Während dem Gespräch mit Hawks hatte er eigentlich beschlossen, dass vielleicht jemand anderes sein Gegenmittel bekommen sollte, da es bestimmt noch mehr Leute gab, die von dieser Spezialität getroffen wurden, doch als das Gegenmittel schon in seinen Körper floss, war es zu spät. Hätte er sich dagegen gewehrt, wäre das Gegenmittel kaputt gegangen und sie hätten eins verschwendet. Das war natürlich das letzte was er wollte...

„Warum?" fragte Shota Hawks genervt, als dieser die Spritze langsam wegtat. „Weil du sonst stirbst! Vermutlich dachtest du daran, das Gegenmittel vielleicht doch jemand anderes als dir zu geben..." Shota seufzte genervt, stand auf und ging in Richtung Tür. „Hey, wo willst du hin?" fragte Hawks, der aber schon wusste was Shota machen wollte, weswegen er sich die zweite Spritze auf dem Tisch nahm und ihm folgte.

Erst wurde All Might Lehrer an der UA, dann nervte Endeavor die ganze Zeit wegen Shoto rum und jetzt ließ Hawks ihn nicht mehr in Ruhe. Wieso musste er die Top 3 andauernd um sich rumhaben? Er seufzte erneut laut und guckte Hawks an, der neben ihm lief. „Ok Eraserhead, wo suchen wir nach dem Profihelden? Du hast ja auch schon die anderen gefunden und..." „Wir sollten uns aufteilen und in der Nähe der UA suchen. Er ist ja ein Lehrer dort..." unterbrach Shota ihn murmelnd. „OK Shota, und wenn jemand ihn findet ruft er den anderen an. Wie ist deine Nummer?" Da Shota seine Telefonnummer nicht auswendig kannte, holte er sein Handy aus seinem Rucksack und die beiden Tauschten danach schnell ihre Nummern aus.

Er hatte sich schon die ganze Zeit davor gedrückt, in die Nähe der UA zu gehen, doch mit seinen grünen kurzen Haaren erkannten ihn eh nur seine Kollegen und Freunde, wenn er zu nah vor ihnen stand. Während er durch eine Wohnsiedlung in der Nähe der UA eilte guckte er extra in alle Gassen ob Vlod da war, doch es war eigentlich klar, dass er ihn so nicht wahrscheinlich finden konnte...

Als er Present Mic in die Straße vor ihm abbiegen sah stoppte er sofort und fiel fast hin. Schnell rannte er in die nächste Gasse und atmete kurz auf. Nachdem er sich an eine Wand gelehnt hatte konnte er gut hören, was er sagte. Er telefoniere gerade mit jemandem und lief die ganze Zeit nervös hin und her. „Ich weiß Nemuri, wir suchen ihn bereits überall...Wir hätten ihn nie allein lassen dürfen. Es ist ja irgendwie meine Schuld, weil ich weggerannt bin wie ein Kleinkind..." Shota musste schluchzen, obwohl er es verhindern wollte. Das Schluchzen war so laut, das sein bester Freund es hörte und in seine Nähe kam. In der letzten Sekunde schaffte Shota es noch leise, auf ein Dach zu springen und sich zu verstecken.

Hizashi dachte am Ende zum Glück nur, dass es ein Tier oder so war und ging deswegen wieder weg, aber Shota konnte sich nicht mehr von der Stelle wegbewegen und blieb weiterhin in seinem Versteck. Sie suchten noch immer nach ihm und machten sich Vorwürfe, weil er gegangen war. Er hätte sich am liebsten vor sie gestellt und gesagt, was passiert war und dass er nicht sterben wird, doch solange er noch nach Vlod suchen konnte, musste er es auch tun. Es ging schließlich um das Leben eines weiteren Profihelden...

Als es Nacht wurde ging er wieder zu seinem Schlafplatz auf dem Dach, aber da er aber nicht schlafen konnte kramte er sein Handy raus und guckte in die Anrufliste. Hizashi hatte ihn das letzte mal vor 6 Tagen angerufen, Nemuri noch gestern und der letzte war Hawks vor 7 Stunden, um zu prüfen, dass er sich nicht bei seiner Telefonnummer vertippt hatte. Hawks bestand darauf, dass er ihn mit richtigen Namen einspeicherte. Sein Name war Keigo Takami und Shota versuchte es sich anzugewöhnen, Keigo zu ihm zu sagen, weil er ihn darum bat.

Langsam fing sein Körper wieder an zu brennen, weswegen er schnell sein Handy in dem Rucksack packte und dann umfiel, da er sich nicht mehr bewegen konnte. Das geschah immer nach dem brennen und dieser Zustand verlängerte sich durch jede Nacht. Zum Glück konnte er trotz seiner Schmerzen und seiner Bewegungsunfähigkeit schnell einschlafen.

Als er aufwachte merkte er, dass er nicht mehr auf dem kalten Beton des Daches lag, sondern von einer Decke umhüllt war und auf einem Sofa lag. Nachdem er aufstand, stellte er außerdem auch fest, dass er extrem klein war. Seinen richtigen Wachstumsschub hatte er erst mit 17 Jahren, weshalb er bis zu seinem Wachstumsschub nur etwas größer war, als ein Zwölfjähriger und deshalb war er auch bis zur zweiten Klasse der UA immer der kleinste der Klasse gewesen.

Dass der Wachstumsschub noch nicht angefangen hatte bedeutete ja, dass er jetzt 16 war...

Sofort rannte er zu seinem Rucksack, der in einer Ecke lag und holte sein Handy raus. Nach einer kurzen Überlegung rufte er Keigo an und während er darauf wartete, dass er dranging, merkte er, dass er in Keigos Haus war. Als er dran ging war Shota etwas erleichtert und fing panisch an zu reden...

„Keigo, wie lange hab ich geschlafen?" „Ähhh,2...Tage" sagte Hawks, der diese Panik nicht erwartet hatte. „Zwei Tage...Shit! Ich werde also nach der Heutigen Nacht schon nicht mehr nur äußerlich ein Jugendlicher sein..." Shota begann sich aber trotzdem langsam zu beruhigen, atmete einmal tief durch und fragte etwas ruhiger „Hast du Vlod gefunden?". „Ja, ich hab ihn heute Mittag gefunden und ihm das Gegenmittel gegeben." sagte er, weshalb Shota erleichtert aufatmete und danach realisierte, was Keigo da gesagt hatte. „Heute Mittag... Heißt das, es ist..." Shota hörte auf zu sprechen, nachdem er aus dem Fenster guckte und sah, dass es schon Nacht war. Schnell verabschiedete er sich noch von Keigo und legte danach auf.

Er hätte sich besser darauf vorbereiten sollen, dass er die Hälfte seiner Erinnerungen für immer verlieren würde. Langsam machte er sein Handy wieder an und sah ein altes Foto von ihm und Oboro. In seinen Augen sammelten sich Tränen, als er sich das Foto anguckte, auf dem Oboro ihm durch die Haare wuschelte und beide lachten. Nach seiner grausamen Kindheit dachte er, dass er nie wieder lachen könne, aber durch ihn konnte er es wieder und dann starb er...

Nach dieser Nacht würde er sich nicht einmal mehr an Oboro erinnern... Zögernd machte er sein Handy aus und legte sich wieder auf das Sofa. Letztendlich schlief er ein, während Tränen seine Wangen runterliefen. Er war durch sein junges Alter wieder etwas zerbrechlicher geworden, aber es war für ihn momentan eher eine Erleichterung zu weinen...