Chapter 24
Sein Blick war angespannt.
Seine Augenbrauen zogen sich kraus und eine tiefe Zornesfalte legte sich zwischen seine Augen. Er fixierte scharf einen Punkt, dennoch wirkte sein Blick abwesend und gelangweilt. Sein linker Zeigefinger tippte unruhig auf und ab und er schien mit seiner Zunge Löcher in seine Wange zu prukeln.
Jiang Cheng saß in Louts Pier in seinem Thronsaal und die Luft war unaufhörlich von einem langatmigen und monologen Geschwafelt gefüllt.
Er blickte zu dem Mann herüber, welcher vor ihm stand und um eine Anhörung gebeten hatte. Doch anstatt endlich zum Punkt zu kommen, schweifte er immer wieder vom Thema ab und Jiang Cheng riss allmählich der Geduldsfaden.
Hatte er zunächst noch angenommen es handele sich um ernstzunehmende Belange, welche sofortiger Klärung bedurften, so ging es scheinbar doch nur um einen Fischer vom Hafen, der behauptete von Geistern am Ufer des Flusses heimgesucht zu werden. Grundsätzlich nahm Jiang Cheng Aufträge wie diese als Clan der Cultivation an, doch beschränkte er sich meistens eher auf vielversprechendere Angebote, bei denen mehr für ihre Dienste herausprang.
Noch während der Fischer sich also immer wieder respektvoll vor Jiang Cheng verneigte und ihm scheinbar Honig ums Maul zu schmieren versuchte, wank Jiang Chen währenddessen einen Schüler zu sich herüber, welcher kerzengerade neben der großen Eingangstür gestanden hatte und flüsterte ihm ein paar Worte ins Ohr. Der Schüler nickte mehrfach mit seinem Kopf und Jiang Cheng machte dann eine schickende Handbewegung um zu signalisieren, dass der Schüler sich beeilen sollte.
Der Fischer blickte derweil interessiert auf, in der Hoffnung seine Anhörung stieße auf Erfolg und es würden gleich mehrere Culitvators mit ihm losziehen um der Sache auf den Grund zu gehen. Der Schüler des Yunmeng Jiang Clan's nickte noch mehrfach seinem Sect Leader zu und machte sich dann bereit noch zwei weitere Schüler zu sich herüber zu holen um den Fischer zu begleiten. Denn mehr wollte Jiang Cheng nicht aufwenden, für solch eine Lappalie und weder würde er einen talentierten Cultivator dafür losschicken, geschweige denn gleich mehrere, noch würde er sich persönlich dazu herablassen der Sache nachzugehen.
Der Fischer war nun etwas verunsichert, als sich scheinbar nur drei junge Schüler des Clan's nebem ihm einfanden, bereit ihn als einzige Eskorte zu begleiten, als dieser noch einmal betonte wie wichtig diese Sache doch sei.
Er fing an erneut in Erklärungen und Begründungen abzuschweifen und redete sich um Kopf und Kragen, als Jiang Cheng schließlich der Geduldsfaden gänzlich abriss. -Hatte er nicht dem Mann schon drei seiner Schüler zur Verfügung gestellt? Wie konnte er mit dieser Großzügigkeit in Anbetracht seiner unwichtigen Belange nur weiterhin darauf beharren noch mehr von ihm zu verlangen?-
Gerade als Jiang Cheng das Gefühl bekam nun endlich genug Geschwätz von dem Mann gehört zu haben, hob er schließlich dominant seine Hand und brachte den gesprächigen Fischer damit sofort zum Schweigen.
Die Lage war sichtlich angespannt und man konnte in Jiang Cheng's genervtem Gesicht deutlich erkennen, dass er nicht mehr bereit war diesem Mann weiterhin zuzuhören. Die Schüler fürchteten sogar, dass ihr Sect Leader den Fischer nun sofort und ohne Umschweife vor die Tür setzen würde und seine Hilfe gänzlich versagen würde.
Doch in diesem Moment hörte man plötzlich laute Stimmen draußen vor der Tür, eine Unruhe kam auf und alle drehten sich interessiert in die Richtung der Ruhestörung.
„Halt! Ihr könnt da jetzt nicht rein!"
Hörte man noch die Stimme einer Wache, als eine andere Männer Stimme darauf nur lautstark konterte:
„Lasst mich durch, seht ihr denn nicht, dass es wichtig ist?"
Mit einem Mal flog die große Tür mit lautem Scheppern weit auf und die geschlossene Gesellschaft im Inneren fand somit ihr jähes Ende.
Jiang Cheng blickte zunächst mehr als erzürnt zur großen Tür, wer es wagen würde hier so hereinzuplatzen, als alle anderen Clanmitglieder an seiner Seite sich schon bereit machten den unwillkommen Störenfried wenn nötig anzugreifen.
Doch in diesem Moment erkannte sie alle, wer da zur Tür hereingestolpert kam und sie alle machten große Augen und rührten sich kein Stück mehr.
Feng Ling humpelte unter Anstrengung in den Thronsaal. Seine Robe war mit Blut befleckt und die Stoffe überall zerrisen und zeigte an einigen Stellen Einsicht auf das geschundenes Fleisch darunter. Doch noch viel beunruhigender war die Tatsache, dass er in seinem rechten Arm noch jemand anderes abstützte, welcher scheinbar kaum mehr in der Lage war ohne Hilfe selbstständig zu laufen.
Die Kleider des jungen Mannes in Feng Ling's Armen waren ebenfalls von den Spuren eines Kampfes gezeichnet und dessen rechter Arm hing sogar schlapp nach unten, während in zarten Rinnsälen Blut über die einstige anmutige Hand auf den Boden tropfte. Das überaus hübsche und attraktive Gesicht des jungen Mannes wies einen gequälten Gesichtsausdruck auf und während alle die drei markanten Kratzspuren in seinem Gesicht erkannten, weiteten sich Jiang Cheng's Augen und für eine Sekunde setzte sein Herz für einen Schlag aus.
„Sun Yan? Feng Ling?"
Versuchte Jiang Cheng die Contenance in der Öffentlichkeit zu bewahren, als Feng Ling versuchte respektvoll vor ihrem Sect Leader zu salutieren.
„Mein Herr!"
Sagte er mit beschämter Stimme.
Doch Jiang Cheng stand plötzlich kerzengerade von seinem holzgeschnitzten Thron auf und seine Augen zogen sich scharf zusammen, als er laut lospolterte:
„Was stolpert ihr hier einfach so herein und lasst mich das Gesicht vor meinem Gast verlieren? Was ist passiert das zwei Cultivators meines Clan's in so einer niederschmetternden Verfassung zu mir zurückkehren? Kann ich euch Zwei denn nicht mal für eine Sekunde aus den Augen lassen?"
Feng Ling kniete sich vorsichtig hin und half Sun Yan dabei ebenfalls neben ihm auf die Knie zu kommen. Etwas wackelig hockten die beiden sich hin und verneigten sich tief. Sie blickten dabei schuldig und beschämt drein, als Feng Ling versuchte sich zu erklären:
„Mein Herr verzeiht für diese Schmach. Wir sind unvorsichtig gewesen."
„Unvorsichtig! Du?"
Fragte Jiang Cheng kritisch nach, als er drei langsame Schritte ihnen entgegen kam.
Der Fischer war derweil ängstlich zur Seite gewichen und blickte sich die Aufruhr aus sicherer Entfernung an, als Feng Ling fortfuhr:
„Wir waren unten am Hafen, als plötzlich ein Wasserdämon die Fischer angriff."
„Ein Wasserdämon? Hier in Lotus Pier?"
Fragte Jiang Cheng etwas ungläubig. Seine Blick wanderte einmal skeptisch zu dem Fischer herüber und dann wieder zurück zu Feng Ling.
Der Fischer am Rand bekam derweil große Augen über diese Neuigkeiten und wirkte fast schon ein wenig erleichtert. Denn nun musste er nicht mehr versuchen Jiang Cheng davon zu überzeugen, dass seine Worte der Wahrheit entsprachen, sondern jetzt nahmen die Dinge ihren natürlichen Lauf. Er wähnte sich nun in Sicherheit, dass nun ganz sicher vertrauenserweckende Hilfe heraneilen würde.
Doch Jiang Cheng's Augen kniffen sich immer schärfer zusammen. Misstrauisch fragte er:
„Wie kann es sein, dass ihr von einem einzigen Wasserdämon so verwundet werdet? Wollt ihr mir etwa erzählen, er war stärker als zwei Cultivators zusammen aus meinem Clan?"
Sun Yan und Feng Ling blickten sich kurz an und dann wieder beschämt zu Boden, als Feng Ling erklärte:
„Nein mein Herr, es war nur...der Wasserdämon hatte sich als äußerst attraktive junge Frau getarnt. Seine Tarnung war wirklich ausgesprochen gut und zunächst von uns nicht zu erkennen. Er schien hungrig zu sein und weit den Fluss hinuntergeschwommen zu sein auf der Suche nach etwas zu essen. Doch als der Dämon plötzlich sein wahres Gesicht zeigte war es auch schon zu spät. Eines der Boote zerbarst unter seiner Kraft und die umherfliegenden Holzstücke schossen wie wild durch die Luft. Sun Yan versuchte ein Kind zu retten, welches am Bootssteg gespielt hatte, doch kam er dabei selbst in die Fängen des Dämons. Als ich ihm zu Hilfe eilte geriet die Situation leicht außer Kontrolle. Zwar konnten wir den Dämon vertreiben und niemand anderes kam zu Schaden, jedoch handelten wir beide unvorsichtig und endeten dabei selbst verletzt. Vezeiht, wir haben euch und unseren Clan somit entteuscht und Schande über uns gebracht. Dies hätte nicht passieren dürfen!"
Feng Ling verneigte sich tief und als er im Augenwinkel sah, dass Sun Yan nicht mitmachte, fasste er behutsam an dessen Hinterkopf und drückte ihn ebenfalls tief mit zu Boden.
Während alle Anwesenden, welche die Geschichte aus erster Hand vernahmen in Aufruhe gerieten und die Ereignisse als überaus seltsam und besorgniserregend einstuften, wurde Jiang Cheng's Gesichtsausdruck nur immer kühler. Seine Augen kniffen sich noch kleiner zusammen und die Zornesfalte zwischen seinen Augen nahm völlig neue Ausmaße an. Während die Unruhe im Pavillon wuchs starrte er nur ohne zu blinzeln auf Sun Yan, welcher schweigsam vor ihm am Boden kauerte. Seine Kleidung war an mehreren Stellen zerrissen und ließ tiefe Einblicke auf die Haut darunter gewähren. Ebenso lief noch immer das Blut von seinem rechten Arm herunter und unter seiner Hand bildete sich langsam eine kleine Blutlache auf dem dunklen Holzfußboden. Von seinem gequälten und beschämten Gesichtsausdruck mal ganz zu Schweigen, schien er tatsächlich Schmerzen zu haben und sein Anblick traf einen Wunden Punkt in Jiang Cheng's Herzen. Denn trotz aller besorgniserregenden Neuigkeiten war das Einzige was Jiang Cheng´s Gedanken gerade zu quälen schien, genau dieser Anblick der sich ihm bot und Feng Ling's Umschreibung von einer „äußerst attraktiven junge Frau", welche er immer wieder unzufrieden über seine Zunge rollen ließ.
Er schmiss die Gedanken in seinem Kopf mehrfach hin und her, als er langsam ein Gefühl von Schmerz und Eifersucht vernahm, welches langsam begann ihn innerlich aufzufressen.
Er schloss kurz seine Augen und räusperte sich laut.
„Nun gut! Da sich scheinbar selbst die besten Cultivator´s meines Clan's als ungenügend herausstellen, werde ich persönlich morgen Früh mit ein paar weiteren Männern hinunter zum Hafen gehen und mir die Sache selbst ansehen. Bis dahin sollen sich alle vom Hafen fernhalten und bis morgen die Arbeit niederlegen."
Jiang Cheng nickte ein paar Schülern zu und befahl:
„Geleitet den Mann wieder runter zum Hafen und bringt ihn sicher nach Hause. Danach räumt ihr den Hafen leer. Niemand soll sich bis morgen in der Nähe der Gewässer aufhalten!"
„Sehr wohl!"
Sagten die Schüler synchron und verneigten sich tief vor ihrem Sect Leader.
Der Fischer trug mittlerweile einen überaus erleichterten Gesichtsausdruck. Auch er verneigte sich mehrfach vor Jiang Cheng und bedankte sich für seine Hilfe. Mit einem ruhigeren Gewissen verließ er schließlich mit den Schülern des Yunmeng Jiang Clan's den Pavillon und ging wieder hinunter zum Hafen.
Jiang Cheng atmete derweil einmal tief ein, rieb sich seine Schläfen und sagte dann laut:
„Morgen in der Früh, noch vor Sonnenaufgang brechen wir auf. Eine handvoll Cultivator's und Schüler sollen mich begleiten! Stellt eine Truppe zusammen!"
Erneut schallte ein deutliches „Jawohl!" durch den Pavillon, als sich ein paar Wachen verneigten und sofort aufbrachen um beteiligte Personen zu informieren.
Nachdem sich die Aufruhe im Pavillon schließlich wieder etwas gelegt hatte, blickte Jiang Cheng erneut zu Sun Yan und Feng Ling herüber, welche noch immer mit gesenktem Kopf vor ihm auf dem kalten Boden knieten.
Jiang Cheng seufzte einmal laut auf, als er schließlich in großen und langsamen Schritten auf sie zu kam. Seine Schritte hallten wie unheilvolle Vorboten durch den Saal und kamen erst direkt vor ihnen zum Stillstand.
Er blieb genau vor Sun Yan stehen und der Junge konnte im Augenwinkel die lila farbende Robe und zwei Stiefel, direkt vor seinem Gesicht erkennen.
„Und was ist mit dir?"
Sagte Jiang Cheng mit befehlendem Ton.
„Bisher habe ich nur Feng Ling sprechen hören. Hast du etwa in dem Kampf mit dem Wasserdämon auch noch deine Stimme verloren? Sieh mich an und versuche dich herauszureden, warum du in so einem erbärmlichen Zustand zu mir zurückgekehrt bist. Vielleicht bin ich heute gnädig und schenke deinen Ausreden Gehör."
Sun Yan zuckte bei diesen kalten und provozierenden Worten zusammen. Seine Fingerspitzen zogen sich zusammen und seine Stirn legte sich in kritische Falten.
Langsam hob er seinen Kopf wieder an und blickte Jiang Cheng von unten herauf an.
Er stand direkt vor ihm, sein Sect Leader. So schaurig schön wie eh und je. Er blickte von oben auf ihn herab und er wirkte fürchteinflößend und mächtig. Sein Antlitz, eine durchbohrende Aura verströmend und den Jungen mit seinem prüfendem Blick nahezu durchbohrend.
Sun Yan öffnete seine Lippen und als er gerade etwas sagen wollte, zog er zunächst die Worte auf seiner Zunge wieder zurück, als er seinen Blick erneut senkte und sich wieder verneigte:
„Verzeiht, aber ich habe keine Ausreden mein Herr. Alles was Feng Ling gesagt hat entsprach der Wahrheit. Ich habe einfach versagt, mehr kann ich dazu nicht hinzufügen. Das Feng Ling verletzt ist, ist auch nur meiner Unfähigkeit zuzuschreiben. Bitte bestraft mich nach Eurem ermessen."
Jiang Cheng zog eine Augenbraue amüsiert nach oben. Seine Stimme hatte einen verspottenden Unterton, als er arrogant sagte:
„So, dass der Tag mal einmal kommen würde an dem der stolze Sun Yan mal keine Widerreden auf den Lippen parat hat. Ich bin überwältigt.
Demnach werde ich nicht weiter nachfragen sondern deinem Wunsch direkt nachkommen."
Ein Raunen ging durch den Pavillon und die verbleibenden Clanmitglieder weiteten ihre Augen in Schock. Es war die Strafe ihres Sect Leader's, welche sie alle am meisten fürchteten.
Jiang Cheng war für sein hartes Durchgreifen berühmt und berüchtigt und galt nicht gerade als der zimperlichste Sect Leader in der Welt der Cultivation. Zumindestens in diesem Charakterzug ist er leider eher nach seiner Mutter gekommen, anstatt nach dem sanften Gemüt seines Vaters.
Selbst Feng Ling zuckte bei diesen Worten kurz auf. Hatte er doch bis eben noch angenommen, dass Jiang Cheng sicherlich Sun Yan gegenüber Gnade walten lassen würde und gewiss von einer Strafe absehen würde. Doch nun war er sich da nicht mehr ganz so sicher.
Er blickte über seine Schulter und sah Sun Yan im Augenwinkel, welcher genauso wie er über diese Antwort überrascht schien. Sein Gesicht verriet seine Unsicherheit und den leichten Anflug von ein wenig Entteuschung.
Während die beiden also noch am Boden kauerten und kurz vor Furcht und Schock erstarrten und über die härte ihrer Bestrafung nachdachten, bückte sich Jiang Cheng plötzlich und Sun Yan zuckte augenblicklich am ganzen Körper zusammen. Er schloss seine Augen und zog seinen Kopf sogar kurzzeitig zwischen seinen Schultern ein, als er jede Sekunde mit einem gleißenden Schmerz rechnete. Doch zu seinem Erstaunen hatte sich Jiang Cheng nicht gebückt um ihn zu peinigen, sondern zwei starke Arme griffen unter seine Kniekehlen und unter seine Arme und Sun Yan wurde mit Leichtigkeit in die Luft gehoben.
Sein Körper presste sich vor Jiang Cheng's warme Brust und als sich seine Augen vor Schock weiteten hörte er auch schon Jiang Cheng's Stimme ganz dicht an seinem Ohr:
„Halt still, ich tu dir nichts!"
Sun Yan wusste gar nicht wie ihm so schnell geschah, als sich seine Wangen in ein zartes Rosé tauchten und er vor den Augen aller von ihrem Sect Leader aus dem Pavillon getragen wurde. Er schlang seine Arme um Jiang Cheng's Nacken und hielt sich fest, als er noch die vielen verdutzen Gesichter sah, welche ihn anstarrten.
Selbst Feng Ling kauerte noch am Boden und konnte zunächst kaum seinen Augen trauen, als Jiang Cheng plöztlich kurz vor der großen Tür noch einmal stehen blieb:
„Achja!" Sagte er laut und drehte sich dabei zu Feng Ling um.
„Fast hätte ich es vergessen. Du kannst zum großen Gästehaus gehen und dort deine Wunden versorgen lassen. Sun Yan's Schwester Sun Lien war heute morgen angereist, als ihr beiden nicht da wart. Sie hatte schon nach dir gefragt und wartet in ihrem Zimmer. Ich bin mir daher sicher...es liegt in eurer beider Interessen, wenn ich dich nicht zu einem Heiler schicke...?"
Jiang Cheng zog den Ton am Ende seines Satzes etwas nach oben und verlieh seiner rhetorischen Frage damit noch mehr Ausdruck. Er zog eine Augenbraue belustigt nach oben und machte dann eine kurze Pause.
Feng Ling starrte Jiang Cheng etwas beschämt an und versuchte währenddessen das zarte Lächeln, welches in seinen Mundwinkeln langsam aufblühte, zu unterdrücken und sich nichts anmerken zu lassen.
Doch in diesem Moment quatschte Sun Yan schon aufgeregt dazwischen, seine eigene Situation scheinbar außer Acht lassend:
„Lien ist da? Warum weiß ich nichts davon? Wo ist sie? Kann ich zu ihr?"
Doch Jiang Cheng zog seine Stirn kraus zusammen, als er dem plötzlich wieder lebendig gewordenem, euphorischen Bündel in seinen Armen mitteilte:
„Nicht jetzt. Du kannst sie später noch sehen! Ich dachte du seist schwer verletzt, also hör auf dich so viel zu bewegen, sonst lasse ich dich wieder los."
Sun Yan zog einen entrüsteten Gesichtsausdruck. Wurde er nicht nur halbherzig ignoriert sondern nun auch noch mundtot gemacht.
Doch Feng Ling verneigte sich tief, sein Gesicht ein freudiges Lächeln tragend, als er es tief zu Boden drückte und vor den Blicken der Anderen versteckte.
„Habt Dank mein Herr!"
Sagte er ehrlich und dankend.
„Hmpf" Schnaufte Jiang Cheng durch seine Nase.
„Bedank dich nicht zu früh, ich habe nicht gesagt, dass deine Bestrafung somit hinfällig ist. Ich kann nur diese zerlumpten Kleider und dieses Blut auf meiner Türschwelle nicht mehr sehen."
Feng Ling kniete noch immer am Boden und er spürte plötzlich eine angenehme Wärme in seinem Herzen, welche sich langsam über all seine Körperglieder verteilte. Er wusste, dass sein Herr und Sect Leader tief in seinem Herzen einen weichen Kern hatte und die Güte und Nachsicht sprach aus seinen versteckten Worten. Feng Ling wusste, dass Jiang Cheng ihn extra zu Sun Lien schickte. War seinen scharfen Sinnen scheinbar ihre stetig wachsende und gegenseitige Zuneigung nicht entgangen.
Umso mehr musste Feng Ling schmunzeln, als er so darüber nachdachte, als ihm zunehmend bewusst wurde, dass auch die angedrohte Bestrafung ihm gegenüber wahrscheinlich eher milde ausfallen würde, wenn nicht sogar vielleicht vollkommen fallengelassen. Nur um Sun Yan machte er sich etwas Sorgen, denn Jiang Cheng's Leidenschaft dem Jungen gegenüber war ungebrochen und Feng Ling war schon mehr als einmal Zeuge dieser weitreichenden Liebe geworden. Bei der letzten Bestrafung an die sich Feng Ling erinnern konnte, war Sun Yan danach drei Tage nicht fähig gewesen das Bett zu verlassen und während das Gemunkel durch den Clan ging, wie erschütternd Jiang Cheng's Zorn gewesen sein musste, so wusste Feng Ling doch ganz genau, dass es wohl eher nur die Hüfte des Jungen getroffen hatte, welche Ruhe und Erholung brauchte.
Doch Jiang Cheng drehte sich mit diesen Worten wieder um und als er mit Sun Yan Richtung Tür hinausschritt warf er noch in den Raum:
„In einer Woche reisen wir in die Cloud Recesses zu Lan Xichen. Der Todestag seiner Frau Jinan Liang jährt sich. Du wirst mich und Sun Yan begleiten und da wir seine Schwester Sun Lien nicht alleine hier lassen können, wird sie uns ebenfalls begleiten. Macht euch also bereit in einer Woche abreisen zu können."
Feng Ling's Augen weiteten sich. Er schaffte es gerade noch sich auf seinen Knien umzudrehen und seine Hände weit nach vorne auszustrecken. Er verneigte sich, als er laut und deutlich sagte:
„Jawohl mein Herr"
Dann war Jiang Cheng auch schon aus seinem Sichtfeld verschwunden und Feng Ling richtete sich langsam wieder auf. Während er etwas an seinen Kleidern zupfte und sich noch einmal sein Haar aus dem Gesicht strich, ging er schließlich hoffnungsvollen Schrittes los, direkt zum großen Gästehaus.
Jiang Cheng war derweil mit Sun Yan auf dem Arm vor seinem privaten Pavillon angekommen. Niemand wagte es ihn auf dem Weg dorthin anzusprechen oder gar die Hilfe eines Heilers für Sun Yan anzubieten. Schließlich hatte der Sect Leader höchstpersönlich laut verkündet nun eine Bestrafung auszuführen. Somit nahm sich jeder sofort zurück aus Angst noch selbst den Zorn Jiang Cheng´s auf sich heraufzubeschwören und blickte den verletzten Jungen in dessen Armen daher eher mit einem bemitleidenswerten Blick an.
Doch Sun Yan war den ganzen Weg aufgeregt am erzählen gewesen und fragte viel nach seiner Schwester und verhörte Jiang Cheng förmlich wegen ihrem Besuch in der Cloud Recesses. Doch Jiang Cheng hatte auf keine seiner Fragen bisher geantwortet sondern trug gefühlt den Jungen einfach stoisch durch ganz Lotus Pier und ließ das Geschnatter über sich ergehen.
Doch als sie endlich vor der großen Tür vor Jiang Cheng's privaten Gemächern angekommen waren, verdrehte Jiang Cheng schließlich seine Augen und sagte angenervt:
„Bist du jetzt endlich mal still? Ich dachte du bist schwer verletzt. Wie kann man dabei nur so viel quasseln?"
Sun Yan's Augen weiteten sich. Er war sich ziemlich sicher in Jiang Cheng's Stimme einen mehr als unzufriedenen Unterton herausgehört zu haben. Natürlich hatte er Schmerzen aber um über die Peinlichkeit hinwegzusehen, dass er im Prinzessinenstil durch halb Lotus Pier getragen wurde, widmete er seine Aufmerksamkeit eben anderen Dingen zu und diese zeichneten sich halt durch einen besonders ausgeprägten Redefluss aus.
Doch Jiang Cheng trat nahezu rüpelhaft mit seinem Fuß die große Tür auf und brachte Sun Yan ohne Umschweife ins Innere.
Als die große Tür sich hinter ihnen wieder schloss fragte Sun Yan nun doch etwas verunsichert:
„...Wo bringst du mich hin?"
Doch nach wie vor gab Jiang Cheng ihm keine Antwort sondern setzte ihn kommentarlos auf dem Sofa neben dem großen, runden Fenster ab.
Dann drehte er sich um und holte von einer kleinen Kommode eine große Schale und füllte diese mit frischem Wasser aus einer Karaffe.
Ebenfalls brachte er weiße Handtücher aus einem Regal mit und nachdem er alles neben Sun Yan auf einem Tisch platziert hatte, setzte er sich unter dem wachsamen Blick des Jungen direkt neben ihm.
Ihre Blicke trafen sich, als Sun Yan seine Augenbrauen scharf zusammen zog und die Gegenstände auf dem Tisch begutachtete. Misstrauisch fragte er:
„Will mein Herr mich nun wie angekündigt bestrafen oder wird er mich nun doch eher verarzten wollen? Ich denke für Zweiteres gäbe es genug andere fähige Heiler hier im Clan?"
Jiang Cheng's Zornesfalte zwischen seinen Augen wurde immer markanter. Er blickte auf die zerrissenen Kleider und die Blutspur, welche einen deutlichen roten Farbton auf Sun Yan's Hand hinterlassen hatte.
„Willst du dich etwa beschweren? Was ich tue und in welcher Reihenfolge obligt in meinem eigenem Ermessen, nicht in deinem!"
Sagte Jiang Cheng scharf und warf Sun Yan dabei einen zornigen Blick zu.
„Also mach dich jetzt frei und halt den Mund."
Sun Yan zuckte kurz am ganzen Körper zuwammen. Nun war er sich mehr als sicher, dass Jiang Cheng äußerst schlechte Laune hatte und ihn irgendwas gewaltig zu stören schien.
Er entschied sich somit, dass es nun besser sei nicht mehr zu widersprechen und fasste daher in den breiten Gürtel in seiner Taille und lockerte diesen. Wie ihm befohlen wurde legte er seinen Oberkörper frei und ließ seine Robe an seinen Schultern hinuntergleiten. Tatsächlich etwas eingeschüchtert von Jiang Cheng's beachtlich schlechter Laune senkte er ein wenig seinen Blick, als dieser begann ein erstes Handtuch in das Wasser zu tauchen.
Ohne Sun Yan dabei anzusehen sagte er:
„Binde deine Haare hoch."
Sun Yan sputete sich, mit Jiang Cheng war an diesem Nachmittag definitiv nicht gut Kirschen essen und er löste daher zunächst sein Haarband um dann sein dunkles Haar zu einem lockeren Dutt auf seinem Kopf zusammenzubinden.
Er räusperte sich kurz, als er seine Arme wieder herunter nahm.
Jiang Cheng hatte derweil selbst seine langen Ärmel zurückgebunden und lehnte sich mit dem nassen Handtuch in seiner Hand zu dem Jungen herüber.
Er starrte auf Sun Yan´s geschundene Brust und begann zunächst die Haut zu reinigen und tupfte die Wunden nach und nach mit dem feuchten Handtuch ab.
Doch seine Berührungen waren eher grob als sanft und Sun Yan verzog mehrfach sein Gesicht und zog die Luft schmerzerfüllt durch seine Zähne. Dennoch hielt er still und ließ die Prozedur tapfer über sich ergehen.
Denn er wagte es nicht mehr sich zu beschweren, aus Angst er würde Jiang Cheng's schlechte Laune nur noch mehr schüren.
Nachdem die Vorderseite gereinigt und desinfiziert war, griff Jiang Cheng nach einem neuem Handtuch und kommentierte die angespannte Stille mit einem kurzen und knappen.
„Dreh dich um."
Sun Yan drehte sich sofort kommentarlos um und setzte sich auf dem Sofa in die andere Richtung. Sein Blick fiel nun auf den großen Raumteiler in der Mitte des Pavillon's und das plätschern des Wassers kündigte eine erneute Welle des unsanften Reinigens an.
Sun Yan schloss seine Augen, als das feuchte Handtuch seinen Rücken berührte und erneut ein stechender Schmerz die grobschlechtigen Berührungen seines Herren verfolgte.
Als er die Luft erneut scharf durch seine Zähne zog und kurz aufächzte, sagte er mitgedämpfterr Stimme:
„Du bist sauer, nicht wahr?"
Jiang Cheng stockte kurz in seiner Bewegung. Seine Augenbrauen zogen sich kraus, als er nun noch ungehaltener die Wunden des Jungen abtupfte und mit eingeschnappter Stimme sagte:
„Ich bin nicht sauer!"
Doch Sun Yan machte ein Hohlkreuz und streckte seinen Rücken durch um den Schmerz etwas zu umgehen, als er aufkeuchte:
„Ah, Jiang Cheng, nicht so doll. Du tust mir weh!"
Jiang Cheng's Lippen spannten sich an. Er beendete sein herzloses Attentat und warf das Handtuch gereizt zurück in die Wasserschale. Es plätscherte laut, als das Wasser über den Rand schwappte und den dunklen Holzfußboden durchnässte.
Sun Yan atmete erleichtert auf, doch nach der Reinigung, folgte die Desinfizierung und als Jaing Cheng erneut grobschlechtig die Tinktur mit seinen Fingern auftrug stöhnte Sun Yan unter Schmerzen:
„Wenn du nicht sauer bist, dann sag mir warum du so grob zu mir bist? Was habe ich getan um dies zu verdienen?"
Jiang Cheng blickte auf das kleine Fläschchen in seiner Hand und schaute unzufrieden drein. Während er mit seinen Augen Sun Yan's malträtierten Rücken begutachtete, welcher in der Tat nach seiner Behandlung schlimmer als vorher aussah, sagte er forsch:
„Geschieht dir recht. Wie kannst du nur so töricht sein und dich so dermaßen ablenkenen lassen, dass ein einfacher Wasserdämon es schafft dich so zuzurichten. Was hättest du nur getan wenn Feng Ling nicht mit dabei gesesen wäre? Kann ich dich denn nicht mal für eine Sekunde aus den Augen lassen? Du bist kein Schüler mehr, wie kannst du nur so unreif sein? Ein Cultivator Yunmengs sollte mehr können, als schönen Frauen hinterher zu geifern und dabei in eine so offensichtliche Falle zu tappen!"
Sun Yan's Augen weiteten sich.
„Was für schöne Frauen?" Fragte er überrascht und er blickte über seine Schulter nach hinten.
Jiang Cheng knirschte mit den Zähnen, als er das Fläschchen mit dem Desinfektionsmittel neben sich auf dem kleinen Tisch abstellte.
„Sagte Feng Ling nicht der Wasserdämon sei als eine äußerst attraktive junge Frau getarnt gewesen? Ich wusste gar nicht, dass du hinter meinem Rücken so eifrig den Röcken der Frauen hinterher stielst."
Durch Sun Yan's Körper ging ein kurzes Stechen. Er dachte kurz für eine Sekunde nach, als es ihm plötzlich wie Schuppen von den Augen fiel. Denn Jiang Cheng's schlechte Laune offenbarte sich plötzlich so unglaublich klar und deutlich direkt vor ihm.
Etwas zurückhaltend sagte er:
„Desswegen bist du sauer? Es ist nicht so wie du denkst...ich habe nur..."
Doch Jiang Cheng unterbrach ihn forsch, als er plötzlich ruckartig aufstand.
„Genug. Wie oft habe ich diese Ausreden schon von dir gehört?"
Er stand plötzlich neben zu Sun Yan, welcher noch immer auf dem Sofa saß und packte auf einmal grob an dessen Kinn und drehte das Gesicht des Jungen zu sich.
Von oben heran blickte er scharf herunter und drückte die zwei zarten Wangen mit seinen Fingern so fest zusammen, bis sich Ober-, und Unterlippe wie ein Entenschnabel zusammenquetschten.
Jiang Cheng's Stimme war tief und gebieterisch und sein Blick sprach Bände:
„Ich glaube du machst dies mit Absicht. Mir immer und immer wieder auf der Nase herumzutanzen, deine Spielchen mit mir zu treiben und meine Toleranz herauszufordern. Wie es aussieht, brauche ich wirklich nur für eine Sekunde meinen Rücken zu dir zu drehen und schon läufst du Gefahr sang und klanglos direkt unter meiner Nase zu verschwinden. Seien es nun die unzähligen Verehrer da draußen, die von deinem Charme scheinbar so verzaubert sind, das sie direkt versuchen dich ihr eigen zu machen, oder seist du es selbst, der immer wieder vor meinen Augen anderen nachstellt."
Mit diesen Worten lehnte sich Jiang Cheng plötzlich ein wenig nach unten und ihre Gesichter kamen sich bedeutend nah.
„Ich denke es ist an der Zeit meine Drohungen Wirklichkeit werden zu lassen und dich tatsächlich an einer Eisenkette an mein Bett zu fesseln Sun Yan, sodass niemand außer mir selbst dich zu sehen bekommt."
Sun Yan's grüne Augen wurden immer größer. Wann immer Jiang Cheng diesen einen ganz bestimmten Gesichtsausdruck trug, seine Stimme noch tiefer abflachte und seine Worte diese dominierenden Besitzansprüche beinhalteten, begann sein Herz zu flattern und wie wild in seiner Brust zu schlagen. Es war eine Mischung aus Furcht und Ekstase welche ihn ergriff und er wusste, dass Jiang Cheng wie besessen von diesem Katz und Mausspiel zwischen ihnen war. Denn umso mehr Jiang Cheng nicht das bekam was er wollte, umso mehr verlangte es ihm danach und es wurde zu einer Sucht.
Sun Yan's grüne Augen funkelten Jiang Cheng unsicher an und es war genau dieser Anblick, der in Jiang Cheng's Herzen immer wieder das Feuer der Leidenschaft entfachte.
Sie liebten sich, dass wussten sie beide ganz genau, aber waren es eben diese täglichen Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten, nicht nur in ihren persönlichen Ansichten zu vielen Dingen, sondern auch hervorgerufen durch ihren unterschiedlichen Status, der ihre Beziehung aufregend und spannend gestaltete.
Denn während der eine mit Gewalt und Unterjochung dominierte, so fügte sich der andere aus Loyalität und Furcht vor der nächsten Bestrafung.
Doch war es das heimliche Vergnügen und die Lust, welche sie immer wieder bereitwillig in ihre zugteilten Rollen drängte und sie zur Erfüllung ihrer Sehnsüchte brachte.
Sun Yan schluckte einmal schwer, als über Jiang Cheng's Lippen ein kurzes, überhebliches „Hmpf" kam.
„Genug geplaudert." Sagte er forsch.
„Kommen wir nun zu deiner Bestrafung."
Jiang Cheng ließ ruppig Sun Yan's Kinn wieder los, als er mit nur ein paar Schritten zu einem hohen Schreibtisch herüber ging und den hölzernen Stuhl darunter hervorzog.
Er drehte ihn sich passend und ließ sich dann ausladend und dominant nieder, seinen scharfen Blick direkt auf Sun Yan gerichtet. Er überschlug seine Beine und legte seine Ellenbogen auf den geschwungenen Armlehnen ab, den irritierten Gesichtsausdruck des Jungen scheinbar in vollen Zügen genießend.
Sun Yan schnaufte einmal in Selbstmitleid durch seine Nase, als er mit leicht überheblichen Ton kommentierte:
„Mein Herr und Sect Leader wäscht zunächst persönlich meinen Körper und versorgt meine Wunden, nur um direkt im Anschluss danach mich zu bestrafen? Man könnte meinen Ihr wollt mich erst in Sicherheit wiegen um mir danach mit Freuden wieder die Beine zu brechen. Was für eine ausgesprochen konträre Vorgehensweise dies doch ist."
Doch Jiang Cheng zog nur einen Mundwinkel unheilvoll nach oben. Er schien über den Fakt, dass Sun Yan ihn in diesem Zusammenhang wieder Siezte überaus amüsiert zu sein. Er lehnte sich unheilvoll auf seinem Stuhl nach vorne und stützte seine Ellenbogen auf seinen Oberschenkeln ab, während er sein Kinn auf seinen Handrücken ablegte.
„Und, wer von uns beiden wird sich dieser "ausgesprochen konträren Vorgehensweise" letzten Endes bereitwillig fügen? Vergiss niemals Sun Yan, du warst es, welcher von uns beiden das Feuer entfacht hat. Willst du mir etwa sagen, du wusstest nicht, auf was du dich da einlässt?"
Sun Yan's grüne Augen weiteten sich und sein Mund schloss sich genauso schnell wieder wie er sich geöffnet hatte. Es verging ein Moment der Stille und die beiden starrten sich schweigend an, als Jiang Cheng sich schließlich wieder ganz genüsslich in seinem Stuhl nach hinten lehnte und dann befehlend sagte:
„Also mein Junge, zieh dich aus! Und zwar ganz, bevor ich es mir noch anders überlege und dir doch noch die Beine breche!"
Ein teuflisches Lächeln huschte über seine schmalen Lippen, als das Katz und Mausspiel in eine neue Runde ging.
