Das Niesen

Er liebte es, wie klein sie war. Er machte sich deswegen ständig über sie lustig, aber verdammt noch mal, er liebte es. Sie ließ sich leicht festhalten, leicht hochheben, leicht in den winzigen Kojen des Falken unterbringen – und sie hatte ein Händchen dafür, wie die schärfste und verführerischste Frau, die er jemals das unglaubliche Glück hatte zu treffen, auszusehen, wenn sie sich auf den Rand genau dieser Koje kniete, ihn mit berauschenden, anziehenden Augen anschaute, seine Hüften in ihre eleganten Hände und sein Glied in ihren Mund nahm.

Es war eine angenehme Position, dort zu stehen und sich nach vorne zu lehnen, bis er die Oberseite der Koje berührte, während seine Hände das Metallgeländer an der Oberseite fest umklammerten und er seine Stirn und seine Nase gegen das Metall drückte, während er versuchte, seine Knie vorm Einknicken zu bewahren. Verdammt, sie war gut. Sie war gut genug, um ihn manchmal fast zum Weinen zu bringen – solch eine sich langsam steigernde Technik, neckend, kokett, immer so, als würde sie vorgeben, eine Prinzessin zu sein, die keine Ahnung hatte, was sie da tat –

Obwohl sie an diesem Abend ein wenig – ihre Technik war ein bisschen –

„Leia", murmelte er benommen, die Zähne zusammengebissen. Er bewegte seine Nase am Metall, sein Atem ging stoßweise. „Stimmt irgendwas nicht?"

Sie murmelte etwas und er versuchte, nicht zu lachen.

„Mit vollem Mund spricht man nicht", scherzte er heiser.

Sie zog sich zurück.

„Nein", antwortete sie leise.

„Du hörst immer wieder auf", brummte er.

Sie fuhr mit der Hand über seinen Oberschenkel und ihre Lippen bewegten sich wieder über ihn, seinen Kommentar ignorierend. Er spürte, wie sie ein wenig die Schultern zuckte und zu ihrer Beschäftigung zurückkehrte, nur um nach einem Moment den Kopf wieder zurückzuziehen.

„Nun ja, ich kann aufhören, wenn du möchtest", drohte sie.

„Ich beschwere mich nicht", merkte Han schnell an. „Es ist nur, wenn du heute Abend keine Lust darauf hast, dann – "

„Oh, ich bitte dich", schnurrte sie leichthin und beugte sich vor, um seine Hüfte zu küssen. „Ich liebe es."

Mit dem Finger fuhr sie die Unterseite entlang, bevor sie sich wieder ihrer Aufgabe zuwandte. Han schloss fest die Augen, ließ seine Stirn gegen die Koje fallen und spannte die Muskeln in seinen Oberschenkeln an.

Scheiße", murmelte er heiser.

Sie hielt wieder inne und wandte den Kopf zur Seite. Er hob den Kopf und spähte nach unten. Ihre Nase zuckte.

Leia", sagte er erneut.

„Ich denke die ganze Zeit, dass ich niesen muss", zischte sie errötend.

Ruhelos griff Han nach unten, um sich selbst zu berühren, aber Leia schlug beleidigt seine Hand weg.

„Gib mir eine Sekunde", bat sie.

Er winselte.

„Baby", warf sie ihm vor. „Hör auf zu jammern."

Er grinste sie wölfisch an.

„Erzähl mir nicht, dass du allergisch auf mich bist", meinte er gedehnt.

Sie schüttelte den Kopf und fing dieses Mal seinen Blick auf, als sie sich ihm wieder zuwandte. Er ließ eine Hand zu ihrem Hals und in ihr Haar gleiten und beugte sich sachte zu ihr vor, seine Augen schlossen sich benommen. Er murmelte ihren Namen und zwang sich mit flatternden Wimpern, ihr zuzusehen.

Seine Hand grub sich fester in ihr Haar und er nickte mit dem Kopf.

„Mmm", stöhnte er leise. „Leia. Leia."

Plötzlich riss sie den Kopf zurück, so schnell, dass er keine Zeit hatte, zu realisieren, dass er ihre Haare loslassen musste, also war es teilweise seine Schuld, dass sie – noch nicht aus der Gefahrenzone heraus war, als das Niesen sie überkam, gegen das sie die vergangenen zehn Minuten lang angekämpft hatte.

Sie erwischte ihn nicht so schlimm, wie es hätte passieren können, aber es war weit von dem Ende entfernt, das er sich gewünscht hätte. Zähne – Zähne, in irgendeiner anderen Eigenschaft als ein leichtes, neckendes Streifen – waren bei einem Blowjob nie eine angenehme Ergänzung.

Han war sich ziemlich sicher, dass er noch niemals in seinem Leben solch einen schrillen, mädchenhaften Laut ausgestoßen hatte. Er stolperte gebeugt nach hinten, schwarze Punkte tanzten vor seinen Augen und er verspürte die überwältigende Übelkeit, die immer mit einer Verletzung in der Leistengegend einherging, die durch seine Adern zuckte. Er war kurz davor, sich tatsächlich zu erbrechen, aber als er wieder zu sich kam, saß er auf dem Boden und Leia schaute mit einem beschämten Ausdruck auf dem Gesicht zu ihm herunter.

Oh mein Gott", zischte sie, die Panik stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Oh mein – Han?"

Er stieß einen Strom an Kraftausdrücken aus und keuchte dann –

„Wie bin ich auf dem Boden gelandet?"

„Du bist hingefallen", bemerkte Leia schwach. „Ich glaube, du hast das Bewusstsein verloren."

Han neigte mit zusammengekniffenen Augen den Kopf nach oben. Er schluckte schwer, der beißende – welch eine angemessene Art und Weise, es zu beschreiben – Schmerz durchzuckte ihn immer noch. Grob schüttelte er den Kopf.

„Wie groß ist der Schaden?", fragte er. „Ich habe Angst, hinzusehen."

„Er ist nicht verletzt", versicherte Leia ihm.

„Er ist sehr wohl verletzt, Schätzchen – !", heulte er empört auf.

„Ähm, äh", stammelte sie, während ihre Hände beruhigend über seine Brust glitten. „Die Größe ist immer noch dieselbe?"

Das brachte ihn zum Lachen – oh, gut, also hatte sie wenigstens nichts davon abgebissen. Das Lachen klang jedoch heiser und ein bisschen keuchend und er drehte sich zusammengekrümmt zur Seite. Dramatisch stöhnte er auf. Er keuchte, versuchte zu Atem zu kommen und schüttelte dann den Kopf.

„Das ist eine Premiere, Verehrteste", meinte er. „Das ist eine Premiere."

„Ich fühle mich geehrt", erwiderte sie kleinlaut, das Gesicht gerötet.

Sie kletterte über ihn – so klein und winzig, leicht wie eine Feder, und berührte ihn besorgt, die Lippen in reuevollem Entsetzen geschürzt.

„Ich habe dir gesagt, dass ich das Gefühl hatte, niesen zu müssen – "

„Schlägst du deine Zähne immer aufeinander wie die Käfigtür eines Rancors, wenn du niest?", erkundigte er sich dramatisch.

„Es tut mir so leid, Han", flehte sie und als er den Kopf hob, standen Tränen in ihren Augen.

Er blinzelte und schüttelte den Kopf.

„Es ist in Ordnung, Schätzchen", murmelte er. „Verdammt, nicht weinen", beruhigte er sie. Er hob eine Braue. „Warum weinst du? Ich habe keinen Bissen aus deiner – "

Leia legte ihm die Hand über den Mund, dann folgten ihre Lippen in einem zarten, beruhigenden Kuss.

„Ich werde es wiedergutmachen", versprach sie und legte den Kopf zur Seite.

Er fing sie mit seinen Armen auf und zog sie näher zu sich heran, wobei er vorsichtig eine Augenbraue hob.

„Nimm dir das nicht zu Herzen, Leia", bemerkte er trocken, „aber du behältst deine Lippen", er zeigte auf seine eigenen, „für den Rest des Abends hier oben, ja?"

Sie nickte, ihr Gesichtsausdruck war zerknirscht und wunderschön. Sie beugte sich vor, um ihm noch einen Kuss zu geben, hielt inne, drehte den Kopf zur Seite und nieste erneut, wodurch sie beide erschraken.

Sie warf ihm einen hilflosen Blick zu und er legte mit einem ungläubigen Lachen den Kopf zurück – immerhin war das ein Vorfall, der ihn in Zukunft daran erinnern würde, den Falken hin und wieder abzustauben.