Chapter 22.6

Eine einzige Minute kam ihm vor wie eine Stunde und die Stunden kamen ihm vor wie eine Ewigkeit.
Wei Wuxian seufzte laut auf.

Er war in Lan Wangji's Pavillon, lag entspannt auf dem Fußboden neben dem kleinen Tisch und starrte Richtung Zimmerdecke.
Er hatte es sich auf dem Rücken bequem gemacht, seinen Kopf auf einem Sitzkissen abgelegt und sein linkes Bein lag angewinkelt über seinem rechten Knie.

Ein laues Lüftchen kam durchs große, runde Fenster herein und die Stoffbanner unter der Zimmerdecke schwangen leicht hin und her.
Die Vögel waren mit ihren entzückenden Liedern zu hören und von der Veranda vernahm man das Klimpern eines leisen Windspieles.
Wei Wuxian hielt in seinen weit nach oben ausgestreckten Händen ein Buch, direkt über seinem Gesicht.

Gelandweilt und unmotiviert verfolgten seine Augen die Zeilen, als er still und schweigend wartete.
Es war der Morgen des großen Banquets, zu welchem Lan Xichen zur Feier seiner Vaterschaft eingeladen hatte.
Viele Sect Leader aus befreundeten Clan's, Verwandte und Freunde aus der Welt der Cultivation waren eingeladen und sie alle versammelten sich in der Cloud Recesses, gespannt dieses Ereignis zu feiern.

Lan Qiren hatte jedoch, um den Frieden zu wahren, Wei Wuxian wieder einmal verboten der offiziellen Versammlung im großen Pavillon beizuwohnen. Zunächst hatten Lan Xichen und Lan Wangji dagegen gestimmt, jedoch hatte Wei Wuxian von sich aus schnell eingeräumt, dass dies wohl für alle besser sei. Um so wenig Aufsehen wie möglich zu erregen, zog er sich daher freiwillig zurück und versprach Lan Wangji geduldig auf ihn im Pavillon zu warten, bis die offiziellen Feierlichkeiten zu Ende seien.

Wei Wuxian hatte sich schließlich mittlerweile daran gewöhnt, dass ihm nach wie vor nicht alle wohl gesonnen waren und er war schon mehr als zufrieden, dass er nach seiner Vergangenheit trotzdem in der Cloud Recesses so viele Menschen gefunden hatte, die ihn dennoch liebten und wertschätzten.
-Was kümmerten ihn da ein paar Wenige, welche ihn und seine Situation einfach nicht verstanden und lieber an das glaubten, an was sie selbst am liebsten glauben wollten?-

Während im großen Pavillon also auf die glorreiche Zukunft des Gusu Lan Clan's angestoßen wurde, ahlte sich Wei Wuxian in Lan Wangji's Pavillon herum und wusste nichts so richtig mit sich anzufangen. Als er darüber nachdachte mit welchen "nicht-schmeckenden-Gewässern" sie nun aufeinander anstoßen würden und mit welchen faden Gerichten sie ihren Hunger zu stillen versuchten, bekam er das Gefühl, nicht wirklich außerhalb der Reihe etwas zu verpassen.

Als die Stille so verstrich und seine Augen immer langsamer über die Zeilen des Buches wanderten, hörte er plötzlich ein lang ersehntes Klopfen an der großen Eingangstür. Sofort drehte er seinen Kopf zur Seite und sagte freudestrahlend zu sich selbst: „Lan Zhan!"

In diesem Moment hörte er auch schon eine vertraute Stimme duch die Tür zu ihm herein schallend:
„Wei Ying. Ich komme herein?!"

Die Freude stand Wei Wuxian förmlich in's Gesicht geschrieben, als er die Stimme seines Erlösers der Langenweile vernahm. Er nahm seine Arme herunter und drehte sich auf die Seite, während er gespannt zur Tür starrte. Lässig stützte er seinen Kopf in seiner rechten Hand ab während er seine linke Hand, in der er noch immer das Buch hielt, locker über sein angewinkeltes Bein ablegte.
„Komm rein, komm rein." Rief er freudig zur Tür.

Die groß Tür schwang weit auf und wie erwartet trat Lan Wangji in die Türschwelle. Er blickte in den Pavillon und sah Wei Wuxian lässig am Boden liegen, als dieser auch sofort drauf los plapperte:
„Lan Zhan, Lan Zhan. Da bist du ja wieder. Du kannst dir nicht vorstellen wie langweilig es hier war. Es war so still hier ohne euch alle, ich konnte sogar meinen eigenen Herzschlag hören und das Ausatmen der sterbenden Ameisen zählen."

Lan Wangji blickte Wei Wuxian mit einem sanften, wenn auch etwas belustigtem Gesichtsausdruck an. Es war der Ausdruck eines Mannes, der auf der einen Seite stolz war, dass jemand auf ihn gehört hat und brav daheim geblieben war, während auf der anderen Seite sein Herz nur so frohlockte, dass er von genau dieser Person aber schon so überaus charmant und sehnsüchtig erwartet wurde.

Wei Wuxian grinste Lan Wangji breit über sein ganzes Gesicht an, als er fragte:
„Hast du mir vielleicht etwas zu essen mitgebracht? Ich sterbe hier vor Hunger. Aber nicht diesen Fraß den es beim Banquet gab oder? Bestimmt hast du an mich gedacht und mir etwas anderes mitgebracht? Na?"
Wei Wuxian's Augen begannen zu funkeln, während er Lan Wangji schon eindringlich untersuchte, wo er etwas für ihn versteckt haben könnte.

Doch in diesem Moment schloss Lan Wangji einmal kurz seine Augen und senkte seine Stimme. Sein Ton war ungewohnt ernst und von einer gewissen Schwere begleitet:
„Wei Ying. Du hast Besuch, hier ist jemand, der dich sehen möchte."

Wei Wuxian's Augen weiteten sich, als er etwas verblüfft Lan Wangji anblickte.
„Wer will mich sehen?" Fragte er verwundert, während er sogleich seine Augenbrauen etwas kraus zusammenzogen.

In diesem Moment gab Lan Wangji die Tür frei und ging einen Schritt zur Seite. Da Wei Wuxian während ihres Gespräches am Boden gelegen hatte, war sein Blickwinkel so ausgerichtet, dass er nicht erkennen konnte, dass die ganze Zeit hinter Lan Wangji noch eine Person gestanden hatte. Sie wurde vollständig von ihm verdeckt und Wei Wuxian hatte nichts bemerkt. Doch in dem Moment, als Lan Wangji zur Seite trat und den Blick freigab, erschien eine Gestalt hinter ihm in der Türschwelle und Wei Wuxian's Augen wurden in dem Bruchteil einer Sekunde immer größer, als er Stück für Stück erkannte, wer diese Person war.

Sein Mund klappte leicht auf und vor Schock lies er das Buch aus seiner Hand fallen, welches mit einem dumpfen Ton auf den Fußboden schlug.
„…Jiang Cheng…?!" Hauchte Wei Wuxian sprachlos über seine Lippen, als er seinen Augen kaum traute.

Und in der Tat, es war wahrhaftig Jiang Cheng, welcher dort in der Türschwelle zu Lan Wangji's Pavillon stand. Er trug seinen typisch mürrischen Gesichtsausdruck, gepaart mit vielleicht ein wenig Unsicherheit, da er seinen Blick dezent zur Seite gerichtet hatte und zunächst einen direkten Blickkontakt zu Wei Wuxian vermied.

Wei Wuxian konnte es nicht fassen und ein unglaubliches Gefühlschaos suchte ihn heim und flutete erbarmungslos seinen Körper. Fast etwas angespannt, fast etwas hakelig, kam er langsam in die Aufrichtung und setzte sich zunächst hin. Fassungslos starrte er zur Tür herüber, als Jiang Cheng's Augenbrauen und Mundwinkel einmal kurz aufzuckten und er dann seinen Blick direkt auf Wei Wuxian richtete.

Es war als würde die Zeit für einen Moment still stehen, als die beiden sich nur schweigend anstarrten und keiner von ihnen zunächst etwas sagte. Die Atmosphäre war so unglaublich angespannt und so unglaublich ungewohnt. Es war ein beängstigend starkes Gefühl, gepaart mit so vielen Erinnerungen, welches die beiden heimsuchte.

-Denn wo sollte man nun anfangen, nach so vielen Jahren?-

Keiner wusste so recht, wie er das Eis durchbrechen sollte und wie man an vergangene Zeiten wieder anknüpfte.

-Wo sollten sie beginnen, bei den vielen Ereignissen, welche sich zu getragen hatten?-

Die Missverständnisse waren viele an der Zahl und jeder für sich hatte irgendwann aufgehört sie verstehen zu wollen.

Als Lan Wangji abwechselnd einmal zu Wei Wuxian und dann zu Jiang Cheng herüberblickte, sich diesem Problem durchaus bewusst, tauchte hinter Jiang Cheng plötzlich noch ein Kopf auf.

Es war niemand anderes als Sun Yan, welcher an seinem Sect Leader neugierig vorbei linste. Er entdeckte Wei Wuxian, grinste ihn breit an und wank ihm einmal unauffällig zu. Dann nickte er sachte und zwinkerte ihm sogar einmal keck zu, als er auch schon vorsichtig seine Hände auf Jiang Cheng's Rücken platzierte und begann den Mann vor sich langsam in den Pavillon hineinzuschieben.

Wei Wuxian blickte mehr als überrascht drein, als er noch gar nicht so schnell begreifen konnte, was hier eigentlich gerade geschah.

Jiang Cheng wirkte zunächst etwas widerwillig und schaute verärgert drein, doch setzte er dann doch langsam einen Fuß vor den anderen und lies sich von Sun Yan durch die Tür schieben. Diesen Moment nutzte Lan Wangji und schlich sich nun, zum Schock Wei Wuxian´s, mit Sun Yan wieder aus dem Pavillon.

Erst in diesem Moment, als Jiang Cheng nun gut sichtbar vor Wei Wuxian stand, entdeckte dieser, dass Jiang Cheng in seiner Hand eine mehrfach gestapelte Holzbox mit Griff hielt, aus welcher unverkennbar der Geruch von warmen Reis aufstieg.

Wei Wuxian's Augen weiteten sich erstaunt, als er zunächst auf Jiang Cheng's Hand starrte und dann unglaubwürdig dabei zusah, wie im Hintergrund Lan Wangji und Sun Yan tatsächlich den Pavillon verließen und sogar die Tür hinter sich schlossen. Es war noch dieser kurze Augenblick, als Wei Wuxian's und Lan Wangji's Blicke sich für einen Moment noch trafen. Während in Wei Wuxian's Blick ein wenig Hilflosigkeit und die Frage nach "Warum" stand, war in Lan Wangji's Blick etwas sanftes und gutmütiges zu erkennen, als er Wei Wuxian ermutigend zunickte.

Dann schloss sich die große Tür und die beiden waren nun alleine im Pavillon.

Während Wei Wuxian's fassungsloser Blick wieder langsam auf Jiang Cheng zurückwanderte überfuhr ihn eine erdrückende Stille.
Es dauerte eine ganze Weile, bis Jiang Cheng der Erste war, welcher sich nun regte. Er räusperte sich einmal, durchbrach endlich diese furchtbare Mauer, welche sie von einander trennte und streckte seine Hand leicht nach vorne aus. Die Holzkiste streckte sich Wei Wuxian nun einladend entgegen und der angenehme Geruch von warmen Essen war nun noch deutlicher zu vernehmen.

Jiang Cheng's forsche Stimme und sein kritischer Blick waren so typisch für ihn und so unverkennbar wie eh und jeh. Auch wenn dieses Mal, Wei Wuxian eine eher ungewöhnliche Scham und Unsicherheit heraushören konnte. Der Anblick diesen Mannes jedoch, löste ein nostalgisches Gefühl in seinem Herzen aus, als er seinen Bruder schließlich erwartungsvoll anblickte.

Jiang Cheng´s Stimme war klar und einnehemnd:
„Das schlichte Essen während des Banquets war kaum zu ertragen und lies einen mit einem hungrigen Gefühl zurück. Kein Vergleich zu der vorzüglichen Küche in Lotus Pier, wie du weißt.
…Ich habe dir daher etwas anderes mitgebracht. Ich hörte du müsstest zurückbleiben, um des Friedens Willen. Scheinbar verändern sich manche Dinge nie..."
Ganz ohne Sticheleien ging es scheinbar nicht und gerade als Jiang Cheng seine hämischen Worte ausgesprochen hatte, fiel ihm auf, dass es genauso weiter ging wie sie aufgehört hatten. Jedoch war Jiang Cheng aus anderen Absichten vor Wei Wuxian´s Tür getreten und als ihm wieder einfiel, warum er eigentlich hierher gekommen war, räusperte er sich schnell und versuchte seine missglückte Begrüßung noch schnell zu retten. Etwas stockend kamen die Worte über seine Lippen und er schaffte es nicht, Wei Wuxian dabei direkt anzublicken, als er etwas leiser und mit weniger selbstbewusstem Ton sagte:
...Ich dachte...Vielleicht…könnten wir, gemeinsam zu Tisch essen…?"

Wei Wuxian's Augen weiteten sich in's Unermessliche.

Während sich Jiang Cheng's Antlitz in seinen tiefschwarzen Pupillen wiederspiegelte, spürte er ein unglaublich warmes Gefühl, welches sich von seiner Magengegend aus rasant ausbreitete und seinen ganzer Körper binnen kürzester Zeit flutete.
Er konnte es kaum fassen. Dieser Moment war so seltsam vertraut und doch von ihm so sehnsüchtig erwartet.
Etwas zeitverzögert kam schließlich Wei Wuxian´s Antwort. Ein freundliches und überglückliches Grinsen zugleich erstreckte sich über sein ganzes Gesicht, als sich einer der letzten dunklen Schatten in seinem Herzen etwas aufklarte.

Er rückte ein Stück zur Seite und zeigte einladend auf den kleinen Tisch neben sich.
„Jiang Cheng, du kommst spät. Ich verhungere schon förmlich."

Ein ganz zartes, kaum sichtbares Lächeln huschte über Jiang Cheng's Mundwinkel, als er den letzten Schritt auf Wei Wuxian zumachte und sie es endlich beide schafften über ihre Schatten zu springen.


6 Monate später

Es war Frühjahr geworden. Die Tage wurden wieder länger, der Schnee schmolz in den Bergen und das Land erwachte zu neuem Leben. Die Luft war noch frisch und klar und die Bäume hüllten sich langsam wieder in ihr grünes Kleid.

Jinan Liang saß hochschwanger mit Madame Mao und ihren beiden Schneiderinnen Gao Lee und Zhao Ran unter einem Pavillon und ließen sich in der Handwerkskunst der Seidenstickerei unterweisen. Es war ein großer Pavillon, welcher mitten in der Cloud Recesses entlang eines kleinen Bachlaufes stand. Sein architektonisch bewunderswertes Dach war steil an den Enden geschwungen und die Holzsäulen, waren mit aufwendigen Schnitzereien verziert. In der Mitte unter dem Pavillon stand ein Tisch mit drei Holzbänken, auf denen es sich die Damen bequem gemacht hatten. Neben ihnen dampfte der heiße Tee aus ihren Teeschalen und es waren noch ein paar Naschereien zu Tisch gedeckt. Jinan Liang, Madame Mao, Gao Lee und Zhao Ran waren in wunderschönen, farbenfrohen Hanfu's gekleidet, welche förmlich den Frühling nur so herbeilockten.
Ihre langen, dunklen Haare zu prächtigen und anmutigen Frisuren hochgesteckt und ihre zarten Stimmen und ihr liebliches Lachen erfüllte die klare Luft.

Nicht weit von ihnen standen Bao Tian, Wei Wuxian und Luan Han auf einer kleinen Erhöhung, welche mit drei Steinstufen zum Pavillon herab führte. Sie waren in der Weiterentwicklung ihrer Schwertkunst und in der Cultivation ihrer spirituellen Energie vertieft, als sie euphorisch sich untereinander unterwiesen und besonders Luan Han ihr Wissen förmlich aufdrängten.

In den vergangenen Monaten hatte sich Luan Han als Cultivator prächtig weiterentwickelt und er konnte mit einer unglaublichen Geschwindigkeit seine verlorenen Jahre nachholen. Er war beliebt bei seinen Mitschülern, genauso wie bei seinen Lehrern und Jinan Liang war mehr als stolz auf ihn und erfreute sich jeden Tag daran, ihn so glücklich erleben zu dürfen.

Während die Unterweisung von Bao Tian und Wei Wuxian nicht ohne jede Menge Witz und Charme von statten ging, schien die Cloud Recesses an diesem Tag so belebt wie noch nie. Trotz der strengen Regeln und Lan Qiren's akribischem Klammern an Zucht und Ordnung war es nicht von der Hand zu weisen, dass die Cloud Recesses sich verändert hatte. Sie war neben der Cultivation und einem Ort der meditativen Besinnung auch ein Ort des Lebens geworden, an dem sich mehrere Menschen zusammengefunden hatten und ihr Glück jeden Tag aufs neue gemeinsam auslebten.

Während Bao Tian und Wei Wuxian also lautstark ihre Späße mit Luan Han trieben und mit fabelhaften Darbietungen mit dem Schwert glänzten, sammelte sich langsam zusätzlich eine Gruppe interessierter Schüler an, welche fasziniert den Männern zu sahen.

Wei Wuxian und Bao Tian hatten von Anfang an eine förmlich magische Anziehungskraft auf die jüngere Generation des Gusu Lan Clan's ausgeübt. In ihnen sahen die jungen Männer ein wenig Freiheit, Rebellion und den Ausbruch aus der täglichen Disziplin. Sie bewunderten sie ein Stückweit für ihren freien und ungezwungenen Geist und wann immer Lan Wangji, Lan Xichen oder Lan Qiren nicht in der Nähe waren, suchten sie deren Nähe auf und ließen sich von ihnen mit in den Bann reißen.

Während die Ansammlung an dem Pavillon also zunehmend wuchs und die Lautstärke ihrer euphorischen Zusammenkunft langsam an Fahrt aufnahm, war von den Drei Lan's aber weit und breit nichts zu sehen.
Es war nämlich, gerade wegen ihrer Abwesenheit, dass sie sich alle gemeinsam die Zeit vetrieben, denn Lan Wangji, Lan Xichen und Lan Qiren hatten besuch vom Hai Zhou Clan erfahren.

Da es sich um einen kleineren, befreundeten Clan handelte, welcher nur für ein paar Formalitäten vorbei gekommen war, sah auch Bao Tian nicht die Notwendigkeit anwesend zu sein und so tummelte sich die schlechtere Hälfte lieber draußen unterm Pavillon und versüßte sich die Freizeit, während die bessere Hälfte gewissenhaft drinnen ihrer Arbeit nachging.

Sich also vollkommen ungestört der vielen Regeln des Gusu Lan Clan's fühlend, genoss die Gruppe also sichtlich ihr „Lan frei" und zwischen den überschwänglichen Gesprächen und dem herzensfrohen Gelächter, wurden aber ebenso auch bedeutende Blicke ausgetauscht.

Gao Lee hatte nämlich bis zum heutigen Tag von ihrer Liebe zu Wei Wuxian nicht abweichen können. Sie linste daher in jeder freien Sekunde zu ihm herüber und bewunderte ihn hingebungsvoll. Seine pure Anwesenheit trieb ihr schon die Schamesröte ins Gesicht und wann immer sie nur seinen Namen hörte, ging ihr das Herz auf. Es war eine junge und unvernünftige Liebe, zumal ihr mittlerweile jede der Damen im Clan riet diesen Freigeist und Unruhestifter schnell wieder zu vergessen. Aber was sollte man schon tun, wenn das junge Herz einer holden Maid sich eben genau den Mann ausgesucht hatte, welcher nur ungern als Schwiegersohn akzeptiert werden würde?

Selbst Madame Mao's Bemühungen Gao Lee einen anderen Herren des Clan's schmackhaft zu machen, waren bisher gescheitert und so behielt sie sich stet's als letzten Ausweg die Offenbarung bereit, dass Wei Wuxian mittlerweile definitiv vom anderen Ufer sei und somit für Gao Lee unerreichbar. Doch um das junge Herz einer verliebten Frau nicht vollkommen zu Staub und Asche zu verarbeiten, packten Madame Mao und Zhao Ran sie zunächst noch mit Samthandschuhen an und hofften auf die passenden Gelegenheit die Aufmerksamkeit, diesen unschuldigen Herzes, auf wen anderes lenken zu können. Es fehlte also quasi nur noch das passende Opfer und Madame Mao war sich ziemlich sicher, auch in diesem Fall die Fäden des Schicksal etwas beeinflussen zu können.

Während die Zeit also verstrich und die Lan Herren ihren Besuch vom Hai Zhou Clan scheinbar gar nicht mehr loswurden, stickte Jinan Liang mit wachsender Begeisterung unter der Führung von Madame Mao einen kleinen weißen Vogel auf ein Stück feinster Seide. Er sah aus wie der kleine „Wangji" von Madame Mao und sie zeigte sich äußerst gelehrig und talentiert.

Doch als sie so konzentriert sich vornüber beugte und gerade mit äußerster Präzision an seinem Auge war, wurde ihr plötzlich etwas seltsam.
Sie spürte einen Druck in ihrem Unterleib, welcher sofort von aufsteigender Hitze begleitet wurde, welche durch ihren Körper strömte. Sie legte den Stickrahmen auf dem Tisch ab und spürte ein Gefühl von Übelkeit, als Madame Mao sie fragend ansah:
„Was ist Liang? Du wirst plötzlich ganz blass."

Jinan Liang zog ihre Augenbrauen zusammen und in der Tat, ihre gesunde Gesichtsfarbe schien etwas aus ihrem hübschen Gesicht zu verschwinden, als sie angestrengt sagte:
„Mir wird gerade etwas übel und mein Unterleib beginnt zu ziehen."

Nun legten auch Zhao Ran und Gao Lee ihre Stickrahmen auf dem Tisch ab und schaute sie besorgt an, als Jinan Liang plötzlich ruckartig die Luft durch ihre Zähne zog, vornüber auf den Tisch fiel und ein schmerzerfülltes Gesicht zog.
„Ah!" Keuchte sie auf, als sie ihre Hände schlagartig auf ihren runden Bauch hielt.

„Oh Gott, Liebes!" Rief Madame Mao aus, als sie auch schon aufsprang und Jinan Liang sofort an den Armen abstützte.
„Was ist Liang, geht es etwa los?"

Nun sprangen auch Gao Lee und Zhao Ran wie von der Biene gestochen auf, als Jinan Liang schmerzerfüllt durch ihre Zähne zischte:
„Ich glaube, ich bekomme meine Wehen….aber ich weiß nicht….fühlt es sich so an? Ich bin mir unsicher."

Madame Mao's Augen weiten sich. Es war nicht das erste Mal, dass sie eine Frau bei einer Geburt begleitet hatte und sie wusste in diesem Moment besser was zu tun war als Jinan Liang, für die dies schließlich das erste Mal war.

Madame Mao fasste also unter ihre Arme und stützte sie, als sie sagte:
"Liang wir müssen sofort zum Pavillon des Heilers. Kannst du noch laufen?"

Jinan Liang schloss ihre Augen. Die Schmerzen nahmen langsam deutlich an Intensivität zu, als sie keuchte:
„Ich weiß nicht…ich…." Doch gerade in diesem Moment, als sie ihren Satz noch nicht ganz vollendet hatte, riss sie plötzlich ihre Augen weit auf und starrte zunächst noch perplexed ins Leere. Sie gab einen seltsamen hohen Ton von sich, als sie sich plötzlich fassungslos in den Schritt fasste.
„…Was?…" Hauchte sie erschrocken über ihre Lippen, als Madame Mao schließlich mit ihren Augen Jinan Liang's Hand folgte. Ihre Pupillen weiteten sich schlagartig, als sie sah wie sich der bunte Stoff von Jinan Liang´s Robe langsam dunkler färbte.

Jinan Liang zog eine leichte Grimasse, als sie nur noch leise piepste:
„Mir läuft es warm die Beine herunter…."

Madame Mao wusste sofort was geschehen war, als sie augenblicklich Jinan Liang etwas beruhigend tätschelte und sagte:
„Nichts passiert, dir ist nur die Fruchtblase geplatzt."
Dann schaute sie Gao Lee und Zhao Ran an, welche wie zwei panische Paradiesvögel daneben standen und vollkommen hilflos wirkten.
„Schnell, sie muss sofort hier weg."

Dann blickte Madame Mao wie aus Reflex zu den Männern herüber, welche nicht weit entfernt waren, als sie dominant und laut den ersten Namen herüber rief, welcher ihr einfiel:
TIAN! Es geht los, die Kinder kommen!"

Ihre Stimme war laut und Schrill und während der Satz noch in den Ohren der Männer wiederhallte, lies Luan Han schlagartig das Schwert fallen und es fiel mit einem lauten Scheppern zu Boden. Wie aus Reflex zuckten alle auf und als Luan Han herüber zum Pavillon blickte und seine Jinan Liang vor Schmerzen krümmend in Madame Mao's Armen erblickte, rannte er sofort überstürzt auf sie zu.
Liang!" Rief er nahezu panisch aus, als er sofort neben ihr abbremste und sie an der Schulter berührte. Er war nicht weniger hilflos und panisch als Gao Lee und Zhao Ran, als er voller Panik auf ihren nassen Unterleib blickte:
„Oh Gott Liang, was soll ich nur tun?"

Doch schon in diesem Moment, kam ein dunkler Schatten von hinten und eine tiefe und ruhige Stimme war zu hören.
„Darf ich?"

Es war Bao Tian, welcher genau wie Luan Han und Wei Wuxian direkt herbeigeeilt war, jedoch wirkte er deutlich ruhiger und sortierter als die anderen. Schließlich hatte auch er wie Madame Mao schon Beistand bei mindestens zwei Geburten geleistet, nämlich die, seiner eigenen Kinder. Er wusste also was zu tun war und er nickte Madame Mao einmal zu. Sie waren Freunde seit vielen Jahren und sie verstanden sich, auch ohne ein weiteres Wort zu sprechen.
Er schob also behutsam alle etwas an die Seite und lächelte Jinan Liang noch einmal an, als er sie respektvoll fragte:
„Wenn ich bitten darf?"

Jinan Liang blickte in Bao Tian's große braunen Augen und sie wusste gar nicht genau wie so, aber in diesem Moment fühlte sie sich einfach nur geborgen und wusste, dass sie sich auf die starke Arme diesen Mannes verlassen konnte und nickte ihm zu.
Bao Tian griff also mit einer Hand unter ihre Arme und mit seiner anderen unter ihre Kniekehlen und hob die schwangere Frau an. Auch wenn sie eine kleine und zierliche Frau war, so hatte sie doch nun im neunten Monat mit zwei Kindern in ihrem Bauch deutlich an Gewicht zugenommen.

Doch Bao Tian hob sie mit Leichtigkeit an und trug sie wie eine Prinzessin vor sich her.
Madame Mao stolperte sofort voraus, als sie sagte:
„Ich laufe vor und informiere den Heiler."

Gao Lee und Zhao Ran gaben sich ebenfalls ein stilles Zeichen und begannen sofort geschwind den Tisch unter dem Pavillon aufzuräumen um dann sofort mitgehen zu können. Luan Han blieb derweil neben Bao Tian und begleitete ihn, während dieser seine Jinan Liang sicher Richtung Heiler trug. Er war mehr als besorgt und beunruhigt und seine Verzweiflung stand ihm tief ins Gesicht geschrieben.

Wei Wuxian machte derweil sofort auf dem Absatz kehrt, als er geschwind sagte:
„Ich informiere Zewu-Jun."
Dann hastete auch er sofort in die entgegengesetzte Richtung, bereit das freundschaftliche Banquet mit dem Hai Zhou Clan hochgehen zu lassen.

Luan Han blickte mit besorgter Miene zu Jinan Liang, welche mit schmerzverzerrtem Gesicht in Bao Tian's Armen lag. Sie hielt sich ihren Bauch, ihre Augenbrauen angestrengt zusammengezogen und sie atmete ruckartig ein und aus.

Luan Han tätschelte ihre Schulter, während er im Seitwärtsgang neben ihr her stolperte:
„Wir haben es gleich geschafft Liang, halt durch."

Und in der Tat, der Pavillon des Heiler's war schon in Sichtweite und Bao Tian ging mit großen und zügigen Schritten die Stufen zur Veranda hinauf.
Gerade als die Drei vor die große Tür treten wollten, schwang diese auch schon von alleine auf, als sie Madame Mao's Gesicht erblickten, welche sie sofort herein wank:
„Kommt kein, kommt kein."

Bao Tian rauschte wie ein aufbrausender Wirbelsturm über die Türschwelle und brachte Jinan Liang direkt zum großen Bett. Für Förmlichkeiten blieb leider kaum Zeit und so begrüßte nur Luan Han den Heiler kurz, welcher schon in der Mitte des Pavillon's auf sie wartete. Schließlich hatte Bao Tian gerade alle Hände voll zu tun und keine Zeit für solche Nebensächlichkeiten. Außergewöhnliche Situation erforderten eben außergewöhnliche Maßnahmen.

Gao Lee und Zhao Ran waren ebenfalls anwesend, so wie ein paar Dienstmädchen und zwei Schüler des Heilers, welche alle schon sich bereit gemacht hatten, sofort Handeln zu können, sobald die Gemahlin des Sect Leader's eintreffen würde.
Bao Tian legte derweil Jinan Liang behutsam auf dem Bett ab und während sie vor Schmerzen ihre Augen scharf zusammenkniff, stöhnte und ächzte sie ein paar Mal auf, als sie wie aus Reflex an Bao Tian's Robe griff und ihn festhielt.
Unter Schmerzen und etwas abwesend mit Gedanken hauchte sie:
„Huan…wo ist…Lan Xichen?"

Bao Tian zog seine Augenbrauen leicht nach oben, als er sie etwas überrascht anblickte. Behutsam löste er ihre verkrampften Finger aus seiner Robe, als er ihr liebevoll zusprach:
„Er wird gleich kommen, Wei Wuxian holt ihn gerade."

„Das ist gut…" Sagte sie angestrengt aber mit einer gewissen Erleichterung.
„Und HanHan? Ist er auch da?"

Bao Tian legte ihre Hand behutsam auf der Matratze ab, als Luan Han sich sofort neben ihr auf die Knie fallen lies und ihre Hand berührte:
„Ich bin hier Liang. Alles wird gut, wir sind alle bei dir."

Alleine Luan Han's Stimme beruhigte sie schon und Jinan Liang begann etwas ihre Verkrampfung zu lösen, als sie sich ruhig in die Matratze sinken lies.
Doch in diesem Moment räusperte sich plötzlich der Heiler und klatschte einmal laut in seine Hände.
„Wenn ich bitten darf und die Herrschaften jetzt bitte den Pavillon verlassen würden?"

Gao Lee und Zhao Ran wurden zügig von Madame Mao heraugeschickt ein paar Sachen besorgen und als Bao Tian Luan Han an der Schulter berührte und ihn mit nach draußen nehmen wollte, sagte dieser plötzlich hastig:
„Darf ich bleiben? Ich denke…Liang würde es helfen und ich würde gerne dabei sein."

Bao Tian blickte zunächst etwas überrascht den jungen Mann an, schließlich gab es einige Männer die sich zwar auf den Nachwuchs freuten und sich um ihre Frau während der Geburt sorgten, jedoch gab es nur wenige Männer, welche tatsächlich freiwillig bei einer Geburt auch dabei sein wollten.

Als Bao Tian's und Luan Han's Blicke herüber zum Heiler wanderten, zögerte dieser erst einen Moment, doch dann sagte er mit verständnissvoller Stimme:
„Nun gut, Ihr könnt bleiben, aber bitte hindert uns nicht bei unserer Arbeit."

„Ist gut!"
Sagte Luan Han sofort einwilligend und ging sofort auf die andere Seite des Bettes und ergiff zärtlich Jinan Liang's Hand.

„HanHan?"
Sagte Jinan Liang etwas schwach und in der Tat, an ihrem Gesichtsausdruck konnte man erkennen, dass es sie beruhigte und ihr gut tat, ihn in ihrer Nähe zu wissen.

„Nun gut!"
Dann alle anderen aber heraus." Sagte der Heiler und außer auf Bao Tian traf dies auf niemanden mehr zu. Madame Mao blieb ebenfalls um unterstützend zu helfen und nachdem Bao Tian Richtung Tür ging, lächelte sie ihn einmal an und sagte ein leises und freundliches „Danke."

Bao Tian nickte seiner alten Freundin zu, ein Schmunzeln auf seinen Lippen tragend und ging dann hinaus auf die Veranda und schloss die große Tür hinter sich.


Wei Wuxian hastete derweil zu dem großen Pavillon, in dem gerade das Banquet mit dem Hai Zhou Clan gehalten wurde.

In königlicher Wei Wuxian Manier stolperte er die paar Stufen zum Pavillon hinauf, als die Wachen ihn schon mit großen Augen anblickten. Doch es war schon zu spät um überhaupt noch zu reagieren, als Wei Wuxian nicht die Absicht hatte vor der Tür abzubremsen, sondern mit einem Gewalten Ruck ausholte und die große Tür gewaltvoll und beeindruckend aufstieß.

Die Herrschaften innen drinnen waren gerade mitten im Gespräch vertieft, als plötzlich mit einem gewaltigen Rums die große Tür aufflog. Ein Windzug stieß in den Pavillon und ein nicht unerheblicher Zug frischer Luft kam zur Tür herein, welcher die Stoffbanner unter der Decke zum schwingen brachte.

Lan Qiren fiel fast alles aus dem Gesicht, als er mitten im Satz unterbrochen wurde und zu allem Überfluss auch noch Wei Wuxian erblickte, welcher wie ein aufgescheuchtes Huhn in der großen Tür stand.
Auch alle anderen flogen durch den plötzlichen Rums erschrocken zusammen und blickten mit weit aufgerissenen Augen zu dem Störenfried, welcher selbstbewusst, aber etwas außer Atem in der Tür stand.

Nur Lan Wangji erkannte sofort, dass es sich bei Wei Wuxian's Störung nicht etwa um einen schlechten Scherz handelte, sondern das tatsächlich etwas passiert sein musste.
Lan Qiren holte tief Luft, als er gerade wutentbrannt und unvorsichtig vor den Augen ihres Besuches Wei Wuxian's Namen losdonnern wollte:
Wei Wu…."

Doch schon in diesem Moment wurde er abrupt ausgebremst, als Wei Wuxian ihm prompt ins Wort fiel, seine Hände weit nach vorne ausstreckte und sich tief verneigte. Seine Stimme schallte beeindruckend durch den Pavillon:
„Vezeiht die Störung aber es ist wirklich wichtig!"
Dann blickte er nach oben, direkt in Lan Xichen's weit aufgerissene Augen, als er fortfuhr:
„Zewu-Jun, ihr müsst schnell mitkommen. Eure Frau, Jinan Liang…sie ist am gebären."

Nun weiteten sich Lan Xichen's Augen ins Unermessliche und fast all seinen Anstand vergessend sprang er plötzlich auf. Ein reges Staunen ging durch den Raum und jeder hatte Verständnis dafür, dass dies eine absolute Ausnahmesituation war. Lan Xichen verneigte sich daher schnell vor ihrem Besuch und entschuldigte die Störung und sein überstürztes Handeln. Doch der Hai Zhou Clan war ein freundlicher Clan und ihr Sect Leader hatte tiefstes Verständnis für diese überstürzte Unterbrechung ihrer Zusammenkunft, als er sofort Lan Xichen und seiner Frau alles gute wünschte und sein sofortiges Verlassen des Pavillons gut hieß.

Lan Xichen blickte noch einmal zu Lan Qiren, so als wollte er sich auch von ihm das Einverständnis abholen, als Lan Qiren nur mit seiner Hand in der Luft wedelte, so als wollte er seinem Neffen sagen: "Nun geh schon, ich kümmere mich um den Rest."

So gesagt so getan und Lan Xichen hastete sofort mit großen Schritten auf Wei Wuxian zu, als dieser einmal an ihm vorbei linste und zu Lan Wangji herüber blickte.
Wei Wuxian machte eine schnelle einladende Handbewegung, so als wollte er Lan Wangji sagen, er solle auch mitkommen.

Doch nichts blieb vor dem kritischen Blick von Lan Qiren geheim, als er Wei Wuxian's Handbewegung ebenfalls bemerkte.

Lan Wangji atmete einmal kurz ein, sein Gesicht relativ ausdruckslos wie immer und niemand konnte so recht erahnen was er gerade dachte. Doch er drehte seinen Kopf zu seinem Onkel, ersuchte dessen Blick und als Lan Qiren verstand was sein Neffe von ihm wollte, atmete auch dieser einmal tief ein, als er ein kurzes mürrisches Brummen von sich gab. Seine Augen schlossen sich und dann ebenfalls erteilte er Lan Wangji die Erlaubnis den Pavillon zu verlassen. Seine abwinkende Handbewegung war kurz und schmerzlos.

Lan Wangji stand kerzengerade auf, bedankte sich bei seinem Onkel, verneigte sich dann vor ihrem Besuch und verabschiedete sich zügig. Dann ging er ebenfalls auf Wei Wuxian und Lan Xichen zu, welche schon unruhig auf ihn in der offenen Tür warteten.

In dem Moment, als die große Tür des Pavillons hinter ihnen wieder ins Schloss fiel, packte Wei Wuxian Lan Wangji plötzlich bei der Hand und grinste ihn an. Sie vergaßen alle Regeln und Anstand des Gusus Lan Clan's, als sie so schnell es ihre Füße ihnen erlaubten, verbotenerweise durch die Cloud Recesses rannten.