Lange ist es her, dass ich meine AHS Storys schrieb aber hier bin ich wieder und werde all meine Geschichten weiter schreiben :-*
Kapitel 47: Vom Weg abgekommen
Als Jude das Büro von Timothy verlassen hatte, lehnte sie sich kurz an die kalte Wand und schloss die Augen. Was war nur geschehen? Jude war völlig überfordert, denn sie hatte jegliches Einschätzungsvermögen verloren, was ihre große frühere Liebe anging. Es war nicht lange her, da hätte sie Herzrasen bekommen, bei den bloßen Gedanken, dass Timothy sie so sehr bei sich haben wollte. Sie sah es in seinen Augen, da war etwas, was sie vorher nie sah. Eifersucht! Wie konnte er eifersüchtig sein? Er war auf dem besten Weg Kardinal zu werden. Als Jude noch eine Nonne war, fühlte sie sich jedes Mal beschämt, wenn sie auch nur an Sex dachte, aber…..aber vielleicht war sie nicht die einzige mit diesen Laster? Sie überlegte, ob Timothy ebenfalls über sie fantasierte, so wie sie es einst tat. Früher hätte dieser Gedanke Jude verrückt gemacht, doch jetzt fühlte sie sich eher beschmutzt. Nein, sie würde niemals wieder auf ihn hereinfallen, egal was er ihr versprechen würde. Sie hatte nun den wahren Timothy gesehen und ihr wurde mehr und mehr klar, dass sie eine Illusion geliebt hatte und keine reale Person.
Ganz anders als bei Frank. Ein leichtes Lächeln erschien auf ihren Gesicht, als sie an den Mann dachte, er so viele Risiken für sie in kauf nahm. Ohne Hintergedanken, ohne Belohnung und ohne Angst um sich selbst.
Doch nun gab es ein weiteres Problem, um welches sich Jude sorgen musste und diesen ließ das Lächeln von ihren hübschen Gesicht verschwinden. Der Monsignore wusste augenscheinlich bescheid über Frank. Jude hörte wieder Timothys Worte und sie wusste, dass er in einem Recht hatte. Er hatte mehr Ansehen und Einfluss als es Frank jemals haben würde. Jude musste mit Frank reden und ihn warnen.
Sie wusste sie sollte in ihren Zelle zurück, aber sie sah weder eine der Schwestern noch einen Wachmann. Also ging sie zurück in den Gemeinschaftsraum, sie musste eine Möglichkeit finden mit Frank zu reden, um ihn vor Timothy zu warnen.
‚Vielleicht sollte Frank Briarcliff verlassen.'
Dieser Gedanke schmerzte Jude mehr als alles andere und sie fürchtete sich davor, hier zu sein ohne die tröstende Anwesenheit ihres neuen Geliebten. Doch könnte sie es sich jemals verzeihen, wenn Frank wegen ihr etwas zustoßen würde?
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Die Welt hatte sich gegen ihn verschworen! Dessen war sich Timothy Howard sicher, als er allein in seinem Büro saß und immer noch die Tür anstarrte, aus der Jude kurz vorher gestürmt war. Wie konnte alles derart aus dem Ruder laufen? Timothy wusste es nicht und er vermochte auch nicht damit umzugehen. Sein Leben verlief bis vor kurzen, wie er es geplant hatte. Seit seiner frühen Kindheit, hatte sein Leben eine Struktur…einen roten Faden, von dem er nie abwich. Es war, als wäre das Leben von Timothy Howard von der Geburt an geplant gewesen und das bis hin zu seinem Tod.
Das erste Mal hatte er das Gefühl, dass es eine kleine Abweichung von seinem Kurs gab, an dem Tag, an dem er Jude kennen lernte. Sie war so anders als andere Nonnen. Sie war ihm ebenbürtig, auch wenn er das natürlich niemals zugeben würde. Sie war eine Inspiration und er fühlte sich immer unterstützt, wenn sie in seiner Nähe war. Damals hielt er seine Gefühle für sie, als durchaus angebracht und niemals, hätte er in irgendeiner Art und Weise sexuelle Gedanken gehegt.
Aber dann lief alles aus dem Ruder. Mit jedem Tag, der verging wurde Jude misstrauischer, aufmüpfiger und eigensinniger. Mehr und mehr spürte er, dass sie keine Frau war, die man so schnell bändigen konnte. Ein Teil von ihm, mochte ihr Temperament und ihr bestreben nach mehr. Doch der ehrgeizige Teil von Timothy, der dem anderen überwog, erkannte mehr und mehr eine Gefahr in Jude.
‚Sie bringt dich von deinen Weg ab.' schrie es immer wieder in Timothy.
Als Patientin, sollte die in Ungnade gefallene Nonne ihn eigentlich abstoßen, aber das tat sie nicht. Ganz im Gegenteil!
Und nun war das geschehen, was Timothy immer verhindern wollte. Diese Frau hatte ihn so weit von seinem Weg abgebracht, dass er sich vor Gottes Augen selbst unsittlich berührte und das auch noch, während er Jude beobachtete, als sie sich wie eine Hure einen anderen hingab.
Nie würde er vergessen, wie sehr es ihn erregte und gleichzeitig das Herz zerriss. Er wusste, er würde Jude niemals so haben können, also sollte auch kein anderer mehr seinen seltenen Vogel berühren und schon gar nicht Frank McCann.
‚Dieser verfluchte Mistkerl, er soll in der Hölle schmoren'
Was hatte dieser Mistkerl nur mit seiner Jude gemacht? Was hatte er getan, dass sie sich so von ihm abwandte? Hatte er ihr etwas versprochen? Vielleicht die Freiheit?
Egal was es war, Timothy wusste, dass er Frank in nichts nachstand. Was auch immer dieser Bastard Jude versprochen hatte, es gab nichts, was er ihr nicht geben könnte…..bis auf das eine.
Frank musste verschwinden, doch Timothy wusste nicht wie. Es war kaum möglich Arden oder Mary Eunice einzuweihen. Er selbst würde durch seine Gefühle für Jude wieder in den Fokus rücken und dann würden auch die Fragen beginnen. Wie sollte er erklären, woher er von der Affäre wusste? Warum hatte er Jude in sein Büro bestellt, statt sie zu melden?
Verzweifelt ließ sich Timothy in seinen Sessel fallen und er überlegte, wie er Frank loswerden sollte, ohne dass er selbst sich versündigen musste.
‚Ein Wachmann! Ein einfacher Wachmann….das ist so lächerlich.'
Und kaum hatte Timothy seinen Gedanken beendet, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Genau das war Frank! Ein einfacher Mann mit einem miserablen Einkommen und einen Job, für den ihn niemand beneiden würde. Vielleicht gab es ja einen ganz einfachen Weg, den Mann loszuwerden.
Timothy stand auf und verließ sein Büro. Wenn Frank weg wäre, würde sich Jude wieder ihn zuwenden, dessen war er sich mehr als sicher. Gerade als Timothy in Richtung Gemeinschaftsraum gehen wollte, kam ihn Schwester Johanna entgegen.
„Schwester Johanna, wie gut das ich Sie hier treffe. Ich möchte, dass sie mir einen kleinen Gefallen tun."
Glücklich blickte die junge Frau zu Timothy auf, sie fühlte sich geehrt, da es das erste Mal war, dass der Monsignore sie ansprach.
„Es wird mir eine Ehre sein." Sagte sie leise und neigte ihr Gesicht nach unten, was Timothy zum Schmunzeln brachte. Sie war ein gutes Kind und eine würdige Nonne, die wusste wo ihr Platz in der Kirche war.
Innerlich seufzte Timothy auf, warum konnte Jude nicht so sein? Aber würde er dann noch so fasziniert von ihr sein? Nein, wahrscheinlich nicht. Jude war anders und genau das machte sie zu seinen seltenen Vogel.
„Sehr gut, kommen Sie bitte mit in mein Büro." Timothy deutete der jungen Frau den Weg und warf noch einen langen Blick in Richtung Gemeinschaftsraum.
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Was will Timothy wohl von Schwester Johanna? Was denkt ihr?
