Shota suchte schon die ganze Nacht über nach dem Typen. Er hätte sich selbst über einen kleinen Hinweis zu dem Standort des Schurken gefreut, aber er fand nichts. Da konnte er noch so oft er wollte von Dach zu Dach springen und hoffen, ihn einfach so auf der Straße zu sehen, doch so würde er ihn nie finden...
Nachdem er seine beschloss, seine Suchstrategie etwas zu ändern und sich dafür nochmal den Bericht des Falls durchlas merkte er, dass sein Arm auf einmal höllisch wehtat und sich der Schmerz langsam aber sicher auf seinen ganzen Körper ausbreitete. Deswegen entschloss er sich dazu, erstmal noch ein bisschen zu schlafen, aber merkte schließlich, dass er nirgendwo hin konnte und außerdem nicht einmal seinen Schlafsack dabei hatte, was seine Lage nicht wirklich verbesserte.
Er begab sich auf die Suche, nach einem geeigneten Platz zum schlafen, der auch ohne einen Schlafsack gut war, aber fand nichts gutes. Deswegen schlief er am Ende auf einem kalten Dach ein, auf das es keinen Aufgang gab, welches nicht nur seine Gesundheit extrem verschlechtern sollte, sondern auch keine Möglichkeit ließ, gefunden zu werden...
Am Morgen wurde er von den warmen Sonnenstrahlen der Sonne geweckt und fühlte sich direkt besser. Er hatte die ganze Nacht gezittert, weil ihm so kalt war und er so extreme Schmerzen an seinem ganzen Körper fühlte, aber zum Glück war es nicht mehr kalt und der Schmerz war auch fast wieder verflogen.
Er hörte sein Handy leise klingeln und nahm es deswegen aus seiner Hosentasche. Es war sein bester Freund, der ihm schon 63 Nachrichten geschickt hatte und ihn noch ein paar mal angerufen hatte. Shota überlegte einen Augenblick lang, ob er drangehen sollte. Er hatte sich schließlich aus seinem Krankenzimmer geschlichen, während im Sterben lag. Leider Traute er sich nicht dranzugehen und zu sagen, dass es ihm gut ging. Außerdem fühlte er sich nicht einmal sonderlich gut, weshalb er beschloss, einfach weiter zu suchen. Ihm war nämlich immer noch kein anderer Weg eingefallen, als diesen Schurken zu suchen, indem er auf den Dächern stand und auf die Straße guckte.
Am Mittag hörte er auf einmal einen Schrei und sah keinen Helden in der Nähe. Deswegen rannte er direkt los um der schreienden Person zu helfen. Es war ein ca. 16 Jähriges Mädchen, welches von einem Schurken bedroht und immer mehr in die Ecke gedrängt wurde. Der Schurke hatte eine Eis Spezialität, die Shota auslöschte und ihn mit seinen Bandagen angriff. „Wieso sind sie denn mit ihrer Spezialität ein Schurke geworden?". Der Mann war vielleicht 25 Jahre alt, vielleicht sogar noch jünger. „Das geht sie nen scheiß an!" schrie der Schurke laut, als er merkte, dass er seine Spezialität nicht mehr funktionierte und die Bandagen auf ihn zuflogen. Als er gefesselt war sagte Shota noch ruhig „Ich weiß...".
Jetzt wendete er sich dem Mädchen zu. „Wie geht's dir, kleine?" fragte er sie freundlich. Aus dem nichts schlug sie ihm ins Gesicht „ hey, ich bin nicht klein!". Verdutzt guckte er sie an und wischte sich sein Blut aus seinem Gesicht. Ein Fingernagel von ihr war zerbrochen und deswegen ziemlich spitz, sodass sie ihn auf seiner Stirn tief kratzte. „Wie heißt du denn, großes Mädchen?" sagte er leicht ironisch. „Also ich, ich bin Yu Takeyama. Sie sollten mich aber unter dem Namen Mountlady kennen. Die Gasse hier war zu schmal, um sich riesig zu machen..." meinte sie leicht beleidigt.
Eigentlich hätte Shota dem Mädchen das nie geglaubt, aber da er selbst mittlerweile schon ein Jahr jünger geworden war, glaubte er ihr etwas. „Yu, wo wurdest du von diesem jünger mach Schurken gestochen?" fragte er sie vorsichtig. „Was, woher wissen sie davon?". Sie war ziemlich überrascht darüber, dass er davon wusste, da sie niemandem etwas davon gesagt hatte. Eigentlich wollte sie ihn wegschubsen und weggehen, doch dann sah sie es. Er krempelte seinen Ärmel hoch und seine Wunde kam zum Vorschein.Von der Einstichwunde aus zogen sich ein paar, noch schwererkennbare schwarze Risse um Shotas Arm. Als sie das sah merkte sie, dass sie beide das gleiche Problem hatten und sie nicht die einzige war. Bevor jemand von den beiden etwas sagen konnte, mischte der immer noch gefesselte Schurke ein „hah, ihr wurdet also beide von ihm getroffen und werdet bald sterben...So tragisch aber auch...".
Shota bekam aus dem nichts Kopfschmerzen und hatte das Gefühl, er müsse die Taschen dieses Schurken durchsuchen. „Ähhhhh, ihre Augen sind grün geworden" sagte Yu verwirrt. „Meine Augenfarbe ist schwarz und nicht Grün!". „Hä, aber...ihre Augen sind gerade grün! Ich, ich zeig es ihnen. Hier, ein Spiegel!" sie gab ihm den Spiegel, damit er es auch sah. „Was zur...!" er schluckte kurz und gab ihr danach den Spiegel zurück, ohne sie anzugucken.
Er hatte zwar keine Ahnung, warum er dieses Gefühl hatte, dass er in diese Taschen gucken wollte, oder warum seine Augen auf einmal grün wurden, aber dieses Gefühl wurde immer stärker, weswegen er auch langsam zu dem Schurken hinging.
„W-was wird das?" fragte der Schurke, als Shota seine Taschen durchsuchte „shit, dürfen sie das als Profiheld denn überhaupt?". Der Schurke wurde nervös und wollte sich losreißen, doch konnte es nicht. Shota kramte in der Jackentasche rum und spürte ein paar Münzen, einen Kaugummi und etwas rundes langes. Er wusste sofort was es war, weswegen er es direkt rausholte. Eine Spritze kam zum Vorschein. „Das Gegenmittel" flüsterte er leise und ging zu Yu. „Wo ist deine Stichwunde, Yu?". „Aber sie ..." er unterbrach sie, bevor sie weitersprechen konnte. „nein...Zeig mir deine Wunde!" Zögernd zeigte sie ihre Wunde, die an ihrem linken Bein war. „Wie heißen sie?" Er stieß ihr die Spritze mit dem Gegenmittel in ihr Bein und sprang auf ein Dach als er fertig war. „Ich heiße Era..., nein ich, ich heiße Shota". Er wusste, dass er seine Chance zu Leben gerade an Yu gegeben hatte, aber es fühlte sich in diesem Moment richtig an...
