Chapter 22
-3 Monate später-
Seine schlanken Finger glitten über das helle Holz. Es war zart und splitterfrei und wirkte im reflektierenden Sonnenlicht wie feinste Jade. Die kleinen Öffnungen waren filigran ausgearbeitet und aus bester Handwerkskunst gefertigt.
Es war ein unübertroffenes Schmuckstück und an Wert für seinen Besitzer kaum zu erfassen.
Lan Xichen atmete einmal tief ein, als er mehrmals über Liebing strich und dann die edle Flöte wieder langsam in seinem Gürtel verstaute.
Er blickte nach vorne und sah in der Ferne die vielen Pavillon's und die Veranden der Cloud Recesses. Es war ein friedlicher und schöner Ort und stolz erfüllte sein Herz, als ihm wieder einmal bewusst wurde, dass ihm die Ehre zuteil wurde, Sect Leader eines solchen Clan's zu sein.
Er saß unter einem Pavillon auf einer Steinbank und genoss eine Schale frisch aufgegossenen Tee und kam dabei etwas zur Ruhe. Während der seichte Wind sein langes Haar zum flattern brachte hörte er die leisen Stimmen der Schüler des Gusu Lan Clan's, welche nicht weit von ihm entfernt von Lan Wangji in der Kunst der Cultivation unterrichtet wurden. Doch wo Lan Wangji war, da war Wei Wuxian nicht weit und immer wieder wurde diese meditative Stille von jähem Gelächter unterbrochen.
Ein zartes Schmunzeln flog über Lan Xichen's Lippen, als er seine Augen kurz schloss und neben Wei Wuxian's herzerwärmenden Gelächter aus der Ferne, auch noch die wütende Stimme seines Onkels vernahm, welche aber kurz darauf von Madame Mao's kräftigem Sprachorgan wieder besänftigt wurde.
Seine Augenbrauen zogen sich etwas kraus, während er dem lauten Spektakel einen Pavillon weiter lauschte, als er sich selbst gut zuredete, dass es dennoch noch immer ein friedlicher und schöner Ort sei. Nur manchmal halt etwas belebter als zuvor, was aber auch durchaus einen gewissen Charme mit sich brachte und ein Gefühl von Leben und Familie vermittelte.
Lan Xichen schnaufte belustigt durch seine Nase und als er gerade seine Augen wieder öffnete, wurde es schlagartig dunkel vor seinen Augen, als sich zwei große Hände sanft über seine Augenlieder legten.
Lan Xichen zuckte kurz zusammen, als sich sein Sichtfeld plötzlich verdunkelte. Doch sogleich vernahm er einen bekannten Körperduft und er hörte den Klang einer geliebten Stimme:
„Wer bin ich?"
Brummte es so vertraut tief und liebevoll hinter him, aber zeitgleich auch mit einem leicht kindlich, naiven Unterton.
Lan Xichen's Mund öffnete sich einen Spalt und er legte seine schlanken Hände auf die seines unbemerkten Anschleichers. Zärtlich ertastete er die Konturen, als seine Mundwinkel sich etwas belustigt nach oben bogen.
„Tian…" Sagte er mit sanfter Stimme.
„Ich wusste gar nicht, dass du zu so kindischen Spielereien neigst."
Die Person hinter ihm schien überrascht.
„Woher willst du wissen, dass ich es bin? Du hast mich doch gar nicht gesehen!"
Fragte die Person mit der eindeutigen Stimme von Bao Tian.
Lan Xichen schnaufte einmal belustigt durch seine Nase.
„Aber ich erkenne dich doch. Auch ohne dich zu sehen."
Antwortete er geduldig und mit sanfter Stimme.
„Woran?"
Fragte die tiefe Stimme neugierig hinter ihm.
Lan Xichen schüttelte etwas belustigt seinen Kopf hin und her:
„Na, an deinem Körperduft, an den Konturen deiner Hände und natürlich an deiner Stimme. Das alles ist typisch Tian."
„Hmmm..."
Brummte die Stimme tief hinter ihm und fragte interessiert weiter, mit der Neugierde eines Kindes:
„Und die kindische Spielerei? Ist die auch typisch Tian?"
Lan Xichen stutzte für einen Moment. Denn in der Tat, alles fühlte sich bis hierher sehr vertraut an und er war sich mehr als sicher, dass es Bao Tian sein musste.
-Denn wer sonst könnte sich auch mitten am Tag in der Cloud Recesses sich ihm so ungesehen anschleichen und sich als Bao Tian ausgeben?
Jemand anderes war eigentlich ausgeschlossen!-
Doch umso mehr er diesem Gedankengang Raum gab, umso unsicherer wurde er mit der Zeit.
-War es etwa doch nicht Bao Tian, der direkt hinter ihm stand? Oder trieb er tatsächlich nur seine Späße mit ihm und wollte ihn nun absichtlich in die Irre führen?-
Lan Xichen strich mit seinen schlanken Fingern noch einmal über die vertrauten Hände über seinen Augen, als er nun etwas unsicher sagte:
„Nein….die kindische Spielerei ist nicht typisch Tian…"
„Oh!"
klang es überrascht hinter ihm.
„Welches Verhalten würde denn sattdessen eher zu ihm passen?"
Lan Xichen's Augenbrauen zogen sich schließlich etwas angespannt zusammen, als er seine Lippen öffnete um etwas sagen zu wollen. Doch dann verstummte er noch einmal und dachte kurz über seine Wortwahl nach. Dann sagte er schließlich etwas zögerlich:
„Tian, hat zwar oft noch den jugendlichen Schalk im Nacken und erinnert einen oft mehr an einen pubertären, heranwachsenden jungen Mann, welcher noch zeitweise von seinen Hormone geleitet wird und sich einen Platz in der Welt behaupten will…aber...seine Annäherungen sind eher…"
Doch dann verstummte er, die richtigen Worte auf seiner Zunge suchend.
„Eher...was?"
Erklang es plötzlich deutlich tiefer ganz nah an seinem rechten Ohr.
Lan Xichen's schlanken Finger zuckten kurz zusammen, als er die intensivierende Körpernähe deutlich spürte.
Die Dunkelheit vor seinen Augen verunsicherte ihn nun etwas, als er langsam sagte:
„Seine Annäherungen sind…im Vergleich zu seinem sonstigen Verhalten….etwas reifer und sagen wir…etwas forsch!? Sie sind...ganz und gar nicht kindisch."
Die Mundwinkel der Person hinter ihm Bogen sich leicht nach oben.
„Reifer und….forsch? Du meinst also, Bao Tian wäre eher...so?"
In diesem Moment zogen die zwei großen Hände auf Lan Xichen's Augenliedern plötzlich seinen Kopf behutsam nach hinten. Sein schlanker Nacken überstreckte sich, als er mehr als überrascht von dem plötzlichen Überfall war. Er glaubte jede Sekunde nach hinten sein Gleichgewicht zu verlieren, doch augenblicklich wurde er auch schon wieder ausgebremst, als er zwei feurige Lippen auf den Seinen spürte.
Jemand saugte und nippte an seinen schmalen Lippen, so zärtlich und hingebungsvoll zugleich. Doch sofort wurde die Feinfühligkeit unterbrochen und noch bevor Lan Xichen auch nur einen Ton von sich geben konnte, drang eine forsche Zunge in seine Mundhöhle ein. Seine Zähne wurden auseinander gedrängt und sein Kiefer öffnete sich ein Stück, als seine Lippen vollkommen umschlossen wurden und somit ungehindert Einlass gewährten.
Lan Xichen erschrak im ersten Moment, doch als der Kuss eine feuchte Leidenschaft mit sich brachte und sein Körper instinktiv auf die eingespielten Berührungen reagierte, schmeckte er diesen einen, vertrauten Geschmack.
Es war der Geschmack von Bao Tian und er wusste, egal wie gut sich auch ein Dämon tarnen würde, er würde niemals nach Bao Tian schmecken. Mag es seine Erscheinung, seine Stimme und sogar sein Körperduft sein. Sie alle könnten imitiert werden. Aber sein Geschmack, wäre niemals der Selbe.
Lan Xichen's Herz schlug einmal kräftig auf, als die Gewissheit seinen Körper langsam zur Hingabe verleitete.
Der Kuss intensivierte sich langsam und ihre feuchten Zungen umschlungen sich feurig, als Lan Xichen's Beine langsam zittrig wurden. Und es war nicht nur das. Ihre Körper waren mittlerweile ein eingespieltes Team und sie waren so abhängig voneinander, dass sie ihr Verlangen nacheinander kaum stillen konnten. Ihre Körper sehnten sich nacheinander und ihr kindliches, vorangehendes Rollenspiel löste ein heißes Prickeln in ihnen aus.
Während sich Lan Xichen langsam in diesem hingebungsvollen Kuss verlor, vergaß er vollkommen die Welt um sich herum, als sie auf einmal leise Stimmen vernahmen, welche sich ihnen näherten. Ein zartes Kichern einer jungen Frau holte sie schließlich ins Hier und Jetzt zurück und als Lan Xichen langsam unruhig zu strampeln begann, löste Bao Tian schließlich ihre Lippen wieder voneinander.
Langsam lüftete sich das Geheimnis und als er seine Hände von Lan Xichen's Augenliedern entfernte, öffnete dieser schließlich seine Augen. Er hatte noch immer seinen Kopf weit nach hinten gestreckt und als er langsam nach oben blickte, schaute er in zwei große, braune Augen. Ein kleiner geflochtener Zopf mit einem weißen Band mit blauen Wolken hing direkt neben seinem Gesicht herunter und tuschierte leicht seine Wange.
Das helle Licht der Sonne blendete zunächst seine Augen, doch es war so, als würde Bao Tian's dunkle Erscheinung alles Licht um sie herum in sich aufnehmen und fast vollständig neutralisieren.
Lan Xichen trug einen noch leicht verwirrten Gesichtsausdruck, als er schließlich langsam sagte:
„Du bist es wirklich."
„Natürlich bin ich es! Hast du je daran gezweifelt?"
Fragte Bao Tian etwas verwundert.
„Ein bisschen."
Sagte Lan Xichen noch etwas in Gedanken versunken.
„Und, wie hast du mich dann endgültig erkannt?"
Fragte Bao Tian mit interessierter Tonlage.
„...geschmeckt…"
Sagte Lan Xichen ihm in die Augen schauend, während sich dabei eine leichte Röte auf seinen Wangen abzeichnete.
„...Ich habe dich geschmeckt."
Bao Tian zog zunächst etwas überrascht eine Augenbraue nach oben, als er dann mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen sagte:
„Du hast mich geschmeckt? Hmm...nach was genau schmecke ich denn? Eigentlich müsste ich mittlerweile mehr nach dir schmecken, so oft wie ich dich schon gekostet habe."
Lan Xichen's Augen weiteten sich, als diese anspielenden Worte ein unvermeitbares Kopfkino in ihm auslösten. Sofort lief sein Gesicht noch roter an und er drückte sich wieder nach vorne ab und verdeckte mit seiner Hand leicht beschämt sein Gesicht.
In diesem Moment kamen eine handvoll Schüler des Gusu Lan Clan´s an dem Pavillon vorbei und Bao Tian zog sofort seine Hände zurück und machte ein paar Schritte nach hinten.
Als die Schüler die beiden überraschenderweise unter dem Pavillon erblickten verneigten sie sich sofort respektvoll und begrüßten die beiden höflich, zogen dann aber auch schnell weiter ihres Weges.
Lan Xichen, noch etwas peinlich berührt über Bao Tian's Aussage, blickte noch etwas beschämt nach unten und versuchte sich vor der jüngeren Generation nichts anmerken zu lassen. Doch sobald sie wieder aus ihrem Sichtfeld verschwunden waren, rückte Bao Tian sofort von hinten wieder etwas näher heran. Er strich mit seiner rechten Hand durch eine lange Haarsträhne von Lan Xichen's seidigem Haar, als er sich dicht an dessen Ohr heranlehnte und anzüglich hauchte:
„Dein Gesicht ist nun voller Scham und mein Körper gerät bei diesem Anblick alleine schon in Wallungen. Jetzt, wo wir alle Geschmacksrichtungen geklärt haben stellt sich mir nur noch eine Frage:
Solch ich dich gleich hier vor den Augen aller vernaschen oder gehst du mit mir zurück in deinen Pavillon?"
Lan Xichen's Augen wurden nun noch größer und schlagartig zog sich die rote Gesichtsfarbe auch noch bis über seine beiden Ohrläppchen. Er machte eine abweisende Handbewegung und entfernte sich sofort zwei Schritte, als er sein heißes Ohr mit seiner Hand fest hielt. Seine Stimme war etwas aufgeregt und von einer gewissen Peinlichkeit begleitet:
„Tian, es ist noch immer hellichter Tag. Musst du so..so.."
„So, was?"
Fragte Bao Tian belustigt, Lan Xichen in's Wort fallend.
„Forsch sein? Meinst du etwa das?"
Lan Xichen's Stirn legte sich in nachdenkliche Falten, als er fast etwas hilflos und somit äußerst bemitleidenswert drein schaute.
Bao Tian lachte schließlich vergnügt auf, als er sich kurz mit seiner linken Hand selbstsicher durch sein welliges Haar fuhr.
„Du hast gesagt, es würde eher zu mir passen wenn ich forsch sei. Und da wir beide wissen, dass du mich magst…"
Er machte plötzlich eine kurze Pause, senkte seine Stimme und lehnte sich dann leicht zu Lan Xichen nach vorne. Dabei senkte er seinen Kopf und blickte ihn schließlich mit seinen tief braunen Augen unter seinem welligen Haar hervor an:
„...Scheinst du auf forsche Jungs zu stehen!"
Lan Xichen's Augen wurden immer größer und als seine Lippen sich schließlich anfingen kraus zusammenzuziehen und sein gesamter Körper eine ungewöhnlich, angespannte Aussteifung erfuhr, war er um eine Antwort mehr als verlegen. In seinem Kopf suchte er nach angebrachten Ausreden und schlagfertigen Antworten, doch außer ein unterdrücktes Gefiepe kam nichts aus seiner Kehle.
Als Bao Tian bei diesem hilflosen Anblick nicht mehr an sich halten konnte und er Lan Xichen mit seiner schüchternen Reaktion in seinen Gedanken sogar als niedlich betitelte, konnte er nur noch daran denken, wie er ihn nun in ihren Pavillon entführen wurde und ihn dort dominant unter sich pressen würde um ihn dann mit Haut und Haar zu verschlingen.
Doch in diesem entscheidenden Moment hörten sie plötzlich eine aufgebrachte Frauenstimme.
Lan Xichen und Bao Tian blickten sich erschrocken um, als plötzlich ein Dienstmädchen aufgebracht auf sie zugelaufen kam. Sie gehörte zu Jinan Liang's engsten Vertrauten und war damals bei der Eheschließung mit in die Cloud Recesses eingezogen. Sie blickte Lan Xichen und Bao Tian mit erschrockenem Blick an und kam direkt auf sie zugelaufen, als sie schon rief:
„Sect Leader Lan Xichen! Bitte kommt sofort. Jinan Liang, eure Frau war auf dem Weg zu Euch und ist gerade zusammengebrochen!"
Lan Xichen's Augen weiteten sich und auch Bao Tian zuckte fassungslos zusammen, als das Dienstmädchen vor ihre Füße gestolpert kam. Sie war außer Atem und zeigte mit ausgestrecktem Zeigefinger in die Richtung aus der sie gekommen war.
„Schnell." Sagte sie besorgt und keuchend.
„Ihr geht es auf einmal ganz schlecht! Bitte helft ihr!"
Lan Xichen spürte sein Herz, welches plötzlich für einen Schlag aussetzte. Ein beklemmendes Gefühl machte sich in seiner Brust breit und obwohl er wusste, dass Jinan Liang sehr krank war und sie schon das ein oder andere Mal zusammengebrochen war, erschütterte es ihn jedes Mal aufs Neue bis ins Mark.
Er dachte daher nicht lange nach und rannte sofort in die Richtung aus der das Dienstmädchen gekommen war und Bao Tian ergriff die junge Frau schnell am Handgelenk und zog sie mit, ehe er zur Verfolgung ansetzte.
Sie mussten nicht lange laufen, als Lan Xichen Jinan Liang schon auf einer Veranda entdeckte. Sie klammerte sich an einer Säule fest und hing mit ihrem Oberkörper über das verzierte Holzgeländer. Zwei Dienstmädchen und ein paar Schüler des Gusu Lan Clan's standen schon neben ihr und versuchten sie zu stützen. Als die Drei mit schnellen Schritten sich näherten brach Erleichterung in den besorgten Gesichtern der Anwesenden aus und Lan Xichen und Bao Tian wurden sofort begrüßt und durchgelassen.
Jinan Liang hing derweil über dem Geländer und schien sich zu übergeben. Während sie kreideweiß im Gesicht war und kalter Schweiß auf ihrer Stirn perlte, machte sie einen zittrigen und schwachen Eindruck.
„Liang!" Rief Lan Xichen halb in Panik, als sie auch schon sofort den Kopf anhob und nach hinten blickte.
„…Xichen…?!" Sagte sie mit schwacher Stimme, als auch schon ihre Beine einknickten und sie nach hinten kippte. Sofort fing Lan Xichen sie auf und schloss sie in seine Arme, als sie nahezu bewusstlos nach hinten kippte.
Ein erschrockenes Raunen ging durch die Menge und Lan Xichen ergriff die Furcht, als sofort Bao Tian von hinten kam und seine Schulter berührte.
„Schnell, lass mich sie tragen. Bringen wir sie zum Pavillon des Heilers!"
Lan Xichen nickte ihm entschlossen zu und in diesem Moment griff Bao Tian auch schon unter ihre schwachen Beine und unter ihre Arme und hob sie an.
Lan Xichen machte ihnen Platz und sagte entschlossen zu allen Anwesenden:
„Sucht den Heiler! Sofort! Wir bringen sie schon einmal zum Pavillon!"
Die Menge setzte sich sofort in Bewegung und jeder lief, den Regeln des Gusu Lan Clan's zu trotz, los und suchte den Heiler, während Lan Xichen und Bao Tian sie schleunigst wegschafften.
Lan Xichen kam schließlich mit großen Schritten auf die Tür zum Pavillon des Heilers zu und stieß diese mit schwungvoller Bewegung auf. Ein starker Windzug kam mit ihnen herein und brachte die Stoffbanner unter der Decke zum aufflattern, als die Drei die Räumlichkeiten betraten.
Jinan Liang hatte mittlerweile ihre Augen fest geschlossen und hing nahezu leblos in Bao Tian's Armen. Lan Xichen schritt voran und als sie eilig um einen Raumteiler bogen, legte Bao Tian sie behutsam auf einem Bett ab. Lan Xichen legte sofort seine Hand unter ihren Nacken und stützte sie vorsichtig ein wenig, ehe sie schnell ein Kissen zur Hand nahmen und es unter ihren Kopf legten.
Lan Xichen war förmlich krank vor Sorge und seine Augenbrauen zogen sich kraus, als er in ihr bleiches Gesicht starrte.
„Liang? Liang?" Kannst du mich hören?" Fragte er vorsichtig, als er behutsam ihr rechtes Handgelenk nahm und ihren Puls fühlte.
Sie stöhnte nur einmal leise auf und brummte kurz über ihre Lippen, als sie sofort tief und schwer einmal einatmete.
„Der Heiler ist gleich da, halte durch!"
Sagte Lan Xichen beruhigend, während Bao Tian angespannt neben ihm stand.
Draußen vor der offenen Tür hörte man schließlich ein paar leise Stimmen und scheinbar waren ein paar Clanmitglieder herangeeilt, als sie von Jinan Liang's Gesundheitszustand erfuhren.
Doch plötzlich wurde das Geraune auf der Veranda lauter, als jemand sich durch die Menschenmenge schob und plötzlich der Heiler in die Tür trat. Mit schnellen Schritten kam er in den Pavillon und bog sofort um den Raumteiler, als er auch schon die Drei erblickte.
Er begrüßte Lan Xichen und Bao Tian zunächst respektvoll, eher er sich zügig zu Jinan Liang wendete.
Eine nachdenkliche Falte legte sich zwischen seine Augen, als er in Jinan Liang's blasses Gesicht blickte. Er strich sich kurz über sein Kinn und sagte dann mit ruhiger und tiefer Stimme:
„Bitte lasst uns alleine. Ich werde sehen was ich tun kann!"
Lan Xichen stand zunächst etwas widerwillig von Jinan Liang's Bett wieder auf und blickte noch lange in ihr erschöpftes Gesicht, als Bao Tian ihm verständnisvoll zunickte und ihn dann vorsichtig am Arm zu sich herüber zog.
Lan Xichen wusste zwar, dass Jinan Liang bei dem Heiler in aller besten Händen war, aber die Sorge über ihren Gesundheitszustand nahm mit jedem vergangenen Tag, mit welchem er sie immer mehr in sein Herz geschlossen hatte, langsam aber stetig zu. Es war wie ein dunkler Schatten der sich bedrohlich über all ihr Glück legte und den Frieden in ihren Reihen still und leise bedrohte.
Lan Xichen atmete noch einmal schwer ein, als er sich langsam von Bao Tian Richtung Tür bewegen lies.
„Ich danke euch...!" Sagte er noch schwermütig zu dem Heiler.
„Komm, wir sollten gehen. Sie ist nun in besten Händen."
Versuchte Bao Tian ihm gut zuzureden, während der Heiler auch schon begann seine Ärmel hochzukrempeln und Jinan Liang's Handgelenk berührte um ihren Puls zu erfassen.
Als er Lan Xichen und Bao Tian Richtung Tür schreiten sah, sagte er noch:
„Bitte schickt mir noch ein paar Dienstmädchen und einen fähigen Schüler herein. Er soll mir warmes Wasser bringen und meine Anweisungen genaustens befolgen."
„Ist gut!" Sagte Bao Tian sofort, ehe er Lan Xichen mitnahm und zügig zur Tür hinausschob.
Als sie draußen wieder auf die Veranda traten waren zu ihrer Überraschung mittlerweile Lan Wangji und Wei Wuxian eingetroffen, welche sofort die Menschenmenge wieder auflösten und erstmal wieder für Ordnung und Anstand sorgten.
Als Lan Xichen und Bao Tian zwischen ihnen auftauchten schickte Lan Xichen sofort einen der noch anwesenden Schüler zunächst in den Pavillon und bis auf ein paar Wachen und Dienstmädchen wurden alle wieder fortgeschickt.
Lan Wangji nutzte die Gelegenheit und begrüßte zu erst die Beiden, während er sogleich besorgt fragte:
„Bruder, wir hörten die Aufruhe und sind hergeeilt. Was ist geschehen?"
Auch Wei Wuxian kam mit großen Augen ein Stück näher und die Vier blickten sich ernst an, als Lan Xichen besorgt sagte:
„Liang…ich war nicht dabei, aber sie ist zusammengebrochen. Es geht ihr nicht gut. SIe war ganz blass."
Lan Wangji und Wei Wuxian blickten ebenfalls sehr erschrocken drein und als ein kurzer Moment der Stille verging, in dem jeder seinen eigenen Gedanken nachging, wendete sich Lan Xichen plötzlich an eines der Dienstmädchen, welches geduldig vor der Tür stand.
„Bitte lauft los und sucht nach Luan Han. Er müsste irgendwo bei den Schülern sein und dem Unterricht beiwohnen. Wenn ihr ihn nicht finden könnt, dann holt bitte Madame Mao hierher."
Das Dienstmädchen nickte sofort mehrfach und als sie sich kurz respektvoll verneigte lief sie auch schon den Anweisungen ihres Sect Leaders Folge leistend los.
Lan Xichen atmete einmal schwer ein, als sie alle dem Dienstmädchen noch nachschaute.
Wei Wuxian, der die bedrückende Stimmung mehr als unangenehm empfand, strich sich einmal nachdenklich über seine Nase.
„Gibt es denn nichts das wir tun können außer zu warten?"
Doch Bao Tian Iehnte sich mit seinem Rücken an die Außendwand des Pavillon's, verschränkte seine Arme vor seiner Brust und schloss seine Augen.
„Wenn der Heiler ihr nicht helfen kann, wird niemand von uns ihr helfen können. Lasst uns hier bleiben und warten und hoffen, dass es nur ein falscher Alarm ist."
Ein tiefschürfendes Seufzen ging durch die Runde und sie alle kamen sich nutzlos vor, als ihnen nichts anderes übrig blieb, als geduldig vor der Tür zu warten.
Nach einer Weile kam der Schüler des Gusus Lan Clan's schließlich aus dem Pavillon wieder heraus und kam bald mit einer Schale frischem Wasser und ein paar Kräutern wieder. Auch zwei Dienstmädchen verschwanden im Pavillon mit Handtüchern und frischen Kleidern. Doch abgesehen davon, blieb es im Inneren still und sie wussten noch immer nicht was los war.
Die Zeit verstrich so unglaublich langsam und jede Minute des Wartens war eine Qual, als plötzlich die erdrückende Stille jä unterbrochen wurde.
Madame Mao kam plötzlich wie der Teufel über dir Veranda gefegt und schon von weitem sah man ihr besorgtes Gesicht. Sie schlug nahezu ungebremst in die kleine Versammlung ein und vergaß sogar jegliche Manieren, als sie sich ohne Begrüßung sofort erkundigte was vorgefallen war.
Das Dienstmädchen hatte sie nämlich ausfindig machen können und während es sich als aufwendig herausstellte, Luan Han zu finden, war Madame Mao schon einmal vorangeeilt.
Madame Mao hatte natürlich zunächst viele Fragen, doch die meisten konnten auch die Männer ihr nicht alle beantworten, denn auch sie wussten nicht wie die momentane Lage im Pavillon war.
„Vielleicht hätten wir ihr doch weniger zumuten sollen."
Seufzte Madmae Mao schließlich auf, während sie sich neben Bao Tian mit an die Wand lehnte. Dabei fiel ihr besorgter Blick zu Bao Tian herüber und sie sah auf seinem rechten Ärmel ein paar Fusseln und einen losen Faden.
Während sie in einen vorwurfsvollen Monolog verfiel machte sich die Macht der Gewohnheit breit und während sie über ihre Sorgen sprach, begann sie die Fusseln, einen nach dem Anderen, runterzupulen und an dem herausstehenden Faden herumzuzuppeln.
Bao Tian blickte sie verduzt an und blinzelte ein paar Mal fragwürdig. Doch er wagte es nicht etwas zu sagen, sondern lies sich ein wenig bemuttern und unterbrach sie bei ihrer Fürsorge lieber nicht.
„Ich habe ihr mehrfach gesagt sie solle es langsam angehen lassen…" Seufzte Madame Mao auf.
„Welche junge Frau kann schon ihrem Geliebten gerecht werden und ihrem Ehemann eine gute Frau sein? Vielleicht war es doch alles zu viel für sie? Sie hat selbstlos einfach zu viele Aufgaben im Clan übernommen. Ich habe ihr immer gesagt, sie solle die Männer mehr laufen lassen."
Ein Fussel nach dem Nächsten zupfte sie von Bao Tian's Ärmel und unter den prüfenden Blicken aller, wurde die Robe wieder gesäubert und mehrfach glatt gestrichen.
Wei Wuxian schaltete sich schließlich ein, als er auf Madame Mao's schlanken und geschickten Finger blickte und sagte:
„Ich denke niemand trägt eine Schuld. Wir haben ihr stetig Hilfe angeboten aber sie wollte viele Dinge alleine tun. Denn wo wäre auch der Sinn des Lebens, wenn man alle Verantwortungen und Aufgaben anderen überträgt und nichts mehr für einen selber übrig bleibt? Ich denke, sie weiß selbst am besten, was ihr gut tut und sie glücklich macht...!"
Die Truppe nickte einvernehmlich und während Madame Mao's besorgter Blick weiter an Bao Tian's Robe hinaufblickte und einen optischen Störenfried nach dem Nächsten erblickte, fummelte sie immer weiter an ihm herum und konnte dabei nicht mehr aufhören.
Interessiert blickte Bao Tian sie an und während auch die Anderen nicht wegsehen konnten, wie Madame Mao plötzlich so fürsorglich und sanft mit Bao Tian umging, kam sie schließlich oben an seinem leicht gelockerten Kragen an.
Ihre Augenbrauen zogen sich kraus, als sie plötzlich einen roten Fleck auf seinem Schlüsselbein hervorlinsen sah. In der Annahme, es könnte sich vielleicht um Farbe handeln schaute sie etwas grummelig drein. Ihre Augen zogen sich scharf zusammen, als sie intuitiv ihren Zeigefinger an ihren Lippen befeuchtete und dann mehrfach über den Fleck rubbelte. Doch er verblasste kein Stück, sondern die Haut lief durch das Reiben eher noch roter an. Erst in diesem Moment stellte sie fest, dass es sich dabei um keinen Fleck von außerhalb, sondern von innerhalb handelte. Kurzum: es war ein Knutschfleck.
Madame Mao zog ruckartig die Luft durch ihre Nase, als die Erkenntnis ein unaufhaltsames Kopfkino in ihrem Kopf auslöste. Sie räusperte sich und unter dem etwas dummen Blick von Bao Tian und den fragenden Blicken der Anderen, zog sie plötzlich rabiat seinen Kragen zu und riss ruppig an seinen Kleidern herum. Bis zum Anschlag packte sie ihn wieder ein, als sie schließlich etwas scharf und vorwurfsvoll sagte:
„Wie läufst du eigentlich schon wieder rum? Hast du denn noch immer keine Manieren? Ein Mann in deinem Alter könnte A, seine Kleider etwas besser pflegen und B, die Nächte etwas weniger zum Tage machen. Kann ich dich denn niemals aus den Augen lassen, wann wirst du eigentlich endlich mal erwachsen?"
Aus einem anfänglichen Schmunzeln aller, wurde bald ein allgemeines Staunen, als plötzlich Bao Tian Madame Mao am Handgelenk ergriff und sie dominant an sich heranzog. Mit seinen großen, braunen Augen blickte er die alte Dame an, als er ihr entgegen hauchte:
„Madama Mao, vielleicht möchte ich ja gar nicht erwachsen werden, denn sonst würde mir eure würzige Fürsorge nicht mehr zu Teil werden."
Lan Xichen's Augen weiteten sich etwas erschrocken und auch Lan Wangji und Wei Wuxian blickten sich überrascht die Darbietung an, als Madame Mao plötzlich hämisch zu kichern begann. Sie berührte mit ihrer freien Hand Bao Tian´s Adamsapfel und lies ihren Zeigefinger an seinem Hals entlangkreisen. Sie warf ihm einen lasziven Blick zu, als sie sagte:
„Tian, mein großer. Lehn dich nicht zu weit aus dem Fenster. Du weißt ich springe auf deine forsche und anspielende Art nicht an. Da musst du schon etwas früher aufstehen um mich aus der Reserve zu locken. Ich kenne dich schon zu lange und ich bin viel zu alt um dir schamlosen Rüpel noch zu verfallen. Diesen Part überlasse ich gerne jemand anderes…."
Der letzte Satz hatte einen anspielenden Unterton.
Doch Bao Tian lachte nur vergnügt, als er Madame Mao's Handgelenk, welches er noch immer fest umschloss hatte, langsam zu seinen Lippen führte und dann auf den Handrücken küsste:
„Ihr seid ein Unikat von einer Frau keines Gleichen. Der Mann an eurer Seite hat es gewiss nicht leicht euren Ansprüchen gerecht zu werden."
Lan Xichen warf den beiden einen etwas fraglichen Blick zu, als man ihm durchaus ansehen konnte, dass sich seine Stirn leicht anspannte und er einen leicht unzufriedenen Gesichtsausdruck trug.
Seine Augen hefteten sich dabei kritisch auf Bao Tian's Lippen, welche gerade den Handrücken von Madame Mao liebkosten, als diese ihm auch noch mit Leichtigkeit konterte:
„Kein Grund zur Sorge, Tian. Solange einer es kann, soll mir das reichen! Ich bin immerhin nun eine verheiratete, glückliche Frau und wenn ich es jemals wagen sollte zu sündigen, dann wäre unser Wangji als erstes das Objekt meiner Begierde, nicht du. Denn ein schöner Mann, bleibt in meinen Augen halt immer ein schöner Mann und ein schamloser Rüpel, bleibt halt immer ein schamloser Rüpel! Du bist zu geheimnisvoll und düster für mich. Ich hätte Angst mit dir nicht fertig zu werden und mich zu verbrennen."
Kontert sie salopp, als sie Bao Tian mit ihrem Zeigefinger einmal schwungvoll unter seinem Kinn entlangstrich und sich dann wieder etwas von ihm abdrückte.
Bao Tian lies nun zeitgleich auch ihr Handgelenk wieder los und die beiden trennte nun ein undefinierbares Maß an Abstand, welches zu nah für Förmlichkeiten, aber zu weit entfernt für Intimität war.
Die Situation versprühte einen durchaus leichten Hauch von Erotik. Und das, auch wenn man sich nicht ganz so sicher sein konnte, ob die beiden sich nicht in der nächsten Sekunde gleich wieder an die Gurgel gehen würden.
Wei Wuxian räusperte sich kurz und seine Mundwinkel bogen sich verschmitzt nach oben, als er einen kurzen Blick zu Lan Wangji herüber warf. Doch dieser schien auf Madame Mao's gewagte Provokation nicht einzugehen. Er schien vollkommen unbeeindruckt und versprühte eine unnahbare Gelassenheit, so als wären Madame Mao's Worte nur Schall und Rauch in seinen Ohren. Es war immerhin schon lange kein Geheimnis mehr, dass Madame Mao schon vor vielen Jahren einen Narren an Lan Wangji gefressen hatte. Aber natürlich war dies nur eine Liebelei ihrerseits und nicht wirklich ernst zu nehmen. Wahrscheinlich würden die meisten Frauen, egal welchen Alters, Lan Wangji anhimmeln und von seiner Attraktivität schwärmen. Er war schließlich ohne Zweifel ein wunderschöner Mann und es waren nicht nur Frauen, die ihre Augen auf ihn geworfen hatten.
Doch Lan Wangji stand wie ein Fels in der Brandung, unberührt von jeglicher Zuneigung die ihm von außerhalb zu Teil wurde, denn Lan Wangji hatte schon immer nur Augen für seinen Wei Ying gehabt.
In diesem Moment wurde ihr reges Miteinander plötzlich unterbrochen, als mit leisem Knacken die Tür zum Pavillon plötzlich einen Spalt aufging.
Alle zuckten sofort zusammen und starrten gespannt auf die Tür, als plötzlich der Heiler zu ihnen nach draußen auf die Veranda trat.
Lan Xichen machte als erstes einen Schritt auf ihn zu, blickte ihn mit großen und erwartungsvollen Augen an, als er besorgt fragte:
„Wie geht es ihr?"
Doch der Heiler trug einen besänftigenden Ausdruck in den Augen und machte einen durchaus ruhigen Eindruck.
Er nickte zunächst Lan Xichen höflich zu und blickte dann etwas diskret in die Runde.
Doch Lan Xichen verstand sofort und sagte hastig zu ihm:
„Es gibt nichts, was vor ihnen verheimlicht werden müsste. Bitte sprecht offen und ehrlich vor uns allen."
Der Heiler nickte mehrfach und gab ein bestätigendes Brummen von sich, als er in in die vielen besorgten Gesichter blickte und sich dann kurz räusperte. Mit gesenkter Stimme sagte er schließlich:
„Eurer Frau geht es gut. Oder sagen wir, den glücklichen Umständen entsprechend gut.
Denn Jinan Liang...ist schwanger."
„SCHWANGER?"
Kam es einvernehmlich über die Lippen aller und es ging ein verblüfftes Raunen durch die Gruppe, als alle überrascht den Heiler anstarrten.
Lan Xichen's Augen weiteten sich zunächst sehr überrascht, doch dann atmete er einmal erleichtert ein, als er fast ein wenig im Selbstgespräch nuschelte:
„Liang…sie erwartet ein Kind..?!"
Bao Tian warf einen flüchtigen Blick zu Lan Xichen herüber und es war schwer auszumachen, welche Emotionen sich unter der Fassade gerade verbargen. Eine dezente Falte legte sich zwischen seine Augenbrauen und seine Lippen öffneten sich einen Spalt, doch keine Worte verließen seine Kehle.
Der Heiler räusperte sich erneut, als er verkündete:
„Um es genauer auszudrücken...sind es sogar zwei. Sie erwartet Zwillinge."
„ZWILLINGE?"
Kam es erneut überrascht wie im Kanon und Lan Xichen's Mund klappte sogar verblüfft ein Stückchen weit auf.
Es verging ein kurzer Moment des Schweigens, als jeder für sich noch versuchte die Situation zu erfassen, als Madame Mao plötzlich wie der Elefant im Porzellangeschäft sich nach vorne drängte und das aussprach, was niemand sonst gewagt hätte zu fragen.
Plump plapperte sie drauf los und blickte den Heiler eindringlich an:
„Und wer ist nun der Vater?"
Erneut zuckten alle etwas überrumpelt zusammen und selbst Wei Wuxian war etwas überrascht über Madame Mao's doch leicht dreiste Frage. Natürlich hatte sie damit nicht ganz unrecht und es war zu diesem Zeitpunkt eine wichtige Frage, immerhin waren die Beziehungen untereinander für Außenstehende nicht ganz einsichtig. Es war daher DIE eine Frage, welche sich nach der ersten Überrschung allen gestellt hatte.
Doch wer wagte es schon dies als erstes zu fragen und dann noch vor allen anderen? Nicht einmal Wei Wuxian hatte sich dies getraut, was also ein Zeichen dafür war, dass Madame Mao von allen anwesenden scheinbar die dickste Haut besaß.
Doch der Heiler schloss nur für einen kurzen Moment seine Augen, als er ruhig antworte:
„Diese Frage entzieht sich meinen Kenntnissen. Jedoch ist sie jetzt wach und es geht ihr schon etwas besser. Vielleicht möchte Lan Xichen zu erst zu ihr rein und mit ihr sprechen?"
Mit dieser Frage blickte er Lan Xichen an und nickte ihm einmal auffordernd zu.
Lan Xichen, wie aus einem kurzen Traum erwachend, schüttelte kurz seinen Kopf und kam dann sofort ein paar Schritte vor.
„Natürlich!" Sagte er verantwortungsbewusst, als der Heiler zur Seite ging und ihm die Tür frei machte.
Lan Xichen schritt zunächst alleine durch die Tür und lies alle anderen draußen zurück, als Bao Tian ihm noch schweigend nachblickte, wie er in den Pavillon verschwand.
Als er die Tür hinter sich schloss räusperte er sich und fragte mit sanfter Stimme:
„Liang? Ich bin es, Lan Huan. Kann ich rein kommen?"
Er sah den schmalen Raumteiler aus Holzornamenten, welcher vor dem Fuß des Bettes stand und dahinter erkannte er schemenhaft ihre Konturen. Sogleich bekam er auch eine Antwort, wenn ihre Stimme auch etwas müde und erschöpft klang:
„Komm gerne zu mir."
Lan Xichen ging die paar Meter und tauchte dann hinter dem Raumteiler auf. Jinan Liang lag mit angehobenem Oberkörper in ihrem Bett und schenkte ihm ein glückliches, wenn auch ein etwas schwaches Lächeln.
Lan Xichen setzte sich zu ihr auf die Bettkante, schwang seine langen Ärmel nach hinten und berührte ihre zarten Hände.
Er lächelte sie sanft an.
„Wie geht es dir? Du hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt."
Jinan Liang schnaufte kurz durch ihre Nase und lächelte sanft.
„Es geht mir schon besser. Mir war nur plötzlich so furchtbar übel und mir war so schwindelig. Es war wahrscheinlich nur der Kreislauf. Aber es geht schon wieder, ich wollte euch allen keinen Schrecken einjagen."
Lan Xichen seufzte einmal auf.
„Sie stehen sogar alle jetzt draußen vor der Tür...Sie waren ganz besorgt um dich."
Ein zartes Lächeln huschte über seine Lippen, als er an die vielen besorgten Gesichter denken musste, welche sofort herbeigeeilt waren und nun wahrscheinlich lauschend vor der Tür standen.
Doch plötzlich zogen sich seine Augenbrauen leicht zusammen, er senkte seine Stimme und blickte Jinan Liang tief in die Augen. Es war ein bedeutender Blick mit einer gewissen Art von Respekt und Diskretion, als er ihre Hände noch einmal fest umschloss und dann sagte:
„Aber...ich denke wirklich, besonders jetzt, solltest du dich etwas zurücknehmen und dich schonen. Ich meine jetzt...wo du schwanger bist!"
Jinan Liang blickte ihn an und als sie ein wenig die Euphorie in seinem Gesicht vermisste fragte sie vorsichtig:
„Bedrückt dich etwas? Du kannst mir alles sagen!"
Lan Xichen fühlte sich etwas ertappt.
-War es denn etwa so offensichtlich?-
Er wendete etwas dezent seinen Blick ab und fasste Mut, als er vorsichtig fragte:
„Die Kinder…sind sie von…?"
Doch er sprach seinen Satz nicht ganz zu Ende, als seine Wimpern schon kurz zu flattern begannen und die Scham ihn etwas einholte.
Jinan Liang's Augen weiteten sich schlagartig und ihre Finger unter Lan Xichen's warmen Händen zogen sich angespannt zusammen. Sie ahnte, worauf er hinaus wollte und sie konnte nicht anders, als leicht ihren Blick abzuwenden. Sie spürte wie es in ihrer Brust leicht warm wurde und wie sich ein leicht rosaner Film auf ihr blasses Gesicht legte.
Etwas unbeholfen und mit nuschelnder Stimme sagte sie:
„Die Kinder...sind natürlich von dir…!"
Nun weiteten sich auch Lan Xichen's Augen und er hakte noch einmal vorsichtig nach:
„Aber…Luan Han…also…habt ihr…etwa nicht?"
Nun lief Jinan Liang knallrot im Gesicht an und sie zog eine Hand unter Lan Xichen's Händen weg, als sie etwas peinlich berührt versuchte ihr Gesicht dahinter zu verstecken. Leicht stotternd kam es aus ihr heraus:
„Das mit uns war…mein erstes Mal und bisher auch das einzige Mal. Wie könnte ich nur…also…mit Luan Han. Ich hatte dir doch mein Versprechen gegeben, dir einen Nachfolger zu schenken."
Nun lief auch Lan Xichen etwas rot im Gesicht an und die beiden blickten sich an, spürten ihre Hände und den Kontakt der nackten Haut aufeinander und in ihren Gedanken spielten sich die Erinnerungen aus jener Nacht noch einmal erneut ab.
Plötzlich zog Lan Xichen seine Hände ruckartig zurück und die beiden blickten schnell in entgegengesetzte Richtungen. Über ihre Gesichter zog sich ein roter Schleier und es verging ein kurzer Moment der Stille, als Lan Xichen sich plötzlich räusperte und Jinan Liang ein schüchternes Lächeln schenkte.
„Nun gut, dann werde ich wohl Vater. Oder sagen wir besser, wir werden gemeinsam Eltern."
Jinan Liang´s Augen weiteten sich und als die beiden sich ansahen spürten sie die Wärme und Geborgenheit einer tiefen familiären Verbundenheit und ihre Herzen erfüllten sich mit Glück.
„Ja, das werden wir!" Sagte sie sanft aber bestimmend.
Lan Xichen stand schließlich langsam wieder vom Bett auf.
„Ich denke, es ist Zeit die Anderen hereinzulassen, meinst du nicht? Sie werden schon ganz unruhig sein und dich sicher sehen wollen."
„Ist gut!"
Nickte sie mit einem Lächeln auf den Lippen, als Lan Xichen sich umdrehte und langsam zur Tür ging.
Als seine Hand sich schon an den Türgriff legte hörte er leises Geflüster von der anderen Seite.
Schwungvoll öffnete er die Tür und blickte auch sofort in die überraschenden Gesichter, welche ihn alle angespannt anstarrten.
„Und?"
Fragte Madame Mao frech, Lan Xichen die Antwort schon förmlich aus der Nase ziehend.
Lan Xichen wäre am liebsten vor den vielen fragenden Blicken geflüchtet und er hielt sich seine Hand etwas diskret vor den Mund, als er sich kurz räusperte. Während sein Blick sich etwas abwendete sagte er schließlich leise:
„Ich...werde dann wohl Vater!"
Ein lautes Staunen und Raunen ging durch die kleine, aufgeweckte Truppe und Lan Xichen wurde mit Glückwünschen nur so überhäuft, als Madame Mao und Wei Wuxian sich schon an ihm vorbei quetschten und in den Pavillon polterten.
Es war alles noch etwas neu und ungewohnt für alle und die Nachricht verbreitete sich sofort wie ein Lauffeuer durch die Cloud Recesses.
Sie alle stürmten den Pavillon des Heilers und tummelten sich um Jinan Liang's Bett. Der Heiler, Lan Xichen und Bao Tian hielten sich etwas weiter im Hintergrund auf, als Lan Xichen plötzlich etwas wichtiges bemerkte.
Ein vertrautes Gesicht fehlte noch immer zwischen den Reihen.
Luan Han war noch immer nicht eingetroffen und scheinbar gestaltete es sich schwieriger als Gedacht ihn ausfindig zu machen.
Im Pavillon des Heilers herrschte derweil buntes Treiben und sie alle scharrten sich um Jinan Liang's Bett und vergewisserten sich, dass es ihr auch wirklich gut ging.
Madame Mao hatte derweil Lan Xichen's Platz eingenommen und saß auf der Bettkannte. Sie tätschälte Jinan Liang's Wange und begann gleich wie ein Wasserfall drauf los zu plappern.
Die Gespräche überschlugen sich derweil und es war offensichtlich, dass das Thema "Nachwuchs" alle in helle Aufregung versetzte.
Mitten im Gespräch erhielt Madame Mao plötzlich einen Geistesblitz, als sie laut losquiekte:
„Ah, das bedeutet…ich werde ja Großtante! Das ist ja großartig, ich werde Großtante!"
Wei Wuxian verzog sein Gesicht und dachte nach, als er sarkastisch kommentierte:
„Großtante? Madame Mao als Großtante…ihr seid ja nicht mal blutsverwandt."
Doch Madame Mao wunk mit ihrer Hand missachtend in der Luft ab, als sie stolz ihn übertönte:
„Pffft…blutsverwandt. Pappelapapp! Ich habe in die Familie eingeheiratet. Und Xichen und Wangji waren für mich schon immer wie meine eigenen Söhne. Demnach werde ich sogar fast noch eher Großmutter. Ha, das lasse ich mir nicht nehmen."
Doch in dem Moment als Wei Wuxian erneut etwas darauf kontern wollte, quiekte plötzlich selbst er laut los, als es ihm wie Schuppen von den Augen fiel:
„Ha! Das bedeutet dann ja, Lan Zhan und ich werden Onkel!"
In diesem Moment kicherte Madame Mao belustigt los, als sie überheblich sagte:
„Wangji macht ja Sinn aber warum du?"
Doch nun verschränkte Wei Wuxian seine Arme vor der Brust und streckte seine Nase selbstbewusst in die Luft.
„Gefühlt bin ich auch schon längst in die Lan Familie eingeheiratet. Warum also nun kleinlich sein? Wenn Lan Zhan Onkel wird, dann werde ich es auch. Basta!"
Ein vergnügtes Lachen ging durch die Reihen, als sie plötzlich eine laute Stimme von draußen hörten:
„Wer hat hier in die Familie eingeheiratet?"
Alle drehten sich plötzlich erschrocken um, als Lan Qiren auf einmal den Pavillon betrat. Er kam mit großen Schritten durch die Tür und zog sein typisch, mürrisches Gesicht.
Er strich sich zweimal über seinen langen Bart, als er Wei Wuxian einen scharfen Blick zuwarf.
Doch in diesem Moment sprang Madame Mao vom Bett auf und lief auf Lan Qiren zu, als sie ihm freudig entgegenrief:
„Wir werden...also fast beinahe...Großeltern! Großeltern sage ich dir, ist das nicht großartig?"
Lan Qiren streckte seine Arme nach vorne aus und er fing seine Mao Yue-Lian behutsam auf, als sie ihn mit voller Glück und Vorfreude in den Augen anfunkelte.
Erst in diesem Moment bemerkten sie alle, dass sich hinter Lan Qiren noch jemand befand.
Luan Han stand direkt hinter ihm in der Tür und blickte noch mit erschrockenen Augen schweigend in den Pavillon, als er plötzlich sagte:
„Was ist geschehen? Liang, geht es ihr gut?"
Alle drehten sich zur Tür und plötzlich trat eine sofortige Stille in dem eben noch so lebensfrohen Pavillon ein.
Luan Han zog an allen vorbei und stolperte zu Jinan Liang ans Bett, als Lan Qiren erklärte:
„Das Dienstmädchen hatte uns gefunden. Luan Han wohnte meinem Unterricht bei und ich habe ihn daraufhin für die Schüler beendet und bin mit hieher gekommen."
Jinan Liang wirkte mehr als glücklich und erleichtert, ihren Luan Han zu sehen und während sie ihm begann seine Sorgen zu nehmen und zu erklären, dass es ihr gut ginge, wurde allen bewusst, dass es nun für sie Zeit war zu gehen.
Sie verließen langsam den Pavillon und ließen das junge Paar alleine, um ihnen Raum und Zeit geben zu können, um miteinander in Ruhe zu sprechen.
Sie verabschiedeten sich alle kurz und höflich, tummelten sich dann draußen wieder vor der Tür und ließen die beiden schließlich alleine.
Während Madame Mao schon fleißig dabei war ihr zukünftiges Leben als selbsternannte Großmutter zu planen und Wei Wuxian in seiner neuen Rolle als ebenso selbsternannter Onkel aufging, entfernte sich Bao Tian plötzlich still und heimlich von der quierlichen Gruppe.
Es nach einer ganzen Weile fiel Lan Xichen auf, dass der dunkle Schatten an seiner Seite verschwunden war und er blickte sich suchend um, als er Bao Tian ein Stückchen von ihnen entfernt an der Außenwand des Pavillons anlehnen sah.
Er ging ungesehen zu ihm herüber und blickte ihn besorgt an.
Bao Tian hatte seine Arme vor der Brust verschränkt und seine braunen Augen blickten nachdenklich in die Ferne.
„Tian?"
Fragte Lan Xichen mit sanfter Stimme, als er direkt neben ihm stehen blieb.
Als er vorsichtig seine Hand nach ihm ausstreckte und ihn berühren wollte, kam Bao Tian ihm plötzlich zuvor und wich der Berührung aus. Er drückte sich von der Wand ab, machte zwei Schritte nach hinten und verbeugte sich plötzlich tief und langsam vor ihm. Seine Stimme war ruhig aber von einer gewissen Distanz untermalt:
„Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs. Du wirst bald Vater. Es muss dich glücklich machen nun als Sect Leader Nachkommen vorweisen zu können und eine Familie gegründet zu haben!"
Lan Xichen's Augen weiteten sich erschrocken, als er Bao Tian´s distanzierten Worte vernahm. Er blickte ihn starr an, als dieser sich noch immer tief vor ihm verbeugte. Obwohl seine Worte freundlich und mit Glückwünschen gefüllt waren, wiesen sie dennoch eine gewisse Traurigkeit auf und Lan Xichen bekümmerten diese Worte mehr, als er sich darüber freuen konnte.
Vorsichtig streckte er seine Arme nach vorne aus, berührte Bao Tian's Ellenbogen und holte ihn langsam aus der Verbeugung wieder in die Aufrichtung.
„Tian..!" Sagte er schmerzlichst.
„Bitte sieh mich an."
Bao Tian hob seinen Kopf und schaute ihn an und obwohl sein durchdringender Blick aufrichtig war hatte dieser eine gewisse, verletzliche Tiefe.
Lan Xichen streichelte behütend über Bao Tian's Wange und sagte sanft:
„Ich liebe deine dunklen, braunen Augen. Wann immer ich mich in ihnen wiederspiegel, fühle ich mich geborgen und geliebt. Aber warum weisen sie nun erneut eine gewisse Traurigkeit auf? Sagen deine Lippen denn etwas anderes als dein Herz fühlt? Ich dachte, wir hätten dies hinter uns gelassen und könnten nun nach vorne blicken und gemeinsam für unser Glück kämpfen, auch wenn der Weg noch so steinig sein würde."
Bao Tian atmete einmal tief ein. Er wusste, dass seine schmerzenden Gefühle nicht richtig waren und er wusste nur zu gut, dass er mit seinem Verhalten Lan Xichen wieder Sorgen bereiten würde. Er schloss für einen Moment seine Augen, als ihm erneut bewusst wurde, dass er seine eifersüchtigen Gefühle unter Kontrolle bringen musste.
Denn es gab für sie nur diesen einen Weg und er hatte eingewilligt ihn zu gehen um am Ende ein gemeinsames Glück zu finden.
„Verzeih mir…" Sagte er mit tiefer Stimme.
„Ich wollte nicht...Aber wann immer es um dich geht, verliere ich den Verstand und alle Vernunft und Rationalität verschließt sich vor mir. Es fällt mir einfach schwer, dich zu teilen und wenn es auch nur ein kleines Stück deiner selbst ist."
Ein zartes Lächeln huschte über Lan Xichen's Lippen und er lies den kleinen geflochtenen Zopf Bao Tian's durch seine Finger gleiten und spielte mit dem hellen Kopfband, welches er selbst da drinnen verflochten hatte.
„Ich weiß...und ich verspreche, dass es auch das einzige Mal war, dass du mich hergeben musstest."
Er hauchte die Worte förmlich aus seiner Kehle, als er den Zopf langsam zu seinen Lippen führte und dann einen zarten Kuss darauf platzierte.
Bao Tian's Herz wurde schwach und ihm wurde wieder einmal bewusst, warum er diesen sanftmütigen und wunderbaren Mann über alles liebte.
Seine braunen Augen strahlten eine unglaubliche Wärme und Sehnsucht aus.
„Es ist wunderbar Kinder zu haben. Ich freue mich wirklich für dich. Und dann auch noch gleich zwei. Ich bin mir sicher, du wirst ihnen ein guter Vater sein."
Lan Xichen sah ihm tief in die Augen und lehnte sich ein Stückchen näher heran. Er berührte mit seinen Händen Bao Tian's Schultern, als er liebevoll aber entschlossen sagte:
„Hilfst du mir dabei, Tian? Hilfst du mir ein guter Vater zu sein?
Du weißt wie es geht und du bist mir in diesem Lebensabschnitt an Erfahrung voraus.
Daher bitte ich dich inständig, nimm mich an die Hand, zeige mir den Weg und zieh mit mir gemeinsam diese Kinder auf.
Würdest du das für mich tun?"
Bao Tian's Augen weiteten sich ins Unermessliche. Seine großen, braunen Augen füllten sich mit Tränen, als sein Herz von den schmerzlichen Erinnerungen aus seiner Vergangenheit überflutet wurde. Seine Lippen begannen zu beben und seine Augenbrauen zogen sich kraus zusammen, als er Lan Xichen tief anblickte.
Denn Bao Tian war schon immer ein Mann voller Geheimnisse gewesen und sein Leben hatte viele Prüfungen für ihn bereit gestellt. Er wanderte auf und ab in dem Chaos des Seins und er musste mehrmals wie der Phoenix aus der Asche wieder aufsteigen und neuen Lebensmut beweisen. Er war ein starker Mann und wurde stet's von seinen Sehnsüchten und dem ewigen Wunsch nach Glück und Erfüllung voran getrieben und am Leben gehalten. Trotz aller Schicksalsschläge und dem prägenden Verlusst seiner Familie, hatte er dabei aber immer wieder zurück auf seine Füße gefunden.
Und wenn er auch die Verkörperung eines starken Mannes war, ein talentierten Cultivator und Kämpfer, so war er doch vor allem eines in seinem Herzen geblieben, nämlich ein liebevoller Vater.
Bao Tian lehnte sich sachte nach vorne, berührte mit seiner Stirn Lan Xichen's und als er seine Augen schloss, perlte eine einzelne Träne über seine Wange.
Seine Stimme war tief und berührend, als er leise flüsterte:
„Ja, ich werde dir dabei helfen ein guter Vater zu sein. Ich werde mit dir gemeinsam diese Kinder großziehen!"
