Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.

Autorin: madame. alexandra

Originaltitel: Good

Schön

Leia erwachte alleine.

Schläfrig, den Kopf voller ungeordneter, unzusammenhängender Gedanken, versuchte sie sich daran zu erinnern, warum das seltsam schien; sie war immer alleine – sie schlief selbstverständlich immer alleine – und doch fühlte es sich merkwürdig an, und als sie die Augen öffnete und sich ihrer Einsamkeit so akut bewusst wurde, fragte sie sich immer noch, warum es keinen Sinn ergab – und dann auf einmal, mit verschwommenem, aber wachsamem Blick, erkannte sie, dass sie sich nicht in der Ersatzkoje befand, sondern zusammengerollt in Hans Bett.

Die Erinnerung an die Ereignisse der vergangenen Nacht übermannte sie vollkommen und für einen Moment überwältigt schloss sie leicht die Augen und drückte den Kopf in ihren Arm – oh ja, Han – ein Schauer rann ihren Rücken hinunter und als sie sich bewegte, glitten die Laken über ihre bloße Haut; sie streckte den Arm aus und fuhr mit der Handfläche über den leeren Platz neben sich – Wo bist du?

Sie holte tief Luft, dachte an seine Lippen auf ihren, seine Hände an ihren Rippen, ein Gewirr von Beinen – sie fühlte sich wohl, und dann schoss ein Anflug von Panik durch sie hindurch, und sie hob den Kopf und schaute sich um, suchte nach ihm – für einen Moment fühlte sich ihr Blut eisig an; warum sollte er sie am Morgen danach alleine aufwachen lassen? Aber dann gelang es ihr, die Panik leicht zu unterdrücken; sie waren hier gefangen, steckten auf dem Falken im Wilden Raum fest, es gab keinen Ort, an den er geflüchtet sein konnte –

Doch was hatte es zu bedeuten?

Sie setzte sich auf, zog die Laken bis zu ihrem Hals nach oben und vergrub die Finger darin – bevor sie anfangen konnte, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen – Statuiert er damit ein Exempel, hat ihm das nichts bedeutet?Letzte Nacht hat er sich nicht so verhalten, als würde es ihm nichts bedeuten – öffnete sich die Kabinentür mit einem leisen Rauschen und Han trat durch die Tür, halb angezogen und mit vorsichtigen Bewegungen – eindeutig in dem Bestreben, leise zu sein.

Er drehte sich um, bemerkte, dass sie hellwach war und ihn vorsichtig anschaute, und sein Gesichtsausdruck veränderte sich. Er schien – enttäuscht, obwohl sie sofort feststellte, dass seine Enttäuschung sich nicht gegen sie richtete – und er schritt vorwärts und brachte ein halbes Lächeln zustande. Dann hakte er seine Hände in die Metallrillen an der Oberseite der Koje und schaute zerknirscht auf sie herunter.

„Hey", sagte er leise. „Morgen."

Leia presste für einen Moment die Lippen zusammen und verstärkte ihren Griff in den Laken.

„Morgen", erwiderte sie.

Sie sah, wie sich seine Muskeln anspannten, als er die Koje fester umklammerte. Er schüttelte entschuldigend den Kopf.

„Es tut mir leid, Leia", bemerkte er. „Ich dachte, ich würde schnell sein – im Cockpit ist ein Alarm losgegangen und mit diesem Schiff", er fuhr mit der Hand über die Koje, „ist es besser, nicht abzuwarten und zu sehen, was passiert", er verstummte und schaute sie wieder an. „Ich wollte nicht, dass du alleine aufwachst."

Leia atmete leise aus und hoffte, dass ihm die leichte Beunruhigung, die sie verspürt hatte, entgangen war. Sie sagte nichts, behielt es für sich, und legte sich langsam wieder hin. Das Laken rutschte von ihr herunter und sie machte eine schnelle, instinktive Bewegung, um danach zu greifen und sich wieder zu bedecken – dann hielt sie jedoch inne und ließ ihre Hand zur Seite fallen – es spielte keine Rolle, er hatte alles gesehen.

Er bemerkte die Bewegung und schob seinen Kopf grinsend unter den Rand der Koje. Sie erwiderte das Lächeln, drückte das Gesicht ins Kissen und lachte leise. Dann fuhr sie mit der Hand über den leeren Platz in der Koje und klopfte vorsichtig mit den Fingern darauf.

Han räusperte sich.

„Du", begann er vorsichtig. „Willst du Frühstück?"

Leia sah ihn an, ohne zu antworten, und biss sich auf die Innenseite ihrer Lippe – sie war nicht hungrig, sie wollte, dass er wieder zurück zu ihr ins Bett kam. Es gab wirklich keine Fluchtmöglichkeit auf dem Falken, nicht wenn sie so eingesperrt waren, aber sie wollte spüren, dass er nicht irgendwie – davonrannte. Sie ließ ihre Hand über ihren Bauch wandern und steckte sie dann unwillkürlich unter die Decke und schob sie unsicher zwischen ihre Beine.

Han schaute ihr zu und lockerte seinen Griff um den Rand der Koje. Er setzte sich auf die Kante und wandte sich ihr zu.

„Han", begann sie leise und drückte ihre Hand beschützend an sich. „Was tun wir jetzt?"

Vielleicht war es eine beängstigende Frage – in mancher Hinsicht sogar zu erdrückend, aber sie fühlte sich verletzlich – durchscheinend und zerbrechlich.

Er sah sie eine Weile schweigend an, wandte seinen Blick dann ab und starrte wortlos auf die Kissen – sie wollte unbedingt wissen, was er dachte, was ihm durch den Kopf ging, während er entschied, was er antworten sollte.

Er schien eine Entscheidung getroffen zu haben, kletterte vollständig zu ihr ins Bett und streckte sich neben ihr aus. Dann zog er an ihrem Ellenbogen, bis ihre Hand unter der Decke hervorkam, und legte seine Handfläche an ihre.

„Leia", murmelte er, seine Lippen nah an ihren. „Ich liebe dich."

Sie blinzelte ihn erschrocken an – er betrachtete ihren Gesichtsausdruck, nickte nur und beugte sich vor, um sie zu küssen. Mit der Hand strich er über ihren Arm, legte sie um ihre Schulter und nickte erneut. Er küsste – ihren Mundwinkel, ihre Unterlippe, einen Punkt neben ihrer Nase – und sie strich mit ihren Knöcheln ernsthaft über sein Kinn und löste sich ein wenig von ihm, um ihm in die Augen zu schauen.

„Nicht", begann sie und ihr Atem stockte – als wäre sie um ihr Leben gerannt, obwohl sie sich überhaupt nicht angestrengt hatte. „Sag das nicht nur, weil wir – "

„Das tue ich nicht", murmelte er. Er schob seine Hand nach oben, um ihren Hinterkopf in seiner Handfläche zu halten. Er küsste sie erneut und schaute ihr in die Augen – „Das tue ich nicht", wiederholte er.

Leia leckte sich über die Lippen, ihre Hände zitterten. Sie umklammerte seine Handgelenke, ihre Arme waren in der Nähe ihrer Gesichter verschränkt – ihr Ellenbogen lag an seinem.

„Was du da sagst – das ist – eine ganze Menge, Han – "

„Glaubst du mir?", fragte er heiser.

Leias Herz flatterte gegen ihre Rippen, ein schimmerndes Ding, das die Aufrichtigkeit seiner Berührung und seines Tonfalls maß – und in einer für sie seltenen Art und Weise verzichtete sie auf Logik und stützte ihre Antwort auf den Ausdruck in seinen Augen und das Gefühl, das er ihr gab.

„Ja", flüsterte sie nickend.

„Gut", entgegnete er schlicht. Zart strich er mit seinen Fingern durch ihre Haare, legte seinen Kopf neben ihrem auf das Kissen und lächelte sanft. „Ich weiß nämlich nicht, was wir als nächstes tun werden", gab er zu.

Leia lachte leise auf – sie nahm an, dass sie es genauso wenig wusste. Liebe war allerdings ein bindendes Gefühl, es bedeutete so viel, und es beantwortete die Frage in gewisser Weise – denn zumindest war das hier nicht bedeutungslos. Sie legte ihre Hand an seine Wange und begann zu sprechen –

„Nun ja, ich – Han, ich – "

Er schüttelte den Kopf und bedeutete ihr, zu schweigen.

„Nein", sagte er gedehnt. „Nicht nur, weil ich es gesagt habe."

Sie warf ihm einen Blick zu.

„Das scheint mir nicht fair zu sein", murmelte sie.

Han zuckte die Achseln. Er schloss die Augen und rückte näher an sie heran.

„Es ist fair", versicherte er ihr und nickte nachdrücklich.

Leia presste die Lippen zusammen. Sie fühlte sich – erleichtert, aber nicht, weil sie nichts für ihn empfand, es war einfach – Han war, wie sie herausgefunden hatte, eine sehr körperliche Person; er konnte leichtfertig mit Worten umgehen, aber seine Berührung war – bewusst, bedeutsam – er hatte sie nicht angerührt, bis er sich sicher war.

Sie verstand einen Teil davon – sie verteidigte ihre Privatsphäre heftig, um sich sicher zu fühlen – aber sie hatte ihr ganzes Leben lang mit Worten gearbeitet, sie verstand die Macht hinter ihnen, und egal, wie sie sich fühlte, es im Moment auszusprechen, war fast unmöglich.

Und er – verstand das.

Irgendwie.

Sie rollte sich auf den Rücken und starrte auf die Oberseite der Koje. Sie schloss die Augen.

Han räusperte sich.

„Kann ich dich etwas fragen?", erkundigte er sich vorsichtig.

Leia wandte ihm den Kopf zu und nickte schweigend.

Han zögerte und sie sah ihn mit weit geöffneten Augen abwartend an. Er legte seine Hand auf ihren Bauch, ließ sie tiefer gleiten, näher an ihre Hüfte, und hob den Kopf.

„War es", fing er an und räusperte sich dann noch einmal. „War es irgendwie schön?"

Sie sah ihn neugierig an und bemerkte, dass er fast – nervös schien. Sie öffnete ihre Lippen und neigte etwas amüsiert den Kopf zur Seite.

„War es…?", begann sie vorsichtig zu wiederholen.

Irgendwie schön?", beendete er den Satz für sie. „Für dich?", fragte er weiter. „War ich okay?"

Seine Stirn runzelte sich besorgt und sie war von seiner Unsicherheit überrascht. Sie schürzte die Lippen und stellte fest, dass sie das klarstellen musste, um sicherzugehen, dass er wirklich fragte –

„Im Bett?"

Han nickte.

Leia senkte einen Augenblick lang den Kopf und ihr Gesicht wurde rosa. Sie konnte nicht anders, sie lachte, schlug eine Hand vor den Mund und versuchte, es zu unterdrücken. Han tippte ihr auf die Schulter und versuchte sie dazu zu bringen, den Kopf zu heben.

„Warum lachst du?", fragte er vorsichtig. „Das ist nicht unbedingt meine bevorzugte Reaktion", bemerkte er trocken.

„Ich", begann sie zu stammeln. „Es ist nicht – du bist nicht derjenige, von dem ich gedacht hätte, dass er sich über seine Leistung Sorgen machen würde" erklärte sie und stolperte über die Worte. Sie begann, leise, aber gutmütig zu lachen; sie wollte sich ganz sicher nicht über ihn lustig machen. „Ich bin diejenige, die – "

„Deshalb ist es wichtig", brummte Han rau. „Weil du – weil ich dafür sorgen sollte – ", er brach ab und verzog das Gesicht. „War es irgendwie schön?", wiederholte er schließlich, weil es schlichter war und sich leichter herausbringen ließ.

Leia lächelte sanft und nickte. Sie strich mit den Fingerspitzen über seinen Kiefer.

„Ja", flüsterte sie ehrlich. Sie beugte sich vor, um ihn zu küssen, und schlang ihre Arme um seine Schultern. „Ja, es war schön."

Hans Muskeln entspannten sich unter ihrer Berührung und er grinste erleichtert.

„Denkst du, du würdest es wieder tun?", neckte er sie heiser.

Leia kicherte und fing seinen Blick auf – ohne Worte nickte sie und er zog sie näher zu sich heran, fest und sicher, und sie hatte das Gefühl, dass es nicht wirklich wichtig gewesen wäre, ob er überhaupt gut darin war, solange er es war, mit dem sie es tat.