AN: An alle, die das hier noch lesen: Es tut mir sehr, sehr leid, dass dieses Kapitel erst so spät kommt! Ich war im Abi-Stress, dann auf Abifahrt und irgendwie ist immer was dazwischen gekommen! Aber ich hoffe, dass ich für die nächsten Kapitel nicht mehr so lange brauchen werde...

Vielen Dank wie immer an meine Beta sessely für ihre Hilfe! Du bist super :)

Disclaimer: Harry Potter und seine Charaktere gehören JKR. Diese Geschichte gehört Jewels5. Dies ist eine genehmigte Übersetzung.


Kapitel 6 - „Gespräche"

Oder

Schüttel, Klapper, und Roll"

Zwischenmenschliche Beziehungen bestehen primär aus Momenten und Gesprächen. Momente sind die leisen, unbeschreibaren kleinen Dinge, die etwas über ihre augenscheinliche Substanz hinaus bedeuten. Gespräche sind der Kern: der Großteil des Tages... die Art und Weise, in welcher man den anderen täuscht oder die Art, wie man jemanden ins Bild setzt (weil Momente nicht lügen, aber schwierig zu lesen sein können).

Gespräche sind eine Methode, durch die Informationen zwischen Parteien überliefert werden. Gespräche sind die Quelle von Gerüchten und Fakten, Lügen und Wahrheiten, guten Neuigkeiten und schlechten Neuigkeiten. Gespräche können Gefahren durch Missverständnisse und falsch verstandene Signale abwenden. Gespräche können Beziehungen retten, Streit beenden und - so wird es gesagt - in Gewalt enden.

Es gibt, wie auch immer, Gespräche, von denen man wünscht, dass man sie nie gehalten hätte.

(Die Lüge)

Geheimniskrämerei war keine von Carlotta Melonis hervorstechenden Charaktereigenschaften. Sie versuchte eine sehr offene Persönlichkeit zu bewahren und war bei Themen, die andere Mädchen rot werden ließen, nie verlegen. Carlotta glaubte nicht an Unehrlichkeit und Lügen waren nicht ihr Stil, so dass sie, als sie an einem Samstagmorgen spät im Oktober ihrer besten Freundin Shelley eine wirklich falsche Geschichte erzählte, von Schuldgefühlen geplagt wurde.

„Also, ich geh jetzt in die Bibliothek," sagte Carlotta ihrer Freundin, ihre Sachen zusammenpackend, „Ich muss meinen Aufsatz für Zaubertränke fertig schreiben und treffe dich dann zum Mittagessen."

„Bist du dir sicher, dass du keine Hilfe bei dem Aufsatz willst?" fragte Shelley, vor dem Spiegel des Mädchen-Schlafssals sorgfältig Wimperntusche auftragend.

Aber Carlotta hatte daran gedacht. Sie hatte absichtlich Zaubertränke-Hausaufgaben als Alibi genommen, weil es eine allgemein bekannte Tatsache war, dass Shelley sehr wenig Ahnung von Zaubertränke hatte. „Wirklich, Shelley, was würde das nützen?"

„Gutes Argument", stimmte die unscheinbare Hexe zu. „Bis heute Mittag dann?"

„Perfekt."

Lächelnd, sich aber mit jeder vergangenen Sekunde immer schuldiger und schuldiger fühlend, hob Carlotta ihre Büchertasche auf und verließ, sich umdrehend, den Schlafsaal. Sie ging durch den Gemeinschaftsraum, durch die Korridore und die Treppe hinunter, hielt aber nicht im vierten Stock an, wie es ein Ausflug zur Bibliothek erfordern würde. Im Gegenteil, sie ging weiter herunter bis zum zweiten Stock, wo es einen sehr netten unbenutzten Klassensaal gab, welcher fast immer leer war. Carlotta ging hinein und wartete.

Sie wartete und wartete über eine Stunde, ihre Uhr alle paar Minuten überprüfend. Er hatte zehn Uhr gesagt. Er hatte doch zehn Uhr gesagt, oder?

Sie wartete bis vierundzwanzig nach elf. Er tauchte nicht auf.

(Der Streit)

„Wir müssen, Prongs", Sirius schlug seinem Freund auf die Schulter, einen mutigen Gesichtsausdruck aufsetzend. „Mach es einfach, okay? Nichts... nichts wie ran."

James sah ihn missbilligend an. „Ich kann nicht, Padfoot. Sie können uns nicht dazu zwingen, oder?"

„Nein", begann Sirius langsam. „Aber wenn wir es nicht machen, werden wir keine Quidditchmannschaft haben, ist dir das klar?"

„Technisch gesehen, vielleicht nicht. Aber weißt du, ich denke, wir haben eine großartige Gruppe dieses Jahr. Vielleicht, da unsere Jäger so fantastisch sind, brauchen wir dieses Jahr nicht einmal einen Hüter, und McKinnon könnte stattdessen einfach Sucher spielen."

„Wir brauchen sieben Spieler, Prongs. Du verschließt dich der Realität."

„Auswahlspiele sind schrecklich."

„Ich weiß, aber wir müssen es machen."

„Aber ich will nicht."

„Willst du, dass ich die Rolling Stones zitiere, oder hängst du es jetzt endlich auf?"

James seufzte. Der Quidditch-Kapitän zog einen Reißzweck aus dem Notizbrett des Gryffindor-Gemeinschaftsraums, platzierte ein Stück Pergament direkt in die Mitte des Bretts und stach den Reißzweck durch das obere Ende.

QUIDDITCH AUSWAHLSPIELE

DIESEN SONNTAG, 9 UHR MORGENS

GRYFFINDOR, NUR 2.- ÄSSLER

„Wie viele Hufflepuff Erstklässler werden auftauchen, schätzt du?" fragte sich Sirius.

„Oh, mindestens sechs", seufzte James müde. „Komm. Lass uns zum Frühstück gehen. Das anzuschauen macht mich depressiv."

Sirius verließ den Gemeinschaftsraum mit ihm, sagte aber, als sie begannen, den Flur hinunter zu gehen: „Ich gehe übrigens nicht zum Frühstück mit dir, Prongs. Mein Onkel will, dass ich heute Morgen mit ihm esse."

„Warum?"

„Ich weiß nicht. Wenn ich unbedingt raten müsste, würde ich sagen, dass es damit zu tun hat, dass ich sein Neffe bin."

„Also nichts Besonderes? Du bist nicht in Schwierigkeiten oder so?"

Sirius schüttelte den Kopf. „Nein, ich bin quietschend sauber im Moment. Ich muss sagen, dein Auf-dem-Pfad-der-Tugend-Sein hat meinem Leben einen Dämpfer versetzt. Ich bin jetzt praktisch prüde. Ich war seit Wochen nicht betrunken."

„Drei Tage, Padfoot."

„Ich war kaum angetrunken. Das zählt nicht."

„Na gut, dann fünf Tage."

Sirius dachte darüber nach. „Na schön." Sie erreichten den sechsten Stock. „Hier verlasse ich dich. Viel Spaß beim Frühstück. Schön brav bleiben."

„Sehr lustig."

„Nein, das ist mein voller Ernst, sie hatte sechzehn Hauselfen in diesem Schlafzimmer, die alle versucht haben, es zu entrümpeln. Nichts. Drei Tage waren sie da drin und die Poster sind nicht abgegangen."

Sirius lachte, als sein Onkel das Ende seiner Geschichte erzählte. „Gut", begann der jüngere Black, seinen Tee mit einem Halbgrinsen zu Ende trinkend, „ich bin froh, einen gewissen Eindruck hinterlassen zu haben."

„Das hast du", antwortete der Lehrer. „Hat dir das Frühstück gefallen?"

„Ja, es war nett."

„Da bin ich froh." Es entstand eine kurze Stille, in der Professor Black begann, aufzuräumen. „Hör zu, Sirius", begann er nach einer Weile, „naja, du hast wahrscheinlich das Richtige gemacht, wegzulaufen, als du es getan hast. Einfach... nun... aus dem Haus kommen."

Sirius nickte. „Ich musste gehen. Nach dieser letzten... der letzten Nacht konnte ich da nicht länger bleiben. Es gab keinen Grund zu bleiben."

„Du warst schlau", stimmte Black zu, sich wieder hinsetzend, näher zum Feuer und weiter weg von seinem Neffen. „Du warst bei dieser ganzen Sache schlau... dein Bankkonto zu leeren, bevor sich Walpurga deine Ersparnisse unter den Nagel reißen konnte... bei den Potters einzuziehen... es war alles gut gemacht."

„Um die Wahrheit zu sagen, war James derjenige, der daran gedacht hat, das Bankkonto zu leeren. Wenn ich es gewesen wäre, dann hätte ich es da gelassen und Mum wäre in Gringotts aufgetaucht, hätte ihren üblichen Charme spielen gelassen und sie dazu gebracht, es für sie mit ihrem Ersatzschlüssel zu öffnen." Sirius grinste. „Ja, ich hatte Glück, die Potters zu haben." Sie waren eine Zeitlang leise, bis der Jüngere fortfuhr: „Hör zu, äh... kann ich dich was fragen?"

Alphard Black nickte.

„Warum bist du eigentlich nie gegangen? Ich meine, warum bist du nie von der Familie weggelaufen?"

„Nun gut... es war anders für mich. Es war nie so schwer, wie es für dich ist. Ich war immer mehr passiv, schätze ich. Natürlich bin ich mit meiner lieben süßen Schwester uneinig und diese gesamte Familie ist völlig verrückt, aber du musst verstehen, Sirius, dass für den Großteil meines Lebens das Black'sche „Toujours Pur"-Propagandagerede bloß... Gerede war. Da war kein Handeln dahinter."

„Aber jetzt ist da Handeln," unterbrach Sirius. „Die Todesser und Voldemort... Leute sagen, dass ein Krieg im Anflug ist und ich beginne zu glauben, dass sie Recht haben."

„Leute? Du meinst Alex Potter."

„Unter anderem."

Professor Black nickte. „Sie haben wahrscheinlich Recht, Sirius. Manchmal wünsche ich, ich hätte deinen Mut. Aber ich war nie ein Gryffindor. Wie alle pflichtbewussten Blacks war ich in Slytherin."

„Genau wie Andromeda", antwortete Sirius achselzuckend. „Das ist mir egal. Und ich würde dich kaum einen pflichtbewussten Black nennen. Du hast mit Großvater an dieser Neujahrsfeier vor ein paar Jahren ziemlich herablassend geredet. Mum war fuchsteufelswild."

„Naja, das spielt jetzt keine Rolle." Sirius wusste nicht, wie er darauf antworten sollte, also gab er einfach vor, sich mit seiner Teetasse zu beschäftigen. „Hör zu, Sirius", fuhr sein Onkel derzeit fort, „ich weiß, was diese Nacht passiert ist und... es tut mir leid mit dem Hauself."

„Der ‚Hauself' hatte einen Namen", sagte Sirius trocken. „Daisy war die einzige Kreatur in dem ganzen Haus, die jemals nett zu mir war, weißt du."

„Was ist mit Regulus?"

Sirius rollte mit den Augen. „Babys zählen nicht."

„Er ist bloß ein paar Jahre jünger als du."

„Aber er war nicht mehr nett zu mir, seit er ein Baby war."

„Wie dem auch sei", sagte Black und er schien müde. „Er bewundert dich."

Sirius schüttelte den Kopf. „Regulus ist ein Widerling. Er ist genau wie Mum und Dad und Bella."

„Nein, ist er nicht. Er ist jung und beeinflussbar und verwirrt. Er hatte nie die Möglichkeiten, die du hattest..."

„Welche Möglichkeit ist das?"

„In Gryffindor zu sein, natürlich. Weg von all diesem Blut-Unsinn in Slytherin."

„Reg hätte nach Gryffindor gehen können, wenn er es gewollt hätte. Er hatte eine Wahl, genau wie jeder andere. So funktioniert die Hauseinteilung."

„Sirius", begann sein Onkel langsam. „Regulus musste es mit ziemlich viel aufnehmen, nachdem du nach Gryffindor gekommen bist. Er hat erkannt, dass es das Herz meiner Schwester gebrochen hätte, wenn er es nicht nach Slytherin geschafft hätte."

„Unmöglich. Mum hat kein Herz, das brechen könnte."

„Sirius..."

„Ich kann nicht glauben, dass du sie verteidigst." entgegnete der jüngere Zauberer, der immer aggressiver wurde. „Du warst in der Nacht nicht da. Du hast sie nicht gesehen... sie hat diesen Hauselfen umgebracht, als ob sie... Unkraut oder so wäre. Sie hat den Kopf an die Wand gehängt, nur weil sie wusste, dass mir wirklich was an dem Elf lag... dass sie meine einzige Freundin in dem ganzem blöden Haus war."

„Ich verteidige nicht Walpurga. Ich verteidige Regulus."

„Es war Regulus Schuld!" rief Sirius aufstehend. „Regulus war derjenige, der Mum gesagt hat, dass Daisy wusste, dass ich mich in der Nacht davor aus dem Haus geschlichen habe. Wenn er das nicht getan hätte, hätte Mum es nie gewusst und sie hätte den Hauselfen nicht umgebracht!"

„Er wusste es nicht, Sirius. Regulus ist so jung und..."

„Also, jetzt ist er so jung. Ich dachte, er wäre ‚bloß ein paar Jahre jünger als ich'."

„Hör zu, Sirius, es gibt immer noch Hoffnung für deinen Bruder, wenn..."

„Weißt du," sprach Sirius laut über seinen Onkel hinweg, „wenn ich gewusst hätte, dass der Grund, warum du so nett zu mir bist, eine Art schnulziger Familienwiedervereinigung herbeizuführen ist, wäre ich nicht gekommen. Und da dachte ich, dass es so war, weil, ich weiß nicht, ich dachte, dass du mir vielleicht wirklich zeigen wolltest, dass ich einen halbwegs anständigen Verwandten habe... dem ich was als Person bedeute, nicht bloß als Erbe des Familiennamen."

„Sirius, du weißt..."

Der jüngere Black hörte nicht zu. Er stürmte aus dem Büro, die Tür hinter sich mit einem Knall schließend.

(Die Debatte)

Lily verbrachte den Samstag in der Bibliothek mit Severus: zugegeben war das nicht das Glamouröseste, was man mit einer Hälfte des Wochenende machen konnte, aber Lily sah es als Investition an. Der ganze Tag war peinlich, natürlich, da keiner wirklich wusste, wie sie sich bei dem anderen verhalten sollten, aber, überlegte Lily, es konnte bloß eine begrenzte Menge an Unbehagen geben. Irgendwann hätten sie alle ihre verlegenen Stunden aufgebraucht und dann würden die Dinge... naja, Lily hatte nicht so weit gedacht. Die Dinge würden zum Normalen zurückkehren?

Warum schien das so unglaubwürdig?

Der Rotschopf dachte gerade über diese Frage nach, als sie sich beim Abendessen zu Marlene setzte. Marlene hatte natürlich nicht alleine gegessen, sondern mit Adam McKinnon. Die beiden waren dabei, über etwas zu lachen, als Lily Platz nahm.

„Wo warst du den ganzen Tag?" wollte Marlene wissen. Lily blinzelte.

„Ich? In der Bibliothek. Mit Sev."

Die Blonde runzelte die Stirn. „Ich habe irgendwie gehofft, dass du Witze machst, als du gesagt hast, dass du dich mit ihm versöhnt hast."

„Warum würde ich Witze machen?"

„Eine bessere Frage ist ‚Warum gibst du nicht meinem Wunschdenken nach'?"

„Der Weihnachtsmann existiert nicht."

„Du bist böse."

Lily schnappte sich eine Serviergabel und suchte sich ein paar Scheiben Schinken aus. „So, worüber wart ihr am Sprechen, bevor ich kam? Falls ihr euch fragt, das hier ist mein subtiler Versuch das Thema zu wechseln."

„Clever" sagte Adam.

„Außergewöhnlich," stimmte Marlene zu. „Wir waren dabei über die Quidditch Testspiele zu reden."

„Oh, die Ankündigung wurde am Schwarzen Brett ausgehängt, oder?" merkte Lily abwesend an. „Gute Sache auch, da Donna sich so darüber beschwert hat, dass sie nur mit sechs Spielern trainieren."

„Ich sehe nicht warum", fügte Adam hinzu. „Wir haben kaum angefangen wirklich zu trainieren. Potter ist auf einem ‚Krafttraining'-Trip. Naja, egal, was ich dabei war zu sagen, war, dass Marlene bei den Testspielen mitmachen sollte."

„Und ich war dabei zu sagen, dass er verrückt ist," fügte Marlene hinzu. „Ich habe seit Monaten kein Quidditch gespielt... und ich habe noch nie versucht, ins Team zu kommen. Es wäre grauenhaft."

„Nein, du solltest es versuchen", stimmte Lily zu. „Weißt du noch, als wir Flugunterricht hatten. Du warst das beste Mädchen in unserem Jahr... sogar besser, als Donna zu der Zeit war und sie ist in der Mannschaft. Sag ihr nicht, dass ich das gesagt habe."

„Lily, Flugunterricht?" fragte Marlene, die versuchte, die Situation lächerlicher zu finden als sie eigentlich war. „Das war in der ersten Klasse."

„Aber die Position, die wir brauchen, ist ein Sucher", warf Adam ein. „Das ist sowieso achtzig Prozent Talent. Entweder hast du's oder eben nicht. Außerdem, was ist das Schlimmste, was passieren könnte?"

„Tja," sagte Marlene, wie immer der Optimist, „ich könnte mich vor so ziemlich jedem blamieren, dann zu einem knochenbrechenden Tod fallen, so schaurig, dass ich nichts mehr außer Schleim und Zähne bin, wenn sie mich aufkratzen und dann entscheidet meine Mutter, dass sie mich eigentlich nie wirklich geliebt hat und hält die Beerdigung mit offenem Sarg."

Die anderen zwei dachten darüber nach. „Na gut, das wäre schlimm", gab Lily zu. „Aber wie wahrscheinlich ist das wirklich? Vor allem der Teil mit deiner Mum."

„Ich kann nicht an den Testspielen teilnehmen", fuhr die Blonde fort, angespannt in ihrem dünn besiedelten Teller herumstochernd. „James würde mich nicht nehmen und... und jedenfalls müsste ich gegen Miles spielen, weil der ja Jäger bei Ravenclaw ist."

Sie hatten den Kern der Sache erreicht und der Blick, der zwischen Adam und Lily ausgetauscht wurde, sagte, dass sie es beide wussten. Und, während beide sehr geneigt waren, ihre gemeinsame Freundin zurechtzuweisen, wusste Adam, dass es nicht seine Aufgabe war und Lily wusste, dass es unangemessen war, es vor Adam zu machen. Ohne irgendeine offizielle oder rationale Begründung dafür, war es trotzdem wahr.

„Warum seid ihr so leise geworden?" fragte sich Marlene. „Redet weiter oder ich muss mir ein Stück von diesem Brot nehmen." Sie warf einen sehnsuchtsvollen Blick den Tisch hinunter.

Iss, Karen Carpenter", befahl Lily. „Du bist ungefähr drei Meter groß. Keiner wird bemerken, wenn du zehn Pfund zunimmst, geschweige denn ein halbes."

„Denkst du, dass ich zehn Pfund zunehmen werde?" Marlene schaute ängstlich auf ihren Teller. „Ich wusste, dass ich letzten Donnerstag keine Nachspeise hätte essen sollen..."

„Jämmerlich", seufzte Lily, als Adam versuchte eine Scheibe Brot auf ihren Teller zu schmuggeln.

Donna traf ein. „Wo warst du den ganzen Tag?" wollte sie von Lily wissen, neben ihrer Freundin Platz nehmend.

„Das habe ich dir gesagt, bevor ich heute morgen gegangen bin", verteidigte sich die Vertrauensschülerin.

Donna runzelte die Stirn. „Ich könnte eine irgendwie vage und verschwommene Erinnerung von dir haben, wie du mich mit einem Kissen schlägst und mir etwas in einer Sprache sagst, die sich nach einer Kreuzung von Koboldisch und Norwegisch anhörte, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das heute Morgen um acht abgespielt hat und du meines Wissens ein norwegischer Kobold hättest sein können."

„Bibliothek", sagte Lily, „Mit Severus. Und schrei mich nicht an. Wo warst du?"

„Quidditch, Dusche, Küche, Gemeinschaftsraum mit einem Buch", zählte Donna an ihren Fingern ab. „Wenn du nicht da bist, erkenne ich, dass ich sehr wenige Freunde habe."

„Ich hätte dir das sagen können", steuerte Marlene hilfsbereit bei.

„So, Shack", sagte Adam laut um einen Streit zu verhindern. „Marlene war am Überlegen, bei den Testspielen für die Quidditchmannschaft teilzunehmen. Wir versuchen sie zu überreden."

Ihr zwei wart am Überlegen, dass ich bei den Testspielen mitmachen soll", korrigierte Marlene. „Ich nicht."

„Gut", sagte Donna. „Das wäre schrecklich."

Lily trat sie. „Ich habe mit dir darüber geredet."

„Ich meine..." fuhr Donna absichtlich unüberzeugend fort. „Du solltest tun, was du... willst."

„Es war ein tapferer Versuch, nett zu sein," gab Adam zu. „Naja, ich hab Hausaufgaben in Zaubertränke. Ich seh' euch später. Denk darüber nach, Marlene."

„Oder tu's nicht", fügte Donna hinzu, als er gegangen war. „Du weißt schon... mach was immer du willst..."

Marlene rollte ihre Augen, trotzdem lächelnd. Sie schob ihren Teller von sich und als sie wieder zu ihren Freunden schaute, beobachteten sie sie erwartungsvoll, Lily mit einem kleinen Lächeln.

Was?" fragte die Blonde.

Lily schüttelte ihren Kopf, immer noch lächelnd und kaute wissend eine Scheibe Brot. „Nichts."

Was?"

Donna antwortete nicht und bediente sich mit mehreren Scheiben Schinken.

„Hör auf zu lächeln, Lily", befahl Marlene. „Ich meins ernst, hör auf."

„Ich lächele nicht."

„Doch, tust du! Hör auf!" Aber das brachte Lily nur dazu, noch mehr zu lächeln. „Hör auf!" jammerte Marlene. „Lily. Das ist blöd. Du bist..." Sie drehte sich zu Donna um. „Lily hat gesagt, dass ich in der ersten Klasse besser geflogen bin als du."

„Du Miststück."

(Der Geheimnisverrat)

Erschöpft, verärgert und wünschend, dass er an diesem Morgen im Bett geblieben wäre, duckte sich James Potter hinter eine Ecke des Schlosses und zog seine Zigaretten raus. Er war sich nicht ganz sicher, was die Einstellung der Schule zu Rauchen war, aber er würde wetten, dass sie es nicht unterstützte. Er wollte jedenfalls nicht, dass ihn ein paar nervige Drittklässler sahen und es nachahmten. Dann müsste er aus Prinzip damit aufhören.

Der Quidditch-Kapitän zündete sie an und beobachtete den Rauch, den er gegen den fahl blauen Himmel an diesem Sonntagmorgen ausatmete.

„Also deshalb hast du eine zehnminütige Pause in den Testspielen verkündet," bemerkte eine Stimme und James machte beinahe einen Satz. Sirius erschien und lehnte sich mit einem Grinsen im Gesicht an die Wand.

„Deshalb und zugunsten meines Verstandes," antwortete James, Sirius eine Zigarette anbietend.

Padfoot schüttelte seinen Kopf. „Ich bin jetzt nicht in der Stimmung."

„Du hast eine Stimmung?"

„Ich habe viele. Das ist einer der Nachteile, die Menschsein mit sich bringt. Davon hast du keine Ahnung, Prongs."

„Lustig."

Sirius ging hinüber und lehnte sich dann gegen die Wand, seine Hände in die Taschen seiner Quidditchhosen steckend. Beide Jungen waren in ihren Hausumhängen für die Testspiele, welche jetzt schon über eine Stunde liefen. Zusätzlich zu den gebrochen weißen Hosen (mit einem roten und goldenen Streifen außen am Bein), trugen sie die scharlachroten und goldenen Umhänge; langärmlige Unterhemden (auch rot), und Knieschoner, Ellbogenschoner, Handschuhe und Stiefel im selben Leder. Das Ensemble hätte drückend sein können, wäre die Oktober Morgenluft nicht so kühl gewesen. Unter den gegebenen Umständen war James dankbar für seine Zigarette.

Für eine Weile herrschte Ruhe. Keine Unterhaltung war nötig um zu wissen, was der andere dachte, wenn es um die Testspiele ging. Sie liefen schrecklich. Zwanzig Schüler hatten Probe geflogen um ins Team zu kommen und zwanzig Schüler hatten sich als unpassend für die freie Position in der Mannschaft (Sucher) herausgestellt. Jedenfalls war das James Meinung: Sirius hatte gedacht, dass ein oder zwei es vielleicht schaffen könnten (mit viel Training), aber James beharrte darauf, dass sie „nicht passten". Sein bester Freund verstand das nicht wirklich, um die Wahrheit zu sagen, aber er widersprach auch nicht. Es gab einen Grund, warum James bereits in seinem fünften Schuljahr Quidditch-Kapitän wurde.

Eigentlich, als sie dort standen - James mit seiner Zigarette und Sirius mit seinen Gedanken - beschäftigte sich der Letztere wenig mit den Testspielen. Seine Gedanken waren woanders.

James nahm einen Zug und Sirius sagte: „Ich hatte einen Streit mit meinem Onkel."

Ohne sich umzudrehen nickte der andere: „Okay..." Er wartete auf mehr.

„Er will, dass ich mich mit Regulus versöhne."

„Oh." Ruhe, dann - „Wirst du es machen?"

Sirius dachte über die Frage nach und antwortete dann mit unzufriedener Gewissheit: „Nein."

James nickte wieder. „Okay."

Und sie fielen wieder einmal ins Schweigen.

(Die Bitte)

„Es ist schrecklich, Marlene" seufzte Adam, dramatisch am Gryffindortisch zusammenbrechend, was sie zum Lachen brachte . „Es ist furchtbar. Entsetzlich. Grausam."

„Schlimm. Ich hab's kapiert, Adam," antwortete die Blonde. „Die Auswahlspiele gehen also nicht so gut?"

„Von einer Skala von eins bis zehn sind sie ein Zugwrack, das mit einem Drachen kollidiert."

„Es tut mir leid." Sie sah wirklich so aus, schob ihr Buch zu Seite und lehnte sich auf ihre Faust. „Was bringt dich hier rein? Ich dachte, dass James die ganze Mannschaft dort wollte."

„Nur die Stammspieler, aber er hat eine zehnminütige Pause einberufen..." sagte Adam ihr. „Ich überlege, ob ich ihn wegen Selbstmordgefährdung unter Beobachtung stellen soll. Du hättest ihn sehen sollen, als diese Viertklässlerin versucht hat, einen Besen falsch herum zu fliegen."

„Verdammt."

„Genau." Sie waren für eine Minute ruhig. „So", fuhr Adam gegenwärtig fort, „ich sehe, dass du am Lesen bist."

„Ja."

„Und während du das tust, verpasst du dieses großartige Spektakel namens Testspiele."

„Das stimmt."

Stille, dann: „Bitte, Marlene, du musst..."

„Nein! Adam, ich kann nicht! Ich werde schrecklich sein!"

Wirst du nicht", protestierte Adam. „Ich habe dich letztes Jahr spielen sehen und du warst gut!"

„Meine Konkurrenz war deine vierzehnjährige Schwester!"

„Marlene, bitte, versuch es einfach! Wir brauchen einen Sucher und du kannst fliegen. Du hast gute Augen, du bist dünn, was dich schnell fliegen lässt und..."

„Ich bin nicht dünn."

„Das Geländer beneidet dich."

Sie schauten sich für eine Minute an. Da war grün in seinen Augen.

„Gut."

„Wirklich?"

„Wirklich. Ich versuche es. Aber wenn ich furchtbar scheitere, sind wir keine Freunde mehr."

„Ich hab absolut keine Angst."

Marlene stand vom Tisch auf. „Ich sollte gehen... du weißt schon... mir etwas mehr... Sportliches anziehen."

„Und ich sollte zurück zu dem Testspielen," stimmte Adam zu.

„Ich bin gleich unten. Hoffentlich habt ihr bis dann jemanden gefunden."

„Beeil dich oder James sucht sich vielleicht diese Viertklässlerin aus."

Lächelnd gingen sie getrennte Wege.

(Die Entschuldigung)

„Lily", sagte der Schulsprecher und die Gryffindor-Vertrauensschülerin stoppte und drehte sich um. „Ich habe mich gefragt - könnte ich mit dir über etwas reden?"

Als das Vertrauensschülertreffen sich dem Ende zu neigte und die anderen Vertrauensschüler, sowie die Schulsprecherin, nach und nach den Saal verließen, nickte Lily: „Klar, sicher." Frank sah ernst aus. „Stimmt etwas nicht?"

Als sie alleine waren, seufzte Frank. „Ich - ich weiß nicht. Ich wollte... ich wollte mich nur entschuldigen."

„Entschuldigen?" wiederholte Lily unsicher. „Wofür?"

„Na, als du mich wegen Alice gefragt hast... letzten Monat, beim Nachsitzen... war ich irgendwie..." Frank suchte nach den richtigen Worten: „Ich war vage... ich schätze, ,vage' ist das richtige Wort."

„Es ist eines von ihnen", stimmte Lily zu.

„Ich war bloß in so einer Phase", fuhr Frank fort. „Ich... ich kann es nicht weiter erklären. Aber ich wollte, dass du weißt, dass ich nicht... Ich meine, du hattest Recht wegen uns. Wir passen gut zusammen und ich sollte das nicht kaputt machen. Ich war nur ziemlich begriffsstutzig über... alles und... es tut mir leid."

„Du hast keinen Grund, dich bei mir zu entschuldigen," sagte Lily lächelnd und fühlte einen Anfall von Wärme gegenüber diesem armen, schrecklich verlegenen Zauberer. „Probleme sind normal und du schuldest mir nichts. Du hast bloß versucht, ehrlich zu mir zu sein und ich weiß das zu schätzen. Wie auch immer, solange du sie verteilst, ich denke, dass Alice sich über ein warmes, herzliches ‚Es tut mir leid' freuen könnte."

„Sie ist die nächste auf der Liste," versicherte Frank ihr. „Es ist bloß, dass du und Alice Freunde seid und ich und du Freunde sind... auf jeden Fall denke ich das..."

„Wir sind Freunde, Frank."

„Richtig. Tja, ich wollte nicht, dass du denkst, ich wäre ein Arschloch."

„Niemals."

„Gut." Er schaute auf seine Füße, dann wieder hoch zu ihr. „Ja, ich habe definitiv entschieden, dass diese... Phase... vorbei ist. Ich werde komplett ehrlich sein."

„Ich habe gehört, das hat einen hohen Rang in der ganzen Hierarchie der Grundsätze."

„Richtig." (Grinsend.) „Tja, du hast wahrscheinlich Pläne für den Rest des Sonntags. Ich lasse dich gehen."

„Okay. Mach's gut, Frank."

„Du auch."

(Die Überredung)

„Marlene!" rief Miles Stimpson den Namen seiner Freundin, sich beeilend um die Hexe einzuholen, die die Treppe im zweiten Stock hoch hastete. „Marly! Hey, Marly!"

Schließlich hörte sie ihn und drehte sich um. „Oh, hi, Miles." Sie blieb stehen und wartete auf ihn und küsste ihn dann auf die Wange.

Miles schien unglücklich. „Ich dachte, wir wollten heute Morgen was zusammen machen. Wir haben das letzte Nacht ausgemacht."

„Du hast gesagt, du würdest mich um neun beim Frühstück treffen." sagte Marlene. „Es ist nach zehn."

„Es tut mir leid", seufzte ihr Freund. „Ich bin bei meinen Kumpels stecken geblieben und..."

„Es ist nicht schlimm." Sie lächelte auf ihn herunter, da sie zwei Stufen über ihm auf der Treppe stand. „Tja, ich muss jetzt gehen, also..."

„Warte, ich hab gedacht, wir könnten jetzt ein bisschen Zeit miteinander verbringen." Er hob seine Augenbrauen als ein unmissverständliches Zeichen.

„Ich kann nicht. Ich hab Testspiele."

„Testspiele für was?"

„Quidditch."

Miles blinzelte. „Wie, für die Gryffindor-Quidditchmannschaft, Marly?"

„Nein, für die Irische Nationalmannschaft." Sie verschränkte ihre Arme. „Was sonst?"

Er verarbeitete die Information und obwohl sie versuchte, es zu verbergen, war Marlene um seine Reaktion besorgt. Nach einem Moment schaute sie der Ravenclaw mit Verwirrung in seinen Augen an: „Marlene, ich verstehe nicht. Ich dachte, du hättest mir zugestimmt, als ich gesagt habe, dass ich denke, dass es für dich keine gute Idee sei, zu versuchen ins Team zu kommen... damals in der vierten Klasse."

„Das war in der vierten Klasse," antwortete Marlene. „Das hier ist jetzt. Wir sind ein anderes Paar. Ich denke wirklich nicht, dass es ein Problem wäre, wenn du im Ravenclaw Team bist und ich für Gryffindor spiele..."

„Es wäre aber eins. Du müsstest gegen mich sein. Nicht für mich jubeln, nicht mich anfeuern!"

„Ich würde sowieso Gryffindor anfeuern, Miles."

„Aber wenn es in eurem Interesse wäre, dass sagen wir, Hufflepuff uns schlägt, müsstest du Hufflepuff anfeuern, wenn du im Team bist."

„Miles, ich will das wirklich versuchen. Ich denke, dass es Spaß machen würde."

„Würde es nicht. Fliegst du gut, Marly?"

„Ich - ich weiß nicht. Vielleicht. Ich war nicht schlecht und ich hab während des Sommers gespielt und sie haben gesagt, dass ich ziemlich gut darin war..."

„Marly, James Potter ist dein Kapitän", erinnerte Miles sie, als ob er ein kleines Kind informieren würde, dass die Zahnfee ein Ammenmärchen war. „Wenn du mit James Potter trainierst, kannst du nicht ‚ziemlich gut' sein. Du musst erstklassig sein. Er ist ein wirklich strenger Kapitän!"

„Ich weiß das, aber ich will es einfach nur versuchen..."

Sie stoppte. Miles sah sie missbilligend an. „Weißt du, Marly, du bist irgendwie gefühlslos. Ich will nicht gegen dich sein, selbst wenn es dir egal ist, dass du einen Keil zwischen uns treibst."

„Ich will keinen Keil zwischen uns treiben, Miles, aber..."

„Das machst du aber! Und es verletzt irgendwie meine Gefühle, weißt du?" sagte er grob, seine Arme verschränkend und finster blickend. „Aber wenn die Quidditchmannschaft dir mehr bedeutet als unsere Beziehung, dann solltest du tun, was du willst."

Marlene schaute ihn vorsichtig an. Seine Augen waren ein perfekter Braunton.

„Willst du - willst du wirklich, wirklich nicht, dass ich das mache?"

„Ich will wirklich, wirklich nicht, dass du das tust", antwortete er leise, fast süß.

Marlene seufzte. „Dann... werde ich es nicht tun."

Er strahlte und küsste sie. „Gut. Du bist großartig, Marlene, weißt du das?" Er küsste sie wieder, dieses Mal auf die Wange. „Komm schon. Wir machen jetzt was, okay?"

„Oh, ich sollte wirklich Bescheid sagen..."

„Du hast mich schon versetzt, Marly", erinnerte Miles sie lächelnd. „Du schuldest mir was."

(Der Trost)

„In Ordnung", sagte James, seine fünf, in Quidditchsachen gekleidete Mannschaftsmitglieder betrachtend, als sie in einem Kreis nahe des Endes des Quidditchfeldes standen. Er rieb sich müde seine Stirn. „Es ist fünf Uhr nachmittags. Es ist verdammt noch mal fünf Uhr abends. Wir sind hier seit neun Uhr morgens. Das macht acht Stunden. Acht verdammte Stunden."

„Wir haben zehn Minuten Pause gemacht", erinnerte Sirius ihn.

„Sieben Stunden und fünfzig Minuten", korrigierte James sich. „Erinner mich daran, dich heute Nacht im Schlaf umzubringen, Black."

„Mach ich."

„Also, was ich hoffe," fuhr der Quidditch-Kapitän fort, seine Stimme so angespannt, dass das sprichwörtliche Drahtseil sicher seinen Rücken oder den eines Kamels gebrochen hätte, „ist, dass wir eine Übereinstimmung erreichen können, bevor ich auf das Dach des Schlosses klettere und springe." Er beugte sich zu Adam. „Nichts gegen dich, McKinnon. Jetzt. Zum letzten Mal, bevor ich sterbe, müsst ihr eure Stimme abgeben. Okay? Weil wir eine Mannschaft sind und ich wirklich keine Ahnung hab, also wenn ihr nicht alle wählt, nehme ich die Ravenclaw, die mir einen Lapdance angeboten hat. Klar?"

Es entstand ein generell zustimmendes Gemurmel.

„Jetzt, obwohl ihr alle offiziell beim Wählen versagt", fuhr James fort, „ich schaue dich an, Shack..."

„Warum?"

„Du hast auf deinen Stimmzettel ,Wen interessiert's?' geschrieben."

„Eine berechtigte Frage", sagte Michael Mitchum, der Drittklässler, der als Treiber spielte.

„Ruhig, Kurzer", befahl James. Er räusperte sich: „Wie ich sagte, obwohl alle beim Wählen durchfallen, habe ich - mit einer Art vagen Hilfe eurer Stimmen - es auf drei Kandidaten für den Sucher beschränkt. Ich werde es nicht wagen, noch einmal diese ganze Geheime-Wahl-Sache durchzuziehen..."

„Du hast gerade jedem gesagt, wie ich gewählt habe," machte ihn Donna aufmerksam.

Du hast ,Wen interessiert's?' gewählt und damit dein Recht verspielt," entgegnete James. „Jetzt machen wir es einfach mit Handzeichen. Ich habe Marcus McLeod, Shannon Mayhew und Ricki Nivens. Wer ist für Marcus?"

Michael Mitchum hob seine Hand.

„Wer ist für Shannon Mayhew?"

Keiner bewegte sich.

„Und Ricki Nivens?" schloss James. Sirius, Donna und der andere Treiber, Damascus Weasley hoben ihre Hände unenthusiastisch.

Der Quidditch-Kapitän funkelte Adam wütend an. „McKinnon, du musst wählen."

Der Hüter hob widerwillig seine Hand. „Ricki war der Beste," gab er zu.

„Ich stimme zu", sagte James. „Ricki wird es. Wir behalten Marcus als Ersatzspieler. Können wir uns darauf einigen? Kurzer?"

„Ist für mich in Ordnung," sagte Michael. „Ich will nur zum Abendessen."

„Fantastisch. Die aus der Unterstufe haben Aufräumdienst. Ich werde Ricki und Marcus Bescheid sagen." Damit drehte sich James um und ging in die ungefähre Richtung seiner Ausrüstungstasche und des Schlosses. Sirius schüttelte wissend den Kopf und begann seine eigenen Sachen aufzusammeln. Während Marcus und Damascus – ‚die aus der Unterstufe' - die herumliegenden Quaffel aufhoben, begann Adam seine Ausrüstung in einen eigenen Stapel zu sortieren.

„Alles klar, McKinnon?" fragte Sirius, seine Ellbogenschoner abstreifend. „Du scheinst nicht so begeistert über Ricki Nivens."

„Er war nicht schlecht," gab Adam ausdruckslos zu, „Potter wird wahrscheinlich imstande sein, ihn in einen anständigen Sucher zu verwandeln."

„Ich stimme zu", sagte Sirius. „Aber..." (ohne ihm in die Augen zu schauen und seine Knieschoner in seiner Trainingstasche verstauend) „du hattest gehofft, dass Marlene auftaucht, oder?"

Adam schaute ihn an. „Sie hatte mir gesagt, dass sie käme, das ist alles. Sie ist ein guter Flieger. Es wäre gut für die Mannschaft gewesen, weißt du, wenn sie..." Er machte eine kurze Pause, „gespielt hätte."

„Richtig. Das stimmt." nickte Sirius verständnisvoll. „Es wäre eine gute Sache gewesen. Ich frage mich, warum sie nicht zu den Testspielen gekommen ist... ich hab gehört, wie du James gesagt hast, dass sie versprochen hatte, gleich runterzukommen."

„Ja, es ist komisch." Aber Adam schien mehr enttäuscht als verwirrt, als ob er genau wüsste, was passiert war. „Aber - äh - es ist nicht schlimm," fuhr er hastig fort. „Ich meine, es wäre bloß cool gewesen, das ist alles. Es ist leichter, mit jemandem klarzukommen, den du schon kennst. Wie... du weißt schon, es ist leichter für dich, in der Schule, wenn dein Onkel dein Lehrer ist, richtig?"

Sirius lächelte bitter. „Es... scheint vielleicht, als ob es so wäre. Aber manchmal sind die Dinge, die wie eine gute Idee scheinen, es nicht. Manchmal werden sie bloß verkompliziert."

Adam nickte. „Ja." Er warf den Gurt seiner Tasche über seine Schulter. „Bis dann, Black!"

„Bis später, McKinnon."

Der Hüter ging und Sirius setzte sich ins Gras. „Beeilt euch mit der Ausrüstung!" rief er zu Weasley und Mitchum. Ein Grashalm zwischen den Fingern rotieren lassend, atmete Sirius laut aus. Er könnte jetzt eine Zigarette gut gebrauchen.

(Die Auseinandersetzung)

Severus schloss sein Zaubertränkebuch. Er spähte über den Bibliothekstisch zu Lily, die gerade vertieft an ihrem eigenen Aufsatz arbeitete. Als sie die Pause ihres Begleiters bemerkte, schaute der Rotschopf auf.

„Bist du schon fertig?" wunderte sie sich. „Ich hab noch nicht mal die Hälfte."

„Du bist ruhig", sagte Snape, als ob er sie nicht gehört hätte. „Du bist still und es macht mich nervös."

„Du bist nicht gerade die Plaudertasche in Person", antwortete Lily, die Stirn runzelnd.

„Aber ich bin nicht die Gesprächige. Du bist immer diejenige, die redet. Ich... höre bloß zu." Starre sie an, eher, dachte er.

„Na gut", Lily schloss ihre eigene Ausgabe von Zaubertränke für Fortgeschrittene. „Dann reden wir. Äh... wie war dein Nachmittag?"

„Er war... nett."

Lily nickte. „Jetzt müsstest du mich fragen, wie mein Nachmittag war."

„Wie war er?" fragte Severus verlegen.

„Schön", sagte Lily. „Nachdem ich auf dem Vertrauensschülertreffen war, haben Mary und ich versucht zu malen."

„Malen?"

„Ja, ich wurde von einer künstlerischen Muse gepackt und wollte etwas malen. Mary hat einen Ravenclawtyp, den sie... kennt..., dazu gebracht, ein paar weiße Leinwände und Sachen heraufzubeschwören und wir haben im Schlafsaal gemalt. Es war wunderbar. Ich habe eine Blume gemalt. Mary hat mich gemalt."

„Kann ich es sehen?"

„Marys Bild nicht, das geht nicht," antwortete Lily. „Sie hat gemerkt, dass es mehr wie eine Blume ausgesehen hat, als mein Bild, also haben wir alle Farben darauf gespritzt, was sich vielleicht anhört, als ob es hübsch geworden sein könnte, aber eigentlich nur das ganze Ding in diese grässliche gelblich-graue Farbe getaucht hat. Jedenfalls haben wir es in den Waschsaal gestellt, sodass hoffentlich die Hauselfen es finden und es aus Mitleid für den Rest der Welt entsorgt."

Severus nickte und schaute auf sein geschlossenes Buch, was Lily als eine Art Ersatzlächeln interpretierte. Sie strahlte. „Das wird leichter werden", sagte sie ihm und er nickte wieder.

„Ich sollte losgehen", sagte er leise (natürlich sagte er alles leise). Sie standen beide auf, ihre Bücher und Schreibfedern einsammelnd.

„Gehst du runter zu Großen Halle?" fragte Lily, als sie begannen, aus der Bibliothek zu gehen. „Ich gehe mit dir, wenn du es tust."

„Nein, ich gehe zurück zu meinem Gemeinschaftsraum," antwortete der Slytherin. „Also, bis... später."

„Richtig", stimmte Lily zu. „Tschüss, Sev."

„Tschüss, Lily."

Er drehte sich um und ging, Lily kurzzeitig alleine im Gang stehen lassend. Sie seufzte. Wenn man gerade von Deja-Vue redet...

„Was war das, Keks?"

Lily schaute sich um und sah James - komplett in seiner Quidditchausrüstung gekleidet - auf sie zu kommen, Verwirrung und Neugier in seinem Gesicht stehend.

„Was war was?"

„Snape und du", sagte der Quidditch-Kapitän, in Richtung Snapes verschwindender Form nickend. „Habt ihr zusammen gelernt oder so?"

„Nun... ja." Sie fragte sich, warum es sie so unwohl fühlen ließ, dies James zu gestehen.

Eine Reihe von Emotionen (oder Abbildungen von Gefühlen) flogen in einem Bruchteil einer Sekunde über James' Gesicht. Dann, mit einem hoch ironischen Gesichtsausdruck, grinste er: „Die unglücklichen Liebenden wiedervereint?" fragte er.

„Sev und ich sind... wieder eine Art Freunde", bemühte sich Lily zu erklären. „Es tut ihm leid, was er getan hat und ich habe mich entschieden, dass ich es ihm nicht länger vorhalten kann. Also versuchen wir... es wieder ins Lot zu bringen."

„Es ins Lot bringen", wiederholte James.

„Hör zu, Potter,..."

„Du bist ein Idiot, Evans."

Lily zuckte zusammen. „Es ist kompliziert."

„Er hat dich in der schlimmsten Art und Weise vor so ziemlich jedem beleidigt", sagte James unverblümt. „Was ist daran kompliziert? Es ist eigentlich wirklich, wirklich einfach."

„Nun", begann Lily, die Hitze zu ihrem Gesicht steigend, „ich würde es nicht ,die schlimmste Art und Weise' nennen. Ich denke, vielleicht, nur vielleicht, wäre es schlimmer, jemanden sechs Meter in die Luft schweben zu lassen und zu drohen, seine Hosen vor jedem herunterzuziehen."

„Ich werde mich nicht entschuldigen."

„Ist mir egal."

Sie funkelten einander für einen Moment finster an. „Ich muss ein Buch aus der Bibliothek holen", sagte James schließlich und als er an Lily vorbei schritt, wiederholte er: „Du bist ein Idiot, Keks."

„Du hast Probleme, Potter," antwortete die Rothaarige. Dann war er weg und sie verärgert.

(Der Beschluss)

Geduscht, umgezogen und sich generell besser fühlend, nahm Adam Platz am Gryffindortisch an diesem Abend. Er war vollkommen auf das Steak vor ihm konzentriert und absolut nicht auf die Quidditch-Testspiele dieses Tages, als jemand neben ihm Platz nahm. Ohne hochzuschauen wusste Adam instinktiv, wer es sein musste.

„Bist du wütend auf mich?" fragte Marlene leise. (Süß, perfekt.)

Adam dachte darüber nach und schüttelte seinen Kopf. „Nein."

„Bist du nicht?" Sie hörte sich zweifelnd an. „Gar nicht?"

„Nein."

„Ich habe bloß... ich dachte, dass es für mich besser wäre, mich jetzt auf die Schule zu konzentrieren", erklärte Marlene, es beinahe glaubend. „Und außerdem brauche ich kein zusätzliches Drama mit Miles, oder?"

„Stimmt. Drama... ist schlecht."

„Sehr", stimmte Marlene zu. Sie war ruhig, als sie sich eine Scheibe Brot nahm und es mit Butter bestrich. „Bist du dir sicher, dass du nicht wütend bist?"

„Ganz sicher", sagte Adam. „Du musst tun, was du willst, Mar. Das ist das Einzige, was zählt. Das ist alles."

Marlene biss sich auf die Lippe. „Und du bist auch nicht enttäuscht von mir?"

Er sah ihr endlich in die Augen (sie waren gleichzeitig blau und grün und grau). „Ich wäre nie enttäuscht von dir", versicherte er ihr. Sie strahlte. „Außer," fuhr er ernst fort, „wenn du jetzt nicht diese Scheibe Brot isst."

Marlene nahm einen Bissen und schloss ihre Augen. „Kohlenhydrate, wie habe ich euch vermisst." Adam grinste.

(Das Geständnis)

Als Lily an diesem Abend aus der Dusche stieg, war der Schlafsaal bei ihrer Rückkehr fast leer. Donna war hinunter gegangen um den verhassten Zaubertränke-Aufsatz anzugehen, während Mary und Marlene einen Gang zur Eulerei machten um ihren Eltern Briefe zu schicken. Shelley war ebenfalls nirgendwo zu sehen, sodass als Lily den Schlafsaal betrat, ihr langes, lockiges Haar mit einem Handtuch trocknend, nur Carlotta Meloni zurückblieb, mit einem komplett verträumten Ausdruck auf ihrem lieblichen Gesicht am Schminktisch sitzend.

„Hi, Lily", grüßte sie, ihr Lächeln bloß wachsend. „Wie geht es dir?"

„Mir geht's gut," antwortete Lily. „Wie kommt's, dass du so fröhlich bist? Sind Drogen involviert?"

Carlotta schüttelte den Kopf. „Etwas Gutes ist heute passiert."

„Etwas Gutes ist heute passiert", wiederholte Lily. „Da bin ich froh." Sie setzte sich auf ein Bett. „Nun gut, dann. Rück raus damit."

„Nun", begann Carlotta, „du erinnerst dich an den Kerl, den ich schon mal erwähnt hatte..."

„Als du gesagt hast, du hättest ‚Probleme mit Jungs' letzte Woche?"

Carlotta nickte.

„Stimmt, ich erinnere mich", dachte Lily zurück. „Du hast gesagt, ihr zwei hättet über die Sommerferien angebändelt, aber er wäre jetzt ein bisschen zurückhaltend über eine Beziehung. Irgendwas, dass du nicht ‚sein Typ' wärst."

Carlotta nickte. „Es gab... eigentlich war da noch ein bisschen mehr. Er dachte, er hätte gewisse... ich weiß nicht, wie ich es erklären soll. Er hat einfach... nicht gedacht, dass eine Beziehung mit mir funktionieren könnte, weißt du?"

„Okay", sagte Lily langsam, bloß lächelnd, weil Carlottas Strahlen ansteckend war. „Beurteilend von deiner momentanen Sandra Dee Imitation schätze ich mal, dass er seine Meinung heute geändert hat?"

„Tja," fuhr Carlotta fort, „ich habe ihn gebeten, mich heute Morgen in einem ausrangierten Klassenraum zu treffen und er sagte, er käme, aber dann tauchte er nicht auf, also dachte ich ,Na gut, dann bin ich ihm wirklich egal. Ich sollte es sein lassen'."

„Bis jetzt ist das nicht sehr Aschenputtel-mäßig..."

„Aschenputtel?"

„Egal. Erzähl weiter."

„Nun", machte die Brünette weiter, „ich hatte mich entschieden, ihn sowieso zu konfrontieren, was komplett ungewöhnlich für mich ich. Normalerweise, wenn ein Kerl nicht an mir interessiert ist..." sie hielt an. „Wem mache ich was vor? Kerle sind immer an mir interessiert. Das hier ist eine neue Erfahrung." Lily lachte anerkennend. „Jedenfalls habe ich mich entschieden, mit ihm zu sprechen. Ich konnte es einfach nicht ruhen lassen... nicht nach dem Kuss." Sie wurde praktisch ohnmächtig und Lily hob eine Augenbraue zu dem Melodrama ihrer Zimmergenossin.

„Nur ein Kuss?" fragte sie. „Er muss gut gewesen sein."

„Welterschütternd", sagte Carlotta. „Wir waren in der Ferien im selben Dorf, dieser Junge und ich... es war am Strand um Mitternacht. Ich hatte ein wenig getrunken, aber ich war immer noch - du weißt schon - nüchtern, und er auch... zum größten Teil, weißt du."

„Richtig."

„Es war dunkel, da waren Sterne und wir... haben uns einfach geküsst. Es war perfekt. Ich bin normalerweise nicht für perfekt, Lily, das ist so unüblich für mich. Aber es war einfach romantisch und richtig. Natürlich sagte er dann, es wäre ein Fehler gewesen und wir sollten uns nicht mehr sehen, weil er sich schuldig fühlte."

„Schuldig?"

„Es ist kompliziert", sagte Carlotta, die Nachfrage mit einer ihrer zarten, olivfarbenen Hände wegwischend. „Nun gut, dieser Kuss - er war ziemlich am Ende der Ferien. Wir haben uns ein paar Mal danach geschrieben, aber er war immer... komisch, nach dieser Nacht. Also, nachdem wir zurück in der Schule waren, habe ich versucht mit ihm zu sprechen, aber er war... immer noch komisch. Dann mit dieser Sache... am Anfang vom Jahr, mit meinem... Unfall im Gemeinschaftsraum... nun, es hat alles nur zur Verwirrung beigetragen. Dann haben wir letzte Woche für ein paar Minuten miteinander gesprochen und er hat gesagt, dass er keine Möglichkeit hätte, meine Gefühle zu verstehen, was mich komplett aus dem Konzept gebracht hat, weil ich gedacht hatte, ich wäre ziemlich geradeheraus bei der ganzen Sache gewesen."

„Natürlich."

„Also, darüber wollte ich heute Morgen mit ihm sprechen. Ich wollte ihm sagen, dass ich etwas Echtes mit ihm wollte. Ich weiß, dass das unüblich für mich ist, aber, Lily,..." hier ganz aufrichtig, „es war echte Magie diesen Sommer. Echte, fantastische Magie."

Irgendwie konnte Lily nicht anders als Carlotta zu beneiden. Nach Jahren von, was Carlotta gerne „nette Nächte" nannte, hatte sie tatsächlich jemanden gefunden, mit dem sie zusammen leben wollte... glücklich bis an ihr Lebensende. Vielleicht war Aschenputtel doch nicht so weit gefehlt.

„Nebenbei, Lily, vielen Dank, dass ich dir das alles erzählen kann. Shelley... sie ist meine beste Freundin, aber sie kann manchmal ziemlich dämlich sein. Jedenfalls, wo war ich?"

„Er hat dich heute Morgen sitzen gelassen." begann Lily.

„Das tat er. Ich war niedergeschmettert. Dann, nach dem Abendessen, bin ich zu ihm gegangen und habe gesagt, wir müssten reden... ziemlich ernst, muss ich zugeben. Er sagte, dass er auch mit mir sprechen müsste. Also, als wir alleine waren, sagte er, dass er wirklich was für mich empfand, aber dass es nicht funktionieren würde. Es würde nicht funktionieren, wir hätten uns im Sommer nicht küssen sollen, es war ein Fehler, etcetera,etcetera, etcetera. Und dann passierte es."

„Was?"

„Die höchste spirituelle Erfahrung, die ich je... erfahren habe. Wir haben uns wieder geküsst. Nun gut, ich habe ihn geküsst, aber er hat mich zurückgeküsst. Es war wunderschön. Wunderbar. Perfekt."

„Also", Lily war verwirrt. „Seid ihr jetzt ein Paar?"

„Nun", Zum ersten Mal schien Carlotta ein wenig unzufrieden. „Um ehrlich zu sein, ist er nach dem Kuss gegangen... benommen, ein wenig verwirrt, aber irgendwie... du weißt schon, hingerissen, denke ich?" Carlotta schüttelte ihre Zweifel ab und lächelte. „Es ist aber egal. Wir hatten keine Unterhaltung darüber, ich weiß, was ich bevorzugt hätte, aber zur gleichen Zeit, war nichts durch seelenbelastenden Dialog getrübt."

„Carlotta, seelenbelasteter Dialog kann wirklich hilfreich sein," sagte Lily vorsichtig. „Seelenbelasteter Dialog zeigt dir, ob er mit dir zusammen sein möchte oder nicht."

Die Brünette schüttelte ihren Kopf. „Er hätte nach diesem Kuss schreien können, dass er mich nie wieder sehen will, und ich hätte gewusst, dass er mit mir zusammen sein wollte. Ich... ich habe es geschmeckt."

Carlotta hatte viele seltsame Ideen, aber die Art, wie sie so untypisch hoffnungsvoll schien, ließ Lily ein wenig lächeln. „Ich hoffe es funktioniert, Carlotta."

„Wird es." So zuversichtlich.

„So," begann der Rotschopf, sich ein wenig näher lehnend und eine spitzbübische Augenbraue hebend, „jetzt, wo du mir all das erzählt hast, musst du mir sagen, wer der Typ ist."

Carlottas Lippe zuckte. „Oh, ich will es, aber... ich bin mir nicht sicher, ob es eine gute Idee ist."

Carlotta..."

„Na gut", Sie lehnte sich verschwörerisch näher. „Und du wirst es nicht weitererzählen?"

„Natürlich nicht."

„Na gut." sagte Carlotta wieder. Sie wartete, die Spannung wachsen lassend. Dann, schließlich, mit was das Mädchen selbst übernatürliche Ekstase nennen würde, glühend, flüsterte Carlotta: „Es ist Frank Longbottom."

Es gibt Gespräche, von denen man wünscht, dass man sie nie geführt hätte.