Inside me

2. Kapitel


Harry brauchte eine Weile, um sich seiner Umgebung bewusst zu werden, nur um dann müde zu erkennen, dass er wieder einmal im Krankenflügel lag. Leises Stimmengewirr drang zu seinem Gehör, als er sich gerade aufrichtete und nach seiner Brille griff.

"... keine Anzeichen von Magie." Flüsterte Pomfrey ihrem Nebenmann zu, den der Gryffindor erst bemerkte, nachdem er seine Brille aufgesetzt hatte.

"Professor?" Eben Genannter wandte sich von der Krankenschwester ab und dem Jungen zu. Ein warmes Lächeln schlich sich um seine Lippen. "Harry." Begrüßte ihn Dumbledore lächelnd, während er auf ihn zu ging. "Schön, dass du wieder unter den Lebenden weilst. Wie fühlst du dich?"

Harry fuhr sich unsicher durch die Haare. Weniger scheiße, als sonst. "Besser, danke." Sein Blick wurde einen Deut ernster. "Professor-" Setzte er fragend an. "Was ist passiert?"

"Ich hatte gehofft, du könntest mir die Frage beantworten." Erwiderte der Direktor müde. "Du und der junge Mr. Malfoy wurdet in den Gängen bewusstlos vorgefunden, aber keiner von euch scheint sich erinnern zu können, was geschehen ist."

Der Gryffindor kämpfte damit, sich an die letzten Ereignisse zu erinnern und nur allmählich fielen sie ihm ein. Diese immensen Kopfschmerzen, das eigenartige Flüstern und das Aufeinandertreffen mit Malfoy. Aber keinen Schimmer was danach passiert ist. Oder währenddessen? Und Malfoy schien es wohl genauso zu gehen.

"Harry." Riss Dumbledore ihn aus seinen Gedanken, indessen er einen Stuhl heran zog, um darauf Platz zu nehmen. "Kann es sein, dass dir in letzter Zeit...merkwürdige Dinge passieren?"

Harrys Stirn runzelte sich. Es schien, als würde Dumbledore auf etwas Bestimmtes hinaus wollen.

Auf das Schweigen des Gryffindors hin sprach der Schulleiter weiter. "Madame Pomfrey erzählte mir, dass du in letzter Zeit häufiger hier warst. Wegen-" Ein kurzer Seitenblick zur Krankenschwester. "-Kopfschmerzen?"

Pomfrey und er nickten fast schon synchron. "Ja, das- das stimmt." Harry senkte den Blick und sah auf seine Hände. "Aber es sind nicht nur einfache Kopfschmerzen. Sie beginnen zwar im Kopf, breiten sich dann aber aus und werden so stark, dass ich- nun ja, glaube den Verstand zu verlieren. Ich dachte am Anfang, es wären dieselben Schmerzen, wie damals-" Er deutete mit der Hand auf seine Stirn. "Die in meiner Narbe, aber das ist es nicht. Es ist... anders." Harry stoppte und überlegte kurz Nachfolgendes auch noch zu erzählen. Entschied sich dann dafür. "Ich höre manchmal auch ein Flüstern. Glaube ich."

"Ein Flüstern?" Wiederholte Dumbledore interessiert und Harry nickte abermals. "Ja, aber nicht so, wie mit dem Basilisken. Also, es redet nicht auf Parsel. Ich weiß nicht, ich verstehe es nicht immer. Vielleicht bilde ich es mir auch nur ein." Er schüttelte leicht den Kopf. "Was hat das zu bedeuten, Professor?" Seine Augen erfassten den Direktor, der sich nachdenklich über den Bart fuhr. Dessen müder Blick schien weit weg, als er leise murmelnd antwortete: "Es ist wohl soweit."

"Was?" Runzelte Harry die Stirn, doch Dumbledore schwieg einen Augenblick, ehe er dann schwermütig fortfuhr. "Harry, was ich dir jetzt erzähle, wird schwer zu glauben und noch schwieriger zu verarbeiten sein." Er lehnte sich ein Stück nach vorne. "Du musst wissen, noch vor deiner Geburt wurde die Welt von einer grausamen und sehr mächtigen Kreatur terrorisiert. Es wurde lange versucht diesem Wesen Einhalt zu gebieten, doch... es war zwecklos. Diese uralte Macht konnte nicht einfach so bezwungen werden. Viel zu spät wurde auf die zuletzt bleibende Möglichkeit zurück gegriffen; die Kreatur wegzusperren. Nach etlichen Versuchen wurde jedoch deutlich, dass sich das Wesen nur an einen Menschen binden ließ." Dumbledores Augen blickten über die Halbmondbrille hinweg direkt in das starre Antlitz des Jungen. "Und dieser Mensch warst du, Harry."

Eine erdrückende Stille legte sich um den Raum. Harrys Mund öffnete und schloss sich einige Male, in dem Versuch Worte zu formen. Letzten Endes entkam ihm nur eines. "Was?" Er schüttelte den Kopf, als wäre eben Gesagtes das Absurdeste auf der Welt. "Wollen Sie mir etwa weiß machen, dass- dass dieses... Wesen?... in mir drinnen ist?"

"Ja, so ist es." Kam die trockene Antwort und Harry keuchte fassungslos. "Das ist... verrückt."

"Aber es ist wahr." Ließ ihm der Direktor kaum Zeit zu verdauen. "Ich dachte, wir hätten noch mehr Zeit, bis es soweit ist."

Harry wurde hellhörig und seine Augen funkelten wütend auf. "Das heißt, Sie wussten davon?" Schlussfolgerte er. "Seit wann? Und wann hätte ich davon erfahren? Hatten Sie überhaupt vor mir das zu erzählen?"

Dumbledore hob beschwichtigend die Hände. "Harry, ich weiß, es ist nicht einfach, aber du musst verstehen, dass ich dir dieses Wissen nur verschwiegen habe, um dich zu beschützen."

"Mich beschützen? Wie-?" Kam es ungläubig von dem Gryffindor. "Wie soll mich eine Lüge schützen?" Er presste kurz die Lippen zusammen. "Was wird mir denn noch alles verschwiegen? Hm? Bin ich vielleicht auch gar nicht Harry Potter, sondern- sondern-"

"Du hast allen Grund wütend zu sein-." Sprach ihm Dumbledore sanft dazwischen. "-und du hast natürlich auch jedes Recht die Wahrheit zu erfahren. Aber nicht heute und nicht hier. Wir sollten uns in aller Ruhe und unter vier Augen zusammen finden. Es wird nicht leicht sein dieses Wissen zu verarbeiten."

Dem Gryffindor entkam ein verächtliches Geräusch. "Klar, warum nicht." Murmelte er verärgert, schmiss die Decke beiseite und stand auf. "Ich meine- Das wurde mir ja lange genug vorenthalten, was sind da schon ein paar Tage mehr." Mit diesen Worten ging Harry eiligen Schrittes aus dem Krankenflügel und hinterließ einen alten Mann, der ihm besorgt hinterher starrte. Eine Hand an der Schulter lenkte seine Aufmerksamkeit auf sich. "Es wird nicht einfacher werden, Albus." Er blickte in die mitfühlenden Augen von Pomfrey. "Aber er wird es verstehen. Früher oder später."

Dumbledore tätschelte sanft die Hand. "Wir können nur hoffen." Sagte er mit einem müden Lächeln. "Ansonsten wird es kein gutes Ende nehmen."

"Und wer kann mir sagen, mit welchem Trank man solch eine Erstarrung wieder rückgängig macht?"

Seit dem Gespräch mit Dumbledore waren ganze drei Tage vergangen. Seither hatte er nicht mehr mit ihm gesprochen und Harry wusste auch nicht, ob er das überhaupt noch wollte. Für den Moment hatte er mit der Tatsache, dass irgendein Wesen in ihm drinnen sein soll, genug zu kämpfen. Selbst mit den eigenartigen Veränderungen in letzter Zeit konnte und wollte er diesen Unsinn einfach nicht glauben. Ob er Ron und Hermine davon erzählen sollte?

Bei diesem Gedanken wandte sich der Junge zu seinen Freunden, die nur eine Sitzreihe hinter ihm saßen. Ron sah gedankenverloren regelrecht durch ihn hindurch, während Hermine, wie fast immer in jeglichem Unterricht, verzweifelt die Hand ausstreckte.

Viel zu spät bemerkte Harry ihren mahnenden Blick.

"Mr. Potter."

Harrys Haupt wandte sich nach vorne und direkt in die dunklen Augen seines Lehrers. Snapes Blick wirkte so stoisch wie eh und je. Nachdem Harry für einige Sekunden nichts sagte, sah es so aus, als würde er mit den Augen rollen. "Besäßen Sie die Freundlichkeit die Frage zu beantworten?"

Der Gryffindor presste die Lippen zusammen. Was für eine Frage? "Ich weiß es nicht, Sir."

"Ich frage mich, ob ich es noch erleben werde, dass Sie in meinem Unterricht zumindest einmal geistige Anwesenheit mitbringen." Kam es gelangweilt von diesem. "10 Punkte Abzug für Gryffindor." Snape wandte der Klasse zwar den Rücken zu, sprach dennoch weiter. "Bevor Ihnen der Arm noch abfällt. Miss Granger, erstaunen Sie uns."

"Der Alraune-Wiederbelebungstrank." Hörte er Hermine beantworten. "Er macht Leblosigkeit oder Erstarrungen rückgängig. Auch wenn sie schwarz-magischer Herkunft sind."

"Korrekt." Schrieb Snape den Trank auf die Tafel. "Und diesen Trank werden wir heute brauen."

"War ja klar, dass er Harry Punkte abzieht, aber dir keine gibt." Konnte er Ron noch trotzig flüstern hören.

Der Rest der Stunde verging recht schnell. Harry hatte keinen Kopf für... nun ja, für alles. Sehr zum Leidwesen seines Trankes und dem Schüler, der mit ihm eingeteilt wurde. Blaise Zabini. Zu Harrys Überraschung schien diesen das jedoch kaum zu jucken. Als Snape ihnen beinhart ein "mies" für den Trank gab, zuckte er lediglich mit den Schultern und lachte.

Seit wann war Blaise so locker? Was war mit der altbewährten Abneigung gegen Gryffindors?

Als Harry dann am Ende der Stunde mit Ron und Hermine das Klassenzimmer verlassen wollte, wurde er unerwartet aufgehalten. "Mr. Potter. Auf ein Wort."

Harry ließ sich seine Verwirrung kaum anmerken und nickte seinen Freunden lediglich zu. "Geht ruhig schon mal vor." Skeptisch, dennoch wortlos verließen seine Freunde das Klassenzimmer, während Harry sich seinem Lehrer zuwandte. Dieser jedoch schien sein Augenmerk auf etwas anderes fokussiert zu haben. Verwirrt folgte Harry dessen Blick, nur um schließlich an Malfoy hängen zu bleiben, der immer noch und als Letzter mitten im Raum stand und sie beide argwöhnisch musterte.

"Kann ich noch etwas für Sie tun, Mr. Malfoy?"

Dracos Augen blieben an Snape hängen. "Nein. Professor." Rümpfte er die Nase und ging fast schon trotzig aus dem Raum.

Was war denn das?

Der Gryffindor zuckte leicht zusammen, als Snape mithilfe des Zauberstabes die Türe hinter Malfoy zuknallen ließ.

"Potter." Richtete er Harrys Aufmerksamkeit nun wieder auf sich. "Bedauerlicherweise wird der Schulleiter länger abwesend sein, als geplant. Bis zu seiner Rückkehr obliegt die Verantwortung um dich und das Wesen in dir folglich bei mir."

Der Gryffindor stockte mit offenem Mund. "Sie- uhm-" Er schüttelte leicht den Kopf. "Sie wissen auch davon?"

"Natürlich." Snape verzog keine Miene. "Ein Großteil der Lehrer weiß davon." Erklärte er trocken und der Junge lachte, was jedoch mehr einem Schnauben glich. "Großartig. Ich mein-" Er presste die Lippen zusammen. "Wieso?" Fragte er fast schon müde. "Wieso wissen so viele Bescheid? Und ich erfahre erst jetzt davon und das auch nur wegen dem Vorfall mit Malfoy."

Harry konnte Snape genervt ausatmen hören. "Armer Junge." Entkam es ihm spöttisch. "Musste 16 Jahre lang ohne weiterer Last auf den Schultern auskommen."

Der Gryffindor verzog das Gesicht. "Finden Sie das witzig?" Keifte er, schreckte jedoch sogleich zurück, als Snape einen bedrohlichen Schritt auf ihn zu machte. "Hier ist kein Platz für deine albernen Gefühlsduseleien, Potter." Kam es eisern von dem Älteren. "Anscheinend hast du den Ernst deiner Lage noch nicht ganz begriffen, also lass mich deinem Hirn auf die Sprünge verhelfen. Ein uraltes Wesen ist an deinen Körper gebunden. Seine Macht ist ebenso gewaltig, wie zerstörerisch. Sollte es diesem Wesen je gelingen seine Macht zu entfalten, wäre das nicht nur für Hogwarts fatal, sondern für die ganze Welt. Dieses Wissen und die damit verbundene Verantwortung alleine zu hüten, wäre nicht nur töricht, sondern auch unmöglich." Snape hielt inne und musterte kurz das perplexe Antlitz seines Gegenübers. "Ich weiß, es war nicht fair dir dieses Wissen vorzuenthalten." Setzte er nun um einiges gefasster fort. "Aber Dumbledore hatte seine Gründe. Deinem Unmut entnehme ich, dass sie dir nicht bekannt sind?"

Harry sah beinahe erschrocken zu dem Zaubertränkelehrer empor und schüttelte zaghaft den Kopf. "...Nein."

"Natürlich nicht." Erwiderte Snape viel zu schnell und rümpfte kurz die Nase. "Dumledore wollte dich nicht mit einer weiteren Bürde belasten, solange es nicht zwingend notwendig wäre. Du solltest nicht auch noch zusätzlich mit diesem schwerwiegenden Wissen aufwachsen müssen." Der Ältere verschränkte die Arme vor der Brust. "Wichtiger war jedoch, dass ein frühzeitigeres Wissen an Konsequenzen geknüpft war. Diese Kreatur ist nicht nur an deinen Körper, sondern auch an deinen Geist gebunden. Ihr erlebt somit das Gleiche, seht und spürt das Selbe. Hättest du von Anfang an um das Wesen und seine Macht gewusst, hätte es sich bereits sehr früh bemerkbar machen können. Denn je unbeschwerter du bist, desto schwieriger fällt es auch dem Wesen dich zu kontrollieren."

Harrys Mund stand ihm abermals offen. So unendlich viele Fragen schwirrten in seinem Kopf herum. Nach einigen Versuchen Worte zu fassen, gab er das Erstbeste, das ihm auf der Zunge lag, von sich. "Kontrollieren?" Runzelte er verwirrt die Brauen. "Wie- wie meinen Sie das?"

"Deine Gedanken und Emotionen, die du mit dem Wesen teilst, können durch dieses manipuliert werden- in eine angestrebte Richtung gelenkt werden. Nutzt er jenen Moment der Schwäche richtig, kann das Wesen die Kontrolle über deinen Körper übernehmen. Das gilt es zu verhindern."

Harrys Knie wurden regelrecht weich. Es könnte ihn kontrollieren? Er leckte sich über die trockenen Lippen. "Das ist doch-"

Ein schlechter Scherz...?

Der Junge sah fast schon verzweifelt zu dem Älteren auf. "Aber was... kann ich denn schon dagegen tun?"

"Deinen Geist stärken."

Harry stockte. Meinte Snape etwa-? "... Okklumentik?"

Der Mann nickte bloß, als der Gryffindor auch schon erneut ansetzte. "Ich dachte das diene nur zur Verteidigung von außen? Dieses Wesen ist in mir drinnen. Wie- ? Also wie soll das dann möglich sein?"

"Okklumentik schließt den Geist nicht nur gegen den Zauber Legilimens, Potter." Erklärte der Mann schlicht. "Er stärkt deinen Geist und verhindert so jegliches Eindringen eines Fremden, ganz gleich, welcher Herkunft. Wenn du das erst einmal beherrscht, wird es dem Wesen kein leichtes sein in deine Gedanken einzudringen, sie zu beeinflussen oder gar zu kontrollieren."

Harry senkte den Blick, starrte nachdenklich auf einen unsichtbaren Fleck am Boden. Allmählich begann sein Kopf wieder zu Pochen. Das war einfach zu viel Information, die er nicht verarbeiten konnte. Noch mehr Fragen formten sich vor seinem geistigen Auge, da war es beinahe unmöglich eine einzelne aus dem Chaos heraus zu picken. Er seufzte schwer. "Was ist das bloß für ein Wesen."

"Ein sehr altes." Antwortete Snape schlicht. "Ein Urelementarwesen."

"Ur...Elementarwesen?" Wiederholte der Junge und Snapes Augen verengten sich etwas. "Erstsemesterwissen, Potter. In der Geschichte der Zauberei wird die Herkunft-" Der Lehrer hielt plötzlich inne und richtete sein Augenmerk auf die Klassenzimmertür. Harry machte es ihm mit Verspätung gleich und erst dann fiel ihm das gedämpfte Stimmengewirr dahinter auf.

"Wir belassen es hierbei."

Harry wandte seinen Blick wieder dem Älteren zu, der bereits am Schreibtisch seine Unterlagen zusammen sammelte und ohne noch einmal aufzusehen das Gespräch beendete.

"Heute Abend um 20 Uhr vor meinem Büro."


"Draco?"

Eben Genannter lag rücklings auf der Couch des Syltheringemeinschaftsraumes und hatte den Arm über das Gesicht gelegt. "Was denn." Er machte sich gar nicht erst die Mühe aufzusehen, geschweige sich überhaupt zu rühren. Er konnte die Anwesenheit Zabinis regelrecht neben sich spüren.

"Warum warst du denn nicht essen?" Wollte der Andere wissen und Malfoys Kehle entkam ein verächtliches Geräusch. "Na offensichtlich hatte ich keinen Hunger."

"Schon wieder?" Entgegnete Blaise mitfühlend. "Ist es wegen der Sache mit Harry? Ich meine, nachdem was du mir erzählt hast, kann ich-" Der Junge stoppte, da sich Draco plötzlich in einem Satz aufgerichtet hatte und ihn anfunkelte. "Harry?" Wiederholte er mit verzogener Miene. "Bitte klär mich auf. Seit wann bist du denn mit dem Narbengesicht befreundet?"

Zabini lachte leise. "Ach komm schon Draco, lass das. Wir sind keine Kinder mehr."

"Das hat nichts mit Kind sein zu tun, Blaise." Malfoy rümpfte die Nase. "Sondern mit Loyalität, die du allem Anschein nach nicht mehr besitzt, wenn du schon beginnst mit Potter zu sympathisieren."

Die Züge des Anderen verhärteten sich ein wenig. "Jetzt komm mal wieder runter." Beschwichtigte ihn Zabini. "Harry und ich sind keine Freunde, aber ich habe auch nichts gegen ihn. Diese Slytherin-hasst-Gryffindor-Sache war eigentlich nur deinetwegen, Draco. Und dein Hass auf Harry ist ja auch nicht verwunderlich, nach allem, was dein Vater von dir verlangt hat."

Die Züge des Blonden verzerrten sich zu einer Grimasse. "Mein Vater hat rein gar nichts damit zu tun." Betonte er jedes Wort eisern. "Ich verabscheue Potter aus meinen eigenen Gründen und das würde ich auch dann noch, wenn er nicht der Feind wäre."

"Feind?" Wiederholte Blaise belustigt, ehe sich eine Spur von Unsicherheit breit machte. "Draco, was redest du? Du klingst ja fast schon wie-" Der Junge erstarrte. Fast schon erschrocken musterte er Malfoy, welcher infolgedessen süffisant lächelte.

"Wie klinge ich denn, Zabini? Hm?" Mit galanten Bewegungen stand der Slytherin vom Sofa auf und trat nah an den Anderen heran. Nach wenigen Sekunden des Starrens, in welchem Blaise immer unruhiger wurde und sich sogar etwas von dem Blonden distanzierte, hob Malfoy langsam den Ärmel seines rechten Armes und präsentierte somit das dunkle Mal. "Wolltest du etwa darauf hinaus?"

Die dunklen Augen Zabinis wurden zunehmend größer. "Draco..." Hauchte er fassungslos. "Warum hast du das getan? Ich- ... nach allem, was-" Er schluckte schwer. "Ich-ich dachte... das war nur- ?"

Bei dem Gestammel konnte sich Malfoy ein Augenrollen nicht unterdrücken. "Was? Heiße Luft?" Wiederholte er und richtete wieder seinen Ärmel. "Nein, Blaise. Ich meine das, was ich sage." Sein kühler Blick fing den unsicheren seines Gegenübers ein. "Ganz im Gegensatz zu dir. An deiner Stelle würde ich nämlich besser aufpassen, was du sagst und zu wem. Es sei denn du willst, dass die falschen Leute von deiner Gryffindorfreundlichkeit erfahren." Er trat noch eine Spur näher an den schockierten Jungen heran. "Und wenn das passiert, ist weder für deine, noch Mamis Sicherheit garantiert."

Mit diesen Worten ließ er seinen ehemaligen Freund zurück und ging aus dem Gemeinschaftsraum. Unweigerlich hatte sich Zabinis Blick vor seinem inneren Auge festgesetzt, doch mit einem Schnauben schüttelte er diesen gleich wieder ab, während er zielstrebig durch die Verliese ging.

Er musste zugeben, er war enttäuscht. All die Jahre hatten Blaise und er die gleichen Ansichten über Reinblüter und den dunklen Lord geteilt. Fest entschlossen Todesser zu werden und auf der sicheren, der mächtigeren Seite zu stehen. Aber nach diesem Gespräch kamen wohl die wahren Ansichten Zabinis zum Vorschein. Alles bloß leere Worte. Und Malfoy war dumm genug all die Jahre darauf herein zu fallen. Ihm alles, was geschehen war, anzuvertrauen. Das würde Blaise noch bereuen. Er und alle anderen, die dumm genug waren sich gegen den dunklen Lord zu stellen. Sie alle würden angekrochen kommen.

Potter, größter Blender der Zauberwelt, würde angekrochen kommen. Jetzt ist auch noch Blaise auf seine Fassade herein gefallen.

Bei Merlin, wie sehr er sich dieses Narbengesicht endlich auf Knien und um Gnade winselnd wünschte.

Draco riss sich aus seinen Gedanken, als er endlich vor Snapes Türe zum Stillstand kam. Er machte sich gar nicht erst die Mühe anzuklopfen, sondern ging einfach hinein. Ein schneller Blick genügte, um zu erkennen, dass der Raum jedoch leer war. Der Junge fackelte nicht lange herum, ging sogleich auf die nächste Türe zu, die in die privaten Räumlichkeiten seines Paten führen würde. Doch der Türknauf ließ sich nicht bewegen. Draco atmete genervt aus. Das durfte doch nicht wahr sein. Severus war um diese Uhrzeit immer da, also wo trieb er sich herum?

"Malfoy?"

Eben Genannter zuckte vor Schreck zusammen und wandte sich in einem Satz um. "Potter?" Notierte er überrascht den Jungen mittig des Raumes stehen.

"Was machst du hier?" Wollte der Gryffindor gleich wissen und Draco zog die Brauen hoch. "Was ist das für eine dämliche Frage?" Keifte er zurück. "Ist es nicht viel abwegiger, dass ein Gryffindor hier in den Kerkern herum schleicht?"

Der Schwarzhaarige presste verlegen die Lippen zusammen und nickte leicht. "Stimmt." Gab er zu. "Aber Snape wollte mich sprechen."

"Ach, wollte er das?" Entgegnete Draco und ging einen Schritt auf den Anderen zu. "Worüber denn?"

Harrys Stirn runzelte sich. "Warum sollte ich gerade dir davon erzählen, Malfoy? Es geht dich ja wohl gar nichts an."

Malfoy gab ein Geräusch von sich, das einem Lachen glich. "Falsch. Es geht mich sehr wohl etwas an. Es geht mich sogar am Meisten an."

"Wovon redest du?" Schüttelte der Schwarzhaarige den Kopf und der Slytherin ging fast schon bedrohlich an diesen heran. "Tu nicht so scheinheilig, Potter. Ich weiß mittlerweile, was passiert ist. Dass du mich ausgetrickst und angegriffen hast." Er neigte leicht den Kopf zur Seite. "Wenn es aber nur das wäre, würden nicht alle so ein Geheimnis darum machen oder?" Fragte er mit den Gedanken bei Snape, der ihm seither vehement aus dem Weg ging.

Der Schwarzhaarige schwieg, doch er konnte Malfoy nichts vormachen. "Hör zu, Potter." Setzte er abermals an. "Wenn mein Vater wüsste, was geschehen ist, dann würdest du längst nicht mehr hier vor mir stehen. Du kannst mir also ruhig dankbar sein. Im Gegensatz will ich nur, dass du mir erzählst, was du für einen Zauber verwendet hast, verstanden?"

Potter sah mittlerweile gen Boden und Malfoy rollte mit den Augen. Langsam wurde es ihm zu blöd. "Anscheinend verstehst du nur einfache Worte, deswegen helfe ich deinem kleinen Hirn gerne auf die Sprünge. Entweder du erzählst mir, was ich wissen will oder ich sorge dafür, dass du von der Schule fliegst. Und der alte Dumbledore gleich mit." Draco überwand beim Reden auch noch die letzten Meter und blieb schließlich direkt vor dem Gryffindor stehen. Auch der dümmste Mensch hätte bereits verstanden. Doch Potter war wohl mehr, als einfach nur dumm. Er stand immer noch da und starrte Löcher in den Boden. Auf Potters Ignoranz hin konnte er seine Wut kaum in Zaun halten. "Bist du etwa so dämlich oder tust du nur so? Willst du es tatsächlich riskieren-" Draco hielt inne, als endlich Bewegung in dem Gryffindor aufkeimte. Doch sein Gesicht erstarrte zu Eis, als er doch tatsächlich zwei leuchtend blauen Augen begegnete.

Ein nur allzu bekanntes Grinsen stahl sich um Potters Lippen "Zauber?" Knurrte dieser belustigt. "Du hältst meine Erscheinung für einen lächerlichen Trick?" Er ging einen Schritt auf den erstarrten Jungen zu, erweckte dadurch Leben in diesem. Draco stolperte so ruckartig zwei, drei Schritte zurück, dass er zu Boden fiel. Den Schmerz im Steißbein ignorierend, griff er nach seinem Zauberstab und richtete diesen auf den Gryffindor. "Bleib weg von mir!" Seine Stimme bebte, denn nur zu gut hatte er die letzte Begegnung unter diesem hellblauen Blick in Erinnerung. Er konnte jetzt noch die Finger spüren, die langsam seine Kehle zudrückten.

Potters Augen landeten auf seiner zittrigen Hand. Das anschließende Grinsen verunsicherte ihn nur noch mehr. "Erbärmlich. Glaubst du wirklich, das reicht, um mich aufzuhalten?"

Draco verharrte in seiner Position, indessen ihn unzählige Zauber und Flüche durch den Kopf schossen. Nichts von all dem, was sie in der Schule lernten, war hilfreich. Das einzige, das ihm helfen könnte-

"Na los." Riss Harry ihn aus den Gedanken. "Versuchs doch."

Der Blonde presste kurz die Lippen zusammen. "Crucio!" Der Zauber traf Potter in die Brust und Dracos Züge wurden weich vor Erleichterung, als dieser sich krümmte. Doch es waren keine Schmerzensschreie, die der Schwarzhaarige von sich gab.

Es war ein Lachen?

Potters Blick traf auf seinen. "Das wars schon?" Fragte er belustigt. "Gut. Ich bin dran."

Mit einer einfachen Handbewegung wurde Draco plötzlich von einer körperlosen Kraft nach hinten und gegen die Wand geschleudert. "Gnh!" Der Aufprall presste ihm kurzzeitig sämtliche Luft aus den Lungen und er biss die Zähne zusammen vor Schmerzen. Die Augen noch fest geschlossen, konnte er regelrecht hören, dass Harry auf ihn zu ging. Doch sein Leib schmerzte noch zu sehr, als dass er sich bereits rühren, geschweige nach seinem Zauberstab Ausschau halten konnte.

"Also braucht ihr dieses Stück Holz zum Kämpfen?" Die knurrende Stimme war verdammt nah. Malfoy öffnete langsam seine Augen und bereute es gleich wieder. Potter hockte zu seinen Füßen, musterte den Zauberstab in seiner Hand, nur um diesen sodann mit Leichtigkeit und einem KRACK in einzelne Teile zu zerbrechen und achtlos fallen zu lassen. Draco ignorierte das unaufhörliche Pochen in seiner Brust, die aufkommende Panik und die Hilflosigkeit. Als letzter Akt aus seiner Verzweiflung heraus, ballte er seine Hand zur Faust und schlug nach dem Gryffindor. Er traf ins Nichts. Er wusste nicht einmal, was um ihn herum geschah, da wurde er bereits von etwas Hartem im Gesicht getroffen. Der Schmerz im Kiefer war unerträglich, da landete bereits ein weiterer, körperloser Schlag im Bereich seiner Rippen. "Kchn." Er keuchte und krümmte sich vor Schmerzen.

"Du solltest schon längst eingesehen haben, dass ich dir überlegen bin. " Vernahm er das Knurren nicht unweit von ihm entfernt. "Wir können aber gerne so weiter machen. Mal sehen, wie lange du durchhältst."

Draco war nicht fähig zu antworten. Zu groß war die Pein und der Schock. Die Tatsache, dass er einfach verdammt schwach war und nicht einen Angriff landen konnte.

"Nun gut, wenn du so erpicht darauf bist."

Panisch sah Malfoy regelrecht flehend zu Potter empor, der seinen Blick mit hochgezogenen Brauen erwiderte. "Oder willst du doch lieber artig sein?" Tadelte der Gryffindor. "Dann zeig mir deine Devotion. Knie vor mir und winsle um Gnade. Erkenne mich als deinen Herren an."

Der Slytherin stockte. Hin und her gerissen zwischen Angst und dem Rest an Stolz. Würde er ihn nicht ohnehin umbringen? Beim letzten Mal hatte er ja auch nicht gezögert das Leben aus ihm heraus zu pressen. Das alles war doch schon Demütigung genug. Warum wollte er denn noch mehr?

Viel zu spät bemerkte der Blonde, dass sich Potters Ausdruck auf das Schweigen hin so dermaßen verfinstert hatte, dass ihn allein beim Anblick regelrecht das Blut in den Adern gefror. Instinktiv öffnete er den Mund, um etwas zu sagen, doch da hatte der Dunkelhaarige bereits seine Hand geschwungen. Wieder dieser Druck, der einem harten Schlag glich, traf ihn mitten ins Gesicht. Die Wucht ließ sein Haupt zur Seite schleudern und gerade noch so konnte er seinen Oberkörper aufrecht erhalten. Als er den metallischen Geschmack von Blut schmecken konnte, folgte bereits der nächste Angriff in die Magengrube und im Anschluss der nächste und der nächste. Einer unbarmherziger, als der andere und jeder einzelne drückte ihn wiederholt gegen die Wand. Dracos Hirn kam mit dem Schmerz der einzelnen Angriffe gar nicht nach. Erst als Potter kurz pausierte, überfiel ihn sämtlicher Schmerz auf einmal. "Argh…! Kchn-..." Er stöhnte und keuchte, krümmte sich vornüber, während das Blut von seinem Gesicht auf seine Hose tropfte. Nur mit viel Mühe sah er zu dem Verursacher auf und stellte mit Entsetzen fest, dass Potter seinen Arm bereits ausgestreckt hatte. "W-warte-!... " Schrie er fast schon hysterisch und Potter hielt tatsächlich still. Zog lediglich seine Brauen abwartend nach oben.

Dracos stockender Atem erschwerte ihm das Reden. Kurz verzog er das Gesicht zu einer Fratze, ehe er mit gesenktem Blick fortfuhr. "Ich- Ich kann nicht- hngh..." Presste er mit weinerlicher Stimme hervor. Jeder Atemzug, jedes Wort verpasste ihm einen schmerzhaften Stich. "... Ich tue was du sagst... okay?... also, bitte-" Er presste fest die Lippen zusammen. "... bitte...hör auf..."

Erleichtert stellte er fest, dass der Gryffindor seinen Arm wieder sinken ließ. Selbst sein Ausdruck wurde um so vieles weicher, als zuvor. Ein kleines Lächeln schlich sich um seine Lippen, doch Draco wusste genau, dass der Andere noch nicht ganz zufrieden war. Der Slytherin spannte das Kiefer an, als er sich vornüber beugte, sodass er auf allen Vieren landete. Die Frage des Stolzes war längst vergessen. Zu groß war die Angst zu was der Andere sonst noch fähig war. Schließlich hatte er ihn gerade windelweich geprügelt und dazu nur mit der Hand gewedelt.

Seinen Körper in dieser knienden Position aufrecht zu erhalten, verlangte ihm viel ab. Deutlich erkannte er das Zittern in seinen Armen, als er devot den Kopf hängen ließ und wie ein Hündchen auf die Reaktion seines Herrchens wartete. Er hoffte nur, dass es genügen würde, um den Schwarzhaarigen zufrieden zu stellen.

Erst jetzt wo Ruhe eingekehrt war, konnte Draco das Rauschen seines Blutes und seinen unregelmäßigen Atem wahrnehmen. Seine Panik wurde von Neuem erfasst, als plötzlich Potters Schuhe in sein Blickfeld traten.

"Sieh mich an."

Sein Atem beschleunigte sich ins Unermessliche. Er wollte nicht. Er flehte und kniete doch bereits. Reichte das denn nicht?

Schließlich war es die kalte Hand, die sein Kinn ergriff und sein Gesicht mit sanfter Gewalt anhob, die ihn im Endeffekt aufzusehen zwang. Draco presste die Lippen zusammen, als er dieses süffisante Grinsen erblickte. "Das hier steht dir um so vieles mehr, als dieser falsche Stolz. Findest du nicht auch?" Potter neigte leicht den Kopf zur Seite. "Hm?"

Draco nickte einige Male zaghaft und Harry lächelte zufrieden, als er von ihm abließ. Unwillkürlich ließ Malfoy seinen Kopf wieder hängen.

"Ich habe eine Schwäche für devotes Verhalten." Vernahm er abermals die Stimme seines Peinigers. "Es hat etwas unsagbar Befriedigendes an sich. Der Moment, in welchem deine Überlegenheit anerkannt wird und sich dein Gegenüber unweigerlich beugen muss. Denn ist der Kampfgeist erst einmal gebrochen, kommt der instinktive Überlebenswille zum Vorschein. Der ist es, der dich gehorsam macht. Und gerade in dieser menschlichen Hülle ist dein Anblick wahrlich... intensiv."

Dracos Körper zuckte zusammen, als sich die Hand dieses Mal in seinen Haaren verfing und daran zerrte, um abermals sein Haupt anzuheben. Der stechende Schmerz in der Kopfhaut wurde binnen weniger Sekunden zur Nebensache, denn mit großen Augen starrte er fassungslos einem steifen Schwanz entgegen.

Trotz des angespannten Kiefers konnte er das folgende, verzweifelte Schluchzen nicht unterdrücken. Flehend sah er zu dem Schwarzhaarigen empor. Allerdings war in dessen Blick keine Spur von Erbarmen zu erkennen. Harry übte Druck auf seinen Kopf aus, dirigierte ihn immer näher zu seiner Mitte, bis die Spitze schließlich seinen Mund berührte.

Intuitiv schloss Draco Augen und Lippen, doch Harry verübte nur noch mehr Druck aus, riss einmal fest an seiner Kopfhaut und erzwang folglich einen kleinen Schmerzensschrei. Die Gelegenheit des offenen Mundes wurde genutzt und der Schwanz bis zum Anschlag hinein geschoben. Dank seines Würgreflexes, verengte sich Malfoys Kehle, sodass er dem Gryffindor unweigerlich ein heißeres Stöhnen entlockte. Der Schwarzhaarige verblieb viel zu lange in dieser Position, ehe er sich ein Stück entzog. Und drang wieder gänzlich ein, nur um abermals einige Sekunden so zu verharren. Der Slytherin hatte das Gesicht zu einer Grimasse verzerrt. Jeder weitere, langsame Stoß trieb ihm die Nässe in die Augen. Er würgte und keuchte jedes Mal, wenn das Glied seinen Rachen stopfte, versuchte zwischendurch zu atmen und den angesammelten Speichel zu schlucken. Beides erwies sich als beinahe unmöglich und hatte nur zur Folge, dass ihm zunehmend die Luft weg blieb und ihm der Speichel am Kinn herab rann.

"Mach die Augen auf."

Der Slytherin zögerte viel zu lange, da sein Kopf plötzlich brutal in den Nacken gerissen wurde. "Argh!" Der ziehende Schmerz ließ ihn aufschrecken und unweigerlich öffnete er die Augen, nur um folglich diesem kaltblütigen Blick zu begegnen. Just in dem Moment übermannten Draco so unendlich viele Emotionen. Nichts davon konnte er mehr unterdrücken. Ein erbärmliches Wimmern und Schluchzen ergriff Besitz von ihm, zeitgleich zu den unaufhaltbaren Tränen, die sein Gesicht durchnässten.

Doch selbst das brachte ihm kein Erbarmen. Im Gegenteil. Harry dirigierte seinen Kopf wieder nach vorne, drängte seinen Schwanz abermals in den Mund. Seine Bewegungen wurden nun schneller, arrhythmisch und ungehalten. Als würde ihn Dracos Leid nur noch mehr anheizen. Der Blonde versuchte zwischen atmen, würgen und schluchzen den Blickkontakt aufrecht zu erhalten. Doch jeder weitere, brutale Stoß erschwerte ihm sein Vorhaben immens und machte es ihm beinahe unmöglich Luft zu bekommen. Er presste vorsichtig seine Hände gegen Potters Unterleib, versuchte so diesen von sich zu drücken. Zumindest für einen Moment. Doch der Gryffindor ließ sich nicht beirren. Immer wieder legte er den Kopf in den Nacken, stöhnte regelmäßig auf und stieß mit jeder weiteren Sekunde schneller und härter in die geschundene Kehle.

"Gnh-! Bi-Kchn!" Versuchte Malfoy etwas zu sagen, indessen er den Anderen nur noch mehr von sich drückte. Doch vergebens. Der Griff an seinen Haaren war eisern, sein Kopf wurde unbarmherzig vor und zurück gerissen. Und mit jedem Stoß wurde sein Gesicht gegen den Unterleib gepresst. Eine zweite Hand landete unterhalb seines Kinns, übte so nur noch mehr Brutalität aus. Das Stöhnen und Keuchen Harrys drang nun lauthals zu seinem Gehör. Draco gurgelte und wimmerte, versuchte immer noch durch die Nase Luft zu bekommen. Sein Kreislauf machte langsam schlapp. Kurz wurde ihm schwarz vor Augen. Doch dann hielt Potter plötzlich inne, hielt die Position, in welcher sein Schwanz gänzlich drinnen war und Dracos Gesicht gegen den Leib gepresst wurde. Der Slytherin verspürte deutlich das Pulsieren im Mund. Zeitgleich zu dem langgezogenen, heißeren Stöhnen verteilte sich eine warme, salzige Flüssigkeit im Rachen des Slytherins. Unwillkürlich musste der Blonde Würgen und Husten. Seine Hände ruhten immer noch am leicht zuckenden Leib des Dunkelhaarigen.

Draco stemmte sich gegen den Körper und jetzt erst gab Potter endlich nach und ließ von ihm ab. Der Junge rang nach Atem, hustete und spuckte die gemischte Flüssigkeit auf den Boden, betrachtete diese angewidert und ein jämmerlicher Laut entkam unweigerlich seiner rauen Kehle. Sein Schluchzen und sein beschleunigter Atem füllten den sonst so stillen Raum. Machten ihm eben Geschehenes nur noch deutlicher. Der Junge schniefte, wischte sich anschließend mit dem Ärmel das Gemisch von Blut, Speichel und Sperma aus dem Gesicht.

Die Hand, die ihm langsam durch die Haare fuhr, ließ ihn aufschrecken. Draco wagte es nicht sich zu rühren. Ließ erstarrt die sanfte Berührung über sich ergehen.

"Das hast du sehr gut gemacht, Draco Malfoy."

Die anerkennenden Worte entfachten eine neue Welle der Verzweiflung in ihm. Er verzerrte das Gesicht, schluchzte und ließ seinem Frust und den Tränen freien Lauf. Und erst als sich die Hand nach einer schieren Ewigkeit entzogen hatte, verebbten seine kläglichen Laute allmählich. Zurück blieb ein zeitweiliges Schniefen.

"Malfoy, was...? Was ist passiert?"

Draco spürte eine Hand auf der Schulter und erst dann wagte er es langsam empor zu sehen. Seine Stirn runzelte sich, denn Potters Augen hatten nun wieder ihre natürlich, grüne Farbe. Angestrengt und besorgt musterte der Gryffindor sein Gesicht, öffnete den Mund, um etwas zu sagen, nur um dann fest die Lippen zusammen zu pressen. Der Blonde stockte ebenso, unfähig etwas zu sagen, geschweige auf diese bizarre Situation zu reagieren. Ihm wurde schlecht. Und schwindelig. Und ehe er sich versah, nahm ihn die Dunkelheit mit sich.


TBC

Würde mich natürlich sehr über Feedback freuen! ^.^
BetaDraconis 3