AN: Vielen Dank an meine Schwester und an meine Beta sessely, die mir helfen, die Geschichte so schön wie möglich zu machen! Viel Spaß :)
Disclaimer: Harry Potter und seine Charaktere gehören JKR. Diese Geschichte gehört Jewels5. Dies ist eine genehmigte Übersetzung.
Kapitel 3 - „Ein Jahr beginnen"
Oder
„Drei Kleine Vögel"
Es gab natürlich einen offiziellen Bericht. Für so eine Sache gab es das immer und es schien immer gleich abzulaufen. Zeit, Ort, Art des Zwischenfalls, Beteiligung von außen und dann - wenn es möglich war, die Situation zu beurteilen - eine Art Schlussfolgerung. Die Schlussfolgerung in diesem besonderen Bericht war kurz und unvollständig, da zu dem Zeitpunkt, an dem der Bericht ausgefüllt wurde unklar war, was genau an diesem Morgen geschah. In diesen Tagen wurden mit alarmierender Regelmäßigkeit viele dieser Berichte ausgefüllt und dieser Vorfall war nur in einem Aspekt besonders: dem Ort.
Diese Art von Vorfall passierte normalerweise nicht in Hogwarts.
Aber zuerst ein paar Worte über Carlotta Meloni:
Wenn du verstehst, wie sich ein Audrey-Hepburn-Film auf eine Person auswirken kann, kannst du vielleicht Carlotta Meloni ein wenig besser verstehen. Sie war schön. Sie hatte diese Art von Schönheit, auf die du einmal an der Bushaltestelle oder im Park einen Blick wirfst und die du dann für den Rest deines Lebens nicht mehr vergessen wirst. Carlotta Meloni war absolut hinreißend.
Sie wusste es auch.
Wie hätte sie es auch nicht gekonnt? Carlotta hatte langes, scheinendes, kastanienfarbiges Haar und Augen in genau derselben Farbe. Ihr Teint war olivfarben und fehlerlos glatt, eine Tatsache, die sie auf grünen Tee und Meditation zurückführte, aber die in Wirklichkeit wahrscheinlich eher etwas mit Glück in der Genetik-Lotterie zu tun hatte.
Als Gryffindor- Sechstklässlerin mit mittlerem Talent und durchschnittlichen Noten, versprühte Carlotta nichtsdestoweniger eine Aura von Perfektion. Sie hatte zarte Hände, volle schwarze Wimpern, eine schmale, elegante Nase und war - wenn auch klein - gertenschlank. Carlottas Stimme war sanft und melodiös. Sie konnte die langweiligste Information sich unglaublich spannend anhören lassen... besonders, wenn ihr Publikum zufälligerweise männlich war.
Carlotta Meloni lebte ein relativ unkompliziertes Leben. Sie meditierte eine halbe Stunde jeden Morgen und war eine strenge Vegetarierin. Sie glaubte an etwas, das „freie Liebe" genannt wurde, was vermutlich der Hauptgrund dafür war, weshalb der Großteil ihrer Freunde dem anderen Geschlecht angehörten. Man musste ihr es wahrscheinlich hoch anrechnen, dass sie trotz allem eine enge Freundin von Shelley Mumps blieb - ein Mädchen, das mit den Jahren immer hässlicher zu werden schien, während Carlotta hübscher wurde.
Carlotta schien immer zufrieden mit ihrem Leben. Sie war glücklich, leicht umgänglich und nie verschlossen (mit Ausnahme der morgendlichen halben Stunde). Sie war zuversichtlich und ruhig und lief mit ihrem Kopf hoch erhoben (sie hatte eine tolle Haltung, wirklich). Carlotta hatte keinen Grund, irgendwas zu bereuen, soweit es irgendjemand beurteilen konnte.
Nun, das war, was ihre Klassenkameraden im offiziellen Bericht aussagten.
Carlotta Meloni war glücklich.
Sie war glücklich genau bis zu dem Moment am zweiten September - gegen zehn nach sechs -, als sie in das Feuer des Gryffindor-Gemeinschaftsraumes starrte und versuchte, sich die Pulsadern aufzuschneiden.
Schicksal kommt manchmal auf seltsamen Wegen, denn James Potter rauchte zu viel, aber wenn er niemals damit angefangen hätte (wie es ihm Remus Lupin das vergangene Jahr geraten hatte) oder wenn er mit der Angewohnheit aufgehört hätte (wie es ihm seine Mutter über die Sommerferien geraten hatte), wäre es Carlotta Meloni gelungen, sich ihr eigenes Leben zu nehmen. Wie auch immer, da James nie auf jemanden hörte, war er am Morgen des zweiten Septembers immer noch ziemlich süchtig und wenn es anders gewesen wäre, wäre er nicht um zehn vor sechs nach draußen gegangen um kurz eine zu rauchen. Und so wäre er nicht um sechs Uhr zehn und fünfzehn Sekunden zum Gryffindor Gemeinschaftsraum zurückgekehrt, gerade rechtzeitig um seinen Zauberstab zu ziehen und Carlotta Meloni von etwas abzuhalten, dass sie nicht mehr lebendig bereuen könnte.
Carlotta schrie. Die Klinge in ihren Händen wurde durch den Zauberspruch, den James automatisch gesprochen hatte, zur anderen Seite des Raumes geschleudert. Sie schrie wieder, ein Schrei wie aus einer anderen Welt, der nicht schien, als ob er von ihrer Kehle kommen könnte.
Das weckte die meisten der schlafenden Gryffindors in den oberen Schlafsälen.
Lily Evans Augen flogen auf. Sie kletterte aus dem Bett und schaute umher.
„Hat noch jemand etwas gehört...?"
„Was war das?" unterbrach Donna Shacklebolt und warf ihre Bettvorhänge zur Seite. „Habt ihr das auch gehört?"
„Ich hab's gehört!" sagte Marlene Price, die ebenfalls auf der Bildfläche erschien.
Mary Macdonald tauchte auf. „Ich auch!"
„Ich denke, das kam aus den Schlafsälen der Jungen," sagte Shelley Mumps, die sich den Schlaf aus den Augen rieb.
„Ich glaube, das kam vom Gemeinschaftsraum," widersprach Lily. Sie schnappte sich ihren Morgenmantel und war einen Moment später mit Donna, Mary und Marlene im Schlepptau aus der Tür.
Eine schwache Flamme im Kamin spendete das meiste Licht im Gemeinschaftsraum, als Lily auf dem unteren Treppenabsatz erschien, genau über dem Raum selbst. Einige andere waren erschienen und mehr liefen hastig mit jeder verstreichenden Sekunde hinunter, jeder an dem nächsten vorbei. Die Szenerie, schlecht beleuchtet wie sie war, sah ungefähr so aus:
James Potters Zauberstab war hoch erhoben, als er sich bemühte, die magische Bindung zu wahren, die Carlotta an der Wand zu halten schien. Sie schrie ein weiteres Mal und verstummte dann. Ihr Kopf schien an ihrem Hals herunterzuhängen, als ob sie nicht in der Lage wäre, ihn aufrechtzuerhalten, während sie gleichzeitig eine gespenstische Art von Stöhnen von sich gab.
„Lass sie los, Potter!" rief jemand aus der sich formenden Menge.
„Ich tue ihr nicht weh!" protestierte James wütend. Sie kämpfte gegen die unsichtbaren Fesseln und er kämpfte darum, sie zu halten. „Ich bin gerade hier reingekommen und sie - sie hat versucht, sich umzubringen. Ich hab das Messer wegbekommen und sie hat mich attackiert - ich weiß nicht, was mit ihr nicht stimmt!"
„James, lass sie runter!" befahl eine skeptische Siebtklässlerin, aber James ignorierte sie.
„Ich tue ihr nicht weh... es ist ein einfacher Bindezauber! Irgendwas stimmt nicht mit ihr..."
Sirius Black erschien. Er stürzte die Treppe herunter zu James' Seite. „Kumpel, vielleicht solltest du sie loslassen," murmelte er. „Wir bringen sie zur Krankenstation oder..."
„Ich hole Professor McGonagall." sagte Donna, die ebenfalls die Treppe herunter eilte und durch das Porträtloch verschwand.
Zögerlich senkte James seinen Zauberstab. Carlotta stand ganz still für einen Moment und dann begann ihr Körper zu zittern.
„Sie hat einen Anfall" flüsterte Marlene. Lily schob sich durch die Menge und stieg die Treppe hinab.
„Jemand muss Frank Longbottom finden," befahl die Rothaarige. „Er ist Schulsprecher, er sollte..."
„Ich bin hier." sagte der erscheinende Schulsprecher, Frank. Er folgte ihrem Pfad nach unten auf die sich mittlerweile krümmende Sechstklässlerin zu. Sein Gesicht war leichenblass und seine Hände zitterten.
„Carlotta?" fragte Lily unsicher. Carlotta gab keine Antwort, ihre Augen waren geschlossen. Lily schaute James an, der einfach angsterfüllt mit den Schultern zuckte.
„Carlotta, bist du okay?" fragte Frank Longbottom und machte einen Schritt nach vorne.
„Frank, warte," sagte Lily, „Halt... halt dich bloß zurück."
Carlotta brach eine Sekunde später zusammen. Er rauschte zu ihrer Seite. „Sie atmet." Ein Dutzend anderer eilte herbei, umschwärmten die bewusstlose junge Hexe. Lily ging zu James herüber.
„Was ist passiert?" fragte sie mit zitternder Stimme. Er hatte keine Antwort, anscheinend fehlten ihm die Worte. Sirius schlug seinem Freund auf die Schulter.
„Was für eine Art, ein Jahr zu beginnen," bemerkte er trocken. Sie hatten keine Ahnung, wie weit entfernt diese Angelegenheit davon war, erledigt zu sein.
(Der Bericht)
Nun, der offizielle Bericht des Ministeriums gab Auskunft über das Wann, Wo und Wie, wagte sich sogar ein wenig, bei dem Wieso herumzuraten. Es gelang ihm aber nicht, das wahre Gefühl dieses Morgens einzufangen: die Angst, die träge in der Luft hing, als Befragung nach Befragung und Aussage nach Aussage aufgezeichnet wurde.
James Potter wurde natürlich befragt, wie auch ein paar seiner Hauskameraden. Er war die Quelle des „Wann, Wo, Wie" und das war, wie die meisten der ganzen anderen in der Schule herausfanden, was sich am 2. September im Gryffindor-Gemeinschaftsraum in Hogwarts zutrug. Es war auch, wie Lily die Details davon herausfand, was vor ihrer Ankunft passiert war.
Sie hatte gerade durch zufälliges Überhören von James Zeugenaussage gegenüber der Ministeriumsermittlerin von diesen Details erfahren, als Professor McGonagall alle Schüler dazu drängte, sich für den Tag fertig zu machen und hinunter zum Frühstück zu gehen - alle Schüler, das bedeutete alle außer die, die noch nicht ganz mit ihrer Befragung fertig waren. Carlotta war zur Krankenstation gebracht worden, damit Heiler Holloway eine komplette Untersuchung machen konnte. Mehr wusste niemand.
„Könnt ihr das glauben?" flüsterte Mary McDonald ihren Freunden zu, als sie am Gryffindortisch saßen, fast schon lautlos am Frühstücken in der von Lärm erfüllten Großen Halle. „Ich habe doch wirklich Denis Davies gehört, wie sie sich über Carlotta lustig gemacht hat... es ist schrecklich. Das lässt dich wünschen, dass sich Neuigkeiten in dieser Schule nicht so schnell verbreiten würden."
„Ich denke, Carlotta hat mal mit Denise Davies Freund geschlafen." überlegte Marlene unglücklich. „Ich kann nicht glauben, dass Car so etwas machen würde."
„Den Selbstmord oder mit Denise Freund zu schlafen?"
„Den Selbstmord. Sie schien immer glücklich."
Lily war still am Nachdenken. Donna lehnte sich zu ihr und fragte in einem leisen Ton, sodass die anderen es nicht hören konnten: „Du denkst nicht, dass Carlotta sich wirklich umbringen wollte, oder?"
„Sie schien verhext," stimmte Lily leise zu. Das war alles, was sie sagte, ihr drehte sich der Magen um und sie wollte nicht mehr darüber nachdenken - nicht, dass der Rest der Schülerschaft ihr diesen Wunsch erfüllte. Carlottas missglückter Suizidversuch war das Thema in der Halle an diesem Morgen.
Luke erschien Sekunden später: „Stimmt es, was sie sagen?" fragte ihr Freund und küsste sie auf die Stirn. Lily nickte. „Seltsam." Als ob er ein wenig unerwarteten Regen kommentieren würde. „Wie fühlst du dich, Lily? Ich habe gehört, du hattest gestern Abend selbst ein kleines Gefecht..."
„Mir geht's gut." antwortete Lily. „Ich wurde nicht verletzt. Es war nur... blöd."
Luke runzelte die Stirn, aber ein kurzer Blick zu seinem Tisch zeigte ihm, dass der winzige Professor Flitwick den Ravenclaws ihre Stundenpläne austeilte. „Ich gehe besser", sagte er und küsste Lily wieder auf die Stirn. „Sehe ich dich in der Pause?"
„Richtig."
Er ging.
„Wer ist das am Lehrertisch?" fragte Mary MacDonald derzeit. „Der gutaussehende, ältere Kerl neben Slughorn?"
Lily schaute sich um. „Der neue Verteidigungslehrer, schätze ich, wenn man bedenkt, dass Callaghan gekündigt hat," murmelte sie. „Dumbledore muss vergessen haben, ihn zu erwähnen, mit all dem Chaos gestern Abend. Ich frage mich, wer er ist..."
„Alphard Black," informierte sie Donna wissend. „Ich habe ihn schon mal gesehen. Er ist Sirius Blacks Onkel. Nicht viel Ähnlichkeit, oder?"
„Ich weiß nicht," überlegte Lily. „Ich sehe da schon eine Ähnlichkeit." Der ältere Black hatte dieselben stürmischen grauen Augen, die Sirius besaß, er hatte auch eine ähnliche Nase und während sich der Professor mit Professor Slughorn unterhielt, erkannte Lily, dass die beiden Blacks einige Gesten teilten. Mit längerem, ergrauenden Haar und geraden Gesichtszügen sah Black aus, als ob er zu seiner Glanzzeit - vor fünfundzwanzig Jahren - ziemlich attraktiv gewesen war - und selbst jetzt verblieben Spuren seines früheren guten Aussehens.
„Ich frage mich, warum Dumbledore ihn eingestellt hat," sagte Marlene. „Wird nicht von den meisten Blacks gesagt, sie wären ein wenig... radikal?"
„Ich weiß nicht viel über ihn," gab Donna zu. „Aber ich kann mich daran erinnern zu hören, dass Sirius ein oder zwei ganz verlässliche Verwandte hatte... vielleicht ist der Kerl einer von denen. Natürlich ist „verlässlich" ein relativer Begriff... Sirius hat selbst ein bisschen was von einem Ekel, aber er ist ganz okay, im Vergleich dazu, wie Bellatrix Black war... oder dieses Balg von kleinem Bruder von ihm."
„Hast du je mit Regulus Black geredet?" fragte Mary skeptisch. „Natürlich können wir nicht wirklich Sirius wegen seinem Onkel fragen... die vier sind noch nicht mal zum Frühstück erschienen."
„Die vier" bezog sich auf die Rumtreiber, zusammengenommen eine einzige Einheit, die einzeln aus James Potter, Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew bestand. Der genaue Ursprung des Namens war unbekannt, obwohl der Glaube weit verbreitet war, dass der Spitzname von Professor McGonagall stammte, die die vier vor ein paar Jahren als eine Gruppe von „Rumtreibern" bezeichnete.
„Ich schätze, James wird noch immer von der Ministeriums-Hexe befragt," spekulierte Marlene. „Ich wäre überrascht, wenn er überhaupt zur ersten Stunde auftaucht."
Die Mutmaßungen wurden jedoch zur Seite geschoben, als Professor McGonagall zwischen den Reihen des Gryffindortisches erschien. Sie hatte die Stundenpläne.
(Nachnamen)
„Bist du dir absolut sicher, dass sie gar nicht mit dir gesprochen hat, James?" fragte die Ministeriums-Hexe zum sechzehnten Mal. Als ein professioneller Typ, mit kurzem, strohfarbenem Haar und sehr wenig Make-up, schien diese Frau jedes Mal bereits eine Antwort im Kopf zu haben, wenn sie eine Frage stellte und wenn James oder irgendjemand mit dem Gegenteil antwortete, wurde sie gereizt. Sie hatte die letzten paar Minuten versucht, James davon zu überzeugen, dass Carlotta Meloni eine Art von Unterhaltung mit ihm während des Verlaufs des morgendlichen Dramas hatte.
„Die ganze Sache passierte in etwa fünfzehn Sekunden," wiederholte James. „Sie hatte keine Zeit irgendwas zu sagen. Und ich habe Ihnen schon gesagt, sie schien nicht wie sie selbst... ihre Augen waren nicht fokussiert und sie war... manisch."
„Nun, sie würde kaum wie sie selber wirken," sagte die Ministeriums-Hexe, die den Quidditch-Kapitän angewiesen hatte, sie „nur Drake" zu nennen. „Ich vermute, sie war geschockt, dass sie in der Mitte ihrer... äh... bedauerlichen Tat erwischt wurde und, verblüfft, verhielt sie sich der Situation angemessen. Natürlich können dumme junge Mädchen ziemlich emotional werden, was erklären würde, warum sie anscheinend - wie du es genannt hast - dich nicht als Klassenkameraden erkannt hat. Alles in allem, glaube ich, dass es ein ziemlich klarer Fall ist."
Der versuchte Suizid eines „dummen jungen Mädchens" war anscheinend unwichtig im Vergleich zu den anderen Sorgen im Ministerium, wenn diese Drake-Hexe das Beste darstellte, was sie bieten konnten. Das war jedenfalls James Meinung.
Drake nahm in Professor McGonagalls Stuhl Platz - die Verwandlungslehrerin war selbst zu ihrem Unterricht gegangen, damit der Rest der Schule vielleicht nicht durch den Vorfall in Unruhe geraten würde. Professor Dumbledore hatte seine eigene Reihe von sehr viel direkteren und intelligenteren Fragen vor einer Viertelstunde beendet, sodass James und Drake alleine in McGonagalls Büro waren.
„Heiler Holloway ist nicht einmal mit seiner Untersuchung fertig," wendete James ungläubig ein. „Wir wissen nicht, ob sie unter einem Fluch stand oder unter dem Imperius..."
„Unsinn," unterbrach Drake, die uninteressiert durch einen Stapel von Papierkram blätterte. „Hogwartsschüler wüssten nicht, wie man den Imperiusfluch ausführt." Sie hielt plötzlich still. „Außer du sagst mir, dass sie diese Art von Magie hier unterrichten. Ist das das, was du sagen willst, James?" Unzweifelhaft sah sie bereits die Schlagzeilen vor sich. Schlagzeilen wie: „Ministeriumsermittlerin Drake entdeckt dunkle Magie in Hogwarts, Dumbledore beschämt" und ähnliche.
„Natürlich nicht," sagte James ungeduldig. „Aber die Magie, die unsere Lehrer uns zeigen, ist nicht die einzige, die wir kennen, Ms. Drake...", die Anrede benutzte er absichtlich und wartete auf ihre Reaktion. „Wenn es nicht so wäre, würden keine Mistkerle wie..." er sammelte seinen Mut, „wie die Todesser rumlaufen, oder?"
„Nenn mich nur ,Drake'" korrigierte die Hexe kalt. „Worüber du redest, ist alles Politik, James. Bloß unbedeutende Politik. Hast du eine Ahnung, wie komplex eine Untersuchung wie das wäre? Das ist genau der Grund, weshalb ich nicht an diesen unbedeutenden politischen Bewegungen interessiert bin. Sie haben wenig Tragweite auf meine Aufgaben hier."
James war anderer Ansicht. „Haben wenig Tragweite? Die Todesser sind nicht bloß eine politische Modeerscheinung. Sie sind Teil eines tief gesäten Fehlers in..." Er hörte auf, als er realisierte, dass er anfing, sich wie sein Vater am Frühstückstisch anzuhören. „Hören Sie zu," begann James ein weiteres Mal, „Sie wissen nicht, was Carlotta dazu gebracht hat, dies zu tun. Warum ist sie nicht am Abend zuvor zu ihren Schlafsaal zurückgekehrt? Es könnte schwarze Magie gewesen sein, oder..."
„Deutest du an," seufzte Drake, „dass die sogenannten Todesser in das Schloss eingebrochen sind, ein sechzehnjähriges Mädchen mit einem Fluch belegt und sie beeinflusst haben, in den Gemeinschaftsraum ihres Hauses zu gehen und sich die Pulsadern aufzuschneiden?"
Nun, es hörte sich in der Tat ein wenig unglaubwürdig an.
„Aber sie wissen doch immer noch nicht, warum..."
„Diese bekannten Teenage-Hexen suchen immer neue Wege um Aufmerksamkeit zu bekommen," unterbrach Drake. „Höchstwahrscheinlich war es bloß ein Ruf nach einem Publikum."
James blickte sie finster an. „So ist aber Carlotta Meloni nicht. Sie würde so was nicht machen, um Aufmerksamkeit zu bekommen... sie braucht es nicht. Ich meine, haben Sie sie gesehen?"
„Also wirklich, James," Drake fand schließlich das Stück Pergament, nach dem sie gesucht hatte und legte es auf den Stapel oben drauf. „Jetzt, wie war dein Nachname wieder?" fragte sie und tunkte ihre Feder in das Tintenfass auf McGonagalls Tisch.
„James Potter" sagte James ihr dumpf. Drake hielt inne und der Quidditch-Kapitän wusste sofort warum. Viel zu oft war dies nach der Äußerung seines Nachnamen passiert.
„Irgendeine Verwandtschaft zu...?"
„Ja" antwortete James kalt.
„Im Ernst?" Und mit falsche Leichtfertigkeit fragte Drake: „Und wie seid ihr verwandt? Ein Onkel oder...?"
„Mein guter alter Vater," sagte der andere. „Hören Sie zu, sind Sie fertig mit mir oder was?"
„Nun, Mr. Potter," ihre Stimme erreichte eine höhere Tonlage. „Sie wissen, dass ich sehr interessiert daran wäre, Ihre Theorien über Carlotta Meloni zu hören..."
„Weil ich Augenzeuge bin oder weil mein Vater der Leiter Ihrer Abteilung ist, Ms. Drake?" schaltete sich James ein. Sie starrte ihn an und er kam auf die Füße. „ Das habe ich mir gedacht. Ich habe gleich Unterricht - wenn Sie irgendwelche echte Fragen haben, finden Sie mich dort."
Er begann zur Tür zu laufen. „Einen Moment noch, Mr. Potter" schaffte es Drake zu stottern, die versuchte, gleichzeitig ernst und höflich zu wirken. „Ich bin noch nicht ganz fertig. Da sind noch ein paar offizielle Dinge, die ich klären muss, bevor..."
Als er das Büro verließ, kam es James in den Sinn, wie selten er das tat, was ihm gesagt wurde.
(Schlampe)
„Ich habe die Stundenpläne," kündigte Remus an, als er den Schlafsaal der Sechstklässler betrat und die bereits erwähnten Stundenpläne auf den Beistelltisch legte.
„Was für eine Schlampe," seufzte Sirius, der eine von James Zigaretten anzündete und einen, wie er es nannte, lebensrettenden Zug nahm.
„Was?" verlangte Remus ziemlich abwehrend, „Ich bin gerade den ganzen Weg runter zur Großen Halle gegangen um eure Stundenpläne abzuholen! Habt ihr eine Ahnung, wie schwer es war, Professor McGonagall zu erklären, dass ihr beide Pflege magischer Geschöpfe nehmen wollt, außer wenn Peter nicht den Schnitt für die UTZ-Klassen hätte, in welchem Fall sie euch auf Muggelkunde umlegen sollte und wenn dort nicht genug Platz für uns vier wäre, würdet ihr nur die fünf Standardkurse nehmen?"
„Ich hab nicht dich eine Schlampe genannt, Moony," sagte Sirius ihm. „James hat nur gerade die Erzählung von der Befragung mit dieser schrecklichen Ministeriums-Dirne beendet." Zu James fügte Sirius hinzu: „Sorry, dass du das durchstehen musstest, Kumpel, aber die gute Seite ist, dass du sicher nicht zur ersten Stunde kommen musst. Die haben dich bis nach dem Frühstück festgehalten."
„Warum rauchst du meine Kippen?" fragte James, der nach der fast leeren Packung auf der Fensterbank griff.
„Eine bessere Frage ist, warum rauchst du seine Kippen in einem winzigen, geschlossenen Raum?" fragte Remus verärgert, als er begann, seine Schultasche zu packen.
„Ich hab ein Fenster geöffnet," Sirius zeigte demonstrativ in Richtung des Fensters neben ihm, das einen Spalt geöffnet war, als ob das alles rechtfertigen würde. „Also, was sagst du, Prongs? Lust auf einen Ausflug zur Küche statt erster Stunde?"
James blickte finster. „Du rauchst immer noch meine Kippen."
„Und du hast nur eins im Kopf," entgegnete Sirius. „Was ist eigentlich mit dir? Während die Welt in tausend kleine, wie Scheiße geformte Stücke auseinander bricht, regst du dich immer noch darüber auf, dass sich dein verarmter, enterbter bester Freund eine Zigarette ausgeliehen hat?"
„Du hättest fragen können."
Remus verdrehte seine grauen Augen. „Hast du Sirius eigentlich mal getroffen, James?"
„Da hast du auch wieder Recht."
„Gut," fuhr Mr. Moony fort und schlang sich seine Büchertasche über eine Schulter: „Ich bin jetzt weg um noch einen Bissen vor der ersten Stunde zu bekommen... außer es gibt noch etwas, das ich für euch holen soll, Eure königliche Hoheit."
„Das wäre alles, Lupin," Sirius wedelte mit seiner Hand, als ob er mit einem Diener sprechen würde. „Richte Wormtail meine Grüße aus."
„Genau," sagte Remus, „Bringt euch nicht gegenseitig um, wenn ich weg bin."
„Er spricht mit dir, Prongs."
„Er spricht mit uns beiden, Padfoot."
Remus ging und James setzte sich an den Schreibtisch.
„Bist du gar nicht hungrig?" fragte Sirius. „Ich war zweimal unten zum Frühstück, während du bei der Befragung mit dieser Drake-Hexe warst."
„Nein, ich bin nicht hungrig," antwortete James kurzangebunden.
„Hmm, ich kann sehen, dass du schon eine große Portion launischer Idiot hattest." Sirius nahm einen tiefen Zug von der umstrittenen Zigarette. „Kumpel, du solltest etwas essen. Das war ein seltsamer Morgen... seltsam, schrecklich und am besten schnell vergessen."
James brachte es fertig, leicht amüsiert von diesem Ratschlag zu sein: „Und eine nette Schüssel Porridge ist das, was ich brauche, um die Tatsache, dass Carlotta heute Morgen beinahe vor meinen eigenen Augen aufgehört hat zu atmen, aus meinem Gedächtnis zu streichen?"
Sirius schüttelte seinen Kopf. „Nein. Du brauchst auf jeden Fall ein wenig Toast." Er zog einen Stuhl neben seinen besten Freund.
„Humor ist jetzt gerade ein wenig gefühlslos, Sirius," bemerkte James.
„Du hast Recht. Du hast so Recht. Ich sollte den Severus-Snape-Lebensansatz nehmen - rumsitzen, über meinen inneren Schmerz jammern und die Welt dafür hassen." Sirius rollte seine Augen. „Komm schon, Prongs, diese ganze Carlotta-Sache ist - schrecklich, sicher, aber irgendwas war schon seit Tagen mit dir komisch. Gestern - den Kampf beginnen und dann nicht für ihn geradestehen... oh, werd nicht wütend, ich gebe dir nicht die Schuld dafür. Ich sage bloß, dass es nicht zu dir passt, nicht für jede illegale Sache, die du tust, dir die Lorbeeren abzuholen. Außerdem bist du geizig mit deinen Zigaretten... rauchst sie alle alleine, schätze ich. Denk nicht, dass ich nicht bemerkt habe, dass du in den letzten vier Tagen zwei ganze Packungen hattest."
„Stalker."
„Jetzt im Ernst, Prongs."
James seufzte. „Du könnest Recht haben."
„Habe ich."
In Erwiderung seine Augen rollend, schnappte sich James die Zigarette von da, wo sie Sirius hielt, zwischen Zeige- und Mittelfinger. Er nahm einen Zug und hob einen der Stundenpläne auf, die Padfoot bei seinem ersten Frühstück mitgenommen hatte.
„Du wirst mir irgendwann erzählen müssen, warum du dich so mädchenhaft verhältst." sagte der andere Rumtreiber weise. „Du könntest es genauso gut jetzt gleich rauskriegen."
James bewegte seinen Blick nicht vom Stundenplan. „Ich habe dieses Jahr ein Begleitschreiben von Professor McGonagall in meinem Hogwartsbrief bekommen," sagte er mit leicht besorgter Stimme.
„Okay. Was stand darin?"
Der Quidditch-Kapitän nahm sich etwas Zeit um dies zu beantworten und als er es tat, wurde die Anstrengung, seine Augen auf dem Stundenplan zu halten, sehr, sehr viel deutlicher. „Ich - äh - ich habe vierundsiebzig Mal Nachsitzen gehabt."
„Nett. Aber was hat das zu...?" Sirius brach ab, als es ihm dämmerte. „Scheiße, Prongs."
„Jaa…"
Ein weiterer, längerer Zug.
„Verdammt." fuhr Sirius damit fort, die Neuigkeiten zu analysieren. „Wissen deine Mum und dein Dad Bescheid? Wissen sie von der fünfundsiebzig Regel?"
„Ich habe Mum den Brief nicht gezeigt," war alles, was James sagte.
Sirius schaute ihn sorgfältig an. Zigarettenrauch füllte die folgende Stille von ein paar Minuten. „Ich hör auf, dir deine Kippen zu klauen," sagte Black schließlich. James konnte nicht das Kleinste aller Grinsen verbergen.
„Du bist ein Idiot, Padfoot."
Sirius versuchte gar nicht erst, sein eigenes Grinsen zu unterdrücken. „Also, was sagst du, schwänzt du die erste Stunde mit mir?"
„Nein, ich gehe zum Unterricht," antwortete James.
„Warum? Dieses eine Mal wirst du nicht in Schwierigkeiten kommen!"
„Du, Sirius, hast offensichtlich keinen genauen Blick auf deinen Stundenplan geworfen," sagte James in seiner Remus-ähnlichsten Stimme. Er hielt das Papier hoch. „Erste Stunde Verteidigung gegen die dunklen Künste mit Professor Dein Onkel."
„Verdammt. Du weißt, zu dieser Stunde zu Gehen ist wahrscheinlich die einzige Familien-Verpflichtung, die ich noch habe."
„Sei dankbar dafür."
(Kurz, Professor Sirius' Onkel)
„Ich frage mich, wie es Carlotta geht," überlegte Lily, als sie in dem halbleeren Klassensaal für Verteidigung gegen die Dunklen Künste Platz nahm.
„Das wissen wir," antwortete Donna. „Du fragst dich das seit dem Frühstück laut in einem fünfzehn Minuten Abstand."
„Oh, gut," gurrte Marlene, die bei ihnen war. „Du hast daran gedacht, deine Bitch-Pillen heute Morgen zu nehmen, Don."
„Und du hast daran gedacht, dein Hässlichkeits-Serum heute Morgen aufzulegen, Marlene."
„Donna," sagte Lily.
„Sorry, Price." Unüberzeugend. Marlene rollte ihre Augen.
„Es scheint so," sagte die Blonde, „dass Mary von ihrer neuen Ablenkung... abgelenkt... wurde." Die drei Mädchen nahmen sich Zeit damit, um auf den süßen, aber nicht sehr hellen Hufflepuff zu schauen, der gerade mit der besonders faszinierenden Aufgabe beschäftigt war, mit Mary MacDonald zu flirten. „...Also ich werde mich zu Adam setzen, für den Fall, dass Professor Black anfängt, Partner einzuteilen." Donnas und Lilys Partnerschaft war zu dem Zeitpunkt schon angenommen.
„Tschüss," rief Lily und Marlene winkte, als sie sich durch den Raum bewegte, um neben dem Gryffindor zu sitzen.
„Weißt du," überlegte Donna, „ich denke, du könntest damit Recht haben, dass Adam auf Marlene steht. Es muss aber erst seit kurzem sein, weil..."
„Don, jeder hat seit dem dritten Jahr gewusst, dass Adam auf Marlene steht."
„Im Ernst?"
Lily nickte. „Ich frage mich, wie..." Sie verstummte.
„Du warst kurz davor, dich gerade wieder zu fragen, wie es Carlotta geht, nicht?"
„Nein. Ich war kurz davor, mich zu fragen, wie... wie... Mir fällt nichts ein. Ich war kurz davor, mich zu fragen, wie es Carlotta geht."
Donna schüttelte ihren Kopf. „Wenn es dich so beunruhigt, können wir nach Verteidigung bei der Krankenstation vorbeischauen."
Lily schien leicht beruhigt. Der Klassenraum begann sich zu füllen und sogar die Rumtreiber erschienen, bevor die Glocke rang. Die vier besetzten ihre üblichen Plätze hinten im Raum - die Plätze waren inoffiziell, aber fraglos reserviert für deren Benutzung.
„Potter ist aufgetaucht," sagte Donna überrascht. „Ich dachte, Lupin hätte in der Großen Halle gesagt, dass er größtenteils während dem Frühstück bei der Befragung festgehalten wurde."
„Er muss einen Blick auf Professor Blacks Unterricht werfen wollen," schlug Lily vor. „Er ist schließlich Sirius Onkel..." Lily befand, dass das Gesprächsthema James Potter übermäßigen Druck auf ihre Nerven ausübte und der Konflikt der Gefühle, die sich momentan um diesen Jungen drehten - wie er die Nacht zuvor so ein kompletter Arsch war und dann diesen Morgen Carlotta rettete - ließen ihren Magen sich wieder ungemütlich zusammenkrampfen. Sie sprach nicht mehr über den speziellen Quidditch-Kapitän und Donna wurde durch die Ankunft von Professor Black davon abgehalten.
Von Nahem sah Alphard Black älter aus, als er es aus der Ferne in der Großen Halle hatte, aber seine große Ähnlichkeit zu Sirius vergrößerte sich ebenfalls. Als der ältere Zauberer auf das Vordere der Klasse zuging, Ledertasche in der Hand, fragte sich Lily, wie sie nicht hatte bemerken können, dass dieser neue Verteidigungslehrer ein Verwandter von ihrem Klassenkamerad sein musste.
„Guten Morgen," sagte Professor Black und platzierte seine Ledertasche auf seinem Tisch.
„Guten Morgen, Professor Black" erwiderten ein paar pflichtbewusste Sechstklässler.
„Das ist der Enthusiasmus, den ich sehen will," antwortete dieser trocken, aber sah nicht so aus, als ob er sich angegriffen fühlte. „Nun denn. Ich bin Ihr neuer Verteidigungslehrer. Mein Name ist Black, ihr werdet mich Professor Black nennen, etcetera, etcetera, etcetera. Irgendwelche Fragen in dieser Richtung?" Wie vorauszusehen gab es keine. „Exzellent. Würde jeder bitte aufstehen?"
Die Aufforderung, so seltsam wie sie war, brauchte einen Moment, bis jeder sie befolgte. Lily und Donna tauschten Blicke und die Erstere widerstand dem Bedürfnis zu der anderen Seite des Raumes zu schauen um Severus Snapes Reaktion zu sehen. Das hieß aber nicht, dass ihr seine genaue Position im Raum nicht genau bewusst war. Sie standen genauso verwirrt wie jeder andere auf.
„Exzellent." sagte Professor Black wieder. „Nun denn." Er zog einen Zauberstab aus der Tasche und schwang ihn einmal in der Luft. Alle Tische flogen zum gegenüberliegenden Ende des Raumes. „Stellt euch in eine Reihe! Anfang der Reihe ist genau hier - mir ist es egal, welche Reihenfolge. Ihr solltet erwachsen genug sein, es selbst zu regeln. Exzellent."
Die Klasse gehorchte, Adam McKinnon fand seinen Weg zum Anfang der Schlange, welche - nach Blacks Anweisungen - genau vor der geschlossenen Tür zu seinem Büro begann. „Und jetzt," sagte der Professor, welcher sich entspannt an den Tisch lehnte, obwohl er zusammenhangslos und ein wenig verstreut sprach, wie man es sich bei einem verrückten Wissenschaftler vorstellen würde. „Wir werden uns mit ein wenig... praktischer Magie warmmachen. Zauberstäbe raus, jeder. Exzellent." Er hatte bereits ein Erkennungsmerkmal. „Nun, was Sie tun werden, ist in mein Büro hinter dieser Tür da gehen werden und... naja... kämpfen. Selbst wenn ich mir nicht sicher bin, gegen was jeder von Ihnen antreten wird, wird es Ihren Zauberstab benötigen und ein gewisses Grundwissen von... Magie. Welches, naja, Ihr euch hoffentlich angeeignet habt. Wenn nicht..." Er schweifte ab und es hätte noch bedrohlicher gewirkt, hätte er nicht regelrecht gegrinst. Lily und Donna tauschten erneut einen verwirrten Blick.
„So, Mr. McKinnon - sind Sie bereit?"
„Äh..."
„Exzellent."
(Besuchszeit)
„Exzellent," stimmte Donna zu, mit einem ihrer seltenen, strahlenden Gesichtsausdrücken, welcher zeigte, dass sie aufrichtig glücklich war (sehr selten). „Verdammt fantastisch. Professor Black könnte der beste Verteidigungslehrer sein, den wir je hatten."
Lilys Gesicht war vor Aufregung gerötet. „Remus musste gegen Inferi kämpfen...ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn ich dagegen hätte antreten müssen. Wahrscheinlich mich in der Ecke zu einem kleinen Ball zusammengerollt und dann darauf gewartet, dass Professor Black die Simulation abbricht."
„Es schien kaum wie eine Simulation," bemerkte Donna. „Er muss die selbe Art von Zauber benutzt haben, wie es die Aurorenabteilung tut." Sie war kurz davor, zu hüpfen. „Es war aber angsteinflößend, als der Werwolf auf mich zukam, ich schwöre zu Gott, es war verdammt echt. Fantastischer Adrenalinschub, aber ich wäre beinahe auf der Stelle eingefroren."
„Hör auf anzugeben, Miss-Dritt-Schnellste-Die-In-Einer-Klasse-Von-Mehr-Als-Dreißig-Fertig-War."
„Ich gebe nicht an," gab die andere zurück. „Und ich bestreite es, dass Black mich tatsächlich geschlagen hat. Ich denke, ich hatte eine größere Entfernung zu..."
„Er hat dich um zwei Minuten geschlagen," unterbrach Lily. „Er hat dich geschlagen, Shack."
„Wow, Evans, ,Verräter' steht dir echt gut."
Carlotta war verschwunden. Jedenfalls bildlich gesehen. Die Sechstklässler verließen Professor Blacks Klassenraum komplett beschäftigt mit der Verteidigungsstunde und Professor Black selbst. Lily und Donna wären vielleicht für mehrere Stunden in einem solch täuschenden Entzücken geblieben, wären sie nicht auf ihrem Weg zur zweiten Stunde Zauberkunst an der Krankenstation vorbeigekommen. Dann packte sie ihre Erinnerung, zusammen mit dem Schuldgefühl, dass sie es überhaupt vergessen hatten. Die Türen der Krankenstation waren geschlossen.
„Gehen wir rein?" fragte Donna unsicher. Lily hob eine Augenbraue und das dunkelhaarige Mädchen fügte hinzu: „Nicht, dass ich will, oder so."
„Ich frage mich, ob Heiler Holloway uns sie sehen lässt," murmelte die Vertrauensschülerin. „Sollen wir es versuchen?"
„Nein."
„Bitte?"
„Carlotta und ich sind nicht mal Freunde. Es wäre merkwürdig."
Lily runzelte die Stirn. „Aber Carlotta und ich sind auch nicht besonders eng und mir wäre das nicht peinlich. Es wird schon nicht so schlimm sein..."
„Du magst Leute, Evans. Und noch wichtiger, Leute mögen dich."
„Donna Christine..."
„Benutz nicht meinen zweiten Namen!"
„Bitte?"
„Schön."
Finster blickend folgte Donna Lily zu der Tür, welche die Letztere sanft aufdrückte. Zunächst war Heiler Holloway nirgends zu sehen, aber als sie weiter hineinschlichen, erschien er mit einem Notizbuch und einer Flasche mit einer grün-gelben Flüssigkeit.
„Miss Evans," grüßte der ältere Zauberer. Er warf einen Blick auf Donna, als ob er abwägte, ob er ihren Namen raten sollte, offensichtlich entschied er sich dagegen und nickte ihr bloß zu. „Wenn keiner von euch Mädchen tatsächlich krank oder verletzt ist, befürchte ich, dass ich euch bitten muss zu gehen."
Er sah tatsächlich aus, als ob es ihm leid täte, also brachte Lily ihre beste „Lieblingsschülerin"-Stimme zum Vorschein und sagte: „Aber Heiler Holloway, wir haben gehofft, wir könnten Carlotta Meloni sehen."
„Und ihr denkt, ihr seid die Ersten?" knurrte der Heiler. „Kinder sind schon den ganzen Morgen hier rein und raus und haben versucht, einen flüchtigen Blick auf sie zu erhaschen. Ich bin noch nicht fertig mit der Untersuchung, also könnt ihr sie nicht sehen."
„Können Sie uns wenigstens was darüber sagen, wie es geht?"
„Nein."
„Aber Sie müssen etwas wissen."
„Ich habe nicht gesagt, dass ich nichts wüsste. Nur, dass ich euch nichts sagen kann."
„Aber Heiler Holloway..."
„Carlotta Meloni ist stabil. Das ist alles, was ich sagen werde."
Lily verlagerte ihr Gewicht und verschränkte ihre Arme. „Bitte?"
Holloway seufzte. „Alles, was ich euch sagen kann..." Donna schaute ungläubig, dass Lilys einfaches ,Bitte' funktioniert hatte, „ist, dass Miss Meloni nicht verhext wurde... sie wurde auf jeden Fall nicht mit einem Fluch getroffen. Diese Art von Magie hinterlässt eine Art von sichtbarer Spur und davon gab es keine Anzeichen auf Miss Meloni."
„Also sagen Sie, dass Sie definitiv aus freiem Willen heraus gehandelt hat?" fragte Lily niedergeschlagen. Das war ein schrecklicher Gedanke.
„Nein, seien Sie nicht albern," fuhr der Heiler sie an, „Ich sage nicht, dass sie nicht von Magie beeinflusst war... bloß, dass sie nicht mit einem Fluch belegt war, wie gewöhnlich."
„Es könnte ein Zaubertrank gewesen sein," schlug Donna vor. „Oder vielleicht war sie schwarzmagischen Objekten ausgesetzt. Oder vielleicht..."
„Oder vielleicht wollte sie bloß Aufmerksamkeit." schloss Heiler Holloway. „So weit einer von uns weiß, ist das das, was passiert ist, also will ich nicht, dass ihr das, was ich euch erzählt habe, verbreitet."
„Verschwiegenheit in Person," schwor Lily. Donna nickte.
(Abendessen)
Abendessenszeit in Hogwarts war fast immer fantastisch. Wenn die Sonne gerade unterging, erstrahlte die ganze Halle in einem rosa und orangen Licht, da die verzauberte Decke das wahre Bild fast perfekt nachahmte. Während dem Abendessen am zweiten September schaute James die meiste Zeit nur zur Decke. Er aß sein Essen und beobachtete den Sonnenuntergang und wünschte sich, dass jeder einfach seine Klappe halten würde, obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass das passierte, ungefähr bei Null lag. Mit Carlotta Melonis versuchtem Suizid, dem Kampf in der Eingangshalle und dem neuen Professor Black (dessen Popularität schon zu anderen Klassen durchgesickert war), gab es viel zu viel zu diskutieren.
Trotzdem hätte James lieber der am wenigsten intelligenten, banalsten Klatschtante zugehört, wie sie darüber schwafelte, wie traumhaft sie Professor Black fand, als sein Abendessen in der Art unterbrochen zu haben, wie es, nur Minuten nachdem er es begann, unterbrochen wurde.
„Mr. Potter," sagte die Stimme dieser Ministeriums-Hexe, Drake, als sie zu seinem Platz am Gryffindortisch schritt.
„Ja, Miss Drake?" antwortete er absichtlich kalt.
„Mr. Potter, ich brauche Ihre Unterschrift zu der Aussage, die Sie gemacht haben." Ihr Ton war ebenfalls kühl, ohne Zweifel als Folge auf James abrupten Abgang diesen Morgen.
„Ich werde sie Ihnen geben, wenn ich mit dem Abendessen fertig bin."
„Ich werde nicht hier sein, wenn Sie mit dem Abendessen fertig sind." James drehte seinen Kopf gerade weit genug um sie zu sehen.
„Sie gehen schon?"
Sie nickte und sagte dann selbstgefällig: „Und ich dachte, dass Sie vielleicht daran interessiert sind, zu hören, dass Heiler Holloway mir berichtet hat, dass er keine Anzeichen gesehen hat, dass Carlotta angegriffen wurde - abgesehen von den Spuren, die Ihre Magie hinterlassen hat - oder dass sie mit einem Fluch belegt wurde."
„Also gehen Sie einfach?" wollte James wissen. „Lassen die ganze Sache fallen und gehen ohne überhaupt Carlotta zu befragen oder..."
„Ich habe Miss Meloni befragt," unterbrach Drake. „Ihre Erinnerung von der ganzen Sache ist irgendwie verschwommen, aber sie hat definitiv gesagt, dass sie nicht angegriffen wurde. Sie kann alle ihre Bewegungen bis zum Zeitpunkt, zu dem Sie sie im Gemeinschaftsraum angesprochen hast, zurückverfolgen."
„Und sie hat Ihnen erzählt, dass sie sich selbst umbringen wollte, nicht?" fragte James.
Drake zögerte bei dieser Antwort. „Diese Angelegenheiten sind zu schwierig um sie zu erklären und ich habe keine Verpflichtung, mich Ihnen zu erklären, Mr. Potter. Nun, Ihre Unterschrift." Sie schob das Blatt Papier vor ihn. James ignorierte es.
„Wenn es bloß irgendeine dumme, emotionale junge Hexe war, die versuchte Aufmerksamkeit zu bekommen und niemand eine Anklage erhebt," sagte er, „begreife ich nicht, warum ich irgendwas unterschreiben soll. Wenn Sie es unterschrieben haben wollen, fälschen Sie sie."
Wütend rauschte Miss Drake eine Minute später aus der Halle, Empörung hallte von jedem Schritt ihrer gummibesohlten Schuhe wider.
„Was für eine Schlampe," meinte Sirius nachdenklich, der neben seinem Freund saß, „Obwohl ich nicht ganz verstehe, warum du nicht einfach unterschrieben hast, Prongs."
„Hauptsächlich um ihr auf die Nerven zu gehen," gab James zu, „Hey, ich bin fertig. Ich werd kurz nach draußen gehen für 'nen kurzen... Spaziergang." Er warf einen kurzen Blick zu dem offensichtlich lauschenden Viertklässler, der links von ihm saß.
„Subtil," war alles, was Sirius sagte.
„Ich seh' dich gleich."
James lief eilig aus der Halle und befingerte schon die frische Packung Zigaretten in seiner Tasche. Er erreichte die größtenteils verlassene Eingangshalle und fand sich seltsamerweise zögernd, bevor er hinaus schritt.
Plötzlich hatte er keine Lust mehr zu rauchen. Er fühlte sich wie... nun... er fühlte sich nicht richtig.
„Potter?"
James schaute auf und sein Magen drehte sich um. Gott, wie er das hasste. James beschloss direkt, dass es daher kam, weil er sein Essen so schnell hinuntergeschlungen hatte und dass es absolut nichts mit dem hübschen Rotschopf vor ihm zu tun hatte. Donna, Marlene und Mary, die mit Lily die Halle betreten hatten, bewegten sich jetzt hastig in die Große Halle, aber die Vertrauensschülerin blieb zurück.
„Ja?" antwortete James, sich fragend, ob ein Mädchen hören konnte, wenn das Herz eines Typen bis zu dessen Hals schlug.
„Es - äh - es tut mir leid."
Sie entschuldigte sich. Sie entschuldigte sich verdammt. Er war nichts als schrecklich zu ihr gewesen und sie war sich verdammt noch mal am Entschuldigen.
„Wo... worüber redest du?"
Lily sah ihm nicht in die Augen und er war dafür dankbar. „Mir tut es einfach... leid. Wir hatten keinen guten Start dieses Jahr und... gut, du hattest Unrecht letzte Nacht, was du gesagt hattest, aber ich... ich schätze, ich verstehe, warum du möglicherweise denken konntest, was... was du gedacht hast. Fälschlicherweise."
James starrte sie an. „Es geht um Carlotta, oder?"
„Äh... nicht wirklich, nein."
„Doch, das ist es. Du fühlst dich schuldig."
„Warum sollte ich mich schuldig fühlen?"
Es war, als ob man ein Paar Besenstiele in der Luft kollidieren sah, während man am Boden stand. James konnte sehen, was kam, er wusste, was passieren würde, aber er war machtlos, es zu stoppen.
„Alle Mädchen reden immer aus Eifersucht Müll über Carlotta... nennen sie eine Schlampe und was noch...Ich schätze, du fühlst dich bloß schlecht, weil du all diese Sachen gesagt hast und da du dich nicht bei ihr entschuldigen kannst, lädst du deine Schuldgefühle bei mir ab."
Kollision.
„Ich habe nie irgendwas über Carlotta Meloni gesagt!" antwortete Lily sichtbar geschockt. James fragte sich, wie er so durchgängig schrecklich zu ihr sein konnte und sie immer noch so überrascht davon war. „Ich habe nie... und du... du kannst nicht..." Lily biss sich auf die Lippe (sie war lieblich). „Du bist ein Idiot." (Als ob sie das gerade erst realisiert hatte). Sie stürmte in die Große Halle.
James schaute zu, wie sie ging und all die Bosheit in der Welt hatte den blöden Aufruhr in seinem Bauch nicht beseitigt. Er erinnerte sich plötzlich, warum er rauchen musste.
Lilys Wangen brannten rot, als sie von James Potter und der Eingangshalle wegeilte. Die Ironie des Ortes entging ihr nicht. Wie konnte es sein, dass seine durchgehende Schrecklichkeit sie noch immer überraschte? Finster blickend nahm Lily neben Donna und gegenüber von Marlene Platz.
„So," begann die Letztere langsam, „Wie ist es...?"
„Ich will nicht darüber reden."
„Großartig."
Donna rollte ihre Augen. „Ginger, ich weiß nicht, wie es ist, dass obwohl Potter immer schrecklich in deiner Nähe ist, du immer..."
„Ich weiß, Don. Danke."
„Es ist okay, Lily." sagte Mary aufmunternd. „Ich verstehe dich. James kann manchmal ausgesprochen fantastisch sein."
„Im Schaltjahr," schlug Marlene vor.
„Jede vierzehnte Sonnenfinsternis," sagte Donna.
Lily seufzte. „Danke. Wirklich, aber ich will nicht darüber reden."
Die anderen willigten stumm ein, während das Essen reichlich Abwechslung bot. „Hey," sagte Marlene gerade, „hört zu, seid ihr sicher, dass ihr Adam nicht nach dem Mittagessen gesehen habt? Ich könnte schwören, dass er Pflege von magischen Geschöpfen genommen hat, aber ich habe ihn da nicht gesehen und seither auch nicht mehr. Ihr habt ihn nicht in alte Runen gesehen, oder?"
„McKinnon hat keine Alte Runen," merkte Donna an. „Gott, du bist so anhänglich."
„Vorsichtig, Don," murmelte Lily. Marlene hörte die Rothaarige nicht, aber zog eine Grimasse in Richtung Donna.
„Ich finde es bloß seltsam, das ist alles. Und er verpasst nie das Abendessen."
Das war der vorherrschende Gedanke in der Luft, als sich Alice Griffiths an den Gryffindortisch setzte, direkt neben Lily.
Mit Locken, rundem Gesicht und sanftem Gesicht war Alice als Siebtklässlerin, aber auch als Mitglied von Gryffindor bekannt und ebenfalls eng mit Lily befreundet. Jedoch hatte Lily in den mehr als fünf Jahren, die sie sich kannten, Alice noch nie so verzweifelt gesehen.
„Was ist los?" fragte die Rothaarige, als sich Alice ein Glas kalten Kürbissaft runterschüttete, als wäre es Alkohol. „Alice, du bist so bleich. Was ist passiert?"
„Habt ihr davon gehört?" flüsterte die Siebtklässlerin. „Mein kleiner Bruder hat es mir gerade erzählt... es war einer seiner Freunde, der das ganz gesehen hat und es... naja, gestoppt hat."
„Was gestoppt?" fragte Marlene, sich über den Tisch lehnend. „Was ist passiert?"
„Irgendeine Viertklässlerin... ein Hufflepuff, glaube ich, war dabei, im See zu ertrinken. Einer ihrer Freunde hat sie rausgezogen... ich meine, ich habe noch nie von jemandem gehört, der beinahe im See ertrunken ist. Es ist schrecklich und..."
„Das ist die zweite Person, die in den letzten vierundzwanzig Stunden beinahe gestorben ist," machte Lily aufmerksam.
„Du denkst doch nicht, dass eine Viertklässlerin versucht hat, sich umzubringen, Lily?" fragte Mary, praktisch atemlos. „Welchen Grund hat eine Vierzehnjährige, sich selbst zu töten?"
„Nicht jeder lebt im Märchenland, Macdonald," sagte Donna kurz.
„Hat irgendjemand Dumbledore informiert?" wollte Marlene wissen.
Alice zuckte die Achseln. „Ich bin mir nicht sicher. McGonagall kümmert sich gerade um alles..." Sie warf einen Blick auf den Lehrertisch. „Dumbledore ist aber immer noch hier." Der betagte Schulleiter behielt in der Tat seinen üblichen Platz in der Halle.
„Komisch, dass er bleibt," beobachtete Mary und als sie das tat, bemerkten die Hexen einen Neuankömmling in der Halle. Frank Longbottom - Schulsprecher und zufällig Alices Freund - lief hastig in Richtung Lehrertisch, ein ernster Ausdruck auf seinem Gesicht.
„Ich frage mich, was..." begann Alice, aber verstummte, als die fünf zuschauten, wie Frank sich Dumbledores Stuhl näherte und dem Schulleiter etwas zuflüsterte. Dumbledore schaute zum Schulsprecher auf und ein kurzer Austausch folgte. Dann erhob sich der alte Zauberer von seinem Stuhl.
„Entschuldigung," rief er laut, sodass die gesamte Schule zu Ruhe gebracht wurde. „Danke sehr. Würden die Vertrauensschüler ihre Häuser bitte sofort in die Gemeinschaftsräume zurückführen." Es gab einen allgemeinen, kurzen Protest und Dumbledore rief einmal mehr zu Ruhe. „Bitte," fuhr er fort, „Bitte erledigen Sie dies mit der größten Effizienz und Sorgfalt. Danke sehr."
Ohne leichtfertige Erklärung oder schrullige Abschiedsworte entzog sich Dumbledore der Halle und bevor die Große Halle in Chaos ausbrechen konnte, stand Professor Slughorn - der Lehrer für Zaubertränke - von seinem eigenen Stuhl auf. „Jeder, jeder, ruhig! Nun, Sie haben Dumbledore gehört. Vertrauensschüler, führt den Weg zu den Gemeinschaftsräumen. Jeder bleibt bis auf weiteres dort!" Aber es war durch die Verwirrung auf Slughorns eigenem Gesicht klar, dass er die Situation nicht mehr durchblickte, als jeder andere.
„Denkt ihr, es ist wegen der Viertklässlerin?" fragte Mary laut über den Lärm des besorgten Stimmengewirrs. Lily hatte keine Zeit, Vermutungen anzustellen, sie machte Remus ausfindig und rief ihren Hauskameraden zu, ihr zum Gryffindorturm folgen. Frank Longbottom erschien einen Moment später an ihrer Seite.
„Frank!" rief Alice, die zu ihnen aufschloss. „Frank, was ist los?"
Der Schulsprecher sah völlig krank aus. „Es ist... es ist etwas passiert."
„Was?" fragten Lily und Remus einstimmig.
„Geht es um diese Viertklässlerin?" fragte Donna.
Frank schüttelte unbehaglich seinen Kopf. Er schien nicht zu wissen, ob die Bekanntgabe erlaubt war oder nicht. Mit großen Zögern (und einem unsicheren Blick in Marlene Prices Richtung) flüsterte er so, so dass nur die Nächsten es hören konnten: „Adam McKinnon. Er... er hat gerade versucht, vom Astronomieturm zu springen."
Was für eine Art, ein Jahr zu beginnen.
