Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.
Autorin: madame. alexandra
Originaltitel: Fade
Verblassen
Leia erwachte mit einem Ruck – sie fühlte sich beunruhigt, unbehaglich. Es war ihr nicht gänzlich fremd, abrupt aufzuwachen, mit exakt demselben Gefühl – für gewöhnlich wurde dieses Gefühl jedoch davon begleitet, dass sie sich hin und herwarf, von schnellem, panischem Atmen, ein Kampf, um den Klauen des höllischen Albtraums zu entkommen, der sie gefangen hielt.
Sie hatte jedoch nicht geträumt – sie hatte gut geschlafen. Ihr Herzschlag war stetig und träge und sie war auf angenehme Weise desorientiert – doch das Gefühl des Unbehagens blieb und sie drehte sich um, blinzelte in die Dunkelheit und reichte vorsichtig in die Stille der Macht hinein – stimmte irgendetwas mit Luke nicht; versuchte diese Macht, die sie so oft ignorierte, sie vor etwas zu warnen – ?
Leia starrte einen Moment lang auf das Kissen neben ihr und stellte dann mit einem Mal fest, dass Han fort war; seine Seite des Bettes war leer, die Laken zerknittert, das Kissen lag schief. Schnell setzte sie sich auf und stützte sich auf einen Arm. Mit der Handfläche fuhr sie über seinen Platz – er war immer noch warm, also war er gerade erst aufgestanden. Sie runzelte die Stirn und sah sich neugierig um, kurz davor, seinen Namen zu rufen. Sie hörte, wie im Badezimmer Wasser lief, rollte sich herum und starrte für einen Moment durch den Raum auf die Tür.
Sie blinzelte ein paar Mal und zog die Brauen zusammen – sie schien sich plötzlich daran zu erinnern, dass Han die Steppdecke weggezogen hatte und aufgestanden war, und hatte einen Augenblick lang Schwierigkeiten, zu entscheiden, ob sie es sich eingebildet hatte oder ob es tatsächlich das war, was sie wachgerüttelt hatte.
„Han?", rief sie leise.
Sie dachte daran, dass er sie über dem laufenden Wasser nicht hören würde, dann hörte sie ihn husten. Sie glitt unter den Laken hervor, drückte die Zehen in den Teppich und ließ die Füße langsam zu Boden sinken. Dann beugte sie sich vor, hob sein T-Shirt vom Boden auf und zog es sich über den Kopf, als sie einen Schritt ins Dunkel hinein machte.
Leias Nerven summten vor Besorgnis, als sie sich durch die Dunkelheit bis zur Badezimmertür vortastete, sich den Schlaf aus den Augen blinzelte und die dünne Linie des Lichts, die um die Scharniere herum glühte, nutzte, um sie zu leiten –
Sanft streifte sie in einem leisen Klopfen mit den Knöcheln über die Tür, wobei sie sie ein wenig aufdrückte –
„Han?", fragte sie zaghaft und stolperte mitten im Gähnen über seinen Namen.
Das Wasser lief immer noch, laut und harsch, und sie glaubte, dass sie ihn husten hörte – hatte er sich übergeben? – aber Han war niemals krank. Sie legte die Wange an den Türrahmen und zögerte, in den Raum einzudringen.
„Han?"
Er murmelte etwas Unzusammenhängendes; es hätte der Versuch sein können, sie abzuwimmeln, sie dazu zu bringen, wieder ins Bett zu gehen, oder vielleicht war es auch Zustimmung, dass sie die Tür öffnete; sie war sich nicht sicher, aber sie drückte die Tür trotzdem auf und trat vorsichtig ein.
Han war über das Waschbecken gebeugt und stützte sich mit dem Unterarm fest auf der Keramikoberfläche ab. Er verzog das Gesicht, spuckte einen Schluck Wasser in den Abfluss, hielt seine freie Hand wieder unter den Wasserhahn und spülte sich den Mund aus.
Leia betrachtete ihn einen Moment lang – sie glaubte, dass seine Hand zitterte und er war eindeutig blass. Sie schlang die Arme leicht um sich selbst, dann streckte sie die Hand aus und legte sie an seinen Bizeps.
„Geht es dir gut?", fragte sie und runzelte leicht die Stirn.
Sie trat ein wenig näher und neigte den Kopf, um besorgt auf ihn herabzusehen. Seine Haut war von einem dünnen Schweißfilm bedeckt, aber er fühlte sich nicht fiebrig an – und seine Muskeln waren angespannt, so fest und unbeweglich, als wäre er gerade aus einem Kampf gekommen.
Sie sah zu, wie er wieder ins Waschbecken spuckte, sich immer noch den Mund ausspülte, und sie runzelte die Stirn etwas tiefer, während sie ihre Handfläche über ihn gleiten ließ – über seine Schulter, über seinen Hals, um mehr von seiner Haut zu spüren.
„Bist du krank?", erkundigte sie sich leise.
Han schüttelte den Kopf. Er fuhr sich mit dem Handrücken über den Mund, blieb gebückt stehen und starrte auf das fließende Wasser. Er verzog noch einmal säuerlich das Gesicht, dann schaute er zu ihr auf und eine seltsame Form der Belustigung huschte für einen Moment über sein Gesicht – er lachte kurz und freudlos auf, dann drehte er das Wasser mit einer schnellen Bewegung aus dem Handgelenk ab.
„Ich, äh", begann er stockend, seine Stimme rau und erschreckend unsicher. Beruhigend fuhr Leia mit der Hand über seinen Hals und schürzte die Lippen. Verlegen fing er ihren Blick auf und stieß langsam den Atem aus.
„Ein Albtraum", meinte er. Er verzog das Gesicht, als könne er nicht glauben, dass ihm das passierte. „Ein schlimmer Traum."
Leia drehte sich der Magen um. Sie schob sich näher an ihn heran, lehnte sich gegen das Waschbecken und strich ihm mit der Hand durchs Haar, während sie mit der anderen Hand nach seinem Arm griff. Han hatte nie Albträume – oder zumindest selten; er war anfälliger für Schlaflosigkeit, wenn ihn etwas beschäftigte – und wenn er unruhig schlief, war er nie so davon erschüttert, ihm wurde nie übel.
Sie öffnete leicht die Lippen und gab ein leises, beruhigendes Geräusch von sich. Han senkte den Kopf, lehnte ihn an die Kälte des Porzellanwaschbeckens, drehte sich dann um, immer noch gebückt, als wäre ihm übel oder als hätte er Schmerzen, und er umfasste ihre Hüfte mit seinen Händen und drückte seine Nase, seinen Mund, seine Augen, seine Stirn – sein gesamtes Gesicht – an ihr Brustbein. Sie spürte die unregelmäßige Wärme seines Atems durch das Shirt, das sie übergeworfen hatte.
Mitfühlend blickte Leia auf seinen gesenkten Kopf hinab und schob ihre Hand in sein Haar. In einer sanften Massage drückte sie ihre Fingerspitzen in seine Kopfhaut. Er hob seinen Kopf, begann sich aufzurichten, und fuhr schlicht mit den Händen über ihre Seiten, bis er ihre Schultern erreichte. Dann umfasste er sie und hielt sie fest.
„Han", murmelte Leia in seine Schulter hinein. „Du fühlst dich an, als würdest du gleich zusammenbrechen."
Han gab ein weiteres unbehagliches, kleines Lachen von sich.
„Es ist in Ordnung", murmelte er. Er räusperte sich. „Ah, es hat mich erschüttert, es ist mir nahegegangen. Das ist alles. Es geht mir gut."
Leia nickte. Sie sah zu ihm auf, und weil sie so oft in seiner Situation gewesen war, wusste sie genau, wie er sich fühlte – und sie fragte sich, was ihn so schlimm erwischt haben konnte, dass es ihn so aus der Fassung brachte.
Sie legte ihre Hände an seinen Bauch.
„Komm ins Bett", murmelte sie. „Na los, wir werden darüber reden."
Han sah ein wenig widerstrebend aus. Er räusperte sich, lockerte seinen Griff und ließ seine Hände an seinen Seiten herabsinken.
„Nein, es ist in Ordnung, äh – ich muss mir die Zähne putzen", brummte er. „Mir geht es gut."
Leia beugte sich vor und reichte ihm wortlos seine Zahnbürste und die halbleere Zahnpastatube, die sie sich teilten. Sie drehte den Wasserhahn wieder für ihn auf und lehnte sich gegen das Waschbecken. Mit den Knöcheln strich sie ein paar Mal über seinen Bauch.
„Hmmm, versuch, den Geschmack loszuwerden", stimmte sie zu. „Ich mache dir etwas Tee –"
Angespannt zuckte Han mit den Schultern.
„Du musst mich nicht bemuttern", bemerkte er unvermittelt. „Du kannst zurück ins Bett gehen."
Leia löste ihre Hand von ihm. Sie neigte den Kopf zur Seite und blieb still stehen, ihr Gesichtsausdruck war unergründlich. Sie holte tief Luft, atmete langsam und leise aus und hob die Schultern.
„Das kann ich", stimmte sie zu. „Das werde ich nicht", meinte sie dann. Sie ließ es für einen Moment in der Luft hängen, dann trat sie näher. „Putz dir die Zähne, Han", beruhigte sie ihn und strich sanft mit der Hand über seine verspannten Muskeln – und spürte, wie er sich unter ihrer Berührung etwas entspannte. Sie beugte sich vor, drückte ihm einen Kuss auf den Arm und ignorierte seinen schroffen Ton. „Komm zurück ins Bett."
Sie trat ein paar Schritte zurück, um ihm Freiraum zu lassen, verließ das Badezimmer und ging von ihrem Schlafzimmer aus in die Küche. Sie ließ das Licht an, weitete die Augen, um sich daran zu gewöhnen, und blieb eine Weile neben der Spüle stehen, während sie darüber nachdachte, ob sie Han eine Tasse Tee machen sollte, auch wenn er glaubte, sie nicht zu wollen.
Allerdings – war Han auch unter normalen Umständen kein großer Teetrinker, also ließ Leia den Gedanken fallen. Sie nahm jedoch einen sauberen, weichen Waschlappen und befeuchtete ihn mit kaltem Wasser, tränkte ihn gleichmäßig damit, und faltete ihn dann, um ihn mit zurück ins Bett zu nehmen.
Sie kehrte an ihren Platz zurück, als Han aus dem Badezimmer kam, das Licht ausschaltete und sich zurück ins Bett schleppte. Mit einer Grimasse fuhr er sich mit dem Handrücken über den Mund und warf sich fast aufs Bett – etwas dramatisch, aber auch ein Ausdruck seiner Erschöpfung.
Er rieb sich ein paar Mal über den Kopf, während er herumrutschte und versuchte, es sich bequem zu machen. Leia rückte näher an ihn heran. Stumm tippte sie ihm auf die Schulter, setzte sich in den Schneidersitz und zog dann sanft seinen Kopf in ihren Schoß. Mit den Fingern strich sie durch seine Haare und legte das kühle Tuch auf seine Stirn.
Han zuckte ein wenig zusammen und blinzelte heftig. Leia übte sanften Druck auf das Tuch aus, während sie die Lippen schürzte.
„Pocht dein Kopf?", fragte sie leise.
Sie sah zu, wie Hans Kehle sich bewegte, als er schwer schluckte.
„Ja, woher weißt du das?"
Leia legte den Kopf zur Seite, schaute auf ihn herab und lächelte ein wenig schief. Han erwiderte ihren wissenden Blick mit einem verlegenen Blinzeln und nickte, als er die Augen schloss.
„Hm", grummelte er. „Oh ja", bemerkte er trocken.
Er verstummte und Leia ließ ihre Hand noch etwas länger an seiner Stirn liegen, bevor sie ihre Hände über seine Schultern gleiten ließ und gekonnt anfing, mit gleichmäßig arbeitenden Knöcheln seine verspannten Muskeln zu kneten. Han drehte sich ein wenig, legte sich auf die Seite und benutzte Leias Oberschenkel als Kopfkissen. Dann streckte er die Hand aus, um das Tuch an seine Stirn zu drücken und seufzte schwer.
„Ich wollte dich nicht aufwecken", brummte er stirnrunzelnd.
Leia fuhr ihm mit der Hand durchs Haar und zuckte die Achseln.
„Es muss ziemlich schlimm gewesen sein, wenn dir davon übel geworden ist", murmelte sie.
Hans Schulter zuckte ein wenig und er zog seine Hand über seine Augen, als könne er – sein Gesicht verbergen. Er schaute nicht zu ihr auf.
„Nicht – mach kein Drama draus", erwiderte er gereizt. „Es ist nur – "
„Halt die Klappe, Han", unterbrach Leia ihn sanft.
Sie holte tief Luft und verfiel für einen Moment in Schweigen, während sie darüber nachdachte, was er fühlte – Unruhe, weil der Albtraum etwas an die Oberfläche gezerrt hatte, die Angst, dass es real war, aufkeimende Erleichterung, dass es nicht so war, anhaltendes Entsetzen, dass es echt sein könnte – Desorientierung, Verlegenheit – sie kannte das alles so gut und sie wollte, dass er verstand, dass – ihre Beziehung in allem wechselseitig war, und sie hier sein würde, um ab und zu seine Rolle zu übernehmen, während er derjenige war, der gegen Dämonen ankämpfte.
Leia legte den Kopf zurück, während sie mit den Handflächen immer noch vorsichtig über Hans Schultern strich. Sie entspannte sich, starrte hinauf an die Decke und räusperte sich.
„Das erste Mal, als ich einen Albtraum hatte, auf dem Weg nach Bespin", begann sie. „Erinnerst du dich?"
Sie spürte, wie Hans Haare über ihren Oberschenkel streiften, als er nickte.
Sie fuhr fort und senkte ihre Stimme –
„Ich habe mich so geschämt", sagte sie. „Ich – nun ja, du hast gesagt, du erinnerst dich", schloss Leia schlicht.
Han nickte wieder – sie hatte geschrien und es hatte ihn völlig unvorbereitet getroffen, Leias Desorientierung, ihre Nägel, die ihn gekratzt hatten, als er sie aufgeweckt hatte und sie sich ihrer Umgebung nicht bewusst gewesen war und nicht wusste, wessen Hände sie auf sich spürte – Han erinnerte sich daran, gedacht zu haben, dass es absurd war, wie sehr sie sich um Äußerlichkeiten kümmerte, wenn er einfach nur versuchte, sie zu beruhigen und sicherzustellen, dass es ihr gut ging –
Geh weg von mir, Han, schau – schau mich nicht an – !
In Ordnung, Schätzchen, ich schließe die Augen, hol einfach tief Luft, du bist auf dem Falken, ich bin es – ich weiß, dass du mich nicht besonders magst, aber du bist sicher, weißt du –
Er bewegte sich, schob seinen Arm unter Leias Bein und schlang ihn um ihren Oberschenkel. Dann entspannte er sich ein wenig mehr.
„Es gefällt mir nie, auf diese Art aufzuwachen", wisperte Leia.
„Natürlich nicht", schnaubte Han leise.
„Was ich meine, ist", sprach Leia weiter, „sogar jetzt…demütigt es mich immer noch", gab sie zu. „Ich fühle mich dann schwach und frustriert und – ahhh", seufzte sie und versuchte, die richtigen Worte zu finden. „Klein", entschied sie. „Beschädigt."
Han grunzte.
„Ich denke so nicht über dich", brummte er.
Leia nickte.
„Nein, das tust du nicht", stimmte sie zu. Sie strich sein Haar zurück. „Ich vertraue dir. Du bist daran gewöhnt", murmelte sie. „Also", begann sie, senkte den Kopf ein wenig, beugte ihren Körper über ihn, legte ihre Stirn an seine Schläfe und drückte ihm einen kleinen Kuss auf die Stirn, „glaubst du, dass es ausgerechnet mich stört, wenn du nach einem Albtraum die Nerven verlierst?"
Han drückte ihren Oberschenkel, schüttelte dann langsam den Kopf und bereute seine unüberlegten Bemerkungen.
Leia hob den Kopf und richtete die Schultern auf. Für einen Moment drückte sie die Hand an seine Stirn, dann entfernte sie das kühlende Tuch, warf es beiseite und ersetzte es durch ihre Handfläche.
„Wovon hat der Albtraum gehandelt?", fragte sie.
Han stöhnte leise auf.
„Ich kann nicht darüber reden", entgegnete er – aber es klang nicht so, als wollte er nicht – er sagte es, als wäre er nicht in der Lage, es in Worte zu fassen – „Es hat sich so angefühlt, als wäre ich wieder im Karbonit gefangen", meinte er vage und verzog erneut das Gesicht, „ich kann mich nicht an die Details erinnern, nur daran, dass…man dir wehgetan hat, jemand hat dich verletzt", erklärte er rau.
Mit fest geschlossenen Augen räusperte Han sich.
„Die Einzelheiten sind verschwommen", brummte er. „Es ist einfach…schlecht, es war schlimm – es hat sich angefühlt, als würde ich es nie loswerden, wenn ich mich nicht übergebe."
Beruhigend legte Leia ihm die Hände an den Hals.
„Du hast dich absichtlich übergeben?", fragte sie.
Han zog säuerlich die Lippen zurück und biss die Zähne zusammen.
„Ja, ich habe mir die Finger in den Hals geschoben", gestand er verlegen.
Leia ließ ihre Finger von seinem Hals in seine Haare gleiten und kämmte ganz langsam hindurch. Sie sagte nichts, sondern begnügte sich damit, ihn zu berühren und ihm sanften, körperlichen Trost zu spenden, wie er es so oft für sie tat.
Sie sah zu, wie er ihr den Kopf zuwandte, näher an sie heranrückte und sich in ihren Schoß kuschelte. Mit der Hand fuhr Leia seine Schulter hinunter und drückte zart seinen Ellenbogen.
„Es wird verblassen", versprach sie. „Dieses – Gefühl des Schreckens, es ist jetzt gestochen scharf, aber es wird verblassen. Du wirst dich davor fürchten, wieder einzuschlafen", bemerkte sie, „aber es wird dir wieder besser gehen."
Han antwortete ihr nicht direkt. Er bewegte seinen Kopf, bis seine Schläfe sich an ihre Rippen drückte, drehte ihn und sah müde zu ihr auf.
„Fühlst du dich jedes Mal so, Leia?", erkundigte er sich heiser.
Still dachte sie darüber nach – reflektierte die Frage aufmerksam und wählte ihre Worte genau, bevor sie antwortete.
„Früher", gab sie heiser zu. „Eine Weile habe ich mich immer so gefühlt. Als alles, was ich hatte, verloren war, und es – das Gefühl ist nie verblasst, denn als ich aufgewacht bin – war es nicht viel anders als im Traum."
Sie holte tief Luft, lächelte ein wenig und lehnte sich gegen das Kopfteil des Bettes.
„Jetzt ist es nicht mehr so schlimm", meinte sie. Ihre Schultern entspannten sich. „Du bist immer da, wenn ich aufwache. Die Angst…verblasst schneller."
Han nickte.
Einige stille Momente lang strich sie weiterhin mit den Fingern durch sein Haar, dann bewegte sie sich und rutschte behutsam herum, bis sie ausgestreckt neben ihm lag, die Decken fest um sie ziehen und sich gemütlich mit ihm in den Laken vergraben konnte. Sie legte ihre Arme um ihn, schlang ihre Beine um seine – und schob ihr Knie bequem zwischen seine Oberschenkel.
Han berührte ihr Gesicht, schob dann seine Hände unter ihr T-Shirt und drückte seine Handflächen fest an ihren Rücken. Er küsste sie auf die Stirn und auf den Mundwinkel.
„Es ist in Ordnung, Han", flüsterte sie. „Es geht mir gut. Niemand tut mir weh."
Er schluckte schwer und nickte kurz.
„Ich weiß, Leia, aber es ist immer – es ist nur – ich habe immer Angst, dass jemand das tun wird."
Sie wusste, wie schwer es für ihn war, etwas so Alltägliches wie Angst zuzugeben und sie tat ihm den Gefallen und kommentierte es nicht.
„Du hast nach mir gerufen, um Hilfe gerufen, deine Schreie waren markerschütternd und ich konnte nicht – ich konnte nichts tun. Ich konnte dich nicht erreichen."
Leia küsste seine Schulter, seinen Hals – küsste ihn direkt hinters Ohr und auf die Wange.
„Han", wisperte sie.
Er hob das Kinn, seine Augen suchten ihre.
„Hm?", murmelte er.
Sie küsste ihn auf die Lippen.
„Ich bin hier bei dir", tröstete sie ihn. Sie nahm eine seiner Hände, zog sie von ihrem Rücken weg und legte sie an ihre Brust, knapp unter ihrer Schulter – sie drückte seine Hand an ihr Herz, damit er den Rhythmus spüren konnte und fühlte, wie sie ein und ausatmete. „Das Herz schlägt, die Lungen arbeiten", murmelte sie. „Du warst jedes Mal für mich da, wenn ich dich gebraucht habe", sie hielt inne und lächelte sanft, „und sogar ein paar Mal, wenn ich dich nicht bei mir haben wollte."
Han lachte heiser.
Er nickte ein paar Mal. Er ließ seine Hand an ihrem Brustkorb liegen, zog sie mit dem anderen Arm näher zu sich heran und seufzte erschöpft. Unter der Decke streifte Leias Knöchel seinen und hielt einen beruhigenden Rhythmus bei.
„Es wird verblassen", versicherte sie ihm wieder, ihre Stimme sanft an seinem Ohr. „Es wird vorübergehen, Schatz."
Han vergrub seine Hand in ihren Haaren. Er war so viel – größer als sie, so viel muskulöser, und Leia war daran gewöhnt, von seinen Armen umschlungen zu werden, festgehalten und beschützt zu werden – doch in dieser einen Nacht, obwohl sich physisch nichts an der Art geändert hatte, wie er sie festhielt, war es eindeutig, dass sie diejenige war, die ihn hielt, während er den Kopf an ihrem Hals vergrub und darauf wartete, dass der Albtraum verblasste.
