Chapter 22.5

Er träumte von süßem Reiskuchen. Die saftige, klebrige Substanz legte sich auf seine Zunge und das angenehme Aroma flutete seine Geschmacksknospen.
Seine Zunge umgarnte den süßen Gaumenschmaus und sein Herz frohlockte bei diesem Genuss.
Doch plötzlich vernahm er ein dumpfes Klopfen, welches ihn jäh aus seinem angenehmen Traum riss und Sun Yan öffnete seine schweren Augenlieder, als ihn sogleich ein hoher Schmerz aus seinen Lenden wachküsste.

Er hob sein zerknautschtes Gesicht aus der Matratze, als er seinen nackten Oberkörper dezent in die Aufrichtung drückte. Er lag mitten im Bett auf dem Bauch, sein langes Haar stand wirr in alle Himmelsrichtungen ab und als der stechende Schmerz in seinen Lenden immer massiver wurde, spürte er zusätzlich einen schweren Druck auf seinem Hintern.

Sun Yan verzog schmerzerfüllt sein Gesicht, als er sich noch etwas verwirrt umblickte.
Er war ohne Zweifel in Jiang Cheng's Pavillon und es war auch definitiv Jiang Cheng's Bett, in dem er da lag, soweit war er sich sicher. Es war jedoch noch stockdunkel draußen vor dem Fenster und scheinbar war die Sonne noch nicht aufgegangen.
Er kippte seinen Kopf leicht zur Seite als er feststellte, dass er splitterfaser nackt war. Nicht ein Zipfel der Bettdecke bedeckte seinen entblößten Körper und zu allem Überfluss spürte er nun erneut einen schweren Arm, welcher noch immer einmal quer über seinen blanken Hintern lag.

Als ein kalter Schauer über seinen Körper lief und sich eine feine Gänsehaut von den Fußspitzen bis zu den Haarwurzeln über seine Haut hochzog, blickte er schließlich den Arm entlang und sah an dessen Ende Jiang Cheng liegen.

Dieser lag ebenfalls auf dem Bauch, jedoch war sein Kopf anmutig auf einem Kissen gebettet und die gesamte Bettdecke hüllte ihn warm ein. Er trug einen zufriedenen Gesichtsausdruck während er schlief und er wirkte erfrischt und schien nur so vor Kraft zu strotzen.

Sun Yan schnaufte durch seine Nase, als er sich etwas bewegte und sogleich wieder daran erinnert wurde, dass seine Hüfte und Lenden von genau diesem friedlich schlafendem Mann einen dezenten Kollateralschaden erlitten hatten.
Er erinnerte sich nur zu gut an den vergangenen Tag, an das Chaos was sie in der offenen Verandatür angerichtet hatten und er konnte noch immer die vielen kleinen „Go"-Steine spüren, welche sich während ihres Aktes in seinen Rücken gearbeitet hatten, als Jiang Cheng ihn taktvoll mit seiner Hüfte über den harten Fußboden befördert hatte.

Sun Yan's Augenbrauen zogen sich kraus, als er das Gefühl bekam, dass Jiang Cheng durch ihre leidenschaftliche Liebe immer schöner und kräftiger wurde, wobei er im Gegensatz dazu immer abgewrackter und müder aussah.
Gerade als er in Selbstmitleid in einen geistigen Monolog verfiel und den schweren Arm, welchen ihn wie aus Blei auf die Matratze nagelte, von sich herunterschob, hörte er plötzlich erneut das dumpfe Klopfen aus seinem Traum.

Klopf Klopf Klopf

Sun Yan blickte sich um, als das Geräusch scheinbar von der Eingangstür zu kommen schien.
Doch es war noch nicht einmal Sonnenaufgang.
-Wer sollte um diese Zeit schon an die Tür des Sect Leader's klopfen?-

Sun Yan kam unter leisem Stöhnen und Geächze in die Aufrichtung und setzte sich zunächst aufrecht auf das Bett. Er rieb mehrfach seine Hüfte, während er versuchte mit seiner anderen Hand sein wildes Haar etwas zu bändigen.

Als das Klopfen penetranter wurde aber Jiang Cheng scheinbar wie ein Stein zu schlafen schien, kletterte Sun Yan schließlich aus dem Bett. Auf dem Weg zur Tür tappste er mit seinen nackten Füßen über den kalten Fußboden und suchte seine Robe. Nachdem er mehrere Kleidungsstücke auf dem Fußboden verteilt gefunden hatte, aber nicht das passende dabei gewesen war, fand er schließlich den weiten Mantel, welchen er am Tag zuvor über seinen Schultern getragen hatte.
Er schmiss ihn sich geschwind über die Schultern und zog ihn vorne etwas zusammen, sodass er einigermaßen bedeckt die Tür öffnen konnte. Dann huschte er zügig zur Tür herüber und öffnete diese vorsichtig einen Spalt und spähte hinaus in die Dunkelheit.

Ein kalter Luftzug stieß sogleich in den Pavillon herein und blies ihm die letzten wirren Haare aus dem Gesicht, als vor ihm plötzlich das blasse Gesicht einer Wache aus Lotus Pier auftauchte, welches ihn durchaus überrascht anblickte.

„Was ist?" Fragte Sun Yan mit mürrischem Blick.
„Es ist noch mitten in der Nacht, was klopft Ihr hier so rum?"

Die Wache starrte Sun Yan zunächst etwas sprachlos an, musterte den Jungen von oben bis nach unten und schluckte dann einmal schwer, bei diesem etwas anzüglichen und lasziven Anblick. Es ist nicht so, als würde niemand von den Wachen und Bediensteten bisher mitbekommen haben, dass Sun Yan seine Nächte oft bei Jiang Cheng im Pavillon verbrachte, aber wenn der Junge dann doch so leicht bekleidet die Tür öffnete, war es doch zuerst ein ungewohnter Anblick, welcher die Fanatsie anfachte und für leichte Scham sorgte. Gerade nach Jiang Cheng's Auftritt vor einigen Wochen auf der Veranda, als er sich mitten vor den Augen seiner Clanmitglieder Sun Yan aufgedrängt hatte, war die Gerüchteküche kaum mehr zu stoppen.

Nachdem die Wache sich wieder etwas gefangen hatte schüttelte sie schließlich kurz ihren Kopf, versuchte sich wieder zu konzentrieren und verneigte sich dann kurz. In seiner Hand hielt der Mann einen weißen Brief, welcher sich vor den dunklen Schatten der Nacht deutlich hervorhebte.
Er senkte seine Stimme, als er sagte:
„Sun Yan, mein junger Herr, ein Bote traf eben vor unseren Toren ein und überbrachte diesen Brief. Ich dachte es sei wichtig, da er an unseren Sect Leader adressiert ist und aus der Cloud Recesses zu stammen scheint."

Sun Yan zog seine Augenbrauen interessiert nach oben.
„Ein Brief vom Gusu Lan Clan?"
Wie aus Reflex streckte er seine Hand aus und wollte den Brief entgegennehmen, doch die Wache zog mutig ihre Hand zurück.
Überrascht über diesen tollkühnen Akt blickte Sun Yan verwundert drein. Als er gerade etwas erwidern wollte senkte die Wache plötzlich etwas verlegen ihren Blick nach unten, als der Mann sprach:
„Verzeiht mir Sun Yan, aber der Brief ist an Jiang Cheng addressiert. Aus Angst einen Fehler zu begehen und die Strafe unseres Sect Leader's zu spüren, wage ich es nicht einer anderen Person als ihm selbst diesen zu überreichen."

Sun Yan stand zunächst in der Tür wie bestellt und nicht abgeholt, als er sich fragte, welchen Unterschied es machen würde ob er nun Jiang Cheng den Brief gab oder die Wache selbst ihn überreichen würde?!
Schließlich, egal was der Brief auch für eine richtige Nachricht beinhalten würde, Jiang Cheng würde es ihm eh sagen, daher würde er es früher oder später sowieso erfahren.
Was machte es also für einen Unterschied ob er nun zu erst den Brief in die Hand nahm oder Jiang Cheng ihn direkt erhielt?

Sun Yan seufzte einmal auf und schüttelte kurz seinen Kopf hin und her. Er rieb sich kurz über seine Schläfen, als er sein linkes Bein unbeabsichtigt etwas hinter dem Mantel hervorlinsen lies. Er lehnte sich mit der Schulter in den Türrahmen, als er provokant sagte:
„Eure Loyaliät in Ehren. Allerdings ist es noch vor dem Morgengrauen. Jiang Cheng ist noch am schlafen. Ihr habt also die Wahl… entweder vertraut ihr mir den Brief an und ich werde ihn unserem Sect Leader überreichen, sobald er wach ist, oder ihr traut euch selbst in die Höhle des Löwen, geht zu ihm ans Bett und weckt ihn, um ihm dann persönlich einen Brief zu überreichen, dessen Wichtigkeit ihr noch nicht einmal kennt.
Zudem scheint er nicht gerade adrett gekleidet zu sein, um überhaupt Besuch zu empfangen. Er schwebt also noch in süßen Träumen und ich will nicht wissen wie sein Gemütszustand so ist, wenn er nun geweckt wird und das Erste was er sieht eine Wache ist, die zu ihm ans Bett gekrochen kommt, nur um ihm einen Brief zu überreichen…"

Die Augen der Wache wurden immer größer, als der Mann etwas beschämt auf Sun Yan´s nacktes Bein linste. Er schluckte schwer, scheinbar schien er sich das Szenario lebhaft in seinen Gedanken vorzustellen und nach seinem Gesichtsausdruck zu beurteilen, war es keine angenehme Vorstellung. Furcht und Demut überkam den Mann und er blickte sichtlich überfordert drein, als er sich ernsthaft Sorgen um sein leibliches Wohlergehen machte, sollte er es tatsächlich wagen nun persönlich an Jiang Cheng´s Bett heranzutreten. Er schloss daher kurz seine Augen und schüttelte schnell seinen Kopf hin und her, als Sun Yan auch schon selbstsicher seine Hand ausstreckte, vollkommen vorausschauend, dass der Brief gleich sowieso ihn seine Hand fallen würde.

Die Wache verneingte sich daraufhin schnell und sagte zügig:
„Sun Yan, es wäre mir eine Freude wenn ihr den Brief an meiner Stelle unserem Sect Leader aushändigen würdet."

Sun Yan zogen einen Mundwinkel keck nach oben und nachdem selbst seine eine Augenbraue sich nicht zurückhalten konnte und auffällig nach oben wanderte, landete nun der Brief doch noch wie gewünscht in seiner Hand.

„Aber sicher!" Sagte er zufrieden und die Wache verbaschiedete sich umgehen und suchte sofort das Weite, in der Hoffnung unbeschadet aus der Nummer wieder herauszukommen.

Sun Yan konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als er durch seine Nase schnaufte und leise zu sich selbst nuschelte:
„Jiang Cheng, Jiang Cheng…zwar hast du dafür gesorgt, dass der halbe Clan mich nun mit anderen Augen ansieht und sich die Münder nur so zerreißen, aber dein schreckliches Image allein reicht schon aus nur um deine eigenen Wachen mit schlotterigen Knien in die Flucht zu schlagen…Ich bin mir gerade noch nicht sicher, was ich von beidem nun besser finde.."
Mit diesen Gedanken schloss er leise wieder hinter sich die Tür und stand nun wieder im dunklen Pavillon. Er nahm seine beide Hände und drehte den Brief in ihnen hin und her, wodurch sich der edle, weite Mantel auf seinen nackten Schultern vorne wieder etwas öffnete.

Er runzelte mehrfach seine Stirn und dachte angestrengt darüber nach, was in dem Brief wohl stehen könnte.
-Er war sich ziemlich sicher, dass er von Lan Xichen sein musste, immerhin war er adrett beschriftet und trug sogar das offizielle Siegel des Gusu Lan Clan´s. Es war also daher keine private Botschaft von Wei Wuxian oder gar von jemand anderes aus dem Clan. Und wer sollte Jiang Cheng schon schreiben, außer Lan Xichen vielleicht, der politisches aus den Reihen der Cultivation von Sect Leader zu Sect Leader zu berichen hatte? Immerhin hatte Jiang Cheng kaum in seinen eigenen Reihen gute Freunde, wie sollte er da auch noch ausgerechnet in der Cloud Recesses welche haben?-

Umso länger Sun Yan da stand und sich den Kopf zerbrach, umso Neugieriger wurde. Während er immer wieder den Brief durch seine Hände gleiten ließ, linste er unauffällig herüber zu dem schweren Raumteiler, wohinter Jiang Cheng noch immer im Bette lag und scheinbar friedlich schlief. Doch so langsam wurde Sun Yan unruhig.
-Was war, wenn in dem Brief vielleicht wirklich eine wichtige Neuigkeit stand?
Oder was war, wenn vielleicht eine größere Bedrohung auf sie zukam und es bald zum Kampf kommen würde?
Sun Yan machte sich langsam Sorgen und dachte über seine eigene Behauptung noch einmal nach, als er eben noch so selbstsicher angenommen hatte, dass egal welche Botschaft auch in dem Brief enthalten sein würde, Jiang Cheng es ihm auf jedenfall mitteilen würde.
Aber was war, wenn der Brief eine Nachricht enthielte, welche Jiang Cheng ihm vielleicht vorenthalten würde, nur um ihn nicht beunruhigen zu wollen oder vielleicht gar um ihn vor etwas schützen zu wollen?-

Über Sun Yan's Gesicht zog sich ein dunkler Schatten.
Er blickte noch einmal herüber zum Bett und lauschte gespannt auf. Als es nach wie vor, mucksmäuschenstill im Pavillon zu sein schie, öffnete er plötzlich hektisch den Brief. Er war leicht nervös und musste sich zusammenreißen den Brief nicht sofort aufzureißen. Als er das Siegel vorsichtig durchbrach und das angenehm, weiße Papier aufklappte, entfaltete sich sofort schwungvolle Kalligraphie vor seinen Augen, welche ohne Zweifel von Lan Xichen stammen musste.
Ruckartig und hastig fuhren seine Pupillen über das Papier, als beim Lesen sich sein Gesichtsausdruck langsam immer mehr veränderte. Aus der anfänglichen Nervosität wurde bald ein Staunen, aus dem Staunen ein überraschter Gesichtsausdruck und zu guter Letzt weiteten sich seine Pupillen. als er plötzlich aufkreischte:
„ICH WERDE ONKEL!"

Wie von einer Biene gestochen stolperte Sun Yan plötzlich durch den Pavillon und steuerte genau auf das große Bett zu, als er rief:
„JIANG CHENG! Wach auf!
Du..ich..also WIR meine ich! Wir wir werden Onkel!"

Mit einem gewaltigen Satz sprang Sun Yan plötzlich von den Holzdielen ab. Seine Füße erstreckten sich hoch in die Luft, als er wie eine Bombe in das große Bett einschlug. Während seines Fluges verließ noch ein schriller Freudenausruf seine Kehle, als es auch schon ordentlich rummste und wackelte und das Bett nur so knackte.
Sun Yan landete auf seinen Knien, der weite Mantel flatterte durch den Windzug königlich auf, als Jiang Cheng, der nichtsahnend noch schlief, fast durch den Aufprall und die übertragenen Kräfte aus dem Bett geschleudert wurde. Schlagartig riss er seine Augen weit auf und hob seinen Kopf vom Kissen an, als er sich verstört umblickte, in dem Glauben sein Ende stünde ihm nun bevor.

Er lag noch immer auf dem Bauch mit den Augen so weit aufgerissen wie ein verschrecktes Reh, als Sun Yan auf seinen Knien an ihn heranrutschte und noch immer aufgeregt plapperte:
„Ist das nicht aufregen? Ich meine wir, du und ich werden Onkel! Ich wollte schon immer Onkel sein. Meine Schwester ist nur noch so jung und hach…ist das nicht schön?
Nun sag doch auch mal was!"
Sun Yan hielt den Brief weit vor sich ausgestreckt und blickte mit funkelnden Augen auf die Zeilen, fast so, als würde er seinen ersten Liebesbrief in den Händen halten.

Jiang Cheng war derweil stocksauer. Er war gerade knapp einem Herzinfarkt entkommen und das Einzige was er nun sah und hörte war Sun Yan, der mitten in der Nacht halbnackt was von Verwandschaftsgraden brabbelte. Er blickte mehr als mürrisch drein und versuchte sich noch etwas zu sortieren, als Sun Yan pausenlos in höchsten Tönen vor sich hin zwitscherte. Und das alles direkt in sein Ohr.
Jiang Cheng atmete einmal tief ein und rieb sich durchs Gesicht, als er schließlich mit tiefer Morgenstimme brunmte:
„Herr Gott nochmal, weißt du eigentlich wie spät es ist? Und wovon quasselst du eigentlich die ganze Zeit?"

Sun Yan verstummte jäh, als er Jiang Cheng mit großen Augen anstarrte.
„Aber das sage ich doch die ganze Zeit! Lan Xichen wird Vater!"

Nun weiteten sich auch Jiang Cheng's Augen. Schrill kam es aus seiner Kehle:
„...VATER...? Woher weißt du das?"

Sun Yan schnallste mit seiner Zunge und verdrehte genervt seine Augen.
„Du hörst mir auch gar nicht zu." Beschwerte er sich mit gestellt, beleidigtem Ton.
Provokant fuchtelte er mit dem Brief vor Jiang Cheng's Nase herum, als er sagte:
„Ein Brief! Er hat einen Brief geschrieben, worin er davon berichtet und uns sogar in die Cloud Recesses zu einem Bankett einlädt!"

Jiang Cheng's Stirn legte sich in mürrische Falten, als er plötzlich seinen linken Arm ausstreckte und Sun Yan den Brief aus den Händen riss.
„Hmpf" Schnaufte er über seine Lippen, als er seine Arme weit nach vorne ausstreckte und sein Kinn wieder auf dem Kissen ablegte. Er legte sich wieder auf den Bauch und starrte auf die Zeilen, als er plötzlich seine Augenbrauen zusammenzog und skeptisch fragte:
„Lan Xichen hat doch nicht dir den Brief geschrieben oder?"

Sun Yan zuckte kurz ertappt zusammen, als er einmal tonlos lachte und sich am Hinterkopf kratzte. Dann begann Jiang Cheng in Bauchlage zu lesen. Doch umso weiter er sich dem Ende des Briefes näherte, umso größer wurden nun auch seine Augen.
Als er unten angekommen war, verfiel er aber sogleich wieder in seinen kritischen Gesichtsausdruck, als er erneut mit Missgunst durch seine Nase schnaufte.
„Hmpf…wie schön für ihn. Wird er endlich Vater. Dann ist die Nachfolge für seinen Clan ja schonmal gerettet. Lan Qiren wird sich freuen, immerhin ein Enkel der Nachwuchs produzieren kann! Und ich dachte schon, Lan Xichen würde auf immer und ewig single an der Seite von diesem dunklen Halunken versauern."

Sun Yan blickte ihn verwundert an.
„Dunkler Halunke? Meinst du etwa Bao Tian? Wie kannst du nur so etwas sagen, er ist ein großartiger Cultivator."

„Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass er dunkel ist und immer hinter Lan Xichen steht wie so ein Mad-dog."
Warf Jiang Cheng flapsig hinten dran.

„Dunkel...?" Wiederholte Sun Yan entgeistert. „Als könnte man ihn als wirklich "dunkel" bezeichnen. Er ist halt nicht ganz so blass wie wir."

„Siehst du, also doch "dunkel!"
Konterte Jiang Cheng erneut.

Sun Yan schüttelte seinen Kopf hin und her.
„Was bist du nur so mürrisch und widerlich am Morgen? Ich wusste gar nicht, dass du ein Problem mit "dunkel" hast? Und abgesehen davon, was heißt hier Mad-dog und versauern? Hast du etwa ein Problem mit Lan Xichen? Ich für meinen Teil bewundere die beiden."

„Ich habe kein Problem mit ihnen. Und ich habe auch kein Problem mit "dunkel". Ich habe eher ein Problem damit, eben weil du sie bewunderst..."
Jiang Cheng blickte schmollend drein.

Sun Yan linste ihn an und seufzte auf.
„Ich verstehe dich nicht. Können wir jetzt ertsmal dieses "dunkel" sein lassen? Und abgesehen davon, wolltest du nicht an diesem mürrischen Problem an dir arbeiten? Lan Xichen wird Vater, das ist doch etwas tolles. Und ein "dunkler" Mad-dog hinter ihm ist doch auch etwas tolles. Muss er sich wenigsten keine Sorgen machen, so schnell kommt ihm so keiner zu nahe."
Sun Yan seufzte erneut auf und verschränkte seine Arme vor seiner nackten Brust.
„Ich jedenfalls freue mich für sie. Und abgesehn davon, werden wir nun Onkel, dass ist doch auch etwas schönes! Also hör auf hier so rumzustänkern und die gute Laune am Morgen kaputt zu machen."

Jiang Cheng blickte ihn an und hob dabei seinen Kopf leicht vom Kissen an. Er räusperte sich laut, als er sagte:
Ich mache die gute Laune am Morgen kaputt?
Genau da ist der springend Punkt, Sun Yan! Es ist nicht mal Morgens! Es ist noch mitten in der Nacht und während ich noch ahnungslos im Reich der Träume schlummerte, bist du wie eine Horde wild gewordener Elefanten in mein Bett eingeschlagen und hast mir fast einen Herzinfarkt beschert. Im Anschluss hast du noch in meinem Bett hier rumgeplappert wie ein Wasserfall und gehst mitten in der Nacht Diskussionen über "dunkle" Menschen ein. Und abgesehen davon, liege ich richtig in der Annahme, dass du verbotener Weise einen Brief geöffnet hast welcher an mich adressiert war? Alleine dafür solllte ich dir schon die Beine brechen! Ein bisschen mehr Verständnis vielleicht für deinen Herren und Sect Leader, wenn ich bitten darf."
Jiang Cheng ließ sein Kinn wieder ruckartig auf das Kissen fallen und starrte vor das Kopfende des Bettes.
„Und was heißt hier übrigens die ganze Zeit Onkel? Ich kann mich nicht erinnern in irgendeinem Verwandschaftsgrad zum Gusu Lan Clan zu stehen, was diesen Titel rechtferigen würde! Von dir mal ganz abgesehen."

Sun Yan klappte fast die Kinnlade nach unten. Mit so einer Flut an Kritik hatte er gar nicht gerechnet. Scheinbar war sein gut gemeinter Tipp an die Wache, nicht an Jiang Cheng´s Bett zu kriechen und ihn zu wecken, nicht besonders weit hergeholt. Wobei sein "kriechen ans Bett" auch noch deutlich rabiater ausgefallen war. Er holte daher einmal tief und laut Luft, als er sagte:
„Aber wir sind doch alle gute Freunde. Wer braucht da schon Verwandtschaftsgrade? Das ist ja quasi fast wie Onkel zu sein. Entfernter Onkel vielleicht oder nur sowas wie gedachter, entfernter "Clan-Onkel" oder so. Aber zumindestens halt irgendwie wie so eine Art Onkel. Wir wären dann der "mürrische Onkel Jiang" und der "freundliche Onkel Sun".
Komm schon, das wird großartig. Lass uns da hin und unsere Glückwünsche aussprechen!"

Jiang Cheng schüttelte trotzig seinen Kopf und starrte weiterhin verärgert vor das dunkle Kopfteil seines Bettes. Mit dem Titel: "mürrischer Onkel Jiang" konnte er sich jetzt nicht besonders anfreunden und es hob auch nicht gerade seine Laune. Ganz abgesehen von der Behauptung, dass sie angeblich alle gute Freunde seien.
Jiang Cheng begann daher ernsthaft darüber nachzudenken, ob er vielleicht langsam alt werden würde und mit dieser Art von jugendlichem Humor mitten in der Nacht nicht mehr klar kommen würde.

Sun Yan musterte derweil sein Gesicht, welches eine deutliche Schmollippe zog und er konnte nicht anders, als das dieser Anblick ihm ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte. Er lehnte sich daher etwas zu ihm herunter, berührte seine Schulter und sagte mit zuvorkommender Stimme:
„Warum denn nicht? Fällt es dir denn so schwer mal einmal über deinen Schatten zu springen? Lan Xichen hat dich eingeladen eben gerade weil er eure unterkühlte Beziehung verändern will. Viellelicht ist es mal Zeit für einen Neuanfang? Na?"

Doch Jiang Cheng schmollte weiter wie ein trotziges Kind, als er nuschelte:
„Ich will aber die „unterkühlte" Beziehung nicht verändern und abgesehen davon, in der Cloud Recesses…ist…"
Jiang Cheng stockte plötzlich mitten im Satz und seine Lippen zogen sich kraus, als er seine Worte nicht mehr zu Ende aussprach.

„Und abgesehen in der Cloud Recesses...ist was?"
Fragte Sun Yan interessiert, mittlerweile Jiang Cheng's Schulter etwas tätschelnd.
„Ist da jemand? Wer ist da? Wen willst du nicht sehen?"

„Ach nichts!" Sagte Jiang Cheng flapsig, seine Augen verärgert schließend.

Doch Sun Yan lies nicht locker und er war auch nicht dumm, als er den Nagel auf den Kopf traf.
„Ist es Wei Wuxian? Willst du desswegen nicht in die Cloud Recesses und hast desswegen die ganze Zeit so eine schlechte Laune? Weil du weißt, das er dort sein wird und ihr euch wiederseht?"

Jiang Cheng zuckte plötzlich einmal kurz am ganzen Körper auf.

-Bingo-
Dachte sich Sun Yan, als er genau da drinnen herumstocherte, wo es am meisten weh tat.
Doch Sun Yan wusste genau wie es war, wenn man von der Vergangenheit nicht Abschied nehmen konnte und er wusste wie schwer es war, Dinge zu vergessen, zu verzeihen und ein für alle mal sie hinter sich zu lassen.
Er begann daher nun zärtlich Jiang Cheng's Oberarm und Schulter zu streicheln, als er mit einfühlsamer Stimme sagte:
„Lauf nicht weiter davor weg Jiang Cheng. Meinst du nicht, es wäre vielleicht genau jetzt der richtige Augenblick sich mit seiner Vergangeheit auseinander zu setzen? Vielleicht ist es Schicksal und vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen dieses Kapitel abzuschließen."

Jiang Cheng's Wimpern flatterten auf und Sun Yan spürte, dass dieses Thema ihn nicht ganz kalt lies.
Er lehnte sich daher zu Jiang Cheng herunter und küsste liebevoll auf dessen nackte Schulter, als er schmeichelnd sagte:
„Los, trau dich. Wir beide haben doch schon so viel gemeinsam durchgemacht. Ich bin doch auch bei dir. Wir haben meine Vergangenheit immer und immer wieder auf den Kopf gestellt und du warst an meiner Seite und hast mir geholfen dies durchzustehen. Nun bin ich an der Reihe dir zu helfen. Gib dir einen Ruck. Lass uns gemeinsam in die Cloud Recesses reisen und pack die Gelegenheit nun endlich am Schopf. Ich weiß, dass Wei Wuxian dir wohlgesonnen ist und ich weiß, dass ihr euch wieder versöhnen könntet. Du willst es doch auch, oder nicht? Ich weiß doch, dass du neben all deinem Schmerz ihn sehr vermisst. Ihr seid doch Brüder. Er ist einer deiner einzigen Verwandten die du noch hast.
Was macht es da für einen Unterschied ob man Blutsverwandt ist oder nicht?
Wichtig ist nur das, was wir fühlen und das, was einen Mal verbindet. Oder in eurem Fall, mal verbunden hat. Ich bin mir sicher, wenn ihr euch einmal richtig aussprecht und euch gegenseitig richtig zuhört, könnt ihr diese Missverständnisse aus der Welt räumen! Ein für alle mal!
Na?" Sun Yan streichelte liebevoll über Jiang Cheng's Kopf und über seine Wange, als er einen zarten Kuss auf dessen Haar platzierte.
„Tu es mir zu Liebe, Jiang Cheng! Bitte!"

Jiang Cheng atmete einmal tief ein, seine Augenbrauen zogen sich immer angestrengter zusammen, als er schließlich einen flüchtigen Blick zur Seite wagte.
Doch das Erste was er zu sehen bekam war nicht etwa Sun Yan´s liebliches Gesicht, sondern waren seine nackten Knie, welche sich ihm auf der Matratze frech entgegenstreckten. Sun Yan saß nämlich noch immer auf seinen Beinen, seine Schenkel leicht geöffnet und der weite Mantel lag locker auf seinen Schulter und bedeckte nur bedingt das Nötigste. Seine Vorderseite war fast vollkommen entblößt und Jiang Cheng konnte direkt in seinen Schritt hinein blicken. Zwischen den zwei zarten Knien, entlang seiner anmutigen Oberschenkel lag ein Ort der Begierde und schien so verlockend die Sinne seines Betrachters zu reizen.

Jiang Cheng schluckte einmal schwer und sein Adamsapfel schob sich einmal deutlich an seiner Kehle hoch und wieder herunter. Während Sun Yan ganz still saß und auf irgendeine Art Reaktion wartete, schien Jiang Cheng mit seinen Gedanken schon wieder ganz wo anders zu sein.

Doch gerade als Jiang Cheng dem Reiz nachgab und seine linke Hand nach Sun Yan's Knie ausstreckte, lehnte sich dieser plötzlich nach vorne und packte Jiang Cheng am Handgelenk. Dominant presste er dessen Hand auf die Matratze und hinderte ihn daran, auch nur noch einen Zentimeter mit seiner Hand weiter vorzudringen.

Sun Yan beäugte Jiang Cheng kritisch, als er sagte:
„Hat mein Sect Leader dieses Mal mir überhaupt zugehört oder wohin wandern die Gedanken schon wieder ab?"

Jiang Cheng zuckte kurz auf und versuchte seine Hand loszureißen, doch Sun Yan schien scheinbar sehr entschlossen zu sein, dieses Thema erst zum Abschluss zu bringen, als er seine Hand wie festgenagelt auf die Matratze drückte.
Mit angespanntem Gesichtdausdruck sagte er:
„Versprochen? Das wir in die Cloud Recesses reisen?"

Jiang Cheng biss sich auf die Backenzähne. Es widerstrebte ihm einzuwilligen, aber genauso wusste er auch, dass es ein immer zehrendes Problem war, welches er schon viel zu lange vor sich hergeschoben hatte.
Er blickte Sun Yan duellierend an, als er sagte:
„Lass zu erst meine Hand los."

Sun Yan´s Augen formten sich zu zwei kleinen Schlitzen. Er konterte seinen Blick, als er misstrauisch erwiderte:
„Nein! Erst versprichst du es, dann lasse ich deine Hand los!"

Die beiden blickten sich an und es schienen nahezu Funken durch die Luft zu fliegen, als die Atmosphäre im Raum zu schwingen begann. Keiner von beiden wollte nachgeben, als Jiang Cheng schließlich gebieterisch sagte:
„Ich bin dein Sect Leader, Herr und Geliebter. Ich stehe zu meinem Wort. Lass also erst meine Hand los, dann gebe ich dir ein Versprechen."

Sun Yan kniff seine Augen fest zusammen und musterte Jiang Cheng's Gesicht eindringlich. Nach einer ganzen Weile des Nachdenkens gab er schließlich nach.
„Nun gut."
Dann hob er langsam seine Hand an und entlies Jiang Cheng wieder aus seinem Klammergriff.

Doch in dem Moment, als sich der schwere Druck auf Jiang Cheng's Hand wieder lichtete, schob er sofort dominant seine Hand nach vorne über die Matratze.
Innerhalb eines Augenaufschlages strich er mit seiner Hand zwischen Sun Yan´s Knie, berührte dessen Oberschenkel und packte dann direkt beherzt zu und umschloss Sun Yan's bestes Stück. Er festigte seinen Griff und ertastete den schlaffen Penis und die Hoden, als Sun Yan sofort vor Schock schrill aufquiekte und stocksteif aufzuckte.
„Verräter!" Quiekte Sun Yan auf.
„Du hast gesagt, wenn ich dich los lasse gibst du mir dein Versprechen!"

Doch gerade als Sun Yan seinen Satz ausgesprochen hatte und selbst zwischen seine nackten Beine packte um Jiang Cheng's Hand wieder herauszuziehen, packte dieser ihn plötzlich mit beiden Händen an den Knien. Jiang Cheng kam in windeseile in die Aufrichtung zog kräftig mit beiden Händen an dem Jungen und Sun Yan verlor sofort das Gleichgewicht und fiel nach hinten auf den Rücken. Er konnte gar nicht reagieren, so schnell geschah alles, als seine Beine sich auch schon in die Luft erstreckten und Jiang Cheng ihn dann einmal kräftig zu sich herüber über die Matratze zog.
Sun Yan's Hände versuchte noch Halt an der Bettkannte zu erhaschen, aber er griff auch schon ins Leere, als sein Körper kraftvoll über die Matratze gezogen wurde. Sein weiter Mantel fiel dabei von seinen Schultern und mit einem gekonnten Griff spreizte Jiang Cheng seine nackten Beine.

Selbstsicher und dominant war Jiang Cheng´s Akt und vollkommen im Stil eines Sect Leader´s. Er thronte nun majestätisch über Sun Yan und stützte sich auf seinen Händen ab, während er seine Hüfte langsam zwischen Sun Yan's weit gespreizten Beinen nach unten sinken lies. In seinem Gesicht stand ein triumphierendes Grinsen, als er ihre nackten Körper aufeinander sinken lies und ihre Genitalien sich berührten.

Sun Yan hatte vor Schock bei diesem plötzlichen Positionswechsel ganz vergessen zu atmen und erst in diesem Moment holte er wieder ruckartig Luft, als er nach oben blickte und mit entteuschter Stimme sagte:
„Du spielst nicht fair. Was ist aus deinem „ich stehe zu meinem Wort" geworden?"

Doch Jiang Cheng schnaufte nur belustigt durch seine Nase, als er seine Augen schloss und sich nach unten lehnte. Er packte Sun Yan an den Handgelenken und presste diese herunter auf das Bett, als er mit seiner Nase an dessem schlanken Hals entlang fuhr und ihm dann warmen Atem ins Ohr stieß.
Heimtückisch flüsterte er:
„Ich habe gesagt ich gebe dir mein Versprechen, dazu stehe ich auch. Aber ich habe nicht gesagt, wann genau, ich dir dieses geben werde."

Sun Yan's Augen weiteten sich, als ihm bewusst wurde, dass er in Jiang Cheng's Falle getappt war.

Doch dieser begann schon zufrieden durch Seine Ohrmuschel zu lecken, während die linke Hand an Sun Yan's nacktem Oberkörper herunter wanderte. Er striff über Sun Yan's Hüftknochen und lies sie dann in seinen Schritt gleiten und berührte erneut sein Glied.

„Ah." Stöhnte Sun Yan leise auf, als er seine Augen schloss, die Augenbrauen zusammenzog und aus seiner Kehle fluchte:
„Linke Bazille."

Doch in dem Moment biss Jiang Cheng schon in seinen Hals und die warme Hand an seinem Penis begann diesen zu umschließen und rhythmisch auf und ab zufahren.
„Ah..nicht…stop!" Stöhnte Sun Yan erneut auf, als Jiang Cheng über seine sensible Reaktion belustigt aufschnaufte und in sein Ohr hauchte:
„Nicht? Aber du hast dich mir zu freizügig präsentiert und abgesehen davon, scheint es dir sehr zu gefallen. Sieh nur, wie hart du schon in meiner Hand wirst."

Sun Yan schnaufte einmal entrüstet auf, als er sich selbst eingestehen musste, wie sein Glied in Jiang Cheng's Hand zu wachsen begann. Mit gequälter Stimme kam es über seine Lippen:
„Aber…wir haben gestern schon den ganzen Tag…meine Hüfte und Rücken…ich kann nicht mehr."
Doch gerade als Sun Yan seine Worte über die Lippen gebracht hatte, umschloss Jiang Cheng mit seiner rechten Hand dessen Mund und erstickte Sun Yan´s Worte des Widerstandes.

Sun Yan's Augen weiteten sich erneut, als Jiang Cheng ihm den Mund zu hielt und flüsterte:
„Psssst. Glaubst du etwa, du bist in der Position deinen Sect Leader und Herr abzuweisen? Du vergisst, wer mich mitten in der Nacht geweckt hat, wer mich einen mürrischen Onkel genannt hat und wer verbotener Weise einen Brief geöffnet hat, welcher an mich adressiert war."

Sun Yan zuckte zusammen und schnaufte angestrengt durch seine Nase. In diesem Moment berührte Jiang Cheng seine pralle Eichel und hob seinen Kopf aus seinem Nacken wieder an. Ihre Blicke trafen sich und während Jiang Cheng ihn leidenschaftlich und voller Begierde anblickte sagte er:
„Also halt schön still Sun Yan, sei ein guter Junge und empfange tapfer deine gerechte Strafe, wenn du nicht willst, dass ich dir für deine Dreistigkeiten nicht doch noch eines Tages die Beine breche. Wir haben nämlich nicht mehr ewig Zeit."

Sun Yan starrte Jiang Cheng blank an, als er darüber nachdachte, was dieser genau mit seinen Worten meinte.
Während Jiang Cheng langsam an seinem Hals und Brust herunterküsste und sich einen Weg mit seinen Lippen nach unten bahnte, fragte sich Sun Yan was an diesem Tag noch wichtiges anstehen würde.

Doch in dem Moment, als Jiang Cheng mit seiner Hand endlich seinen Mund wieder freigab und sich mit seinem Kopf mittlerweile zwischen seinen nackten Schenkeln eingefunden hatte, riss Sun Yan plötzlich seine Augen weit auf. Er kam mit seinem Kopf und Schultern etwas in die Aufrichtung und drückte sich von der Matratze ab, als er erschrocken an sich herunter blickte. Fast etwas atemlos sagte er:
„Meine Mutter und Schwester kommen zu besuch!"

Jiang Cheng hielt derweil Sun Yan's steifen Penis in seinen Händen, jede Sekunde bereit das harte Organ in seiner Mundhöhle verschwinden zu lassen, als er Sun Yan von unten herauf teuflisch anlinste und mit tiefer Stimme brummte:
„Wir wollen sie doch nicht warten lassen oder?"

In diesem Moment öffnete er auch schon seinen Mund und lies Sun Yan's steifes Glied bis Anschlag in seiner feuchten Mundhöhle verschwinden.
Der Junge lies sich sofort wieder nach hinten auf das Bett fallen, schloss genüsslich seine Augen, presste seinen Hinterkopf auf die Matratze und öffnete dann weit seinen Mund.
„...teuflischer...mürrischer..Onkel Jiang..." Jappste er, sich hilflos der Leidenschaft und Liebe seines Herren ergebend.

Es war noch finstere Nacht in Lotus Pier, als seine lauten Aufstöhner durch den Pavillon schallten und die zarte Stimme des Jungen noch bis zum Morgengrauen den Aufgang der Sonne herbeisehnte.


Die Luft zog langsam an, leichter Tau legte sich auf die Blätter der Lotusblüten, als die abendliche Sonne das Land in ein warmes Licht tauchte.

Feng Ling war geschafft und müde und der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, als er zurück nach Lotus Pier kam. Er hatte sich die vergangenen Wochen in Arbeit gestürzt um sich abzulenken und hatte jeden Auftrag und jede Mission angenommen, welche er nur kriegen konnte. Der Kummer stand ihm noch immer tief ins Gesicht geschrieben und er konnte einfach nicht von seinen Gefühlen loslassen. Immer wieder musste er an den schmerzerfüllten Abend in der Bibliothek denken, als Sun Yan so verletzt und bitterlich weinend in Jiang Cheng´s Armen lag. Er konnte einfach das Gefühl nicht vergessen, welches in diesem Moment sein Herz so erbarmungslos geflutet hatte und es tat so unsagbar weh sich einzugestehen, dass diese Liebe von Anfang an wohl zum Scheitern verurteilt gewesen war. Egal was er auch tun würde, egal wie sehr er sich auch anstrengen würde, tief in seinem Herzen wusste Feng Ling genau, dass er gegen Jiang Cheng einfach keine Chance hatte und seine langsam aber stetig gewachsene Liebe in einer Sackgasse enden würde.

Doch obwohl er das alles wusste fiel es ihm so unglaublich schwer seine Augen von diesem attraktiven Jungen abzuwenden und es tat ihm selbst in der Seele weh zu versuchen diese Gefühle zu erstricken.
Er hatte sich daher entschieden erst einmal auf Abstand zu gehen und den Kopf frei zu kriegen, indem er so lange es ging von Lotus Pier fern blieb.
Umso weiter umso besser. Denn alles erinnerte ihn an Sun Yan und sein Herz war untröstlich. Doch bald schon, zog es ihn wieder zurück, denn eine unstillbare Sehnsucht erfüllte ihn nach nur wenigen Tagen und er hätte lügen müssen, wenn er behauptet hätte, dass es sein Herz nicht wieder zurück in die Heimat zog, an die Seite eines ganz bestimmten Menschen.

Ausgebrannt und antriebslos schleppte er sich also durch Lotus Pier. Sein müder Blick auf den Boden gerichtet und er wirkte abgezerrt und entkräftet von seiner Reise.
Seine sonst so strahlenden blauen Augen hatten ihren Horizont verloren, als er auf dem Weg zum Thronsaal war um Bericht zu erstatten.
Doch auf dem Weg dorthin leideten ihn seine Füße fast wie von selbst an Sun Yan's Pavillon vorbei, als er plötzlich zarte Schritte hörte, welche scheinbar sich in einer schnellen Fußreihenfolge bewegten.

Gerade als er um den Pavillon bog und die hellen Lichtstrahlen der untergehenden Sonne ihn direkt blendeten, erkannte er eine schemenhafte Gestalt auf einer ebenen Steinterrasse.
Schnell schirmte er die Sonne mit seiner Hand ab, als er sich diese schützend vor sein Gesicht hielt. Er kniff seine Augen zu zwei kleinen Schlitzen zusammen, als er seine Stirn und Nase kraus zog und angestrengt gegen die Sonne blinzelte.

Er vernahm das zarte Rauschen des Windes und er sah eine blanke Schwertklinge, welche sich wie tausend Wasserperlen in dem hellen Sonnenlicht reflektierte. Sie wurde anmutig von einer Person in die Luft geschwungen, folgte danach einer eleganten Seitwärtsbewegung und wurde dann weiter mit einer unglaublichen Leichtigkeit voran durch die Luft geführt. Es war wie ein Tanz, so anmutig und bewegend zugleich und zwischen den eleganten und präzisen Bewegungen erkannte Feng Ling eine ausdrucksstarke Kampfkunst, welche jeden Betrachter durch seine Ästhetik in seinen Bann zog.

Feng Ling war fasziniert, als er sprachlos stehen blieben und seinen Blick von der tanzenden Person einfach nicht abwenden konnte.

Die Füße der Person bewegten sich so unglaublich schnell aber zeitgleich auch so überraschend leise. Die schlanken Hände, welche so präzise das Heft des Schwertes führten und lenkten wirkten wie aus feinstem Porzellan und die farbenfrohe Robe wehte im Wind auf und schwang bei jeder Bewegung mit.

Feng Ling war wie in einem Traum gefangen. Seine Augen folgten ohne zu blinzeln jedem Schritt und als er das dunkle lange Haar durch die Lüfte gleiten sah, erblickte er plötzlich ein vertrautes Gesicht. Hinter den hellen Sonnenstrahlen und den schnellen und geschickten Bewegungen des Tänzers, spürte Feng Ling eine unglaubliche Vertrautheit und sein Herz füllte sich mit einer angenehmen Wärme. Seine Augen weiteten sich, als er glaubte Sun Yan vor sich zu sehen, welcher sich in abendlicher Meditation der Schwertkunst hingab und scheinbar so anmutig schön, mit seinem Schwert zu tanzen schien.

Feng Ling's Lippen öffneten sich, seine Hand streckte sich leicht vor, als er seinen Namen sogleich ausrufen wollte.
Doch irgendetwas hielt ihn davon ab. Denn wenn er sich auch sicher war, dass die Silhouette ihm so vertraut vor kam, so war doch irgendetwas anders als sonst und Feng Ling zögerte noch einen Moment.

Als er einen Schritt weiter nach vorne machte um sich zu vergewissern, lichtete er seine Hand etwas vor seinen Augen und blickte in die helle Sonne.
Der bezaubernde Schwerttänzer schien seinen Tanz gerade zu vollenden und setzte zu einer letzten schwungvollen Bewegung an. Das Schwert wurde erneut in die Luft geworfen, umringt von einem Schimmer spiritueller Energie und landete dann präzise in der zarten Hand. Die langen Ärmel der Robe wehten auf, das dunkle Haar schwang ein letztes Mal mit und dann wurde es plötzlich still.

Mit geschlossenen Augen, stand der begabte Tänzerr nun in der Mitte der Terrasse und senkte sein Schwert voller Demut und Stolz.
Ein andächtiges und berauschendes Gefühl füllte Feng Ling's Herz und als er erneut Luft holte und den geliebten Namen aussprechen wollte, öffnete die Person vor ihm plötzlich ihre Augen.

Sie schimmerten im Licht, voller Ausdruckstärke und Anmut. In ihnen schien ein unstillbares Feuer zu brennen, voller Geheimnisse und Stolz. Es war wie das Fenster hinaus in eine andere Welt, so verlockend und mysteriös zugleich und Feng Ling verlor sich in diesem Anblick.
Doch umso tiefer er sich in diesen wunderschönen Augen verlor, umso mehr stellte er fest, dass es nicht die endlos tief grünen Augen waren, welche er erwartet hatte.

Stattdessen blickte er in zwei hellbraune Augen, voller Wärme und Liebe, welche ihn direkt anblickten.

Feng Ling erschrak, als die letzten Sonnenstrahlen über das Land zogen und er die Person vor sich nun genauer betrachten konnte. Es war als würde ein exaktes Ebenbild von Sun Yan vor ihm stehen und die beiden Person waren sich wie aus dem Gesicht geschnitten. Die einzigen Unterschiede lagen im Detail, erkennbar erst, wenn man genauer hinsah. Denn waren auch die Gesichtszüge nahezu identisch, so wirkte doch der allgemeine Ausdruck etwas lieblicher und durchaus noch etwas jünger.

Feng Ling zuckte an seinem ganzen Körper zusammen, als er schließlich feststellte, dass es sich nicht wie von ihm zunächst angenommen um einen Schwerttänzer zu handeln schien, sondern zu seinem Erstaunen, es eine Schwerttänzerin war, welche nun vor ihm stand.

Feng Ling's Augen weiteten sich, als er die bezaubernde Frau vor sich anstarrte, welche ihm so fremd und doch so vertraut vor kam.
-Wer war sie nur, dass sie Sun Yan so zum verwechseln ähnlich sah und wie ist sie hier nach Lotus Pier gekommen?-

Feng Ling rührte sich nicht, als er all seinen Anstand und sein gutes Benehmen vergaß und die junge Frau weiterhin einfach nur sprachlos anstarrte.
Als sie ihn und seinen plumpen Gesichtsausdruck schließlich bemerkte, lächelte sie ihn kurz an und verneigte sich dann zur Begrüßung. Ihre Stimme war sanft und mild:
„Verzeiht ich wollte euch nicht stören. Wenn es mir nicht erlaubt ist hier zu üben, dann werde ich mich gerne nach einem anderen Ort erkunden."

Feng Ling schluckte einmal schwer. Denn nicht nur ihre Optik, Mimik und Gestik war bezaubernd, sondern auch ihre Stimme klang wie der feinste Gesang der Engel und ihre Worte waren bedacht und mit Sorgfalt ausgewält.
Erst in diesem Moment bemerkte Feng Ling sein respektloses Verhalten und sofort erwiderte er ihre Verneigung und haspelte nahezu peinlich berührt:
„Aber nicht doch…ich war nur etwas überrascht. Verzeiht mir, dass ich nichts gesagt habe und euch einfach nur so unverschämt angeblickt habe. Es schickt sich nicht eine junge Frau so rüpelhaft anzusehen…ich war wohl etwas abgelenkt und schwer beeindruckt von eurer Darbietung. Ich konnte nicht anders und habe mich etwas mitreißen lassen. Verzeiht mir."

Die junge Frau lächelte ihn an und war scheinbar etwas amüsiert über sein leicht beschämtes Verhalten. Immerhin war er ein stattlicher Cultivator des Yunmeng Jiang Clans, so viel war sicher. In seinen blauen Augen schimmerte der Ausdruck eines Kriegers und der hell glänzende Speer auf seinem Rücken verriet seine Mannesstärke. Er schien ein bedeutender und ehrenvoller Mann des Clan's zu sein und heimlich musterte sie ihn von den Fußspitzen bis zum Kopf.

Die junge Frau machte schließlich einen Schritt auf ihn zu und umso näher sie kam, umso faszinierter war Feng Ling von ihr. Sie war an Lieblichkeit und Schönheit kaum zu übertreffen und wirkte dabei aber dennoch stark und selbstbewusst.

Sie lächelte ihn erneut an, als sie freundlich sagte:
„Dann lasst auch mich, mich kurz entschuldigen. Dies ist schließlich euer Clan. Ich war so in meinen Tanz vertieft, dass ich euch gar nicht bemerkt habe und mich demnach auch gar nicht standardgemäß vorgestellt habe. Verzeiht mir bitte, meine Unhöflichkeit."
Sie verneigte sich erneut, schloss kurz ihre schönen braunen Augen und sagte dann:
„Ich bin Sun Lien und ich bin die Schwester von Sun Yan. Ich bin mit meiner Mutter heute angereist und werde ein paar Tage im schönen Lotus Pier im Yunmeng Jiang Clan verbringen. Habt Dank für eure Gastfreundlichkeit, es ist mir eine Ehre hier sein zu dürfen."

Nun weiteten sich Feng Ling's Augen ins Unermessliche.
Er hatte schon einmal flüchtig davon gehört, dass Sun Yan wohl eine jüngere Schwester hatte, jedoch wäre er niemals darauf gekommen sie tatsächlich einmal hier in Lotus Pier anzutreffen.
Soweit er sich erinnern konnte, war sie etwa 4 Jahre jünger als ihr Bruder und sie lebte noch bei ihren Eltern im elterlichen Clan.
Demnach hatte sie noch nicht einmal die 20 Jahre erreicht und war damit fast im selben Alter wie Jinan Liang, Lan Xichen's Gemahlin.

Feng Ling's Mund klappte sich leicht vor Staunen auf, als er nicht über den Schock hinweg kam, wie ähnlich sich die beiden doch sahen. Während er vor Verblüffung erneut begann sie sprachlos anzustarren, kicherte sie schließlich etwas verlegen auf und versteckte ihr Gesicht etwas hinter ihrer Hand, als sie belustigt sagte:
„Ihr starrt mich schon wieder so an. Ist etwas mit meinem Gesicht?"

Feng Ling schnappte einmal ruckartig nach Luft.
„Nein, ganz und gar nicht. Verzeiht, ich wollte nicht erneut euch so unhöflich anstarren. Es ist nur…also ich…"
Feng Ling kam offensichtlich in Erklärungsnot. Er war noch nie der Mann der großen Worte gewesen und ausgerechnet jetzt benahm er sich vor einer jungen Frau äußerst unpassend und bekam keinen vernünftigen Ton heraus. Er war schlichtweg vollkommen verzaubert und überrascht zugleich, sodass er nicht im Stande war klar zu denken.

Doch Sun Lien schien sein unpassendes Verhalten nicht wirklich zu stören, als sie ihn stattdessen höflich ähnlächelte und fragte:
„Wenn es schonmal nicht mein Gesicht ist, dann ist ja gut. Aber mögt ihr mir dann vielleicht trotzdem euren Namen verraten, Herr Cultivator des Yunmeng Jiang Clan´s?"

Feng Ling fing sich langsam wieder und als die junge Frau ihn erwartungsvoll anblickte, lies er sich schließlich schnell nach vorne fallen. Seine Verneigung war tief und respektvoll, als er mit klarer Stimme sich vorstellte:
„Mein Name ist Feng Ling! Ich bin Cultivator im Yunmeng Jiang Clan und es ist mir eine Ehre euch kennenlernen zu dürfen. Ich bin ein guter Freund eures Bruders und hoffe, euch mit meinem unangebrachtem Verhalten nicht zu sehr verschreckt zu haben. Wenn ihr nichts dagegen habt, würde ich mein rüpelhaftes Verhalten gerne irgendwann wieder gut machen. Bitte habt so lange etwas Nachsicht mit mir."

Sun Lien schmunzelte entzückt über ihre Lippen und als Feng Ling sich wieder aufrichtete und in voller Größe vor ihr stand, blickte sie an diesem stattlichen Mann empor und entdeckte erst jetzt seine wunderschönen blauen Augen. Ihr junges Antlitz spiegelte sich in ihnen wieder, als sich ihre Blicke trafen. Fasziniert und einwilligend nickte sie schließlich und sagte sanft:
„Sehr gerne, Feng Ling aus Yunmeng. Es freut mich eure Bekanntschaft zu machen.
Ich würde gerne auf euer Angebot zurück kommen."

Der laue Abendwind blies durch die Baumkronen und die untergehende Sonne verschwand hinter den Bergen. Die letzten warmen Lichtstrahlen verstummten und die Luft zog langsam kühl an. Ihre beider Roben tanzten noch im seichten Wind und ihr langes, schwarzen Haar wehte auf, als das Schicksal still und heimlich begonnen hatte einen neuen Keim der unverhofften Liebe zu säen, welcher sich nun langsam zu regen begann.