Chapter 21.3

Wei Wuxian stand draußen auf der Veranda und lehnte lässig mit seinem Rücken an der Wand eines Pavillon's. Er hatte seine Arme vor seiner Brust verschränkt und tippte mit seinem Zeigefinger unruhig auf und ab. Er hatte seine Augen geschlossen und atmete ruhig ein und aus, während er versuchte geduldig zu warten.

Lan Wangji befand sich im Innern des Pavillon und lies sich von einen der Clan Ältesten in der Cultivation durch die Guqin unterrichten. Da es Wei Wuxian verboten wurde während der Lehreinheit anwesend zu sein, schlug er von sich aus vor so lange vor der Tür auf ihn zu warten.
Jedoch hatte selbst Wei Wuxian nicht damit gerechnet, dass es doch deutlich länger dauern würde, als er vorerst angenommen hatte. Während er sich die Beine in den Bauch stand, lauschte er dem leisen Plätschern des Wassers, dem melodischen Gesang der Vögel und hörte das leise, angenehme Zupfen der Seiten der Guqin.

Doch bald wurde diese ruhige Idylle unterbrochen, als er leise Stimmen aus der Ferne vernahm. Wei Wuxian öffnete seine Augen und er erblickte Ghao Lee und Zhao Ran am anderen Ende des Pavillons. Sie standen mitten auf der Veranda, blickten scheinbar zu ihm herüber und schienen hinter vorgehaltener Hand zu tuscheln.

Ghao Lee hielt ein Tablett in der Hand und während sie immer wieder etwas verlegen zu Wei Wuxian herüber linste, hörte man das zarte und leise Kichern von Zhao Ran.
Immer wieder gab diese Ghao Lee einen kleinen Schubser von hinten und schien sie ihn Wei Wuxian's Richtung bewegen zu wollen.
Doch während sich zwischen Gao Lee's Augenbrauen eine nachdenkliche Falte legte, schien sie etwas unbeholfen auf der Stelle zu treten und sich nur widerwillig die Veranda entlang bewegen zu lassen.

Die beiden waren dabei so miteinander beschäftigt, dass sie erst gar nicht bemerkten, wie Wei Wuxian sie die ganze Zeit dabei beobachtete. Erst als ihre Blicke sich zufällig direkt trafen und die beiden noch ein paar unsichere Schritte näher gekommen waren, erblickten sie Wei Wuxian's interessiertes Gesicht.

Gao Lee zuckte zusammen und hätte vor Schock fast das Tablett fallen lassen. Doch in dem Moment fasste Zhao Ran sie schon behutsam an den Schultern, schien sie zu stabilisieren und gab ihr dann einen letzten Schubser auf Wei Wuxian zu.
Gao Lee wäre dabei in ihrer Unbeholfenheit fast über ihre eigenen Füße gefallen und als sie sich nach hinten umdrehte und ihren Unmut kundtun wollte, stellte sie auch schon fest, dass Zhao Ran bereits auf dem Absatz kehrt gemacht hatte und in windeseile dabei war sich aus dem Staub zu machen.

Sie stand nun vollkommen alleine auf der Veranda und als sie sich wieder zögerlich nach vorne drehte und feststellte, wie We Wuxian seinen Kopf leicht schief legte und sie fragend ansah, tauchten sich ihre Wangen in ein zartes Rosé.
Sie blickte zunächst etwas verlegen nach unten, doch dann atmete sie einmal tief ein, machte sich gerade und ging die letzten Schritte auf Wei Wuxian zu.

Wei Wuxian, der bereits ahnte, dass Gao Lee scheinbar zu ihm wollte, drückte sich mit dem Rücken von der Wand ab und löste seine verschränkten Arme vor der Brust.
Er lächelte die junge Dame an, als diese mit zaghaften Trippelschritten auf ihn zu kam. Ihre Wangen leuchteten in ihrem frischen, zarten Rosé auf und ihre Augen schienen leicht zu funkeln, als sie vor dem Mann zum Stehen kam.

Es war nicht das erste Mal, dass Wei Wuxian eine Frau so gesehen hatte und ihre Mimik und Gestik war so schüchtern und doch so offensichtlich, dass er bereits ahnte, woher dieses Verhalten rührte. Er hatte schließlich kein Herz aus Stein und ihm war nicht entgangen, dass Gao Lee schon seid längerem ein Auge auf ihn geworfen hatte.
Da er um die Verletzbarkeit eines Menschen wusste, wenn das Herz sich in unerfüllter Liebe verloren hatte, wollte er weder Hoffnungen schüren wo es keine gab, noch wollte er aber die junge, hübsche Frau forsch zurückweisen. Denn wer würde es schon ertragen, eine Frau weinen zu sehen?

Er entschied sich daher mit seiner unbefangenen und sympathschen Art ihr etwas ihre Unsicherheit zu nehmen und dem Gespräch eine lockere, freundschaftliche Atmosphäre zu geben.
Er lächelte sie daher an, als er höflich sagte:
„Gao Lee, freut mich dich zu sehen. Wolltest du zu mir oder zu HanGuang-Jun? Falls du Lan Zhan suchst, er ist im Pavillon und wird in der Cultivation unterrichtet. Doch leider, dürfen wir ihn dabei nicht stören."
Wei Wuxian zwinkerte ihr zu und hielt dann seinen rechten Zeigefinger versiegelnd auf seine Lippen um ihr zu symbolieren, dass sie leise sein müssen.

Gao Lee's Augen weiteten sich zunächst, doch dann blickte sie etwas schüchtern zur Seite, als sie mit zarter Stimme sagte:
„Oh, aber es ist gar nicht Lan Wangji, zu dem ich wollte..."

Wei Wuxian zog seine Augenbrauen überrascht nach oben. Er blickte schließlich auf das Tablett in ihren schlanken Händen und sah neben einer frisch aufgebrühten Schale mit Tee noch ein paar handgeferigte Süßspeisen, welche mehr als schmackhaft aussahen.
„Wen...suchst du dann?" Fragte er etwas abgelenkt von dem Gaumenschmaus vor sich.

Als sie Wei Wuxian's interessierten Blick auf ihr Tablett bemerkte, zogen sich ihre Lippen etwas kraus zusammen. Die leicht gesunde Gesichtsfarbe wurde nun noch etwas intensiver, als sie leicht verlegen sagte:
„Ich hatte gesehen, dass du schon eine ganze Weile hier vor der Tür auf Lan Wangji wartest. Und da dachte ich, du hättest vielleicht ein wenig Hunger oder Durst?!"

Wei Wuxian's Augen versetzten sich in Überraschung.
„Das heißt also, du wolltest zu mir und diese Köstlichkeiten sind auch für mich?"

Gao Lee nickte zufrieden, als sie Wei Wuxian's postives Interesse bemerkte und die aufkommende Euphorie in seiner Stimme bemerkte.

„Hast du das etwa auch noch alles selbst gemacht?"
Fragte Wei Wuxian weiter, während er den kleinen Teller mit den anmutigen Leckerreien weiter begutachtete.

Gao Lee nickte erneut, dieses mal etwas ausladender und sie trug auf ihren Lippen nun ein zartes und zufriedenes Lächeln.
„Ich hoffe sie schmecken dir. Und der Tee vielleicht auch? Ich hatte extra ein paar Kräuter gesammelt und ihn frisch aufgegossen. Er soll munter machen und die Lebensgeister wecken."

Wei Wuxian kicherte plötzlich vergnügt auf und schnaufte durch seine Nase.
„Munter und die Lebensgeister wecken? Ich weiß nicht, ob das hier in der Cloud Recesses bei mir eine allzu gute Idee ist."
Witzelte er vergnügt, während er in Gedanken darüber nachdachte, wie er wie ein aufgescheuchtes Huhn, während Lan Wangji's Unterrichtseinheit über Tische und Bänke ging.
Vergnügt griff er nach der kleinen Teeschale und einer süßen Köstlichkeit aus gefülltem Teich und konnte gar nicht schnell genug beides gleichzeitig probieren. Sein Benehmen lies etwas zu Wünschen übrig, denn in der Tat, hatte er von dem vielen gelangweilten Warten wieder Hunger und Durst bekommen.

Gao Lee kam also daher wie gerufen und in diesem Moment freute Wei Wuxian sich darüber, dass ihm vielleicht etwas mehr als anderen ihre Aufmerksamkeit zu Teil wurde. Nachdem er sich fast schon etwas gierig unter Gao Lee's bewunderndem Blick Speis und Trank einverleibt hatte, tauchte in der Ferne plötzlich Madame Mao auf, welche die beiden auch sofort auf der Veranda entdeckte. Sie machte eine begrüßende Geste aus der Ferne und gab Gao Lee dann unmissverständlich zuverstehen, dass sie einmal rasch zu ihr herkommen sollte.

Während Wei Wuxian noch die letzten Bisse in seinen Wangen hin und her schob, putzte er seine Finger etwas unelegant an dem Saum seiner Robe ab, als Gao Lee tatsächlich einen ungewohnt mürrischen Blick zu Madame Mao herüber warf.
Mit gedämpften und leicht entteuschtem Tonfall sagte sie zu Wei Wuxian:
„Ich muss leider wieder los. Madame Mao erwartet mich scheinbar."

Wei Wuxian nickte ihr noch zu und schenkte ihr ein Lächeln, als er sich noch ein paar Mal bei ihr für ihre Mühe und den Köstlichkeiten bedankte.
Gao Lee lächelte etwas verlegen zurück und während sich neben ihren leicht geröteten Wangen ein mehr als glückliches Schmunzel auf ihre Lippen dazugesellte, nahm sie ihr Tablett und ging raschen Schrittes die Veranda entlang.

Madame Mao wartete schon auf sie und sie strich sich mit ihrer linken Hand elegant durch ihr Haar, während sie Gao Lee ein Stück entegegen kam.
Wei Wuxian blickte den beiden noch nach und er schnaufte einmal leise durch seine Nase, als plötzlich mit einem leisen Knacken die große Tür vom Pavillon hinter ihm wieder aufging.

Überrascht blickte er über seine Schulter, als er direkt hinter sich einen der Clan Ältesten erblickte, gefolgt von Lan Wangji, welcher zunächst Wei Wuxian einen kurzen, bedeutenden Blick schenkte und dann Gao Lee in der Ferne erblickte. Lan Wangji schaute den beiden Frauen noch nach und obwohl ihm nicht entgangen war, mit welchen Blicken Gao Lee Wei Wuxian verfolgte, verzog er dabei jedoch keine Miene, sondern wirkte unbeeindruckt, wie das Ebenbild einer Buddha Statue.

Doch Wei Wuxian kannte Lan Wangji und er wusste ganz genau, dass der Blick zu Gao Lee allein schon ausreichte um zu verstehen, was er zu bedeuten hatte. Ein kurzes, zufriedenes Schmunzeln huschte über Wei Wuxian's Lippen, als er sich schließlich vor dem Clan Ältestens kurz verneigte und ihm dann seinen Respekt zollte.
Es war nur ein kurzer Augenblick indem der Clan Älteste ihn ebenfalls respektvoll begrüßte, dann ein paar Worte des Abschiedes an Lan Wangji richtete und dann leise und fast schon etwas geisterhaft wieder die Veranda verließ.

Wei Wuxian blickte schließlich Lan Wangji an und schenkte ihm ein Lächeln.
„Und, wie war es so? Also abgesehen davon, dass ich nicht dabei sein durfte?"

Lan Wangji blickte in die liebevollen aber durchtriebenen Augen seines Wei Ying, als er ruhig und tief antwortet:
„Lehrreich."
Damit drehte er sich auf dem Absatz um und ging wieder zurück in den Pavillon.

Wei Wuxian lachte kurz auf, als er ihm zügig folgte, die Tür hinter ihnen wieder schloss und dann darüber nachdachte, wie typisch punktgenau doch diese Antwort wieder war.
Er war sich jedoch nicht ganz so sicher, aber so glaubte er doch ein wenig Eifersucht in Lan Wangji's Mimik und Gestik zu erkennen und als sich dieser kommentarlos wieder vor seine Guqin setzte und die Seiten anzupfte, blieb Wei Wuxian zunächst hinter ihm stehen und blickte ihn schweigend an.

Eine ganze Weile verharrten sie so schweigend, doch dann ging Wei Wuxian plötzlich herunter auf seine Knie und schlang von hinten seine Arme um Lan Wangji. Er legte sein Kinn auf dessen Schulter ab und flüsterte dann leise in sein Ohr:
„Lan Zhan, sag, bist du etwa eifersüchtig?"

Lan Wangji's Finger hörten plötzlich auf sich zu bewegen, als er Wei Wuxian's warmen Atem in seinem Ohr verspürte und den zarten Klang seiner Stimme vernahm.

Wei Wuxian presste seine Brust von hinten dicht gegen Lan Wangji's Rücken und ihre Körper verschmolzen förmlich zu einem, als Wei Wuxian ihn zärtlich von hinten in den Arm nahm.

Lan Wangji's linker Mundwinkel zuckte kaum erkennbar auf, als Wei Wuxian's Hände von hinten über seine Brust strichen und ein dumpfes Rauschen verursachten, als sie über den edlen Stoff seiner Robe fuhren.
Lan Wangji's Adamsapfel zuckte einmal auf, als seine tiefe Stimme seinen Körper zum Schwingen brachte und Wei Wuxian die Vibrationen bis in seine Brust spüren konnte.
„Nein, auf wen sollte ich denn eifersüchtig sein?

Doch Wei Wuxian kicherte leise auf, als er seine Augen schloss und zärtlich begann mit seinen Lippen an Lan Wangji's weißem Ohrläppchen zu nippen.
„Aber ich habe deinen Blick gesehen, wie du Gao Lee hinterher gesehen hast….Du siehst sonst nie anderen hinterher, außer mir..." Hauchte er mit anzüglichem Unterton weiter in Lan Wangji's Ohr.

Lan Wangji blickte nach unten auf seine langen Finger, welche nun regungslos auf den Seiten seiner Guqin ruhten. Er spürte Wei Wuxian's warmen Atem in seinem Ohr, fülte den Kontakt seiner Brust an seinem Rücken und bald bemerkte er eine feuchte Zunge, welche an seiner Ohrmuschel entlang leckte.

Lan Wangji's Finger zuckten schließlich leicht auf und er schloss konzentriert seine Augen, als Wei Wuxian weiterhin ihm ins Ohr hauchte:
„Lan Zhan, Hanguang-Jun, das Lügen ist doch verboten in der Cloud Recesses, oder nicht? Wie kommt es also, dass du eine Lüge erzählst? Sei lieber ehrlich und sag es mir. Dieses bedrückende Gefühl, welches du gerade spürst in deiner Brust, ist Eifersucht, nicht wahr"
Wei Wuxian griff mit seiner linken Hand dominant in den Stoff auf Lan Wangji's Brust und als er zusätzlich etwas Druck ausübte und ihn an sich herandrückte, presste er ihre Körper noch dichter aneinander.

Schließlich zogen sich Lan Wangji's Augenbrauen leicht zusammen, als ein zaghafter, tiefer Ton über seine Lippen kam. Wei Wuxian hatte es nämlich zusätzlich gewagt seine feuchte Zunge in dessen Ohr gleiten zu lassen. Seine andere Hand streichelte dabei anregend über Lan Wangji's Brust und massierte in kreisenden Bewegungen über den edlen Stoff.
Dabei hauchte er mit einer mehr als anrüchigen Stimme weiter im Flüsterton:
„Rasch Lan Zhan, sag es mir. Oder ich werde so lange weiter machen müssen, bis du es mir sagst."

Lan Wangji schluckte einmal schwer, als sich seine schmalen Lippen leicht zusammenzogen und er mit beherrschter Stimme nur zwei Wörte sagte:
„Nicht. Eifersüchtig."

Doch in diesem Moment fuhr Wei Wuxian's rechte Hand seitlich in den Kragen von Lan Wangji's Robe und es berührte sich Haut auf Haut, als Wei Wuxian's Hand über Lan Wangji's Brust strich.
„Falsche Antwort." Hauchte er, als er schließlich sogar zärtlich in Lan Wangji's Ohrläppchen biss.
„Denn Eifersucht zu spüren und sie nicht spüren zu wollen, obwohl sie eigentlich da ist, ist nämlich das Gleiche. Es schickt sich beides nicht, HanGuang-Jun. Du scheinst dich an deine eigenen Lehren nicht zu halten. Wie unanständig von dir."

Lan Wangji's Gesicht spannte sich immer weiter an, doch Wei Wuxian konnte dies von seinem Blickwinkel aus nicht sehen. Er sah nur die langen, schlanken Finger auf der Guqin, welche sich immer weiter zusammenzogen und Beweis dafür waren, dass Lan Wangji gerade versuchte der süßen Verführung zu widerstehen.

„Wei Ying…." Kam es plötzlich etwas atemlos und beherrscht über seine Lippen.

„Hmm?" Summte Wei Wuxian hoch und neugierig. Dabei strich er mit seiner Nase Lan Wangji's dunkles Haar etwas zur Seite und ein blasser, makelloser, schlanker Hals kam zum Vorschein, welcher auch sogleich Wei Wuxian's volle Aufmerksamkeit zu spüren bekam.
Während die zarten Lippen einen Kuss nach dem nächsten auf die reine Haut platzierten, wanderte Wei Wuxian´s linke Hand zu dem breiten Gürtel in Lan Wangji's Taille, als er teuflisch hauchte:
„Sei ganz unbesorgt Lan Zhan. Gao Lee kann mir nicht geben, was du mir gibst. Wie könnte ich auch nur für eine Sekunde darüber nachdenken, etwas so wertvolles wie dich gegen jemand anderes auszutauschen? Also halt schön still und lass mich dich belohnen, wenn du darüber hinwegsiehst, dass ich mit ihr vor deiner Tür gesprochen habe."

In diesem Moment löste sich auch schon der Gürtel in Lan Wangji's Taille und mit einem beherzten Griff riss Wei Wuxian diesen herunter und warf ihn dann zur Seite in den Pavillon.

Lan Wangji's Körper zuckte kurz auf und seine Augen öffneten sich, als er vor Anspannung einmal ruckartig einatmete.

Was Wei Wuxian in diesem Moment jedoch nicht wusste war, dass Lan Wangji's Geduld schon nur noch an einem seidenen Faden hing. Er lies sich von Wei Wuxian necken und erduldete gehorsam dessen Versuch einer Verführung, während er angestrengt versuchte das anhaltende Gefühl vonr Eifersucht in seinem Herzen zu ersticken.
Doch selbst dieses wurde sehr bald von einem prickelndem Verlangen überschwemmt und während er versuchte sich darauf zu konzentrieren, dass er eigentlich die neu erlernten Lehren des Clan Älteren noch einmal hätte wiederholen sollen, machte ihm Wei Wuxian derweil einen Strich durch die Rechnung.
Denn dessen rechte Hand glitt unter den Stoff von Lan Wangji's Robe und während seine Finger geschickt nach dem Bund von seiner Hose suchten, küsste er an dem blassen Hals entlang und lies langsam die Lagen von Stoff von der zarten Schulter rutschen.

Erst in diesem Moment, gab Lan Wangji ein tiefes Brummen von sich und seine Augen schnellten weit auf, als er nach hinten über seine Schulter blickte. Seine Stimme hatte eine warme und tiefe Stimmfarbe und seine Augen schienen zu funkeln, als er Wei Wuxian anblickte und etwas atemlos sagte:
„Wei Ying, warte. Wir sitzen mitten im Schulungspavillon. Es könnte jeder Zeit jemand hereinkommen…."

Wei Wuxian pausierte für einen kurzen Moment seinen Überfall und er hielt kurz inne. Doch sogleich huschte ein unheilvolles Lächeln über seine Lippen, als er nekisch sagte:
„Dann sollten wir uns etwas mehr beeilen, nicht wahr?"

Noch bevor Lan Wangji etwas darauf erwidern konnte glitt auch schon Wei Wuxian's schlanke Hand geschwind in den Hosenbund und als er plötzlich mit seinen Fingern etwas großes, hartes ertastete, kam auch schon ein kurzes Schnaufen aus Lan Wangji's Nase.
Sein attraktives Gesicht spannte sich sichtlich an, als Wei Wuxian's leicht kalten Finger sein steifes Glied umschlossen.

„…Hmm.."
Kam ein leiser, kurzer Ton über Lan Wangji's Lippen, als seine Hüfte einmal kurz zusammenzuckte. Seine Finger glitten über die Guqin und zupften dabei unbeabsichtigt die Seiten an. Ein harfengleicher Ton erklang und durchbrach die sonstige Stille im Pavillon.

Wei Wuxian pausierte für einen Augenblick, Lan Wangji's zarten Regungen genießend. Er blickte über Lan Wangjis Schulter nach unten, in dessen Schritt und sah die provokant hervostehende Beule in der Hose, welcher er mit seiner Hand noch zusätzlich unterstrich.
Während er sich feucht über seine Lippen leckte, schloss er genüsslich seine Augen und öffnete dann einen Spalt seinen Mund.
In diesem Moment versenkte er seine Zähne in dem zarten Fleisch und biss und nippte an Lan Wangji's Schulter und Hals, während er begann seine Hand rhythmisch auf und ab zu bewegen.
Er spürte die Wärme von Haut auf Haut und Lan Wangji's erigierter Penis schwoll in seiner Hand zu einer beachtlichen Größe an.

Lan Wangji, gefangen in dem Moment und die erregenden Berührungen von Wei Wuxian genießend, verspürte langsam ein unstillbares Verlangen und während er noch immer kerzengerade und regungslos vor seiner Guqin saß und sich befriedigen lies, zuckte plötzlich sein Körper zusammen.
Er hob auf einmal ruckartig seinen Arm an, drehte seinen Kopf zur Seite und packte sofort mit seiner rechten Hand an Wei Wuxian's Hinterkopf. Ihre Köpfe wurden sofort dicht aneinander gezogen und ihre intensiven Blicke trafen sich.

Wei Wuxian, kurzzeitlich erschrocken von Lan Wangj's plötzlichem Überfall, riss seine Augen weit auf, als er auch schon sah wie Lan Wangji seinen Mund öffnete und seine feuchte Zunge in seine Mundhöhle schob. Ihre Lippen pressten sich forsch aufeinander und Wei Wuxian fiel leicht nach vorne, wobei seine rechte Hand einmal mit einem kräftigen Hieb komplett über Lan Wangji's Penis bis nach unten glitt. Es entfachte ein heißer und leidenschaftlicher Kuss zwischen ihnen und Wei Wuxian´s Hand kam kurzzeitig zum Stillstand.

Es wurde feucht und ausladend und Wei Wuxian's Augenbrauen zogen sich zusammen, als er versucchte Lan Wangji's geschickt geführter Zunge zu folgen.
Dabei vergaß er nahezu seine eigene untätige Hand in dem Hosenbund seines Gegenübers, als er auch schon sofort wieder daran erinnert wurde. Lan Wangji lies nämlich nun ebenfalls seine Hand unter den Stoff abtauchen und während er Wei Wuxian's Hand liebevoll aber bestimmt umschloss, gab er ihm den Takt an.

„Hmmm..."
Schnaufte Wei Wuxian durch seine Nase. Es wurde langsam wild und ungestüm und niemand dachte mehr an Lan Wangji's Lehrstunde, an die Guqin, noch an den allgemein zugänglichen Pavillon.
Während es langsam an ihren Fingerspitzen feucht wurde und ihre Lippen vor Feuchtigkeit zu glänzen begannen, drückte sich nun auch Wei Wuxian's steifes Glied langsam gegen Lan Wangji's Rücken.

Wei Wuxian verspürte ein unglaubliches Kribbeln, welches durch seinen Körper fuhr und sich langsam in seiner Hüfte ansammelte. Während er damit beschäftigt war noch genügend Luft zu bekommen, machte es ihn zeitgleich mehr als an, Lan Wangji's Verlangen nach ihm so entfachen zu können.

Ihre Atemgeräusche in dem sonst so stillen Pavillon wurde immer lauter und als sich ihre Lippen für einen Moment voneinander trennten, rang Wei Wuxian nach Luft und blickte Lan Wangji's mit seinen leicht glasigen Augen an.
„Lan Zhan…Lan Zhan… Eigentlich wollte ich dich verführen und dir Gutes tun, aber wie es scheint, reicht mir dies nun nicht mehr aus. Ich will dich und noch so viel mehr von dir spüren."
Wei Wuxian war mehr als gerissen und er wusste ganz genau was er mit diesen Worten in Lan Wangji auslösen würde.

Egal wo sie nun waren, wie sollte Lan Wangji jetzt noch dieser Versuchung wiederstehen?
Fast schon rhythmisch und äußerst provokant presste Wei Wuxian sein steifes Glied gegen Lan Wangji's Rücken und lies sich von der erotischen Erregung mitreißen.

Lan Wangji's Augen liefen fast schon rot an und als es kein Halten mehr für ihn gab und er nur noch darüber nachdenken konnte wie er seinen Wei Ying nun unter sich pressen und tief in ihn eindringen würde, hörten sie auf einmal ein paar laute Stimmen vor der Eingangstür.

Die beiden schraken zeitgleich zusammen und wurden sogleich aus ihrem Rausch gerissen und horchten gespannt auf. Noch bevor Wei Wuxian auch nur ansatzweise über einen genialen Plan nachdenken konnte, packte Lan Wangji ihn plötzlich auch schon an den Schultern und hob ihn kraftvoll vor sich.

„Ah!" Keuchte Wei Wuxian leise vor Überraschung auf, als Lan Wangji ihn auch schon direkt vor sich auf seinen Schoß beförderte. Die Stimmen auf der Verana wurden nun noch lauter und Wei Wuxian's Körper bedeckte nun fast vollständig Lan Wangji's entblößten Schritt. Wei Wuxian starrte auf die Guqin vor sich, welche noch immer unberührt auf dem flachen Tisch lag und er vernahm das Rascheln von Stoff hinter sich, als Lan Wangji in windeseile seinen Kragen wieder hochzog und zumindestens halbwegs wieder angezogen aussah. Während Wei Wuxian mit erstauntem Blick dabei zusah wie Lan Wangji versuchte die Situation wenigstens etwas zu vertuschen, fragte er sich, ob ihre neue Position nun wirklich deutlich besser war? Denn man konnte es drehen und wenden wie man wollte, für eine selbst eher ungewöhnliche Unterrichtseinheit, sah ihre Stellung einfach zu doppeldeutig aus.

Doch es blieb keine Zeit mehr darüber nachzudenken, denn in diesem Moment öffnete sich schon mit einem Knacken die große Tür und Wei Wuxian und Lan Wangji blickten etwas ertappt herüber.

Es waren Lan Xichen, Jinan Liang und Luan Han, welche zur Tür hereinkamen. Sie unterhielten sich angeregt und bemerkten im ersten Moment gar nicht, dass außer ihnen noch jemand in dem Pavillon war. Zumindestens bis zu dem Moment, als sie plötzlich Lan Wangji und Wei Wuxian entdeckten. Lan Xichen blieb plötzlich ruckartig stehen und Luan Han, welcher als Letzter zur Tür herein kam, lief sogar prompt auf und stieß sich an Lan Xichen die Nase.

Ein leiser Ton des Schmerzes war von ihm zu vernehmen, als er sich augenblicklich die Nase rieb und sich sofort entschuldigte. Doch zu seinem Verwundern kam nichts zurück und er linste vorsichtig über Lan Xichen's Schulter hinweg.

Es war ein kurzer Moment der peinlichen Stille der verging, als die Fünf sich zunächst nur etwas sprachlos anstarrten.
Lan Xichen's zerstörter Gesichtsausdruck war wirklich etwas schwer in Worte zu fassen, während Jinan Liang schon begann ihr Gesicht leicht beschämt hinter ihrer Hand zu verstecken.

In diesem, ohnehin schon unangenehmen Moment, platzte es auch schon vollkommen unschuldig über Luan Han's Lippen, als er tatsächlich unschuldig sagte:
„Lan Wangji, Wei Wuxian! Ihr seid ja auch hier. Was für eine Überraschung! Übt ihr mit der Guqin? Wie spannend!"

Wei Wuxian und Lan Wangji staunten wahrlich nicht schlecht über Luan Han's absolut gutgläubige Begrüßung und auch Lan Xichen und Jinan Liang waren für eine Sekunde ütwas überrascht, über seinen Mangel an Weitsichtigkeit.

Es war schließlich Wei Wuxian, der sich als Erstes wieder fing und während er etwas verlegen auflachte, lies er seine Finger einmal über die Seiten der Guqin gleiten und strich dabei mehrere Töne gleichzeitig an, als er prompt antwortet:
„Ja! In der Tat, so ist es. So ein Zufall aber auch!"

Lan Wangji war derweil zu einer Eissäule erstarrt und er war unter dem prüfenden Blick seines Bruders kaum in der Lage etwas zu sagen. Er wusste, dass Lan Xichen nicht dumm war und anhand ihrer Pose musste er nur eins und eins zusammenzählen um zu wissen, was sich hier noch vor wenigen Minuten im Pavillon zugetragen hatte.

Auch Jinan Liang war noch etwas steif an Körperhaltung und Mimik, denn obwohl sie mittlerweile wusste, welche ungewöhnlichen Paare sich in der Cloud Recesses zusammengefunden hatten,so war auch sie noch nicht ganz dafür bereit, diese auch immer wieder auf frischer Tat zu ertappen.
Obwohl sie durch ihre gemeinsame Zeit mit Lan Xichen und Bao Tian in einem Pavillon an einiges mittlerweile gewöhnt war, war sie doch eine Dame und von Haus aus zu Zurückhaltung und moralischem Anstand erzogen.

Noch bevor die Situation also weiterhin auszuarten drohte, bewies Lan Xichen mal wieder, dass er nicht umsonst der Sect Leader einer der größten Clan´s in der Welt der Cultivation geworden war. Er räusperte sich und ohne auch nur ohne ein Wort an Lan Wangji oder Wei Wuxian zu richten drehte er sich plötzlich prompt auf dem Absatz um und fasste Jinan Liang und Luan Han an den Schultern. Ebenfalls drehte er die beiden wieder geschwind in Richtung Ausgang und begann sie schon vor sich herzuschieben, als er selbst noch etwas überfordert sagte:
„Wir nehmen doch lieber einen anderen Pavillon."

Jinan Liang und Luan Han blickten noch etwas überrascht drein, als sie sich auch schon eher unfreiwillig wieder Richtung Ausgang bewegten. Etwas überrumpelt fragte Luan Han noch:
„Wieso gehen wir wieder?"

Doch zu allem Überfluss hörten sie plötzlich in diesem Moment von draußen eine nur allzu bekannte Männerstimme, welche durch die offene Tür in den Pavillon schallte.
„Huan? Huan bist du hier?" Vernahmen sie Bao Tian's eindeutig klare und laute Stimme.

Augenblicklich zuckten alle leicht panisch zusammen, denn sie wussten nur zu gut, dass das Schicksal einen dramatischen Verlauf nehmen würde, wenn Bao Tian nun ebenfalls Zeuge dieses Aktes werden würde. Niemals würde er sich mit zweifelhaften Ausreden abservieren lassen, sondern er würde haargenau die Situation auseinander nehmen, voller Ironie in seinem eigenen hämischen Gelächter baden und mit dem Finger so lange drinnen herum stochern bis es wirklich weh tun wurde.

Demnach waren sich alle, außer Luan Han, sofort einig, dass dieses tunlichst vermieden werden sollte.

Lan Xichen hatte daher keine Zeit mehr zu verlieren und er drängte Jinan Liang und Luan Han zur Eile und schob sie nun noch vehementer aus der Tür wieder heraus, als er noch hastig sagte:
„Wir sollten nun ganz schnell einen anderen Pavillon nehmen!"

Mit diesen Worten beförderte Lan Xichen nun das junge Paar wieder direkt vor die Tür, als auch schon Bao Tian um die Ecke bog. Er rief noch immer nach Lan Xichen's Namen und als sich ihre Blicke trafen, schepperte Lan Xichen auch schon die Tür wieder hinter sich zu.

„Da bist du ja!" Sagte Bao Tian etwas stirnrunzelnd über Lan Xichen´s groben Umgang mit der Pavillontür.
„Ich habe nach dir gerufen, hast du mich nicht gehört?"

Lan Xichen schenkte ihm ein merkwürdig aufgesetztes Lächeln und Bao Tian spürte sofort, dass etwas nicht in Ordnung sei. Seine Augenbrauen zogen sich skeptisch zusammen, als er auf die Drei zukam.

Doch Lan Xichen stellte sich etwas blockierend vor die Tür und lächelte Bao Tian weiterhin an, als er sagte:
„Doch, doch. Ich habe dich gehört. Ich bin hier. Also ich meine, wir sind hier."

Es hätte nahezu perfekt sein können, doch es war Luan Han, der in dieser Sekunde jegliche Tarnung sprengte, als er es nur gut meinte und hinzufügte:
„Und Wei Wuxian und Lan Wangji sind auch noch hier."
Um seine Aussage auch noch zu unterstreichen deutete er auch noch mit seinem Daumen auf den Pavillon hinter ihnen.

Als Lan Xichen gerade der Atem stockte und er darüber nachdachte wie er das Gesicht seines Bruders wahren könnte, war es in diesem Moment Jinan Liang, die zum richtigen Zeitpunkt einschritt. Sie hakte sich bei Luan Han geschwind unter dem Arm ein, als sie ihn auch schon von dannen schleppte und mit einem Lächelm im Gesicht sagte:
„Ich gehe mit Luan Han schon einmal vor, ihr zwei könnt ja gerade noch kurz sprechen und dann kommt ihr schnell nach oder? Bis gleich dann!"

Bao Tian's Augen formten sich zu zwei kleinen Schlitzen, als ihm das Verhalten der Dreien mehr als merkwürdig vor kam. Er sah Jinan Liang und Luan Han noch hinterher, wie sie schleunigst die Veranda verließen und sich aus dem Staub machten. Dann wendete er sich wieder zu Lan Xichen, welcher ihn noch immer beschwichtigend wie ein Honigkuchen-Pferd anlächelte, als er skeptisch sagte:
„Wieso habe ich nur das Gefühl, dass ihr etwas vor mir verheimlicht? Und was genau hat diese Sache mit Lan Wangji und Wei Wuxian überhaupt auf sich?"

Lan Xichen biss sich angespannt auf seine Backenzähne, als er sich geschwind von der Tür abstieß. Er fasste in sekundenschnelle nach Bao Tian's linker Hand und dessen Schulter und zog ihn etwas an sich heran. Er strich zärtlich über dessen muskulösen Oberarm, als er einen charmanten Annäherungsversuch wagte und mit leicht verführerrischer Stimme hauchte:
„Wolltest du...nicht etwas von mir? Ich bin ganz Ohr!"

Bao Tian, vollkommen machtlos gegen jede Art von Lan Xichen's Ännäherungen, vergaß sofort alle Skepsis, als er sich von der süßen Stimme leiten lies und auf die verführerrische Ablenkung sofort einging.
Er starrte auf Lan Xichen's schmalen Lippen und gedachte an diese zarte Schönheit, welche er gerade vergangene Nacht so leidenschaftlich in seinen Armen gehalten hattte.
Er lies sich diese ungewöhnlich provokante Verführung daher nicht zweimal sagen, als er sofort darauf ansprang. Sein kräftiger Arm legte sich einmal um Lan Xichen schmale Taille, als er plötzlich beherzt mit seiner großen Hand an dessen Hintern fasste.

Lan Xichen's Augen schnellten weit auf, als sich Bao Tian auch schon an sein Ohr heran lehnte und mit tiefer Stimme brummte:
„Es muss wahrlich ein Anblick gewesen sein, von Lan Wangji und Wei Wuxian im Pavillon, wenn du dafür sogar bereit bist mich in aller Öffentlichkeit und dazu noch am helligten Tage in deinem eigenen Clan, mit deinen Reizen anzulocken.
Ich hoffe nur, du hälst auch was du versprichst, Huan! Denn dein Bruder wird dich nicht retten können, wenn er selbst alle Hände voll zu tun hat!"

Lan Xichen's Augen wurden immer größer, ein Hauch von einem beschämten Rot legte sich über seine blassen Wangen und er schluckte einmal schwer, als ihm bewusst wurde, dass er wahrscheinlich gerade selbst sein eigenes Grab geschaufelt hatte.


Derweil im Pavillon horchten Lan Wangji und Wei Wuxian noch immer gespannt auf. Sie hörten noch ein paar Stimmen und dumpfe Schritte auf der Veranda, bis diese schließlich gänzlich verstummten und es wieder draußen vor der Tür still wurde.

Lan Wangji schloss einmal seine Augen und atmete tief ein, als Wei Wuxian sich plötzlich auf seinem Schoß geschwind umdrehte, seine Beine weit spreizte und sich dann sitzend auf seiner Hüfte wieder einfand. Sie blickten sich nun direkt an und Wei Wuxian schwang seine Arme um Lan Wangji's Hals, als er ihm mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen näher kam und dann mit verführerrischer Stimme in dessen Ohr flüsterte:
„Sag Lan Zhan, nicht jeder hat so einen verständnissvollen und aufopferungsvollen Bruder und Sect Leader wie du. Seine Bemühungen sollten nicht umsonst gewesen sein, also schnell wir sollten uns lieber beeilen, bevor der nächste Einlass durch diese Tür verlangt."

Mit diesem Satz öffnete Wei Wuxian schließlich seinen Mund und lies das kleine, zarte Ohrläppchen Lan Wangji's in seine warme Mundhöhle abtauchen. Er saugte und nippte an ihm herum bis es schließlich ganz rot anlief und vor Feuchtigkeit nur so glänzte. Nachdem er zu seiner vollsten Zufreidenheit an diesem herumgesaugt hatte, brachte er schließlich Lan Wangji's letzten moralischen Widerstand zum Einsturz, als er noch oben einen drauf setzte und heimtückisch sagte:
„Worauf wartest du noch? Schnell, schließ mich in deine Arme, ich kann nicht mehr warten. Zur Feier des Tages darfst du dir heute auch wünschen was du willst, ich mache alles für dich!"
Die letzte Silbe seines Satzes zog er auch noch besonders lang, während seine Stimme dabei immer tiefer wurde und eine kaum überhörbare Anzüglichkeit bekam.

Lan Wangji war nun am Ende. Während er noch die Luft angestrengt durch seine Nase zog und in seine Lungen presste, sagte er unter Anstrengung:
„Wei Ying….du bist wirklich das aller Letzte…."

Ein verschmitzes Lächeln huschte noch über Wei Wuxian's Lippen, als er zufrieden seine Augen schloss.
„Ich weiß!"

In diesem Moment presste Lan Wangji ihn auch schon dominant nach hinten auf den flachen Tisch. Es polterte laut, als die Guqin zu Boden fiel und Lan Wangji zügellos über Wei Wuxian herfiel.


In der Cloud Recesses war eine neue Zeit angebrochen und die stetig gewachsene Lan Familie begann sich neu zu sortieren.

Es begann mit dem Einzug von Jinan Liang und Luan Han in den Pavillon von Lan Xichen´s und Lan Wangji's Mutter. Er lag sehr abgelegen, im hinteren Beereich der Cloud Recesses und es wurden sogar Wachen aufgestellt um ungebetene Gäste daran zu hindern zu nahe zu kommen. Dort, in aller Ruhe machten sie es sich gemütlich und konnten nun endlich gemeinsam zur Ruhe kommen. Obwohl es Luan Han, als vorgestellten Ehrengast, erlaubt war sich in der Cloud Recesses frei zu bewegen wurde von allen höchste Diskretion erwartet. Jinan Liang war immerhin die offizielle Braut von Lan Xichen und es wurde absolut geheim gehalten, dass die beiden nun zusammen den Pavillon bewohnten und es in Wirklichkeit zwischen ihnen eine Beziehung gab, welche über Freundschaft hinaus ging. Selbstverständlich kam Jinan Liang in dieser Zeit weiterhin mit größter Sorgfalt all ihren Pflichten nach, welche sie nun als Frau des Sect Leader's zu erfüllen hatte. Es waren eher die Anderen, welche ihr stet's Einhalt boten und bedacht waren, sie nicht zu überzustrapazieren. Ihre Gesundheit stand schließlich für alle an erster Stelle.

Luan Han erhielt, ganz so seiner Überraschung und Freude, sogar von Lan Xichen das Angebot mit den Schülern des Gusu Lan Clan's gemeinsam die Cultivation zu lernen.
Da er als Kind schon den Untergang des Wen Clan's miterlebt hatte, hatte seine Ausbildung einen frühen Abbruch erfahren und so hatte er in den vergangenen Jahren eher als normaler Bürger gelebt. Sein goldener Core konnte nicht mehr weiter reifen und so blieb seine Cultivation und seine spirituelle Energie auf einem Anfangsstadium zurück.
Es war daher eine große Ehre für ihn und er kam aus der Dankbarkeit gar nicht mehr heraus, als ihm sogar diese Chance auch noch zusätzlich geboten wurde. Fast schon fassungslos nahm er das unübertreffbare Angebot an und von fortan suchte Luan Han jeden Morgen die Schulungspavillons mit den anderen Schülern auf und holte nach, was ihm in den vergangenen Jahren verwehrt blieb.

Er war ein geselliger und freundlicher junger Mann und er fand bald viele Freunde und man konnte ihm von Tag zu Tag dabei zusehen, wie er immer mehr aufblühte. Natürlich war auch Jinan Liang davon nicht ganz unberührt geblieben. Sie selbst erstrahlte in dieser Zeit, trotz ihrer fortschreitenden Erkrankung, zu einer immer bewundernswerteren Frau. Ein zartes Lächeln stand immer auf ihren roten Lippen und wann immer man sie fragte, sagte sie stet's, sie sei der glücklichste Mensch auf Erden.

Dennoch hatte Lan Xichen angeordnet, dass der Heiler sich mit höchster Priorität um sie kümmern sollte und Jinan Liang kam sich bald behütet wie einen Schatz vor. Sie kam in den Genuss einer der besten medizinischen Versorgungen und sie wusste sich in besten Händen. Zwar hatte der Heiler klar zu verstehen gegeben, dass er Jinan Liang nicht heilen konnte, aber er tat dennoch alles was in seiner Macht stand um den Fortschritt der Erkrankung zu verlangsamen und es ihr zu erleichtern.

Obwohl sie alle nun schicksalhaft miteinander verbunden waren und Luan Han und auch Bao Tian natürlich niemals vergaßen, was der Preis dieses Abkommens gewesen ist, so konnten sie doch alle irgendwann darüber hinwegsehen und es akzeptieren, dass zwischen Jinan Liang und Lan Xichen mindestens einmal mehr als Freundschaft gewesen ist.
Denn was sie für dieses Opfer als Gegenleistung bekamen, stellte alle Zweifel in den Schatten. Sie wuchsen alle miteinander zusammen, wurden zu einer großen Familie und es verband sie eine tiefe Bindung.

Lan Xichen und Bao Tian lebten in diesen Tagen wieder zu zweit in Lan Xichen's Pavillon und Bao Tian's angrenzendes Zimmer wurde bald eher nur noch ein pseudo Andenken, welches nur noch als Alibi diente. Denn in Wirklichkeit hatte das Zimmer seinen Herren schon lange nicht mehr gesehen.

Die Tage waren aufregend und bunt geworden und die Nächte von leidenschaftlicher Zweisamkeit geprägt. Auch Lan Xichen merkte man nun langsam die Leichtigkeit des Seins an und das Glück begleitete von nun an seine Wege. Er war ein herausragender Sect Leader und ein ehrenvoller Mann, welcher nun selbst von Tag zu Tag in einem ruhmreicheren Licht erstrahlte. Er war vorher mit Lan Wangji weit über die Grenzen der Cloud Recesses bekannt gewesen, aber nun legte er und der Gusu Lan Clan an Bewunderung und Ansehen noch stark zu.
Denn von nun an war an Lan Xichen's Seite stet´s eine starke Frau, welche das Fundament des Gusu Lan Clan´s in der Gesellschaft festigte. Aber hinter ihm, stand schon lange ein starker Mann, welcher ihn nie aus den Augen lies und dessen bedingungslose Liebe der eigentliche Grund für sein endlich gefundenes Glück waren.

Auch Lan Qiren's Leben erfuhr in dieser Zeit einen beachtlichen Wandel. Nur ein paar Tage nach Luan Han's Anreise verließ Madame Mao mit ihren zwei Damen Gao Lee und Zhao Ran wieder die Cloud Recesses. Sie reisten zurück nach Zhou Yong um ihre Sachen zu packen, dennn es stand für sie ein Umzug an. Da Madame Mao ihr Ja Wort gegeben hatte, zog sie nun mit samt ihrer Schneiderei in die Cloud Recesses, um dann dort mit Lan Qiren in den Bund der Ehe einzutreten.

Zunächst wollte Lan Qiren sie persönlich begleiten aber aufgrund seiner Verletzungen, welche doch deutlich langsamer als Bei Bao Tian und Lan Xichen verheilten, lies er sich doch überreden dies anderen zu überlassen.
Madame Mao kannte da selbst keine Widerreden und nachdem sie Lan Qiren gut genug bearbeitet hatte, wurde entschieden, dass Bao Tian und noch drei ältere Schüler des Gusu Lan Clan's sie begleiteten würden.

Ihre kleine Reisetruppe reiste in diesen Tagen also ab und machte sich auf den Weg nach Zhou Yong. Während ihrer Abwesenheit lies Lan Qiren sogar einen Pavillon in der Cloud Recesses etwas umbauen und richtete ihn so her, dass Madame Mao und ihre zwei Damen mit besten Voraussetzungen ihre Schneiderskunst dort fortsetzen konnten.

Madame Mao verließ mit einem einem lachendem aber auch mit einem weinenden Auge die Stadt. Sie war schließlich in dieser schillernden und bunten Welt groß geworden und es hatte sie maßgeblich geprägt und zu dem Menschen gemacht, der sie nun war. Aber es war auch ein Schritt für sie die Vergangenheit nun los zu lassen, zu vergessen woher man kam und nach vorne zu sehen. Denn wie könnte sie sich nur glücklicher schätzen, als zu wissen, nun den Rest ihres Lebens an Lan Qiren's Seite zu verbringen? Auch sie erhielt nun eine Familie und Lan Xichen und Lan Wangji, welche sie schon immer wie ihr eigen Fleisch und Blut geliebt hatte, waren nun ihre tatsächlichen angeheirateten Enkel.

Es stand eine glorreiche und friedliche Zukunft vor ihnen und es dauerte nicht lange bis man merkte, dass diese Frau Stück für Stück das Herz des alten Qiren's immer mehr erweichte. Denn auch ihn hatte das Glück bald fest im Griff und sein Gemüt wurde zunehmend von einer gewissen Leichtigkeit und Gutmütigkeit begleitet.

Nach genau einem Monat kamen Madame Mao, Gao Lee, Zhao Ran, Bao Tian und die drei ältesten Schüler mit Sack und Pack aus Zhou Yong wieder zurück. Mit einer Kutsche und drei weiteren Karren, die jeweils von einem Ochsen gezogen wurden, landete sie wieder an dem Fuß des Berges.

An jenem Tag zog somit ein weiterer Wirbelwind in die Cloud Recesses mit ein und der Gusu Lan Clan erfuhr durch die Führung unter Lan Xichen eine neue Veränderung nach der Nächsten. Obwohl ein paar der Clan Ältesten anfänglich eher zähneknirschend diesen Veränderungen entgegen blickten, hatte Lan Xichen nun aber auch noch die Unterstützung von Lan Qiren an seiner Seite und gemeinsam schafften sie Platz für einen Wandel, ohne dabei den Geist und die Seele ihres Clan's zu verletzen.

Nur wenige Tage nach der Anreise Madam Mao's und der Eröffnung ihrer Schneiderei in der Cloud Recesses traten Lan Qiren und sie in den Bund der Ehe ein. Die Feierlichkeiten wurden eher klein gehalten und niemand von Außerhalb wurde dazu eingeladen. Schließlich hatte Lan Qiren keinen bedeutenden Titel inne und das Erbe und die Führung des Clan's waren in Lan Xichen's Hände übergegangen.

Es sorgte dennoch zunächst für großes Erstaunen und so manch einer musste über das ungleiche Paar schmunzeln. Die Schüler des Clan's zerrissen sich Nachts in ihren Zimmern die Mäuler wie Lan Qiren nur so eine auffällige und schlagfertige Frau für sich gewinnen konnte.
Da Madame Mao nun offizielle in die Lan Familie eingeheiratet hatte und somit Mitglied des Gusu Lan Clan's war, hatte auch sie gewisse Pflichten und Erwartungen zu erfüllen. Aber wer hätte gedacht, dass diese selbstbewusste und taffe Frau auch dieses mit Bravour meistern würde?

Madame Mao war wie sie nun einmal war, aber eines durfte man nie vergessen, sie war einst, bevor ihr Vater sie später an ein Freudenhaus verkauft hatte, eine der berühmtesten Konkubinen im Land gewesen und sie hatte eine hohe Ausbildung genossen. Sie war wandlungsfähig, belehrt in Musik und Tanz und sie konnte vor allem eines: sich benehmen, wenn es darauf an kam.

Lan Qiren brauchte sich also vor nichts zu fürchten. Diese Frau bewahrte in der Gesellschaft sein Gesicht besser als er es jemals hätte selbst tun können. Auch wenn es privat hinter verschlossenen Türen vielleicht manchmal etwas anders zu ging.
Denn wann immer Madame Mao auf Bao Tian stieß verfielen sie wieder in ihre alten Verhaltensmuster und wenn dann noch Wei Wuxian dazu kam, war das Chaos wieder perfekt. Es war daher den Schülern des Gusu Lan Clan's, die oft ihre Tage als eingestaubt und langweilig empfanden, eine zuvorkommende Abwechslung und die drei Männer der Lan Familie hatte mit ihren Partnern, manchmal alle Hände voll zu tun.

Wei Wuxian und Lan Wangji schwammen in diesen Tagen vergnügt auf den Wellen dieser Veränderungen mit und blickten mit Staunen nach vorne in eine sich immer wandelnde Zukunft. Sie waren viel zu zweit unterwegs, erkundeten die Welt und waren als Cultivators und im Namen des Gusu Lan Clan's tätig. Auch sie waren ein eher ungleiches Paar und es dauerte nicht lange bis auch sie sich bald in der Welt einen Namen gemacht hatten. Schließlich lösten auch sie nicht immer nur positive Reaktionen aus, wenn bekannt wurde, dass der ehemalige Yiling Patriarch nun mit einer der zwei Jade Brüdern vom Gusu Lan Glan verbandelt war.

Doch wann immer sie wieder in die Cloud Recesses zurückkamen wurden sie freudig und liebevoll empfangen und auch sie kamen in den Genuss dieser warmherzigen, wenn auch etwas außergewöhnlichen Famlie.

Es kehrte also eine friedliche und aufregende Zeit in der Cloud Recesses ein, welche zwangsläufig einen unvorhergesehenen Wandel und frischen Wind mit sich brachte. Der Clan wurde zunehmend beliebter und er wuchs stetig an Stärke und Kraft mit seinen neuen Verbündeten an und sicherte sich so einen neuen Standpunkt in der Welt der Cultivation.

Denn wenn Menschen wirklich glücklich waren, strahlten sie dieses auch nach Außen hin aus und waren damit sogar in der Lage Berge zu versetzen.