stimme, als er seine Hände einmal an Sun Yan's Hals herunterwandern lies.
Er strich über die kräftige Brust, betatschte den entblößten nackten Körper überall wo es ihm beliebte und spürte die Wärme die von dessen Haut ausging, als sein Blick plötzlich auf Sun Yan's Oberschenkel verweilte.
„Jedoch..." Sagte er langsam.
„Scheint schon jemand anderes diesen makellosen Körper ganz schön zugerichtet zu haben..."
Er strich mit seinen Fingern über die buckelige Narbe an Sun Yan's Oberschenkel, als dieser einmal von der Berührung angewidert zusammenzuckte.
Der Mann blickte auf.
„Ist das im Kampf passiert? Oder hat jemand dies bewusst getan und dein Gesicht gleich mit entstellt?"
Der Mann strich Sun Yan's dunkle Haare aus dem Gesicht und beäugte noch einmal die Kratzspuren, als Sun Yan ihm einen zornigen Blick zuwarf und abweisend zischte:
„Das geht dich einen Scheißdreck an! Also nimm deine widerlichen Pfoten von mir!"
Der Cultivator fackelte nicht mehr lange und schlug nun ebenfalls mit der blanken Hand Sun Yan in´s Gesicht.
Es knallte ein weiteres Mal laut, als wieder einmal eine Handinnenfläche die geschundene Wange mit voller Wucht traf. Erneut wurde Sun Yan´s Kopf durch den Aufprall zur Seite geschleudert und seine Lippe platzte wieder auf.
Der Anführer am Tisch schnalzte kurz mit seiner Zunge auf.
„Na!" Sagte er etwas ironisch.
„Ich habe doch gesagt, ihr sollt den Jungen nicht so zurichten. Wie soll er denn demnächst seine Brötchen mit dem Gesicht verdienen? Immerhin scheint ihm ja die taktisch sinnvolle Kampfkunst nicht ganz so zu liegen."
Sun Yan schmeckte erneut den widerlichen Geschmack von Eisen auf seiner Zunge, als rotes Blut ein weiteres Mal an seinem Kinn herunter lief und dann auf den Fußboden tropfte.
„Ihr könnt mich so viel schlagen wie ihr wollte, aber wartet nur ab, ich werde euch wiederfinden und jeden einzelnen Tropfen Blut werde ich euch zurückzahlen."
Doch der Mann vor ihm schnalzte nur mehrfach mit seiner Zunge und klatschte lieblos mit seiner Handinnenfläche auf Sun Yan's rote Wange, als er mit verstellter Stimme sagte:
„Na, na, na! Welch forsche Worte aus diesem kleinen, vorlauten Mund. Aber sag..."
Der Mann drückte plötzlich Sun Yan's Wangen zwischen seinen Fingern grob zusammen und aus den gequetschten Lippen trat neues Blut hervor, als er sich näher an Sun Yan's Gesicht heranlehnte und unheilvoll flüsterte:
„Wer hat überhaupt gesagt, dass du diesen Raum wieder lebend verlassen wirst?"
Sun Yan's Augen weiteten sich und er spürte das feuchte Blut, welches an seinem Kinn herunterlief, als der Cultivator vor ihm sich plötzlich seine eigenen Lippen befeuchtete und dann begann mit seinem Daumen über Sun Yan's kaputte Lippe zu streichen und das rote Blut zu verschmieren.
„Ich glaube, ich bin jetzt wieder in Stimmung. Du bist zwar keine Frau aber jetzt wo wir dich als Ersatz haben, sollten wir das Beste daraus machen oder meinst du nicht?
Ich denke...dieser kleine, vorlaute Mund hier kann noch etwas anderes, anstatt unerzogene und freche Worte zu spucken?"
Sun Yan's grüne Augen füllten sich mit Furcht und in seinem klaren Blick spiegelte sich das gierige Gesicht des Cultivator's wieder.
Ein anfeuerndes Raunen ging durch den Raum und die Stimmung heizte sich plötzlich auf, als der Anführer am Tisch nur eine Augenbraue hochzog und Sun Yan einen bitter, bösen Blick zuwarf:
„Ich habe dir gesagt unsere Bedürfnisse sind vielfältig. Du hättest dir vorher überlegen sollen, ob du die Frauen retten solltest. Denn nun, nimmst du ihren Platz ein!"
Sun Yan's Augen standen vor Schock weit offen und er schüttelte seinen Kopf verneinend hin und her, als er bettelnd sagte:
„Nein! Alles, aber nur nicht das!"
Doch die Männer packten schon kräftiger zu, hielten ihn fest an den Schultern und der Mann vor ihm stellte sich wieder aufrecht hin und begann schon den Gürtel in seiner Taille zu lösen.
Sun Yan hörte das Rascheln von Stoff und zu seinem Entsetzen, lies der Mann direkt vor seinen Augen seine Hose herunter.
Vor Sun Yan's Augen ragte ein halbsteifes Glied in die Höhe und er spürte einen dicken Kloß in seinem Hals, welcher ihm die Kehle zuschnürte und ihn fast zum Würgen brachte.
Der Mann blickte ihn plötzlich mit einem erregten Gesichtsausdruck an und er fasste grob an Sun Yan's Kinn und zwang seinen Kopf in dessen Richtung.
„Sei ein guter Junge und sei schön artig. Wenn du mich beißt, lege ich dich um."
Sun Yan wehrte sich mit aller Kraft, doch er war körperlich und kraftmäßig am Ende und die Männer zwangen ihn sich ihnen zu Fügen.
Mit Gewalt wurde sein Mund geöffnet und der Mann schob unaufhaltsam seinen Penis langsam in Sun Yan's Mundhöhle.
Zorn, Wut, Hass und Ekel befielen seinen Körper und obwohl er unfähig war sich aus dieser misslichen Lage zu befreien, so wusste er nur noch eins und zwar, dass er unter keinen Umständen ein weiteres Mal diese Höllenprozedur über sich ergehen lassen würde.
Er schloss daher seine Augen und ohne weiter darüber nachzudenken, biss er zu.
Der Cultivator schrie laut auf und noch ehe er wusste wie ihm geschah, zog er schmerzerfüllt seinen Penis zurück und fiel vor Sun Yan auf die Knie.
Er hielt sein bestes Stück in den verkrampften Händen, blickte schmerzerfüllt an sich herunter und krümmte sich vor Schmerzen.
Die Männer im Raum lachten und grölten ungehalten auf und schienen sichtlich Freude an der amüsanten Vorstellung zu haben.
Sun Yan spuckte derweil mehrfach auf den Boden und rang nach Luft, als die Männer lachend Sätze sagten wie:
„Das hast du davon dein bestes Stück gleich dem Jungen reinzuschieben" oder „Jammer hier nicht so rum, die Milchzähne des Jungen können wohl kaum etwas ausgerichtet haben."
Sun Yan wurde langsam schwarz vor Augen und sein nackter Körper begann in der eisigen Kälte der Nacht immer mehr zu zittern. Er ertrug ihr dummes Gelächter nicht mehr, welches die ganze Zeit unaufhörlich in seinen Ohren klingelte und er schämte sich in Grund und Boden, dass diese Männer Cultivators wie er einer sein sollten.
Er sah auf den Mann vor sich, der noch immer vor Schmerzen das Gesicht verzog und er wünschte sich innerlich, er hätte ihn ganz abgebissen.
Doch plötzlich erklang die Stimme des Anführers am Tisch, der das Theater wieder unterband.
„Steh endlich auf und Jammer da nicht so rum. Bevor du deinen Schwanz irgendwo reinsteckst, solltest du dir auch sicher sein, dass das Fleisch willig ist und wenn nicht, dann sorg dafür, dass es das auch ist!"
Der Mann am Boden, richtete sich langsam auf und während er noch immer sein bestes Stück bekümmert betrachtete, zischte er voller Wut und Zorn zu Sun Yan herüber.
„Du kleine dreckige Schlampe. Das werden ich dich noch büßen lassen!"
Er machte einen Schritt auf Sun Yan zu, holte mir seinem rechten Bein aus und trat ihm ungehindert in die Magengrube.
Sun Yan blieb die Luft weg und ein Ausruf des Schmerzes verließ seine blutigen Lippen, als ihm augenblicklich durch die Wucht des Aufpralls speiübel wurde.
Sogleich holte der Cultivator ein weiteres Mal zum Tritt aus, doch gerade, als er sein Opfer erneut peinigen wollte, erklang die forsche Stimme des Anführers:
„Stopp! Lass ihn! Wie sollen wir alle ihn noch genießen, wenn du ihn windelweich prügelst? Die Nacht ist noch lang und noch nicht alle sind auf ihre Kosten gekommen. Du hast deine Chance gehabt, jetzt sind die anderen noch dran. Also geh zur Seite."
Der Mann knirschte mit den Zähnen und setzte verärgert seinen Fuß wieder auf dem Fußboden ab. Er warf Sun Yan einen totverheißenden Blick zu.
„Ich schwöre dir, diesen Raum verlässt du nicht mehr auf zwei Beinen, dafür werde ich sorgen" Drohte er Sun Yan, während er mit dem dritten Mann im Bunde den Platz tauschte und so kraftvoll an Sun Yan's Arm und Schulter packte, das er diesem fast die Knochen brach. Er hielt ihn fest und Sun Yan spürte das Zittern der Wut in seinen kalten Händen.
Der dritte Cultivator trat nun vor Sun Yan und als dieser erschöpft seinen Blick anhob und sich auf die nächste Pein und Erniedrigung einstellte, erklang plötzlich eine tiefe und leicht krächzende Männerstimme aus der dunkelsten Ecke des Raumes.
„Warum hört ihr nicht endlich auf mit diesen Spielchen und tut das, wofür wir wirklich hierher gekommen sind?"
Sun Yan blickte auf und sah in die Richtung, aus der die Stimme kam.
Der fünfte Mann verbarg sich in den Schatten eines Regales und hatte die ganze Zeit Schweigend am Rand verbracht und nur still beobachtet. Unheilvoll stielten seine braunen Augen aus der Dunkelheit hervor und blickten gierig auf Sun Yan, welcher noch immer nackt und geschunden auf seinen Knien kauerte.
Der dritte Cultivator, der an der Reihe gewesen wäre, drehte sich um und fragte aufmüpfig:
„Und an was genau, denkst du da?"
Der Mann aus der Ecke, trat ein wenig aus den Schatten hervor und kicherte mit krächzender Stimme:
„Ihr wisst alle ganz genau warum wir hier sind. Wir alle wollten heute Nacht mal wieder ein paar Beine spreizen und ordentlich ein Loch stopfen. Also hört auf mit diesem jämmerlichen rumgeeier und lasst uns endlich zur Sache kommen. Ich habe keine Lust mehr euch bei euren Spielchen zuzusehen."
Der dritte Cultivator, der vor Sun Yan stand, zog eine Augenbraue nach oben, als er leicht irritiert nachfragte:
„Aber...er ist ein Mann...willst du wirklich?"
Ein belustigtes Schnaufen war aus der Raumecke zu hören, als die tiefe unheilvolle Stimme erregt und tief krächzte:
„In welches Loch du ihn steckst ist vollkommen egal.
Ob Frau oder Mann, sie fühlen sich alle gleich an.
Sie sind alle schön warm und weich.
Und..dieses Loch hier...war besonders zart."
Sun Yan's Augen weiteten sich, als der Mann endlich aus den Schatten heraus trat und näher auf sie zukam. Das fahle Mondlicht, welches schwach durch die kaputte Fensterscheibe hereinfiel erhellte dessen Konturen und Sun Yan blickte in zwei bösartig, funkelnde Augen in einem ihm doch bekannten Gesicht.
Der Mann zog belustigt einen Mundwinkel nach oben und stielte mit irrem Blick auf den wehrlosen Jungen.
„Was für ein Zufall nicht wahr? Erinnerst du dich an mich und unsere süße Nacht in dem kleinen Schuppen vor nicht allzu langer Zeit?
Ich bin Zuko, einer der Banditen unter Zhuang Xi aus Changnan und heute Nacht, werde ich mich für den Mord an meinem Anführer und für das, was dein Sect Leader mir angetan hat, an dir rächen. Ich werde dich nun ein zweites Mal ficken bis dein kleiner Arsch wund und blau ist und du vor Schmerzen nur so wimmerst und jaulst. Du sollst betteln und bitten unter mir und dir wünschen, du wärest niemals in dieser Nacht hier herunter gekommen!"
Sun Yan's grüne Augen weiteten sich ins Unermessliche, als sein Herz plötzlich für einen Schlag aussetzte. Sein Atem blieb ihm in der Kehle stecken und sein Körper begann vor Furcht zu beben, als ihm die Erinnerungen aus jener Nacht wieder vor Augen erschienen.
Er sah das Gesicht seiner drei Peiniger ein weiteres Mal klar und deutlich vor seinen Augen und seine Seele und sein Geist brachen unter der unendlichen Scham und dem alles übertreffendem Ekel zusammen, als er unter der aufkommenden Angst und der aufsteigenden Wut, zitternd in sich zusammensackte.
