Chapter 22.2
Es war still.
Nur das seichte Rauschen des Windes in den Baumkronen war zu hören. Ein leises Plätschern des Wassers hallte durch die Luft und die Vögel sangen ihre melancholischen Lieder.
Zwei schlanke Finger hielten einen schwarzen flachen Stein und verweilten lange angespannt über dem „Go"-Brett bis sie ihn schließlich gezielt ablegten. Es klimperte leise, als die Hand als nächstes in die, mit weißen Steinen gefüllte, kleine Schale griff.
Sun Yan saß auf der Veranda von Jiang Cheng´s Pavillon und spielte in Gedanken versunken gegen sich selbst eine Runde „Go".
Die großen Holzschiebetüren waren weit zu den Seiten aufgeschoben und der Pavillon bekam eine unglaubliche Weite mit einem bezaubernden Blick hinaus ins Grüne. Der seichte Wind blies von Draußen in den Raum hinein und ein Windspielt klimperte mit seinem zart, hohen Ton leise im Wind.
Sun Yan trug einen konzentrierten Gesichtsausdruck, eine tiefe Falte legte sich zwischen seine Augenbrauen, als er mehrfach nachdenklich leise brummte.
Er war so in sein Spiel vertieft, dass er gar nicht bemerkte, wie die große Tür zum Pavillon aufging und jemand in den Raum hineintrat.
Jiang Cheng blieb zunächst in der offenen Tür stehen und sah sich suchend im Raum um. Als er Sun Yan schließlich auf der Veranda entdeckte, schloss er leise hinter sich wieder die Tür und kam dann mit ruhigen Schritten auf ihn zu.
Er fixierte den Jungen mit einem aufmerksamen Blick in den Augen und verschränkte seine Hände nach hinten auf seinen Rücken, als er sich langsam näherte.
Doch Sun Yan bekam von alledem nichts mit. Er lehnte sich immer weiter über das „Go"-Brett und seine Augenbrauen und Lippen zogen sich kraus, als er über seinen nächsten Zug kritisch nachdachte.
In seiner linken Hand drehte er dabei einen kleinen, flachen, weißen Stein hin und her.
Er musste erst vor kurzem aus dem Badehaus zurückgekommen sein, denn sein langes, dunkles Haar war noch leicht feucht und noch nicht wieder zusammengebunden. Somit hing es offen an seinen Schultern herunter und verlieh ihm einen etwas ungebändigten, aber zeitgleich auch sehr sinnlichen Ausdruck. Dazu trug er eine ausladende, elegante Robe mit mehreren lagen Stoff, mit welcher er sich jedoch, trotz der Möglichkeiten, nur recht locker bekleidet hatte. Über seinen Schultern hing ein weiter Mantel, welcher sich in langen Bahnen hinter ihm auf der Holzveranda ausbreitete und sein lockerer Ausschnitt gewährte einem einen sinnlichen Einblick auf seine nackte Brust.
Jiang Cheng blieb schließlich direkt hinter im stehen und genoss für einen kurzen Moment diesen Anblick. Sun Yan war eine Augenweide und unumstritten löste er tiefste Sehnsüchte und Verlangen in seinem Betrachter aus.
Er war jung, schön aber zeitgleich auch wie ein ungebändigter Fels in der Brandung. Er war talentiert, wortgewandt und alles andere als zerbrechlich. Obwohl er eine so zarte und anmutigende Erscheinung hatte, wusste Jiang Cheng wie hart sein innerer Kern sein musste und er bewunderte den Jungen dafür, wie dieser es immer wieder schaffte nach jedem Fall wieder mutig auf die Beine zu kommen.
Er war diesem Jungen Hals über Kopf verfallen und niemals hätte er geglaubt, dass er mal jemanden so lieben würde. Und das ausgerechnet gerade er, Jiang Cheng und dann war es auch noch ein Mann, dem er sein Herz geschenkt hatte. Unerhört. Aber er war ihm einfach hilflos erlegen und daran konnte er auch nichts mehr ändern.
Nur für Sun Yan war er sogar bereit gewesen sich zu ändern und an seinen über die Jahre angehäuften Charakterschwächen zu arbeiten.
Er warf seine Prinzipien über den Haufen, schlug andere Wege ein und war bereit für den Jungen sogar bis an das Ende der Welt zu gehen.
So in seinen eigenen Gedanken versunken stand Jiang Cheng nun hinter ihm und schaute ihm eine ganze Weile schweigend bei seinem strategischen „Go"-Spiel zu, als er schließlich nicht mehr an sich halten konnte und sich langsam auf die Knie sinken lies.
Er schwang seine Arme behutsam von hinten um Sun Yan's Hals und lehnte seine Brust dicht an dessen Rücken, als Sun Yan plötzlich aufschreckte.
Erst jetzt hatte er überhaupt bemerkt, dass sich ihm jemand unbemerkt genähert hatte und aus Schock lies er den weißen Stein aus seiner Hand fallen, welcher sogleich klappernd über das Spielbrett rollte.
Überrascht drehte er seinen Kopf zur Seite, als er auch schon Jiang Cheng's Seitenprofil erblickte und dessen Körpergeruch wahrnahm.
„Jiang Cheng?!" Sagte er noch sichtlich erschrocken.
Doch Jiang Cheng vergrub sofort seine Nase tief in Sun Yan's Nacken, schloss seine Augen und atmete einmal tief ein. Er sprach dabei kein Wort sondern lies lieber seinen Sinnen zunächst freien Lauf.
Er spürte das feuchte Haar auf seinem Gesicht, roch den frischen Duft von Seife und er spürte seinen eigenen Puls in seiner Brust, welcher zunehmend in Wallungen geriet.
Etwas verärgert blickte Sun Yan auf den weißen Spielstein, welcher seine ausgeklügelte Formation auf dem Spielbrett leicht zerschossen hatte. Doch noch bevor er sichtlich zornig darüber werden konnte, spürte er etwas zartes auf seinem Nacken, als er auch schon spürte wie Jiang Cheng behutsam seinen Nacken küsste. Es fühlte sich zart und warm an und nach jedem Kuss wurde die Haut mit einem leicht feuchten Film zurückgelassen. Die starken Armen, welche sich zeitgleich von hinten über seine Brust erstreckten zogen sich enger zusammen und ihre Körper wurden dicht aneinander gepresst.
„Jiang Cheng?..." Fragte Sun Yan nun etwas stutzig, als dieser noch ein paar Mal seinen Hals küsste und dann schließlich etwas in Selbstironie durch seine Nase schnaufte.
„Verzeih mir…" Hauchte er mit einem lächeln auf den Lippen. Er öffnete seine Augen und blickte nach vorne auf das zerschossene Spielbrett, als er sein Kinn auf Sun Yan's Schulter ablegte.
Seine Stimme war tief und Sun Yan spürte das Vibrieren des Kehlkopfes auf seiner Schulter, bei jedem Wort, das Jiang Cheng sprach.
„Ich wollte dich nicht erschrecken. Und noch viel weniger, wollte ich deine mühselige Arbeit ruinieren. Eigentlich hatte ich dich gesucht weil ich positiv gestimmt war und dich etwas fragen wollte. Doch als ich dich hier habe sitzen sehen, so lasziv gekleidet und so vertieft in dein Spiel, so habe ich mich etwas hinreißen lassen."
Sun Yan zog eine Augenbraue nach oben.
„Lasziv…?" Schnaufte er amüsiert durch seine Nase.
„Was ist an meiner Kleidung bitte lasziv? Ich bin durchaus adrett gekleidet. Mehr lagen Stoff findest du nirgendswo in Lotus Pier."
Doch Jiang Cheng lächelte nur, als er über Sun Yan's Schulter nach unten, in den einladenden Ausschnitt von dessen gelockerter Robe blickte.
„In meinen Augen, ist alles lasziv was du trägst. Egal wie viele lagen Stoff du dir umhängst, wenn sie dran scheitern die reizenden Stellen deines Körpers zu verdecken, dann sind die vielen Lagen nutzlos in meinen Augen."
Sun Yan kicherte belustigt auf und zog einmal kurz seine Schultern an.
„Ich bin ein Mann. Ein nacktes Schlüsselbein hat noch niemandem das Leben gekostet. Demnach muss das Problem eher an deinen Augen, als an meiner Kleidung liegen."
Jiang Cheng küsste erneut an den zarten Hals, als sich seine Augen zu zwei kleinen Schlitzen formten und er anzüglich hauchte:
„Nicht nur meine Augen weisen scheinbar dieses Problem auf. Auch andere Körperteile scheinen zu reagieren wenn sie auch nur dein Schlüsselbein sehen…"
Sun Yan's grüne Augen weiteten sich, als er schließlich neckisch und in gestellt schüchterner Art seine Schulter wegzog. Er drehte sich leicht beschämt ein und drückte Jiang Cheng dann von sich weg, als er verwegen über seine Schulter lächelte.
„Mein Sect Leader scheint in der Tat gut gestimmt zu sein. Aber nun sag mir schnell, bevor die Stimmung noch unaufhaltsam kippt, was wolltest du mich fragen?"
Jiang Cheng zog seine Arme langsam zurück und er blickte Sun Yan an, als er langsam seine rechte Hand erneut nach ihm ausstreckte. Seine Finger berührten die zarte Wange und während er mit langsamen Bewegungen diese etwas streichelte, strich er dann ein paar feuchte Haarsträhnen aus dem hübschen Gesicht und strich diese hinter das Ohr.
Er betrachtete den Jungen hingebungsvoll und in seinen Augen spiegelte sich die Zuneigung wieder, welche er für diesen Menschen empfand. Seine Fingerspitzen waren nun ebenfalls leicht feucht, als weitere Tropfen Wasser an den nassen Haarspitzen hinunterperlten. Während seine Augen mit einem schuldigen Blick über die übrig gebliebenen Narben von drei Kratzspuren in dem hübschen Gesicht fuhren, sagte er ruhig:
„Ich…hatte noch einmal über deine Worte von damals nachgedacht. Und um ehrlich zu sein beschäftigt mich diese Sache schon etwas länger…."
Sun Yan stutzt etwas, denn Jiang Cheng's Stimme hatte plötzlich so eine Tiefe und Ernsthaftigkeit. Als er fast schon etwas ungeduldig wurde, sagte Jiang Cheng schließlich:
„So lange lebst du schon bei mir in Lotus Pier und jetzt, wo wir uns auch noch so nahe stehen, würde ich wirklich gerne deine Mutter und deine Schwester kennenlernen. Was hälst du davon, wenn wir sie für ein paar Tage hier zu uns einladen?"
Sun Yan's Augen weiteten sich und er blickte Jiang Cheng zunächst mehr als überrascht an. Er hatte tatsächlich mit allem gerechnet aber nicht mit dieser Frage. Seine Augenbrauen zogen sich leicht kraus, als er scheinbar etwas verunsichert darüber nachdachte.
Jiang Cheng wanderte mit seiner rechten Hand zu Sun Yan's langem Ärmel, fummelte ein wenig in dem Stoff und am Eingang herum und strich dann weiter nach oben über den nackten Unterarm bis hoch zum Ellenbogen.
Seine Stimme war ruhig und tief aber von einer unglaublichen Sanftheit begleitet:
„Du hattest gesagt….deine Mutter und deine Schwester seien dir sehr wichtig. Diese wichtigen Menschen würde ich nun gerne kennenlernen. Denn mir ist alles, was dir lieb und teuer ist auch wichtig geworden."
Sun Yan's grünen Augen funkelten kurz auf, als er noch etwas sprachlos in Jiang Cheng's Gesicht blickte. Eine unglaubliche Wärme machte sich in seiner Brust breit und er wusste zunächst nicht was er sagen sollte, als ein kleiner Hauch von Skepsis sich wie ein dunkler Schatten über sein Herz legte.
-Wollte Jiang Cheng etwa die Sache mit seinem Vater wieder gut machen? Dass er fälschlicher Weise angenommen hatte, dass er dem Jungen eine Freude machen würde, wenn er seinen Vater wieder in die Arme schließen könnte?-
Sun Yan dachte kurz nach und er senkte seinen Blick, als Jiang Cheng plötzlich mit seiner linken Hand dessen Kinn behutsam anhob und ihn anblickte:
„Du sagst ja gar nichts…möchtest du etwa nicht?"
Ihre Blicke trafen sich und Sun Yan schüttelte behutsam seinen Kopf verneinend hin und her und schloss kurz seine Augen.
„Das ist es nicht. Ich frage mich nur…was deine wahren Absichten sind? Wenn du es aus Wiedergutmachung tust, dann musst du dies nicht tun. Ich denke, wir haben diese Sache hinter uns gelassen. Niemand muss etwas wieder gutmachen. Ich denke wir stehen uns nah genug um diese Förmlichkeiten außer Acht zu lassen?"
Plötzlich zog sich Jiang Cheng's linke Augenbraue nach oben, als ein kurzes Schmunzeln über seine Lippen flog.
„Meine wahren Absichten? Traust du mir etwa nicht, wenn ich sage, dass ich sie einfach nur kennenlernen möchte weil du mir etwas bedeutest?
Sieh es nicht als Wiedergutmachung an, sondern sieh es als Geschenk von mir an dich an. Holen wir sie für einige Zeit zu uns, es soll ihnen hier an nichts fehlen und du kannst ein wenig Zeit mit deiner Familie verbringen. Wäre das nicht schön?"
Sun Yan blickte in Jiang Cheng's aufrichtigen Blick, als er ihm schließlich einwilligend zunickte.
„Ja, du hast recht, das wäre wirklich schön!" Sagte er mit einem Lächeln auf den Lippen. Er berührte Jiang Cheng's Hand welche ihn so liebevoll tätschelte, als er einmal tief einatmete und darüber nachdachte, wie gut ihm eigentlich diese nun erfüllte Liebe zu diesem Mann tat.
Es war ein ungebrochenes Band welches die beiden verband und Jiang Cheng hatte sein Versprechen an ihn gehhalten und hatte wirklich an sich gearbeitet. Sein Temperament war zunehmend milder geworden und er behütete Sun Yan wie einen Schatz, dabei jedoch stet's Bedacht eine wichtige Balance in ihrer Beziehung aufrecht zu erhalten. Zwar war er noch genauso dominant und besitzergreifend wie zuvor, jedoch hatte er sich nun deutlich besser unter Kontrolle.
Sie waren wie Ying und Yang und so unterschiedlich sie auch waren, so schafften sie es dennoch die Fehler und Missstände des Anderen auszugleichen. Es war ein ewiges Katz und Mausspiel zwischen den beiden, aber scheinbar kam jeder von ihnen dabei auf seine Kosten und somit fanden sie am Ende immer wieder in Harmonie zueinander.
„Also gut!" Sagte Jiang Cheng schließlich sichtlich zufrieden. Jetzt wo du dein OK gegeben hast, werde ich alles tun damit sich deine Mutter und Schwester hier wohl fühlen bei uns. Es wird mir eine Freude sein sie kennenzulernen und euch glücklich vereinen zu können."
Mit diesem Satz wanderte Jiang Cheng's Hand schließlich wieder aus dem weiten Ärmel heraus und er berührte Sun Yan's Hand. Er suchte nach den langen, schlanken Fingern und ließen dann ihre Hände ineinander gleiten. Jiang Cheng's Bewegungen waren so bedacht und sinnlich, dass Sun Yan glatt ein wenig Wärme ins Gesicht schoss. Ihre Hände umschlungen sich in einer innigen Umarmung und Jiang Cheng spielte mit seinen Fingern ein wenig hin und her und lies Sun Yan's angenehme zarte Hand mehrfach durch seine Finger gleiten.
Es war eine Berührung so sanft wie der erste Morgentau als Sun Yan schließlich sein Herz spürte, welches wie am ersten Tag einer neuen Liebe aufgeregt zu flattern begann.
Jiang Cheng bemerkte Sun Yan's veränderten Gesichtsausdruck, als sich sein linker Mundwinkel schließlich unheilvoll nach oben bog.
Mit einem Mal, zog er ruppig an Sun Yan's Hand und der Junge verlor das Gleichgewicht und fiel direkt auf ihn zu.
Als ihre Körper plötzlich zusammentrafen und Sun Yan mehr als erschrocken mit seiner Hüfte zwischen Jiang Chengs's Beine fiel, fing Jiang Cheng ihn behutsam ab und schloss ihn schnell in seine Arme. Mit verruchter Stimme hauchte er:
„Aber du hattest Recht. Meine wahren Absichten liegen vielleicht doch einfach nur unter einem trügerischen Schleier versteckt. Vielleicht möchte ich mich einfach nur gut bei deiner Mutter und Schwester stellen um dich noch mehr für mich zu gewinnen...Oder Vielleicht… will ich sie sogar hier gefangen halten, nur um sicher zu gehen, dass du mich niemals mehr verlässt...
Hmm was meinst du, welcher der zwei Möglichkeiten ist es?
Oder…vielleicht möchte ich auch einfach nur sicher gehen, wer meine zukünftige Schwägerin und Schiegermutter ist und ob ich sie ruhigen Gewissens in meine Familie einheiraten lassen kann!?..."
Sun Yan riss seine Augen weit auf.
„...einheiraten...?" Rief er noch vollkommen überrascht aus, als Jiang Cheng schon nach seinem Kinn griff, dieses leicht nach oben drückte und dann Sun Yan zu einem leidenschaftlichen Kuss an sich heranzog.
Ihre zarten Lippen trafen sich und Jiang Cheng lies Sun Yan keinen Raum auch nur noch ein Widerwort aussprechen zu können.
Der Mund des Jungen wurde vollständig bedeckt, als sich ihre Lippen vereinten und Jiang Cheng seine abenteuerlustige Zunge forsch herausstreckte und die feuchte Mundhöhle erkunden lies.
„Hmm..." Schnaufte Sun Yan durch seine Nase, als Jiang Cheng mit seiner anderen Hand seine Lenden berührte und dann die Hüfte des Jungen noch dichter an seinen Schritt heranpresste.
Feuchte Geräusche erfüllten die klare Luft auf der Veranda und während ihr Kuss zunehmend intensiviert wurde, bekam Sun Yan langsam keine Luft mehr. Seine Hormone quollen über, das Blut pumpte sich aufgeregt durch seine Adern und er spürte ein heißes Prickeln in seiner Brust.
Plötzlich streckte er seinen Rücken gerade durch und sammelte seine Kraft, als er sich plötzlich aus Jiang Cheng's Umarmung los riss. Er fasste dabei an Jiang Cheng's Schultern, als er sich mit all seiner Kraft und Gewicht auf ihn stemmte und dieser schließlich übermannt nach hinten fiel.
Jiang Cheng's Augen weiteten sich überrascht, als die Schwerkraft ihn plötzlich nach hinten zog.
Sun Yan kletterte geschwind auf ihn und presste diesen dann dominierend zu Boden. Dabei stießen sie im Eifer des Gefechts das „Go"- Brett zur Seite und es klapperte und klimperte laut, also die vielen Spielsteine wild über den Fußboden flogen.
Sun Yan kniete nun breitbeinig über Jiang Cheng's Hüfte, diesen vehement mit seinen Händen auf den Boden pressend, als sie sich tief in die Augen blickten. Sun Yan's offenes Haar hing lang und seidig nach unten und striff dabei feucht über Jiang Cheng's Wange. Seine lockere Robe wies nun einen weiten Ausschnitt auf, in welchen Jiang Cheng ungehinderten tiefen Einblick erlangte und er somit über die nackte Brust, bis zum Bauchnabel herunter blicken konnte.
Sun Yan's Stirn legte sich in Falten und seine Augen formten sich zu zwei kleinen Schlitzen, als sie beide ein heißes Prickeln des Verlangens übermannte. Voller Ekstase sagte Sun Yan mit erregter Stimme:
„Wenn du tatsächlich beabsichtigst mich heiraten zu wollen, dann wirst du dir etwas mehr einfallen lassen müssen, als nur meine Mutter und Schwester auf deine Seite zu ziehen. Für meine Hand anhalten zu dürfen ist nicht ganz billig und wird dich teuer zu stehen kommen. Ich weiß daher nicht ob mein Sect Leader den Willen und das Geld aufbringen kann um um mich zu werben und vor allem, ob er er auch fähig ist, mich gefügig zu machen?
Ich wäre ein Wildfang von einer Braut."
In Jiang Cheng's Augen loderte ein Feuer der Begierde, als Sun Yan mit seinen Worten den animalischen Jäger in ihm entfachte.
Wie ein Tier, welches der Versuchung seines Opfers nicht mehr standhalten konnte, hob er leicht seinen Kopf an. Als ihre Gesichter sich näherten sagte Jiang Cheng mit prophezeiender Stimme:
„Du weißt ich stehe auf deine wilde und unbeugsame Art und nichts macht mich mehr an als dich zu dominieren. Dich als meine Braut gefügig zu machen wäre mir daher eine Ehre und nichts würde meine Seele und Körper mehr in Wallungen bringen.
Also nimm dich in Acht womit du mich lockst, wenn du es bist, der dafür der Preis zahlen muss!"
Mit diesem Satz drückte sich Jiang Cheng plötzlich vom Boden nach oben. Sun Yan hatte keine Chance und war ihm selbst in dieser höheren Position kräftemäßig unterlegen, als Jiang Cheng den Jungen plötzlich packte und von sich runterdrückte. Innerhalb eines Augenblickes wechselten sie ihre Positionen und Sun San wurde zu Boden geworfen, während Jiang Cheng ungehalten über ihn herfiel. Er presste den Jungen zu Boden, schob seine Hüfte grob zwischen die Schenkel und spreizte dessen Beine somit weit auseinander.
Er schnaufte gierig, als er provokant, aber mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen durch seine Nase schnaufte:
„Als ungebändigte Braut solltest du nun das für deinen zukünftigen Ehemann tun was du am besten kannst, nämlich deine Beine für mich breit machen!"
Sun Yan lief bei diesen Worten und Jiang Cheng´s ungestümen Art ein prickelnder Schauer durch seinen Körper, als sich fast wie von selbst seine Beine weit auseinanderspreizten. Jiang Cheng glitt mit seinem Körper nun noch ungehinderter nach unten und fand sich zwischen der, ihm bereitwillig fügenden Hüfte, ein.
Während er sich nach unten lehnte und mit seinen heißen Lippen und seiner feuchten Zunge über den Jungen ungehalten herfiel, rissen seine ungeduldigen Hände die Kleider von dem wehrlosen Körper.
Er verschlang den Jungen mit Haut und Haar und das Herz seines Opfers bebte dabei förmlich vor Ekstase, als es sich bereitwillig ergab.
In der Cloud Recesses war helle Aufregung. Die Nachricht, dass Lan Xichen Vater wurde verbreitete sich in Windeseile und der ganze Clan stand Kopf. Es war ein aufregendes Ereignis und sie alle erfüllte es mit Stolz, dass ihr Sect Leader und dessen Frau Eltern von Zwillingen werden würden.
Jinan Liang wurde von nun an wie ein roher Diamant behandelt und nicht nur der Heiler wurde von nun an angesetzt für ihr leibliches Wohl zu sorgen.
Jeder in der Cloud Recesses bemühte sich um sie und Jinan Liang wurde von allen wie auf roten Rosen gebettet.
Sie war beliebt in den Reihen und besonders die Schüler hatten aufgrund ihres noch so jungen Alters eine gute Beziehung zu ihr. Sie war das weibliche Herzstück des Clan's geworden und jeder erlag ihrem Zauber. Sie war freundlich, zuvorkommend und besonders fürsorglich, jedem Gegenüber. Sie war in den Augen der jungen männlichen Schüler wie das Ebenbild einer weiblichen, übermenschlich-göttlichen Erscheinung. Fast schon zu perfekt um wahr zu sein.
Jinan Liang konnte in dieser Zeit also gar nicht genug Liebe von allen erfahren und sie erstrahlte als schwangere Frau zu einer ganz neuen Dimension von Schönheit. Voller Vorfreude und Euphorie auf den Nachwuchs vergaß nicht nur sie manchmal den dunklen Schatten, welcher stumm und prophezeiend über allem schwebte.
Dennoch war es eine schöne und glückliche Zeit und in den Monaten ihrer Schwangerschaft war es nicht nur sie, die aufgeregt ihrem Nachwuchs entgegenfieberte. Die Männer waren teilweise außer Rand und Band und nicht nur Bao Tian und Wei Wuxian tummelten sich zunehmend um Jinan Liangs wachsenden Bauch und buhlten um ihre Gunst, sondern auch Lan Xichen, Lan Wangji, Luan Han und sogar Lan Qiren hatte die Vorfreude auf den Nachwuchs fest im Griff.
Diese Euphorie zeigte sich jedoch nicht nur tagsüber unter den edlen Dame und Herren des Clan´s, sondern schaffte es auch bis spät in die Nächte in die Unterkünfte der Schüler. Es stellte sich daher bald als der neuste Volkssport im Clan heraus, Wetten über die Geschlechter und die Kindesnamen abzugeben.
Und somit wurde so manch eine Nacht heimlich in den Zimmern der Schüler zum Tage gemacht, als die Klingelbeutel reihum gingen und die Wetten fest abgeschlossen wurden.
Natürlich hatte Lan Xichen längst schon davon Wind mitbekommen, aber er war ein großzügiger Sect Leader und drückte so manches mal ein Auge zu. Immerhin fand er es wichtig, dass trotz aller Disziplin und Regeln die Schüler aber dennoch den Spaß und die Freude an der Jugend nicht verloren.
Und wie solle er auch schon Strafen für die jüngere Generation aussprechen, wenn sich teilweise sogar Luan Han unter der meisterhaften Führung von Wei Wuxian und Bao Tian mit zwischen den Rängen aufhielt und sie gemeinsam mit Eifer die Wetten noch anfeuerten?
Lan Qiren im Gegenzug zu Lan Xichen, lies dagegen gemeinsam mit Lan Wangji so manches Mal die nächtlichen Exzesse hochgehen und es war Madame Mao die später alle Hände voll damit zu tun hatte, dass Gemüt ihrs Gemahles wieder herunterzukühlen, während bei Lan Wangji nur ein einzelnes Lächeln Wei Wuxian's Ausreichte um ihn wieder zufriedenzustellen.
Luan Han und Bao Tian holten sich dagegen meistens erst spät am Abend in vertrauter Zweisamkeit mit ihrer besseren Hälfte den Einlauf ab. Jedoch hielt auch dieser meist nicht lang an, denn es dauerte immer nicht lange bis Wei Wuxian einen von den beiden wieder abgefangen hatte und wieder überredete mit in die Schlafräume der Schüler zu schleichen.
Die Cloud Recesse war also so belebt wie noch nie zuvor und es wurden an jedem Tag wertvolle Erinnerungen für die Ewigkeit geschaffen, welche die bunt zusammengewürfelte Familie stetig näher zusammenschweißte.
Luan Han konnte in dieser friedlichen Zeit besonders viel von der Gastfreundlichkeit profitieren und es war Lan Xichen's Großzügigkeit die ihm erlaubte bei ihrem Clan internen Unterricht mit beizuwohnen.
Er holte die verlorenen Jahre seiner Cultivation rasant nach und er entpuppte sich bald als gewissenhafter und talentierter Schüler. Sein goldener Core wuchs stetig heran und es erfüllte ihn mit Stolz, sich bald wieder als Cultivator zu schimpfen.
Seine wahre Identität blieb dabei jedoch stet's ein Geheimnis und somit erfuhr niemand von dem ehemaligen Wen zwischen ihren Reihen.
Besonders Lan Qiren hatte an Luan Han, wenn anfänglich auch etwas widerwillig, einen Narren gefressen. Er war ein junger Mann der gelehrig war und schnell lernte. Dazu außerordentlich folgsam und mit Bescheidenheit gesegnet. Er war bald direkt nach Lan Wangji sein neuer Lieblingsschüler geworden und scheinbar kam es Lan Qiren sehr entgegen, dass er von Luan Han keine gesellschaftlichen Ausrutscher bezüglich seiner sexuellen Neigung erwarten musste. Auch wenn er illegaler Weise der eigentliche Geliebte von der amtlichen Frau des Sect Leader´s war, so war er zu mindestens kein Cut-Sleeve. Dieser Fakt alleine schien dem eher prüden Lan Qiren schon entgegenzukommen und sein Gemüt zu besänftigen.
Denn zwei Neffen mit zwei „Störenfrieden" an deren Seite, so wie Lan Qiren gerne Bao Tian und Wei Wuxian schimpfte, reichte ihm scheinbar völlig aus.
Madame Mao genoss derweil ihr neues Leben an Lan Qiren´s Seite und gemeinsam mit ihren zwei Damen Zhao Ran und Gao Lee betrieb sie ihre Schneiderei nun von der Cloud Recesses aus. Natürlich fertigten sie überwiegend alle Arten von Stoffen und Kleider überwiegend für den Gusu Lan Clan, aber Lan Xichen hatte ihr freigestellt auch Aufträge von Außerhalb anzunehmen. Jedoch waren die drei Damen fast schon nahezu vollständig mit internen Aufträgen ausgebucht und so stellte es sich bald ein, dass jeder Schüler der an der Handwerkskunst interessiert war, in seiner Freizeit bei Madame Mao in die Lehre gehen durfte.
Die friedlichen Tage zogen ins Land und Jinan Liang's Bauch wuchs mit jeder Woche die verstrich.
Eines Abends setzte sich Lan Xichen daraufhin in sein Arbeitszimmer und verfasste ein paar Briefe an gute Freunde, alte Bekannte und wichtige Verbündete, in denen er die frohe Botschaft mitteilte, dass er zwei Nachfolger erwarten würde.
Er lud sie daher mit seinem Schreiben ein, sich in der Cloud Recesses zusammenzufinden und dieses zukunftsweisende Ereignis zu feiern.
Als er die vielen Botenvögel auf ihre Reise schickte und einer nach dem Nächsten in dem nächtlichen Himmel aufstieg und sein Ziel verfolgte, so bog einer von ihnen direkt in Richtung Yunmeng ab. Er flog so schnell ihn seine Flügel trugen und war umgeben von einem Hauch spiritueller Energie, die es ihm erlaubte ungesehen und unversehrt an sein Ziel zu gelangen.
Er war adressiert an Jiang Cheng in Lotus Pier.
