Sie starrte ihn mit großen Augen an.

„Was ist los?"

„Das war alles eingefädelt."

Sie schaute ihn verwirrt an. Kurzerhand reichte er ihr den Zettel und schaute weg. Er konnte sie nicht so unendlich anstarren. Stattdessen schaute er sich im Raum um. Er musste irgendwie entkommen!

Akane hämmerte das Herz gegen die Rippen. Tolle Freundin hatte sie da! Und sie dachte noch, das mit der Fanta sei ein Versehen gewesen…eine ganze Nacht allein mit Ranma! Wie sollte sie das nach den gestrigen Ereignissen nur überleben? Verstohlen blickte sie rüber zu ihrem Verlobten, der sich daran machte, an allen Fenstern des Raums zu rütteln.

„Was machst du da?",

fragte sie ihn verwirrt.

„Ich gucke, wie wir hier rauskommen."

Akane runzelte die Stirn. Warum war er nur so verzweifelt, hier rauszukommen? War es so schlimm für ihn, mit ihr einen Raum zu teilen?

„Die großen Fenster lassen sich nicht ganz öffnen und die Luken sind zu klein. So ein Mist!"

Unruhig rannte er von einem Fenster zum anderen und versuchte es, doch er blieb erfolglos.

„Verdammt! Ich muss hier raus!",

grummelte er mehr zu sich selbst als zu ihr.

Sie senkte ihren Blick und ließ ihre Schultern hängen. Hasste er sie jetzt so sehr, dass er es keinen Moment länger mit ihr aushielt?

„Tut mir leid, dass du jetzt hier mit mir eingesperrt bist, Ranma. Ich wünschte, ich könnte mich in Luft auflösen",

sagte sie leise, sodass er erschrocken innehielt. Hatte er etwas falsch gemacht? Er musterte sie, wie sie so verloren im Raum stand, diese endlos langen Beine präsentierend…er schluckte schwer. Er war sowas von aufgeschmissen! Sein Zwiegespräch wurde von seinem knurrenden Magen unterbrochen, der sich in dem Moment meldete.

„Ich schätze, wir sollten erstmal was essen, was?",

versuchte er, die Stimmung zu entschärfen. Schnell begab er sich in die Küche und holte die Schnittchen aus dem Kühlschrank. Akane folgte ihm lautlos. Als er sich umdrehte, stand sie direkt hinter ihm und schaute ihn mit diesen großen braunen Augen an. Wieder wurden ihm die Knie weich. Bevor er etwas sagen konnte, nieste sie.

„Oh nein, ist dir kalt?",

fragte er besorgt.

„Es geht schon."

„Geh schon mal mit dem Teller hier zurück und hol dir die Decke, ich mache uns einen warmen Tee."

Sie nahm die Schnittchen an sich und kehrte in den Wohnraum zurück, wo sie den Futon aus der Holzbox holte. Sie zog auch eine Decke heraus und wickelte sich darin ein. Ihre Füße waren sehr kalt, da der Boden so kalt war und sie keine Socken trug. Wenig später kam auch Ranma zurück in den Raum, ausgestattet mit zwei Tassen Tee. Als er seine Verlobte so schön eingewickelt dasitzen sah, wurde ihm ganz warm ums Herz.

„Hier, nimm den Becher, dann wird dir gleich wärmer."

Er besah sich den Kamin und entdeckte Holzscheite und Utensilien zum Entzünden des Kamins. Innerhalb weniger Minuten brannte ein wohliges Feuer und erhellte den Raum. Akane merkte, wie ihr langsam wärmer wurde. Zufrieden mit dem Ergebnis ließ sich Ranma auf dem Futon nieder. Schweigend nahmen sie das Abendessen ein und tranken ihren Tee, gedankenverloren ins Feuer starrend.
In welche Situation hatten sie sich nur schon wieder begeben! Eingesperrt die ganze Nacht, leicht bekleidet, romantisches Ambiente, nur ein Futon…das konnte ja heiter werden in ihrem sollte er nur die Finger von ihr lassen? Das würde noch eine harte Prüfung werden…

Sie wussten nicht, was sie tun sollten. Das Essen war verputzt, der halbleere Raum ließ nicht viel Spielraum für Unterhaltung. Irgendwann brach sie die Stille:

„Was machen wir jetzt?"

„Keine Ahnung. Hier gibt es einfach nichts. Keinen Fernseher, keine Bücher."

„Als ob du freiwillig etwas lesen würdest, Ranma."

„Haha."

So schwiegen sie sich wieder an und starrten ins Feuer. Einige Zeit später brach Ranma das Schweigen wieder:

„Ist dir noch kalt?"

„Es geht schon besser. Nur meine Füße sind noch kalt."

Ranma machte sich Sorgen um seine Verlobte. Nicht, dass sie sich auf diese Weise eine Erkältung zuziehen würde!

„Em, soll ich dir vielleicht helfen, dass deine Füße schneller warm werden? Nicht dass du dich erkältest…",

druckste er herum.

Das machte sie neugierig und sie nickte verlegen. Er rutschte vom Futon, setzte sich vor sie und zog ihre Füße aus der Decke, nur um sie zwischen seinen warmen Händen zu reiben. Das erwärmte nicht nur ihre Füße, sondern auch ihr Herz, weil diese Geste überraschend aufrichtig und zärtlich war. Vorsichtig blickte sie in sein Gesicht, konnte jedoch nichts herauslesen.

„D-danke",

stammelte sie schüchtern und schaute wieder zu Boden.

„Kein Ding",

murmelte er nur zurück.

Als er nach einiger Zeit damit fertig war, wickelte er ihre Füße wieder in die Decke und setzte sich zurück auf den Futon. Wieder starrten sie ins Feuer und hingen ihren Gedanken nach, Gedanken, die immer wieder zum gestrigen Abend zurückschweiften.

„Das Feuer knistert so schön im Kamin. Mich beruhigt das ungemein",

sagte sie irgendwann in die Stille hinein.

„Hmm",

stimmte ihr Verlobter zu.

„Ich erinnere mich zurück an die vielen Trainingsreisen, in denen Paps und ich an einem Lagerfeuer saßen und genauso schweigend in die Flammen schauten. Das hat mich als Kind immer sehr beruhigt.

Wieder Stille.

Akane grübelte sehr. Sie verstand sein Verhalten einfach nicht. In einem Moment war er total kalt und abweisend, wollte nicht mal einen Raum mit ihr teilen, im anderen Moment erzählte er ihr von seinen Trainingsreisen, rieb ihre Füße warm und war wieder der fürsorgliche Ranma.
Wieder dachte sie an den gestrigen Abend zurück. Woran konnte er sich erinnern? Das verunsicherte sie total! Sie überlegte fieberhaft, wie sie es aus ihm herausbekommen konnte. Da kam ihr eine Idee.

„Du, sag mal. Wollen wir vielleicht ein Spiel spielen? Es ist so langweilig hier."

Ranma runzelte die Stirn. Welches Spiel hatte sie denn nun wieder im Sinn?

„Was denn?"

„Wie wäre es mit einer neuen Runde Wahrheit oder Pflicht?"

Seine Augen weiteten sich entsetzt. Nach all der Eskalation gestern wollte sie schon wieder dieses dämliche Spiel spielen? Er dachte angestrengt nach. Andererseits: Hatte es ihnen nicht dabei geholfen, Dinge offen anzusprechen, die sie unter normalen Umständen nie preisgegeben hätten? Letztendlich hatte es ihnen doch geholfen! Und wenn er ehrlich war, waren da noch so einige Dinge, die er von ihr wissen wollte, besonders nach dem peinlichen Aufwachen in Hiroshis Bett.

„Ok, warum nicht?",

gab er deshalb zur Antwort.

Motiviert setzte sich Akane ihrem Verlobten gegenüber und fragte ihn:

„Wahrheit oder Pflicht?"

„Ich nehme Wahrheit."

„Ranma…gestern haben wir sehr viel Alkohol getrunken. Deshalb habe ich folgende Frage an dich. Kannst du dich noch daran erinnern, was gestern geschehen ist? Also an wirklich alles?"

Sie ging gleich aufs Ganze, was ihn äußerst nervös machte. Aber warum sollte er es ihr vorenthalten?

„Ja kann ich. An alles."

Das ließ Akanes Herz höherschlagen. Sie lief rot an, weil ihr das Ausmaß seiner Antwort bewusstwurde. Er konnte sich also noch an ihr Geständnis erinnern, daran, wie er ihr versaute Träume in allen Details beschrieben hatte und wie sie es sich vor seinen Augen selbst gemacht hatte.

„Wahrheit oder Pflicht, Akane?",

riss er sie aus ihren Gedanken, nicht ohne amüsiert ihre Reaktion wahrzunehmen. Sie konnte echt süß sein, wenn sie so verlegen war!

„Ich nehme Wahrheit."

„Akane…du hast gestern im Laufe des Abends etwas zu mir gesagt, das man nicht einfach so dahersagt. Meine Frage an dich: Meintest du es ernst, als du zu mir sagtest, dass du mich liebst, oder kam das vom Alkohol?"

Sie starrte ihren Verlobten perplex an. Diese Frage kam wie aus dem Nichts. Sie merkte ihm an, dass es ihm wichtig war, ihre Antwort zu erfahren. Zugleich erkannte sie so etwas wie Angst in seinen Augen. Hatte sie ihn damit sehr verunsichert? Gestern hatte er ihr noch so ein schönes Lächeln geschenkt!

„Ich will dir nichts vormachen. Als ich das zu dir sagte, war ich vielleicht betrunken, aber das hat mir nur eher Mut gegeben, es zuzugeben. Ich meinte das total ernst."

Er starrte sie mit großen blauen Augen an. Sie wurde wieder ganz rot und schaute verlegen zu Boden. Er war so berührt, dass er gar nicht wusste, wie er reagieren sollte. Doch bevor er sich versah, hörte er sie schon ganz leise murmeln:

„Wahrheit oder Pflicht?"

„Wahrheit."

„Wie…wie findest du es?"

„Was meinst du?"

„Na…wie findest du es, dass ich dich…dich liebe? Du hast dazu gestern nichts gesagt und jetzt habe ich es dir noch einmal bestätigt…wie findest du das?"

In Ranmas Bauch begann es verdächtig zu kribbeln. Ihre Verlegenheit und Ängstlichkeit brachten die bösen Schmetterlinge in seinem Bauch zum Flattern. Sein Herz raste unentwegt. Was sollte er tun? War nun der Moment gekommen, mit der Sprache rauszurücken? Er konnte jetzt nicht kneifen! Das war ein Spiel, aber zugleich eine Herausforderung! Er, Ranma Saotome, kniff doch nie!
Er schaute sie vorsichtig an. Sie saß mit großen Augen da, ein wenig vorgebeugt, ihn genau beobachtend, fast schon an seinen Lippen hängend. Es machte ihn baff. Ihre Blicke trafen sich. Das warme Schokoladenbraun glänzte so herrlich im Licht des Kaminfeuers. Die Flammen spiegelten sich in ihren Augen, dass es fast schon aussah, dass ein Feuer in ihnen brannte! Er schluckte schwer. Jetzt oder nie!

„Akane…ich…ich fr-freue mich, dass du mich l-liebst…"

Er zögerte und schluckte die Nervosität runter.

„Denn….denn….ich hab dich auch…gern…"

Sie starrte ihn an und reagierte plötzlich enttäuscht. Hatte er es falsch ausgedrückt? Nein! Er musste Klarheit schaffen.

„Nein, warte! Ich meine…ich l-lie…lie…be….dich auch."

Ihr Kopf schoss wieder hoch. Ihre Blicke trafen sich. Er war knallrot im Gesicht, peinlich berührt von seinem Geständnis, unendlich nervös. Doch das war überhaupt nicht nötig. Denn im nächsten Moment schenkte sie ihm ein wundervolles Lächeln. Bevor er sich versah, rutschte sie zu ihm rüber, legte ihren Kopf auf seine Schulter und ergriff seine Hand.

„Dann…dann…ist es doch perfekt, Ranma…"

Sie spürte, dass er sich ganz anspannte, und schreckte zurück. Hatte sie etwas falsch gemacht? Warum schaute er denn jetzt schon wieder so krampfhaft weg?

„Ranma, habe ich dir etwas angetan? Ich verstehe dich einfach nicht! Du bist heute schon den ganzen Tag so abweisend! Jetzt hast du mir soeben deine Liebe gestanden und plötzlich reagierst du schon wieder so, als ob du am liebsten nicht mit mir im selben Raum sein willst!",

rief sie genervt und enttäuscht aus.

„Verdammt, weil ich mich vielleicht zusammenreißen muss?",

brach es aus ihm heraus. Das warf sie aus der Bahn. Was meinte er denn damit?

„Akane, dir ist das vielleicht nicht so bewusst, aber seit gestern kann ich dir nicht in die Augen schauen, ohne dass ich diese heißen Flashbacks habe und dann schmutzige Gedanken bekomme. Es macht mich so verrückt und es macht mir auch Angst, dass ich dir gegenüber die Kontrolle verlieren könnte…"

Akane saß mit offenem Mund da und starrte ihn einfach nur an. Damit hätte sie nie im Leben gerechnet! Er war nicht abweisend zu ihr, weil er sich vor ihr ekelte, sondern weil er so scharf auf sie war?

„Ranma…ich hatte ja keine Ahnung…"

Sie rückte wieder näher an ihn heran und spürte, wie er sich anspannte. Da legte sie ihm beruhigend die Hand auf die Schulter und sagte:

„Und was, wenn ich selber seit gestern diese heißen Flashbacks habe, wie du es nennst?"

Vorsichtig schaute er sie wieder an und ihre Blicke trafen sich. Schlagartig wurde es wieder wärmer im Raum. Sie saßen bestimmt zwei Minuten so, bevor er die Stille wieder brach:

„Wahrheit oder Pflicht, Akane?"

Er wollte weiterspielen? Sollte er bekommen!

„Ich nehme Wahrheit."

„Sag mal…du du weißt doch, gestern habe ich dir einen meiner Träume erzählt…findest du mich im Nachhinein nicht pervers? Bist du nicht sauer?"

Akane wurde wieder heiß bei der Erinnerung daran, was er ihr an Details geschildert hatte – bis hin zum Dirty Talk.

„Ehrlich gesagt, hat es mir gefallen. Ich fand es total aufregend…und ehrlich gesagt hat es mich auch total angeturnt…"

Ranma biss sich unweigerlich auf die Lippe. In welche Richtung entwickelte sich das hier wieder? Und diesmal ganz ohne Alkohol!

„Ich habe es genossen, Ranma. Deshalb habe ich dir auch die ganzen Details aus der Nase gezogen. Ich habe mich geschmeichelt gefühlt, dass du mich anscheinend so scharf findest, dass du solche Sachen über mich träumst."

Er hielt die Luft an und schloss die Augen. Wieder sah er vor seinem inneren Auge, wie sie am Abend zuvor so nah an ihn herangerückt war, um jedes Detail aus ihm herauszukitzeln. Ihr Atem in seinem Gesicht.

„Nur damit du es weißt…ich träume von niemand anderem solches Zeug…"

Das ließ ihr Herz nun noch schneller schlagen. Vorsichtig berührte sie mit ihren Fingern seine Finger der Hand, mit der er sich abstützte. Er traute sich nicht, zur Seite zu schauen, so sehr wackelte seine Selbstbeherrschung. Er versuchte sich zu beruhigen und sich von seinen schmutzigen Gedanken abzulenken, die ihm prompt wieder kamen, indem er sie fragte:

„Wahrheit oder Pflicht?"

„Wahrheit."

„Akane…wir haben gestern Nacht noch was anderes gemacht. Weißt du noch? Wir haben…haben…uns geküsst."

Sie wurde wieder rot im Gesicht bei der Erinnerung daran, wie sie rumgeknutscht hatten und er ihr komplett den Verstand geraubt hatte.

„Meine Frage an dich: Würdest du sagen, dass ich ein guter Küsser bin?"

Mit dieser Frage hatte sie überhaupt nicht gerechnet. Unweigerlich leckte sie sich über die Lippen und strich mit ihrem Zeigefinger über den Mund. In dem Moment wagte er einen Seitenblick und bereute es auf der Stelle, als er ihre Geste sah. Im nächsten Moment grinste sie und schaute ihn schließlich an.

„Also ich habe jetzt nicht so viel Vergleichsmöglichkeit, genauer gesagt überhaupt keine. Aber ich muss schon sagen, deine Küsse waren der Hammer."

Er starrte sie mit großen Augen an. Er konnte seine Erregung nun gar nicht mehr unterdrücken. Sein Herz sprang ihm fast aus der Brust.

„Als…als du mich so energisch in einen Kuss gezogen hast, das war schon sehr sehr heiß…",

ergänzte sie schon fast flüsternd.

„Du hast…du hast bei mir jegliche Schalter umgelegt. Das war der Grund, warum ich mich danach nicht mehr beherrschen konnte…"

Er starrte ihr auf die Lippen, kaum noch Herr seiner Sinne. Am liebsten würde er sie jetzt wieder in einen Kuss verwickeln, wusste aber nicht, was dann passieren würde. Was, wenn er sich gar nicht mehr zurückhalten konnte?

„Wahrheit oder Pflicht, Ranma?"

„W-wahrheit…"

Sie räusperte sich. Die Luft im Raum schien so heiß, dass das Blut in ihren Adern fast zu kochen begann.

„Was hast du gestern am meisten bereut oder hättest anders gemacht?"

Er schloss erneut die Augen, um alles nochmal revue passieren zu lassen. Sollte er es ihr sagen? Würde sie ihn nicht dafür schlagen?

„E-eeinerseits hätte ich weniger getrunken. Das war echt leichtsinnig von mir. Sonst trinke ich gar nicht…aber was ich am liebsten anders gemacht hätte…bitte schlage mich jetzt nicht dafür, Akane…"

Er hielt inne, um tief Luft zu holen. Ihr Herz raste unkontrolliert. Was kam denn jetzt?

„Ich…ich hätte…sagen wir es so: Als du so vor mir auf Hiroshis Bett lagst und dich…und dich…selbst verwöhnt hast…"

Er leckte sich nervös über die Lippen und starrte ins Feuer, zu verlegen, sie dabei anzusehen.

„…ich hätte dir am liebsten nicht nur dabei zugeguckt. Ich hätte am liebsten selber Hand angelegt."

Sie starrte ihn entgeistert an. Mit einem solchen Geständnis hätte sie nie gerechnet. Endlich traute er sich einen Seitenblick und sah ihr schockiertes Gesicht.

„Du…du meinst, du hättest gleichzeitig dich selbst…"

Seine Augen weiteten sich.

„Em…eigentlich meinte ich, dass ich dir das alles gerne selbst gemacht hätte, dich verwöhnt hätte…"

„Oh Gott, Ranma…",

flüsterte sie atemlos und starrte ihn lange an.

„Ehrlich gesagt…das hast du wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, weil du so im Rausch warst. Deine Show war so heiß, dass ich mit dir zusammen gekommen bin."

„Was?"

„Allein vom Zusehen."

Es wurde langsam unerträglich heiß im Raum. Sie biss sich auf die Lippe und schloss die Augen. Wieder sah sie sich auf dem Bett liegen, sich selbst befriedigend, in Ekstase. Wieder sah sie ihn vor sich liegen nur in seiner Jeans, wie er seine Fäuste ballte, stöhnte. Wieder sah sie die deutliche Ausbuchtung seiner Jeans…ob er gerade so erregt war wie sie? Ob er wieder in Erektion neben ihr saß? Sie musste ihre Gedanken schleunigst abschütteln, wenn sie nicht durchdrehen wollte!

„Wahrheit oder Pflicht, Akane?",

sagte er leise.

„Wahrheit."

„Auf einer Skala von 1-10: Wie erregt bist du gerade?"

„100",

kam es ohne zu zögern von ihr.

Er schluckte schwer und holte tief Luft. Sie war also genauso scharf drauf wie er! Langsam wurde es gefährlich…

„Wahrheit oder Pflicht, Ranma?"

Was sollte er tun? Zur Abwechslung wählte er mal Pflicht. Akane starrte ihn einen Moment lang an und er bereute auf der Stelle seine Entscheidung. Und doch konnte er nicht wegschauen. Sie sah so hinreißend aus in ihrem weißen Hemd und zerzausten Haaren. Das Kaminfeuer tauchte sie in ein warmes Licht.

„Ranma…bist du neugierig?"

„Hmm?"

„Was ich unter dem Hemd trage."

Seine Augen weiteten sich. Was hatte sie vor?

„Taste, was ich unter dem Hemd trage. Das ist deine Aufgabe."

Er saß wie versteinert da, ein riesiges Feuer durchströmte seinen Körper. Auf der Stirn stand ihm der Schweiß. Als er sich immer noch nicht rührte, rutschte sie noch näher an ihn heran, nahm seine Hände und legte sie auf ihre Oberschenkel.

Endlich löste er sich aus seiner Starre und ließ seine Hände ganz langsam nach oben wandern, den Augenkontakt mit ihr nie unterbrechend. Er spürte, dass er bei ihren Hüften ankam und sein Herz setzte fast aus. Er fühlte ihre Seiten entlang, aber da war nichts. Sie trug keinen Slip.

„Oh Gott, oh Gott! Sie hat nichts drunter!",

schrie er sich in Gedanken an.

Er starrte sie mit offenem Mund an. Sie lächelte ihn plötzlich so verführerisch an und schenkte ihm einen unwiderstehlichen Augenaufschlag, während sie sich das Haar hinters Ohr klemmte.

„Wow",

war das Einzige, was er denken konnte. Sie war wirklich die Verführung in Person!
Nervös leckte er sich über die Lippen, bevor er endlich wieder seine Sprache zurückfand:

„Wa-wahrheit oder P-pflicht?"

„Pflicht."

Er konnte sich gar nicht richtig fokussieren. Zu sehr brachte sie ihn aus dem Konzept.

Kurzerhand gab er ihr auf:

„Mach was Unerwartetes. Überrasch mich."

Sie lächelte ihn schon wieder so verführerisch an und schmiegte sich plötzlich an ihn. Er konnte ihre Brust an seiner Schulter spüren. Scharf sog er die Luft ein. Sie hauchte ihm plötzlich so sinnlich ins Ohr, dass er eine Gänsehaut bekam und sich schüttelte. Akane grinste in sich hinein, geschmeichelt davon, welchen Effekt sie auf ihren Verlobten ausübte. Dann fing sie an, an seinem Ohr zu knabbern, an seinem Ohrläppchen zu saugen, ihm sanfte Küsse aufs Ohr zu drücken. Er stöhnte auf, was sie nur noch mehr animierte. Dabei ließ sie auch noch ihre Hände über seinen Oberkörper wandern. Sie beobachtete seine Mimik, seine geschlossenen Augen, seinen halboffenen Mund, den Schweiß, der sich auf seiner Stirn bildete. Es machte sie so unendlich an, dass er von ihrer Aktion so angeturnt wurde. Nach einiger Zeit hörte sie abrupt auf, dass er verdutzt die Augen aufriss, kapierte, was passiert war, und sich verlegen räusperte.

„Das…das war…puh…",

murmelte er benommen.

„Wahrheit oder Pflicht, Ranma?"

„Hmm? Em…em…ich…Wahrheit…",

antwortete er atemlos. Er konnte längst nicht mehr klar denken, war sein gesamtes Blut dem Kopf entwichen, um sich weiter unten zu sammeln.

Akane gefiel es, ihn so die Kontrolle verlieren zu sehen. Sie war so neugierig. Sollte sie es wagen?

„Auf einer Skala von 1-10: Wie erregt…",

setzte sie zum Reden an, doch er ließ sie gar nicht ausreden. Stattdessen ergriff er ihre Hand und führte sie zu seiner Erektion.

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Meine Güte! Es geht schon wieder ab bei den beiden! Das hätten sie aber vorher wissen müssen, als sie sich dazu entschlossen, dieses Spiel schon wieder zu spielen...
Was wird wohl passieren?

Am Mittwoch erfahrt ihr es!

Eure LeeSunHee